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Leibnitz wie es lebt, lacht und hilft! - Club 41

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Das Magazin des
Club 41 Österreich
Mai 2012
Leibnitz
wie es lebt,
lacht und hilft!
C background by Lennox McDough
•Dancingstars
•Staatstragendes
•Nachtfahrer
•Historisches
•Neulinge
•und vieles mehr
AGM 22. bis 24. Juni in Tamsweg - Schon angemeldet?
AGM
2012
22. - 24. Juni
Club 41
Jetzt
Tamsweg
Anmelden!
... bevor der Zug abfährt!
Editorial
Wie die
Zeit
vergeht
Liebe Freunde!
er Aufruf unseres
Nationalen Editors
Florian für einen Beitrag
zur Mai-Ausgabe unserer
„contacte“ führte plötzlich bei mir zur Erkenntnis, dass sich meine Funktionsperiode als Club 41
Österreich Präsident zu Ende geht. Was gibt es nun aus den vergangenen
Monaten zu berichten?
D
Zum einen über den „Relaunch“ unserer Webseite: Nach einigen Anfangsschwierigkeiten, die uns sogar zwangen, die Homepage für einige Zeit vom
Netz zu nehmen, sind wir seit einigen Wochen wieder online.
Unser Webmaster Edi Aigner hat sich mit seinem Team sehr bemüht, diese
Webseite neu zu gestalten und ihr einen neuen „look & feel“ zu verpassen. Er
hat dabei die Ergebnisse aus dem Workshop anlässlich der HJV in Graz so weit
wie möglich berücksichtigt. Wie geht’s nun weiter: Edi beabsichtigt nun Clubs
zu besuchen und im Rahmen einer Roadshow die Funktionalitäten zu erläutern. Darüber hinaus wird ein Workshop für alle Tischwebmaster am Freitag
Nachmittag des AGM Wochenendes in Tamsweg veranstaltet. Eine Homepage
lebt aber von der Aktualität. Daher ersuche ich diese Homepage durch Beiträge, Artikel und News mit Leben zu füllen.
Von der Tätigkeit auf internationaler Ebene gibt es auch von einem Highlight zu berichten: Der Vorstand von Club 41 Österreich organisierte für die
Assoziationen Deutschland, Italien, Schweiz und Österreich das 2. InterboardMeeting in Wien. Die zahlreiche Teilnahme, vor allem von der italienischen
Delegation zeugte vom großen Interesse an diesem länderübergreifenden
Erfahrungsaustausch. Schwerpunkt war diesmal die Zusammenarbeit mit
Round Table mit der Kernfrage: Wie kann der Kontakt zu Round Table noch
enger und intensiver gestaltet werden? Der RT Past-Präsident Harry Koller
konnte uns dazu sehr gut einige Ansätze erläutern.
Die letzten Monate meines Clubjahres sind geprägt durch Besuche folgender
AGM´s: 41 International in Chennai, das GB & I AGM in Jersey, das deutsche
AGM in Celle, das RT AGM in Kufstein und das AGM in Limassol.
www.club41.at/tamsweg
2
Die Welt ist
doch so klein ...
Last but not least steht unser AGM am Programm. Unsere Freunde in
Tamsweg arbeiten bereits mit Hochdruck an der Organisation dieses Events.
Es wird sicherlich ein außergewöhnliches Fest für alle in- und ausländischen
Gäste im Herzen von Österreich, wovon wir uns bei unserer vergangenen
Vorstandssitzung überzeugen konnten. Dazu eine Bitte: Meldet euch ehestmöglich an, um unseren Freunden die Planung zu erleichtern und euch bei den
limitierten Hotelkapazitäten einen Platz zu sichern.
Nun freue ich mich, möglichst viele von euch in Tamsweg wiederzusehen. Bis
dahin wünsche ich euch eine schöne Zeit
Herzlichst, Euer Erwin Fleberger
Erwin und Christian in Chennai
P
raktisch in letzter Minute bevor die aktuelle
Druckdatei unserer Contacte die Reise um
die halbe Welt per Internet an unseren lieben
Freund und Druckmeister Stefan Ramharter
antrat, haben mich die ersten Bilder vom AGM
des Club 41 International in Indien erreicht.
Österreich ist mit Erwin Fleberger, Christian
Rössel, Willy Schandlbauer und Dieter Mach
in Incredible India vertreten. Wer jetzt schon
mehr zu Indien Erlebnissen erfahren will, der
findet auf Seite 15 einen interessanten Bericht
von Christian Zlabinger vom C41 Wienerwald.
Mir war eine Reise nach Chennai, obwohl
von Vietnam aus ja fast um die Ecke, aus beruflichen Gründen nicht möglich. Ich konnte
allerdings in den letzten Tagen unsere wirklich internationale Gemeinschaft auf anderem
Wege kennenlernen. Auf Vermittlung unseres
vormaligen internationalen Präsidenten Randolph Riedlinger habe ich mich hier in Hanoi
mit Tom Albrigtsen aus Norwegen, einem
vormaligen Präsidenten von RT-International,
treffen können.
Wie klein die Welt doch ist, zeigte sich bei
einem Abendessen zu dem ich einen norwegischen UN-Kollegen eingeladen hatte, als sich
herausstellte, dass die beiden aus dem selben
Ort in Norwegen stammen und einige gemeinsame Freunde haben. Ganz nebenbei sind wir
alle im Bereich internationaler Zusammenarbeit tätig und werden sicher Kontakt halten.
Ich auf jeden Fall freue mich schon auf den
nächsten „Überraschungsbesuch“ aus unserer
großen RT und C41 Familie hier im Land
zwischen Mekong und Red River.
Yi41 Florian
Editor
3
AGM 22. bis 24. Juni 2012 in Tamsweg
An Tamsweg
führt kein Weg
vorbei!
Amstetten
Mit
Handkuss
aufgenommen in
Amstetten
D
er Club 41 Österreich hält heuer das Allgemeine
General Meeting im Herzen Österreichs, mitten
in den Bergen des Lungaus, einem der schönsten Flecken Österreichs ab.
Viele Club 41-Mitglieder und vormals RT-Mitglieder
haben viele schöne Erinnerungen an Veranstaltungen
mit den Lungauer Club-Mitgliedern, die seit ihrer
Gründung, trotz geringer Mitgliederanzahl, äußerst
aktiv das Clubleben betreiben. Es wird sicher eine große Freude für alle
Teilnehmer am AGM 2012 sein, die lieben Freunde wieder zu treffen und
gemeinsam unseren Club zu gestalten und das attraktive Programm von
Club 41 Tamsweg/Lungau zu genießen.
A
m Sonntag, den 4. März 2012 fand im
Restaurant „Forellenhof“ in Neustadtl/
Donau, einem beliebten Ausflugslokal nahe
Amstetten die offizielle Aufnahme-Feier
unserer 3 neuen Mitglieder – Tischlermeister Manfred Griessenberger, Rechtsanwalt Siegfried Lohse und des in RT-Kreisen
allseits bekannten Moderators und Wortwitz-Fetischisten Max Mayerhofer statt. Unsere 3 Neuen hatten den ganzen Club samt
Partnerinnen zum gemeinsamen Schmausen
und Feiern eingeladen und konnten sich über
fast geschlossene Anwesenheit der mittlerweile 24 Mitglieder zählenden Amstettner
Club41-Familie freuen.
Der Abend begann bereits um 17.00 Uhr
mit einem Umtrunk im Gastzimmer und
fand nach dem gemeinsamen Verspeisen von
herrlich knusprigen Forellen und anderen
4
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Spezialitäten im gemütlichen Extra-Zimmer
des Forellenhofs mit der feierlichen Aufnahme samt Übergabe der Aufnahmemappen
durch Präsident Hans Jesacher und Überreichung der sensationellen Geschenke durch
die Paten Heinrich Slawitscheck, Günter
Kloimüller und Dietmar Mach ihren Höhepunkt. Im Hinblick auf den Sonntags-Termin
endete die Aufnahmefeier sehr gesittet bereits
gegen 22.30 – so blieb allen noch genug Zeit
zur Erholung für den folgenden Arbeitstag.
Vielen Dank an unsere 3 „Youngsters“ für die
großzügige Einladung – es war ein sehr familiärer und gelungener Abend!
PS: Wir freuen uns schon auf die Aufnahme von 5 neuen Mitgliedern von RT48
Amstetten im kommenden Clubjahr!
yi41
Günter Kloimüller
5
YAP 2012
Villach
F
reitag, 10 Feber. 7.45 Uhr. Frühstück. Müde. Spät heimgekommen.
Am Vorabend Heringsschmaus mit den
Freunden von Club 41. Sehr lustig gewesen. Das Telefon klingelt. Anruf von Beatrice. Beatrice wer???!!! Beatrice VERDINO. Papa ist gestorben. Am 8.Feber.
In der Früh. Ganz plötzlich!
Ja, abgemeldet hatte er sich vom Heringsschmaus – weil: Geburtstagsfeier mit der
Schwester. In St.Veit. Und jetzt – jetzt
ist er nicht mehr!!! Unser Kassier auf
Lebenszeit, UNSER Peter VERDINO!
Geboren am 6.4.1934 in St.Veit, 1952
mit ausgezeichnetem Erfolg maturiert
an der HAK in Klagenfurt, Studium an
der Hochschule für Welthandel in Wien
1953 – 1957 (Dkfm.), Doktorat 1959. Anstellungen: 1960 – 1963 in Ulm (Deutz
AG), 1963 – 1972 in Paternion bei Foscari-Widmann-Rezzonico, 1972 - 1974 bei
Rogner in Villach. Mit 38 Jahren nimmt
er einen entscheidenden Berufswechsel
vor: Er absolviert die Steuerberater- und
Wirtschaftsprüferprüfung – neben Fa-
Eine Welt voller
Freunde
A
uch heuer findet wieder im Rahmen
von Club 41 International unser Jugendaustauschprogramm statt. Über 60
Teilnehmer aus drei Kontinenten nehmen als „Young Ambassador“ an diesem
Programm teil. Die einzelnen Touren
2012:
Europa Südtour für Teilnehmer aus
Indien vom 17. Mai bis 17. Juni. Die Tour
führt von Wien über Kärnten nach Salzburg und dann weiter nach Süddeutschland und nach Frankreich und endet in
Paris.
Europa Nordtour für Teilnehmer
aus Indien vom 01. Mai bis 27. Mai. Diese Tour startet in Kopenhagen und führt
über Deutschland und Belgien ebenfalls
nach Frankreich.
Indien Nordtour für 12 Teilnehmer
aus Europa vom 14. Juli bis 11. August.
Diese Tour startet in Delhi und endet in
Kalkutta.
6
Indien Südtour für 12 Teilnehmer
aus Europa vom 25. Juli bis 20. August.
Diese Tour startet in Bangalore und endet in Chennai.
Diese beiden Touren sind für europäische Teilnehmer im heurigen Jahr
bereits ausgebucht. Bei Interesse fürs
nächste Jahr können schon Voranmeldungen an mich gemacht werden.
Europa-Tour vom 23. Juni bis 14. Juli,
eingeladen werden Jugendliche aus Südafrika, Ozeanien und Neuseeland. Die
Tour führt von Frankfurt nach Brüssel.
Südafrika-Tour vom 26. Aug bis 9.
September, die Tour startet in Johannesburg und endet in Capetown und ist für
heuer bereits ebenfalls ausgebucht.
Aus Österreich nehmen heuer drei Teilnehmer aus Salzburg, Kitzbühel und
Klagenfurt teil.
C by Mr. T in DC
YAP
Neben der Pflege der internationalen
Freundschaft ist die Organisation und
Teilnahme an der YAP-Tour ein wichtiger Bestandteil von Club 41 International. Es ist daher nicht nur eine Pflicht,
sondern eine wundervolle Aufgabe diese
Bemühung zu unterstützen und zwar
entweder durch Teilnahme von Kindern
unserer Freunde oder durch die Aufnahme von Kindern unserer ausländischen
Freunde. Wenn man die Sprachbarriere
überwindet und Kontakt zu Jugendlichen herstellt eröffnet sich eine großartige Welt und man kommt mit Jugendlichen aus 3 Kontinenten in Kontakt.
Ich darf mich auf diesen Wege bei allen
Clubmitgliedern bedanken, die sich aktiv im YAP-Programm einbringen und
verbleibe
mit besten Grüßen
Ulrich Suppan, YAP-Convenor
milie und Beruf - durch nächtelanges
Lernen und Lernurlaube!!! Bis zu seinem
Tode, weit über das gesetzliche Pensionsalter hinaus, wirkt er als Prokurist im
Büro Dr. Nehsl, Villacher Treuhand.
Seit 1965 Gründungs-Mitglied bei
Round Table 11 Villach, war er auch
Mitbegründer von Club 41 Villach 1975
und seit damals auch immer Vorstandsmitglied und tätig als Kassier. In der langen Zeit seiner Mitgliedschaft in beiden
Clubs verbrachten wir gemeinsam viele
wunderbare Stunden. Auch mit seiner
Frau Agnès-Marie, die er aus Les Andelys (Normandie) nach Kärnten gebracht
hatte und die uns mit ihrem französischem Charme und Esprit begeistern
konnte – meine (jetzt schon längst erwachsenen) Kinder schwärmen noch
heute von ihr! 2 Kinder – Beatrice(1966)
und Philip (1969)
Seine Belesenheit war legendär, aber
auch seine Freude am Reisen – und ein
Genuss war es immer, wenn er von Fran-
kreich, seiner 2. Heimat, erzählte. Peters
Sinn für Humor wird uns stets in Erinnerung bleiben, seine hintergründigen, ja
geradezu „qualtingerischen“ Meldungen
zu den diversen Zuständen in Politik,
Gesellschaft etc etc werden wir sehr
vermissen. Zu fortgeschrittener Stunde
konnte er äußerst trockene, aber punktgenaue Meldungen über die Welt, aber
blitzschnell wechselnd auch über uns,
den Club, die Freunde etc. abgeben. Er
war in der Lage, auch auf zufällig geäußerte Stichworte spontan „verbale Karrikaturen“ von sich zu geben!
Die Erkrankung von Agnès und seine
Herzklappeninfektion vor 2 Jahren haben sicher einen Knick in seine positive
Lebenseinstellung gebracht – doch niemand von uns hat mit diesem jähen Lebensende rechnen können!
Was Peter für uns bedeutet hat, hat unser Freund Hans ZINELL in seinen Abschiedsworten in der Aufbahrungshalle
in St. Veit ausgesprochen:
In memoriam
Liebe Familie Verdino!
Liebe Freunde von Club 41
und Round Table!
Auf dem Gong eines Zen-Klosters
stehen die Worte:
Geburt und Tod – ein ernst Geschehn;
Wie vergänglich ist doch das Leben!
Nehmt jede Minute in acht!
Zeit steht für niemanden still!
Dass die Zeit für Dich – lieber Peter – jedoch so plötzlich still
steht, macht uns betroffen und erfüllt uns mit Schmerz und
Trauer. Der Tod zeigt uns aber auch deutlich, dass das Leben nicht selbstverständlich, sondern Gabe und Geschenk ist.
Schweren Herzens müssen wir heute von Dir Abschied nehmen.
Unsere Gedanken und Empfindungen sind geprägt von Deiner
charaktervollen Persönlichkeit. Du warst zurückhaltend, jedoch immer kritisch und fair. Dein Wesen war vor allem gekennzeichnet von Deinem geistreichen und feinen Humor.
Beinahe ein halbes Jahrhundert lang hast Du uns als ClubFreund begleitet und uns in unseren Aktivitäten tatkräftig unterstützt: zunächst bei Round Table, wo Du im Jahre 1965 zum
Kreis der Gründungsmitglieder zähltest und sodann im Jahre
1975 mithalfst, unseren Nachfolgeclub – Club 41 Villach – aus
der Taufe zu heben. Du hast Dich damals spontan bereit erklärt, die Funktion des Kassiers auf Lebenszeit zu übernehmen.
– hiefür gilt Dir unser ganz besonderer Dank!
Auch Deine persönliche Nähe zum kulturellen Geschehen, insbesondere zur Musik, ist hier hervorzuheben. Es gab kaum eine
musikalische Veranstaltung, wo wir Dir nicht begegnet wären.
Ebenso in den Bergen, insbesondere in Deinem so geliebten
St.Oswald, wo Du von Deinem Haus aus in den „Nocken“ zu
Fuß oder mit Schiern unterwegs warst, um Kraft zu tanken.
Bei all unseren Begegnungen war stets Dein unverwechselbarer
Mutterwitz zu spüren. Wir werden ihn sehr vermissen.
Noch sehr lange hätten wir Dich gerne in unserer Runde gehabt
und mit Dir gelacht – das Schicksal hat es aber anders gewollt.
So bleibt und nur die Erinnerung an Dich – Du wirst uns unvergessen bleiben!“
7
Leibnitz
D
er seit Jahren im kleinen Rahmen
als eher privater Faschingsrummel
abgehaltene „Leibnitzer Roundtable und
Club41 Maskenball“ war für die Südsteirer (eigentlich war´s eh nur einer) Mitte
des Vorjahres der Anstoß zur Überlegung, selbst als Club 41 einen Maskenball
als Money Raising Event im größeren Stile
zu veranstalten. Auf die Idee folgte eine
Sondersitzung mit der clubüblichen Diskussion “… viel Arbeit und Risiko, was
bringt´s, für welches Serviceprojekt bzw.
sind wir überhaupt ein Serviceclub ...?“,
welche schlussendlich in einem einstimmigen „Ja, wir tun es“ gipfelte. Somit stand
Anfang Oktober 2011 fest: Der Club41
Leibnitz veranstaltet am 11. Februar 2012
den ersten Charity- Maskenball im Saal
des Leibnitzer Kulturzentrums und damit
den ersten Leibnitzer Maskenball seit vielen Jahren.
DSCHUNGEL
ALARM
8
Das Projekt „Mirno More“, bei dem benachteiligte Kinder und Jugendliche
während eines mehrtätigen Segeltörns
sozialen Umgang lernen und erfahren,
bildete die Grundlage als unterstützungswürdiges Serviceprojekt für diese Veranstaltung. Nach dem Reden folgt das
Tun, und so begann eine auch im Nachhinein intensive Vorbereitungszeit voll
vorerst verhaltenem, mit zunehmender
Annäherung des Termins immer größer
werdendem Enthusiasmus und Engagement, der viele Clubmitglieder zu wahren
Höhenflügen in puncto Ideenfindung und
Organisationstalent beflügelte. So wurden
Komitees gebildet, Pläne geschmiedet
und wieder verworfen, rauchende Köpfe
mit flüssigen Rauschmitteln gelöscht und
irgendwann endgültige Konzepte zu Pa-
pier gebracht. Und was kam dabei heraus?
Alles Dschungel – ein aufwendig und
stilsicher dekorierter Saal mit DschungelBar, zwei Live-Bands mit insgesamt fünf
Clubmitgliedern in der Besetzung, knapp
300 nicht nur bestens gelaunte, sondern
auch ausnahmslos und teils aufwendig
maskierte Besucher, eine von der ersten
Minute an fast mystisch ausgelassene,
freundliche Wohlfühl-Stimmung, eine
prall gefüllte Tanzfläche von Anfang bis
Ende voller entfesselt agierender Urwaldbewohner, süffiges Bier, belebender Wein,
benebelnde Cocktails, Lachen, Tanzen,
Spielen (DschungelRoulette) … kurzum, ein gelungenes
Fest, von dem
man
heute
noch spricht.
Und, nicht
ganz
nebenbei, ein
finanzieller
Erfolg für
das Serviceprojek t ,
a u c h
dank
einiger
regionaler Sponsoren und stiller Helfer.
Der erste beim darauffolgenden Clubmeeting wahrgenommene, offen ausgesprochene Satz: „ …des moch ma´ wieder!“
eines anfangs sehr skeptischen Clubfreundes sagt mehr als tausend Worte.
Wer nicht dabei war, hat was versäumt.
Darum freuen wir uns, dass wir es angegangen sind, dass wir es gemeinsam
durchgezogen haben, dass wir den Teamgeist erleben durften, dass es erfolgreich
war, dass wir es wieder tun werden, im
nächsten Jahr.
Thomas Hartlieb
Sekretär
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Graz
Volker und Helga Zimmermann (Beefeater)
Heribert und Renate Rath, Host und Lore Senekowitsch
Dancing STARS
Dancing GRAZ
Ried im Innkreis
gessen und dem „Tanzsport“ weiter zu
huldigen. Wir hatten also Fast-Anfänger,
Fortgeschrittene und auch Fast-Profis in
unseren Reihen.
T
anzen ist gesund, belebt Körper und
Geist, fördert die Kommunikation
und ist auch noch älteren C41 Freunden
durchaus zumutbar ! Zudem hat es stark
verbindende Wirkung, sei es während
eines Kurses oder auch beim nachfolgenden Epilog!
Bei C41 Graz haben sich 12 Paare gefunden, die es wagten, sich durch die Tanzschule Schweighofer erneutes Wissen
zu holen, alte Mängel (Vergesslichkeit,
keine Übung, selten getanzt) zu beheben
und vielleicht auch Neues zu lernen - mit
dem Gelöbnis, dies nicht wieder zu ver-
Es fiel sofort auf, dass unsere Damen die
treibenden Kräfte waren. Auch ich (in
jungen Jahren ein Fast-Profi, aber heute doch schon etwas bequem) wurde in
letzter Minute überredet. Obwohl wir
uns einen Männer-Club nennen, wirken unsere Frauen (manchmal im Hintergrund) entscheidend mit (von RT bis
C41 hat sich hier sicher nichts geändert.)
10 Tanzabende führten und führen uns
zusammen. Standard und lateinamerikanische Tänze wurden von der Pike weg
gelernt (Grundschritte, aber auch kompliziertere Figuren). Manche stöhnten
nach einer Stunde harter Arbeit, aber
allen stand die Freude im Gesicht
geschrieben (den Tango-Schritt haben
wir doch verstanden, vielleicht können
wir ihn auch noch das nächste Mal).
Einen Tag vor Redaktionsschluss hatten wir den vorletzten Kurs, an dem
Standardtänze - unter männlicher Führung - nochmals wiederholt wurden.
Eine gute Gelegenheit, einige Fotos zu
machen. Der letzte Kursabend - mit
kurzer Abschlussfeier - ist den lateinamerikanischen Tänzen gewidmet. Hier
können unsere Damen der männlichen
Aufsicht entschlüpfen, sie spielen hier
die tragende Rolle. Sie formen Bewegung
und Bild, der Herr bleibt ein Assistent.
Der Service-Gedanke steht im Vergleich
zu RT bei C41 eher im Hintergrund.
Wir wurden bequem, können auch körperlich nicht mehr alles, und begnügen
uns oft nur mit EURO-Spenden. Auch
gilt es, Altersunterschiede von 30 - 40
Jahren innerhalb eines Tisches zu überbrücken. Unser Tanzkurs war und ist ein
Serviceprojekt für den eigenen Tisch, er
schmiedet uns zusammen, verstärkt die
Freundschaft und gibt uns Kraft für gemeinsame Hilfestellungen.
Peter und Waltraud Pesec
Für die nächste Ausgabe unserer
Contacte möchte ich einen zweiseitigen
Beitrag vorbereiten, der RT und C41
aus meiner Sicht (40 Jahre dabei) eher
kritisch (mit vielen positiven Aspekten)
vergleicht und dabei auch die stürmische
Entwicklung während der letzten Jahrzehnte berücksichtigt.
Yi41, Peter Pesec
Patricia Schweighofer mit Waltraud Pesec
10
11
Historischer C-41
Wer hat’s
erfunden?
ten Abend, der ansonsten wahrscheinlich
recht einsam auf einem Barhocker an
der Theke des Hotels zu Ende gegangen
wäre. Eine nett erfundene Geschichte ?
Keineswegs: Ich bin überzeugt, dass fast
jeder, der in einem internationalen Klub
engagiert und in der Welt herumgereist
ist, schon ähnliches erlebt hat.
Deshalb ist es auch verständlich, dass
die Klubs auf ein repräsentatives Erkennungs- zeichen besonderen Wert legen.
3 „d’s“ muss man von einem Abzeichen
erwarten:
Die verschiedenen Entwürfe für unser
Klubabzeichen von 1946 bis heute
Verbindung der beiden Klubs dadurch
dokumentieren wollte, dass es über das
RT-Signet einfach die Buchstaben XLI
setzte. Das stieß aber nicht nur auf den
Widerstand der Tabler, sondern wurde
auch in den eigenen Reihen abgelehnt,
weil in Blackpool ein X-L Bier gebraut
wurde, das mit diesen Buchstaben auf
Bierdeckeln Werbung machte und Verwechslungen oder zumindest lustige
Bemerkungen zu befürchten waren. Es
wurde daher intensiv nach einer ak-
deklarieren (als Mitglied eines bestimmten Klubs)
differenzieren (von anderen Klubs)
dekorieren (damit man es auch ansteckt)
Wir österreichischen 41er können unseren britischen Vorgängern dankbar
sein, dass es ihnen gelungen ist, ein
wirklich perfektes „3 d“ Abzeichen zu
schaffen. Dass dies nicht von einem Tag
auf den anderen gelungen ist und dass es
einiger Anläufe bedurfte, soll die nachstehende Dokumentation illustrieren. Die
Stunde „Null“ war für unseren Club 41
das Jahr 1945, als man in England daran
ging in organisierter Form jene Freundschaften weiterzupflegen, die bei Round
Table begonnen wurden. Nicht alle ExTabler waren sofort davon begeistert, sich
in einem neuen Klub neue Formalitäten
aufzuhalsen. Trotzdem waren bald genügend Freunde bereit, sich in einem neuen
Klub für ihre gemeinsamen Interessen zu
engagieren.
Die Gründungsurkunde von 41 International aus dem Jahr 1975
Eine Tagung – irgendwo; Vorträge –
Diskussionen – Konferenzatmosphäre
Zwei Herren sitzen sich gegenüber
und sehen sich abschätzend an:
Deutscher? Engländer? Franzose?
12
K
einer weiß es vom anderen; man hat
noch kein Wort gewechselt. Da fällt
wie zufällig fast gleichzeitig ihr Blick auf
ein kleines Abzeichen im Knopfloch und
plötzlich leuchten die Augen auf. Man
begrüßt sich, beginnt ein Gespräch und
verbringt letztlich zusammen einen net-
Anstehende Probleme – zu denen natürlich auch die Schaffung eines Klubemblems gehörten – wurden bei den
Jahreshauptversammlungen 1947 und
1948 erörtert und schon im Jahr 1949
wurde erstmals ein konkreter Vorschlag
präsentiert. Dieser Entwurf stammte
von einem gewissen John Coleman,
einem jungen Ex-Tabler, der die enge
Das persönliche Banner von Peter Poech
als Präsident von 41 International
zeptableren Lösung gesucht. Schon im
Jahr 1950 wurde ein nächster Entwurf
realisiert. Er zeigt groß die Zahl 41 unter einer Sonne. Die offizielle Deutung
lautet, dass die Strahlen der auf- und unter- gehenden Sonne das Ende des Tablerdaseins und den Beginn des 41er Lebens
symbolisieren sollten. Augenscheinlich
war aber auch dieses Abzeichen nicht besonders populär, denn die Klubs wurden
eingeladen bis Ende 1951 dem Nationalen
Präsidium neue Entwürfe vorzulegen. In
der Zwischenzeit wurde sogar wiederum
mit Round Table Verbindung aufgenommen, um die Zustimmung zu erhalten, in
einem 41er Abzeichen auch Teile des RTEmblems verwenden zu dürfen.
Diesem Wunsch konnte schon deshalb
nicht entsprochen werden, da gerade zu
dieser Zeit das RT Emblem im Markenregister eingetragen worden war und
damit auch eine Teilreproduktion für andere Vereine unmöglich gemacht wurde.
Übrigens ist auch das derzei tige 41er
Zeichen in England markenrechtlich
geschützt. Es wurde eigens dafür die
„Assocation of Ex-Tablers Clubs (Holding) Ltd“ gegründet, die das Copyright
für dieses Zeichen zugesprochen erhielt.
In den Jahren 1951 bis 1955 wurde zwar
viel geredet, aber es gab kaum greifbare Fortschritte bis dann das „National Badge Committee“ einen Bericht
veröffentlichte, in dem die Klubs aufgefordert wurden, zwischen zwei vorgelegten
Entwürfen abzustimmen. So fiel bei der
JHV im Jahr 1955 eine Entscheidung zugunsten des jetzt verwendeten Emblems.
Allerdings wurde auch beschlossen, die
Worte rings um das Zeichen wegzulassen, da sie bei einer Verkleinerung nicht
mehr lesbar waren.
Die Symbolik dieses Emblems ist leicht
zu deuten: Eine Kette der Freundschaft
umschließt in allen vier Himmelsrichtungen den im Zentrum als Sonne dargestellten Club 41. Allerdings hatte das
Fehlen der Schrift schon sehr bald ein
ständiges Verdrehen des Achskreuzes bei
der Reproduktion zur Folge. Die richtige
Stellung ist aus einem peinlichst genau
ausgeführten Originalentwurf ersichtlich, der in den Archiven der Association of Ex-Tablers Clubs in London aufliegt. Wie man sieht, haben sich unsere
Vorgänger viel Mühe gemacht, um jenes
Zeichen zu schaffen, mit dem sich heute
mehr als 40.000 Mitglieder in aller Welt
als Freunde erkennen.
Peter Poech
contactecontactecontactecontacte
Egal, wie alt das
Equipment auch ist ...
gute Berichte kommen
immer an!
Redaktionsschluss 2012
29. Juni und 26. Oktober
C by Alex Kerhead
florian.c41@csr-company.com
13
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Mit einem ordentlichen „Bradl in der Rein“ begrüßte
Präsident Klaus Feichtinger alle Gestarteten auch wohlauf zum Metting. Gestärkt durch Speis und Trank ging`s
dann zu später Stunde mit „Stirmlampenbeleuchtung“
wieder ins Tal.
nter diesem Motto stand ein Abend
im Februar, mit den Erlebnisberichten von Erwin Fleberger und dem
Autor dieser Zeilen von einer Indienreise der jeweils anderen Art. Zu unserem
offenen Abend kamen Club-Freunde aus
Wr. Neustadt, Wien/Vindobona, Round
Table 40 und Freunde aus dem privaten
Kreis.
NEU (Größe M-3XL)
Seidenkrawatte € 38,-
V-T-Shirt NEU € 15,-
Die Eindrücke könnten unterschiedlicher kaum sein. Dort der fast greifbar
arme, „schmutzige“, manchmal übel
riechende und
laute Norden, da
der besser situierte (Kerala gilt
als die indische
Schweiz),
fast
saubere und fast
schon ans „Hotel zur Waldesruh“ anmutende
Süden - natürlich abseits der
Großstädte wie
Cochin.
Die eine Reise gespickt mit Kulturgut
Devo-Shop
14
INDIA!
U
u einem ordentlichen Meeting am 14.März 2012 traf
sich der Club41 Grieskirchen an einem eher ungewöhnlichen Ort. Mit Tourenski ausgerüstet starteten 8
verwegene Mitglieder zum ca. 1stündigen abendlichen
Aufstieg zum Gasthof Sonnalm auf der Wurzeralm.
3-D Autoaufkleber (5 cm) € 5,-
Wienerwald
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Während unser aller Präsident mit seiner
ihm angetrauten Frau Präsident den geschichtsträchtigen und architektonisch
sensationellen Norden bereiste, durfte
meine Herzensdame mit mir einer Einladung eines Tabler-Freundes aus New
Delhi, Vishwas Makhija folgend, in den
Backwaters in Kerala ausspannen.
in allen erdenklichen Bereichen mit
unzähligen
Facetten,
da das Ausspannen in
einer grünen Oase mit
tropischen Blumen und
einer unvergleichlichen
landschaftlichen Schönheit ... einfach Natur in
Reinkultur.
die vielen Gewürze zu schätzen weiß,
beiden Landesteilen wohl unterschiedlich aber vorzüglich waren. Fleisch steht
kaum, oder vorwiegend für uns Europäer am Speiseplan, ansonsten überwiegt
Gemüse in den verschiedensten Variationen und an den Küsten natürlich Fisch
und Meeresfrüchte.
Ein paar Fotos sollen Euch ein wenig
einen Eindruck von diesem wunderschönen gastfreundlichen und so unterschiedlichen Land geben. Lasst Euch
diesen Teil des Globus mit den vielen Tablern und 41igern nicht entgehen!
Namaste!
Yi41
Euer Christian Zlabinger
Das uns Verbindende
waren die kulinarischen
Genüsse welche, wer
15
Kitzbühel
Food for Thought
STAAT
Neuer
VIZE
in Kitzbühel
Gedanken von Rainer Dorn basierend auf einem Artikel von
Univ. Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann - Die Presse, 24.9.2010
W
M
ährend die letzten Skifans noch ihre Spuren in den
Frühjahrsschnee von Kitzbühel zogen, traf sich der
Club 41 Kitzbühel zu seiner Jahreshauptversammlung. Der
Rückblick auf die vergangene Periode zeigte ein erneut äußerst
erfolgreiches Jahr. Club-Kassier Reinhold Schwentner konnte
unseren Mitgliedern über eine erfreuliche Entwicklung der
Clubkassa berichten. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass es auch in den vergangenen Monaten möglich war,
schnell und unbürokratisch in unserer nächsten Umgebung zu
helfen.
Im kommenden Jahr wird mit Mike Huber ein neuer Vizeprä-
Der neue C41 Kitzbühel Vizepräsident Mike Huber (li)
mit Präsident Kurt Tropper nach der Wahl
Ich und mein
sident unserem Präsidenten Kurt Tropper zur Seite stehen. Beide bedankten sich abschließend bei allen unseren Mitgliedern,
Freunden und Unterstützern und freuen sich auf eine erfolgreiche Periode 2012-2013.
Bockbier-Clubbing im Herbst 2012
... Details dazu gibt‘s in der nächsten Ausgabe!
... bitte ausgraben!
Alte Schätze gesucht!
Unser Archivar Klaus Lüftenegger sucht alles
zum Thema Round Table in Österreich für ein
internationales RT Buch!
Daten, Bilder, Zeitungsberichte,
Zeitzeugen, etc.
omentan ist der politische Himmel in Österreich ziemlich wolkenverhangen. Kaum regnet sich eine
Wolke ab, ziehen neue auf. Die Krisen
rund um Staatsverschuldung, Währung
und Finanzmarkt, Misswirtschaft und
Korruption, Bereicherung von Amtsträgern, lahmender Gestaltungswillen der
politischen Repräsentanten und über
allem die Zukunftsängste der Menschen.
Untersuchungsausschüsse,
Gerichtsverfahren, parteipolitisches Taktieren,
Täuschen und Tarnen usw. erzeugen
viele Fragezeichen, Enttäuschungen und
Empörung über „die da oben“.
Mir geht es nicht gut mit
unserem Staat.
Und ich bin nicht schlüssig, ob man den
Wutbürgern, den erwachten Politsenioren aus allen Parteien unter der Decke
„wohlerworbener Rechte“ oder den „neuen politischen Agitatoren“, ob Piraten,
Social-Media-Yuppies oder anderen Protestgruppen unsere Zukunft überlassen
sollte. Und besonders schmerzlich ist
es für viele Menschen, dass in der einen
oder Form vielleicht auch uns nahestehende oder mit besonderem Respekt
betrachtete Menschen in Missständen
verstrickt sind.
Mein Verständnis der Tugenden, die
uns wichtig sind, gebietet mir, eine
ernsthaftere Auseinandersetzung mit
„meinem Staat“ zu wagen. Dies alles auf
Basis der universellen Menschenrechte
und der Verfassung unseres Staates. Vorweg muss ich einräumen, in diesem Rahmen nur einzelne Aspekte beleuchten zu
können. Mehr würde wohl den zeitlichen
Rahmen bei weitem sprengen. Der Bürger
als kleinstes, aber souveränes Glied in der
Kette soll mein Ausgangspunkt sein.
Wie viel Herrschaft braucht der
Mensch?
Der Diskussionsbedarf über den demokratischen Staat erwächst aus der
Tatsache, dass die Herausforderungen des
Staates ebenso wachsen wie die Handlungsräume enger werden. Um an seine
Zukunft für unsere Kinder zu glauben,
bedarf es, die Konzepte und Ideale des
Staates zu überprüfen oder neu zu denken. Ist der Staat noch der Übervater,
der für alles sorgen kann? Oder ist er
ein schlank zu haltender Organisationsrahmen, der die Dinge dem Markt und
den Bürgern überlassen soll? In Wahlzeiten versprechen Politiker jeweils beides.
Vom Staat haben wir immer entweder zu viel oder zu wenig.
Einmal ist es der ausufernde, alle Lebensbereiche umfassende für- und vorsorgende Wohlfahrtsstaat, der aus „freien
Bürgern“ in Anspruchsdenken verhaftete und letztlich unmündige und von
Transferleistungen Abhängige macht.
Von diesem Staat haben wir zu viel, weshalb wir seine Wirksamkeit beschneiden
und die Eigenverantwortung der Bürger
einfordern wollen. Dann wieder wird bei
jeder Gelegenheit das „Staatsversagen“
beschworen und der Rufe laut nach staatlichen Anreizen, Hilfestellung und Angebot an Sozialleistungen. Von diesem Staat
haben wir offenbar meist zu wenig.
In den letzten Jahrzehnten wurde viel
vom „schlanken Staat“ geredet, der überflüssige Funktionen abgibt, auslagert oder
privatisiert und sich nur „Kernkompetenzen“ bewahrt. Quer durch die ideologische „Landschaft“ wurde der Abschied
vom aufgeblähten Wohlfahrtsstaat, der
sich in alle Belange der Bürger einmische
und diese Entmündigung mit umfas-
sender Versorgung honoriere, eingeläutet.
Parallel dazu schwand der Anspruch des
Staates auf Macht und Herrschaft. Einerseits durch die zunehmende Globalisierung des Alltags, andererseits durch die
Auflösung traditioneller Machtgefüge
durch Delegation der Zuständigkeiten an
die EU oder politische Ereignisse wie der
Fall des eisernen Vorhanges.
Damit kam auch die seit dem im 19. Jhd.
tradierte Idee des territorialen Nationalstaates mit dem damit verbundenen Konzept als repräsentative Demokratie ins
Wanken. Das sind die beiden Säulen moderner Demokratie: der Territorialstaat
und die Nation (also das Staatsvolk als gedachte Einheit freier Bürger). Nicht nur die
politische Internationalisierung, sondern
vor allem die Mobilität der Ökonomie,
des Kapitals und der Kommunikation
und in geringem Ausmaß von Menschen
nimmt seither zu. Neue Probleme entstehen, vom Urheberrecht des Internets
bis zum Steuerstreit bei staatenübergreifenden Produktionsprozessen oder dem
„staatenlosen“ Charakter des Finanzkapitals. Früher begründete der Staat seine
Souveränität und seinen Charakter aus
Grenzen, jetzt verliert er die Grenzen und
damit zunehmend seine vertraute Gestalt
einer Gemeinschaft. Der von Max Weber
(1864-1920) als rationale Ordnung der
Macht gesehene Staat wird zunehmend
nicht mehr als politisches Subjekt gesehen, sondern nur mehr als Organisation,
die Defizite der gesellschaftlichen und
ökonomischen Dynamik abzufedern hat.
Viele Aufgaben wie z.B. Armutsbekämpfung, Integration, Gesundheit, Pensionen,
Bildung, die der Staat je nach ideologischer Sichtweise zu wenig oder zu viel
erfüllt, sind nur in bescheidenem Maße
„internationalisierbar“. Dies ist eine der
Erkenntnisse aus der jüngsten Finanzund Wirtschaftskrise. Sie hat zur Wiederentdeckung des Nationalstaates als Retter
in der Not geführt. Viele „Prediger“ für
den Rückzug des Staates erkennen inzwischen die Konsequenzen ihrer Risikobereitschaft, Deregulierung - insbesondere
der Finanzmärkte - ohne wirksame Kon-
Klaus@Lueftenegger.com
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17
Food for Thought
Welche sind die sinnvollen Aufgaben
und Regeln des Staates
Ursprünglich war der Staat als Instanz gedacht, die Sicherheit und Frieden garantieren sollte, wie es Thomas Hobbes (15881679) in seinem LEVIATHAN beschreibt:
Den Mensch in seinen Handlungen zu
verstehen, setzt für ihn voraus, dass wir
den Menschen kennen, wie er von Natur
aus ist. Nur, der „Naturzustand“ des Menschen konnte auch Hobbes nicht messen.
Seine „Rekonstruktion“ zur Analyse fußt
auf zwei Aussagen: „Der Mensch ist des
Menschen Wolf“. Damit wird unsere Spezies auf einen gefährlichen, bösartigen,
einzelgängerischen und unsolidarischen
Kern ergänzt reduziert. Hobbes ergänzt
diese Grundaussage mit: „Der Mensch ist
ein Gott für den Menschen“. Wie geht das
zusammen? Hobbes kommt zum Schluss,
dass der Mensch als Einzelgänger im Naturzustand tatsächlich gefährlich ist wie
ein Wolf. Im Zusammenschluss mit anderen Menschen in einem Staatswesen,
somit in Ordnung und Kontrolle, wird er
für seinesgleichen zu einem Gott.
An erster Stelle sieht Hobbes den Menschen Im Naturzustand, in dem sich die
Menschen als Einzelne feindlich gegenüberstehen. Warum? Weil sie alle gleich
sind. Die Natur kennt kein Oben und
Unten, keinen Besitz und damit kein
Recht. Hobbes’ radikale Konsequenz
daraus: Die Menschen haben deckungsgleiche Bedürfnisse und Wünsche, die
bei ausreichend Ressourcen auch keinen
Erfüllungskonflikt erzeugen. Bei beschränkten Ressourcen gibt es einen Befriedigungskonflikt. Diesen Kampf um
die Lebenserhaltung betrachtet Hobbes
als natürlichstes Recht, das keinem Menschen genommen werden kann. Andere
Beweggründe, Triebe und Motive sind
nach Hobbes‘ Theorie nicht relevant. An
zweiter Stelle sieht Hobbes das Streben
18
nach Macht, um die Lebensverbesserung
zu sichern.
An dritter Stelle rangiert die Anerkennung durch andere. Sie ist eine ‚Währung‘,
über die wir etwas über unseren Wert
erfahren. Die Bedeutung oder der Wert
eines Menschen bestimmt sich wie bei
allen anderen Dingen nach dem „Preis“.
Dieser richtet sich danach, was man für
die Ausübung der Macht in Abhängigkeit
von Bedarf oder Einschätzung durch andere „zahlen“ würde.
Der Mensch in seinem Ziel nach Akkumulierung von Anerkennung als Handelsware am Markt? Nach Angebot und
Nachfrage? So sah es Hobbes. Die Folgen
sind Konkurrenz, Kampf, Misstrauen
und Ruhmsucht und das bedeutet für
den Menschen in diesem Naturzustand
ständige Furcht, Angst und Unsicherheit.
Dieser permanente „Kriegszustand“ zu
seinesgleichen ist für Hobbes der einzige
Grund, den „Urzustand“ zu verlassen und
nach Sicherheit zu streben. Der Mensch
muss sich mit seinesgleichen arrangieren.
Nur diese „knapp kalkulierte“ Vernunft
führt ihn im eigenen Interesse ins Einvernehmen mit den Mitmenschen. NICHT
aus Menschen- und Nächstenliebe, Solidarität oder aus sonstigen moralischen
Empfindungen suchen wir die Nähe und
Zusammenschluss mit anderen. Sondern
NUR aus dem berechnenden Motiv der
Selbsterhaltung. Nach Hobbes geschieht
dies durch Abschluss von „Verträgen“ zur
Gewährleistung der gegenseitigen Sicherheitsinteressen, quasi als Unterwerfungsvertrag unter eine souveräne, absolut regierende Instanz: den Staat.
Es kann NUR EINEN Hüter über alle
Verträge und deren Garantien geben. Zur
Garantie gehört die Macht des Staates,
notfalls die Einhaltung der Verträge auch
durchzusetzen. Da der Machthaber selbst
nicht Vertragspartner sein darf, delegiert
dieses Modell die Macht des Einzelnen
durch gleichartige und gleichwertige Unterwerfung aller Menschen die Macht an
den STAAT. Dieser ist der Leviathan, das
Untier des Buches Hiob, das sich auf der
einen Seite aus allen Bürgern und auf der
anderen Seite als sterblicher Gott zusam-
mensetzt. Das Staatsmonopol für alle Gewalt und Machtausübung ist auch heute
die gültige Vorstellung moderner Staatsidee. Hobbes Staatsidee ist seiner Zeit gemäß nur als absolutistische Herrschaftsmacht denkbar. Konsequent bedeutet dies
auch, dass die Verpflichtung der Untertanen gegen den Souverän nur so lange
dauert, wie er sie auf Grund seiner Macht
schützen kann - und nicht länger. Daran
knüpft sich bis heute die Legitimität eines
Staates an seine Fähigkeit, für sichere
Rahmen- und Lebensbedingungen seiner
Bürger zu garantieren.
Der Preis für diese Sicherheit kann hoch
sein. Insbesondere, wenn dafür jene Freiheit wieder entscheidend eingeschränkt
wird, um derentwillen zumindest der
bürgerliche Verfassungsstaat die Sicherheit seiner Bürger ja garantieren wollte.
In den letzten Jahrzehnten - jüngst mit
der Vorratsspeicherung der Verbindungsdaten – werden u.a. unter Hinweis auf
terroristische und kriminelle Bedrohung
in westlichen Demokratien die Freiheitsrechte soweit eingeschränkt, dass man
vom massiven Verlust der Privatsphäre
sprechen kann. Ist das berechtigt? Oder
nutzt der Staat die Chance, wieder einmal
Zugriff über das Leben und Denken seiner Bürger zu bekommen?
Die Kritik am Staat ist so alt
wie der Staat selbst.
Die prinzipielle Kritik am Staat ist so alt
wie die Theorie des modernen Staates.
Auch sie wird ebenso im Namen der
Freiheit des Menschen vorgebracht. Es
geht um die Legitimität des Staates, der
seine Menschen als quasi „mechanisches
Räderwerk“ behandelt. Bereits in den
Anfängen des modernen Staatswesens,
also wenige Jahre nach der französischen
Revolution, wird die generelle Unvereinbarkeit von Staat und Freiheit moniert.
Damals wird nicht wegen der Sorge um
die Freiheit der Märkte, sondern aus der
Sorge um die Freiheit des Geistes dem
Staat eine Absage erteilt. Ein Motiv, das
sich heute in der Staatskritik kaum mehr
findet. Damals wurde die Aufhebung
des Staates als Voraussetzung wahrer
Menschlichkeit gefordert, um einem sozialromantischen Ansatz mit Aufhebung
Wie sieht die aktuelle Diskussion
um den Staat aus?
Es ist logisch, dass jede Krise der staatlichen Institutionen von einem Imageverlust begleitet werden und in der Folge
zur Schwächung des Staates führt. In der
jüngsten Privatisierungseuphorie sowie
in der Vorstellung, dass ein „Reststaat“
- gleich einem Unternehmen - effizient
zu führen sein würde, wurde rückblickend zumindest partiell das Wesen eines
Staates und mancher Privatisierung verkannt. Ob es den „schlanken Staat“ als
staatspolitisches Konzept überhaupt geben kann oder soll, steht neuerdings wieder intensiver in Diskussion.
C by Mel-An-Choly
trollen zu erlauben. Nicht die Märkte,
sondern die Nationalstaaten mussten
buchstäblich in Nacht- und Nebelentscheidungen reagieren. Mit viel Geld und
noch mehr Haftungen wurden Stützprogramme für die eigene und andere Volkswirtschaften auf den Schultern künftiger
Generationen geschnürt.
Food for Thought
sämtlicher sozialer Differenzen und Hinwendung zu universeller Kreativität das
Wort zu reden.
Manche Philosophen des 19. Jhdt., u. a.
Max Stirner (1806-1856) , Michail Bakunins (1814-1876) begriffen den Staat - selbst
den demokratischen - als überflüssiges
Herrschaftsinstrument und träumten von
uneingeschränkter individueller Freiheit.
Ihr Credo: „Kein Staat kann dem Volk das
geben als die freie Organisation der eigenen Interessen“.
Diese anarchischen Ansätze sind auch als
Reflexion auf Karl Marx (1818-1883) zu
sehen, der nicht von einer sofortigen Abschaffung des Staates, sondern von seiner
Aufhebung und seinem Absterben sprach.
Wenn auch Marx heute vielen als „falscher Prophet“ gilt, in zwei entscheidenden
Dingen hat er in abgewandelter Form
wohl Recht behalten: Marx hatte in einer
Zeit, als die moderne Marktwirtschaft
erst langsam in westlichen Ländern einzog, den weltweiten Siegeszug des Kapitalismus und damit verbunden eine ungeheure Dynamik der technologischen und
sozialen Beschleunigung vorausgesagt.
Und er hat in der Folge das Absterben des
Staates prognostiziert. Einerseits wegen
der fortschreitenden Globalisierung und
andererseits im Gleichklang mit Engels,
der den Staat als Repräsentant der ganzen
Gesellschaft nur in einem einmaligen
Zwischenspiel sah, nämlich für die Besitzergreifung über alle Produktionsmittel im
Namen der Gesellschaft. Das weitere Eingreifen einer Staatsgewalt in gesellschaftliche Verhältnisse sah er nach und nach
auf allen Gebieten als überflüssig, weil an
die Stelle einer Regierung die Verwaltung
von Sachen und die Leitung des Produktionsprozesses treten sollte. Der Staat stirbt
laut Engels ab. Im Rückblick übernahm
im Kommunismus ein totalitärer Staatsterror die Rolle des Staates.
Bevor Marx meinte, dass mündige Bürger
keinen Staat mehr brauchen würden, um
ihre Angelegenheiten zu regeln, hatte fast
ein Jahrhundert zuvor ADAM SMITH
(1723-1790) nur einen gesellschaftlichen
Ordnungsfaktor gesehen: Den Markt.
Die „unsichtbare Hand“, die Adam
Smith im Werk „Wohlstand der Nationen“ anspricht, sah er – dies wird selten
im Zusammenhang mit ihm erwähnt
- durchaus „staatstragend“ als Interesse
des Gemeinwohls, die Produktionsmittel
möglichst zum Schutze der inländischen
Volkswirtschaft einzusetzen und damit
der Sicherheit der Bürger des eigenen
Landes dienstbar zu machen. Im fünften
Buch von Adam Smith wird zudem der
Regelungsbedarf für Staatsaufgaben angesprochen, u.a. Landesverteidigung, Justiz,
öffentliche Einrichtungen, Bildungswesen
usw. Dabei bestimmt der Nutzen dieser
Einrichtungen für den einzelnen auch
deren (Steuer)Beitrag. Ebenso findet sich
bei Adam Smith die Forderung nach leistungsbezogener Entlohnung der öffentlich Bediensteten und finanzielle Anreize.
Kann sich Privatisierungsinteresse
überhaupt mit einem Staatsinteresse decken?
Unbestritten gab es in Österreichs Staatsbetrieben Misswirtschaft, die aus der Vermengung von kartellähnlichem Marktschutz, „parteipolitischen“ Interessen in
Führungs- und Kontrollstrukturen zu
einer ungleichen Konkurrenzsituation
mit privat- und betriebswirtschaftlichen
Prinzipien führte. Unterstützt durch die
EU-Regularien und das internationale
Kartellrecht kam es zur Auflösung „privilegierter Bereiche“ und damit zur Modernisierung und Objektivierung auch des
(öffentlichen) Wirtschaftslebens.
Wie offenbart sich der Wandel des
öffentlichen Interesses?
In den vergangenen Jahrzehnten ist die
Wandlung des öffentlichen Interesses
nur unscharf kommuniziert worden. Zu
sehr waren Interessensgruppen (Parteien, Gewerkschaften, Kammern usw.)
im Entscheidungsprozess u.a. ideologisch
verankert tätig und zeigten wenig Interesse an einem öffentlichen Diskurs. Eine
Neudefinition des öffentlichen Interesses ist dringend notwendig. Sie muss in
eine Richtung weisen, dass alles, was das
Gemeinwesen betrifft, und alles, woran
Menschen kraft ihres Rechtsanspruches
teilhaben müssen, im ersten Blick nicht
zum Gegenstand privater Interessen degradiert werden darf. Der Rechnungshof
hat in seinen seit 2007 bis 2011 veröffentlichten Berichten (zuletzt mit 599 Thesen
in die Medien gekommen) klare Entschei-
19
Food for Thought
dungsgrundlagen erarbeitet. Traurig genug, dass weder die Legislative noch die
Exekutive im Lichte der aktuellen Staatskrise in notwendigem Ausmaß willig
zum Tätigwerden scheint. Damit ereilt
die Empfehlungen der wichtigsten Kontrollinstanz der Republik scheinbar das
gleiche Schicksal, wie vor Jahren dem Verfassungskonvent mit seinen vielen zielführenden Reformvorschläge. Bewusst
oder unbewusst, der Konvent arbeitete
nicht im Auftrag des Parlamentes und damit ohne bindende politische Bearbeitung
durch den Souverän.
Ein starker Staat kann und muss
agieren, nicht nur reagieren.
Gerade die Krise hat in fast allen europäischen Staaten gezeigt, wie wichtig und
wirksam ein Agieren des Nationalstaates
ist. Die zugegeben teuren Beschäftigungsprogramme 2008 bis 2010 stellen bei wenig Reibungsverlust den Regierungen ein
gutes Zeugnis aus. Nur sind dies Vorgriffe
auf die Zukunft, welche die Staatsverschuldung nachhaltig in die Höhe trieb.
Die Auswüchse der Finanzkrise im Jahre 2008 haben zudem gezeigt, dass ein
„schwacher Staat“ langfristig dem Markt
schadet; auch im Lichte des Länder-Ratings, welches zur Verwunderung vieler
soviel Einfluss auf die Gemeinwirtschaft
hat und weiter haben wird. Zwecks Definition der Kernaufgaben eines modernen
Staates nochmals den Blick zurück ins 16.
Jhdt. zum Theoretiker Hobbes werfen. Bereits er hat im Leviathan im Kapitel über
„öffentliche Beamten der souveränen Gewalt“ die absolut notwendigen Bereiche
der öffentlichen Verwaltung benannt, die
für ihn NUR durch Beamte, also durch
Menschen erledigt werden können, die
nicht nur vom Souverän damit betraut
werden, sondern in dieser Tätigkeit den
Staat selbst vertreten. Dazu gehören für
ihn die Finanzgewalt, die militärische
Gewalt, die Rechtsprechung, der Justizvollzug, die diplomatische Vertretung im
Ausland und die Bildung. Letztere deshalb, weil Lehrer Wissen im öffentlichen
Interesse vertreten und der Staat dafür die
Verantwortung trägt.
Das erlaubt die Differenzierung, dass es
neben öffentliche Aufgaben, die der Staat
20
selbst mit eigenem Personal auszuüben
hat auch solche gibt, die vom Staat garantiert, aber privatwirtschaftlich umgesetzt
werden können. z.B. Verkehrsinfrastruktur. Hier tritt der Staat als souveräner
Repräsentant auf, braucht aber nicht
mit höchster Autorität agieren. Es wäre
eine ehrliche Analyse wert, die Privatisierungs- und Ausgliederungsdebatten
einmal unter dieser Differenzierung zu
prüfen. Die Bereiche Energie, Wasser,
Verkehr, Gesundheit, Bildung, Sicherheit
würden sich anbieten. Dem Selbstverständnis des Staates samt dem gesamten
Bereich der Kontrolle und Garantie würde das gut tun. Und ob der Staat immer
der schlechtere Eigentümer ist, als ein
bunt zusammengewürfeltes Aktionärskonsortium, das schnelle Erfolge und weniger nachhaltige Entwicklung anstrebt,
steht auch auf dem Prüfstand.
Nur wer gestalten kann, ist als
politisches Subjekt glaubwürdig.
Aber auch auf einer anderen Ebene erfordert die Dynamik liberalisierter Märkte
einen funktionierenden Staat. Verluste
und Folgekosten der Liberalisierung werden fast immer von niemandem anderen
aufgefangen als vom sozialorientierten
Territorialstaat. Und ob die Pläne der
EU, die auf einen europäischen Bundesstaat mit einheitlicher Steuer- und Sozialgesetzgebung hinauslaufen, der Bestrebung nach einer sozial ausgewogenen
Leistungsgesellschaft entgegen kommen,
steht für mich noch lange nicht fest.
Der Souveränitätsverlust in diesem
Bereich könnte einen großen Identitätsverlust der Menschen in den Mitgliedsstaaten auslösen. Das leistet aus
meiner Erfahrung meist Sozialbetrug
und Abgabenhinterziehung als Begleiterscheinung Vorschub, der wiederum
mit noch mehr Überwachung und damit Unfreiheit bekämpft werden muss.
Man hat diesbezüglich Erfahrungen mit
dem EU-Subventionsbetrug. Auch das
stimmt mich nachdenklich. Denkt man
an den empathischen Zugang der Menschen zu „ihrem Staat“, der zumindest
noch heute weitgehend unser Gemeinwohl definiert muss man sich das Bild
des zukünftigen Staates schon ausmalen.
Mit einem „Schwundstaat der Armen
und Hilfsbedürftigen“ wird sich niemand anfreunden können, ebenso mit
einer schon heute unüberschaubaren
Zentralbürokratie in Brüssel.
Haben wir nun zu viel oder
zu wenig Staat?
Es gehört zu den paradoxen Erfahrungen
unserer Zeit, dass im macht- oder ordnungspolitischen Sinn der vielleicht
schwach gewordene Staat dem Bürger
als zu starker, penetrant in Freiheitsrechte eingreifender Staat erscheint. „Der
Staat“, schrieb Hegel (1717-1831) „ist die
Wirklichkeit der sittlichen Idee. Und er
ist dies, weil nur er imstande ist, die divergierenden Interessen der Individuen
zu einer Allgemeinheit zu bündeln“ Der
Staat ist nicht auch künftig nicht nur Vermittler der partikularen Interessen seiner
Bürger und er läßt sich nicht nur eine
Art Schiedsgericht und Wettbewerbsaufsichtsbehörde reduzieren.
Vielmehr betrachte ich ihn als den wirklichen Ausdruck des Allgemeinen in der
Bevölkerung und der öffentlichen Angelegenheiten. Ich möchte allerdings den
Staat nicht so verstehen, dass er dazu
tendiert, selbst zu einer moralischen Instanz zu werden, der seine Aufgabe darin
sieht, dem Bürger individuelle Freiheitsentscheidungen abzunehmen und ihm
die Grundregeln eines gesunden, politisch und sexuell korrekten, ökologisch
verträglichen Leben zu diktieren und
womöglich deren Einhaltung zu kontrollieren.
Die Frage, wie viel Herrschaft der Mensch
wirklich braucht soll uns Bürgern und
besonders uns Freunden offen bleiben.
Am Staat, seinen Repräsentanten, seinen
Absichten und im besonderen Maße am
Agieren seines Personal lässt sich gut beobachten, in welchem Zustand sich die unsere Sittlichkeit tatsächlich befindet.
Es wäre übertrieben, den aktuellen
Zustand als beruhigend zu bezeichnen.
Der Staat ist, so scheint es, eine Gefahr
– aber, und das macht die Sache so komplex, vielleicht dann doch auch unsere
„Rettungsinsel“.
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Seele and Geist
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