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Ein Gebäude wie ein Motto - Verein RHYBOOT

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R E G I O N A LT E I L F Ü R R H E I N TA L U N D A P PE N Z E L L E R VO R D E R L A N D
41
SAMSTAG, 20. APRIL 2013
STICHWORT
Ein Bier auf
die Kirche
Die Idee ist wahrscheinlich sehr
ökonomisch zu verstehen – eine
Firma (die Kunden verliert) versucht, neue Märkte zu erschliessen. So verlegt die evangelischreformierte Kirche Rebstein nun
einen Flyer – zusammen mit dem
Netzwerk junge erwachsene der
Kantonalkirche. Darauf werden
aber weder Predigten angekündigt
noch Stargäste für den Rietgottesdienst.
Nein, zusammen mit der Kirche
kann man am 8. Juni in Rebstein
«unter fachkundiger Leitung die
hohe Kunst des Bierbrauens lernen». Wir könnten jetzt natürlich
billige Pointen produzieren, im
Sinne von: «Schnapsidee!» Oder:
«Hiess der oft zitierte Weinberg
des Herrn am Ende Hopfenstube
des Herrn und haben das erst die
Rebsteiner gemerkt?» Oder: «Führt
evangelisch Rebstein bald ein
Abendmahl ein, bei dem jeder aus
einem bayrischen Mass trinken
kann?» – Aber darauf verzichten
wir selbstverständlich.
Lieber fragen wir uns, ob es da
wohl einen Zusammenhang gibt
zwischen dem Pfarrer Renato Tolfo, bei dem man sich für den Kurs
anmelden muss, und dem Renato
Tolfo, der im Vorstand des Sonnenbräu-Fanclubs sitzt. Aber wer
Feste feiert, sollte sich nicht zu
viele Gedanken machen. Er sollte
lieber noch eins trinken, ein Bier
auf die Kirche.
Samuel Tanner
samuel.tanner rheintalverlag.ch
Die Teams stehen
in den Startlöchern
Am Samstag in einer Woche
beginnt in Thal der Merida
Bike-Cup. Heute werden mit der
RSS Rheintal, dem Pink-GiliSwiss-Team, dem bsk-Graf-Rollmat-MTB-Team und dem Team
bischibikes/kopierpapier.ch vier
weitere Mannschaften aus der
Region vorgestellt, für die der
Ostschweizer Cup eine wichtige
Rennserie ist, damit ihre Fahrer
sich weiterentwickeln können.
Dies auch, weil 15 Kategorien angeboten werden. Nicht nur der
Nachwuchs kann sich so leistungsgerecht messen, auch die
Erwachsenen können sich je nach
Ehrgeiz einteilen lassen. Denn das
wird bei jedem Team grossgeschrieben: Nebst dem sportlichen
Aspekt ist auch die Pflege der
Kameradschaft wichtig. sport 49
www.rheintalverlag.ch
Frühling «Freihof» ist verkauft
Freibier
Das Restaurant Freihof in Widnau erlebt einen neuen
Frühling. Sebahat Agacdali hat es gekauft und eröffnet Ende
Mai Restaurant und Gartenwirtschaft. unteres rheintal 43
Zum Tag des Schweizer Bieres gab es bei der «Rheintaler» und «Volkszeitung»
Sonnenbräu in Rebstein Freibier. Rheintaler verschenken Karten zum Comedy-Abend
waren auch in Zürich dabei. oberes rheintal 47 mit Stefan Büsser im «Madlen». piazza 52
Comedy-Karten
Ein Gebäude wie ein Motto
In Au stellte der Verein Rhyboot gestern das Siegerprojekt für den Neubau in Altstätten vor. Das ausgewählte Gebäude
soll nicht nur den benötigten Platz bieten – es soll einen Hafen darstellen und ein Symbol sein für die Organisation.
sass, nannte drei Gründe dafür:
Gestaltung, Funktionalität, Wirtschaftlichkeit. «Wir waren uns einig: Es passt sich gut an die Umgebung an der Kriessernstrasse in
Altstätten an. Die Räume sind klug
angeordnet und es unterstützt
unsere Idee von einer offenen und
doch geborgenen Atmosphäre.»
Ein Gebäude wie ein Motto also.
Als sich Werner Binotto, von
Beruf Kantonsbaumeister, und
seine Kollegen in der Fachjury
andere Projekte ansahen, merkten sie schnell, dass das nichts
wird. Sie sahen mal kühl aus wie
der Geschäftssitz einer Versicherung und mal verlassen wie ein
gestrandetes Raumschiff.
SAMUEL TANNER
AU. Die engagierteste Rede zum
Rhyboot-Neubau hielt an diesem
Freitagmorgen ein junger Mann
aus Luzern, der bis vor kurzem
vielleicht angenommen hat, dass
Rhyboot der Name eines Schiffvereins ist. Er heisst Thom Huber
und verantwortet das Siegerprojekt für den Rhyboot-Neubau in
Altstätten mit, das vor ihm schon
in allen Details beschrieben wurde.
Huber stand in einer Auer
Industriehalle und schaute auf die
Holztafel vor ihm wie auf eine
Schatzkarte – daran geheftet das
Projekt Rhybootshafen, sein Projekt. Dann sagte er: «Wir haben
viel Energie in diese Arbeit gesteckt. Lange diskutierten wir
über Varianten, etwa: Soll der Bau
das ganze Grundstück abdecken
oder nicht? Ein-, zweimal legten
wir das Projekt weg, weil wir gescheitert schienen an den vielen
Ansprüchen. Irgendwann wussten wir aber: Wir möchten einen
grossen Hof in der Mitte des Gebäudes, das wie ein Hafen aussehen soll. Es soll offen sein und
doch Geborgenheit bieten – es
sollen grosse Räume werden und
doch keine Hallen. Und: Die Stimmung sollte einem kleinen Handwerkerdörfli gleichen.» Als Thom
Huber das sagte, standen seine
Kollegen, Claudio Waser und
Claudia Mühlebach, neben ihm
und nickten; zwei junge, stolze
Menschen.
Die Ausscheidung lief anonym
Zuvor sprachen die Offiziellen,
die Verantwortlichen, die Juroren.
Sie betonten die Wichtigkeit des
Neubaus, da die 240 Mitarbeiter
der
Behindertenorganisation
Rhyboot im Moment auch in Abstellräumen und Kellern arbeiten
müssen (Karlheinz Pracher, Präsident des Vereins). Sie erklärten die
Zur Hälfte mit Eigenmitteln
Bild: pd
Der Name ist Programm: Die Begegnungszone, der Hafen im Projekt «Rhybootshafen».
minutiöse Arbeit der Jury, die sich
zwischen 46 Projekten aus dem
In- und Ausland entscheiden
musste (Werner Binotto, Jurymitglied). Und sie staunten über das
Siegerprojekt – «Es ist so konstruiert, als hätten die Architekten
schon hundert Projekte in dieser
Art gezeichnet. Oder als hätten sie
sich wahnsinnig intensiv mit dem
Rhyboot
auseinandergesetzt»,
sagte Meinrad Gschwend, Vorstands- und Jurymitglied.
Diese Gedanken sind gut nachvollziehbar: Gschwend und die
anderen konnten nicht von Anfang an wissen, wer die Architekten sind. Der Wettbewerb wurde
öffentlich ausgeschrieben, es hätte also theoretisch auch ein Büro
aus Kapstadt gewinnen können.
Und bis zum endgültigen Entscheid für eine der Arbeiten lief
die Ausscheidung anonym.
Bild: sta
Beteiligte am Rhyboot-Neubau: (v.l.) Claudio Waser, Werner Binotto,
Thom Huber, Claudia Mühlebach, Karlheinz Pracher, Urs Peter Cavelti.
Abo-Service
Telefon 071 747 22 88
abo@rheintalverlag.ch
Sämtliche begutachteten Projekte
können heute Samstag von 10–15
Uhr an der Wieslistrasse 7 in Au
betrachtet werden. Zudem von
Montag bis Donnerstag von 16–19
Uhr. Am 14./15. Mai, von 16–19
Uhr, sind die prämierten Arbeiten
bei Jung Rhy in Altstätten zu sehen.
Weniger Verkehr: Jetzt wird gehandelt
Geredet wird schon lange: Weniger Verkehr im mittleren Rheintal ist gewünscht, eine Verbindung der beiden
Autobahnen A13 und A14 das Ziel. Jetzt ist die Zeit des Handelns angebrochen.
Autobahnen irgendwo zwischen
Diepoldsau und Kriessern geschehen soll, ist nun klar und wird
von den fünf Gemeinden im Rahmen ihrer gemeinsamen Netzstrategie einhellig propagiert. Ob
ein zwei bis drei Kilometer langer
Tunnel unter dem Rhein und
unter Kulturland hindurch entstehen soll oder eine andere Lösung
vorzuziehen ist, wird das (im
Dezember zu bestimmende) Ingenieurbüro herauszufinden haben.
GERT BRUDERER
Nicht
nur in St. Margrethen sollen die
Autobahnen
grenzüberschreitend zusammengeführt werden,
sondern – unabhängig von diesem Projekt – auch weiter südlich.
Die fünf Gemeinden Diepoldsau,
Oberriet, Altach, Mäder und Hohenems sind deshalb unter federführender Mitwirkung des Kantons und des Landes Vorarlberg
seit einem Jahr im Gespräch.
Noch in diesem Jahr soll ein Ingenieurbüro damit beauftragt werden, eine konkrete Lösung zu erarbeiten.
DIEPOLDSAU/OBERRIET.
Unter den Boden
Fünf Gemeinden, eine Stimme
Rheintal Verlag AG
Am Ende gewann der «Rhybootshafen», und Urs Peter Cavelti, der für das Rhyboot in der Jury
Nun aber, beim «Rhybootshafen», sehen sie durch die Holzfassaden, die flexiblen Räume und
die verschiedenen Zugänge ein
Gebäude, wie sie es gesucht haben. Kosten soll der Bau laut einer
ersten Schätzung 15 bis 18 Millionen Franken. Zur Hälfte finanziert
durch Eigenmittel, zur anderen
Hälfte durch Darlehen des Kantons, die aber wieder zurückgezahlt werden müssen. Der Verein startet deshalb eine Spendenaktion.
Die Verantwortlichen ändern
nun noch letzte Mängel am Projekt – das Lager etwa soll auf eine
andere Etage verschoben werden.
Dann wird gebaut; das Rhyboot
will schon 2016 in seinen neuen
Hafen einfahren. Sprichwörtlich
und buchstäblich.
Auf Schweizer Seite ist vor
allem Diepoldsau verkehrsgeplagt
– und deshalb bestrebt, die Zahl
der (täglich 20 000) Fahrzeuge auf
der Staatsstrasse zu senken. Dass
dies mit einer Verbindung der
Bild: Gert Bruderer
«Weg mit all dem Durchgangsverkehr!» Gemeindepräsident Roland
Wälter ist froh, dass eine Lösung des Problems näher rückt.
Der Diepoldsauer Gemeindepräsident Roland Wälter bezeichnet die Fortschritte als Meilenstein für sein Dorf. Er freut sich,
dass in den nächsten Monaten ein
grenzquerendes Verkehrsmodell
erarbeitet und die Suche nach
einer Verkehrslösung ab 2014
konkret wird. Für Wälter ist klar:
«Es muss eine Verbindung der
beiden Autobahnen sein, die der
Verkehrsteilnehmer akzeptiert.»
Über seine eigenen Vorstellungen
schweigt Wälter sich aus, weil er
der Arbeit der Ingenieure «nicht
vorgreifen» will. Aufgrund früherer Aussagen ist aber klar, dass der
Gemeindepräsident den Verkehr
lieber heute als morgen unter den
Boden verfrachtete.
Tunnel bei Flims
Fährt Roland Wälter ins Skigebiet Flims-Laax, benützt er jeweils den dort ziemlich neuen
Tunnel der Umfahrungsstrasse.
Nur sechs Jahre nach dem Planungsstart wurde das 2,3 Kilometer lange Bauwerk im Jahr 2009
eröffnet.
Wälter sagt dazu zwar nichts, es
lässt sich aber leicht erahnen, was
er denkt: In Flims-Laax ist es auch
gegangen.
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Seele and Geist
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