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Der Kaufmann von Venedig oder wie man Rechnungswesen - Manz

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Der Kaufmann von Venedig
oder wie man Rechnungswesen
spielend lernt
Spiele. Forschungsergebnisse der Hirnforschung und der aktuellen
Lerntheorien haben gezeigt, dass Lernprozesse am besten durch eigene Erfahrungen nachhaltig ausgelöst werden.
von MMag. Uwe Gutwirth, PH Salzburg
D
iesen Erkenntnissen folgend wurden von Prof. Uwe Gutwirth
in Zusammenarbeit mit einem Team der pädagogischen Hochschule Tirol sowie Schülerinnen und Schülern der HAKzwei Salzburg zwei Multi-User-Onlinespiele mit dem Fokus auf Rechnungswesen entwickelt, bei denen weltweit Teams miteinander spielen
können.
Für den „Kaufmann von Venedig“ gab es den
europäischen
MEDEA Award
im Rahmen der
Media & Learning
Konferenz im
Bildungsministerium in Brüssel.
Jugend mit Zukunft
Veranstaltung. Im Rahmen des vierten Entrepreneurship Summits
standen Geschäftsmodelle mit Zukunft im Zentrum.
von Mag. Johannes Lindner, BHAK Wien 13, EESI-Impulszentrum
Ü
ber die Liebe, den Mut, die Wirtschaft und das Leben" inszenierte der Waldviertler Entrepreneur Heini Staudinger eine
amüsante wie gleichermaßen berührende Reise in seine Lebensgeschichte. In Zeiten des Niedergangs der Schuhproduktion in
Österreich schaffte es Staudinger mit den Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen der selbstverwalteten Schuhwerkstatt und einigen ausgefallenen Ideen entgegen aller Trends, das Unternehmen mit
Qualitätsprodukten erfolgreich am Markt zu platzieren. Für Heini
Staudinger ist die springende Frage: „Was lähmt uns und unsere
Gesellschaft?“ Zu viele Menschen binden sich an Werte, die ihnen
nicht wichtig sind, dadurch kommen ihre wirklichen inneren Anliegen zu kurz. Um aus dieser Gefangenschaft auszubrechen und
die ihnen wirklich wichtigen Ideen zu verfolgen, ist es nötig, sich
mit Mut, Vertrauen und Zuversicht in Bewegung zu setzen.
Jugendliche brauchen Mutmacher, damit sie lernen, ihre eigenen Ideen für Probleme von heute zu entwickeln. Im Rahmen des
vierten Entrepreneurship Summits standen Geschäftsmodelle mit
Zukunft im Zentrum. In 12 Workshops, großen Plenumsvorträgen und Roundtables traten über 50 erfolgreiche Entrepreneure
4 wissenplus 3–11/12
Das Spiel „Fish Market“ hat neben dem ökonomischen auch einen
ökologischen Background. Spielend erfahren die User/innen, dass
durch zu hohe Kapazitäten beim Fischfang die Fischbestände zurückgehen und die Einnahmen bei gleichbleibenden Fixkosten
sinken, was auch zur Insolvenz führen kann. Dieses Spiel wurde
beim International E-Learning Award (New York) 2010 in die „Hall
of fame“ der 12 besten Projekte weltweit aufgenommen.
Beim zweiten Spiel „Der Kaufmann von Venedig“ gründet der/
die User/in ein Handelshaus im Venedig des 15. Jahrhunderts und
betreibt Handel mit fernen Ländern. Ganz nebenbei werden wirtschaftliche und historische Zusammenhänge vermittelt und spielerisch Rechnungswesen trainiert. Es gilt, zwischen einfacher Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder der doppelten Buchführung
auszuwählen oder die gesamte Buchhaltung gegen ein virtuelles
Honorar einem Steuerberater zu übergeben. Spannend wird es,
wenn die Schüler/innen von der Finanzprokuratur Venedig einen
Bericht über die Fehler im abgegebenen Abschluss erhalten und
eine von der Spielleitung festgelegte Strafgebühr entrichten müssen. Der Wettbewerb mit anderen Teams erhöht die Motivation,
diese Fehler beim nächsten Abschluss zu vermeiden, zumal eine
Strafgebühr von der Differenz des gemeldeten Gewinnes berechnet wird. Ein Outsourcen der Buchhaltung – was in der realen
Welt ja vorkommt – ermöglicht, dass unterschiedliche Teams aus
unterschiedlichen Schulen und aus unterschiedlichen Ländern
online miteinander spielen.
Für dieses Online-Lernspiel konnte Professor Gutwirth sogar
den europäischen MEDEA Award im Rahmen der Media & Learning Konferenz im Bildungsministerium in Brüssel gewinnen. Y
Kostenloser Download:
www.ats.eu.com
in regen Austausch mit Lehrern und Lehrerinnen und Schülern
und Schülerinnen. Kernpunkt war es, Mut zu machen, sich selbst
in Bewegung zu setzen. Hier gibt es von zwei Seiten gute Nachrichten. Beim Entrepreneurship Summit wurde der European
Young Entrepreneur of the Year Award an ein Team aus Albanien
(Kategorie 15–17-Jährige) für ihr Geschäftsmodell, die Produkte
von Kleinstbauern/-bäuerinnen besser zu vermarkten, und an Win
Vandernotten aus Belgien (Kategorie 17-Jährige +) für sein Restaurant, in dem er nur mit landwirtschaftlichen Produkten kocht, die
heute in Vergessenheit geraten sind.
Der Entrepreneurship Summit war auch der Kick-off zum Bank
Austria Ideen- und Businessplanwettbewerb, an dem heute mehr
als 300 Teams aus ganz Österreich teilnehmen. Der Wettbewerb
bietet Unternehmenskontakte und für jedes Team bundesweit
Businessplan-Coaching an. Das Angebot wird in Kooperation mit
den AplusB-Gründerzentren, der Bank Austria und Unternehmern
und Unternehmerinnen der Jungen Industrie Wien umgesetzt.
Werden Sie selbst zum Mutmacher und nehmen Sie an der
Kitzbüheler Sommerhochschule (9. bis 13. Juli 2012) teil. Heuer
steht ein Methodenseminar für Entrepreneurship Education für
Jugendliche im Zentrum. Y
Kontakt:
www.eesi-impulszentrum.at
www.entrepreneurship.at
Das Lehrer/innenzimmer
der Zukunft
Projekt. In der Mollardgasse bezogen die Lehrer/innen ein „traumhaftes“ Lehrer/innenzimmer.
von Mag. Gerald König, Lehrer an der BS f. MGT
E
in lichtdurchflutetes Lehrer/innenzimmer, jede Lehrerin, jeder
Lehrer hat ihren/seinen eigenen Schreibtisch und arbeitet mit
ihrem/seinem eigenen PC mit Internetzugang – Sie meinen jetzt
sicher, das ist ein (Lehrer/innen-)Traum? Nein, dieser Traum wurde
für den Lehrkörper der Berufsschule für Metall- und Glastechnik
in der Mollardgasse 87 im 6. Wiener Gemeindebezirk Wirklichkeit. Im September 2011 bezogen die Pädagoginnen und Pädagogen das 300 Quadratmeter große neue Lehrer/innenzimmer mit
Küche, Kaffeeküche und Terrasse – und es war wirklich so wie
eingangs beschrieben.
Natürlich war der Weg bis zum wahrscheinlich modernsten
Lehrer/innenzimmer Wiens auch mit gewissen Hürden bestückt.
Die Einbindung der Belegschaft in die Verwirklichung „ihres“
Arbeitsplatzes gestaltete sich als nicht ganz einfach. In dieser
Ein Lehrer/innenzimmer, in dem sich Funktionalität und Design ergänzen
Situation war es aber sehr hilfreich, dass sich der damals noch
Direktorstellvertreter und jetzige Direktor, Ing. Günter Schandl,
als sehr konsequenter und hartnäckiger Verhandler gegenüber
dem Planungsteam erwies. So entstand mit finanziellen Mitteln
der Stadt Wien und unter der Bauleitung der MA56 in Zusammenarbeit mit der MA34 ein Lehrer/innenzimmer, in dem sich
Funktionalität und Design perfekt ergänzen. Einziger Wermutstropfen ist, dass durch die optimal gestalteten Arbeitsplätze die
Kolleginnen und Kollegen ihre Pause lieber an ihrem Schreibtisch
und nicht gemeinsam im Sozialbereich der Küche verbringen. Ein
bisschen „Raunzen auf hohem Niveau“ sei gestattet. Abschließend
sei festgestellt, dass die gesamte Lehrer/innenschaft sich glücklich
schätzt, in einem in jeder Hinsicht arbeitsoptimalen beruflichen
Umfeld tätig sein zu können.
Y
„Ganz Paris war unsere Bühne.“
Lehrlingsreise. Während der „Woche der Friseure und Friseurinnen“ veranstalteten die jungen Kreativen auf verschiedenen Plätzen Frisurenshows zu unterschiedlichen Themen.
von Gabriele Hilzensauer, Berufsschule Wels 2
U
nter diesem Motto machten sich 11 Friseur/innenlehrlinge der
Berufsschule Wels 2 mit Frau Dipl.-Päd. Gabriele Hilzensauer
(Projektleitung) und Frau SR Dipl.-Päd. Editha Hinterberger (fachliche Begleitung) im Oktober 2011 auf den Weg, um die Modemetropole Paris zu erobern. Während der „Woche der Friseure und Friseurinnen“ veranstalteten die jungen Kreativen auf verschiedenen
Plätzen Frisurenshows zu unterschiedlichen Themen (Tracht, Burlesque, Noir & Blanc, Kunst-Art). „Wir haben schon damit gerechnet, aufzufallen, aber dass wir so im Mittelpunkt des Interesses der
Leute stehen, das haben wir uns nicht gedacht“, war die einhellige
Meinung aller Teilnehmer/innen.
Besonders der wertschätzende Empfang in der österreichischen
Botschaft durch Botschafterin Dr. Ursula Plassnik war ein einprägsames Erlebnis. Ein Treffen mit einer erfolgreichen jungen
österreichischen Designerin – Frau Michaela Buerger – zeigte
das harte Leben in der Modebranche auf. Sie empfing die Teilnehmer/innen in ihrem neuen Atelier, erzählte ihren Werdegang und
verwies auf die Schwierigkeiten, in Paris bestehen
zu können. Sollte man
sich einmal überlegen, in
Frankreich einen Salon zu
eröffnen, so muss man sich
Berufsschülerinnen erobern die
Modemetropole Paris.
auch auf sehr hohe fachliche Anforderungen und
viel Bürokratie einstellen.
Ein besonderes Highlight war der Besuch der
Opéra Garnier, deren Räume zu einer wahren „Fotosession“ einluden. Atemlos
vor Staunen durchschritten die Lehrlinge das Modemuseum im Louvre. Diese Eindrücke zu schildern,
ist unmöglich.
Interessant und informativ waren auch die
Besuche in den verschiedenen Friseursalons und Neben Spaß auch Infos über das harte
deren
unterschiedliche Leben in der Modebranche
Salon­philosophien.
Die
jungen Stylistinnen/Stylisten machten auch die Erfahrung, dass
Fremdsprachenkenntnisse unbedingt notwendig sind. Fazit: Solche Projekte fördern nicht nur die fachliche Kompetenz, sondern
ermöglichen einen hohen Zugewinn an Schlüsselqualifikationen
wie Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit, Team­f ähigkeit, Verlässlichkeit und Einsatzbereitschaft.
Y
„Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“
Johann Wolfgang von Goethe (1746–1832)
wissenplus 3–11/12 5
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Bildung
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