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Bericht Gesundheit in Deutschland - 1. Wie steht´s um unsere

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Gesundheit in Deutschland, 2006
Wie steht’s um unsere Gesundheit?
1. Wie steht’s um unsere Gesundheit?
Kernaussagen
► Die Lebenserwartung in Deutschland liegt für Frauen bei 81,6 und für Männer bei 76 Jahren.
(Kapitel 1.1.1)
► Jeder fünfte Deutsche schätzt seine Gesundheit als "sehr gut" ein, nur etwa jeder hundertste als
"sehr schlecht". (Kapitel 1.1.4)
► Innerhalb eines Jahres durchleben 15 Prozent der Frauen und acht Prozent der Männer eine
depressive Phase. (Kapitel 1.2.3)
► 11.000 Deutsche nehmen sich jedes Jahr das Leben, über 70 Prozent von ihnen sind Männer.
(Kapitel 1.2.3.1)
► Die Zahl Demenzkranker liegt heute bei rund einer Million. Nach derzeitigen Schätzungen kann sie
sich bis zum Jahr 2050 verdoppeln. (Kapitel 1.2.4)
► Jede fünfte Frau und jeder siebte Mann leidet unter chronischen Rückenschmerzen.
(Kapitel 1.2.5.1)
► Während die Lungenkrebshäufigkeit bei Männern abnimmt, nimmt sie bei Frauen wegen eines
gestiegenen Zigarettenkonsums zu. (Kapitel 1.2.6.1)
► Das Gebiss 12-jähriger Schulkinder ist mit durchschnittlich 1,2 von Karies befallenen Zähnen so
gesund wie nie zuvor. (Kapitel 1.2.7)
► In Deutschland leben insgesamt 49.000 HIV-infizierte Menschen. (Kapitel 1.2.8.1)
► Der Krankenstand unter den Erwerbstätigen ist seit Mitte der 1990er Jahre deutlich gesunken und
liegt in alten und neuen Bundesländern inzwischen auf annähernd gleichem Niveau. (Kapitel 1.3.1)
► Zwei Millionen Deutsche sind pflegebedürftig, die Mehrheit von ihnen wird zu Hause von meist
weiblichen Familienangehörigen versorgt. (Kapitel 1.3.4)
► Etwa 70 Prozent aller Todesfälle werden durch Herz- Kreislauf-Erkrankungen und Krebsleiden
verursacht. (Kapitel 1.4.2)
► Die Säuglingssterblichkeit in Deutschland gehört mit etwa vier Todesfällen pro 1.000
Lebendgeborenen zu den niedrigsten in der EU. (Kapitel 1.4.4)
►Zusammenfassung
Die Gesundheit der Deutschen hat sich in den letzten zehn Jahren insgesamt verbessert. Die
Lebenserwartung ist weiter gestiegen, die Sterblichkeit zurückgegangen. Damit hat sich ein seit den
1970er Jahren zu beobachtender Trend fortgesetzt. Auch die Unterschiede zwischen den alten und neuen
Bundesländern sind geringer als noch im Jahr 1990. Die Bevölkerung in Ostdeutschland holt bei der
Lebenserwartung zügig auf. Insbesondere Frauen leben in Ost und West inzwischen nahezu gleich
lang.
Dennoch profitieren nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen von der günstigen Entwicklung der
vergangenen Jahre. So stehen Menschen aus schwächeren sozialen Schichten in vieler Hinsicht
gesundheitlich schlechter da als der Durchschnitt. Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich
Unterschiede. Beispielsweise versterben Männer deutlich häufiger als Frauen an Krankheiten, die durch
abträgliche Arbeitsbedingungen oder einen riskanten Lebensstil mit verursacht werden.
Bemerkenswert ist, dass sich das Krankheitsspektrum insgesamt offenbar verschiebt. Obwohl HerzKreislauf-Erkrankungen weiterhin zu den häufigsten Todesursachen zählen, ist ihr Anteil an der
Gesamtsterblichkeit zurückgegangen. Zudem werden heute weniger Erwerbstätige als vor zehn Jahren
wegen Herz- Kreislauf-Krankheiten arbeitsunfähig oder vorzeitig berentet.
Gesundheit in Deutschland, 2006
Wie steht’s um unsere Gesundheit?
Psychische Erkrankungen dagegen, die nach Daten des Bundes- Gesundheitssurveys 1998 weit in der
Allgemeinbevölkerung, vor allem bei Frauen, verbreitet sind, spielen sowohl bei Arbeitsunfähigkeitsfällen
wie Frühberentungen eine immer größere Rolle. Zu erheblichen volkswirtschaftlichen Krankheitsfolgen
führen auch Leiden des Muskel- und Skelettsystems, beispielsweise Rückenschmerzen und
Arthrose.
Im Gegensatz zu den Trends bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen stieg die Häufigkeit von
Krebsneuerkrankungen an, die Sterblichkeit an Krebs dagegen sank. Zudem verbesserten sich die
Überlebensaussichten bei bösartigen Tumoren. In den kommenden Jahrzehnten könnte die Zahl neuer
Krebserkrankungen deutlich steigen, weil mit einem wachsenden Anteil älterer Menschen in der
Bevölkerung gerechnet werden muss und sich Krebsleiden im höheren Lebensalter häufen.
Unterdessen gewinnen Infektionserkrankungen, die in den letzten Jahrzehnten insgesamt stark rückläufig
waren, erneut an Bedeutung. Dies steht in engem Zusammenhang mit einem verstärkten touristischen
Reiseverkehr, politischen Wandlungen beispielsweise in Osteuropa, einer Zunahme riskanter
Verhaltensweisen und dem Auftauchen resistenter Erreger. So hat sich der Anteil schwer zu
bekämpfender Tuberkulosebakterien in den vergangenen Jahren erhöht. Auch zeigt sich ein Rückgang
des Kondomgebrauchs, was neuen HIV-Infektionen Vorschub leisten könnte.
Die größte Herausforderung für das Gesundheitssystem liegt indes in der Alterung der Gesellschaft.
Nicht allein Krebserkrankungen, sondern auch Leiden wie Diabetes, Osteoporose, Schlaganfall und
Demenz nehmen mit steigendem Lebensalter zu. Durch den demografischen Wandel relativieren sich
daher auch die insgesamt positiven Gesundheitstrends der letzten Jahre. So können die Deutschen zwar
mit einem langen - und über lange Zeit in Gesundheit verbrachten - Leben rechnen. Gleichzeitig aber
werden zukünftig immer mehr ältere Menschen mit chronischen Krankheiten eine gute Behandlung und
Pflege benötigen.
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Seele and Geist
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