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In welchen Zürcher Gemeinden wächst die Bevölkerung und wieso ?

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In welchen Zürcher Gemeinden
wächst die Bevölkerung und wieso ?
Hans-Peter Bucher
Statistisches Amt des Kantons Zürich
Statistiktage Luzern 15. November 2007
Bevölkerungswachstum ZH
Inhalt
2
1.
2.
3.
4.
Ausgangslage
Kommunale Unterschiede im Bevölkerungswachstum
Identifizieren der Einflussfaktoren: Modell
Fazit / Ausblick
Statistiktage Luzern 15.11.2007
1. Ausgangslage
•
•
Bevölkerungswachstum ZH
•
3
•
•
•
Im Kanton Zürich wächst die Bevölkerungszahl seit einigen Jahren
relativ stark an. Das Wachstum liegt über dem schweizerischen
Mittel.
Die Bevölkerung im Kanton Zürich wächst vor allem durch
Wanderungsgewinne, aber auch durch Geburtenüberschüsse.
Hinter dem allgemeinen Wachstumstrend verstecken sich aber
regionale und – vor allem – kommunale Unterschiede.
Fragestellung:
• In welchen Zürcher Gemeinden wächst die Bevölkerung, in
welchen nicht?
• Welches sind die Gründe für die Unterschiede?
Ziel: Versuchen, die Unterschiede in der Bevölkerungsdynamik mit
Hilfe eines einfachen Regressionsmodells zu erklären.
Untersuchungszeitraum: 14 Jahre (Ende 1992 bis Ende 2006)
Statistiktage Luzern 15.11.2007
Der Kanton Zürich ist stark besiedelt
•
Bevölkerungswachstum ZH
•
4
Metropolitanregion Zürich
95% der Einwohner im Kanton
Zürich wohnen in einer Agglomerationsgemeinde
Die Agglomeration Zürich hat
sich bis über die Kantonsgrenzen ausgeweitet.
Kanton ZH 1992 – 2006 (14 Jahre):
• Bevölkerung +10% (+115‘000)
zu 2/3 Wanderungsgewinne
zu 1/3 Geburtenüberschüsse
starkes Wachstum seit 1998
• Wohnungsbestand +18%
(+95‘000)
Statistiktage Luzern 15.11.2007
2. Kommunale Unterschiede im Bevölkerungswachstum
•
Bevölkerungswachstum ZH
•
Im Kanton Zürich nimmt die
Bevölkerung zu, aber nicht
überall gleich stark
Variabilität auch innerhalb
der Regionen
Entwicklung ZH 1992-2006
• Zunahme in 164, Abnahme
in 7 Gemeinden
• In 23 Gemeinden lag
Wachstum bei über 35%
• Stärkeres Wachstum in
periurbanen Gemeinden,
schwächeres in Zentren
und Agglomerationsgürtel
1950
5
Statistiktage Luzern 15.11.2007
Beispiele
Ausgewählte Gemeinden im Kanton Zürich
Hettlingen
Winterthur
Kloten
Zürich
Bassersdorf
Mönchaltorf
Bevölkerungswachstum ZH
Stallikon
6
•
Es gibt auch Unterschiede im zeitlichen
Verlauf.
Statistiktage Luzern 15.11.2007
3. Identifizieren der Einflussfaktoren: Modell
•
Kann mit den vorliegenden Daten der amtlichen Statistik gezeigt
werden, welches wichtige Einflussfaktoren sind?
Bevölkerungswachstum ZH
Regressionsmodell:
• 1. Schritt: Aufbereiten von Gemeinde-Indikatoren (Jahresdaten)
7
•
2. Schritt: Identifizieren der wichtigen Einflussfaktoren mit Hilfe eines
einfachen Regressionsmodells
•
3. Schritt: Versuchen, mit Hilfe des Modells die Bevölkerungszahl für
das nächste Jahr zu schätzen
(als ergänzende Informationen zu unserem Komponentenmodell
SIKURS: „Regionalisierte Bevölkerungsprognosen für den Kanton
Zürich“)
Statistiktage Luzern 15.11.2007
Es wirken vielfältige Einflussfaktoren (Auswahl)
Bevölkerungswachstum ZH
Standort-Attraktivität
Externe Sondereinflüsse
Lage
1990 Eröffnung S-Bahn
Nähe zu Zentren
2001 Grounding Swissair
Verkehrsanbindung
2002 Spatenstich A4
Steuerbelastung
Immissionen
Steuerkraft
Flughafen
Preisniveau
Bevölkerungsentwicklung
Autobahn
Arbeitsplätze
einer Gemeinde
8
Demographie
Polit. Rahmenbedingungen
Bevölkerungsstruktur
Gemeinde will wachsen
Anteil Familien
Wohnungsbau
Bauzonenreserven
Zuwanderung
Wohnbautätigkeit
Kantonaler Richtplan
Geburtensaldo
Verfügbarkeit Bauland
Wandersaldo
Investitionen in Wohnbau
Wohnungsmarkt, Nachfrage
Statistiktage Luzern 15.11.2007
Modell: Was wurde gemacht?
•
•
•
•
Bevölkerungswachstum ZH
•
9
•
•
Multiples lineares Regressionsmodell
Gemeinde-Indikatoren für 171 Zürcher Gemeinden über 14 Jahre
(Jahre 1993 bis 2006), d.h. 2394 Fälle
Zielvariable: Bevölkerungswachstum in %
Erklärende Variablen: geprüft wurden über 30 Variablen, in unterschiedlicher Form. Voraussetzung für den prognostischen Teil sind
voraus laufende Werte.
Modell wurde auf folgende erklärende Variablen reduziert:
Wohnungszugang, Wohnungen im Bau, Wohnungen baubewilligt,
Leerwohnungen, Zuwanderung, Bodenpreise, Steuerfuss
Aus Modell eliminiert wurden (hoher p-Wert, Kollinearität) u.a.
Steuerkraft, Nähe zu Zürich, Erreichbarkeit OeV, Einw. Alter 20-40J.,
Frauen 15-49J., Ausländeranteil, Geburtensaldo, Wandersaldo,
Bauzonenreserven, fertig erstellte Wohnungen (EFH, MFH),
Gemeindegrösse, Gemeindetyp
Das Modell erfüllt die Modellvoraussetzungen (Residuenanalyse)
Statistiktage Luzern 15.11.2007
Parameter-Werte
Bevölkerungswachstum ZH
Variable Bezeichnung
Intercept Achsenabstand
10
Parameter
0.1722
Anteil an
erklärter
Varianz in %
wbapv1
Wohnungen im Bau in %, Vorjahr
0.3382
55.8
wozpv1
Wohnungszugang in %, Vorjahr
0.1765
33.8
wozpv2
Wohnungszugang in %, vor 2 Jahren
0.0601
5.3
wbepv1
Wohnungen baubewilligt in %, Vorjahr
0.0999
3.3
lwpv1
Leerwohnungen in %, Vorjahr
0.1238
1.2
zuEv1
Zuwanderung pro 1000 Einw., Vorjahr
0.0041
0.4
boprv1
Bodenpreis in 100 CHF, Vorjahr
-0.0487
0.1
stfv1
Steuerfuss, Vorjahr
-0.0051
0.2
Signifikanz
Adjusted R-squared
FG
•
•
•
•
***
***
***
***
***
*
*
.
37.5%
2385
Mit dem Modell kann 37% der Varianz erklärt werden.
Wichtigste erklärende Variable ist „Wohnungen im Bau im Vorjahr“,
zweitwichtigste „Wohnungszugang im Vorjahr“.
Eigentlich nichts Neues: Die Bevölkerung wächst wo gebaut wird.
Der Einfluss von Bodenpreis und Steuerfuss (aber auch Steuerkraft,
Zentralität) scheint weniger bedeutend zu sein.
Statistiktage Luzern 15.11.2007
Wie können die Zahlen interpretiert werden?
•
Modell: Steigt der Wert der Variable „Wohnungen im Bau im Vorjahr“
um 1 %-Punkt (andere Werte konstant), so erhöht sich der Wert der
Zielvariable „Bevölkerungszuwachs in %“ um 0.338 %-Punkte.
Bevölkerungswachstum ZH
"Durchschnittsgemeinde" im Kanton Zürich
11
X
Y
Mittelwert der
171 Gemeinden
Veränderung Ergebnis
über 14 Jahre, in %
%-Punkte %-Punkte
2.361
1
3.361
Wohnungen im Bau im Vorjahr
1.177
0.338
1.515
Bevölkerungszuwachs im Jahr
Statistiktage Luzern 15.11.2007
Prognosen für das nächste Jahr ?
Bevölkerungswachstum ZH
•
12
•
Für die Gemeinde
Bassersdorf stimmt das
Modell recht gut. Das
ist aber noch nicht für
alle Gemeinden der
Fall.
Um wirklich kurzfristige
Prognosen für jede
Gemeinde machen zu
können, muss das
Modell noch ausgebaut
werden.
Statistiktage Luzern 15.11.2007
4. Fazit / Ausblick
•
•
Das vorliegende Modell ist ein einfaches Modell und stellt eine
vereinfachte Approximation dar.
Das kommunale Bevölkerungswachstum ist von vielfältigen Einflussfaktoren abhängig, die nicht alle modelliert werden können. Mit dem
Modell kann 37% der Varianz erklärt werden.
Das Modell deckt nicht alles ab und ist noch ausbaufähig. Mögliche
Ansätze sind:
– Weitere Variablen (auch zeitabhängige)
– Verbesserungen am Modell
– Andere Verfahren (z.B. fixed effects model, mixed effects model)
•
Anregungen sind erwünscht!
Bevölkerungswachstum ZH
•
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Statistiktage Luzern 15.11.2007
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Gesundheitswesen
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