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Die Kleine Anfrage: Dreckiges Geld – Wie fest sitzen - WDR 5

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Leonardo - Wissenschaft und mehr
Sendedatum: 03. April 2014
Die Kleine Anfrage:
Dreckiges Geld – Wie fest sitzen Bakterien auf Geldscheinen?
von Daniela Knoll
Atmo: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen maschinell Geldscheine
Sprecherin:
In der Halle des Bargeld-Logistikers „Prosegur“ wird Bargeld gesammelt, gezählt und
für den Weiter-Transport verpackt. Wie man die Banknoten bearbeitet, erklärt die
Leiterin des Kölner Bargeld-Centers, Diana Rehberg.
O-Ton:
„Das sind unsere Multistückelungsmaschinen, mit denen wir hier arbeiten.
Und mit der bearbeiten wir unser Notengeld und zählen halt Handel sowie
Banken.“
Atmo: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen maschinell Geldscheine
Sprecherin:
Die Banknoten werden oben auf die Geldzählmaschine gelegt, eingezogen und
unten wieder ausgeworfen. Falschgeld wird sofort erkannt und aussortiert. Ab und zu
riecht Geld sogar, erzählt Diana Rehberg.
O-Ton:
„Geld riecht in dem Moment, wenn es mit bestimmten Gerüchen in
Verbindung kommt. Also zum Beispiel in einem Fischgeschäft. Dann riecht
es, wenn man halt eben das Geld in die Hand nimmt und durch die Maschine
jagt. Aber danach ist’s auch schon wieder weg.“
Atmo: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen maschinell Geldscheine
© Westdeutscher Rundfunk Köln 2014
Dieses Manuskript einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen
Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des WDR unzulässig. Insbesondere darf das Manuskript weder
vervielfältigt, verbreitet noch öffentlich wiedergegeben (z.B. gesendet oder öffentlich zugänglich gemacht) werden.
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Sprecherin:
Auch Schweiß und Haut-Talg setzen sich auf den Banknoten ab. So sind
verschmutzte Banknoten nicht nur unansehnlich, sondern oft auch voll mit Bakterien.
Aber wie fest haften Bakterien eigentlich auf Geldscheinen? Bei dieser Frage soll
eine Geldzählmaschine helfen. Dazu werden Bakterien-Proben von Fünf-EuroBanknoten genommen. Die eine Hälfte der mitgebrachten Scheine wurde unter UVLicht sterilisiert. Diese Banknoten sollten also einigermaßen keimfrei sein. Die
andere Hälfte wurde nicht besonders behandelt. Von den Banknoten wurden sowohl
vor dem Zählen als auch nach dem Zählen mit der Geldzählmaschine
Bakterienproben genommen. Man drückt kurz den blutroten Gelee von sogenannten
„Abklatschplatten“ auf die Banknote und lässt die so gesammelten Bakterien einige
Tage im Brutschrank wachsen.
Atmo: Schritte im Labor, Brutschrank-Tür öffnen, Laborgeräte surren
O-Ton:
„Dann wollen wir mal ins Labor gehen. Das ist der Brutschrank, da sind die
Platten jetzt zwei Tage lang bei 36 °C inkubiert worden. Von Weitem sieht
man schon, es ist etwas gewachsen... dann nehmen wir sie mal raus... und
suchen uns einen Platz auf dem Tisch (stellt Platten auf denTisch und
schließt Brutschrank).”
Sprecherin:
…sagt Achim Kaasch. Er ist Klinischer Mikrobiologe am Institut für medizinische
Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene des Universitätsklinikums Köln.
O-Ton:
„Wenn man das sieht, hat man auf den ersten Blick natürlich den Eindruck,
dass da sehr viele Bakterien auf der Oberfläche der Geldscheine sind. Es
sind aber alles Bakterien der Hautflora.“
Atmo: Laborgeräte surren
Sprecherin:
Auf den Platten sieht man die Bakterien-Ausbeute von den untersuchten Fünf-Euro-
© Westdeutscher Rundfunk Köln 2014
Dieses Manuskript einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen
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Scheinen... Vorsichtig nimmt Kaasch eine weitere Platte in die Hand.
O-Ton:
„Das sind möglicherweise hier noch vergrünende Streptokokken. Das könnte
auf Mundflora hindeuten ... hier ebenso (öffnet Deckel von Abklatschplatte).
Auf einem Schein finden wir eine Kolonie, wahrscheinlich eines Bazillus. Das
ist möglicherweise über die Luft darauf gekommen (legt Platten bei Seite).
Die anderen beiden Scheine sind steril.“
Sprecherin:
Bazillus-Bakterien leben zum Beispiel auf Pflanzen. Darmkeime wurden im Test
keine gefunden. Die seien auf unbelebten Oberflächen sowieso nur selten
nachweisbar, so Kaasch. Interessanterweise waren nach dem Zählen mehr
Bakterien auf dem Geldschein als vorher...
O-Ton:
„Nach dem Zählen ist – wie bei den anderen Scheinen – ungefähr die
zehnfache Menge drauf. Ich schätze mal, etwa fünfzehn bis zwanzig Kolonien
sind hier zu sehen. Das heißt, sie sind steril oben drauf gegangen. Aber
kamen dann unten kontaminiert raus.“
Sprecherin:
Kaasch hat eine plausible Erklärung dafür, wie die Bakterien auf die Banknoten
gekommen sein könnten.
O-Ton:
„Das kann entweder in der Maschine passieren oder direkt beim Auffangen in
der Maschine. Also sie sitzen nicht so fest, als dass sie auf den Scheinen
haften bleiben. Sondern sie werden zum Beispiel auf die Walzen übertragen.“
Sprecherin:
Man kann also sagen, dass Bakterien sehr leicht übertragen werden. Zumindest,
wenn es sich um Bakterien der Hautflora oder der Umwelt handelt. Und dabei ist es
egal, ob es die Gummiwalze einer Multistückelungsmaschine ist, ein Fünf-EuroSchein oder die Hand eines Fischhändlers.
© Westdeutscher Rundfunk Köln 2014
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Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des WDR unzulässig. Insbesondere darf das Manuskript weder
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