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2011-10-23 WK - Wie sich Planer das Stephani-Viertel vorstellen

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Wie sich Planer das Stephani-Viertel vorstellen | WESER-KURIER
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Bremer Stadtplanung - 23.10.2011
Wie sich Planer das Stephani-Viertel vorstellen
Von Ulrike Bendrat
Bremen. Es ist zwar nicht der erste Vorschlag, aber vielleicht ist es diesmal
einer, der funktionieren könnte: Seit wenigen Tagen liegen neue Pläne auf
dem Tisch, wie das Stephani-Viertel aus seinem Dornröschenschlaf
geweckt werden könnte. Das Architekturbüro Bolles+Wilson aus Münster
macht mit seinen Entwürfen von sich reden.
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© Christina Kuhaupt
Harald Deerberg sieht im Stephani-Viertel auch zukünftigen Wohnraum für
Familien mit Kindern.
Das Stephaniquartier ist ein innerstädtisches Viertel, das sowohl kurze Wege zu
den grünen Wallanlagen und der Weser zu bieten hat, als auch zu Bremens
Einkaufsmeile und zu kulturellen und touristischen Angeboten. Das Problem: Es
kämpft mit Barrieren wie der sperrigen Brillkreuzung und dem Fly-Over am Wall.
Sichtachsen oder Fußwege, die zum Schlendern animieren, fehlen bislang.
Dabei hat es schon verschiedene Initiativen gegeben, die Lage zu verbessern: Vor
etwa 15 Jahren sollte es eine so genannte "Innenstadtergänzungsfläche" werden,
die man für den expandierenden Einzelhandel glaubte zu brauchen. Und erst vor
wenigen Jahren versuchte man, es als "Medienquartier" zu etablieren.
Fotostrecke: Das Bremer Stephaniviertel um 1930
Die Ansiedlung von Radio Bremen, der Volkshochschule und der Kulturkirche
haben durchaus gefruchtet, sie haben das Viertel belebt. In der Neuenstraße, der
Ölmühlenstraße oder der Töferbohmstraße spürt man davon bislang allerdings
nichts. Sie liegen auf der weserabgewandten Seite der Faulenstraße, zum Wall hin.
24.10.2011 10:10
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Urban - aber mit grünen Inseln
Und genau dort, in den Straßen rund um das Telekom-Gelände mit seinen
verschieden alten, zum Teil sperrigen Gebäuden und seinem markanten Turm,
setzt man jetzt auf ein neues Pferd: innerstädtisches Wohnen, kombiniert mit der
Ansiedlung von kulturellen Angeboten, Galerien, vielleicht einem kleinen Theater
und Cafés. "Viele Menschen wissen das städtische Leben, die kurzen Wege und das
reiche Angebot zu schätzen", sagt Robert Bücking. Das bestätigen dem
Ortsamtsleiter Mitte Immobilienmakler und Stadtentwickler: Immer mehr
Menschen haben den Wunsch, wieder in die Innenstadt zu ziehen.
Die Planer wollen das TelekomGebäude zum Kulturzentrum
machen. Eine gute Idee?
Und so sollen laut den ArchitektenEntwürfen an der Neuenstraße mehrere
vier- bis fünfstöckige Wohngebäude
Ja, ein kulturelles Zentrum
entstehen, deren Grundriss U-förmig nach
würde das Quartier beleben.
Süden geöffnet ist. Die Planer wollen auf
diese Weise sonnige Höfe und Plätze
Nein, das Gebäude ist
häßlich und muss ganz weg.
schaffen. Robert Bücking liegt am Herzen,
dass man denjenigen, die man für diesen
Ist mir egal, ich bin nie im
Wohnraum gewinnen möchte, auch grüne
Stephani-Viertel.
Inseln, ein "grünes Zimmer" anbieten
kann. "Das können Balkone oder
Ergebnis anzeigen
Abstimmen
Dachterrassen sein", überlegt er.
Interesse an solchem Wohnraum könnten
Paare haben, die nach der Familienphase aus dem Speckgürtel in Bremens Umland
in die Stadt zurückkehren wollen. Oder junge Leute, Studierende, die mitten im
Leben sein wollen. Harald Deerberg, Vorsitzender der Standortgemeinschaft
Stephani e.V., sieht auch das Potenzial dafür, dass Familien mit Kindern in die
Innenstadt ziehen könnten. Dafür braucht es aber Investoren, die in verschiedenen
Preisklassen bauen.
In der vorderen Ölmühlenstraße, an der Einmündung zur Faulenstraße, wollen die
Planer einen kleinen Platz schaffen und ebenfalls Wohnhäuser ansiedeln.
Augenblicklich fällt es schwer, sich hier eine einladende Wohn- und
Geschäftsumgebung vorzustellen, in der auch Leben auf der Straße stattfindet.
Derzeit biegt hier wohl nur ein, wer ein konkretes Ziel vor Augen hat. Der
halbwilde Parkplatz hinter Plakatwänden und die Baulücken wecken keinesfalls das
Interesse von Passanten.
Deshalb sollte an dieser Straßeneinmündung auch möglichst bald etwas
geschehen, hofft Ortsamtsleiter Bücking. Ob für diesen Abschnitt des Viertels, oder
für einen anderen Straßenzug, ist zwar noch unklar, es soll aber schon erste
Interessenbekundungen von Investoren beim Senatsbaudirektor Franz-Josef Höing
geben.
Die Telekom und die Investoren
Das wäre eine gute Nachricht, sicherlich auch für Harald Deerberg. Er hat als
Mitglied in der Jury des Architektenwettbewerbs gesessen und geht davon aus,
"dass sich erst einmal die Telekom bewegen muss." Noch ist er skeptisch:
Immerhin habe er bereits vor zwei Jahren mit einer ähnlichen Idee, wie sie jetzt
von den Planern vorgestellt wurde, das Gespräch mit der Telekom gesucht und
keine Reaktion bekommen.
24.10.2011 10:10
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"Wie kann ein Unternehmen Tausende von Quadratmetern ungenutzt in seinen
Gebäuden brach liegen lassen?", wundert er sich. Wo nach seinem Wissen früher
bis zu 2000 Menschen gearbeitet hätten, seien es heute vielleicht noch 100,
schätzt der Vorsitzende der Standortgemeinschaft.
Deerberg und Bücking teilen die Vorstellung, dass es im Sinne der Telekom sein
müsste, statt langer Flure und Räume mit hohen Decken ungenutzt zu lassen,
diese besser für einen erschwinglichen Preis von vielleicht drei bis fünf Euro pro
Quadratmeter zu vermieten.
Gute Voraussetzungen
Außerdem könnte man versuchen einige sogenannte Ankermieter, etwa aus der ITund Technologie-Branche, zu gewinnen, die Zugriff auf BreitbandInternetverbindungen benötigen. Die sind nämlich in den Telekom-Gebäuden
schon vorhanden.
"Es gibt dort Lastenaufzüge, die beispielsweise Bildhauer oder andere Künstler gut
brauchen könnten", schlägt Deerberg als weitere mögliche Mieter vor. "Und für
Fotografen gibt es Räume mit hohen Decken", ergänzt Bücking. Eine 600
Quadratmeterfläche könnte beispielsweise für einen Co-Working-Space genutzt
werden, überlegt der Ortsamtsleiter. Und möglicherweise möchte auch die
Volkshochschule Flächen dazu mieten, fügt Deerberg als weiteren Vorschlag hinzu.
Ideen für ein kulturelles Zentrum sind also vorhanden. Nun braucht es einen
Anschub zur Realisierung. Dann könnte und sollte dieses Zentrum in das Quartier
hinein ausstrahlen, so auch die Vorstellung der Planer. Deerbergs Sorge ist nun,
dass sich andere Investoren etwa für Wohnhäuser zurückhalten, solange sie nicht
absehen können, was sich auf dem Gelände rund um den zehnstöckigen Turm
entwickeln kann.
Wenn dann noch die Hochstraße am Wall verschwindet und Verkehrsplaner eine
bessere Lösung für die schwer überwindbare Brillkreuzung finden, könnte das
Stephaniviertel erwachen, so die Hoffnungen der Planer.
24.10.2011 10:10
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Seele and Geist
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