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Krisen und Chancen – Wer kann wie daraus lernen? _ aus Sicht der

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Erika Schuchardt
Krisen und Chancen –
Wer kann wie daraus lernen?
_ aus Sicht der Erwachsenen
Krise: Chance und Gefahr
Wer kennt das eigentlich nicht, eine
Lebenskrise zu haben? Wer erinnert
sich nicht an das Goethe-Wort: „Und
so lang Du das nicht hast, dieses ’Stirb
und werde’, bist Du nur ein trüber
Gast auf der dunklen Erde“.
Ich möchte zunächst an meine Vorredner anknüpfen: Herr Dr. Figdor
bemerkte, dass eine Krise als Katharsis
eine Chance sei, zu lernen. Ich frage
ergänzend: Ist dem von der Krise betroffenen Menschen seine Chance tatsächlich bewusst? Eindrucksvoll visualisiert
das die Faustinszenierung Peter Steins
zur Expo 2000 als Lebensspiralweg der
Erlösungsspirale (Bild Z III). Frau Kernthaler-Moser veranschaulichte am
Beispiel jener Sängerin einer Opernszene, dass ihre vorübergehende Verunsicherung noch lange nicht gleichzusetzen
sei mit konsequenter Lernbereitschaft.
Herr Spangler verdeutlichte an der
Bindungsfähigkeit des Kindes dessen
bedingungslose Bereitschaft, der Mutter
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selbstvergessen blind zu folgen. Schließlich zeigte die Unterscheidung der virtuellen Zwillingsforschung, dass auch die
Frauen, die in der Regel deutlich weniger als ihre Geschlechtsgenossen verdienten, dennoch zufrieden seien. Ich
frage: Kann es nicht echte Zufriedenheit
sein, wenn eine Frau sich selbstbestimmt dafür entschieden hat, nicht
zehn Häuser, tausend Aktien und zwanzig Titel zu erreichen, sondern vielmehr
ihren Reichtum in der Entscheidung für
Familie und Kinder entdeckt? Dann ist
das ein inneres Zufriedensein im Sinne
der Bildungsziele der UN-Dekade
„Bildung für nachhaltige Entwicklung“,
in der wir uns jetzt – 2004 bis 2014 –
befinden, anstelle eines kurzfristigen
Karriereerfolges. Es geht dabei nicht um
das „Entweder – Oder“. Niemals! Es
geht vielmehr darum, dass das Ich in
der Zeit des Aufbaus seiner Identität
fähig wird, seine besten Kräfte lebenslang zur Sinnerfüllung einzusetzen. Das
heißt: Am Beginn des Weges zu fragen,
ob es den Weg gehen will oder ob es
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_ aus Sicht der Erwachsenen
damit leben kann, ihn bewusst verweigert zu haben, ihn also nicht gehen zu
wollen. Auch das ist eine legitime
Entscheidung. Wichtig bleibt, dass das
selbst entschieden wird. Denn was wäre,
wenn der Weg abbricht, die Lebensspirale der Krisenverarbeitung zusammengefallen ist und am Boden liegt.
In unserer Gesellschaft kein seltenes
Phänomen. Das ist, wie Dorothee
Sölle sagt, „lebendiges Tot-Sein“ des
Menschen.
Kunst:
Schöpferischer Sprung aus der Krise
Mein Thema heißt „Lebenskrisen Lebenschancen - was lernen wir daraus?“, zum Beispiel auch Erwachsene.
Sie wissen vielleicht von Ludwig van
Beethoven, dass er gesagt hat: „Die
Kreuze im Leben sind wie die Kreuze in
der Musik, sie erhöhen“. (Bild Z I) Er hat
damit gemeint, dass er sein eigenes Leid
verarbeitet hat. Wir denken bei Beethoven zunächst immer an Takte der Musik,
z. B. an die 9. Symphonie. Wir vergessen, dass er aber auch Worte für sein
Leid gefunden hat. Wie Beethoven
haben ungezählte andere Menschen ihr
Leid, ihre Krise zum schöpferischen
Sprung in Gestalt eines Kunstwerkes
verwandelt. Sie kennen von Edvard
Munch den „Schrei“ (Bild Z II). Es ist
der Schrei seiner Kindheit. Sein Vater
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war Alkoholiker, seine Mutter starb,
die Geschwister erkrankten schwer, er
selbst ging mit Selbstmordgedanken
um. Zweifelnde, verzweifelte Menschen
erschaffen sich ihre fiktive Welt, ihre
Ersatzwelt. Denken Sie nur an die
Flucht in das Internet, das zur „SecondWorld“, zur „2. Welt“ wird, in der die
Menschen fiktiv leben, verantwortungsfrei, lustvoll, aber ohne schöpferischen
Sprung aus der Krise, z. B. in die Kunst.
So hat sich auch Hans Christian Andersen, als Kind wie als Erwachsener
immer als ungeliebt erlebt, in seine Welt
der Märchen geflüchtet. Das „Hässliche
junge Entlein“ ist seine eigene Autobiographie. Schließlich kennen Sie eine der
ersten Jungunternehmerinnen, Margarete Steiff. Gebunden an ihren Rollstuhl, isoliert von allen Menschen, hat
sie mit der Nähmaschine das geschaffen,
was ihr am meisten fehlte, nämlich
menschliche Beziehung. Sie fand sie
über die Brücke ihrer „beseelten“, so
genannten „Steiff-Tiere“. Nicht zuletzt
erinnere ich noch einmal an Ludwig van
Beethoven. Als junger Mensch – damals
28-jährig – schreibt er sein Testament,
aber nicht, weil er etwas zu vererben
hatte, sondern weil er sich vereinsamt,
isoliert und ausgegrenzt erlebte. Es
beginnt: „Oh ihr Menschen, die ihr
mich für feindselig, misanthropisch,
störrisch, aggressiv haltet. Oh wie
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unrecht tut ihr mir, wüsstet ihr von
meinem verborgenen Schmerz“. Der
letzte Satz auf diesen vier Seiten: „Oh
Vorsehung - lass einmal einen reinen
Tag der Freude mir erscheinen. So lange
schon ist der wahren Freude inniger
Widerhall mir fremd. Oh wann, oh
wann, oh Gottheit, kann ich im Tempel
der Natur und Menschen ihn wieder
fühlen. Nie? Nein! Oh, es wäre zu hart.“
Als 56-Jähriger, 28 Jahre später, schreibt
Beethoven, sozusagen als schöpferischen
Sprung aus der Krise, den Sonnengesang seiner völkerverbindenden
9. Symphonie, inzwischen Europahymne
seit 1972 und UNESCO-Welterbe „Das
Gedächtnis der Welt“ 2003 (Bild Z I).
Es ist der erfolgreiche Abschluss seines
Lernweges durch die „LebensspiraleKrisenverarbeitung“.
Komplementarität:
Beide, von Krisen schon und
noch-nicht betroffene Menschen,
lernen wechselseitig voneinander.
Schon und noch nicht von Krisen betroffen zu sein, bedeutet gleichzeitig,
Glied einer Gesellschaft zu sein.
Deshalb gibt es auch individuelle wie
kollektive Krisenverarbeitung. Es ist
entscheidend, dass einerseits der von
Krisen schon betroffene Mensch (u. a.,
Beethoven, Munch, Andersen, Margarete Steiff) eine Herausforderung für die
Gesellschaft darstellt. Andererseits
gilt es in den Blick zu nehmen, dass
komplementär dazu die Gesellschaft
der noch nicht von einer Krise betroffenen Menschen – wie exemplarisch an
Beethoven veranschaulicht – eine
Herausforderung für den schon betroffenen Menschen ist. Die Komplementarität des Lernmodells besteht also darin,
dass beide wechselseitig voneinander
lernen müssen, wenn sie die Krise als
verborgenen Reichtum entdecken
wollen. Symbolhaft erklären sowohl
das chinesische Yin-Yang, als auch das
altkirchliche Christussymbol diese
Komplementarität. Es ist überdies
bezeichnend, dass die Chinesen für
den Begriff der Krise nur ein einziges
Zeichen haben, das Gefahr und Chance
gleichzeitig bedeutet. Während wir im
europäischen Kulturkreis im Deutschen
wie im Englischen zwei Worte dafür
haben und darüber hinaus vorrangig
geprägt sind von dem spontanen
Aufschrei: „Oh Gott, was passiert da
Schreckliches, das kann doch gar nicht
sein!“, reagieren die Asiaten entgegengesetzt und sprechen von „Chance“ als
der großen Herausforderung, die sie als
ihr Glück erkennen. Beispielhaft dafür
Kenzaburo Oe, der angesichts des
Lebens mit seinem behinderten Sohn
Akitu erkennt: „Umwege sind der
schnellste Weg zur Erkenntnis“.
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_ aus Sicht der Erwachsenen
Krisen-Management:
Die achtfache Lebensspirale im
komplementären Drei-SchritteProzess Stabilisierung, Integration,
Partizipation
In meiner international angelegten
Forschungsarbeit habe ich 6000
Lebensgeschichten untersucht und
zusätzlich einen Biographien-Aufruf
ausgeschrieben unter dem Titel: „Ich
erzähle dir von mir, wie ich damit leben
gelernt habe“. Die 6000 Auto-Biographen und 334 Zeitzeugen beschreiben
übereinstimmend vergleichbare Lernwege. Am Anfang steht der Schrei, am
Ende die Erkenntnis des verborgenen
Reichtums. Dieser Weg ist kein gradliniger, eindimensionaler, er ist komplex
wie die „Kopernikanische Wende“ vom
geo- zum heliozentrischen Weltbild - von
der Erde als Scheibe zur Erde als Kugel.
(Bild Z II). Dieser Weg ist also kein zufälliger, keine Treppe, auf der man unten
anfängt und oben ankommt. Er folgt
einem Archetypus, der in uns liegt und
uns sowohl individuell durch die drei
Stadien Kopf, Herz und Hand der
Lebensspirale als auch kollektiv durch
den Drei-Schritte-Prozess führt. Natürlich können diese Stadien im Lebensvollzug nicht isoliert betrachtet werden.
Um jedoch angemessener begleiten und
verstehen zu können, ist es wichtig, die
Akzentsetzungen in der Theorie diffe52
renziert zu entdecken. (Bild Z II und Z X
und Z XI). Von Krisen schon betroffene
Menschen müssen zunächst durch die
achtfache Lebensspirale der Krisenverarbeitung gehen: Im Eingangs-Stadium
gilt es zuerst, alles kognitiv mit dem
Kopf, mit dem Verstand aufzunehmen.
Erst im Durchgangs-Stadium werden
emotional die Erfahrungen des Herzens
zugelassen, um letztlich im Ziel-Stadium
wieder aktional handlungsfähig zu
werden. Ich hatte schon von der Erlösungs-Spirale des Faust gesprochen (Bild
Z III). Der individuelle Weg, den Faust
geht, ist der Spiralweg des Lernprozesses Krisenverarbeitung in den acht Spiralphasen. Soll aber sinnerfülltes Leben
in der Gesellschaft gelingen, muss dieser
Lernweg zugleich komplementär und –
wie weltweit nachgewiesen – auch kollektiv von der Gesellschaft gegangen
werden, wenn z. B. das Zusammenleben
in der Ökumene, die Überwindung der
Apartheid von Schwarz und Weiß, die
Akzeptanz unterschiedlicher Kulturen
wie etwa in Palästina und Israel, gelingen soll. Es geht um das „Miteinander
Leben lernen“ auf dem Weg sowohl
individuellen Reifens als auch kollektiven
Übernehmens von Verantwortung.
Ich wähle jetzt bewusst das Beispiel
Südliches Afrika, wo ich im Auftrag des
Auswärtigen Amts das Verhalten der
Schüler, Lehrer und Eltern der Interna-
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tionalen Begegnungsschulen bei ihrem
Verarbeitungsprozess der Krise „Fremdsein“ wissenschaftlich untersucht habe.
Zunächst war anzunehmen, dass in
Afrika eher der weiße Schüler isoliert
sei. Aber auch in Afrika, im eigenen
Land, sind die „black-“, und die „coloured people“ die Isolierten. Analog der
Lebenssituation behinderter, kranker
Menschen weltweit.
Beispielhaft dazu Beethoven: Er ist
durch seine Ertaubung aus der Gesellschaft ausgesondert. Damit ist er einerseits physisch individuell betroffen von
der Ertaubung und auf der Suche nach
dem ersten Schritt Stabilisierung, sodann
Integration und Partizipation. Er hat aber
niemanden, mit dem zusammen das
gelingen kann, weil seine Freunde rund
um ihn herum ihm die Wahrhaftigkeit
verweigern, – entsprechend der Irrelevanzregel „so zu tun als ob …“ –
verschweigen, verleugnen, verdrängen.
Sein Schüler Ries, der ihn im Heilbad
in Heiligenstadt besucht, geht mit ihm
durch den Wald spazieren und sagt zu
ihm: „Beethoven, haben Sie eben die
Flöte gehört?“ Beethoven hat sie natürlich nicht hören können und verneint
wahrheitsgemäß. Worauf Ries entgegnet:
„Stimmt, ich hab auch keine Flöte
gehört!“ Wenn Sie das als ein von
Krisen schon betroffener, behinderter,
kranker, sterbender Mensch oder als
Arbeitsloser erleben, wissen Sie, dass Sie
tatsächlich keinen Partner mehr haben,
dem Sie sich anvertrauen können.
Daraus wird ersichtlich, wie lebensnotwendig der zweite Schritt, die Integration,
das Zusammentreffen mit anderen, ist.
Für Beethoven und seine Umwelt gab es
aber im 18. Jahrhundert noch keine
Angebote der Erwachsenenbildung,
durch die beide hätten lernen können,
wie man Miteinander-leben erlernt.
Daraus resultiert seine Verzweiflung,
sein Todeswunsch. Aussichtslos bleibt
für Beethoven der dritte Schritt, die Partizipation, weil er noch nicht durch Lernangebote begleitet wird. Dazu wäre es
notwendig gewesen, dass umgekehrt –
komplementär – die noch nicht von
Krisen betroffenen Mitmenschen seiner
Umwelt sich hineinwagen in die Begegnung mit dem schon betroffenen Beethoven (dem Anderen/Fremden), um einen
Blickwechsel herbeizuführen, bewusst
den Perspektivenwechsel zu erleben,
und als Folge in die Suche nach eigener
Stabilisierung zurückzukehren aus der
Erkenntnis: „Oh Gott, was habe ich
denn mit meinem bisherigen Leben
gemacht!“ – „Ich bin ja selbst noch gar
nicht fähig, mit derartigen Krisenerfahrungen fertig zu werden.“ In diesem
komplementären Drei-Schritte-Prozess
erschließt sich Krise als ein verborgener
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Reichtum, und zwar individuell wie
kollektiv.
Dieses Komplementär-Modell des
Lernens folgt dem Archetypus der
Spirale, dem Symbol der Seelenreise,
wiederzuentdecken in Natur, Kultur
und Technik. (Bild Z III) In der Natur:
Die Galaxien als älteste Spiralform oder
der Prozess der Photosynthese/Oxydose,
oder etwa die DNA als Baustein, Bauplan allen Lebens von Pflanze, Tier und
Mensch. In der Kultur: Im MegalithTempel als Spiralschwelle zum Eintritt
in das innerste Heiligtum des Tempels,
oder im alten Ägypten als feuerspeiende
Uräus-Schlange, dem dritten Auge des
weisen Pharaos, oder etwa im Irak als
Spiralaufgang zum Minarett der
Moschee von Samarra. In der Technik:
Der achtfache Heilspfad in der TempelStupa-Anlage von Borodbodhur/Indien
oder der Spiralaufgang und -abgang in
der Reichstagskuppel des deutschen
Bundestages als Komplementär-Spirale
oder etwa der Spiralaufgang der 1776
Spiralstufen vom Ground Zero zu den
„Sphärischen Gärten“ im World Trade
Center New York, zugleich das Jahr der
Unabhängigkeit Amerikas symbolisierend. So erschließen Natur, Kultur und
Technik den Archetypus der Komplementär-Spirale, Grundlage unseres
Komplementär-Modells, dem Krisen56
Management-Interaktions-Modell der
achtfachen Lebensspirale Krisenverarbeitung im komplementären DreiSchritte-Prozess.
Arten der Krise:
Lebens-LAUF-Krisen
und Lebens-BRUCH-Krisen
Die über 2000 Lebensgeschichten
meiner internationalen Forschung, ein
ganzes Jahrhundert übergreifend seit
1900, stammen aus der ganzen Welt.
Die bekanntesten unter ihnen sind die
von Isabell Allende, Christy Brown,
Pearl S. Buck, Frida Kahlo, Helen
Keller, Harald Kushner, Kenzaburo Oe,
Hans Jonas, Nikolai Ostrowski oder
„Superman“ Christopher Reeve. Das
ist nur eine Auswahl aus 6000 AutoBiographien, von der ich denke, dass die
Personen Ihnen vielleicht durch Filme
am ehesten vor Augen stehen. Jeder
unter uns erlebt ganz alltäglich im
Verlauf seines Lebens Krisenereignisse
an sogenannten Schaltstellen der
Biographie: Ich unterscheide zwei Arten
von Krisen, Lebens-LAUF-Krisen und
Lebens-BRUCH-Krisen (Bild Z V). Mein
Vorredner, Dr. Figdor, hat bereits über
Lebens-LAUF-Krisen referiert: Geburt,
Kindergarten, Schule, Partnerschaft,
Ausbildung, Beruf bis hin zu Ruhestand
und Alter. Wir wissen lebenslang, dass
vorhersehbar an Schaltstellen der
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Biographie eine Lebens-LAUF-Krise
auf uns zukommen kann. Wir antizipieren sie, indem wir diese Schnittstellen,
sogenannte „Rite de passages“, durch
Rituale, Feste, Bräuche gestalten, und
sagen dann trotzdem "plötzlich und
unerwartet“, wenn jemand im Alter
von 100 Jahren stirbt. Ich meine das
keinesfalls ironisch, ich möchte nur
auf den Verdrängungsmechanismus
von Menschen aufmerksam machen.
Obgleich Lebens-LAUF-Krisen unausweichlich auf uns zukommen, bleiben wir nicht selten unten am Beginn
der Spirale stehen, verpassen – verweigern – den Lernweg durch die Lebensspirale. Das ist bei den vorhersehbaren
Lebens-LAUF-Krisen leicht möglich,
wir können sie spielend umgehen;
Mechanismen dafür sind verdrängen,
verschweigen, vergessen. Man kauft
sich z.B. eine Klamotte, dieses oder
jenes, und findet Ablenkung, Zerstreuung, Event. Taucht die Krise auf,
verbannen wir das „schwarze Tier“
schnell in die „Rumpelkammer“ des
Gedächtnisses. Nietzsche warnte davor
und wendet ein: „Die Rumpelkammer
des Gedächtnisses muss irgendwann
aufgeräumt werden, weil sie sonst
nämlich Füße bekommt und unaufhaltsam größer wird, bis das Gewissen
uns peinigt“.
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Anders ist es mit jenen Krisen, die ich
als Lebens-BRUCH-Krisen bezeichne,
in denen wir wie vom Blitz getroffen in
einer einzigen Sekunde unser bisheriges
normgeordnetes Leben total verändert
vorfinden, der „Riss der Schöpfung“,
laut Hiob, durch uns hindurchgeht. Das
sind auf der einen Seite die individuellen
Lebens-BRUCH-Krisen: Krankheit,
Behinderung, unerfüllter Kinderwunsch,
unerwünschtes Kind. Wer Seminare mit
Frauen gemacht hat, die sich ein Leben
lang vergeblich auf ein Kind gefreut
haben, der kann überhaupt nie mehr
den Satz über die Lippen bringen: „Es
gibt doch genügend Adoptivkinder.“
Der unerfüllte Kinderwunsch ist individuell genau so ernst zu nehmen wie der
gesellschaftlich unerwünschte Wunsch
nach Abtreibung. Auch wenn jeder
einzelne es anders handhaben mag,
beides ist ein Bruch mitten im Leben,
der das ganze bisherige Leben radikal
verändert. Daneben gibt es die kollektiven Lebens-BRUCH-Krisen: Naturkatastrophen, Terroranschläge, Flucht,
Vertreibung, Verfolgung u.a. (Bild Z V).
Ich habe diese aus einem Jahrhundert
und darüber hinausgehend untersucht.
Zunächst waren es bis 1970 primär die
Behinderungen, um 1980 stiegen die
chronischen Erkrankungen, Aids und
Krebs ganz massiv an. Schließlich kam
1990 die Welle der Holocaust-Aufarbei-
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tungen, und die „Coming-out“-Literatur
u.a. zum sexuellen Missbrauch (Bild Z
IV). Ich habe in den Bibliographien die
über 2000 Auto-Biographien so zugeordnet, dass sie auf der einen Seite zu
17 Kategorien K1 bis K17 zu drei
Bereichen gehören: Kritische Lebensereignisse, Langfristige Krankheiten,
Beeinträchtigungen und Behinderungen. Dem gegenüber stehen auf der
anderen Seite die Erzählperspektiven
der Auto-Biographen, die Auskunft über
den Status der Verfasser geben: Mann,
Frau, Kind, Eltern, Partner, Geschwister, Fachleute. Der Leser der gegliederten Biographie entdeckt sich unversehens selbst, hat die Möglichkeit, sich
mit seiner Frage in den Lebensgeschichten zu identifizieren und stellt überrascht fest: „Das ist doch genau meine
Frage!“. Er erlebt, dass allein schon das
Lesen der Bibliographie ihm zur ermutigenden Biblio-Therapie wird.
Krisenverarbeitung als Lernprozess:
Die achtfache Lebensspirale
(Bild Z VI)
1. Spiralphase Ungewissheit:
„Was ist eigentlich los …?“
Ich stelle nun den Spiral-Lernweg vor,
den die von Krisen schon betroffenen
Menschen gegangen sind. Am Anfang,
im Eingangs-Stadium, steht unvermittelt
die spontane erste Frage der Ungewiss60
heit: „Was ist eigentlich los?“ Bei dieser
Fragestellung weiß jeder Psychoanalytiker, dass „uneigentlich“ alles los und in
Unordnung geraten ist. Man weiß ja
auch Bescheid, wenn man hört: „Eigentlich ist es ja schön, dass Sie heute zu
Besuch kommen, aber ...“, was unausgesprochen implizit die Umkehrung des
Gesagten bedeutet.
2. Spiralphase Gewissheit:
„Ja, aber das kann doch nicht sein…?“
Aus der Ungewissheit stellt sich im
Eingangs-Stadium die nächste Frage der
Gewissheit: „Ja, ich weiß, dass mein
Kind behindert ist, aber …“, oder, „dass
ich kinderlos bleiben muss, aber …“,
„dass ich von Krebs betroffen bin, aber
…“, oder, „dass mein Partner mit den
üblichen Folgen einer Querschnittslähmung rechnen muss, aber …“. Man
weiß das alles, denkt sich aber: „Das
kann doch gar nicht sein!“ Sie kennen
das täglich aus der Politik. Man sagt:
„Ja, der Herr Kollege hat völlig Recht,
aber…“, und dann kommen alle Fakten
auf den Tisch, die man schon immer
sagen wollte. „Ja, aber" heißt im Fazit
immer „Nein“; der Kopf sagt „Ja“, aber
das Herz sagt „Nein“. Tragisch in dieser
Situation ist die Diskrepanz zwischen
schon Wissenden und noch nicht Wissenden. Erstaunlich, aber oft unbemerkt, ist
der Tatbestand, dass der angeblich noch
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nicht Wissende immer am besten
Bescheid weiß. Es gibt grundsätzlich
drei Wege, die Wahrheit zu vermitteln:
Erstens der meist angewandte Weg brutaler Wahrheitsvermittlung der Fakten:
„Ihr Kind ist behindert, da kann ich
nichts machen. Gehen Sie bitte zu
meinem Fachkollegen“. Hier wird die
Beziehung, die Grundlage für die
Bereitschaft zur Verarbeitung der Krisenereignisse, verweigert. Der Betroffene
wird von Einem zum Andern verschoben, nicht selten abgeschoben. Zweitens
folgt der übliche Weg der Vertröstung
oder Verklärung: „Haben Sie nur
Geduld, es wird schon“, „Wen Gott
liebt, den lässt er leiden“. All diese
Sprüche, die wir ja bis zum Exzess
kennen, erschweren die frühzeitige
Verarbeitung der Krise. Der dritte Weg,
meines Erachtens der Königsweg der
Wahrheitsentdeckung, setzt Vertrauen,
Beziehung und Dialog voraus, er lebt
davon. Der schon von seiner Krise
betroffene Mensch kann im Beziehungszauber die Wahrheit jeweils selbst so
weit entdecken, wie es ihm möglich ist,
sie zu ertragen, sie auszuhalten und
anzunehmen, und wo das noch nicht
möglich ist, die erforderliche dosierte
Wahrheitsvermittlung ertragen. Das
setzt aber voraus, dass ich, der Begleitende, in mir selbst sicher bin und vor
der ausbrechenden Aggression keine
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Angst habe, sondern sie mit dem Betroffenen aushalten, zulassen und austragen
kann.
3. Spiralphase Aggression:
„Warum gerade ich …?“
So kommt der von Krisen schon betroffene Mensch in das DurchgangsStadium: Die von der Erkenntnis durchsickernde Einsicht wird sozusagen
tropfenweise zur Erfahrung des
Herzens. In der Aggressionsphase fragt
der Betroffene: „Warum gerade ich,
warum trifft das ausgerechnet mich?“
Christen erleben diese Phase oft schlimmer als Nicht-Christen, weil sich viele
durch ihr alttestamentarisches Gottesbild so etwas wie einen Gott im Krämerladen vorstellen, der auf einer Waagschale abwägt, was man Gutes getan hat
und was einem dafür rechtmäßig als
Gegenleistung zusteht. Im Buch Hiob
lernen wir einen verborgenen Gott
kennen, den anzuklagen, anzuschreien,
ja anzujammern sich Hiob nicht scheut.
Gott aber hält Hiobs Klagen aus, begegnet ihm und antwortet ihm: „Warst Du
dabei, als ich die Welt erschaffen habe?“.
Dass Gott in den Dialog mit ihm
eintritt, bringt Hiob dazu ihn anzuerkennen und seinen Weg weiterzugehen.
Im Spiegel der über 2000 Lebensgeschichten führt die Aggression in den
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meisten Fällen zum Todeswunsch,
und zwei Drittel der schon betroffenen
Menschen praktizieren den Suizid. Die
Überlebenden schreiben darüber – es
verarbeitend – in ihren Auto-Biographien. Sie berichten übereinstimmend
darüber, ihre Aggressionen zunächst
nach außen gerichtet zu haben und
dabei selten ernst genommen worden
zu sein; ich erinnere an Beethovens
Eingangssatz seines Heiligenstädter
Testaments: „Oh ihr Menschen, die
ihr mich für feindselig … haltet“. Wenn
Betroffene dann in eine Therapie abgegeben, abgeschoben werden, bedeutet
das oft zusätzlich den Verlust des
Lebenskontexts, was eine weitere
Belastung darstellen kann. Schließlich
bleibt für sie nichts anderes mehr übrig,
als die Aggression zielgerichtet gegen
sich selbst zu richten; Beethoven gesteht
28-jährig: „Ich endete mein Leben, wäre
da nicht die Kunst.“
4. Spiralphase Verhandlung:
„Wenn, dann muss aber …“
Nach der Aggression kommt es zur
Verhandlung mit Wundern im „ÄrzteWelt-Warenhaus“, oder man versucht es
mit „Wunder-Such-Wegen“, z.B. mit
Wallfahrten. Das Entscheidende ist, dass
der schon betroffene Mensch einmal
kognitiv und emotional alle Möglichkeiten restlos bis zu Ende ausgeschöpft
haben möchte. Diese Versuche enden
mit dem Ergebnis, im Schnitt 32 Ärzte
konsultiert und etliche Wallfahrten
gemacht zu haben. Beethoven, zum
Beispiel, fuhr viele Male in die Kurbäder Heiligenstadt und Marienbad
und berichtete von seinem doppeltem
Leiden an den ihn auch noch betrügenden, verratenden, das Leid verklärenden
Ärzten.
5. Spiralphase Depression:
„Wozu, alles ist sinnlos …?“
Die letzte Spiralphase im DurchgangsStadium ist die Depression. Depression
ist aber hier nicht als klinisches Krankheitsbild gemeint, sondern als Trauerarbeit nach dem Motto: „Wozu dagegen
kämpfen? Alles ist sinnlos!“ Trauerarbeit
dient der Vorbereitung auf die Annahme
des Schicksals, sie enthält die Wendung
zur Umkehr, zur nach innen gerichteten
Einkehr und zur Begegnung mit sich
selbst. Man hat alle Möglichkeiten in
alle Richtungen ausgetestet und die
„Speicher“ sind mit Hilfsmitteln überfüllt. Ärzte, Apotheker und Therapeuten
bleiben wirkungslos. Man ist am Ende
angekommen. Nun sucht man nicht
mehr die Antwort im Außen, sondern im
Inneren. Es wächst die Bereitschaft und
damit die Fähigkeit zur Entscheidung,
diesen anderen Weg anzunehmen und
ihn lernend gehen zu wollen. (Bild Z I,
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Mensch tastet sich aus dem Dunkel
selbstbestimmt in das Ziel-Stadium des
Lichts, findet zu Annahme, Aktivität,
Solidarität.
6. Spiralphase Annahme:
„Ich erkenne jetzt erst …!“
Im Ziel-Stadium gelingt es dem schon
betroffenen Menschen, seine Handlungsfähigkeit wieder zu erlangen, durch
Annahme wieder handlungsfähig zu
werden: „Ich erkenne zwar, dass meine
Situation keineswegs eine ist, über die
ich mich freuen kann. Aber ich merke,
dass ich noch da bin. Ich erlebe, dass
Menschen trotzdem nicht von meiner
Seite gewichen sind und dass ich nicht
mehr darauf fixiert bin, einzig und allein
das wiederherzustellen, was ich verloren
habe; ich erkenne jetzt erst …!“
7. Spiralphase Aktivität:
„Ich tue das …!“
Daraus wächst die Aktivität: Beethoven
komponierte, Margarethe Steiff nähte
beseelte Steiff-Tiere, Auto-Biographen
verarbeiten schreibend ihre Geschichte
und andere schon betroffene Menschen
machen sich auf den Weg und erzählen
ermutigend von ihrem langen Weg aus
der Krise. Dieser Spiralphase Aktivität
verdanken sich fast alle lokalen, regionalen, nationalen, internationalen Vereini64
gungen, Selbsthilfegruppen, Institutionen bis hin zu Weltorganisationen.
8. Spiralphase Solidarität:
„Wir handeln, wir ergreifen
Initiative …!“
Am Ende steht die nur selten von noch
nicht betroffenen, aber desto häufiger
von schon betroffenen Menschen
erreichte achte Spiralphase der Solidarität: „Wir handeln gemeinsam.“ Es
wird immer weniger wichtig, was meine
Beeinträchtigung, meine Herausforderung ist, vielmehr erkenne ich: Es gibt
keinen Weg am Leid vorbei, wohl aber
einen hindurch. Ich sage: mit Christus
hindurch. Auf jeden Fall aber bestimmt
mit einer Normen-Werte-Orientierung.
Auf dem Weg zu einem Neuanfang ist
es wichtig, dass gemeinsam gehandelt
wird. Die individuelle Situation tritt
zurück, das „wir“ tritt in den Vordergrund, weil ich mich in der wechselseitigen Begegnung geändert habe.
So ist das entstanden, was wir eine
komplementäre, wechselseitige, voneinander lernende, lebendige Gesellschaft
nennen.
Das Entscheidende ist, dass jeder –
schon oder noch nicht betroffen – seinen
verborgenen Reichtum entdeckt.
So schrieb Beethoven 28 Jahre nach
seinem Heiligenstädter Testament, also
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02.06.2008
12:15 Uhr
Seite 65
Erika Schuchardt
56-jährig, seine 9. Symphonie. Er, der
die Menschen verachtete und sich bitter
über sie beklagte, hat sein Heiligenstädter Testament ja nur deshalb geschrieben, weil er wollte, dass sein Arzt Franz
Wegeler ihn nach seinem Tod vor der
Welt rechtfertige, öffentlich verteidigte,
warum er so „menschenfeindlich“
geworden war. Wegeler starb aber vor
ihm, und dadurch blieb das Testament
in Beethovens Schreibtisch verschlossen.
Es grenzt an ein Wunder, dass Beethoven seinen verborgenen Reichtum
entdeckte, eine Krise, die Ertaubung,
als schöpferischen Sprung zu seiner
9. Symphonie erschloss. An den Rand
des Manuskripts schreibt er: „Oh
Freunde, nicht diese Töne, fröhlich,
fröhlichere müssen es sein.“ Er erschafft
sich diesen, von ihm so ersehnten,
„fiktiven“ Dialog und spricht in seiner
Vorstellung die nicht existierenden
Freunde an: „Freunde, ich hab's, ich
selbst werde singen: Freude schöner
Götterfunken, Tochter aus Elysium …
alle Menschen werden Brüder.“ Er
selbst schafft die Solidarität und solidarisiert sich mit den vorher im Testament
Verurteilten. Mit der „Ode an die
Freude“ wandelt er Schillers Trinklied
in einen Hymnus und wagt es zum
ersten Mal, in einen Instrumentalsatz
einen Vokalsatz einzufügen. Als
Deutschland geteilt war, ging der Riss
Ost-West mitten durch das Lied der
Freude, durch das Lied der Versöhnung
und Verbrüderung hindurch. Die
Wieder vereinigung hat das Manuskript
wieder zusammengefügt. Es liegen zwar
immer noch Teile des Autographs in
Krakau, aber die Ode an die Freude,
der Sonnengesang der Auferstehung,
ist wieder vereint in der Staatsbibliothek
des Preußischen Kulturbesitzes zu
Berlin; ein lebendiges Zeugnis Menschen
verbindenden Friedens, geboren aus
Beethovens mühseligem Ringen durch
die achtfache Lebensspirale seiner
Krisenverarbeitung, und das trotz
fehlendem komplementären DreiSchritte-Prozess, gesellschaftlicher Lernprozesse über Bildungsinstitutionen.
So erweisen sich Lebenskrisen als
verborgener Reichtum. Vorausgesetzt,
wir erkennen unsere Chance, uns der
Verantwortung zu stellen, den Lernweg
durch die Lebensspirale zu gehen und
uns darüber zu freuen: Uns ist die
schöpferische Kraft gegeben – nicht
zuletzt durch unseren Glauben – die
Chance der Krise lernend wie zuversichtlich zu ergreifen und danach zu
handeln -; das aber ist Glück!
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