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Kelkheim - Taunus Nachrichten

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Programm
Vorwort
Die Jugendhilfe in Rosenheim befindet sich seit geraumer
Zeit im Ausnahmezustand: Die Anzahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge ist derart gestiegen, dass deren
Versorgung die Aufnahmekapazität der Jugendhilfeeinrichtungen um das Vielfache übersteigt. Alle Fachkräfte
arbeiten auf Hochtouren, damit die Versorgung sichergestellt werden kann.
Die Versorgungsfrage steht aktuell im Vordergrund aller Diskussionen zum Thema „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“. Auf unserem Fachtag wollen wir aber
über ein anderes Thema sprechen: Wie gehen wir in der
Jugendhilfe mit dem Widerspruch um, dass es unsere
Aufgabe ist, mit den jungen Menschen sinnvolle Perspektiven zu erarbeiten, sie aber kein gesichertes Bleiberecht
in Deutschland haben? Viele der jungen Flüchtlinge sind
hochmotiviert und bereit, sich für eine Berufskarriere in
Deutschland anzustrengen. Andere haben einen langen
und schmerzhaften Fluchtweg hinter sich, für sie war die
9.00-9.30
Flucht der letzte Ausweg vor der Not in ihrer Heimat. Was
auch immer die Motive für die Flucht waren, die jungen
Menschen haben einen Anspruch auf eine erfüllte Zukunft. Dieser leitet sich aus unserer Rechtsprechung und
unseren Werten ab. Die Perspektive in Deutschland ist
für viele der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge
jedoch unsicher.
Mit diesem Widerspruch müssen wir umgehen; wir brauchen Antworten und tragfähige Lösungen. Darüber wollen wir mit Experten, die wir als Referenten eingeladen
haben, und mit Ihnen als Teilnehmern sprechen. Ich freue
mich auf einen regen Gedanken- und Erfahrungsaustausch.
Heinz Schätzel
Geschäftsführer Startklar Jugendhilfe
9.30-11.00
Begrüßung, Heinz Schätzel, Geschäftsführer von Startklar Jugendhilfe
b) Alternative Unterbringung von umF in
Gefahrenabwehr und jugendhilferechtlicher Umsorgung -
im familiären Umfeld
Pflegefamilien - Perspektiven entwickeln
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Spannungsfeld zwischen
Eva Rohde, PiB Bremen
in Bayern, Deutschland und Europa
c) Perspektivlos? Erarbeitung von Perspektiven
Referent: Dominik Bender
11.15-12.45
mit und für umF im Rahmen von Jugendhilfemaßnahmen,
Rechtsanwalt für Ausländerrecht und Sozialrecht, Frankfurt a. M.
Kurzreferate
• Bildungsperspektiven mit umF entwickeln - die SchlaU-Schule München
Melanie Weber, stellv. Schulleiterin
15.00-16.00
Familie und Integration
Chancen und Grenzen familiärer Netzwerke
• Thomas Berthold, Europakoordinator des Bundesfachverbandes UMF
Eva Rohde, Referentin Öffentlichkeitsarbeit,
• Johannes Fischer, Leiter des Kreisjugendamtes Rosenheim
Pflegekinder in Bremen gGmbH (PiB), Bremen
• Dr. Andreas Dexheimer, Leiter der Geschäftsstelle München der
• Perspektiven mit traumatisierten umF entwickeln
13.45-14.45
Jugendhilfe Oberbayern, Diakonisches Werk Rosenheim
Jens Kraatz, Abteilungsleiter Angebote für umF/ uF, condrobs e.V. München
Workshops
a) Bildungsperspektiven für umF schaffen- die Zusammenarbeit
zwischen Jugendhilfeträgern und Schulen
Melanie Weber/ Anja Kittlitz, SchlaU-Schule München
Perspektiven entwickelt werden?
Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales,
• Die Unterbringung von umF in Pflegefamilien.
Mittagessen
Podiumsdiskussion: Wie können trotz des Spannungsverhältnisses
• Isabella Gold, Leiterin des Referates II 5 - Jugendpolitik, Jugendhilfe,
Anja Kittlitz, wiss. Mitarbeiterin der SchlaU-Schule München
12.45-13.45
Jens Kraatz, condrobs e.V. München
16.00
16.30
Moderation: Bernhard Demmel und Wilma Hansen, ISSAB Essen
Fazit und Grußwort
Ende der Veranstaltung
Zu den Workshops
a) Bildungsperspektiven für umF schaffen - die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfeträgern und Schulen
Melanie Weber/ Anja Kittlitz, SchlaU-Schule München
UmF stellen die Akteure in der Jugendhilfe und Schule vielerorts vor neue Aufgaben.
In dem Workshop werden wir darauf eingehen, welche
Potentiale die Jugendlichen mit sich bringen, welche Abschlüsse sie erreichen können und wo Schwierigkeiten
beim Schulbesuch liegen.
Aus der Erfahrung des fast 15-jährigen Schulbetriebs
der SchlaU-Schule und des Nachbetreuungsprogramms
SchlaUzubi wollen wir Empfehlungen ableiten, wie die
Jugendhilfe den Schulbesuch unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe gelingen
kann.
b) Alternative Unterbringung von minderjährigen Flüchtlingen in Pflegefamilien: Perspektiven entwickeln im familiären Umfeld
Eva Rohde, PiB Bremen
Unter der Fragestellung „Pflegefamilie - was soll das denn
sein?!“ behandelt dieser Workshop die zentralen Aspekte,
die bei der Vermittlung und Begleitung von jugendlichen
Flüchtlingen in Pflegefamilien eine Rolle spielen können.
Im Rückgriff auf Erfahrungen des Fachdienstes PiB gGmbH
geht es dabei um ganz praktische Aspekte, die das positive
Miteinander von Pflegefamilie und jugendlichem Flüchtling beeinflussen können: Wie wichtig sind gemeinsame
Religion oder Kultur im Pflegefamilienalltag? Was bringen
Pflegefamilien idealerweise mit? Welchen Einfluss hat der
Rechtsstatus der jungen Flüchtlinge auf den Alltag?
c) Perspektivlos? Erarbeitung von Perspektiven mit und
für umF im Rahmen von Jugendhilfemaßnahmen
Jens Kraatz, condrobs e.V. München
In dem Workshop werden folgende Fragen behandelt:
Wie kann eine therapeutisch-pädagogische Beziehung
vertrauensvoll aufgebaut und gehalten werden? Wie
können Betreuungsbeziehungen und Austausch ohne
Sprachverständnis erfolgreich gelingen?
Wie können positive Ziele trotz unsicherem Aufenthalt,
hoher Belastung, Trauma etc. entwickelt
werden?
Welche
Haltungen
und
Herangehensweisen von pädagogischen Fachkräften
sind hilfreich?
Zu dem Eingangsreferat
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Spannungsfeld zwischen Gefahrenabwehr und jugendhilferechtlicher Umsorgung in Bayern, Deutschland und Europa
Dominik Bender
In dem Eingangsreferat werden die zahlenmäßigen Entwicklungen im Bereich der umF dargestellt - mit Blick auf
Bayern, Deutschland und Europa. Anschließend wird der
rechtliche Kontext beleuchtet, aus dem sich die beiden
klassischen Ängste der Jugendlichen - Abschiebung in ein
anderes europäisches Land oder
in den Herkunftsstaat - ergeben:
das Aufenthalts- und Asylrecht,
die (immer noch) als Gefahrenabwehrrechte verstanden werden.
Zum Abschluss werden Wege aufgezeigt, wie konstruktiv mit dem
Spannungsverhältnis
zwischen
Gefahrenabwehr- und Jugendhilferecht umgegangen werden kann.
Fachtag: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge In Deutschland angekommen – und dann?
23.10.2014, 09.00-16.30
Veranstaltungsort
Schüler- und Studentenzentrum Rosenheim, Pettenkoferstr. 9, 83022 Rosenheim
Veranstalter
Startklar Jugendhilfe gGmbH, Hauptstraße 13, 83395 Freilassing
www.startklar-jugendhilfe.de
Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V., www.b-umf.de
Anmeldungen
Bis zum 15. Oktober 2014 (begrenzte Teilnehmerzahl)
an info@startklar-jugendhilfe.de
Tel: 08654-69034-0
Teilnahmebeitrag
25€
Die Fachtagung richtet sich an interessierte Mitarbeiter/-innen in Jugendhilfeeinrichtungen, an Wohlfahrtsverbände, Schulen, Behörden und Institutionen, die in
die Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen involviert sind.
In Deutschland angekommen - und dann?
Fachtag, 23.10.2014 in Rosenheim
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Bildung
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