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Deutschland – Bad Salzschlirf – Kuren wie am Toten Meer

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TOURENTIPPS
Deutschland – Bad Salzschlirf
– Kuren wie am Toten Meer
Leichtigkeit des Seins
Beinahe schwerelos treiben die Badegäste des Hotels Aqualux im hessischen Bad Salzschlirf auf dem Wasser
der hauseigenen Pools. Einige haben
sich Kunststoffkissen in den Nacken
gelegt und staunen, wie Knie, Bauch
und Fußspitzen ganz ohne Schwimmbewegungen aus dem warmen Wasser
ragen. Andere wiederum räkeln sich auf
den Liegeflächen am Beckenrand und
dösen vor sich hin. Im Hintergrund leise Meditationsmusik, kaum jemand
spricht. „Ich fühle mich wie ein Astronaut im Weltall“, flüstert ein Besucher
aus dem nahe gelegenen Fulda. „Das
Wasser trägt mich, meine Muskeln sind
völlig entspannt“. Kein Wunder, denn
im Aqualux Spa wird gebadet wie im
Toten Meer. Mitten in Deutschland.
Von der Idee zur Klinik Vor über 20
Jahren führte es den Unternehmer Karl
Schneider während einer Studienreise
zum Toten Meer. Begeistert von
der heilenden Wirkung der
besonderen Licht- und Wasserverhältnisse entstand die
Idee, das Tote Meer nach Hessen zu holen. Was anfangs aberwitzig klang, wurde 1982 mit dem
Kauf einer Kurklinik am Rande von
Bad Salzschlirf konkret. Dort ließ
Schneider die klimatischen Bedingungen des Toten Meeres nachbilden
Die P·T·A in der Apotheke 34 (2005), Heft 11
und optimierte sie für die Therapie
hautkranker Menschen. Seitdem werden dort erfolgreich Patienten mit chronischen Krankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder auch Rheuma behandelt. Nach wie vor wird das
mineralhaltige Salz direkt vom Toten
Meer importiert und in einem aufwändigen Verfahren zur Sole aufbereitet.
Der Gedanke, die Heilkraft des Toten
Meeres auch Wellness-Gästen anzubieten, lag nah. So entschied sich Eigentümer Schneider, eines der Klinikgebäude zum Hotel umzubauen.
Verwandlung zum Wellnesshotel Seit
2002 leitet Direktor Kurt Decker das
Hotel Aqualux. „Als ich anfing“, erzählt
er rückblickend, „herrschte hier noch
Klinikbetrieb“. Doch Ausbau und Renovierung waren bereits im vollen Gange.
„Wir wollten nie ein reiner Wellness-
tempel werden, sondern unsere Erfahrungen aus der Kurmedizin in unser
Angebot einfließen lassen“. Darin unterscheidet sich das Aqualux noch heute von anderen Anbietern. Im Oktober
2004 verließ der letzte Patient das
Haus, seitdem ist es ein reiner Hotelbetrieb mit 126 Doppelzimmern, Sauna- und Solebereich, Sporthalle und
Fitnessraum sowie einem umfangreichen Angebot an Kursen wie Wirbelsäulengymnastik, Aqua Aerobic oder
Nordic Walking. „Unser Ansatz ist ganzheitlich“, sagt Decker, „wir ermuntern
die Gäste zur körperlichen Bewegung
und bieten gleichzeitig Entspannung
durch Massagen, Aromatherapie oder
ayurvedische Behandlungen“. Ein Relikt aus Klinikzeiten sind die abendlichen Vorträge zu Gesundheitsthemen,
die bei den Hotelgästen auf reges Interesse stoßen. Wenn es um Ernährung
oder Entspannungstechniken geht, sind
die Seminarräume proppenvoll. Mit einer durchschnittlichen Auslastung von
70 Prozent kann Decker zufrieden sein.
Und immerhin: Das Haus konnte im
letzten Jahr bereits vier Sterne des
Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes einheimsen. Doch am
Ziel ist die Crew noch nicht. Derzeit
wird der Saunabereich komplett neu
gestaltet, danach werden zusätzliche
Tagungsräume ausgebaut. „Zu tun gibt
es hier immer etwas“, sagt Decker.
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© Spa & Wellness Hotel Aqualux
TOURENTIPPS
Das königliche Bad Wer sich nicht zu
den anderen Gästen in den Pool gesellen möchte, kann das Wasser des Toten
Meeres beim individuellen Wannenbad
genießen. Ganz nach Bedarf werden
die Sprudeldüsen am Wannenboden
aktiviert, von oben scheint das gefilterte UV-Licht auf den
Körper und sorgt für
angenehme Wärme.
Und nicht nur das:
Auf schonende
Weise wird die
Haut gleichzeitig leicht gebräunt. Die
Privatbäder
sind die Domäne von Elvira
Schösser. Sie
erklärt den Gästen die Bedienung der HighTech-Wanne und ihren
Nutzen. „Durch die Wirkstoffe im
Wasser wird die Haut besonders gut gereinigt“, sagt sie und zeigt auf den
leicht schmutzigen Rand einer Wanne,
in der kurz zuvor ein Gast gebadet hat.
Nach dem Bad sind die Hautporen besonders aufnahmefähig. Eine gute Gelegenheit, sich unter den professionellen Händen von Elvira Schösser eine
sanfte ayurvedische Ölmassage zu gönnen.
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Licht und Wasser Marie-Luise Preil ist
Assistenzärztin in der dermatologischen
Abteilung der Tomesa-Klinik. Täglich
sieht sie den Nutzen der Lichttherapie,
kombiniert mit dem Wasser vom Toten
Meer. „Eigentlich ist das Prinzip ganz
einfach. Durch die hohe Konzentration
von Mineralstoffen im Wasser wird die
Haut aufgelockert. So können die UVStrahlen bis in die tief gelegenen Hautschichten vordringen und die Entzündungsherde heilen“. Die Salzkonzentration im Toten Meer liegt bei etwa 30
Prozent, in Bad Salzschlirf wird mit 8
Prozent gearbeitet. „Das reicht völlig
aus“, meint Preil, eine höhere Konzentration reizt die Haut nur zusätzlich. Für
die verschiedenen Krankheiten wird
UV-Licht unterschiedlicher Wellenlänge
eingesetzt. Bei akuten Schüben von
Neurodermitis wird ein Kaltlicht verordnet, ein Licht mit stark reduziertem
Infrarotanteil. Gegen Schuppenflechte
hat sich die Mischung aus UV-A- und
UV-B-Licht bewährt. „Zeit und Intensität der Bestrahlung legen wir individuell fest, ein Vorteil gegenüber dem
Naturlicht am Toten Meer“. Und auch
Wellnessgäste profitieren von der von
der Kraft des Toten Meeres. Schließlich
fördert das Licht die körpereigene Produktion von Vitamin D3, die Mineralstoffe des Wassers entspannen, desinfizieren und beruhigen die Haut. ●
Bettina Hagen
GROS SER
BINNENSEE
Eigentlich ist das Tote Meer
nur ein Binnensee, mit einer
Größe von 1020 Quadratkilometern. Er grenzt an Israel,
das israelisch besetzte Westjordanland und an Jordanien.
Mit 395 Metern unter dem
Meeresspiegel ist es der tiefstgelegene See der Erde und
wird von zahlreichen unterirdischen Quellen stetig mit wertvollen Mineralstoffen versorgt.
Der Salzgehalt des Toten
Meers liegt zwischen 28 und
33 Prozent. Zum Vergleich:
Die Salzkonzentration im Mittelmeer liegt bei nur 3 Prozent. Menschen mit chronischen Hautkrankheiten reisen
in der Hoffnung an das Tote
Meer, ihre Beschwerden zu
lindern. Seine therapeutische
Wirkung liegt am hohen Gehalt verschiedener Mineralien
wie Magnesium, Kalium, Natrium oder Bromid. In Kombination mit dem Wasser erreichen die heilenden UV-Strahlen die tieferen Hautschichten.
Die P·T·A in der Apotheke 34 (2005), Heft 11
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Reisen
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