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Africa
Energy
Outlook
ZUSAMMENFASSUNG
German translation
EIN FOKUS AUF DIE ZUKUNFTSAUSSICHTEN
VON ENERGIE IN SUBSAHARA AFRIKA
World Energy Outlook Special Report
INTERNATIONALE ENERGIE-AGENTUR
Die Internationale Energie-Agentur (IEA) wurde im November 1974 als autonome Institution gegründet.
Ihr Hauptauftrag war – und ist – zweigeteilt: die Energieversorgungssicherheit ihrer Mitgliedsländer
durch gemeinsame Maßnahmen zur Bewältigung von physischen Störungen der Ölversorgung zu fördern
und maßgebliche Forschungsarbeiten und Analysen dazu zu liefern, wie eine verlässliche, erschwingliche und
saubere Energieversorgung in ihren 28 Mitgliedsländern und darüber hinaus sichergestellt werden kann. Die
IEA führt ein umfassendes Programm zur Energiekooperation zwischen ihren Mitgliedsländern durch, die alle
verpflichtet sind, Ölvorräte im Umfang ihrer Nettoölimporte von 90 Tagen zu halten. Die grundlegenden Ziele der
IEA lauten wie folgt:
n Sicherung des Zugangs der Mitgliedsländer zu einer verlässlichen und umfassenden Versorgung mit allen
Energieformen, insbesondere durch Aufrechterhaltung effektiver Krisenkapazitäten zur Bewältigung von
Störungen der Ölversorgung.
n Förderung nachhaltiger energiepolitischer Maßnahmen, die Wirtschaftswachstum und Umweltschutz
in einem globalen Kontext antreiben – vor allem in Bezug auf die Reduzierung der zum Klimawandel
beitragenden Treibhausgasemissionen.
n Verbesserung der Transparenz der internationalen Märkte durch Erfassung und Analyse von Energiedaten.
n Unterstützung der weltweiten Zusammenarbeit im Bereich der Energietechnologie zur
Sicherung der künftigen Energieversorgung und Verringerung ihrer Auswirkungen auf die
Umwelt, u.a. durch eine Steigerung der Energieeffizienz sowie die Entwicklung und
Markteinführung von CO2-armen Technologien.
n Ausarbeitung von Lösungen für globale Energieherausforderungen durch
Zusammenarbeit und Dialog mit Nichtmitgliedsländern, Wirtschaft,
internationalen Organisationen und sonstigen Akteuren.
Die IEA-Mitgliedsländer sind:
Australien
© OCDE/AIE, 2014
International Energy Agency (IEA)
9 rue de la Fédération
75739 Paris Cedex 15, France
Belgien
Dänemark
Deutschland
Estland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Irland
Italien
Japan
Kanada
Secure Sustainable Together
Republik Korea
Luxemburg
Neuseeland
Niederlande
Norwegen
Österreich
Polen
Portugal
Schweden
Schweiz
Slowakische Republik
Spanien
Tschechische Republik
Türkei
Ungarn
Vereinigtes Königreich
Vereinigte Staaten
Diese Publikation unterliegt bestimmten
Einschränkungen in Bezug auf ihre
Verwendung und Verbreitung. Die entsprechenden
Bedingungen können online eingesehen werden unter:
http://www.iea.org/termsandconditionsuseandcopyright/
Die Europäische Kommission
beteiligt sich ebenfalls
an der Arbeit der IEA.
Zusammenfassung
Subsahara-Afrika verfügt trotz vieler Energieressourcen über eine sehr schlechte
Energieversorgung. Für die Entwicklung einer Region, in der 13% der Weltbevölkerung lebt,
die jedoch nur 4% des weltweiten Energiebedarfs ausmacht, ist es entscheidend, eine
flächendeckend zuverlässige und erschwingliche Energieversorgung zu erschaffen. Seit dem
Jahr 2000 wächst die Wirtschaft von Subsahara-Afrika rapide und der Energieverbrauch ist
im Zuge dessen um 45% gestiegen. Viele Regierungen bemühen sich nun verstärkt darum,
die vielen regulatorischen und politischen Hürden zu überwinden, die Investitionen in die
heimische Energieversorgung behindern, denn die unzureichende Energieinfrastruktur läuft
nun Gefahr die dringende Verbesserung der Lebensstandards zu bremsen. Die für diesen
World Energy Outlook - Sonderbericht zusammengetragenen Daten verdeutlichen den
akuten Mangel an modernen Energiedienstleistungen in vielen Ländern. In diesem Bericht
wurde erstmalig ein umfassender Überblick über den subsaharischen Energiesektor und
dessen Zukunftsperspektiven im globalen Kontext geschaffen. Zwar sieht die Lage in den
verschiedenen Regionen unterschiedlich aus, aber in den afrikanischen Ländern südlich der
Sahara haben nur insgesamt 290 von 915 Millionen Menschen Zugang zu Elektrizität und
die Gesamtanzahl der Menschen ohne Zugang steigt. Bemühungen zur Förderung der
Elektrifizierung geraten langsam in Schwung, werden jedoch vom Bevölkerungswachstum
überholt. Die Investitionen in die Energieversorgung steigen zwar, aber seit 2000 fließen
zwei von drei in den subsaharischen Energiesektor investierte Dollar in die Entwicklungen
von Ressourcen für den Export.
© OECD/IEA, 2014
Die Zukunft mit Energie gestalten
Der gravierende Mangel an grundlegender Elektrizitätsinfrastruktur untergräbt derzeit
sämtliche Bemühungen, eine schnellere soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu
erzielen. Die Minderheit, die heute über einen Netzanschluss verfügt, hat mit einer
unzuverlässigen Stromversorgung zu kämpfen. Deshalb besteht vielerorts in privaten
Haushalten die Notwendigkeit, kostspielige Notstromgeneratoren mit Diesel oder Benzin zu
betreiben. In vielen Fällen gehören die Stromtarife zu den teuersten der Welt und mit
Ausnahme Südafrikas sind die Leitungsverluste aufgrund von schlecht gewarteten
Übertragungs- und Verteilungsnetzen doppelt so hoch wie im weltweiten Durchschnitt.
Langsam wird die Effizienz durch Reformprogramme erhöht und auch von Privatinvestoren
neues Kapital in die Region gebracht. In unserem Hauptszenario vervierfacht sich die
Erzeugungsleistung mit Netzanschluss bis 2040, wenngleich die heutige Kapazität von
90 GW sehr niedrig ist (wovon sich die Hälfte in Südafrika befindet). Die meisten
Verbesserungen hinsichtlich der Abdeckung und Zuverlässigkeit der zentralen
Stromversorgung wurden in städtischen Gebieten verzeichnet. Andernorts beliefern
Inselsysteme oder netzunabhängige Systeme 70% der Bewohner in ländlichen Gegenden,
die Zugang zu Elektrizität haben, mit Strom. Ausgehend von erfolgreichen Beispielen von
Elektrifizierungsprogrammen, wie sie in Ghana und Ruanda durchgeführt wurden, wird die
Gesamtanzahl der Personen ohne Zugang zu Strom in den 2020er Jahren anfangen zu
Zusammenfassung
1
sinken und 950 Millionen Menschen werden bis 2040 Zugang zur Stromversorgung
erhalten. Dies ist zwar ein bedeutender Fortschritt, aber trotzdem noch nicht genug. Mehr
als eine halbe Milliarde Menschen bleiben, hauptsächlich in ländlichen Gegenden, bis 2040
von der Stromversorgung abgeschnitten.
Subsahara-Afrika beginnt, seine umfassenden Ressourcen an erneuerbaren Energien zu
erschließen, wobei etwa die Hälfte der bis 2040 zusätzlichen Stromerzeugung aus
erneuerbaren Energien stammt. Ein Fünftel der heutigen Stromversorgung wird aus
Wasserkraft gewonnen, aber nur etwa 10% des geschätzten technischen Potenzials wird
bisher tatsächlich genutzt. Die Demokratische Republik Kongo, wo nur etwa 9% der
Bevölkerung Zugang zur Stromversorgung hat, zeigt, dass trotz eines riesigen
Wasserkraftpotenzials extreme Energiearmut herrschen kann. Aspekte wie politische
Instabilität, begrenzter Zugang zu Kapitalmärkten, eine geringe Marktgröße und schlechte
Übertragungsverbindungen zu den benachbarten Ländern haben die Nutzung von
Wasserkraftpotenzialen bisher behindert. Die genannten Hemmnisse werden jedoch
allmählich beseitigt. Dies ist nicht zuletzt der stärkeren regionalen Zusammenarbeit und
neben den üblichen Kreditgebern auch Chinas aufstrebender Position als wichtigster
Finanzierer
von
großen
Infrastrukturprojekten
zu
verdanken.
Neue
Wasserkraftwerksleistung in der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien, Mosambik,
Guinea und anderen Ländern spielt eine entscheidende Rolle dabei, die durchschnittlichen
Stromerzeugungskosten zu senken und den Anteil von ölbefeuerten Kraftwerken zu
reduzieren. Andere erneuerbare Energien leisten, angeführt von der Solartechnik, einen
zunehmenden Beitrag zur Stromversorgung. Ein erfolgreiches auktionsbasiertes
Beschaffungsprogramm in Südafrika zeigt, wie dies auf kosteneffiziente Weise
bewerkstelligt werden kann. Geothermie – insbesondere in Kenia und Äthiopien – wird zur
zweitwichtigsten Stromerzeugungsquelle in Ostafrika. Zwei Drittel der Inselsysteme und
netzunabhängigen Systeme werden 2040 in ländlichen Gegenden von Photovoltaik-Anlagen
sowie kleinen Wasserkraft- oder Windanlagen betrieben werden. Mit den sinkenden
Kosten gewinnen die erneuerbaren Systeme besonders dann gegenüber Dieselgeneratoren
immer mehr an Attraktivität (obwohl diese oft in Kombination angewendet werden), wenn
die Finanzierung zur Deckung der hohen Vorlaufkosten gesichert ist.
© OECD/IEA, 2014
Bioenergie bildet das Herzstück des Energiemixes
Die Verwendung von Bioenergie – hauptsächlich Brennholz und Holzkohle – übersteigt
den Bedarf aller anderer Energieformen zusammen. Dies ändert sich selbst mit
steigenden Einkommen nur allmählich. Vier von fünf in Subsahara-Afrika lebenden
Menschen sind auf die traditionelle Verwendung von fester Biomasse, hauptsächlich
Brennholz zum Kochen, angewiesen. Ein 40-prozentiger Antieg der Nachfrage nach
Bioenergie wird den Forstbestand in steigendem Maße belasten. Es werden zwar
Anstrengungen zur Förderung einer nachhaltigeren Holzproduktion unternommen, diese
wird jedoch durch das Bestehen einer Brennholz- und Holzkohleversorgung außerhalb der
regulären Wirtschaft gehemmt. Aufgrund des Holzmangels und der Anstrengungen,
alternative Brennstoffe wie Flüssiggas verfügbar zu machen, sehen vor allem viele Städter
von der Verwendung von Brennholz ab. Die Förderung von effizienteren mit Biomasse
2
World Energy Outlook | Sonderbericht
betriebenen Kochherden ist weniger schädlich für die Gesundheit, da weniger
Luftverschmutzung aufgrund von Rauchbildung in den Häusern entsteht. Trotzdem werden
2040 noch immer 650 Millionen Menschen – mehr als ein Drittel der weiterhin
expandierenden Bevölkerung – in ineffizienter und gesundheitsgefährdender Weise mit
Biomasse kochen.
Die steigende Anzahl der Energiekonsumenten in Afrika sorgt für eine neue
Bilanz bei Öl und Gas
© OECD/IEA, 2014
Fast 30% der weltweiten Entdeckungen von Öl- und Gasvorkommen der letzten fünf
Jahre, fanden in Subsahara-Afrika statt, was ein wachsendes weltweites Interesse an den
Ressourcen Afrikas widerspiegelt. Nigeria verfügt über die meisten Ölressourcen, doch
regulatorische Unsicherheiten, militante Eingriffe und Öldiebstahl im Niger-Delta hindern
sowohl Investitionen als auch die Produktion so stark, dass Angola auf dem besten Wege
ist, Nigeria mindestens bis in die frühen 2020er-Jahre als größten Rohölproduzenten der
Region zu überholen. Der Wert der 150.000 Barrel, die schätzungsweise täglich aufgrund
von Diebstahl verloren gehen, beträgt mehr als 5 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Diese
Summe würde ausreichen, um alle Nigerianer bis 2030 flächendeckend mit Strom zu
versorgen. Eine Vielzahl kleinerer Produzenten wie der Südsudan, Niger, Ghana, Uganda
und Kenia ist auf dem Vormarsch. Bis Anfang der 2020er-Jahre jedoch wird die Produktion
in den meisten Ländern, mit Ausnahme von Nigeria, zurück gehen. Angesichts einer
erweiterten und verbesserten Raffineriekapazität wird ein größerer Anteil der
Rohölversorgung lokal verarbeitet werden. Da die regionale Produktion von über 6
Millionen Barrel pro Tag (mb/t) im Jahr 2020 auf 5,3 mb/t im Jahr 2040 sinken wird, der
Bedarf an Ölprodukten jedoch auf 4 mb/t ansteigen wird – ein Aufwärtstrend, der in
manchen Ländern noch durch subventionierte Preise verstärkt wird – wird der Nettobeitrag
der Region zur weltweiten Ölhandelsbilanz verringert.
Die Besitzer von Erdgasressourcen können die wirtschaftliche Entwicklung in ihrem Land
nur antreiben und den Exportumsatz nur dann steigern, wenn die richtigen Vorschriften
erlassen werden, die richtigen Preise vorherrschen und die entsprechende Infrastruktur
vorhanden ist. Anreize zur Steigerung der Gasnutzung in Subsahara-Afrika werden
voraussichtlich mit dem Anlaufen von Reformen im Energiesektor und Projekten im Bereich
der Gasinfrastruktur zunehmen. Im Moment wird jedoch ebenso viel Gas in der Region
abgefackelt wie tatsächlich konsumiert wird. Mehr als eine Billion Kubikmeter Gas wurde
über die Jahre hinweg durch Abfackelung vergeudet. Würde diese Menge zur
Stromerzeugung verwendet werden, so wäre der gesamte Strombedarf von SubsaharaAfrika für mehr als ein Jahrzehnt gedeckt. In unserem Hauptszenario verdreifacht sich der
Anteil von Erdgas im Energiemix bis 2040 auf 11%. Nigeria ist nach wie vor der größte
Gasverbraucher und -produzent der Region. Der Fokus neuer Gasförderprojekte verlagert
sich jedoch auf die Ostküste hin zu den Neuentdeckungen riesiger Ölvorkommen im Meer
vor Mosambik und Tansania. Das Ausmaß dieser Entwicklungen und ihre abgelegene Lage
wirft Fragen darüber auf, wie schnell die Produktion aufgenommen werden kann. Sie
führen jedoch zu einem jährlichen Produktionsanstieg der Region auf 75 Milliarden
Kubikmeter bis 2040 (insgesamt 230 Milliarden Kubikmeter für Subsahara-Afrika), wovon
Zusammenfassung
3
Projekte in Mosambik einen größeren Umfang haben und früher umgesetzt werden. Der
Flüssigerdgas-Export an der Ostküste profitiert von der relativen Nähe zu den
Importmärkten von Asien und dem Gewinn aus Steuereinnahmen in Höhe von 150
Milliarden USD bis 2040. Beide Länder setzen sich jedoch dafür ein, die derzeit noch
unbedeutenden inländischen Gasmärkte zu fördern.
Die Produktion und Nutzung von Kohle breitet sich langsam über die Grenzen Südafrikas
hinaus aus. Öl nimmt jedoch als zweitwichtigster Brennstoff im subsaharischen
Energiemix vor Kohle einen wichtigeren Stellenwert ein. Die Entwicklung neuer
Kohleressourcen wird in vielen Fällen aufgrund der abgeschiedenen Lage und einem
Mangel an geeigneter Bahn- und Hafeninfrastruktur behindert. Diese Aspekte wirken sich
auch auf die Aussichten für Südafrika aus, da die Kohle in den bestehenden Abbaugebieten
bei Johannesburg langsam aufgebraucht wird. Der größte Teil des 50-prozentigen Anstiegs
der regionalen Produktion wird lokal genutzt, oft zur Stromerzeugung, wobei nur bei
Kokskohle aus Mosambik ein bedeutender neuer Exportfluss ins Ausland zu verzeichnen ist.
Die Aussichten für Kohle werden außerdem durch bestimmte Vorschriften eingeschränkt:
Südafrika, der wichtigste Kohleproduzent Afrikas, versucht, seinen Energiemix mit
erneuerbaren Energien, regionalen Wasserkraftprojekten, Gas und schließlich auch
zusätzlichen Kernkraftwerkskapazitäten zu diversifizieren. Diese Energieformen spielen
eine Rolle dabei, den Kohleanteil bei der Energieproduktion von mehr als 90% heute bis
2040 auf weniger als zwei Drittel zu senken. Die relativ niedrigen Kohlepreise sind jedoch
nach wie vor vorteilhaft in Gesellschaften, in denen die Erschwinglichkeit von Strom eine
entscheidende Rolle spielt.
© OECD/IEA, 2014
Die Energiebremse bei der Entwicklung lösen
In unserem Hauptszenario wächst die Wirtschaft von Subsahara-Afrika auf ein Vierfaches
an und der Energiebedarf steigt um 80%. Allerdings könnte der Energiesektor noch viel
mehr tun, um als Motor für inklusives wirtschaftliches und soziales Wachstum zu agieren.
Das internationale Umfeld bringt zwar Kapital und Technologie mit sich, in anderen
Bereichen ist sie jedoch eher ein zweifelhafter Segen. Ölpreise über 100 USD pro Barrel sind
für Länder mit vielen Ressourcen ein stetiger Geldregen: Steuereinnahmen von insgesamt
3,5 Billionen USD übersteigen zwar die 3 Billionen USD, die bis 2040 in alle Teile der
Energieversorgung der Region investiert werden. Es gibt jedoch kaum eine Garantie dafür,
dass diese Einnahmen effizient reinvestiert werden, während die Erdöleinfuhren ebenso
steigen wie die Anfälligkeit für Versorgungsstörungen. Subsahara-Afrika steht auch in Bezug
auf die Auswirkungen des Klimawandels an vorderster Front, obwohl die Region nach wie
vor nur einen geringen Anteil der weltweiten energiebezogenen CO2-Emissionen
verursacht: bis 2040 steigt ihr Beitrag auf 3% der globalen Emissionen. Die größten
Herausforderungen entstehen jedoch innerhalb der Region. Dazu gehören nicht nur die
Bedürfnisse der schnell wachsenden Bevölkerung, sondern auch die Auswirkungen
schwacher Institutionen, ein schwieriges Investitionsklima sowie technische und politische
Barrieren beim Handel innerhalb der Region. Insgesamt skizziert unser Szenario ein
Energiesystem, das rapide wächst und dennoch darum ringt, mit den einhergehenden
Herausforderungen Schritt zu halten. Und obwohl der Zugang zu den modernen
4
World Energy Outlook | Sonderbericht
Energiedienstleistungen zunimmt, bleiben vor allem in den ländlichen Gemeinden dennoch
hunderte Millionen der ärmsten Bewohner nach wie vor von der Versorgung
abgeschnitten.
Eine rasende Entwicklung hin zum „African Century”?
Drei Maßnahmen innerhalb des Energiesektors könnten, sofern sie mit allgemeinen
Verwaltungsreformen einhergehen, die Wirtschaftsleistung von Subsahara-Afrika bis
2040 um 30% erhöhen. Ihr Wert entspricht eines weiteren Jahrzehnts an Wachstum des
Pro-Kopf-Einkommens:

Zusätzliche Investitionen in den Energiesektor in Höhe von 450 Milliarden USD,
wodurch Stromausfälle um die Hälfte gesenkt und ein universeller Zugang zur
Stromversorgung in den Städten gewährleistet wird.

Eine vertiefte regionale Zusammenarbeit und Integration, die neue Projekte zur
großtechnischen Energieerzeugung und -übertragung sowie die weitere Expansion des
grenzüberschreitenden Handels ermöglicht.

Optimiertes Management der Ressourcen und Umsätze durch die Einführung
robuster und transparenter Verfahren, die zu einer effektiveren Nutzung der Öl- und
Gaseinnahmen führen.
© OECD/IEA, 2014
Umfassende Verbesserungen in der Verwaltung, sowohl innerhalb als auch außerhalb des
Energiesektors, sind wesentliche Voraussetzungen für die Errungenschaften des
sogenannten „African Century Case”. Dazu gehören neben vielen anderen Maßnahmen
hohe Investitionen in die Fähigkeit, ausgewogene energiepolitische Maßnahmen zu
formulieren und zu implementieren, sowie die entsprechende Beratung und das
Verantwortungsbewusstsein, die notwendig sind, um die Zustimmung der Öffentlichkeit zu
gewinnen. Obwohl im Jahr 2040 immer noch nicht alle Bürger der Region flächendeckend
Zugang zur Energieversorgung haben, ist das Ergebnis dennoch ein Energiesystem, in dem
eine störungsfreie Energieversorgung nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist. Vielen
afrikanischen Unternehmen zufolge stellt die unzuverlässige Stromversorgung noch vor
dem Zugang zu Finanzierungsmitteln, Bürokratie und Korruption das größte Hindernis für
das Wachstum ihrer Firmen dar. Wenn diese Unsicherheit abgebaut wird, kann mit jedem
zusätzlichen Dollar, der in den Energiesektor im „African Century Case” investiert wird, das
Bruttoinlandsprodukt um geschätzte 15 USD angekurbelt werden.
Ein sich modernisierendes und besser integriertes Energiesystem ermöglicht die
effizientere Nutzung von Ressourcen und verschafft größeren Teilen der ärmsten
Bevölkerung von Subsahara-Afrika Zugang zur Energieversorgung. Im Rahmen des
„African Century Case” wird angenommen, dass das Risiko für Investoren gesenkt wird, so
dass Öl- und Gasprojekte im Vergleich zur Produktion in anderen Teilen der Welt
konkurrenzfähiger werden und dadurch mehr von ihnen umgesetzt werden. Zusätzlich wird
ein größerer Anteil der entstehenden Steuereinnahmen produktiv dazu genutzt,
Missstände in der grundlegenden Infrastruktur zu beseitigen. Der Stromhandel steigt um
ein Dreifaches, da mehr regionale Projekte durchgesetzt werden: 30% der zusätzlichen
Zusammenfassung
5
© OECD/IEA, 2014
Investitionen in den Energiesektor fließen nach Zentralafrika und unterstützen die Region
dabei, einen größeren Anteil der enormen verbleibenden Wasserkraftkapazität zu
erschließen und diese mit dem restlichen Kontinent zu verbinden. Durch den zusätzlichen,
relativ kostengünstigen Strom werden die Versorgungskosten niedrig gehalten, obwohl der
Strombedarf um fast ein Drittel steigt. Von den 230 Millionen Menschen, die im „African
Century Case” bis 2040 zusätzlich Zugang zur Energieversorgung erhalten, leben 70% in
ländlichen Gegenden und die Versorgung stammt primär aus Inselsystemen und
netzunabhängigen Systemen. Die Investitionen spielen eine entscheidende Rolle dabei, das
Gefälle bei der Energieversorgung und den wirtschaftlichen Möglichkeiten zwischen den
ländlichen Gemeinden und der Stadtbevölkerung von Subsahara-Afrika abzubauen. Wenn
das 21. Jahrhundert tatsächlich das Jahrhundert Afrikas werden soll, ist ein abgestimmtes
Vorgehen für ein optimiertes Funktionieren des Energiesektors von Subsahara-Afrika
unabdingbar.
6
World Energy Outlook | Sonderbericht
Dieses Dokument wurde ursprünglich auf Englisch veröffentlicht.
Die IEA hat zwar im Rahmen des Möglichen sichergestellt, dass die deutsche Übersetzung dem
englischen Original getreu ist, kleine Abweichungen sind jedoch nicht auszuschließen.
This publication reflects the views of the IEA Secretariat but does not necessarily reflect those of
individual IEA member countries. The IEA makes no representation or warranty, express or implied,
in respect of the publication’s contents (including its completeness or accuracy) and shall not be
responsible for any use of, or reliance on, the publication.
IEA PUBLICATIONS, 9 rue de la Fédération, 75739 Paris Cedex 15
Layout and printed in France by IEA, October 2014
Cover design: IEA, photo credits: © GraphicObsession
Africa
Energy
Outlook
EIN FOKUS AUF DIE ZUKUNFTSAUSSICHTEN
VON ENERGIE IN SUBSAHARA AFRIKA
Der Energiesektor von Subsahara-Afrika kann optimiert werden, um den
Einwohnern dort ein besseres Leben zu ermöglichen. In diesem Bericht
werden einige der am wenigsten bekannten Aspekte des weltweiten
Energiesystems behandelt. Außerdem beinhaltet der Bericht eine
verlässliche Studie zu den Zukunftsaussichten – unterteilt nach Brennstoff,
Sektor und Regionen – und zeigt, wie Investitionen im Energiesektor von
Subsahara-Afrika eine schnelle wirtschaftliche und soziale Entwicklung in
der gesamten Region vorantreiben können.
Der Bericht:
„„
Untersucht, wie schnell der enorme Bevölkerungsanteil mit Energie
versorgt werden kann, der momentan keinen Zugang zu Ressourcen hat
„„
Hebt die wichtigsten Maßnahmen im Energiesektor hervor, mit denen
eine schnellere wirtschaftliche und soziale Entwicklung in SubsaharaAfrika gefördert werden kann
„„
Bewertet den Stellenwert erneuerbarer Energien in der künftigen
Energieversorgung der Region und beurteilt, wie Inselsysteme und
netzunabhängige Systeme entscheidend zur Bereitstellung der
Stromversorgung beitragen können
„„
Untersucht, wie bestehende und aufstrebende Öl- und Gasproduzenten
den Wert ihrer Ressourcen zur wirtschaftlichen Entwicklung steigern
können
„„
Identifiziert die Vorteile, die durch eine regionale Integration des
Energiesektors entstehen können, und arbeitet die künftige Rolle von
Subsahara-Afrika im weltweiten Energiesystem heraus.
Wenn Sie mehr erfahren oder den Bericht kostenlos herunterladen möchten,
besuchen Sie die Website: www.worldenergyoutlook.org/africa
World Energy Outlook Special Report
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Kunst und Fotos
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