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A wie Alphabetisierung - Chancen erarbeiten

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W
GELSENKIRCHEN
WGE_2 NR.210
Aktionsabend
gegen
Homophobie
im Fan-Laden
Tobias Mühlenschulte
Sogar
schwule
Borussen
waren da. Und das ist selbstverständlich nicht als Beleidigung gemeint, sondern als
Fakt. Die Schalker Fan-Initiative, das Fan-Projekt und das
schwul-lesbische Jugendzentrum „The Point” hatten jetzt
zu einem Aktionsabend gegen
Homophobie in den FanLaden an der Hansemannstraße eingeladen.
Dabei wurde etwa aus
Ronny Blaschkes „Versteckspieler” vorgelesen, der biografischen „Geschichte des
schwulen Fußballer Marcus
Urban”. Außerdem liefen auf
der Leinwand kurze Ausschnitte der preisgekrönten
DSF-Dokumentation
„Das
große Tabu – Homosexualität
und Fußball”. Als Höhepunkt
bekam Schalkes kommissarischer Pressesprecher Thomas
Spiegel eine Kopie der von
Felix Magath und Josef Schnusenberg
unterzeichneten
„Erklärung gegen Diskriminierung” überreicht.
Susanne Franke, erste Vorsitzende der Fan-Ini, freute
sich besonders über das Kommen der (zwei) Mitglieder der
„Rainbow-Borussen”,
dem
ersten offiziellen schwul-lesbischen Fanclub in der verbotenen Stadt. Das gab auch tatsächlich Applaus von Homound Hetero-Schalkern.
Die Welt ist grau. Traurig. Ein
bisschen bedrohlich gar. Eine
schwarze Gestalt versucht
sich zum Himmel zu strecken.
Denn dort oben, in den Ästen
eines Baums, hängen die
Buchstaben, die ihr Eintritt
verschaffen können in eine
bessere, bunte Welt.
Das Graffiti bringt es plakativ auf den Punkt: Wer nicht
lesen und schreiben kann, dem
bleiben viele Lebensbereiche
verschlossen. Wie Analphabeten geholfen werden kann,
stand im Mittelpunkt des gestrigen Weltalphabetisierungstages.
Um das Thema anschaulich
zu machen, hat der Bundesverband Alphabetisierung und
Grundbildung, kurz a3, Graffitikünstler beauftragt, die Problematik darzustellen – auch,
weil die verschnörkelte Sprayer-Schrift oft auch für Lesende
schlecht zu entziffern ist. Zu
sehen sind die Bilder zurzeit in
der Stadtbibliothek und in der
Buchhandlung Junius.
Über vier Millionen Menschen in Deutschland können
nicht richtig lesen und schrei-
ben, sagt die Statistik. Für Gelsenkirchen bedeutet dies, dass
etwa fünf Prozent der Gelsenkirchener zu den sogenannten
funktionalen Analphabeten.
Einer von ihnen ist Halit
Götze (29). Seit Anfang September nimmt er am Projekt
„Lega” (Lebens- und Erwerbsweltbezogene Grundbildung
im Rahmen von Aktiv-Jobs)
bei RE/init teil. Zwei Tage pro
Woche büffelt er an der Paulstraße Lesen und Schreiben,
drei Tage wird er im Gartenund Landschaftsbau seine
Qualifikation erweitern.
Viele Anläufe hat der ehemalige Sonderschüler bereits
GELSENKIRCHEN
Fremdsprachenkurse bleiben
bei der VHS der Renner, bereits jetzt verzeichnet man an
die 1200 Anmeldungen für das
zweite Halbjahr.
Keine Frage zudem, dass
sich an der VHS auch bei den
Fremdsprachen spiegelt, dass
die Bevölkerung in Gelsenkir-
Sie erreichen uns: Mo. bis Fr. von 6 - 20 Uhr,
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die insel, Kirchstr. 6, ִ 0209
1493505, 10-18.30 Uhr: „Ausstelllung Ines Legewie”.
Finanzamt Gelsenkirchen-Süd,
Zeppelinallee 9-13, 7 Uhr: „"Vielfalt in Farbe" - Petra Pauen Malerei und Grafik”.
Kunstmuseum Gelsenkirchen,
Horster Straße 5-7, ִ 0209
1694361, 11-18 Uhr: „Bernhard
Schwichtenberg: Aus meinem Repertoire - Bilder und Objekte aus
50 Jahren”. : „Kunst des späten
19. Jahrhunderts bis Heute”.
Künstlersiedlung Halfmannshof, Halfmannsweg 50, ִ 0209
20 65 14, 19 Uhr: „Rolf Glasmeier
- Freunde II”, bis zum 16. Oktober freitags 19 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 4024145.
Quartiersladen Tossehof, Ravenbusch 2, 10-16 Uhr: „Blaufieber - wir sind heiß auf Blau"”.
Nina Estermann
Auch Jana Hansjürgen,
nach fünf Jahren scheidende
Leiterin des Jugendzentrums
„The Point” hatte allen Grund
zu lachen: „Ich freue mich riesig. Ich habe das mit der Erklärung gepusht.” Diese basiert
auf dem Fünf-Punkte-Plan des
„Bündnis Aktiver Fußball
Fans” und von „Football
Against Racism in Europe”.
Schalke hat dieses Jahr unterschrieben. „Endlich”, sagte
Jana Hansjürgen. „Es hat
gedauert.” Dafür habe es dann
schließlich nur zwei Minuten
mit der Entscheidung gedauert, erinnnerte sich Thomas
Spiegel an das Signieren der
„sehr sinnvollen Erklärung”.
Diese Fuballvereine haben
übrigens auch schwul-lesbische Fanclubs: VfB Stuttgart,
Arminia Bielefeld, FC Bayern,
1. FC Köln, HSV, St. Pauli. . .
Zustellung, Buchbestellung,
Anzeigen (Familie, Auto, Wohnung),
und Adressänderung:
Ausstellungen
13 394 Menschen in Gelsenkirchen können laut Statistik nicht richtig lesen und schreiben
Heidrun Schumacher
LESERSERVICE
TIPPS & TERMINE
A wie Alphabetisierung
„Es hat gedauert”
Morgenpost
Lokalredaktion: Oliver Schmeer,
Stellvertreter: Jörn Stender.
Sport: Wolfgang Kerkhoff.
Geschäftsstelle, Anzeigen, Redaktion:
Ahstraße 12, 45879 Gelsenkirchen;
Buer, Horst und Westerholt:
Hochstraße 68, 45894 Gelsenkirchen.
Druck: Druckhaus WAZ GmbH & Co. Betriebs
KG, Friedrichstraße 34-38, 45128 Essen.
Erscheint täglich außer sonntags.
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möglich. Die Bezugsänderung ist schriftlich bis
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Verlag zu richten.
Bei Nichtbelieferung im Falle höherer Gewalt,
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Ansprüche gegen den Verlag.
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Mittwoch, 9. September 2009
Vorträge
Bergmannsheil und Kinderklinik, Schernerweg 4, 18 Uhr: „Patientenseminar: Nackenschmerzen - Verschleiß der Halswirbelsäule”.
NOTDIENSTE
Halit Götze hat ein Ziel: Er will seinem Sohn vorlesen, und ihn bei später bei den Hausaufgaben unterstützen können.
unternommen, endlich zu den
Lesenden und Schreibenden
zu gehören. „In der Schule haben uns die Lehrer irgendwann einfach aufgegeben”, erzählt er. Später versuchte er es
bei der Volkshochschule mit
einem Alphabetisierungskurs.
„Jetzt kann ich schon lesen,
nur schreiben kann ich noch
nicht.” Das Lernen falle ihm
schwer. Und doch will er unbedingt weitermachen. „Man
kann ja noch nicht mal eine
SMS schreiben. Man ist einfach ausgeschlossen.”
Dass er sich trotz aller
Schwierigkeiten nicht aufgegeben hat, und einmal mehr
von vorne anfängt, daran hat
sein kleiner Sohn großen Anteil. „Ich möchte ja nicht, dass
er so wird wie ich – ich will ihm
auch bei den Hausaufgaben
helfen, und ihm aus Büchern
vorlesen”, sagt er.
Helfen will ihm dabei seine
Lehrerin Heidrun Schumacher. Die ehemalige Grundschullehrerin hat schon meh-
Fotos: Martin Möller
rere Alphabetisierungskurse
betreut. „Es ist eine Frage der
Motivation”, sagt sie. Wichtig
sei es, den Schülern Zeit zu lassen, in Ruhe lesen und schreiben zu lernen.
Da stimmt auch Oberbürgermeister Frank Baranowski
zu. Der ehemalige Deutschlehrer sagt: „Ich weiß, was das,
was geschrieben steht, einem
eröffnen kann.” Bald wird es
auch Halit Götze wissen.
Marienhospital/Kinderklinik
Gelsenkirchen: Virchowstraße
135, ִ 0209 172-0.
Notruf für vergewaltigte und
sexuell missbrauchte Frauen
und Mädchen: Kirchstraße 14, ִ
0209 207764.
Tierärztlicher Notdienst:
01805451234.
Notfallpraxis Buer: Buer, Schernerweg 4, , 13-22 Uhr, Kinderarzt
17-19 Uhr.
Notfallpraxis Gelsenkirchen:
Dickampstraße 1, , 13-22 Uhr, Kinderarzt 15-17 Uhr.
MODELLPROJEKT
Netzwerkarbeit
í Das „Netzwerk Alphabetisie-
rung” mit Institutionen wie
VHS, RE/init und Integrationscenter für Arbeit kümmert
sich in Gelsenkirchen in einem Modellprojekt um Erwachsene, die Lesen und
Schreiben lernen wollen. Oftmals wird dabei die Alphabetisierung mit beruflicher Bildung verknüpft.
„Man will unbedingt raus aus diesem dunklen Loch”: So interpretiert Halit Götze das Graffiti.
Interesse an Fremdsprachen nimmt zu
Volkshochschule verzeichnet schon 1200 Anmeldungen für das zweite Halbjahr. Angebote in den Nachbarstädten
chen bunter geworden ist. Dorothea Ewering, Programmbereichsleiterin an der VHS: „Infolge der Zuwanderung steigt
auch das Interesse an Sprachen wie Polnisch, Türkisch,
Russisch und Kroatisch. Immer mehr Menschen lernen eine andere Sprache als Türöff-
ner zum neuen Bekanntenkreis oder zur neuen Verwandtschaft. Die Gelsenkirchener machen hier wahr,
dass die Integration für sie keine Einbahnstraße ist.“
Frisch erschienen ist jetzt
der regionale Übersichtskatalog „Sprachen öffnen Türen“,
entstanden in Zusammenarbeit mit 13 Nachbarstädten.
Der Katalog gibt einen Überblick über besondere Sprachkurse an den Volkshochschulen im nördlichen Ruhrgebiet.
Die Volkshochschulen koordinieren ihr Angebot in der Region und treffen Programmab-
sprachen bei den „kleineren“
Sprachen. Im Katalog sind insgesamt 24 Sprachen vertreten,
auch solche, die in Gelsenkirchen nicht angeboten werden
können. Auskünfte dazu gibt
es unter ִ 169-2697 und im
Internet unter „www.sprachen-lernen-nrw.de”
Anzeige
Hand in Hand
DGB-Chef und Oberbürgermeister haben viele Schnittmengen
www.DerWesten.de/waz
„Die Krise ist noch nicht beendet. Ich freue mich über jeden
Silberstreif am Horizont, aber
auf dem Arbeitsmarkt ist die
Krise noch nicht angekommen”, erklärte der DGB-Bundesvorsitzende Michael Sommer am Dienstag auf DGB-Regionalkonferenz im MaritimHotel.
Zwei Tage berieten die Vorsitzenden der 86 DGB-Bezirke bei ihrem bundesweitem
Treffen in Gelsenkirchen den
Beitrag der Gewerkschaften
zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise. Abwrackprämie,
Kurzarbeit und Konjunkturprogramm hätten die Gefahr
von
Massenentlassungen
stoppen können, so Sommer,
doch der DGB-Chef fürchtet
nach der Bundestagswahl
„deutliche Schleifspuren” auf
DGB–Chef Michael Sommer
dem Arbeitsmarkt. Gegenkonzepte des DGB: eine Ausweitung der Mitbestimmung und
der Mindestlohnregelungen
sowie die Abkehr von der beschlossenen Rente ab 67.
Gemeinsam mit Gelsenkirchens
Oberbürgermeister
Frank Baranowski machte
Sommer zahlreiche gemeinsame Schnittmengen zwischen
DGB und Kommunen aus.
Vordringliches Ziel: ein aufga-
bengerechte Finanzausstattung der Kommunen. „Das
muss die neue Bundesregierung auf ihre Agenda setzen”,
erklärte Baranowski, der befürchtet, dass nach der „Brücke Kurzarbeit” enorme Belastungen auf die Städte zukommen. „Freiwillig gegen Bund
und Land keine Gelder ab, da
ist der DGB ein starker Partner für uns.”
Unterstützung „gegen die
Destabilisierung des öffentlichen Sektors” sagte auch der
DGB-Emscher-Lippe-Chef
Josef Hülsdünker zu. Zugleich
schlug er angesichts der „katastrophalen Lage auf dem Ausbildungsmarkt” mit 2500 Jugendlichen in Warteschleifen
und 100 000 Arbeitssuchenden in der Region ein „Bünd-er
nis für Ausbildung” vor.
farma-plus Apotheke im
Marktkauf: Erle, Ulrichstraße 10,
ִ 0209 36105968, 9-9 Uhr.
Grillo-Apotheke: Schalke, Schalker Str. 171, ִ 0209 4 19 60, 9-21
Uhr.
Kronen-Apotheke: Bochumer
Straße 3, ִ 0209 202676, 9-9
Uhr.
Ludgeri-Apotheke: Buer, Düppelstr. 19, ִ 0209 59 11 49, 9-21
Uhr.
Bergmannsheil und Kinderklinik: Buer, Adenauerallee 30, ִ
0209 369-1.
Frauenhaus: ִ 0209 201100.
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Tanzfilm, 15, 17.30, 20 Uhr.
Final Destination 4 3D, 16.45,
18.30, 20.30 Uhr.
Horst Schlämmer - Isch kandidiere!, 15.15, 17.45, 20.15 Uhr.
Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind
los 3D, 15 Uhr.
Inglourious Basterds, 17, 20 Uhr.
Julie & Julia, 15, 17.30, 20 Uhr.
LOL (Laughing Out Loud), 15.15,
17.45 Uhr.
Selbst ist die Braut, 15.30, 20.15
Uhr.
Star Trek, 15, 17.30, 20 Uhr.
Wickie und die starken Männer,
15, 17.30, 20 Uhr.
Year One - Aller Anfang ist
schwer, 15.15 Uhr.
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Horster Straße 6, ִ 0209
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Horst Schlämmer - Isch kandidiere!, 15, 17.30 Uhr.
Inglourious Basterds, 20 Uhr.
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Hallo Wach, 6 bis 9 Uhr, Thema u.a.: Merkel, Steinmeier,
Westerwelle - die „Großen”
sind bekannt - aber wer kennt
eigentlich die heimischen
Bundestags-Kandidaten?
Der Nachmittag, 15 bis 18
Uhr, Thema u.a.: Piraten auf
Stimmen-Fang: In Bottrop
gründet sich die Piraten-Partei.
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