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Angriff auf Bomber – wie man diese Bedrohung - JFS-Nowotny

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Theoretisches Material zu MODUL 7 der weiterführenden Kampfausbildung
Angriff auf Bomber – wie man diese Bedrohung richtig bekämpft
Arten und Anflug
Bomber sind Flugzeuge, die zur Vernichtung von Bodenzielen dienen.
Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Bombern:
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Bodenkampfflugzeuge: z.B. IL-2
Sturzkampfbomber: z.B. Ju-87
Leichte Bomber: z.B. Pe-2
Mittlere Bomber: z.B. He-111
Schwere Bomber: z.B. B-17, Pe-8, Lancaster
Jede dieser Bomberarten hat bestimmte Eigenschaften, die sie von einander unterscheiden.
Bodenkampfflugzeuge sind (leichte) Flugzeuge, die relativ schnell und noch wendig sind. Sie tragen
weniger Bombenzuladung und sind zur Luft-Nahunterstützung gut geeignet, da sie schnell an einen
nicht all zu weit entfernten Einsatzort gelangen können. Bodenkampfflugzeuge sind meist nur durch
einen oder höchstens zwei Heckstützen verteidigt, besitzen dafür jedoch eigene Bordwaffen wie MGs
und Kanonen.
Sturzkampfbomber sind speziell dafür entwickelt, um auf ein Ziel zu stürzen, da man so sicherer
treffen kann. Diese Art von Bomber ist meist ebenfalls eher leicht und von kleinerer Größe. Sie tragen
in der Regel jedoch eine größere Bombenlast und sind üblicherweise auch nicht mit schweren eigenen
Bordwaffen ausgestattet (Ausnahme spätere Ju-87-Versionen).
Deren Verteidigung beruht ebenfalls auf üblicherweise einen Heckstützen (Ju-88 als größerer
Sturzkämpfer).
Leichte Bomber sind eher leicht gepanzerte Bomber mit einer kleineren Bombenzuladung. Sie sind
also den Sturzkämpfern und den Bodenkampfflugzeugen sehr ähnlich, verfügen aber in der Regel nicht
über eigene oder wenige Bordwaffen. Durch das geringere Gewicht sind sie relativ schnell und wendig
sowie 1-2-motorig.
Mittlere Bomber sind schwerer und für längere Strecken ausgelegt. Die sind größer und deshalb auch
nicht mehr so wendig. Im Normalfall besitzen sie 2-4 Motoren. Ihre Bombenzuladung ist mittelstark
und sie werden in der Regel eingesetzt, um strategische Ziele zu zerstören wie Industriegebäude,
Schiffe, Flugplätze oder sonstige militärischen Stützpunkte.
Sie fliegen meistens in größeren Verbänden. Über eigene Bordwaffen verfügen sie eigentlich nicht,
sind dafür aber durch eine Mehrzahl an Heckstützen verteidigt.
Schwere Bomber sind große und sehr schwere Flugzeuge, die auch eine große Bombenlast tragen. Sie
sind in der Regel am wenigsten wendig, weil sie so groß sind und verfügen über mindestens 4
Motoren. Zudem sind diese Bomber meist schwer gepanzert und mit den Bordwaffen am Rumpf kaum
zu knacken. Sie sind durch Umfangreiche Verteilung von Heckschützen gut verteidigt.
Einsatz finden sie meist bei Flächenbombardements auf Städte, Industrieanlagen oder strategische
Stützpunkte (eher selten). Auch diese Bomber (Heavies) fliegen meist in größeren Verbänden mit
Begleitschutz.
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Die Heckschützen sind bei allen Bomberarten eine ernstzunehmende Gefahr, weshalb man Bomber
am besten so angreift, dass man sich möglichst nur kurz in den Feuerbereichen der Heckschützen
aufhält. Folgende Grafik soll einige Möglichkeiten aufzeigen:
Wie der Grafik zu entnehmen ist, fliegt man einen Bomber möglichst so an, dass man im toten Winkel
seiner Heckschützen näher kommt. Deshalb fliegt man den Bomber niemals direkt von hinten an, sonst
kann man schnell notlanden gehen, wenn man noch lebt.
Grundregel: Bleibe nie zu lange hinter dem Feind!
Die Grafik zeigt, mit welchen Angriffswegen ich persönlich die beste Erfahrung gemacht habe.
Es sind folgende Möglichkeiten gezeigt:
– Anflug von Überhöhe, wenn man direkt über seinem Ziel ist, stürzt man mit steilem Winkel
(75-90°) auf den Bomber runter und zielt dabei auf den Flügel.
– Anflug von Überhöhe, wobei man von hinten in flacherem Sinkflug auf den Bomber runter
sticht und ihn von leicht oberhalb ins Visier nimmt. Dabei ist zu beachten, dass man möglichst
schnell sein sollte, um nicht von den Heckschützen getroffen zu werden.
– Anflug von Überhöhe mit anschließendem flachen Sturz bis unterhalb des Bombers, an den
sich ein leichter Steigflug anschließt, während dessen man dann dem Bomber unter Beschuss
nimmt.
– Anflug von unterhalb mit hoher Geschwindigkeit, wobei man in steilem Winkel auf den
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Bomber zusteigt und dann feuert.
– Seitlicher Anflug von z.B. 10, 2, 3 oder 9 Uhr Position. Bei diesem Anflug sollte möglichst in
das Cockpit geschossen werden, weil man sonst eher den gut gepanzerten Rumpf trifft.
– Head-on von leicht oberhalb oder leicht unterhalb. Dabei ist zu beachten, dass man nie direkt
auf den Bomber zufliegt, sonst kann es schwierig werden, unbeschadet durch die restliche
Formation zu steuern (Kollision).
Schwachstellen
Nahe zu alle Bomber haben die Schwachstelle Motor. Man sollte nämlich generell auf die Flügel
zielen. Motoren neigen dazu, schnell kaputt zu gehen, wenn man sie beschießt. Bringt man 1-2
Motoren zum Brennen, dann sind die meisten Bomber flugunfähig. Der Flügel aber an sich ist schon
eine Schwachstelle, wie das auch bei Jägern der Fall ist. Weitere Angriffspunkte können die Tanks
sein, die ,wenn sie brennen, gerne explodieren und den Flügel vom Bomber abreißen.
Des Weiteren kann auf das hintere Leitwerk geschossen werden, um so die Höhenrudersteuerung
auszuschalten.
Eine weitere sehr verwundbare Stelle ist das Cockpit, in dem sich der Pilot aufhält. Fliegt man also den
Bomber von vorne direkt an, stets ins Cockpit feuern, um den Piloten unschädlich zu machen. Ein
weiterer Vorteil dabei ist, dass man durch die Addition der Geschwindigkeiten, weil man ja
aufeinander zu steuert, eine dermaßen hohe resultierende Geschwindigkeit hat, dass es für einen
Heckschützen nur schwer ist, sein Ziel, also euch, zu treffen.
Bomber sind aber am verwundbarsten, wenn die einzeln aus dem Pulk bzw. der Formation heraus
gescheucht werden und dann einer nach dem anderen zerpflückt wird.
Versucht also stets euer Ziel aus der „Herde“ zu treiben und dann abseits dieser zu vernichten.
Gängige Modelle
Il-2 (russisches Bodenkapfflugzeug):
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–
–
–
–
1 Heckschütze
wendig
starke Bordwaffen
1 Motor
sehr stark gepanzert
→ Schwachstellen:
– Kühler (unter Cockpit)
– Heck → Leitwerk (leicht von unterhalb anfliegen)
– Flügel
B-17/B24 (amerikanische „Heavies“):
– trotz Größe relativ schnell
– keine Bordwaffen
– 4 Motoren
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– 6 Heckschützen (Browning Kaliber 50)
– sehr gut gepanzert (v.a. Rumpf)
→ Schwachstellen:
– Motoren
– Leitwerk (Höhen- und Seitenruder)
– Heck auf Höhe der Seitenschützen (zw. Flügel und Leitwerk hinten)
→ Anflug von leicht oberhalb und drauf zielen.
– äußere Flügeltanks
Pe-8 (russischer schwerer Bomber):
–
–
–
–
starke Heckschützen (teilweise 20mm)
große Bombenlast
mittelstark gepanzert
4 Motoren
→ Schwachstellen:
– Flügel (äußeres Drittel)
– Motoren
– Leitwerk
Pe-2 (russischer leichter/mittlerer Bomber):
–
–
–
–
–
–
klein
relativ wendig
2-3 Heckschützen
kleinere Bombenlast
2 Motoren
schwach gepanzert
→ Schwachstellen:
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–
–
–
Heck
Flügel
Motoren
Rumpf und Tanks (unterhalb vom Cockpit in die Nähe der
Flügelwurzel zielen → oftmals Explosion)
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Schlusswort:
Denkt immer daran, dass Bomber in jeglicher Form dazu gebaut wurden, um jegliche Bodenziele zu
zerstören und das möglichst schnell. Daher ist es wichtig, wenn man nach einem Alarmstart in eine
feindliche Formation fliegt, dass man den Feind so schnell es geht auch abschießt, denn er darf sein
Ziel nicht erreichen.
Kämpft man gegen feindliche Jäger, hat man dieses Problem nicht. Hier kann man sich auch etwas
mehr Zeit lassen, um in Schussposition zu kommen.
Werden jedoch Bomber angegriffen, dann spielt die Zeit eine ganz entscheidende Rolle.
Das heißt auch, dass immer dann, wenn Bomber in der Nähe sind, dass diese auch höhere Priorität
haben, als der mitgeführte Geleitschutz. Bomber weichen nämlich in der Regel nicht vom Kurs ab,
sondern fliegen geradewegs zum Ziel.
Spart also auch nicht an Munition, wenn ihr einen dieser „Heavies“ angreift. Natürlich sollte der
Großteil eurer Kugeln auch treffen.
Haltet euch nie zu lange hinter dem Feindbomber auf. Dies kann tödlich enden.
In diesem Sinne: Erfolgreiche Jagd!
gez. Leutnant Killerfliege
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