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Bildung und Kompetenz – Wie viel Bildung steckt in Weiterbildung?

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Einführung in die
Allgemeine Pädagogik
Bildung und Kompetenz –
Wie viel Bildung steckt in
Weiterbildung?
29.11.2010
Prof. Dr. Rudolf Tippelt
Agenda
1. Bildungsstatistischer Zugang: Ist Schulbildung ein starker Prädiktor für
Weiterbildungsaktivität und –interessen?
2. Gesellschaftstheoretische Zugänge: Wie ergänzen sich Bildung und
Weiterbildung?
3. Milieutheoretischer Zugang: Wie prägen Lebenswelten und
Bildungskulturen die Anforderungen an Weiterbildung?
4. Teilnehmertypologie als Zugang: Welches individuelle
Bildungsverständnis führt zu welchem „Weiterbildungstypus“?
Agenda
5. Bildungsreformerischer Zugang: Welche Bildungsreformen stärken das
Lebenslange Lernen und die Weiterbildung?
6. Professionstheoretischer Zugang: Welche Kernaktivitäten stärken die
professionelle Handlungskompetenz der Erwachsenen- und Weiterbildner?
7. Berufsethischer Zugang: Ist eine bildungstheoretische Berufsethik
notwendig und realistisch?
8. Hat eine bessere Weiterbildungskultur eine Chance?
Weiterbildung –
Ausgangslage
Positive Einstellung
der Bevölkerung
gegenüber
Weiterbildung
Formale und
informelle Weiterbildung integrale
Bestandteile von LLL
Teilnahmequoten an Weiterbildung nach
Schulbildung in % im Jahr 2003 (Ø 41%)
60
50
40
30
20
10
0
BRD mit einer WBBeteiligung von 43%
international im
Mittelfeld
Weiterbildun
Allgemein
Beruflich
g
e
e
insgesam
Weiterbildun
Weiterbildun
t
g
g
Niedrige
Mittlere
Abitur
Schulbildung
Schulbildung
Soziodemographische
und soziokulturelle
Unterschiede in der
WB-Beteiligung
-
Quelle: BSW IX (2005), S. 28; AES 2008
Weiterbildung
Allgemeine
Weiterbildung
Berufliche
Weiterbildung
Fortbildung
Lernen im
Prozess der Arbeit
Umschulung
In anerkannte
Ausbildungsberufe
Anpassungs
-fortbildung
Politische
Weiterbildung
Aufstiegsfortbildung
z.B. zum
• Meister
•Techniker
In Erwerbsberufe/
berufliche Tätigkeiten
Selbstorganisiertes
Lernen in ...
Gestütztes Lernen
in der Arbeit z.B.
- Anlernen
- Qualitätszirkel
Selbständiges
Lernen im
Arbeitsprozess
(learning- by- doing)
Berufliche Kompetenzentwicklung
Fachkompetenz
Sozialkompetenz
Methodenkompetenz
(Quelle: in Anlehnung an BIBB/ Schaubilder II; Günter Albrecht in Kompetenzentwicklung 1997)
Fünf Dimensionen der
Bildung / Weiterbildung
Sozialer Wandel, Trends und Zukunftsperspektiven
Strukturelle Komponenten
Dimensionen
Berufliche
Qualifikation
Ökonomie
Politik/
Öffentlichkeit
Gesellschaftliches
Gemeinwesen
Ökonomischtechnologische
Innovation
Politische
Partizipation
Partizipation in
Organisationen
Soziale Integration
Inklusion von allen
sozialen Gruppen,
Soziale Kohäsion
Ethisch- kulturelle
Orientierung
Kulturelle
Identítätsfindung
Kultur
Kulturelle
Fähigkeiten und
Wertevermittlung
Kompetenzen
Problemlösung
Wissens- und
Ideenmanagement
Verantwortung,
demokratisches
und
bürgerschaftliches
Engagement
Individualität,
Pluralität,
Empathie,
Lebenswelten,
Milieus
Weltoffenheit,
Allgemeinbildung,
interkulturelle
Kompetenzen,
ethische und
religiöse Erziehung
Definition von Weiterbildung
(Deutscher Bildungsrat 1970,
S. 197)
„Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten
Lernens nach Abschluß einer unterschiedlich
ausgedehnten ersten Ausbildungsphase...Das
Ende der ersten Bildungsphase und damit der
Beginn möglicher Weiterbildung ist in der Regel
durch den Eintritt in die volle Erwerbstätigkeit
gekennzeichnet. Das kurzfristige Anlernen oder
Einarbeiten gehört nicht in den Rahmen der
Weiterbildung.“
Bildungsorte
Formale Bildung
Hierarchisch strukturiertes und zeitlich aufeinander
aufbauendes Schul-, Ausbildungs- und Hochschulsystem,
weitgehend verpflichtender Charakter und Leistungszertifikate.
Non-formale Bildung
Jede Form organisierter Bildung und Erziehung,
die freiwillig stattfindet oder Angebotscharakter hat.
Informelle Bildung
Alle ungeplanten und nichtintendierten Bildungsprozesse, die
sich im Alltag von Familie, Nachbarschaft, Arbeit und Freizeit
ergeben aber auch fehlen können.
Sie sind unverzichtbar für den Aufbau formeller und
nichtformeller Bildungsprozesse.
Auftrag der
Erwachsenenbildung
- Historische Perspektive -
Intentionen der Aufklärung
•Kulturelle Selbstfindung
•Gesellschaftliche Mitgestaltung
•Qualifizierte Arbeitsbewältigung
Institutionelle Pluralisierung (Anfang 20. Jahrhundert)
•Bürgerliche Volksbildung
•Kirchliche Erwachsenenbildung
•Arbeiterbildungsschulen
•Universitätsausdehnung
Kontinuitätsbruch (NS-Staat, Totalitarismus)
Ebene des Weiterbildungsmarktes in Regionen
Erste Weiterbildungsstruktur
Volkshochschulen, Erwachsenenbildungswerke der Kirchen,
der Gewerkschaften, der Parteien und der Kammern
Zweite Weiterbildungsstruktur
Die neuen Angebote der Arbeitgeberverbände, der Kammern,
der Handwerkerorganisationen und der Betriebe
Dritte Weiterbildungsstruktur
Initiativ- und Selbsthilfegruppen, Vereine, kleine Bildungswerke
und Bürgerbewegungen
Vierte Weiterbildungsstruktur
Kommerzielle Anbieter und kleine private Bildungsunternehmen
(=> Etablierung in kleine ökonomische Einheiten)
Ordnungsgrundsätze der
Weiterbildung
Pluralität der Träger
Subsidiaritätsprinzip
Öffentliche Verantwortung und Förderung
Selbstbestimmbarkeit von Angeboten und Nachfrage,
Freiwilligkeit
Allgemeinzugänglichkeit der Angebote
Bedarfsgerechtes und flächendeckendes
Angebot (Zielgruppen)
Kooperation der Weiterbildungsträger
(z.B. Landeskuratorium)
Agenda
1. Bildungsstatistischer Zugang: Ist Schulbildung ein starker
Prädiktor für Weiterbildungsaktivität und –interessen?
2. Gesellschaftstheoretische Zugänge: Wie ergänzen sich Bildung und
Weiterbildung?
3. Milieutheoretischer Zugang: Wie prägen Lebenswelten und
Bildungskulturen die Anforderungen an Weiterbildung?
4. Teilnehmertypologie als Zugang: Welches individuelle
Bildungsverständnis führt zu welchem „Weiterbildungstypus“?
Weiterbildungsbeteiligung
und Bildungsabschluss
Quelle: BSW IX, 2005
Beteiligung an Weiterbildung
nach Schulabschluss
und Erwerbstätigkeit
n =4909
100 %
80 %
60 % 65 %
40 %
20 %
53 %
33 %
48 %
39 %
32 %
23 %
26 % 24 %
7%
10 %
0%
45 – 64
Jahre
erwerbstätig
45 – 64
Jahre
nicht
erwerbstätig
65 – 80
Jahre
Ja
Nein
17%
Gesamt
Abitur FHS-Reife
Mittlerer Abschluss
Hauptschulabschluss
University Graduates – Range of Skills
• The logical organisation and structure of information
• Rhetoric: be able to present information clearly
• Knowledge management
• The ability to communicate electronically on the Internet
• Leadership competence
• Problem solving techniques
• Conflict management
• Cooperation in interdisciplinary and intergenerative teams
• Development of personality
Informelles Lernen
am Arbeitsplatz
Anlernen/Austausch
am Arbeitsplatz durch
Kollegen
#$(
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Unterweisung/
Anlernen durch
Vorgesetzte
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(
(
Austausch mit
Personen außerhalb
meines Betriebes
Besuch von
Fachmessen oder
Kongressen
Lesen von berufsbez.
Fach-/Sachbüchern,
Zeitschriften
Fachbeiträge im Radio/
TV, Videos/Hörbücher
Durch das Internet
n = 1990
"
Barrieren
gegenüber Weiterbildung
(Erwerbstätige)
Berufliche Barrieren
Benötige keine
Weiterbildung für
Beruf
%(
!
(
%
(
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Arbeitgeber
unterstützte WBabsichten nicht
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!(
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"%
keine Zeit wegen
beruflichen
Belastungen
#(
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(
(
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%(
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n = 1770
#
! (1) Aufstiegsorientierte
(2) Verwertungszentrierte
Clusteranalyse
(4) Organisationsintern
Aktive
(3) Flexible
(5) Ganzheitlich
Orientierte
(1) Aufstiegsorientierte
• 23,8 % der
weiterbildungsaktiven
Erwerbstätigen
• sehr bildungsaktiv
(2) Verwertungszentrierte
• ausschließlich
längere
Weiterbildungen
Clusteranalyse
(4) Organisationsintern
Aktive
(3) Flexible
(5) Ganzheitlich
Orientierte
• Ø 63,6 Stunden pro
Maßnahme
(1) Aufstiegsorientierte
(2) Verwertungszentrierte
Clusteranalyse
(4) Organisationsintern
Aktive
(3) Flexible
(5) Ganzheitlich
Orientierte
• 10,4 % => kleinste Gruppe
• viele eintägige Kurse/Lehrgänge
• Gesamtzahl besuchter Veranstaltungen
unterdurchschnittlich
•
•
•
•
•
jüngste Gruppe
hoher Anteil von Arbeitern
häufig einfacher Schulabschluss
wenig ehrenamtliche Tätigkeiten
selten Mitglied in Vereinen und Organisationen
(1) Aufstiegsorientierte
Clusteranalyse
(3) Flexible
• 11,5 %
(2) Verwertungszentrierte
(5) Ganzheitlich
• insgesamt
hohe
Weiterbildungsaktivität
Orientierte
(4) Organisationsintern
• auch Fernlehrgänge
Aktive
und E-Learning
• Ø knapp 60 Stunden
pro Kurs
• Männer sind
überrepräsentiert
• Erwerbstätige in
Großbetrieben
• hoher Anteil
Unverheirateter
(1) Aufstiegsorientierte
(2) Verwertungszentrierte
Clusteranalyse
(4) Organisationsintern
Aktive
(3) Flexible
(5) Ganzheitlich
Orientierte
• größtes Cluster (41,6 %)
• primär Einzelunterweisungen am Arbeitsplatz,
aber auch längere Kurse/Lehrgänge
• kaum private Anbieter oder Fernlehre
• Beschäftigte aus öffentlichem Dienst
• hoher Männeranteil
• höherer Bildungsabschluss
• viele Freizeitaktivitäten, kulturelle
Teilhabe und ehrenamtliches Engagement
(1) Aufstiegsorientierte
(2) Verwertungszentrierte
Clusteranalyse
(4) Organisationsintern
Aktive
• 12,7
%
(3) Flexible
(5) Ganzheitlich
Orientierte
• jede Form von Weiterbildungsangeboten
außer Fernlehrgänge und E-Learning
•
•
•
•
Schwerpunkt: Privatunterricht in der Freizeit
überdurchschnittlich hoher Anteil von Frauen
viele Selbständige und Existenzgründer
höchster Anteil von Personen mit (Fach-)
Hochschulreife bzw. Hochschulabschluss
• sehr aktive Freizeitgestaltung
• ehrenamtliches Engagement
• zahlreiche kulturelle Aktivitäten
Doppelte
Weiterbildungsschere
(München-Studie)
(vgl. Tippelt/Weiland/Panyr/Barz 2003, S. 153)
Kerncurricula moderner Allgemeinbildung
Basale Sprach- und Selbstregulationskompetenzen (Kulturwerkzeuge)
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(
Grundstruktur der
Allgemeinbildung & des
Kanons in Anlehnung an
Baumert
(2002)
Grundstruktur der Allgemeinbildung & des Kanons in Anlehnung an
Baumert
(2002)
)*
Agenda
1. Bildungsstatistischer Zugang: Ist Schulbildung ein starker Prädiktor für
Weiterbildungsaktivität und –interessen?
2. Gesellschaftstheoretische Zugänge: Wie ergänzen sich Bildung
und Weiterbildung?
3. Milieutheoretischer Zugang: Wie prägen Lebenswelten und
Bildungskulturen die Anforderungen an Weiterbildung?
4. Teilnehmertypologie als Zugang: Welches individuelle
Bildungsverständnis führt zu welchem „Weiterbildungstypus“?
Gesellschaftstheoretische
Zugänge zu Bildung und
Weiterbildung
Wissensgesellschaft
Problemlösekompetenz, Intelligenz, Kreativität
Risikogesellschaft
Flexible Biographien, Bildung von Identität
Arbeitsgesellschaft
Höhere Fachkompetenzen, Arbeitslosigkeit
Zivilgesellschaft
Partizipationskompetenz, Solidarität, soziale Netze
Einwanderungsgesellschaft
Interkulturelle Kompetenz, Religion, Traditionen
Erlebnisgesellschaft
Konsum, Lebensstile, Habitus und Distinktion
Gesellschaft des langen Lebens
Intergenerative Kompetenz, demographischer Wandel
Agenda
1. Bildungsstatistischer Zugang: Ist Schulbildung ein starker Prädiktor für
Weiterbildungsaktivität und –interessen?
2. Gesellschaftstheoretische Zugänge: Wie ergänzen sich Bildung und
Weiterbildung?
3. Milieutheoretischer Zugang: Wie prägen Lebenswelten und
Bildungskulturen die Anforderungen an Weiterbildung?
4. Teilnehmertypologie als Zugang: Welches individuelle
Bildungsverständnis führt zu welchem „Weiterbildungstypus“?
n=2920
Teilnahme an Beruflicher
Weiterbildung in den letzten
12 Monaten*** (Ø 54%)
Oberschicht/
Obere
Mittelschicht
Konservative
45%***
Etablierte
59%
Mittlere
Mittelschicht
Traditionsverwurzelte
45%***
DDRNostalgische
46%***
Untere
Mittelschicht/
Unterschicht
Soziale
Lage
Postmaterielle
53%
Bürgerliche Mitte
50%
Konsum-Materialisten
61%***
Traditionelle Werte
Grund- Pflichterfüllung, Ordnung
orientierung
Moderne
Performer
67%***
Experimentalisten
65%***
Hedonisten
49%
Modernisierung I
Modernisierung II
Konsum-Hedonismus und Postmaterialismus
Patchworking,
Virtualisierung
n=2106, alle derzeit und früher Erwerbstätigen
Wünsche an Gebäude in
Milieudifferenzierung
Moderne Performer
„Modern“, „Hell“
Experimentalisten
„ganzheitlich“, „schöne Umgebung“,
„abgelegen“
Bürgerliche Mitte:
„Da fühlt man sich wohl“
Quelle: Milieuhomogene
Gruppendiskussionen Projekt ImZiel
Wünsche an Lernräume
in Milieudifferenzierung
Moderne Performer:
Zum Vergleich Traditionsverwurzelte:
Zum Vergleich Experimentalisten:
Quelle: Milieuhomogene
Gruppendiskussionen Projekt ImZiel
Wünsche an die Lernmethode in
Milieudifferenzierung
Moderne Performer:
„Dynamik, gefordert sein“
Zum Vergleich Traditionsverwurzelte:
„man hat den Eindruck, dass man
auch Zwischenfragen stellen kann“
Zum Vergleich Experimentalisten:
„Aktive Lebendigkeit“
Quelle: Milieuhomogene
Gruppendiskussionen Projekt ImZiel
Wünsche an die
Teilnehmergruppe in
Milieudifferenzierung
Moderne Performer:
„Sind alle im gleichen Boot und außerdem
fit, jung und gutaussehend. Da möchte
man dazugehören“
Zum Vergleich Traditionsverwurzelte:
Zum Vergleich Experimentalisten:
Quelle: Milieuhomogene
Gruppendiskussionen Projekt ImZiel
Aktuelle Herausforderungen an
die Gestaltung von
Bildungsorten und Lernwelten
Von der angebotsorientierten zur nachfrageorientierten
Bildungsgestaltung
Lernwelten und Lebenswelten
milieuadäquat
altersadäquat
Weiterbildung ist Anschlusslernen
Agenda
1. Bildungsstatistischer Zugang: Ist Schulbildung ein starker Prädiktor für
Weiterbildungsaktivität und –interessen?
2. Gesellschaftstheoretische Zugänge: Wie ergänzen sich Bildung und
Weiterbildung?
3. Milieutheoretischer Zugang: Wie prägen Lebenswelten und
Bildungskulturen die Anforderungen an Weiterbildung?
4. Teilnehmertypologie als Zugang: Welches individuelle
Bildungsverständnis führt zu welchem „Weiterbildungstypus“?
Bildungsverständnis und
Bildungsinteressen Älterer - Basis
für Weiterbildungsplanung
solidarisch
Gemeinwohlorientiertersolidarischer
Typ
Sozial
emotionaler
Typ
Bildung als
Eigenwert
Bildung als
Zweck
Selbstabsorbierendkontemplativer
Typ
Utilitaristischer
Typ
individuell
n = 60 Tiefeninterviews
Quelle: Tippelt/Schmidt u.a. 2009
Aufgaben der
Erwachsenenbildner/-innen
Gesellschaft
Individuum
• Innovationsfähigkeit
• Realisierung von Lebensentwürfen
• soziale Integration
• selbständige und selbstverantwortliche Bildung
• kulturelle und
politische Partizipation
• Stärkung sozialer Kontakte
• Materielle Unabhängigkeit
Agenda
5. Bildungsreformerischer Zugang: Welche Bildungsreformen
stärken das Lebenslange Lernen und die Weiterbildung?
6. Professionstheoretischer Zugang: Welche Kernaktivitäten stärken die
professionelle Handlungskompetenz der Erwachsenen- und Weiterbildner?
7. Berufsethischer Zugang: Ist eine bildungstheoretische Berufsethik
notwendig und realistisch?
8. Hat eine bessere Weiterbildungskultur eine Chance?
Bildung im Kontext
Lebenslangen Lernens
• Klare Bildungsstandards (Curriculum)
• Differenzierende Ausbildungsalternativen
• Vermeidung von Über- und Unterforderung (Selektivität)
• Hohe Durchlässigkeit
• Möglichkeiten Bildungs-, Berufs- und Studienkarrieren
zu „korrigieren“
• „Zweite Chance“ für „Abbrecher“
(Nachholen von Abschlüssen)
• Individualisierter pädagogischer Bezug
(Reform des Lehrens und Lernens)
Bildung im Kontext
Lebenslangen Lernens
• Förderunterricht für Lernschwache
• Kontinuierliche Leistungs- und Lernrückmeldung
• (nicht nur Noten)
• Trägerübergreifende vernetzte Beratung
• Starke Teilnehmerorientierung und Bildungsmarketing
• Intensive, selektive Lehrerausbildung, Ausbildung
• der Ausbilder, Kerncurricula für Erwachsenenbildner
• Fortbildung des pädagogischen und
• administrativen Personals
• Positives Image einer Lernkultur
Agenda
5. Bildungsreformerischer Zugang: Welche Bildungsreformen stärken das
Lebenslange Lernen und die Weiterbildung?
6. Professionstheoretischer Zugang: Welche Kernaktivitäten stärken die
professionelle Handlungskompetenz der Erwachsenen- und Weiterbildner?
7. Berufsethischer Zugang: Ist eine bildungstheoretische Berufsethik notwendig
und realistisch?
8. Hat eine bessere Weiterbildungskultur eine Chance?
Erwartungen
an eine Weiterbildung
Verständnisvolle/r
Dozent/in
Inhaltsfokussierte
Darstellung
des Dozenten
Mit Jüngeren
Austauschen
Angemessenes
Lerntempo
n = 809
Schöner, moderner
Kursraum
Abschlusszeugnis/
Zertifikat
45 – 64
Jahre
erwerbstätig
45 – 64
Jahre
nicht
erwerbstätig
65 – 80
Jahre
Gesamt
n = 809
Pädagogische
Kernaktivitäten
Päd. Kernaktivitäten:
Unterrichten
Beraten
Organisieren
Arrangieren
Helfen
Mehr oder weniger intensive/bewusste Verankerung in der pädagogischen
Tradition
Vgl. Nittel (2009)
Professionelle
Handlungskompetenz
professionelle
Handlungskompetenz
Professionswissen
Überzeugungen/
Werthaltungen
motivationale
Orientierungen
selbstregulative
Fähigkeiten
Kompetenzbereiche
Fachwissen
fachdidaktisches
Wissen
vgl. Baumert, Kunter 2006
pädagogisches
Wissen
OrganisationsInteraktionswissen
Beratungswissen
Veränderungen von Qualifikations- und
Kompetenzanforderungen
Bedeutungszuwachs von:
- breiter Fachkompetenz
- Methodenkompetenz
- Sozialkompetenz
- Personaler und kultureller Kompetenz
Handlungskompetenz (erfahrungsbezogenes Wissen)
Systematischer Erwerb von Fachkompetenz
(intelligentes Wissen)
Erwerb intelligenten Wissens
(vertieftes Verstehen, vernetztes und flexibles Wissen)
erfordert
vertikalen Lerntransfer
enthält
Anschlussfähigkeit für lebenslanges Lernen
wird begünstigt durch
gesteuerten, aber teilnehmerzentrierten Unterricht/Lehrstil
(In Anlehnung an Weinert, 1998)
Erwerb des Lernen Lernens
(Lernkompetenz - Methodenkompetenz)
Erwerb des Lernen Lernens
(Lernkompetenz)
erfordert
Expertise über das eigene Lernen
wird begünstigt durch
prozessorientiertes, aber inhaltliches Lernen
(keine Separatkurse)
gefördert durch
angeleitetes, selbständiges Lernen und durch Reflexion über
erfolgreiches Lernen
(In Anlehnung an Weinert, 1998)
Erwerb von Sozialkompetenz
Erwerb sozialer Kompetenzen
bedeutet
Soziales Verstehen, soziale Geschicklichkeit, soziale
Verantwortung, Konfliktlösungskompetenz
erfordert
reflektierte soziale Erfahrungen
wird begünstigt durch
regelgeleitete Zusammenarbeit, Gruppenunterricht, Teamarbeit,
Konfliktlösungsaufgaben, etc.
(In Anlehnung an Weinert, 1998)
Erwerb von personaler und kultureller Kompetenz
(Schule, Ausbildung, Weiterbildung)
Erwerb von personaler Kompetenz
(normalgerechtes und -kritisches Handeln; soziale, demokratische
und persönliche Werte)
durch
Erleben einer Wertegemeinschaft
(Schulkultur, Kohäsion, Lehrervorbild, Gemeinschaftserfahrungen)
wird begünstigt durch
unspezifischen Lerntransfer
(Gewöhnung, Einsicht, Erfahrung, Reflexion)
wird begünstigt durch
lebendige Schulkultur / humanere Arbeitskulturen
(In Anlehnung an Weinert, 1998)
Erwerb anwendungsfähigen Wissens
(Handlungskompetenz)
Erwerb anwendungsfähigen Wissens
(Handlungskompetenz)
durch
situationsspezifische Erfahrungen
erfordert
horizontalen Lerntransfer
wird begünstigt durch
Situiertes Lernen (authentische Lernsituationen)
wird erleichtert durch
Projektunterricht / arbeitsplatznahes Lernen
(In Anlehnung an Weinert, 1998)
Agenda
5. Bildungsreformerischer Zugang: Welche Bildungsreformen stärken das
Lebenslange Lernen und die Weiterbildung?
6. Professionstheoretischer Zugang: Welche Kernaktivitäten stärken die
professionelle Handlungskompetenz der Erwachsenen- und Weiterbildner?
7. Berufsethischer Zugang: Ist eine bildungstheoretische
Berufsethik notwendig und realistisch?
8. Hat eine bessere Weiterbildungskultur eine Chance?
Bildungstheoretisch
fundierte Berufsethik –
notwendig und realistisch?
Bildung ‚vom Teilnehmer aus‘
Alters- und Entwicklungsstufen
Bildung und Erziehung für alle
Überwindung von Statusunterschieden
Reflexivität und Selbstbewusstsein
Befragung von Traditionen und Überlieferungen
(Innensteuerung)
Empathie (Verstehen des ‚Anderen‘)
Gemeinschaft und Universalismus
Agenda
5. Bildungsreformerischer Zugang: Welche Bildungsreformen stärken das
Lebenslange Lernen und die Weiterbildung?
6. Berufsethischer Zugang: Ist eine bildungstheoretische Berufsethik
notwendig und realistisch?
7. Professionstheoretischer Zugang: Welche Kernaktivitäten stärken die
professionelle Handlungskompetenz der Erwachsenen- und Weiterbildner?
8. Hat eine bessere Weiterbildungskultur eine Chance?
Lernortdifferenzierung
Explizite Lernorte
Intermediale
Lernorte
Implizite
Lernorte
Wissenschaftliche
WB (Hochschule)
Vereine
Arbeitsplatz
Verbände
Medien
ehrenamtliches
Engagement
Peers, Familienkreis
Volkshochschulen
Kirchliche Bildung
Gewerkschaftliche
Bildung
Politische Bildung
Museen
Theater
Bibliotheken
betriebliche
Weiterbildung
Bibliotheken
Formale und
informelle Bildung
Formale
Bildung
Informelle
Bildung
Kompetenzentwicklung durch
Kinder
Kindergarten,
Schule
Eltern,
Verwandte
Lernmotivation,
Lernfähigkeit wecken/
fördern
Jugendliche
Schule
Medien,
außerschulische
Lernorte
Pflicht des Lernens,
fremdorganisiert
Grundkompetenzen
Junge
Erwachsene
Berufliche
Erstausbildung,
Hochschule
Erfahrungen,
Engagement,
neue Medien
Selbststeuerung,
Eigenverantwortung
Spezialisierung
Erwachsene
Berufl.- und
allgemeine WB
Familie,
Beruf,
Freizeit
Eigenverantwortung,
Umlernen, Neulernen,
Ältere
Spezielle
Angebote
Familie, Medien,
betreute
Einrichtungen
Selbstorganisation;
Erhaltung von
Kompetenzen
Lebenslanges
Lernen ...
... beugt
Lernentwöhnung vor
... fördert
gesundheitsbewusstes
Verhalten
... erhöht
Wohlbefinden
... fördert politische
Partizipation und
bürgerschaftliches
Engagement
=> Bildung kann
konstruktives Altern
unterstützen
... erhält Unabhängigkeit und Selbständigkeit
(vgl. Bynner/Schuller/Feinstein
2003)
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