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Geschäftsstelle der Synode
Drucksache
XIII / 2
7. Tagung der 11. Synode
der Evangelischen Kirche in Deutschland
9. bis 12. November 2014
in Dresden
EINBRINGUNG
der Vorlage
der Gemeinsamen Steuerungsgruppe
zur Fortentwicklung des Verbindungsmodells
Vorsitzender des Rates der EKD
Dr. h.c. Nikolaus Schneider
I.
"Wer sich in der Kirche an Strukturüberlegungen macht, um Konzentration, Synergieeffekte
und strukturelle Transparenz zu erreichen, muss dies theologisch verantworten."
Dies ist einer der Kernsätze, die der frühere Ratsvorsitzende, Landesbischof i.R. Dr. Engelhardt in seiner Vision von einer strukturellen Konzentration innerhalb der EKD in seinem letzten mündlichen Ratsbericht 1997 formulierte. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Zeit, die genutzt wurde, in einem Verbindungsmodell das Zusammenwirken der gliedkirchlichen Zusammenschlüsse innerhalb der EKD auszugestalten.
Ein Meilenstein in diesem Prozess waren im August 2005 die Verträge, die zwischen der
EKD und der UEK sowie der VELKD geschlossen worden sind, "einig in dem Ziel, die bestehende Kirchengemeinschaft zu vertiefen, die Gemeinsamkeit in den wesentlichen Bereichen
des kirchlichen Lebens und Handelns zu fördern und so die Gemeinschaft der lutherischen,
reformierten und unierten Gliedkirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland zu stärken".
Als Grundsatz des Zusammenwirkens ist in den Verträgen festgehalten, "soviel Gemeinsamkeit aller Gliedkirchen zu erreichen wie möglich und dabei soviel Differenzierung vorzusehen,
wie aus dem Selbstverständnis der gliedkirchlichen Zusammenschlüsse nötig ist".
In den letzten Jahren ist die Entwicklung des Zusammenwirkens im Verbindungsmodell evaluiert worden. Diese aufeinander bezogenen Prozesse haben die Möglichkeit eröffnet, im
vergangen Jahr auf Vollkonferenz, Generalsynode und EKD-Synode übereinstimmende Beschlüsse zu fassen, „einen gemeinschaftlichen Prozess von EKD, UEK und VELKD für die
Fortentwicklung des Verbindungsmodells hin zu vertiefter und verdichteter Gemeinschaft von
EKD, UEK und VELKD in der EKD aufzusetzen“.
II.
In einem intensiven Prozess hat die im vergangenen Jahr eingesetzte Steuerungsgruppe an
diesem Auftrag gearbeitet und die Vorlage zu einer grundlegenden Beschlussfassung formuliert, die hiermit in die EKD-Synode eingebracht wird.
Zuerst ist den Mitgliedern der Steuerungsgruppe sehr herzlich für ihre Arbeit zu danken. In
großer Zeit- und Arbeitsdisziplin, mit Phantasie, in offenem, auch kontroversem, aber immer
einander zugewandtem Gespräch ist diese Vorlage entstanden. Die Arbeitsweise war Ausdruck des Selbstverständnisses der Steuerungsgruppe, "in der alle für alle von allem her
denken, in der die gemeinsame Aufgabe als das einende Band gesehen wird, in der mit Vertrauen und Offenheit auf Augenhöhe agiert wird".
Dies sind Formulierungen, die zugleich auf das Zusammenwirken der gliedkirchlichen Zusammenschlüsse in der EKD selbst angewandt werden können.
Es geht, wie es in der Begründung zum Beschlussvorschlag heißt, "bei der Weiterentwicklung des Verbindungsmodells nicht allein um Strukturveränderung …, sondern (darum), dass
in gleicher Weise auch Haltungen und Einstellungen in der Zusammenarbeit der gliedkirchlichen Zusammenschlüsse zu optimieren sind". "Stärker noch als bisher sollen Eigenständigkeiten jeweils auf ihre Dienstbarkeit für das Ganze ausgerichtet werden".
Alles dies, da ist an den früheren Ratsvorsitzenden Engelhardt zu erinnern, muss theologisch verantwortet sein. Dem ist die Steuerungsgruppe auch gerecht geworden. Theologische Gesichtspunkte wurden im Rahmen einer Arbeitsgruppe explizit thematisiert und wurden zur Grundlage aller Strukturüberlegungen.
-1-
III.
Wie sehen nun die Ergebnisse im Einzelnen aus?
Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass die EKD "auf der Basis der Leuenberger Konkordie
eine Kirchengemeinschaft bekenntnisverschiedener Kirchen und als solche Kirche" ist.
Richtungweisend ist in diesem Zusammenhang These 4 der Kundgebung der Generalsynode der VELKD zur Weiterentwicklung des Verbindungsmodells vom 9. November 2013: "Indem die EKD auf der Grundlage der Leuenberger Konkordie die ekklesiale Funktion wahrnimmt, für die Einheit der Gliedkirchen und gliedkirchlichen Zusammenschlüsse unter den
Bedingungen konfessioneller Pluralität einzustehen, ist sie als communio ihrer Gliedkirchen
selbst Kirche."
Dieses Selbstverständnis soll seinen Niederschlag im Text der Grundordnung der EKD finden. Dazu liegt ein Textvorschlag vor. Entscheidend ist dabei, dass die EKD als Kirche ihre
ekklesiale Funktion gerade daraus bezieht, dass sie die Gemeinschaft ihrer Gliedkirchen ist
und bleibt. Deshalb geht mit einer entsprechenden Grundordnungsänderung keine Kompetenzänderung im Gefüge zwischen Gliedkirchen und EKD einher. Die konfessionell verschiedenen Gliedkirchen verdichten und vertiefen in ihrem Zusammenwirken ihre Gemeinschaft in der EKD auf der Grundlage der Leuenberger Konkordie. Diesen Prozess zu ermöglichen und zu fördern ist der Kern der ekklesialen Funktion der EKD.
Wie wirkt sich das bei der Zusammenarbeit der gliedkirchlichen Zusammenschlüsse im Verbindungsmodell konkret aus?
Dazu hat die Steuerungsgruppe in den Erläuterungen zum Beschlussvorschlag folgende
Kernaussagen getroffen: In der evangelischen Kirche sind die konfessionellen Profile erkennbar und in sachgerechten Strukturen organisiert. Die EKD dient der Einheit, indem sie
die Erschließungskräfte konfessionell geprägter theologischer Arbeit für die umfassendere
Gemeinschaft fruchtbar werden lässt. Zwischen EKD, Gliedkirchen und gliedkirchlichen Zusammenschlüssen findet eine verabredete Arbeitsteilung und geregelte Kommunikation statt,
wobei die jeweils identitätsstiftenden Arbeitsfelder nicht der gegenseitigen Abgrenzung dienen. Vielmehr geht es um gegenseitige Information, Unterstützung und Förderung und um
eine gemeinsame Steuerung der Themen. Damit wird eine höhere föderale Verbindlichkeit
erreicht.
Die Gestaltung des Spannungsfeldes zwischen Eigenständigkeit und Dienstbarkeit der gliedkirchlichen Zusammenschlüsse erfolgt auf der Grundlage eines gemeinsamen Verständnisses der Gemeinschaft der Gliedkirchen.
Als gewichtige identitätsstiftende Arbeitsfelder für diesen Prozess hat die Steuerungsgruppe
die Bereiche Theologie, Liturgie und Ökumene beschrieben.
Darüber hinaus hat der Beschlussvorschlag eine Reihe von Struktur- und Organisationsveränderungen im Blick. Angesprochen werden eine Reihe konkreter Maßnahmen, mit denen
eine vertiefte Kooperation und Koordination in Synode, Kirchenkonferenz, Rat und Kirchenamt der EKD erreicht werden können. In einem gemeinsamen Beschluss wird die Gemeinsame Steuerungsgruppe beauftragt, diese Überlegungen zu konkretisieren und weitere Beschlussvorlagen zu erarbeiten. So kann das Verbindungsmodell wirksam fortentwickelt werden, hin zu vertiefter und verdichteter Gemeinschaft von EKD, UEK und VELKD.
-2-
IV.
Wir stehen am Ende einer Synodalperiode, die immer wieder von Diskussionen und Überlegungen zur Fortentwicklung des Verbindungsmodells geprägt war. Wir haben alle selbst anhand der verbundenen Synodaltagungen erleben können, wie das Zusammenwirken von
EKD und gliedkirchlichen Zusammenschlüssen funktionieren und sich weiter entwickeln
kann.
Wir sind zu der Einsicht gekommen, dass die Fortentwicklung der Zusammenarbeit theologisch verantwortet ist. Das versetzt uns in die Lage, den eingeschlagenen Weg vertrauensvoll weiterzugehen.
Mit dem vorliegenden Beschluss werden Vollkonferenz, Generalsynode und EKD-Synode
die Arbeit nicht beenden, sondern die Fortentwicklung des Verbindungsmodells zur Aufgabe
auch für die neue Synodalperiode machen.
Ich habe die Hoffnung, dass es durch die nun vorgesehenen Maßnahmen in den kommenden Jahren gelingen wird, die bestehende Kirchengemeinschaft zu vertiefen, die Gemeinsamkeit in den wesentlichen Bereichen des kirchlichen Lebens und Handelns zu fördern und
so die Gemeinschaft der lutherischen, reformierten und unierten Gliedkirchen in der EKD zu
stärken – so wie es bereits die Verträge zum Verbindungsmodell von 2005 ausdrücklich vorsehen.
Vieles ist bereits erreicht worden, Wichtiges ist noch weiterzuführen. Ausgerichtet bleibt alles
Bemühen darauf, das Erbe der Reformation lebendig zu erhalten und in unserer Zeit zu leben. Dadurch das Evangelium in Wort und Sakrament zu bezeugen und "auszurichten an
alles Volk" (Barmen VI), ist die bleibende Aufgabe von UEK, VELKD und EKD.
-3-
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Seele and Geist
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