close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Fazit Literatur Wie lässt sich das Verhalten von - WSL

EinbettenHerunterladen
phytische Selbstinkompatibilität. Wir
bestimmten mit molekular-genetischen
Methoden die S-Allele der Wildbirnen
in den 15 Wildbirnen-Populationen.
So konnten wir die Anzahl möglicher
Paarungspartner pro Population – ausgedrückt als Prozent der jeweiligen Population – berechnen.
Unsere Resultate zeigen, dass die Verfügbarkeit passender Paarungspartner
in kleinen Wildbirnen-Populationen
allgemein gross ist und nahe bei 100
Prozent liegt (Abb. 2). Selbst in sehr
kleinen Populationen der Wildbirne mit
weniger als zehn Individuen findet sich
noch immer eine erstaunlich hohe Paarungspartner-Verfügbarkeit von über
90 Prozent (Abb. 2; Holderegger et al.
2008). Bei der Wildbirne finden sich
also kaum Hinweise für einen S-Allee
Effekt.
In small populations, animal and plant
species often find only few and often
closely related mating partners. Many
plant species additionally possess a genetically determined breeding system
that prevents selfing or mating with
close relatives. The number of compatible mates is then particularly low and
might have negative consequences for
the survival of populations. This phenomenon is the S-Allee effect. However,
we show that S-Allee effects are sometimes of only secondary importance.
For instance, even very small populations of wild pear have a genetically determined mate availability of more than
90 %.
Fazit
Literatur
Entgegen der landläufigen Meinung in
der Naturschutzbiologie ist der S-Allee
Effekt in kleinen Populationen von
Pflanzen manchmal von untergeordneter Bedeutung, wie wir dies für die
Wildbirne gezeigt haben. Allerdings
besitzen verschiedene Pflanzenarten
verschiedene Formen von Selbstinkompatibilität. Die für die Wildbirne erhaltenen Resultate müssen somit nicht
allgemein zutreffen. Vielmehr sind im
Artenschutz von gefährdeten Pflanzen
mit Selbstinkompatibilität spezifische
Untersuchungen zu möglichen S-Allee
Effekten nötig.
Gascoigne, J.; Berec, L.; Gregory, S.;
Coutchamp, F., 2009: Dangerously few
liasions: a review of mate-finding Allee
effects. Popul. Ecol. 51: 355–372.
Holderegger, R.; Häner, R.; Csencsics, D.; Angelone, S.; Hoebee, S.E.
2008: S-allele diversity suggests no
mate limitation in small populations of
a self-incompatible plant. Evolution 62:
2922–2928.
Paarungspartner-Verfügbarkeit [%]
100
99
98
97
96
95
0
10
30
40
70
80
20
50
60
Populationsgrösse [Anzahl Individuen]
90
100
Abb. 2. Paarungspartner-Verfügbarkeit (Prozent) in Abhängigkeit der Grösse von 15 Wildbirnen Populationen (verändert nach Holderegger et al. 2008).
Fig. 2. Mate availability (percentage) in relation to the size of 15 wild pear populations
(modified from Holderegger et al. 2008).
Wie lässt sich das Verhalten
von Wintersportlern beeinflussen?
Ursula Immoos
ursula.immoos@wsl.ch
Die Zunahme von Wintersportlern führt
zu Konflikten mit dem Wildtierschutz.
Die Kampagne «Respektiere deine Grenzen», welche diese Konflikte zu lösen
versucht, wurde im Winter 2011/12 auf
ihre Wirksamkeit hin evaluiert. Mit einer schriftlichen Umfrage an Ausgangspunkten für Ski- und Schneeschuhtouren
sowie einer Online-Befragung wurden
einerseits die generellen Effekte auf die
Zielgruppen Schneeschuhläufer und Skitourengänger untersucht. Andererseits
wurde geprüft, inwiefern lenkende Tafeln und Bänder vor Ort die Routenwahl
von Skitourengängern beeinflussen.
Die Auswertung der 548 ausgefüllten
Fragebögen ergab folgende Erkenntnisse: Die Kampagne ist bei ungefähr
zwei Dritteln der beiden Zielgruppen
bekannt und ein Grossteil der Befragten
kennt die Problematik des Konflikts.
Das Verhalten der Umfrageteilnehmer
ist mehrheitlich wildtierverträglich und
wird positiv durch die Kenntnis der vermittelten Regeln beeinflusst. Die Tafeln
und Bänder vor Ort scheinen hingegen
nicht den gewünschten Effekt auf das
Verhalten der Skitourengänger zu haben: Diese halten sich eher an ihre geplante Route und die Informationen im
Kartenmaterial als an die Lenkung vor
Ort.
Die Evaluation von «Respektiere deine
Grenzen» zeigt auf, dass es wichtig ist,
Lenkungsmassnahmen spezifisch auf
Zielgruppen auszurichten. Gerade bei
der Lancierung von neuen Kampagnen
oder bei der Weiterentwicklung von
«Respektiere deine Grenzen» für Freerider ist es angebracht, die Zielgruppen
genau zu untersuchen und die Kommunikationsstrategien entsprechend anzupassen.
Immoos, U., 2012: Sensibilisierung von
Wintersportlern. Eine Evaluation von
Lenkungsmassnahmen bei MenschUmwelt-Konflikten am Beispiel der
Kampagne «Respektiere deine Grenzen». Masterarbeit geleitet von Marcel
Hunziker, WSL Birmensdorf und Ueli
Mäder, Universität Basel.
Inf.bl. Landsch. 87, 2013 5
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
5
Dateigröße
799 KB
Tags
1/--Seiten
melden