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Infektionsschutz – gewusst wie! - Hamburg

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Die Zecken kommen!
Weibliche Zecke
Männliche Zecke
Wie entwickeln sich Zecken?
Was sind
Zecken?
© www.zecken.de
© www.rg-web.de
Zecken gehören zu
den Spinnentieren
und besitzen demzufolge im Erwachsenenstadium acht Beine. Im engeren Sinne werden sie in die Klasse
der Milben eingeordnet. Sie sind Parasiten und benötigen andere Lebewesen, um sich von deren Blut zu ernähren. Die für den Menschen
bedeutsamste Zecke Mitteleuropas ist die Schildzecke Ixodes ricinus,
auch als „Gemeiner Holzbock“ bekannt.
Zecken entstehen aus Eiern, die von den Zeckenweibchen abgelegt wurden. Daraus schlüpfen
Larven, die sich über das Stadium der
Nymphen zu erwachsenen Zecken entwickeln. Dazu benötigen die kleinen Zecken
Blutmahlzeiten, für die sie bevorzugt Igel,
Mäuse, Füchse, Rehe oder auch Menschen
als Blutspender wählen.
Zecken in unterschiedlichen Entwicklungsstadien
Bewachsene Wegränder sind Lebensraum von Zecken
Ein Zeckenstich – was nun?
Die Zecke sondert während des Stechens Substanzen ab, die
die Einstichstelle betäuben. Daher tut ein Zeckenstich nicht weh.
Je länger die Zecke nach dem Stich am Körper bleibt, desto
größer ist die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern.
Daher muss sie schnell entfernt werden. Mit einer vorne spitz
zulaufenden Pinzette oder mit einer „Zeckenkarte“ aus der
Apotheke fasst man die Zecke möglichst vorsichtig dicht über
der Einstichstelle. Dabei sollte die Zecke auf keinen Fall
gequetscht werden, da ansonsten die Gefahr besteht, dass
dadurch Krankheitserreger auf den Menschen übertragen
werden. Es ist ratsam, auf sogenannte „Zeckenzangen“ aus
Plastik sowie auf Klebstoff, Öl und andere Hausmittel zu verzichten! Die Zecke wird langsam nach oben aus der Haut gezogen.
Anschließend sollte die Stichstelle desinfiziert werden. Wenn
Mundteile der Zecke in der Haut stecken bleiben sollten, so
können diese dort belassen
werden, da sie mit der Zeit von
selbst herausfallen. Die Einstichstelle ist mindestens zwei
Wochen zu beobachten.
In Abhängigkeit vom Wetter sind Zecken
von März bis Oktober aktiv. Sie durchlaufen unterschiedliche Entwicklungsstadien und leben in Wäldern, auf
Wiesen, Flussauen, Hecken und Sträuchern, bewachsenen Wegrändern, aber
auch in Park- und Gartenanlagen.
Entgegen der verbreiteten Meinung
lassen sie sich nicht von Bäumen fallen,
sondern warten im Gras und im Unterholz auf Warmblüter, an die sich die Zecken krallen, wenn sie von ihnen gestreift werden.
Im Extremfall hängen sie bis zu 15 Tage an ihrem Wirt und trinken dessen Blut. Dafür suchen sie
sich an ihrem Opfer eine geeignete Stelle, etwa beim Menschen die Achselhöhle oder den
Genitalbereich, um festen Halt zu haben und auch Kratzen oder Scheuern unbeschadet zu
überstehen.
Einen sicheren Schutz vor Zecken gibt es nicht. Dennoch kann man
einiges tun, um Zeckenstichen zu entgehen:
• Vermeiden Sie den Aufenthalt im hohen Gras oder Unterholz!
• Tragen Sie geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen!
• Stecken Sie die Hosenbeine in die Stiefel
oder Socken!
• Tragen sie helle Kleidung! Sie erleichtert das
Erkennen von Zecken auf dem Stoff.
• Verwenden Sie zeckenabwehrende Mittel
(sog. Repellents)! Diese können zwar niemals
einen absoluten Schutz bieten, helfen aber
zumindest eine Weile.
• Suchen Sie nach einem Aufenthalt in der
Natur Ihren ganzen Körper nach Zecken ab!
Da Zecken dünne, warme Hautstellen bevorzugen, sollten Sie an den Armen, in den
Kniekehlen, an Hals und Kopf sowie im
Schritt gründlich nach Zecken suchen.
Kinder sollten von ihren Eltern besonders
häufig abgesucht werden, da sie beim
Spielen in der Natur ausgesprochen engen
Kontakt zu Pflanzen, auf denen Zecken
sitzen können, haben.
Zeckenentfernung mit einer Pinzette
Absuchen nach Zecken
Welche Krankheiten können Zecken
auf den Menschen übertragen?
© Chiron Vaccines / www.rg-web.de
© Borreliose-Initiative Berlin-Brandenburg
Wie schütze ich mich vor Zecken?
© www.zecken.de
© Mondreiter / PIXELIO
Wann und wo sind Zecken
zu finden?
Infektionsschutz – gewusst wie!
Zecken können Krankheiten wie Babesiose, Ehrlichiose,
Fleckfieber und Krim-Kongo-Fieber übertragen. Die beiden
wichtigsten Infektionskrankheiten aber sind in Nordeuropa
die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis
(FSME). Beide Infektionen werden jedoch nicht von Mensch
zu Mensch übertragen. Während die Borreliose überall dort
auftreten kann, wo Zecken leben, lassen sich für die FSME
flächenhafte Risikogebiete, die hauptsächlich den Süden
Deutschlands betreffen, abgrenzen.
Bezirksamt Hamburg-Nord
©
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axa
axa
Krank durch Zecken
Wie ist eine Borreliose-Erkrankung zu erkennen?
© Borreliose-Initiative Berlin-Brandenburg
Was ist Borreliose?
Die Borreliose (Synonym: Lyme-Borreliose) ist eine
weltweit verbreitete Infektionskrankheit, deren Auslöser
bakterielle Erreger (Borrelien) sind, die durch Zecken
übertragen werden. Etwa 12 bis 24 Stunden nach dem
Stich beginnen Zecken Blut zu saugen. Borrelien werden
beim Saugakt übertragen.
Borrelien im Dunkelfeldmikroskop
Wie wird eine Borreliose behandelt?
Die Infektion mit Borrelien kann entweder ohne erkennbare Folgen
oder mit Krankheitserscheinungen an Haut, Nerven, Herz, Augen und
Gelenken einhergehen. Die Diagnose einer Borreliose erweist sich
meist als schwierig, weil viele Symptome auch bei anderen Erkrankungen beobachtet werden. Eine ringförmige Rötung der Haut um die
Einstichstelle (Wanderröte) kann ein Anzeichen für eine Borreliose
sein. Im frühen Stadium einer Borreliose werden daneben auch Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Fieber- und Kopfschmerzen
beobachtet. Im zweiten Stadium können die verschiedensten Krankheitszeichen von Hirnhautentzündung über starke Schmerzen bis hin
zu Herzproblemen auftreten. Relativ häufig kommt
es auch zu einer Gesichtslähmung. Im chronischen,
dritten Stadium treten oftmals Gelenkentzündungen auf. Die Haut des Erkrankten kann sich wie
Pergamentpapier anfühlen.
Da die Borreliose eine bakterielle Erkrankung ist, lässt sie sich
prinzipiell gut mit Antibiotika behandeln. Während im Frühstadium
auftretende Symptome durch Antibiotika in Tablettenform bekämpft
werden können, sind bei später auftretenden und chronischen
Symptomen oft Antibiotikagaben in Form von mehrwöchigen
Infusionen notwendig. Bei wenigen Patienten kann es zu einem
verzögerten Ansprechen auf die Therapie oder zu anhaltenden
Beschwerden trotz adäquater Therapie kommen. Wird die
Behandlung sehr spät eingeleitet oder bestehen die Krankheitserscheinungen seit Jahren, ist manchmal keine vollständige
Heilung erreichbar; eine „Restsymptomatik“ bleibt bestehen.
Wanderröte
Mit Blut vollgesogene Zecke
© www.zecken.de
Wie äußert sich
eine FSMEErkrankung?
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine
durch Zecken übertragene Viruserkrankung der Hirnhäute,
des Gehirns und des Rückenmarks. Die Infektionsgefahr ist von Mai
bis November am größten. Anders als bei der Borreliose werden die
FSME-Erreger direkt nach dem Zeckenstich übertragen.
Elektronenmikroskopische
Aufnahme eines FSME-Virus
Wie kann ich mich vor einer FSME-Erkrankung
schützen?
Zu den Risikogruppen gehören zum Einen Angehörige
land- und forstwirtschaftlicher Berufsgruppen, zum
Anderen alle Menschen, die sich in ihrer Freizeit viel im
Freien, in Wäldern, auf Wiesen und in Parkanlagen
aufhalten, wie z.B. Wanderer, Camper oder Pilzsammler.
Die Erkrankung beginnt häufig wie eine Sommergrippe
mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei etwa zehn
Prozent der infizierten Personen befällt das Virus auch
das Nervensystem. Die Krankheitszeichen reichen von
starken Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit bis hin zu
schweren Lähmungen und Tod.
Eine überstandene FSME-Erkrankung führt zu einem
lebenslangen Schutz vor einer Neuerkrankung. Dies ist
ein prinzipieller Unterschied zur Situation nach einer
Borreliose.
Schutz durch Impfung
© www.zecken.de
© Borreliose-Initiative Berlin-Brandenburg
© www.zecken.de
Was ist FSME?
Kinder und Erwachsene, die in Gebiete reisen, in denen FSME-Übertragungen durch Zecken bekannt sind, sollten sich impfen lassen, wenn sie
dort z. B. zelten, wandern oder durch andere Aktivitäten engen Naturkontakt haben. Für einen kompletten Schutz sind zwei aufeinanderfolgende
Impfungen notwendig. Je nach Impfstoff liegen zwischen
diesen beiden Impfungen 3 bis 12 Wochen. Eine dritte
Impfung erfolgt nach 5 bis 12 Monaten, um einen längeren
Schutz zu erzielen. Für einen dauerhaften Erhalt des
Schutzes ist alle drei bis fünf Jahre eine Auffrischimpfung
erforderlich.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen innerhalb
Deutschlands in der Regel die Kosten für die sehr gut
verträgliche FSME-Impfung. Die Impfkosten für Auslandsreisen (auch dienstliche) werden nicht von allen Krankenkassen übernommen.
Eine FSME-Impfung kann in jeder Hausarztpraxis durchgeführt werden. Den Impfausweis nicht vergessen!
Infektionsschutz – gewusst wie!
Bezirksamt Hamburg-Nord
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Gesundheitswesen
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