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6. Frühschicht Fastenzeit 2011 Thema: Sei offen wie ein Kind

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6. Frühschicht Fastenzeit 2011
Thema: Sei offen wie ein Kind
Einleitung:
Wenn wir Kinder beobachten, müssen wir oftmals staunen, was diese alles
wahrnehmen. Wir selbst gehen häufig zielstrebig umher, ohne zu registrieren,
was um uns herum geschieht. Kinder sehen mit wachen Augen in die Welt.
Wie ein Magnet ziehen sie viele wunderschöne Dinge an und nehmen sie
wahr. Für uns sind sie nebensächlich geworden und fallen uns kaum noch
auf. Unser Blick ist starr.
Kinder sind zudem frei von Vorurteilen, sie interessieren sich für viele kleine
Einzelheiten, die wir kaum noch bemerken. Sie hinterfragen und untersuchen
Dinge und können noch vieles richtig bewundern. Erwachsene urteilen oft
schnell und unbedacht, weil sie in Eile, Stress und Hektik sind. Kinder
hingegen haben alle Zeit der Welt. Wenn ihr Interesse geweckt ist, dann ist
es so, als bliebe die Uhr stehen. Ganz bedächtig, mit ganzem Herzen und
klaren Augen kann etwas bewundert, neu entdeckt und untersucht werden.
Sollten wir nicht so manches Mal werden wie die Kinder? Sie lassen der
Natur freien Lauf und können sich von Herzen daran erfreuen. Denken wir
heute einmal darüber nach.
Kurze Stille mit Musikuntermalung
Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius Warendorf
–
www.stlaurentius-warendorf.de
Geschichte: Lisa und das Geheimnis der Distel
Es war einmal eine kleine traurige Pflanze, wobei sie nicht immer traurig war.
Nein, eigentlich war sie sogar sehr fröhlich und offen. Sie glaubte nur an das
Gute und an die Liebe und sie hatte Vertrauen. Doch leider war sie sehr
vielem Schlechten begegnet, was ihr sehr weh getan hatte immer und immer
wieder. Sie hatte also zu viel Schmerzhaftes erlebt, so dass sie sich fortan
unter den anderen Pflanzen versteckte um nicht noch mehr verletzt zu
werden. Sie machte sich ganz klein und ihre Blätter wuchsen an der Erde
entlang. Und jedes Mal, wenn jemand ihr zu nahe kam, führ sie ihre Stacheln
aus, so dass niemand ihr etwas anhaben konnte. So lebt diese Pflanze nun
schon eine lange Zeit, eine einsame Zeit. Doch ihr erschien diese Einsamkeit
auch eine Sicherheit zu sein.
Die Menschen verachteten sie, die Distel. Sie möchten sie ihrer Stacheln
wegen nicht. Mit der Zeit beachtete kaum jemand mehr die Distel. Leider war
sie oft sehr traurig deshalb, aber was sollte sie denn tun? Manchmal träumte
sie so vor sich hin. Sie sah die Rosen an, welche neben ihr wuchsen und
bewunderte ihre Schönheit, ihre Offenheit. Dann machte es sie aber auch
wieder traurig, denn sie sah, wie die Rosen bewundert wurden, trotz ihrer
Dornen. Und ihr wurde nicht einmal ein einziger Blick gewidmet. Die
Menschen waren so sehr von der Schönheit der Rosen geblendet, dass sie
der Distel keines Blickes mehr würdigten.
Eines Tages kam ein kleines Mädchen des Weges. Sie machte vor der
Rosenhecke halt und starrte sie an. Doch nach ei8ner Weile erst bemerkte
die Distel, dass das Mädel nicht die Rosen anstarrte, sondern sie selbst. Das
Mädchen sah sich die Distel ganz genau an und wandte sich dann wieder ab
um mit der Mutter weiter spazieren zu gehen. Und plötzlich würde der Distel
bewusst, was da gerade geschehen war. Ihr wurde, wenn auch nur für einen
kurzen Augenblick, mehr Beachtung geschenkt als den Rosen...
Nun fühlte sie sich ganz stark in sich und ihr huschte sogar ein leichte
Lächeln übers Gesicht, eine Zufriedenheit, denn sie war so überwältigt von
diesem Gefühl, dass jemand sie bewunderte. Sie genoss das Gefühl, ein
wenig Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen. Am nächsten Morgen, als
die Distel von den Sonnenstrahlen, die ihr auf den Bauch schienen, geweckt
wurde, bemerkte sie, dass sie eine kleine Knospe bekommen hatte. Sie war
sehr verwundert, aber sie verspürte auch gleichzeitig ein Gefühl von innerer
Freude und Zufriedenheit...
Langsam sah die Distel sich um. Sie sah die dichten Rosenhecken und die
vielen anderen bunten Blumen, die im Park wuchsen. Sie bemerkte nicht nur
wie schön diese waren, sondern auch wie schön sie selbst eigentlich war.
Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius Warendorf
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www.stlaurentius-warendorf.de
Sie begann sogar einige Rosen zu lieben und empfand Dankbarkeit, weil sie
ihr so viel Schutz gewährt hatten. Plötzlich bemerkte sie die vielen bunten
Farben und nahm Gerüche war, die sie nie zu vor bemerkt hatte. Doch immer
wieder kam es zu einem Rückschlag, denn die Menschen schenkten ihr
immer noch keine Beachtung, trotz ihrer wunderschönen Knospe, die
mittlerweile zu einer prächtigen Blüte herangewachsen war. So vergingen die
Tage...
Eines Morgens kam dieses Mädel, das der Distel die Augen ein wenig
geöffnet hatte, wieder des Weges. Sie wurde wieder von ihrer Mutter
begleitet und beide hielten an den Rosenhecken inne.
Das Mädchen betrachtete die Distel, lächelte und rannte wieder zur Mutter.
Die Distel hörte, wie es zur Mutter sagte: "Mama, siehst du nicht diese
wunderschöne Blume, da gleich zwischen den Rosen?" Die Mutter kam
näher und starte direkt in die Rosenhecken. Nach einer Weile bemerkte sie
die Distel und begann zu lachen... Sie sagte: "Aber Lisa, das ist doch bloß
eine Distel. Nichts als Unkraut. Sie stechen und verletzen uns. Sie dir doch
mal die schönen Rosen an, was für stolze Blumen das sind. Sie sind
prachtvoll und schön anzusehen, nicht die Disteln..." Lisa senkte den Kopf,
ging zur Distel und führ ihr sanft und langsam über die Blätter. Sie drehte sich
um und sagte mit entsetzter Stimme: "Aber Mama, siehst du denn nicht wie
schön sie ist wie weich und sanft ihre Blätter auf der Unterseite sind und was
für eine wunderschöne Blüte sie hat? Sie sticht uns doch nur, wenn wir an ihr
vorbei gehen ohne sie zu beachten. Sie will uns damit doch bloß sagen,
schau genau hin, sieh mich an, sieh mich nur richtig an, denn dann erst
erkennst du meine wahre Schönheit..."Die Mutter lauschte aufmerksam zu
und sah sich die Distel noch einmal genauer an. Sie fuhr ihr über die Blätter
und sagte: "Ach so, du meinst also, das Rosen und Disteln eigentlich im
Grunde genommen ähnlich, wenn nicht sogar gleich sind?" Darauf antwortete
das Mädel etwas boshaft und empört: "Nein... Rosen sind feige ihrer Dornen
wegen.... Sie stechen uns, damit wir sie bewundern und sehen wie stolz sie
sind...!" Die Mutter runzelte die Stirn und begann darüber nachzudenken...
Sie nahm ihre Tochter in die Arme und beide gingen weiter des Weges...
Die Distel jedoch war so glücklich darüber, dass jemand ihr wahres ich
erkannte, dass sie es kaum glauben konnte... Endlich hatte jemand ihre
wahre Schönheit erkannt, ihre innere Schönheit. Es gibt also noch den
Glauben und die Hoffnung daran, dass es Menschen gibt, die die Dinge nicht
nach ihrem Äußeren ver- bzw. beurteilen, sondern sich erst einmal Gedanken
darüber machen, wer oder was in Wirklichkeit dahinter steckt...
Mit diesem Gedanken und mit einem leichten Grinsen auf den Wangen
schlief die Distel ein...
Kurze Stille mit Musikuntermalung
Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius Warendorf
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Geschichte: Jeden Tag neu leben
Neu bist du, wenn du staunst, weil jeden Morgen Licht da ist; wenn du
glücklich bist, weil deine Augen sehen, deine Hände fühlen, deine Füße
laufen; wenn du singst, weil dein Herz schlägt.
Neu bist du, wenn du weißt, dass du lebst; wenn du denkst, dass heute der
erste Tag vom Rest deines Lebens beginnt. Neu bis du, wenn du mit reinem
Blick auf Menschen und Dinge schaust, wenn du noch lachen kannst, wenn
du dich freuen kannst über die einfachen, kleinen Blumen am Weg deines
Lebens.
Kurze Stille und Musikuntermalung
Text:
Mögen auch wir jeden Tag neu leben. Mit klaren wachen Augen unseren
Lebensweg fortsetzen, um auch immer den Blick hinter die nächste Kurve zu
werfen. Nur so können wir sehen was dahintersteckt. Denken wir immer
daran ein offenes Herz zu bewahren für alle Wunder dieser Welt. Dann
können wir alle zusammen das wichtigste Kirchenfest feiern: Ostern.
Gemeinsames Vater Unser
Kanon: Wir preisen deinen Tod
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Seele and Geist
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