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Der Schneehase ist wie so manche Alpenpflanze auch ein - JDAV

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Fernlehrgangskarte W11: Schneehase
Der Schneehase ist wie so manche Alpenpflanze auch ein Relikt der letzen Eiszeit, als
sich die Kältesteppe der Tundra von Norden her bis an die Alpen erstreckte. Auf Tour
im winterlichen Hochgebirge sieht man seine typischen Spuren häufig. Ihn selbst
aber bekommt man so gut wie nie zu Gesicht.
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Wichtig für uns als Bergsteiger
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Der Schneehase steht bei allen größeren Raubtieren der Alpen
ganz oben auf der Speisekarte. Dank seines geringen Gewichts
und der stark behaarten Pfoten, die wie Schneeschuhe das
Einsinken im weichen Schnee verhindern, kann er sich schnell und
energiesparend fortbewegen. Räubern wie z.B dem Fuchs fällt die
„Spurarbeit“ wesentlich schwerer. Durch Schneeschuh- oder
Skispuren allerdings werden ihm energiesparende Wege und ein
größerer Operationsradius erschlossen. Meistens ist die erste
Tierspur, die man am Morgen nach Neuschneefällen oberhalb der
Waldgrenze zu sehen bekommt, eine Hasenfährte. Schneehasen
nutzten die ruhige Zeit nach dem Abklingen der Schneefälle, wenn es für den Fuchs noch zu
mühsam zum Spuren und Jagen ist.
Um der Bedrohung durch Fressfeinde zu entgehen ist der Schneehase meist nur nachts und
in der Dämmerung aktiv. Der Bedrohung durch den Adler, der auf gute Sichtverhältnisse und
Thermik angewiesen ist, kann er so entgehen. Fuchs und Marder hingegen lassen sich nicht
so einfach vermeiden. Durch gelegentliches Zurücklaufen in der eigenen Spur und weite
Absprünge zur Seite versucht der Schneehase die in seiner Spur laufenden Verfolger in die
Irre zu führen.
Der Schneehase legt wie der Feldhase keinen Erdbau an. Tagsüber drückt er sich an einer
versteckten, windgeschützten Stelle in eine Mulde, die sogenannte Sasse, und verharrt dort
im Vertrauen auf die Tarnwirkung seines graubraunen Sommerpelzes. Im Winter drückt er
sich in Mulden im Schutz von Felsen oder Büschen. Dank seines weißen Winterpelzes ist er
auf Schnee nahezu unsichtbar, solange er sich nicht bewegt. Bei Schneefall lässt er sich
einschneien, um in der Schneehöhle vor Wind und Kälte geschützt zu sein.
Er ernährt sich von Gräsern, Kräutern, Knospen und Beeren. Auch Triebspitzen von Büschen
und Jungbäumen oder die Rinde weicher Laubbäume wie Grünerle, Eberesche und Weide
wird gefressen.
Außerdem erzählenswert
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Der Schneehase ist im ganzen Norden Europas und Asiens verbreitet. Die Alpen, wo der
Schneehase von 1500 m bis maximal 3500 m vorkommt, stellen ein Rückzugsgebiet nach
dem Abklingen der letzten Eiszeit vor ca. 11000 Jahren dar.
Wie auch andere Bewohner der polaren und subpolaren Zonen, z.B. der Schneefuchs, weist
der Schneehase einige typische Anpassungen auf: Neben dem Winterpelz, der mit Ausnahme
der Ohren- (Löffel-)spitzen schneeweiß ist, und den stark behaarten, breiteren Pfoten fällt
vor allem die Körperform auf. Sie ist im Vergleich zum Feldhasen, seinem nächsten
Verwandten, kompakter und runder, die Extremitäten sind kürzer. Dadurch wird die
Körperoberfläche und damit der Wärmeverlust minimiert. Die Tragzeit vor der Geburt der
Junghasen ist verlängert um diese möglichst lange geschützt zu halten und erst voll
entwickelt der harten Umwelt auszusetzen. Die Fruchtbarkeit, d.h. die Zahl der Würfe pro
Jahr und die Anzahl der Jungtiere pro Wurf, ist geringer als beim Feldhasen.
Die Häsin setzt nach der recht langen Tragzeit von 50 Tagen 2 – 4 Junge. Diese können
nach 9 Tagen bereits pflanzliche Nahrung aufnehmen. Die kräftezehrende und gefährliche
Stillzeit wird so auf ein Minimum reduziert. Um das Aufspüren der Junghasen in der Sasse zu
erschweren, besitzen diese noch keine funktionierenden Duftdrüsen. Sie werden von der
Mutter nur ein- bis zweimal täglich, meist in der Dunkelheit, zum Säugen oder Füttern
aufgesucht. Nach ca. 4 Wochen sind sie selbständig. Schneehasen können bis zu 8 Jahre alt
werden.
Methodischer Tip: Die beste Möglichkeit ist es, auf Tour die Spuren zu untersuchen. Wenn man
sie etwas verfolgt, erschließt sich möglicherweise auch das Aktivitätsmuster der Schneehasen,
z.B. wenn Fraßspuren an Latschen oder Gräsern erkennbar sind. Idealerweise hat man dann noch
ein Bild und das DAV Faltblatt „Tierspuren“ dabei.
Weitere Informationen:
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Bang / Dahlström: „Tierspuren“, BLV
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www.worldofanimals.de
Bundeslehrteam Naturschutz - Umweltbildung
Stand: 28. November 07
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Reisen
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