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Erziehen wie ein Fussballtrainer?! - Schule und Elternhaus Schweiz

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S&E Schule und Elternhaus Schweiz
Erziehen wie ein
Fussballtrainer?!
Motivation und Disziplin spielen im Juniorenfussball eine wichtige Rolle. Juniorentrainer
sind Motivatoren und Autoritätspersonen zugleich. Ihre Erfahrungen können auch für die
Erziehung im Elternhaus wertvoll sein.
Text: Fabrice Müller.
Warum spielen Kinder Fussball? Ein europäischer Eliteclub führte einmal eine Befragung unter den jungen Teilnehmern
seiner Fussballakademie durch. Wenn
Kinder Fussball spielen, tun sie dies vor
allem, um Spass zu haben. Man muss
­ihnen dazu keine zusätzlichen Anreize bieten. Ein Ball und etwas Platz reichen, alles
andere organisieren die Kinder ganz von
selbst und völlig spontan. Es gefällt ihnen,
durch Rennen, Fallen, Aufstehen, Schiessen, Stoppen und Kämpfen in Bewegung
zu sein. Darüber hinaus sind sie mit Freunden zusammen, sehen und lernen neue
Tricks und verbessern ihre Fähigkeiten,
ohne dazu irgendwelche Anleitung zu benötigen. Sie tun alles das aus sich selbst
heraus und entwickeln sich daher auch
von selbst. Das heisst: Kinder bringen von
ganz alleine eine «Prozessorientierung»
mit – sie haben Spass an der Beobachtung
des eigenen Fortschritts. Kinderfussball ist
somit nicht nur Sport, sondern auch Er­
ziehung. Kinder lernen auf dem Platz,
Niederlagen zu ertragen, den anderen zu
respektieren, Druck auszuhalten und das
Zusammenspiel im Team.
Buchtipp:
«Kleine Kinder,
grosse Talente»,
v on Cornelia Nitsch,
Droemer Knaur,
März 2008, kartoniert,
128 Seiten,
ISBN: 3426644843,
CHF 24.90
22
Juniorentrainer haben einen
grossen Einfluss
Häufig stellen Eltern fest, dass ihre Kleinen im Fussballtraining nicht mehr wiederzuerkennen sind. Waren sie zu Hause
kaum für etwas zu motivieren, springen
sie auf dem grünen Rasen mit Übereifer
dem weissen Leder hinterher und ge­
horchen dem Juniorentrainer, dass man
als Eltern neidisch werden muss. «Die
F-Junio­ren mit Jahrgang 2003 bis 2001
wie auch die E-Junioren mit Jahrgang
2000 bis 1999 erleben eine Umstellung in
«Auf dem Fussballplatz
treffen verschiedene Kulturen,
Ethnien und soziale Schichten
aufeinander. Deshalb geht
es hier nicht ohne Ordnung
und Disziplin.»
ihrem Leben. Sie gehen zur Schule, werden fremdgesteuert und zunehmend
selbstständig. «Gerade im Fussballtraining,
das ja von den meisten Kindern freiwillig
besucht wird, haben die Juniorentrainer
einen grossen Einfluss auf die Kleinen»,
berichtet Andy Fimian, ehemaliger SuperLeague- und Nationalspieler, Instruktor
beim Schweizerischen Fussballverband
und Leiter der Fussballschule Schweiz
(FSS). Diese ist eine private Institution mit
dem Ziel, im Nachwuchsbereich ein gezieltes Förderprogramm für Kinder im
Alter zwischen acht und 14 Jahren anzubieten. Pro Jahr besuchen dabei über 300
Kinder die Lehrgänge, Fussballtage und
Trainingscamps der FSS. Andy Fimian bildet zudem jährlich im Auftrag des schweizerischen Fussballverbandes sowie der
kantonalen Fussballverbände rund 400
Trainer aus und weiter.
Selbstvertrauen und Selbstwertschätzung
Auf dem Fussballplatz treffen verschiede­
ne Kulturen, Ethnien und soziale Schichten aufeinander. Deshalb geht es hier nicht
ohne Ordnung und Disziplin, wie Andy
Fimian betont. «Wir legen Wert darauf,
die Junioren wie Kinder und nicht wie
junge Erwachsene zu behandeln. Als
Junio­rentrainer müssen wir auf die Kinder
eingehen und ihre Sprache sprechen.
Nicht die Leistung und der Sieg sollen im
Vordergrund stehen, sondern die Möglichkeit, dabei zu sein, Spass zu haben
­sowie die Kinder zu fördern und zu fordern.» Eine wichtige Rolle bei der Moti­
vation spielen das Selbstvertrauen und die
Selbstwertschätzung der Kinder. Diese
sind sehr empfindlich gegenüber abfälligen Kommentaren. Jedes Kind darf und
soll seine Fähigkeiten zeigen und das entsprechende Lob dafür bekommen. Be­
mühungen der Kinder, etwas leisten zu
wollen und das im Training Erlernte umsetzen zu wollen, sind immer positiv zu
kommentieren – auch dann, wenn es nicht
dem gewünschten Resultat entspricht. Ein
Satz wie: «Du musst dich mehr anstrengen» kann von einem Kind überhaupt
nicht umgesetzt werden. Ein Kind ist ein
Kind – und kein Fussballspieler!
April 2010-45_Kidy swissfamily
Schule und Elternhaus Schweiz S&E
Spass statt Wettbewerb
Aus der Fussballpsychologie weiss man:
Wenn Kindern eine Ergebnisorientierung
antrainiert wird, hat dies zerstörerische
Effekte auf die Motivation und den Spass
am Spiel sowie an der Entwicklung. Nicht
mehr die eigenen Fortschritte werden beobachtet, sondern die Reaktionen der
Erwachsenen auf das eigene Spiel und das
erzielte Ergebnis. Die Kinder beginnen,
für den Trainer oder die Eltern zu spielen.
Wer kennt sie nicht, die Szenen, in denen
Eltern lauthals jede Aktion ihrer Kinder
auf dem Spielfeld kommentieren, den
Schiedsrichter beschimpfen, wenn ihnen
Entscheidungen missfallen und den
eigenen Sprössling durch ständige Zwischenrufe zu noch besseren Leistungen
antreiben. Dabei will der moderne Kinderfussball vor allem eines: Die Freude
erhalten – im Spiel und im Training. Den
Gedanken vom kindgerechten, mehr auf
Spass denn auf Wettbewerb ausgerichteten Fussball versucht der Schweizerische Fussballverband mit Plakaten und
Merkkarten an die Eltern heranzutragen.
Auch mal was Verrücktes
«Junge Spieler haben eine bessere Chance, sich zu entwickeln, wenn ein Trainer
den Spass und das Lernen in den Vordergrund rückt», so Andy Fimian. Dieser
legt grossen Wert auf die analytische und
ganzheitliche Gestaltung der Juniorentrainings. Die Trainingseinheiten werden
mit spannenden Elementen bereichert.
Spezielle Spielformen und polysportive
Aktivitäten bringen Abwechslung und
fördern die Koordination. «Es darf auch
mal etwas Verrücktes sein – zum Beispiel
eine Fallrückzieher-Übung auf der grossen Matte. Das lieben die Kinder und
macht Spass.» Der Vater von fünf Kindern warnt davor, als Trainer wie auch als
Eltern in einen Trott zu verfallen, der den
Kindern die Motivation nimmt. Flexibilität und Abwechslung sind deshalb im
Fussballtraining wie auch zu Hause
unverzichtbar. «Im Sport können
die Kinder ihren Kopf leeren und
angestaute Energien abbauen.
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S&E Schule und Elternhaus Schweiz
gibt es immer auch Übungen, die weniger
beliebt sind; dazu gehört zum Beispiel
Joggen. Hier sei der Trainer gefordert,
auch das Unbeliebte schmackhaft zu
machen. «Man kann die Kinder dazu
motivieren, gemeinsam etwas durchzuziehen, auch wenn es sie Überwindung
kostet. Manchmal braucht es auch ein
Zückerli, um die Kinder wieder zu packen
und alle ins Boot zu holen. Als ich mit unseren Junioren bei Regenwetter auf der
Strasse Joggen ging, erzählte ich ihnen von
meiner Zeit als Nationalspieler. Sie hörten
mir gebannt zu und vergassen die Strapazen des Joggens. Am Ende lud ich sie zu
einer heissen Schokolade ins Restaurant
ein. Zu Hause haben sie ihren Eltern ganz
begeistert davon erzählt.»
Dann gilt es, das Gespräch mit den Eltern
zu suchen», erklärt Andy Fimian.
«Sonst wird man gefressen. Die Kinder
versuchen immer wieder, die Autorität des
Juniorentrainers zu untergraben. Dieser
Sport und Schule
Stellen die Eltern fest, dass wegen des
Fussballtrainings die Schulleistungen leiden, sollte die Schule selbstverständlich
erste Priorität haben. «Stimmen die Schulleistungen nicht, muss das Training reduziert werden. Dies müssen die Eltern ihren
Kindern klar kommunizieren», fordert
Andy Fimian. Grundsätzlich sei jedoch
das Sporttraining ein willkommener Ausgleich zur Schule. Denn meist trage der
Sport zu besseren Leistungen in der Schule
und später auch im Beruf bei. Aus diesem
Grund sollte das Training nicht gestrichen, sondern reduziert werden. ❖
«Im Sport können die
Kinder ihren Kopf leeren
und angestaute Energien
abbauen.»
muss die richtigen Worte parat haben, um
seine Autorität aufzuzeigen und die Junioren gleichzeitig zu motivieren.» Auch
wenn es bei einer Juniorenabteilung mit
20 oder mehr Kindern nicht einfach ist,
auf alle individuell einzugehen, dürfen
nicht alle Kinder gleich angepackt werden.
Die einen brauchen Feingefühl und Samthandschuhe, die andern eine härtere Führung. Stets sollten die Kinder nach ihren
individuellen Fähigkeiten gefördert und
gefordert werden. «Ohne eine schnelle
und gute Auffassungsgabe geht es nicht.
Juniorentrainer haben die Pflicht, aufmerksam zu sein – auch wenn es beispielsweise ums Thema Kinderschutz geht.
Fit in der
Schule!
Autorität bewahren
Als Juniorentrainer wird man von den
Kleinen oftmals vergöttert. Umso wichtiger ist es deshalb, die Autorität zu wahren,
sprich, nicht zu persönlich und kumpelhaft aufzutreten, empfiehlt Andy Fimian.
Link-Tipps:
www.schule-elternhaus.ch
(Schule und Elternhaus Schweiz)
www.fussballschuleschweiz.ch
www.fussballpsychologie.de
www.football.ch
(Schweizer Fussballverband)
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