close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Fast wie zuhause – wenn die Schafe nicht wären - KLOK eV

EinbettenHerunterladen
III
KORNWESTHEIM
Nr. 155 | Freitag, 9. Juli 2010
Fast wie zuhause – wenn die Schafe nicht wären
Die Jugendfarm
baut ab nächstem Schuljahr die
Ganztagesbetreuung für die Uhlandschule aus. Von Gaby Mayer-Grum
Angedacht
Niemals
nie sagen
Kornwestheim
raußen zupfen die Schafe an Grashalmen und Kräutern, drinnen
steht die Fütterung der Raubtiere
an, wie Susanne König, JugendbegleiterManagerin an der Uhlandschule, lachend
sagt: Um den Tisch herum sitzt ein Dutzend Jungen und Mädchen und mampft
Maultaschen. Gekocht hat der Jugendfarm-Leiter Marco Puggioni.
Seit diesem Schuljahr hat die Farm einen Teil der Ganztagesbetreuung der Uhlandschule übernommen. Einmal in der
Woche kommen Erst- bis Viertklässler auf
das Gelände im Moldengraben, um gemeinsam zu essen, Hausaufgaben zu machen
und danach bis in den späten Nachmittag
hinein alle Angebote der Farm zu genießen.
Weil das so gut ankommt, wird die Farm
ihre Zusammenarbeit mit den Schulen weiter ausbauen.
Mit dem Bus fahren die Jungen und
Mädchen gemeinsam mit zwei Jugendbegleiterinnen nach dem Unterricht in den
Moldengraben. Im kühlen Container, wo
der große Esstisch bereits gedeckt ist, pfeffern sie Ranzen und Taschen in die Ecke
und holen sich bei Marco Puggioni eine
Portion Maultaschenauflauf. „Äähh“, mosern die einen, „mmmh, lecker!“, schwärmen die anderen. „Wie zuhause“, sagt Michaela Lauxmann vom Jugendfarmverein.
Wie zuhause werden nach dem Essen –
das dann doch fast alle genüsslich wegputzen – erst einmal die Hausaufgaben erledigt. Und wie zuhause finden das auch hier
nicht alle Kinder lustig, wäre es doch so
schön, jetzt schon mit der Wasserschlacht
zu beginnen. Weder Susanne König, die
alle Ganztagesangebote an der Uhlandschule koordiniert, noch Marco Puggioni
geben nach. „Bevor die Hausaufgaben
nicht fertig sind, beginnt das Programm
nicht“, betont der Erzieher. „Die Kinder
kennen den Ablauf“, ergänzt Susanne Kö-
Herbert Seeger ist
Pfarrer i.R. der
evangelisch-methodistischen Kirche.
D
Zur Person
Ohnesorg feiert 60. Geburtstag
Foto: z
Seinen 60. Geburtstag feiert heute der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Ohnesorg. Der gebürtige Stuttgarter hat
1969 sein Abitur am
Ernst-Sigle-Gymnasium
abgelegt und Rechtswissenschaften studiert. Er
ist als Rechtsanwalt und
Fachanwalt für Familienrecht tätig. Seit dem
Jahr 2000 gehört er für die CDU dem Gemeinderat an, seit 2009 auch dem Kreistag in Ludwigsburg. Nach der Wahl von Dietmar Allgaier
zum Finanzbürgermeister im Sommer 2008
wählte ihn die CDU-Fraktion zu ihrem neuen
Vorsitzenden. Ohnesorg engagiert sich in verschiedenen Vereinen. Zu seinen Hobbys zählt
er Musik und Literatur. Für einen guten Tropfen
– am liebsten einen Rotwein aus Frankreich –
ist Ohnesorg immer zu gewinnen. ww
Kornwestheim
Weitere Abiturienten
Nun haben auch die letzten Abiturienten
des Jahrgangs 2010 ihre Reifeprüfung am
Ernst-Sigle-Gymnasium bestanden. Fabian Reif, Halil Ihtiyar, Berit Jedamczik
und Emre Bilgen konnten zum ursprünglichen Termin wegen Verletzungen ihre Prüfungen im Sport nicht absolvieren. Das haben sie jetzt erfolgreich nachgeholt.
red
in Lehrer hat
uns einmal gesagt: Im Umgang
mit Menschen solltest
du nie „nie“ sagen. Ein
kleines Wort aus drei
Buchstaben, aber doch
wohl mit beachtlicher
Bedeutung. Aus der
Schulzeit habe ich vieles vergessen, aber dieser Satz ist mir hängen
geblieben. In der Alltagssprache wird dieses Wort wohl sehr selten gebraucht. Aber
stellen wir uns einmal vor, jemand behauptet, Griechenland dürfe man, nach dem, was
in der Vergangenheit finanziell passiert ist,
nie wieder vertrauen. Der schlägt eine Tür
zu, endgültig. Und wenn die Griechen ihre
Kürzungen und Einspar-Vorhaben tatsächlich zu Ende bringen und eines Tages wieder eine annähernd ausgeglichene Bilanz
präsentieren, dann wollen wir „nie wieder
vertrauen“? Oder ein anderes Beispiel aus
unseren Tagen. Die Spar- und Kürzungsvorschläge der Bundesregierung würden uns
so ärgern, dass wir sagen, wir sind so enttäuscht, dass wir nie wieder wählen gehen.
Die Tür fällt ins Schloss. Aus! Feierabend!
Und wenn beim Gesetzesverfahren doch einiges geändert wird oder eine andere Regierung ans Ruder kommt: Nie wieder wählen
gehen? Das wäre doch wohl mehr als töricht, wenn wir unsere, wenn auch kleine
Verantwortung nicht mehr wahrnehmen
würden.
Auch im menschlichen Umgang kommt
es zu Verletzungen. Wie reagieren wir?
„Mit dem will ich nie wieder zu tun haben!“
Schaden wir damit dem anderen oder letztlich auch uns? Wenn Deutschlands Kriegsgegner nach dem letzten Weltkrieg proklamiert hätten: Mit Deutschland nehmen wir
nie wieder Beziehungen auf, dann hätte es
keine Care-Pakete (für viele zum Überleben) und keinen Marshall-Plan zum Wiederaufbau gegeben, hätten wir kein gemeinsames Europa (trotz mancher Schwächen).
Auch die Bibel setzt sich mit dieser Frage
auseinander. Sie berichtet von einer gottlosen Stadt, und Gott vernichtet sie. „Nie wieder soll sie aufgebaut werden!“. Seit 3000
Jahren existieren nur Ruinen. Aber es gibt
auch eine andere Seite. Jesus verspricht im
Auftrag Gottes den Menschen, die an ihn
glauben: „Wer zu mir kommt, der wird nicht
hungern und wer an mich glaubt, den wird
nie mehr dürsten!“ Das ist nicht nur ein
Glaubenszeugnis, sondern tägliche Erfahrung: Gott macht mein Herz ruhig, er stärkt
mich in meiner Schwachheit, gibt mir Mut
wenn ich nicht weiter weiß, beschenkt mich
mit Frieden und gibt meinem Leben Sinn
und Ziel. Das will ich glauben und täglich
neu erfahren.
E
Wenn die Uhland-Grundschüler auf der Jugendfarm eintrudeln, ist das Essen bereits fertig. Danach geht’s an die Hausaufgaben – erst
Foto: Gaby Mayer-Grum
dann darf gespielt werden.
nig. Das Jugendfarm-Projekt ist eines von
zahlreichen Angeboten der Uhlandschule,
die von insgesamt 28 Jugendbegleiterinnen und -begleitern organisiert werden
und eine Ganztagesbetreuung der Kinder
von Montag bis Donnerstag gewährleisten.
„Wir würden gerne noch mehr machen“,
sagt Susanne König, „aber das ist nicht finanzierbar.“ 42 000 Euro stehen der Uhlandschule für die Jugendbegleiter-Programme zur Verfügung. „Wenn man das
pro Schüler rechnet, ist das verflixt wenig
Geld.“ Dabei sind immer mehr Eltern da-
rauf angewiesen, dass ihre Kinder den ganzen Tag über betreut werden. Allein 122 –
von 255 – Grundschüler nutzen derzeit die
Ganztagesangebote der Uhlandschule.
„Der Bedarf ist da“, folgert Susanne König.
Das wird besonders dann spürbar, wenn
zu Schuljahresbeginn die Anmeldungen
für die einzelnene Projekte angenommen
werden. So war das Programm auf der Jugendfarm nicht nur innerhalb kürzester
Zeit ausgebucht, zahlreichen Kindern
musste auch eine Absage erteilt werden.
Im neuen Schuljahr soll das Angebot daher
ausgebaut werden: Künftig gibt es zweimal
wöchentlich eine Ganztagesbetreuung für
Uhlandschüler. Hinzu kommen weitere
Projekte für andere Kornwestheimer Schulen wie das Ernst-Sigle-Gymnasium.
Die Kinder finden das super. Sie verbringen den Nachmittag mit Hüttenbau und
Basteln, beim Baden und Plantschen – und
natürlich mit den Tieren. „Es ist auch ein
Anreiz, die Hausaufgaben schnell fertig zu
machen, wenn man weiß, dass draußen die
Schafe und Meerschweinchen auf einen waten“, weiß Jugendbegleiterin Tanja Ziegler.
Die unbekannten Seiten aufspüren
Am Samstag startet
die Veranstaltungsreihe „Das alte
Dorf – neu entdecken“.
Kornwestheim
ür manch einen Kornwestheimer
wird es nichts Neues zu entdecken
geben, weil er das Alte Dorf wie
seine Westentasche kennt, andere allerdings stoßen immer wieder auf Unbekanntes oder Vergessenes. Zum siebten Mal richtet die Stadt Kornwestheim die sommerliche Veranstaltungsreihe „Das alte Dorf –
neu entdecken“ aus – mit bekannten Elementen, aber auch neuen Beteiligten.
Das Prozedere ist an den vier Sonntagen
immer identisch: Um 13.30 Uhr wird eine
Führung durch das Schulmuseum in der
Schillerschule angeboten. Um 15 Uhr treten Künstler auf dem Dorfplatz vor der
Martinskirche auf. Und um 16 Uhr startet
eine Führung durch das alte Dorf.
Morgen, am ersten Veranstaltungstag,
gibt’s noch einige Besonderheiten: Nach
der Führung durchs Schulmuseum lädt die
Stadt zu einer Märchenstunde bei der Alten Schmiede in der Adlerstraße ein. Um 15
Uhr wird der Kornwestheimer Hans-Peter
Hurth alias Hape sein Publikum auf dem
Dorfplatz zu verzaubern versuchen. Den
Rundgang durchs Alte Dorf leitet Barbara
Geib in einem Gewand, wie es einst in Kornwestheim getragen worden sein könnte.
Und wie geht’s weiter mit der Veranstal-
F
Kornwestheim
Parken beim Bad
Gemütliche Hocketse mit vielen Informationen über Kornwestheims Geschichte: Das ist
die Veranstaltungsreihe „Das alte Dorf – neu entdecken“.
Foto: Archiv/Horst Dömötör
tungsreihe? Am Samstag, 24. Juli, gastiert
Günter, der Gaukler, auf dem Dorfplatz.
Zwei Wochen später ist die Gruppe Des
Geyers schwarzer Haufen zu Gast. Und zur
letzten Dorfveranstaltung am Samstag, 21.
August, präsentiert die Stadt Jonglage und
Zauberei mit Béla Kiss. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Die Führung am ersten Samstag wird
von Barbara Geib geleitet, am 24. Juli wird
Stadtarchivarin Natascha Richter durchs
alte Dorf führen. Die letzten beiden Rundgänge durchs Alte Dorf führt Heimatforscher Hermann Wagner an. Am 21. August
will er auch einen Stopp auf dem Alten
Friedhof einlegen.
red
Dass das Alfred-Kercher-Bad für Gehbehinderte nur schwer zu erreichen sei, monierte Freie-Wähler-Stadtrat Klaus-Dieter
Holzscheiter in der Sitzung des technischen Ausschusses. Es müsse geprüft werden, ob nicht in unmittelbarer Nähe des
Hallenbad-Eingangs ein Behinderten-Parkplatz eingerichtet werden könnte, forderte
Holzscheiter. Das Bad sei für Rollstuhlfahrer über eine flache Rampe zu erreichen,
die westlich des Schwimmbadgebäudes verläuft, erinnerte der Erste Bürgermeister
Michael Köpple. Mit dem Auto sei der Eingang in der tat nicht anzufahren.
gam
Gemeinsam agieren
Die Vertreter der europäischen Logistik–Kompetenzzentren haben sich zur Vollversammlung in Kornwestheim getroffen.
Kornwestheim
as Kooperationszentrum Logistik
(Klok) in Kornwestheim bildet das
Sekretariat für das Netzwerk der europäischen Logistikzentren. Für Klok-Geschäftsführer Holger Bach ist die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg von
großer Bedeutung. „Was für den gewerblichen Gütertransport selbstverständlich
ist, die Vernetzung der Geschäftsbeziehungen, war für planerische und politische Fragestellungen praktisch nicht vorhanden“,
erläutert er. Deswegen hat Klok nach seiner Gründung Partner in den Regionen gesucht und im Netzwerk Open Enlocc zusammengeführt. Aus den gemeinsamen Aktivitäten sind in den vergangenen Jahren
D
Besuch im Stuttgarter Hafen: die Vertreter der europäischen Kompetenzzentren für Logistik.
Foto: z
bereits mehrere Projekte entstanden.
Erste Ausbildungsgänge wurden über die
Regionen hinweg entwickelt und von einzelnen Partnern angeboten. Wichtig sei daneben der Austausch über weitere Projekte
der Mitglieder, so Bach. Dazu diene das Jahrestreffen, das in diesem Jahr vom Klok
und der Wirtschaftsförderung der Region
gemeinsam ausgerichtet wurde. Peter Hagen vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium erläuterte die Strategie seines Hauses, die Wirtschaft des Landes durch verbesserte logistische Prozesse
zu stärken. Ein Besuch im Hafen Stuttgart
sowie eine Präsentation der Stadt Kornwestheim rundeten das Programm ab. red
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
4
Dateigröße
216 KB
Tags
1/--Seiten
melden