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BHV1-Untersuchungspflicht für alle Welche Tiere wie untersuchen

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BHV1-Untersuchungspflicht für alle
Im Grundsatz gilt:
Alle Rinderbestände sind spätestens alle
zwölf Monate auf BHV1 untersuchen zu
lassen.
Welche Tiere wie untersuchen?
Geimpfte Tiere können nur über Blut
untersucht werden. Bei ungeimpften Kühen
sind auch (Tank-) Milchproben möglich.
Welche Tiere zu untersuchen sind, richtet
sich nach der Betriebsstruktur und dem
aktuellen BHV1-Status des Betriebes:
Milchvieh- oder Mutterkuhbetriebe
(mehr als 30% Kühe am Gesamtbestand):
a) Betrieb nicht „BHV1-frei“:
alle über neun Monate alten weiblichen Rinder sowie Deckbullen und
Deckbullen“anwärter“
b) Betrieb „BHV1-frei“:
alle Tiere über 24 Monate
(alternativ in ungeimpften Beständen:
zwei jährliche Tankmilchproben)
Färsenaufzuchtbetriebe und andere Betriebe
mit Kuhanteil unter 30% am Gesamtbestand:
alle über neun Monate alten Rinder
(unabhängig vom BHV1-Status)
Einmal positiv untersuchte Tiere gelten bis
zu ihrem Lebensende als Reagenten und
müssen nicht wieder beprobt werden.
Befreiung von der Untersuchungspflicht
Reine Mastbetriebe (keine Abkalbungen,
Abgabe nur zur Schlachtung) können zurzeit
noch ohne weitere Voraussetzungen von der
Untersuchungspflicht befreit werden. Es
besteht Impfpflicht.
Welche Tiere sind zu impfen?
Wenn im Betrieb regelmäßig alle 12 Monate
auf BHV1 untersucht wird, gilt Impfpflicht für:
•
alle positiv getesteten Tiere
(Reagenten)
•
nicht untersuchte Mastbullen
Mutterkuh-, Milchviehhalter und Färsenaufzüchter können in Einzelfällen von der
Untersuchungspflicht befreit werden, wenn
der Anteil an positiv getesteten Tieren in
einer aktuellen Bestandsuntersuchung 25%
übersteigt. Die BHV1-Sanierung erfolgt in
diesen Fällen über eine Bestandsimpfung.
(Handelsbeschränkungen beachten, s. u.).
In Betrieben, die von der Untersuchung
befreit sind, besteht Impfpflicht für:
Der Antrag auf Befreiung ist schriftlich an
den
Fachdienst
Veterinärwesen
und
Verbraucherschutz zu richten.
In reinen Stallmastbetrieben gilt folgende
Mindestanforderung:
•
Grundimmunisierung aller Rinder
Die Befreiung erfolgt befristet. Nach Ablauf
der Genehmigung besteht sofort wieder
jährliche Untersuchungspflicht (für NichtMastbetriebe i.d.R. nach zwei Jahren ohne
Untersuchung).
•
einmalige Nachimpfung nach drei bis
sechs Monaten
Handelsbeschränkungen für Betriebe
ohne regelmäßige Untersuchung
In BHV1-freien Betrieben besteht keine
Impfpflicht.
Die Abgabe von Rindern aus diesen
Betrieben darf nur zur Schlachtung oder in
reine Mastbetriebe erfolgen.
Impfstrategien
•
alle Rinder (auch Masttiere)
•
Erstimpfung im Alter von drei Monaten
Die Impfungen sind regelmäßig im Abstand
von sechs Monaten zu wiederholen.
Über die Durchführung aller Impfungen ist
ein Impfkontrollbuch zu führen.
Auch wenn die Zahl der verbliebenen
Reagenten im Betrieb gering ist und diese
Tiere regelmäßig geimpft werden, verbleibt
ein Restrisiko der Ansteckung anderer Tiere.
Deshalb wird die schnellstmögliche Entfernung von positiven Tieren aus dem
Betrieb empfohlen.
Über die vorgeschriebenen Impfungen
hinausgehende Impfungen sind (bisher) in
Schleswig-Holstein nicht verboten. Ob Sie
sich zukünftig als untersuchender Betrieb auf
eine Impfung der Reagenten und Masttiere
beschränken oder, zum verbesserten Schutz
der Herde, (weiterhin) eine Bestandimpfung
durchführen, sollten Sie mit Ihrem Haustierarzt besprechen.
„Impffehler“ vermeiden
Unter anderem können folgende Fehler den
Impferfolg gefährden:
•
Impfabstand zu lang
•
zu späte Erstimpfung
(Tiere stecken sich vor Erstimpfung an)
•
zu wenig Tiere geimpft:
Mast-/ Zukauftiere werden nicht geimpft,
BHV1-positive Schlachtkühe werden
nicht mehr mitgeimpft
•
Managementfehler, z.B. gemeinsame
Haltung von ungeimpften Nachzuchtfärsen mit positiven Schlachtkühen
Eine halbherzige und erfolglose BHV1Bekämpfung verursacht am Ende mehr
Kosten
als
eine
konsequente
und
erfolgreiche BHV1-Bekämpfung.
Zukäufe
Grundsätzlich gilt: nur BHV1-freie Rinder
mit amtstierärztlicher Bescheinigung einstellen! Zukauf nicht BHV1-freier Tiere ist nur
in reinen Mastbetrieben zulässig.
Für von der Untersuchungspflicht befreite
Betriebe und Mastbetriebe gilt: Neuzugänge
sofort impfen lassen oder sich den
ausreichenden Impfschutz vom Vorbesitzer/
Händler nachweisen lassen.
Ihre Ansprechpartner
in Fragen der BHV1-Sanierung:
Dr. Klaus-H. Hartwig Tel. 04 81 / 97 13 53
Dr. Anja Engelage
Tel. 04 81 / 97 14 12
Was passiert bei Missachtung der
Untersuchungs- und/oder Impfpflicht?
Verstöße gegen die BHV1-Verordnung
können mit einem Bußgeld bis zu 25.000
Euro geahndet werden. Wer seinen
Verpflichtungen nicht nachkommt gefährdet
andere Rinderbestände. Dies kann in
konkreten
Einzelfällen
zu
hohen
Schadensersatzforderungen führen, z.B. bei
Statusverlust eines Nachbarbetriebes durch
schuldhaftes Verhalten.
Fachdienst
Veterinärwesen
und
Verbrauchschutz
Kreis Dithmarschen
Der Landrat
Fachdienst Veterinärwesen und
Verbraucherschutz
Stettiner Straße 30
25746 Heide
Tel.: 04 81 / 97 14 13
Fax.: 04 81 / 97 15 70
e-mail: fd-veterinaerwesenverbraucherschutz@dithmarschen.de
INFOBLATT
BHV1- (IBR) Bekämpfung
Untersuchungspflicht,
Ausnahmegenehmigung,
Impfung und Zukauf
(Stand September 2008)
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Kategorie
Gesundheitswesen
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