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Infozettel (PDF 93 KB) - Seminar für Makroökonomie - Ludwig

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PROF. DR. ILLING
SEMINAR FÜR MAKROÖKONOMIE
INSTITUT FÜR VOLKSWIRTSCHAFTSLEHRE
Schwerpunktseminar im Wintersemester 2009/10
Wirtschaftspolitische Reaktionen auf die internationale
Finanzkrise: Wie wirksam lässt sich diese Krise bekämpfen?
Das Schwerpunktseminar findet vom 22.10.09 - 24.10.09 im Forsthaus Graseck,
Garmisch-Partenkirchen statt (Anreise siehe Seite 3). Die Unterkunftskosten für die
Studierenden werden aus Studienbeiträgen erstattet.
Bitte teilen Sie uns bis 3.7.09 Ihre ersten drei Präferenzen (Erst-, Zweit- und Drittpräferenz) über die von Ihnen gewünschten Themen per Email an Herrn Sebastian Watzka
mit.
Am 28.8.09 erhalten Sie Ihr Thema inklusive einiger Literaturhinweise. Bitte setzen Sie
sich mit Ihrem Betreuer bis spätestens 1.8.09 in Verbindung, um einen Termin für den
28.8.09 zu vereinbaren. Abgabetermin für Studierende der Diplom-Prüfungsordnung
(D-PO) und der Bachelor of Arts-Prüfungsordnung (BA-PO) ist der 9.10.09.
Abgabetermin für Studierende der neuen Bachelor of Science-Prüfungsordnung (BScPO) ist der 25.9.09. Entsprechend beträgt die Bearbeitungszeit für Studierende der DPO und der BA-PO sechs Wochen, und für Studierende der BSc-PO vier Wochen.
Hinweise zum Anfertigen von Seminararbeiten, sowie für einen guten wissenschaftlichen
Vortrag, und eine Eigenständigkeitserklärung Ihrer wissenschaftlichen Arbeit finden Sie
auf unserer Internetseite für das Seminar.
Die Seminararbeiten stehen nach der Abgabe allen Teilnehmern auf unserer Internetseite
zum Seminar zur Verfügung. Bitte laden Sie sich vor dem Seminar alle Arbeiten herunter
und lesen Sie möglichst viele. Lesen Sie auch möglichst viele der Originalpapers.
Spätestens am 14.10.09 wird Ihnen ein Thema für Ihr Koreferat zugeteilt. Die
entsprechenden Informationen erhalten Sie per E-Mail. Dieses Korreferat geht in Ihre
mündliche Note ein. Ein sehr gutes Korreferat beschränkt sich auf die Kernaussagen des
Referats, liefert einen Ansatzpunkt für die nachfolgende Diskussion und/oder formuliert
klare Fragen an den Referenten.
Für Studierende der D-PO und der BA-PO findet voraussichtlich im Zeitraum vom
2.11.-13.11.09 die Abschlussklausur statt. Ein entsprechender Termin wird mit Ihnen im
Laufe des SPS abgesprochen. Für Studierende der neuen BSc-PO entfällt diese
Klausur.
Tipps zur Literaturrecherche:
Normalerweise sind die angegebenen Artikel aus Fachzeitschriften über die Homepage
der Universitäts- bzw. Staatsbibliothek (www.ub.uni-muenchen.de und www.bsbmuenchen.de) unter „elektronische Zeitschriften/eZeitschriften“ verfügbar. Working
Papers finden Sie zudem meistens direkt über Google zum Herunterladen. Hinweise über
die zur Verfügung stehenden elektronischen Zeitschriften und Datenbanken an der LMU
bietet die Webseite des Lehrstuhls von Prof. Schlicht:
http://www.semverteilung.vwl.uni-muenchen.de/links/index.htm
Bitte beachten Sie, dass jegliche Art von Plagiat ohne Ausnahme zum Nichtbestehen des
gesamten Seminars führt!
LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN
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Zeitplan
Datum
Bis 3.7.09
Bis 10.7.09
Bis 1.8.09
28.8.09
25.9.09, bis 12
Uhr
9.10.09, bis 12
Uhr
Bis 14.10.09
22.10. bis
24.10.09
2.11. bis
13.11.09
Erledigen
Abgabe der
Themenpräferenzen (bitte
die ersten drei)
Sie erhalten per E-Mail
Mitteilung, welcher
Betreuer Ihnen
zugeordnet wurde.
Termin mit Betreuer
vereinbaren
Informationen
Per E-mail an
sebastian.watzka@lrz.uni-muenchen.de
angelika.sachs@lrz.uni-muenchen.de
christian.bauer@lrz.uni-muenchen.de
florian.buck@lmu.de
jin.cao@lrz.uni-muenchen.de
monique.newiak@lrz.uni-muenchen.de
sebastian.watzka@lrz.uni-muenchen.de
werner.barthel@lrz.uni-muenchen.de
Vergabe der Themen samt
Ausgangsliteratur
Abgabe der
Eine elektronische Version bitte per ESeminararbeiten für
Mail an sebastian.watzka@lrz.uniStudierende der BSc-PO.
muenchen.de
Hinweis: Nur eine Version – und zwar
die erste, die Sie mir in elektronischer
Form zuschicken – wird von uns
angenommen.
Abgabe der
3 gedruckte und gebundene Ausgaben
Seminararbeiten für
Studierende der D-PO und (jeweils identische Kopien der einen
elektronischen Form) bitte vormittags
BA-PO.
bei Frau Bierprigl im Sekretariat des
Seminars für Makroökonomie,
Ludwigstr. 28 Rgb., Raum 11 abgeben.
Vergabe der Themen für
Information per E-Mail
Koreferate
SPS im Forsthaus Graseck Zeitplan folgt rechtzeitig
Zeitraum für
Klausurtermin für
Studierende der D-PO und
BA-PO
LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN
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Anreise
Das Hotel „Forsthaus Graseck“ liegt über Garmisch-Partenkirchen in 903 m Höhe.
Adresse:
Forsthaus Graseck
Graseck 4
82467 Garmisch - Partenkirchen
Tel.: 08821 / 94 32 40
Fax: 08821 / 55 700
http://www.forsthaus-graseck.de/
Bahn:
Mit dem Zug nach Garmisch-Partenkirchen. Dann mit dem Taxi bis zur Graseckbahn.
Auto:
Autobahn A 95 (Mü-GAP), Autobahnende Richtung Garmisch, nach Tunnel Farchant in Richtung
Partenkirchen, auf der Hauptstrasse immer geradeaus Richtung Mittenwald/Scharnitz. Am
Ortsende rechts zum Skistadion, wieder rechts vorbei auf Anliegerstrasse (für Hotelgäste erlaubt)
ca. 2 km weiter zum Parkplatz der Graseckbahn-Talstation, dort Auto parken, kurze Seilbahnfahrt
hoch zum Hotel. Zieleingabe Navi: Ort - Garmisch-Partenkirchen, Strasse – Wildenau.
In der Vergangenheit haben sich die Seminarteilnehmer untereinander abgesprochen
und sind in Fahrgemeinschaften zum Ort des Seminars angereist. Falls gewünscht,
können wir Ihnen bei der Koordination helfen.
LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN
SEITE 4 VON 9
Themenschwerpunkte des Seminars:
Das Schwerpunktseminar beschäftigt sich mit den wirtschaftspolitischen Reaktionen auf
diese Krise. Zunächst versuchten die Zentralbanken mittels liquiditäts-bereitstellenden
Maßnahmen und Zinssenkungen stabilisierend einzuwirken. Aufgrund der Nullzinsgrenze
müssen inzwischen jedoch neue Wege gegangen werden. Das Seminar soll dabei helfen,
die Hintergründe alternativer geldpolitischer Maßnahmen besser zu verstehen.
Aufgrund des großen Ausmaßes der Wirtschaftskrise und den Problemen einer
adäquaten geldpolitischen Antwort, haben immer mehr Regierungen in großen Stil auch
fiskalpolitische Maßnahmen ergriffen, um den Rückgang der privaten Nachfrage
aufzufangen. Das Seminar soll helfen, die unterschiedlichen Konjunkturprogramme und
ihre Implikationen für die künftige Schuldenlast besser bewerten zu können. In diesem
Zusammenhang soll auch die wirtschaftspolitische Kontroverse um die Wirksamkeit von
Fiskalund
Geldpolitik
als
Stabilisierungsinstrument
und
die
Höhe
von
Multiplikatoreffekten untersucht werden.
Weitere Maßnahmen sind die Rekapitalisierung der angeschlagenen Banken oder die
Bereinigung der Banken von sog. toxischen Wertpapieren. Das Seminar soll dieses
Problem analysieren und auf mögliche Vorschläge, wie z.B. den einer „Bad Bank“,
eingehen. Um diese Krise möglichst schnell und effektiv zu bekämpfen, und um
längerfristig das Auftreten Krisen solches Ausmaßes unwahrscheinlicher zu machen,
bedarf es schließlich Reformen bei der Regulierung des Banken- und Finanzsektors.
Solche Reformansätze sind auch Thema des Seminars.
Ziele des Seminars:
Ziele des Schwerpunktseminars zum Thema „Wirtschaftspolitische Reaktionen auf die
internationale Finanzkrise: Wie wirksam lässt sich diese Krise bekämpfen?“ sind ein
besseres und detailliertes Verständnis der verschiedenen geld- und fiskalpolitischen
Maßnahmen, sowie der möglichen Regulierungsmaßnahmen, die momentan diskutiert
werden.
Basisliteratur:
Bücher:
- Acharya und Richardson, Restoring Financial Stability: How to Repair a Failed System,
Wiley, 2009
- Akerlof und Shiller, Animal Spirits, Princeton University Press, 2009
- *Krugman, The Return of Depression Economics and the Crisis of 2008, Norton, 2009
- Shiller, The Subprime Solution: How Today’s Global Financial Crisis Happened, and
What to Do About It, Princeton University Press, 2008
- Revival of Aggregate Demand Policies, CESifo Economic Studies, Vol. 51, Number 4,
2005 http://www.oxfordjournals.org/our_journals/cesifo/free_si.html
Aufsätze:
- * Blanchard und Illing, neues Kapitel 22
- Cogan, Cwik, Taylor und Wieland, New Keynesian versus Old Keynesian Government
Spending Multipliers, NBER WP 14782 March 2009
- *IMF Global Financial Stability Report, April 2009
Weitere formale Informationen:
Bitte beachten Sie des weiteren die Informationen zu Ablauf, formalen Anforderungen an
die Seminararbeit (u.a. richtiges Zitieren, Plagiate), Tipps für das Referat etc. auf
unserer Webseite http://www.sfm.vwl.uni-muenchen.de/
Bitte beachten Sie, dass jegliche Art von Plagiat ohne Ausnahme zum Nichtbestehen des
gesamten Seminars führt!
LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN
SEITE 5 VON 9
Themen:
A. Geldpolitische Maßnahmen
1. Unkonventionelle Maßnahmen der Geldpolitik: Veränderung der Komposition
der Zentralbank-Bilanz und Ausdehnung der Bilanz
Die ersten Reaktionen der Zentralbanken auf die Finanzkrise waren traditionelle
Zinssenkungen. Aufgrund der Nullzinsgrenze, sowie Problemen im
Transmissionsmechanismus traditioneller Geldpolitik, haben die Zentralbank seither
ihr Arsenal an geldpolitischen Maßnahmen erweitert. Die Fed versucht mittels neuer
sog. Fazilitäten seitdem gezielt Einfluß auf die Zusammensetzung der Aktivseite ihrer
Bilanz zu nehmen. Außerdem wird seit Herbst 2008 eine enorme Ausdehnung der
Fed-Bilanz beobachtet. Traditionellerweise wird eine solche Politik als „Quantitative
Easing“ bezeichnet, die Fed betont aber bewusst, dass ihre Maßnahme eher einem
sog. „Credit Easing“ entsprechen. Andere Zentralbanken reagierten in ähnlicher
Weise. Dieses Thema untersucht diese Maßnahmen und analysiert ihre
Wirkungsweise vor dem Hintergrund der aktuellen Krise.
2. Werden die geldpolitischen Maßnahmen inflationär wirken? Eine theoretische
und empirische Analyse der neuen Maßnahmen mit Blick auf die Inflationsentwicklung.
Die Schwierigkeit der aktuellen Geldpolitik liegt hauptsächlich darin begründet, dass
die Notenbanken auf der einen Seite bemüht sind, mit ihren expansiven Maßnahmen
eine lange, tiefanhaltende Rezession zu vermeiden, gleichzeitig aber auch nicht
inflationär wirken wollen. Dieses Thema analysiert die neuen Maßnahmen der
Notenbanken vor diesem Hintergrund. Dabei werden wir die Maßnahmen und ihre
Wirkungen erst theoretisch erklären, und dann empirisch überprüfen.
3. Empirische und theoretische Analyse der Liquiditätsfalle: Befinden sich unsere
Volkswirtschaften momentan in einer Liquiditätsfalle? Falls ja, wie kommen sie
wieder aus einer solchen heraus?
Einige Ökonomen argumentieren, dass sich die US-Wirtschaft in einer Liquiditätsfalle
befindet. Traditionelle Geldpolitik via Offenmarktgeschäften – durch die
Kurzfristzinsen gesenkt werden sollen – ist in einer Liquiditätsfalle wirkungslos.
Trotzdem bedeutet das nicht, dass eine Zentralbank keine Möglichkeiten mehr hat,
die Produktion zu beeinflussen. Dieses Thema untersucht zunächst, ob sich die USWirtschaft tatsächlich in einer solchen Liquiditätsfalle befindet und analysiert dann
gezielt, wie Zentralbanken auch innerhalb einer solchen Falle wirkungsvolle Politik
gestalten können.
LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN
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B. Fiskalpolitische Maßnahmen
4. Vergleich der Konjunkturpakete verschiedener Länder: Implikationen für
Wettbewerb und internationale Koordination
Die nationalen Regierungen Europas haben auf die realwirtschaftlichen Folgen der
Finanzkrise mit unterschiedlichen Konzepten und Strategien reagiert. Dieses Thema
beschäftigt sich mit den länderspezifischen Fiskalprogrammen im Zuge der SubprimeKrise unter besonderer Berücksichtigung externer Effekte auf benachbarte Länder.
Insbesondere soll herausgearbeitet werden, inwiefern nationale Rettungspakete
Wettbewerbsverzerrungen induzieren und supranationalen Koordinationsbedarf
begründen. Abschließend sollen Möglichkeiten eines europäischen
Regulierungskonzepts diskutiert werden.
5. Empirische Analyse von Multiplikatoreffekten
Die Anwendung fiskalpolitischer Konjunkturpakete als Reaktion auf den Rückgang der
privaten Nachfrage hat eine alte Diskussion in der Makroökonomie neu entflammt:
Wie hoch ist der Multiplikatoreffekt von verschiedenen staatlichen
Konjunturmaßnahmen? Ist der Multiplikatoreffekt einer Staatsausgabenerhöhung
größer als der einer Steuersenkung? In diesem Thema werden wir mittels
verschiedener ökonometrischer Studien versuchen, Antworten auf diese Fragen zu
geben.
6. Unterschiedliche theoretische Modelle und ihre Implikationen bzgl des
Multiplikators
Die Analyse der Wirksamkeit fiskalpolitischer Maßnahmen verbindet empirische
Evidenz mit theoretischen Modellen. Dieses Thema analysiert dabei unterschiedliche
theoretische Modelle bzgl ihrer Implikationen für die Größe des Multiplikatoreffekts.
Im wesentlichen wollen wir, ausgehend vom traditionellen IS-LM-Modell, überlegen
welche Auswirkungen Fiskalpolitik in modernen RBC und Neu-Keynesianischen
Modellen hat. Besonders wollen wir die unterschiedlichen Propagationsmechanismen
in den jeweiligen Modellen verstehen und die Annahmen, die diesen jeweils zugrunde
liegen.
7. Geldpolitik vs Fiskalpolitik: Worin unterscheiden sie sich noch und welche
Politikmaßnahme ist momentan geeigneter?
Eine der jüngsten Maßnahmen der Fed ist der Aufkauf von längerfristigen USStaatsanleihen, um die Langfristzinsen zu senken und damit auch die Zinsen, die für
Investitionen und Konsum dauerhafter Güter ausschlaggebend sind. Diese Maßnahme
ist nicht unumstritten, denn die Fed betreibt dadurch indirekt Fiskalpolitik. Dieses
Thema untersucht, worin sich Geldpolitik und Fiskalpolitik momentan noch
unterscheiden, und versucht zu bewerten, welche Politik momentan angewendet
werden sollte.
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C. Finanzmarktstabilisierende Maßnahmen
8. Paulson-Plan, TARP oder Geithner-PPIP: Wie können angeschlagene Banken am
sinnvollsten rekapitalisiert werden?
Das fundamentale Problem der Banken in dieser Krise ist die Erosion ihres
Eigenkapitals aufgrund des Verfallens ihrer Vermögenswerte. Die Politik hat
inzwischen verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Eigenkapitalposition der
Banken wieder zu verbessern – sie also zu rekapitalisieren. In den USA war der erste
Vorschlag der sog. Paulson-Plan, der in leicht abgeänderter Form als sog. TARP
(„Troubled-Asset Relief Program“) vom Congress verabschiedet wurde. Außerdem hat
der neue Finanzminister Timothy Geithner inzwischen das sog. Public-Private
Investment Program eingeführt. In diesem Thema werden wir diese – und andere Maßnahmen bewerten.
9. Das Konzept der Bad Bank: Wie hilfreich kann eine Bad Bank für die Ankurbelung
der Kreditvergabe der Banken sein und wie groß sind die Risiken für die
Steuerzahler?
Die Finanzkrise macht deutlich, wie problematisch fallende Wertpapierpreise für
Banken sind. Viele dieser sog. „toxischen“ Wertpapiere belasten die Bilanzen der
Banken, indem sie das Eigenkapital der Bank – bei gleichzeitig steigenden
Eigenkapitalanforderungen – reduzieren. Die Bundesregierung hat jüngst einen
Vorschlag zur Errichtung einer sog. „Bad Bank“ vorgestellt. Bei diesem Thema wollen
wir das „Bad Bank“-Konzept der Bundesregierung genauer untersuchen. Schließlich
wollen wir die beiden Fragen beantworten, ob dieses Konzept helfen kann, die
Kreditvergabe der Banken wieder anzukurbeln und wie hoch die Risiken für die
Steuerzahler dabei sind.
LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN
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D. Regulatorische Maßnahmen
10. Eigenkapitalvorschriften und Konditionalität eines staatlichen Bailouts
Regulierungsmaßnahmen im Bankensektor zielen im Allgemeinen auf zwei Punkte ab:
zum einen auf Stabilität im Bankensektor und zum anderen auf die Verhinderung
moralischen Risikos bei der Risikoallokation des Portfolios von Banken. Dieses Thema
soll zwei aktuell diskutierte Regulierungsinstrumente – striktere
Eigenkapitalanforderungen der Banken auf der einen Seite, und die Konditionalität
eines staatlichen Bailouts auf der anderen Seite – hinsichtlich dieser Ziele
modelltheoretisch untersuchen.
11. Liquiditätsmanagement und Refinanzierungsvorschriften von Banken
Ein wesentliches Problem jeder Bankenkrise ist, zu unterscheiden ob Banken nur
illiquide oder auch insolvent sind. Die Erfahrung zeigt, dass auch Banken, die nur
illiquide sind, schnell insolvent werden können, wenn Gläubiger und Anleger ihre
Kredite und Depositen nicht verlängern, bzw. abziehen. Während
Eigenkapitalvorschriften direkt an der Insolvenzproblematik anknüpfen, gibt es
inzwischen Vorschläge, auch die Liquiditätslage der Banken zu prüfen und zu
regulieren. Außerdem scheint besonders die Refinanzierung der Banken über
kurzfristige Interbankenkredite zu einem weiteren Risikofaktor während der Krise
geworden zu sein. Deshalb prüft dieses Thema, ob die Refinanzierung der Banken
nicht wieder hauptsächlich über den traditionellen Depositenvertrag geschehen sollte.
12. Insolvenzrecht für Banken, das „Too Big To Fail“ Problem, und die optimale
Wettbewerbsstruktur des Bankensektors
Der spektakuläre Insolvenzantrag von Lehman Brothers löste Schockwellen auf den
internationalen Finanzmärkten aus. Bankaktien verloren an Wert und Zinsspreads im
Interbankenmarkt stiegen stark an. Dieses Thema versucht zum einen, das bestehende
Insolvenzrecht für Banken aus ökonomischer Sichtweise besser zu verstehen und zu
bewerten, ob es Veränderungen bedarf. Zum anderen stellt sich aus systemischer
Sicht die Frage, ob Banken so groß werden dürfen, dass im Falle eines Bankrotts der
gesamte Finanzmarkt gefährdet wäre. Diese Frage soll vor dem Hintergund der
realistischen Umsetzbarkeit solcher Maßnahmen, sowie unter Berücksichtigung der
optimalen Wettbewerbstruktur des Bankensektors beleuchtet werden.
LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN
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E. Notwendigkeit „realistischerer“ Makromodelle
13. Verhaltensbasierte (sog. behavioural) Ansätze und heterogene Agenten
Modelle in der Makroökonomie
Die aktuelle Finanzkrise hat außer den Schwachstellen im amerikanischen SubprimeImmobiliensektor, und in einigen unregulierten Banken- und Finanzmärkten auch
gezeigt, dass auch die Ökonomen ihre Modelle teilweise überdenken sollten. In
diesem Thema wollen wir allerdings einen eher konservativen Ansatz wählen, indem
wir bewährte bestehende Modelle übernehmen und dahingehend verändern, dass
tatsächlich beobachtete Verhaltensweisen (behaviour) der Agenten besser
berücksichtigt werden.
Außerdem postulieren moderne makroökonomische Modelle, die auf dem sog. DSGE
(Dynamic Stochastic General Equilibrium) Ansatz beruhen, oftmals einen sog.
„repräsentativen“ Agenten. Die aktuelle Finanzkrise hat gezeigt, wie problematisch
und irreführend Analysen basierend auf dieser Annahme sein können. Dieses Thema
widmet sich einem alternativen Modellrahmen, dem der sog. „heterogenen“ Agenten.
Dabei wollen wir die Grundmethoden und Aussagen dieser Modelle lernen.
Schließlich werden wir versuchen zu beantworten, ob und warum diese Modelle
besser geeignet sind, makroökonomische Phänomene – Banken- und Finanzkrisen im
besonderen – zu erklären.
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