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Ehrenamt: Wieso nicht?! - Johannes-Kepler-Realschule

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22 x-bay
Nordbayerischer Kurier | Samstag/Sonntag, 7./8. Dezember 2013
Ehrenamt: Wieso nicht?!
Viele Jugendliche in Deutschland engagieren sich ehrenamtlich – x-bay stellt euch nun zwei von ihnen vor
VON JULIA ZIEGLER
Moment mal
Sie sind oft verrufen, dennoch längst keine Seltenheit
mehr: Videospiele. Es gibt
sie in allen möglichen Ausführungen, darauf ausgelegt, eine breite Masse anzusprechen. Wie viele andere auch zähle ich mich zu
den „Zockern aus Leidenschaft“. Jedoch gerade neue
Titel lassen einen Aspekt, der
früher richtig gemacht wurde, stark vermissen. Die
Spiele werden fast ausschließlich auf Onlinefunktionen reduziert, SplitScreen ist out. Aber gerade
das gemeinsame Zocken vor
einer Konsole machte für
mich den meisten Spielspaß
aus.
Denn wie lange ist es her,
dass man zusammen mit ein
paar Freunden vor dem
Fernseher saß und eine Runde „Mario Party“ spielte?
Entschieden zu lang.
Mit Sicherheit bin ich nicht
der einzige, der sich gerne
an die Tage zurückerinnert,
an denen er Stunden damit
verbrachte,
mit
seinen
Freunden die Welt von Zelda zu erkunden oder sich
heftige Gefechte in „Super
Smash Bros.“ lieferte.
Auch wenn meiner Meinung nach ein sehr schöner
Aspekt verloren ging, ist die
Welt des Zockens noch immer eine sehr faszinierende.
Eine die, wenn man sich auf
sie einlässt, viel Spaß und
Unterhaltung bringen kann.
Wie sich diese Welt zukünftig verändern wird,
bleibt abzuwarten. Was ich
allerdings jetzt schon sagen
kann: Ich freue mich trotzdem riesig drauf!
Allerdings lautet die Devise beim Zocken wie bei fast
allen Dingen, die Spaß machen: Alles in Maßen. Wer
zu viel vor dem Bildschirm
klebt läuft Gefahr, die Erfahrungen, die das echte Leben bereit hält, zu verpassen!
Sebastian
contact@x-bay.de
www.x-bay.de
Phone: 0921 294-183
Post:
Theodor-Schmidt-Straße 17
95448 Bayreuth
VIDEO DES TAGES
Gestrandet auf einer
einsamen Insel.
Arbeiten, ohne Geld dafür zu bekommen? – Für viele Jugendliche klingt das erst mal abschreckend. Trotzdem ist, laut
einer Studie des Bundesfamilienministeriums, jeder dritte
Deutsche über 14 Jahren ehrenamtlich engagiert. Ob bei der
Feuerwehr, im Sportverein oder
im Tierheim: Möglichkeiten zu
helfen gibt es viele.
Beim Freiwilligenzentrum in
Bayreuth gibt es das sogenannte „freiwillige soziale Jahr für
Schüler“ – ein Projekt, bei dem
sich alle Schüler ab der achten
Klasse ehrenamtlich, für etwa
zwei Stunden in der Woche, im
sozialen Bereich engagieren
können.
Dabei dürfen sie sich aussuchen, ob sie lieber mit Kindergartenkindern, Schulkindern,
Behinderten oder Senioren arbeiten wollen. Das Freiwilligenzentrum sucht dann eine
passende Einrichtung für die Jugendlichen. Am Ende gibt es sogar ein Zertifikat, das die Schüler später für ihre Bewerbungen
nutzen können. Bei dem Projekt
mit dabei sind auch die beiden
Schülerinnen Michelle Degelmann und Annalena Schultheiß.
Die 16-jährige Michelle aus
Eckersdorf besucht derzeit die
neunte Klasse der JohannesKepler-Realschule in Bayreuth.
Seit ungefähr drei Wochen unterstützt sie jetzt schon den
evangelischen
Kindergarten
Fanta(i)sie in Bayreuth tatkräftig und sagt, „es macht viel Spaß
mit den Kindern zu arbeiten.“
Außerdem war dort bis jetzt noch
kein Tag wie der andere. Ob ma-
Annalena Schultheiß hat sehr viel Spaß an ihrer Arbeit mit den
Kindergartenkindern.
Foto: red
len, Rudolph, das Rentier, basteln oder vorlesen – Die Arbeit
mit den Kindern ist sehr abwechslungsreich. Vom freiwilligen sozialen Jahr für Schüler
hat sie von Freundinnen erfahren. „In meiner Schule engagieren sich allgemein viele ehrenamtlich“, sagt sie, denn durch
ihre Lehrerin, Elke Zahn, werden die Schüler gut über soziale
Tätigkeiten informiert. Für Michelle ist soziales Engagement
allgemein sehr wichtig, denn sie
meint: „Es ist ja klar, dass man
sich gegenseitig helfen muss.“
Auch die 14-jährige Annalena
arbeitet ein Mal pro Woche freiwillig nach der Schule im Kindergarten. Sie ist Schülerin in
der neunten Klasse der Christian-Sammet-Mittelschule
in
Pegnitz.
Auf das Projekt ist sie durch
die Schule aufmerksam geworden. Danach hat sie sich ganz
einfach auf der Homepage des
Freiwilligenzentrums informiert
und angemeldet. Jetzt geht sie
jeden Montag nach der Schule
zwei Stunden lang in den evangelischen Kindergarten in Bronn,
um dort mit den Kindern zu singen, zu basteln oder Gitarre zu
spielen.
Für Annalena war die Entscheidung im Kindergarten zu
helfen keine schwierige, denn
die Arbeit mit Kindern liegt ihr.
Dreimal pro Woche übt sie in ihrer Schule lesen mit den Erstklässlern. Sie findet es schade,
dass es nicht mehr Leute in ihrem Alter gibt, die helfen, denn
von ihren Freunden engagieren
sich nur wenige ehrenamtlich.
„Es ist ja nicht so schlimm, ein
Mal die Woche irgendwo hinzugehen und mitzuhelfen“, findet die 14-Jährige.
Michelle Degelmann
Foto: red
Ehrenamt aber gar nicht so
schwierig zu erklären. Ehrenamt besteht aus den beiden Worten „Ehre“ und „Amt“. Es bedeutet also, dass man sich in seiner Freizeit für irgendeine gute
Sache freiwillig einsetzt. Man hat
also eine „ehrenvolle“ Aufgabe
in irgendeinem gemeinnützigen
Bereich („Amt“). Was man dabei macht, ist ganz egal. Man
kann im Tierheim Katzen streicheln, Senioren beim Spazieren
gehen begleiten oder zum Jugendrotkreuz – wichtig ist dabei nur, dass man sich das aussucht, was einem selbst am
meisten Spaß macht.
Wie engagiert seid ihr?
Für Jugendliche gibt es viele Möglichkeiten, ein Ehrenamt auszuüben. Aber macht ihr das auch?
neren Dörfern gibt es ständig
Aushänge, auf denen verschiedene Tätigkeiten angeboten
werden. Ich würde gerne eine
ehrenamtliche Tätigkeit übernehmen. Da wäre es mir auch
egal, was meine Freunde davon
halten.“
VON JONAS HECKEL
Jugendtrainer in einem Sportverein, Aushilfe in einem Kindergarten, Betreuung von Senioren, das sind nur einige Beispiele für das breite Angebot an
ehrenamtlichen Arbeiten, die ihr
bereits als Jugendliche annehmen könnt. Doch immer wieder
heißt es: „Die Jugend engagiert
sich nicht. Denen ist ihr Umfeld
doch egal.“ x-bay wollte von euch
wissen, ob an diesen Aussagen
etwas dran ist, und woran es liegen kann, wenn Jugendliche sich
in ihrer Freizeit nicht sozial engagieren.
Jonas (17): „Ich bin bei der Jugendfeuerwehr und beim CVJM
engagiert. Es macht mir großen
Spaß und außerdem habe ich
das Gefühl, dass ich meine Freizeit mit einer sinnvollen Tätigkeit verbringe. Zur Feuerwehr
bin ich durch meinen Vater gekommen, der schon lange dort
aktiv ist. Beim CVJM war ich
schon als Kind dabei. Ich bin also
in meine Aufgaben hineingewachsen. Man sollte nicht zu ehrenamtlichem Engagement gezwungen werde, sondern es
sollte immer der Spaß im Vordergrund stehen.“
Tobias (16): „Ehrenamtliches
Engagement finde ich sehr wichtig. Ich bin selbst durch eine
Nachwuchsaktion vor vier Jahren zu Jugendfeuerwehr gekommen. Seit ich 16 bin, darf
ich auch mit auf Einsätze fahren.
Ich würde mir wünschen, dass
sich mehr Jugendliche engagieren, denn ohne Nachwuchs kann
die Feuerwehr keinem mehr helfen. Viele meiner Freunde sind
auch bei der Feuerwehr.“
Jonas
Svenja (13): „Ich mache zur Zeit
nichts Ehrenamtliches. Ich helfe
zwar zum Beispiel bei der Kleidersammlung, wenn ich gefragt
werde, aber für eine regelmäßige ehrenamtliche Tätigkeit fehlt
mir die Zeit. Vom freiwilligen sozialen Schuljahr habe ich gehört. Ich finde die Idee sehr gut
und habe mir auch überlegt
nächstes Jahr mitzumachen. Am
liebsten würde ich etwas mit
Kindern machen, da ich später
auch einmal Lehrerin werden
möchte.“
Laura und Selina
Laura (15): „Ich kann mich nicht
ehrenamtlich engagieren, weil
mir dazu neben der Schule die
Zeit fehlt. Generell finde ich aber
die Idee eines freiwilligen sozialen Schuljahres sehr gut. Ich
würde gerne etwas mit Kindern
machen, wie zum Beispiel im
Kindergarten helfen. Leider
muss ich im Moment so viel lernen, dass selbst zwei Stunden in
der Woche schon zu viel sind.“
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auch bei Facebook: x-bay –
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Was bedeutet Ehrenamt?
Laut Duden ist ein Ehrenamt ein
„(besonderes öffentliches) Amt,
das überwiegend unentgeltlich
ausgeübt wird.“ Im ersten Moment versteht ihr jetzt vielleicht
nur, dass man meistens kein Geld
dafür bekommt. Eigentlich ist
Selina (14): „Auch ich muss im
Moment sehr viel für die Schule
machen, und kann mich deshalb
nicht engagieren. Ich fühle mich
aber sehr gut über das Angebot
an ehrenamtlichen Tätigkeiten
informiert. Bei uns in den klei-
Tobias
Svenja
Christoph
Christoph (16): „Zu Beginn dieses Schuljahres wurde ich auf
Vorschlag einer Lehrerin zum
Schülersprecher gewählt. Ich bin
dann allerdings relativ schnell
wieder zurückgetreten, als ich
gemerkt habe, dass ich als Schüler der Q11 nicht genug Zeit habe in der ich mich sinnvoll als
Schülersprecher einsetzen kann.
Wäre ich ein Jahr jünger, dann
wäre ich dabei geblieben. Das
freiwillige soziale Schuljahr halte ich für eine gute Idee. Allerdings muss man damit die richtigen Leute ansprechen. Vor allem die älteren Schüler habe dafür nämlich leider keine Zeit.“
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