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174 Mehr ihme, Rieder, wie er vnnd seine 2 - Schneider-Archiv

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Rechnungsbuch des Weissen Brauhauses Kelheim 1612/13, bearb. v. Matthias GABLER
174
Mehr ihme, Rieder, wie er vnnd seine 2 Söhne
das Schöff gar verferttiget mit vier Winden
aufgezogen vnnd zur Schöffmill fürgestelt haben,
ihnen vnd iren Mithelffern bezalt, weilen sy
einen ganzen Tag damit zu zeschaffen gehebt
1 fl. 3 ß 15 d.
[fol. 156v]
Den 2. Januarj dem Caspar Reinbold, Burgern alhir,
von 6 Fuehren starckhen Aichreiß zu den beiden
Wenden, so ime Rieder im Geding außgenommen,
sonsten aber alles annders zum Schöff selbst bestellen
vnnd verlohnen müessen, hereinzefiehrn bezalt,
von ieder Fuehr 18 Pazen, thuet
7 fl. 1 ß 12 d.
Dißmals 3 Tagwerchern, so dise grosse Holz
ab- vnnd auflegen vnd herein bringen helffen,
9 Taglohn per 10 kr., thuet
1 fl. 3 ß 15 d.
Item so ist den 22. Januarj Georgen Bschorn, Zimermaistern alhie, die Schöffmüll auf drey Genge111,
vnd also gannzes Milwerch, vnnd gehenden Zeug,
denn Camb112, Hiern113 vnd Wasser Reder, Welpaum114,
Peitlcästen115, Gossten116, Zarchen117, Steigwerch vnnd
Aufzyg118, welche auf ein sonderbahr nebengestelt
111
Ein Gang besteht bei Getreidemühlen aus einem unten liegenden Bodenstein und einem darauf sich
drehenden Läufer(stein). BEDAL: Mühlen und Müller, S. 46.
112
Wenn es sich um das Kammrad handelt, das erste – sehr große – Getrieberad einer Mühle, dann sind
die Kammen die Zähne, meist aus Eschen- oder Weißbuchenholz. Ebd., S. 43-44. Der „Kamm“ ist auch
ein allgemeiner Begriff für „Zähne“ im Mühlenbau. Sh. auch unten, S. 176, Anm. 122!
113
Großes Getrieberad mit Zähnen an der Stirn(= Ober-)seite des Radkranzes. Ebd., S. 43. Es steht im
Gegensatz zum Kammrad, so daß es scheint, als sei oben (sh. Anm. 112) mit „Camb“ wohl „Zahn“ und
nicht das Kammrad gemeint. Allerdings werden später explizit Kammräder, aber auch Kämme genannt.
(sh. unten, S. 178)!
114
Kräftige, hölzerne Wasserradachse (Welle). BEDAL: Mühlen und Müller, S. 34-35 u. 66.
115
Der Beutelkasten ist eine gleichsam vollautomatische Sicht- und Siebmaschine, die vom Wasserrad
mit angetrieben wird. Die Erfindung liegt in der Zeit um das Jahr 1500. Ebd., S. 57.
116
Die Gosse ist eine Aufschüttvorrichtung, die aus einem großen, viereckigen, konisch zulaufenden und
oben offenen Holzkasten (Trichter) besteht, als dessen Boden der bewegliche Rüttelschuh dient. Der
Rüttelschuh selbst ist ein kleiner, flacher und offener Holzkasten, der schräg unterhalb der Gosse
angebracht ist und mithilfe von Riemen in der Neigung verstellt werden kann. U.a. damit kann der
gleichmäßige Getreidezufluß in den Mahlgang geregelt werden. Ebd., S. 50.
117
Ein runder, hölzerner Mantel mit Deckel (Schild) für die Mahlsteine – entweder Zarge oder Larve
genannt –, der zugleich das Mahlgut auffängt. Als Einlaß für das Getreide hat der Deckel oben in der
Mitte ein Loch. Die Zarge hat seitlich eine Öffnung als Ausfluß für das gemahlene Getreide. Sie
umschloß entweder beide Steine oder nur den Läufer. Ebd.
118
Mit der Aufhilf, auch Lichtwerk genannt, kann der Mühlsteg in seiner Höhe verändert, d.h. der
Abstand der Mühlsteine geregelt werden. Hierbei wird der Läufer gehoben oder gesenkt. Allerdings
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Seele and Geist
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