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K3mitReacher:Was,wie,wann,warum? - ITCA.de

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Magazin
K3 mit Reacher:Was, wie, wann, warum?
D
er Vermessungsantrag hat
die notwendigen Hürden in
den ITCA Gremien genommen
und wird nun zur Abstimmung
freigegeben. Damit sind die Weichen für eine einmalige Klasse
mit hochgradigem Suchtpotential gelegt.
Obwohl die Einführung des Reachers in der K3-Klasse einstimmig befürwortet wurde, wurde
der nun zur Abstimmung vorliegende Vorschlag im Arbeitsgespräch der ITCA heftig diskutiert. Schließlich ging es darum
möglichst allen Interessen gerecht zu werden und keine Segler
auszuschließen.
Ausgangspunkt war die allgemeine Entwicklung beim Katamaransegeln, die seit einigen Jahren
zielstrebig in diese Richtung geht.
Aus einigen Klassen ist der Reacher nicht mehr wegzudenken.
Dazu gehört auch der Topcat
K1, der bereits seit der Saison
1998 die Zulassung für den Reacher hat. Das sind immerhin bereits 8 Jahre Erfahrung, zusätzlicher Segelspaß und sicher auch
Voraussetzung für die starke
internationale Verbreitung mit
Erlangung der ISAF Anerkennung.
Hinzu kommt die Tatsache,
dass bei den meisten Regatten
nur noch up and down Kurse gefahren werden, was gerade beim
K3 als Einhandklasse für zuneh-
mende Unlust der Segler auf den
nicht enden wollenden Vorwindstrecken sorgte.
So war es nur eine Frage der Zeit,
bis die ersten Rufe der K3-Segler
nach einem Reacher für Regatten laut wurden, zumal die Bauteile von der Werft ja lieferbar
waren. Der Startschuss für die
heiße Phase der Diskussion war
der Vermessungsantrag von
Wolfgang Gommel, den dieser
2005 für den K3 gestellt hatte.
Dieser Antrag wurde jedoch
vom Technischen Komitee der
ITCA zurückgestellt und gleichzeitig zwei Testregatten (Walchensee und Attersee) für 2006
ausgeschrieben, um Erfahrungen
speziell für den K3 zu sammeln.
Leider – oder zum Glück – war
bei diesen Regatten mit teilweise
bis zu 5 Bft. überdurchschnittlich viel Wind. Gerade am Walchensee konnte fast jeder der Reacher-Neueinsteiger erste Kentererfahrungen sammeln. Dennoch waren anschließend alle
von dem unproblematischen
Handling gerade bei viel Wind
begeistert. Dies gilt vor allem
für anfängliche Skeptiker wie
z.B. Mike Glückstein.
Jedenfalls haben die bisherigen
Tests gezeigt, dass der Reacher
schon nach kurzer Eingewöhnung von jedem Regattasegler
sicher zu beherrschen ist und für
zusätzlichen Segelspass sorgen
wird, der die Regattaszene hoffentlich bereichern wird.
Kopfzerbrechen bereitete allerdings die Frage, ob der Reacher
auch für den K 3 mit Fock zugelassen werden sollte. Hier schieden sich zunächst die Geister.
Dafür sprach, dass so einem
möglichst weiten Kreis der Zugang zum Regattasegeln eröffnet
werden sollte und gerade der K3
vor allem aus der Sicht der Werft
als Einstiegsboot gilt.
Dagegen spricht andererseits die
dadurch bedingte Wettbewerbsverzerrung gegenüber den Einhandseglern, zumal das Hand-
ling des Reacher beim Zweimannboot deutlich erleichtert
wird und die K3 mit Fock bei
viel Wind ohnehin schon bisher
im Vorteil waren. Die Freigabe
des Reacher beim K3 mit Fock
hätte daher zwangsläufig zu einer zusätzlichen Regattaklasse
geführt, was angesichts der bereits bestehenden Klassenvielfalt kaum mehr zu vermitteln
gewesen wäre und nach unserer
Überzeugung letztendlich zu einer Schwächung der K3-Klasse
insgesamt geführt hätte.
Schließlich ist der K 2 mehr als
nur eine Alternative für das Regattasegeln zu zweit und liegt
preislich nur unwesentlich über
dem K3. Wer zu zweit mit Reacher segeln möchte, für den ist
der K1 das richtige Boot, während der K3 künftig das Gegenstück hierzu als Einhandschiff
bilden soll, in der Hoffnung auf
entsprechenden Zulauf auch aus
anderen Klassen. Ein vergleichbar interessantes Regattaboot
gibt es derzeit nämlich nicht.
Danach ergibt sich aktuell folgende Klasseneinteilung:
K1: • Zweimann mit Reacher
K2: • Zweimann mit Fock
• Einmann ohne Fock
K3: • Einmann ohne Fock
mit und ohne Reacher
• Zweimann mit Fock
ohne Reacher
Dabei wurde besondere Rücksicht darauf genommen, dass
speziell der K2 und der K3 Klassen sind, die gerne auch von
Einsteigern genommen werden.
Dies ist auch ausdrücklich so
gewünscht, denn das Thema
Nachwuchs hat einen hohen
Stellenwert und darf keinesfalls
vernachlässigt werden. Wichtig
ist und bleibt, dass ein K2 oder
K3 Einsteiger, wenn er erste Regattaerfahrung sammeln will,
mitsegeln darf und nicht nach
Hause geschickt werden muss.
Eine klasseninterne Vergütung
wird es nicht geben.
Dabei bleibt die technische Ausstattung fast unverändert. Der
K3-Reacher hat 16qm und wird
inzwischen ebenso wie beim K1
vom Pütting aus geschotet. Der
Segelschnitt musste, anders als
beim K1, hierzu nicht verändert
werden. Das bedeutet, dass alle
bereits ausgelieferten K3 Reacher dem aktuellen Stand entsprechen und vermessungskonform sind. Das Umrüsten der
Schotblöcke vom Achterholm
zum Püttingeisen ist ganz einfach möglich, es werden nur die
zusätzlichen Umlenkblöcke für
den Vorderholm benötigt.
Die beiden Testregatten am Walchensee und Attersee waren sehr
interessant und haben unglaublich viel Spaß gemacht. Dabei
war sogar richtig Wind. Vorbei
sind die Zeiten, in denen man
nach der Luvtonne gelangweilt
auf die Leetonne zutrieb. Nun
ist auf diesem Kurs sogar noch
mehr Aktion als auf der Kreuz,
und die Positionsverschiebungen
sind durch die hohen Geschwindigkeiten zum Teil enorm. Besonders wichtig ist eine genaue
Vorausschau, um Booten mit
Wegerecht rechtzeitig aus dem
Weg zu gehen. Wer hier zu lange
wartet und dann versucht erst
im letzten Augenblick was zu
machen, der kentert oder verursacht einen crash. Dabei muss
man immer darauf achten, genügend Raum nach Lee zu haben, um jederzeit abfallen zu
können. Sofort sind dann Speed
und Druck weg. Wer das beachtet, der kann auch bei viel Wind
Einhand relativ problemlos segeln. Um den Einstieg ins Reachersegeln am K3 zu erleichtern,
wird es zum Saisonbeginn ein
Training mit Helge Sach als Instruktor geben.
Die Weichen sind gestellt, wir
sehen einer spannenden Saison
2007 entgegen.
Erich Brandstetter
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