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Managergehälter
17.03.2011
Dax-Vorstände verdienen wieder wie vor der
Krise
Im Volkswagen zum Top-Verdiener: VW-Chef Martin Winterkorn hat im vergangenen
Jahr 9,3 Millionen Euro verdient, nach den bisher vorliegenden Geschäftsberichten
mehr als jeder andere Chef eines Dax-Konzerns. Doch sind die Managerbezüge nur
noch schwer vergleichbar.
Von JULIA LÖHR
Artikel
s sprudelt wieder, das liebe Geld.
Mussten viele Vorstandsvorsitzende von
Dax-Konzernen in der Krise Einschnitte in
ihren Gehaltsabrechnungen hinnehmen, fällt
der Blick auf das vergangene Jahr für sie
deutlich erfreulicher aus. Mehr als 9 Millionen
Euro kann beispielsweise VolkswagenVorstandschef Martin Winterkorn verbuchen,
© F.A.Z.
Siemens-Oberhaupt Peter Löscher und Dieter Zetsche an der Spitze von Daimler nur
unwesentlich weniger. In zahlreichen Unternehmen ist im vergangenen Jahr der
Gewinn gestiegen, das macht sich in der Bezahlung der Top-Manager bemerkbar.
Um durchschnittlich 16 Prozent sind die Bezüge der Vorstandsvorsitzenden von 2009
auf 2010 gestiegen, hat die Unternehmensberatung Towers Watson in einer am
Donnerstag vorgestellten Studie errechnet. Eingeflossen sind die Angaben jener 21 der
30 Dax-Unternehmen, die ihre Geschäftsberichte bis Mittwoch vorgelegt hatten. Daher
sind die Angaben noch mit Vorsicht zu genießen, doch ein Trend zeichnet sich nach den
Worten von Ralph Lange, Leiter des Bereichs Vorstandsvergütung von Towers Watson,
ab: „Die Gehälter haben wieder Vorkrisenniveau erreicht. Die Boni sind deutlich nach
oben gegangen.“
Weitere Artikel
Ackermann ist nicht mehr Spitzenverdiener im Dax
Auf im Durchschnitt 4,7 Millionen Euro beziffert Towers Watson die Bezüge eines
Dax-Chefs - ohne Altersvorsorge und Nebenleistungen. Das Fixgehalt macht dabei
weniger als ein Drittel der Gesamtvergütung aus, der Rest sind Boni und langfristige
Vergütungsteile. Da immer mehr Unternehmen zumindest einen Teil der Bezüge erst
mit zeitlicher Verzögerung auszahlen, sind die in der Studie für das Jahr 2010
ausgewiesenen Zahlen tendenziell niedriger als die tatsächlich gewährten Beträge.
„Würde man alle Komponenten einrechnen, dürfte sich die Vergütung im Durchschnitt
auf mehr als 5 Millionen Euro summieren“, schätzt Lange.
02.11.2011 15:27
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Martin Winterkorn: Der VW-Chef verdiente im
vergangenen Jahr mehr als alle anderen
Vorstandsvorsitzenden im Dax
© DPA
Im Sommer des Jahres 2009 hatte die Bundesregierung das Gesetz zur Angemessenheit
der Vorstandsvergütung verabschiedet. Es verpflichtet die Unternehmen, die Bezüge
ihrer Manager langfristiger zu gestalten, etwa durch die Ausdehnung der
Bemessungsgrundlagen auf mehrere Jahre oder durch Gehaltsbestandteile, die erst
nach drei oder vier Jahren ausgezahlt werden.
Im Durchschnitt werden der Studie zufolge mittlerweile 35 Prozent der variablen
Bezüge eines Vorstandsvorsitzenden verzögert ausgezahlt oder an langfristigen
Kriterien bemessen. Für erstrebenswert halten die Vergütungsberater einen Anteil von
50 Prozent. Solche Elemente sind nach dem Gesetz eigentlich nur im Fall von neuen
Verträgen Pflicht. Doch rund die Hälfte der Verträge der Vorstandsvorsitzenden
wurden zum Jahr 2010 entsprechend umgestellt, beobachtet Towers Watson. Zum Teil
zahlen die Unternehmen ihren Vorständen für den Eingriff in das ursprünglich
vereinbarte Vergütungsmodell einen Ausgleich. Henkel-Vorstandschef Kasper Rorsted
etwa erhielt dafür dem Geschäftsbericht zufolge 380 000 Euro.
Berücksichtigung in der Verdienstliste von Towers Watson fanden nur jene
langfristigen variablen Zahlungen, die aktienbasiert sind. Orientieren sich verzögert
ausgezahlte Vergütungselemente dagegen an Kennzahlen wie Gewinn oder Rendite was nach Angaben der Beratungsgesellschaft zunimmt -, werden sie noch nicht
aufgeführt, sondern erst im Jahr der Auszahlung. „Die tatsächliche Vergütung für ein
Jahr kann also höher sein als angegeben“, sagt Ralph Lange. Towers Watson beruft sich
dabei auf den Deutschen Rechnungslegungsstandard DRS 17. Diese Vorgehensweise
führt beispielsweise dazu, dass Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann in der
Tabelle von Towers Watson mit 6,3 Millionen Euro verzeichnet ist, die Bank seine
Vergütung jedoch auf 8,8 Millionen Euro beziffert (F.A.Z. vom 16. März).
Alles in allem habe sich die Bezahlung der Vorstandsvorsitzenden in Deutschland dem
Niveau anderer europäischer Länder angeglichen, schreibt Towers Watson. Die Chefs
der im Stoxx Europe 50 gelisteten Unternehmen haben den Vergütungsberatern zufolge
für 2010 im Durchschnitt 5,9 Millionen Euro erhalten. Früher sei der Abstand zwischen
Deutschland und Europa größer gewesen. International sind die Lenker amerikanischer
Konzerne die Spitzenverdiener: Ihre durchschnittlichen Bezüge gibt Towers Watson
mit 15,6 Millionen Dollar an, umgerechnet mehr als 11 Millionen Euro.
Innerhalb des Dax ist die Spreizung groß. Den - nach bisherigem Stand - Top-Verdiener
Winterkorn und Schlusslicht Thomas-Bernd Quaas aus dem Beiersdorf-Konzern
trennen mehr als 8 Millionen Euro. Mehr noch als Winterkorn dürfte
Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner verdienen, seine Bezüge werden auf gut 10
Millionen Euro geschätzt. Das im M-Dax notierte Unternehmen weist nur die
Gesamtsumme für den Vorstand von 17,9 Millionen Euro aus. Vergütungsberater Lange
hält Beträge rund um die 10-Millionen-Euro-Marke für angemessen, vermutlich anders
als ein Großteil der Bevölkerung. „Natürlich ist das sehr viel Geld“, sagt er. „Aber im
internationalen Kontext ist das üblich.“ Und der sei entscheidend. Schließlich komme
inzwischen knapp jedes dritte Vorstandsmitglied eines Dax-Unternehmens aus dem
Ausland.
Quelle: F.A.Z.
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02.11.2011 15:27
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