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33 Rezepte, damit es immer wie bei Mutti schmeckt. - Ilona Heimann

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Mit “kitchen stories” fing
alles an – vor 5 Jahren
im Freiluft-Kino
Friedrichshain ...
kitchen
stories
33 Rezepte, damit es
immer wie bei Mutti
schmeckt.
Inhaltsverzeichnis
3
28
Hörnchen
Kaiserschmarrn
Ungarisches Kesselgulasch
30
4
Wurstklöße
Das lustige Rezept
Kassler, Sauerkraut und
5
Derbeklöße
Ragout fin
Rinderschmorbraten mit
6
Makkaroni
Rindfleischsalat
31
10
Quarkklöße
Onkel Joes Mitternacht-
Zwieback-Quarkpuffer
Sangria-Suppe
32
12
Rheinischer Sauerbraten
Bienenstich
34
13
Rucolasalat mit Erdbeeren
Familien-Dip
36
17
Erdbeer-Carpaccio
Süße Thai-Chili Ratte
Erdbeeren mit Mozzarella
18
Brennnesselrisotto mit
African Cocktail Mahout
Erdbeeren
19
38
Falafel - ein vegetarischer
Kalter Kuss
Bratling
41
20
Bennis Bohnensuppe
Salmonellen Sisters
42
22
Truthahn mit White Russian
Fasan „Friedrich der Große“
45
25
Apfel-Avocado-Speise
Salzburger Nockerln
46
26
Chicken Bombay
Mango-Lassi
47
27
Schokoladenwürfeln
Schwarz-Weiß-Gebäck
B
ei Heimanns
gibt es am Geburtstag Hörnchen mit Sahne! Unsere Oma hat die immer gebacken.
Hörnchen
65 g Margarine, 200 g Zucker, 1 P. Vanille-Zucker,
2 Eier, 250 g Mehl, 3/8 l Wasser, Schlagsahne
Fett schaumig rühren, nach und nach Zucker,
Vanille-Zucker und Eier hinzugeben. Mehl abwechselnd mit Wasser unterrühren. Etwas Teig in ein
erhitztes Hörncheneisen geben und backen. Gleich
Die Piroschka
aus Budapest
nach dem Backen noch heiß zu Tüten rollen. Nach
dem Abkühlen mit Schlagsahne füllen.
Ungarisches Kesselgulasch
50 g Schmalz, 250 g gewürfelte Zwiebeln, 1 El Paprika
edelsüß, 500 g Schweinefleisch gewürfelt, 2 Knoblauchzehen, Gulaschcreme oder Tomatenmark, 1 kg gewürfelte
Möhren, 1/2 gewürfelte Sellerieknolle, 1 Paprikaschote
in Streifen geschnitten, Salz, Pfeffer
Zwiebel im Fett andünsten, Paprikapulver zugeben,
verrühren. Fleisch, Gewürze zugeben, eine halbe Stunde
schmoren. Kartoffeln, Möhren und Sellerie zugeben. 2 l
Wasser auffüllen und noch eine halbe Stunde garen.
3
Und zu guter Letzt kommt das „lustige Rezept”. Sie können
es ja mal probieren, doch vorher müssen Sie’s studieren.
Man nehme …
… einen Topp, in diesen klatsche man, nicht zu knapp, Margarine, und
wenn man reich ist, einige Scheiben geräucherten durchwachsenen Speckes.
Vorher …
… hat man etliche Tomaten (je nach Hunger) ausgezogen, das heißt, von
der Pelle befreit, und etliche Gurken der Schale und des Kerngehäuses
entledigt.
Alsdann …
… schnappt man die Gurken und feuert sie in halbierter der geviertelter
Form auf Margarine und Speck, und auf die Gurken wiederum lässt
man Scheiben der entkleideten Tomaten folgen, worauf man dann Pfeffer
und Salz rieseln lässt, um alsdann den Topp mit Deckel zu versehen und
das ganze Zeugs schmoren lässt (20-40 Min., je nach Fülle des Toppes).
Endlich …
… nimmt man sich ein Gefäß, tut Wasser, bei Reichtum natürlich saure
Sahne, hinein, einen gehäuften Esslöffel Mehl (je nach Menge auch
zwei) und verquirlt diesiges, um alsbald in das Geschmore zu gießen und
zu verrühren, vom Feuer, der Platte oder dergleichen zu nehmen. Nachdem man Salzkartoffeln auf die Teller gehäuft hat und das Geschmore
darüber oder daneben gepackt hat, sich darauf zu stürzen und laut
schmatzend, leise schnurrend oder ähnlich zu verschlingen.
Peter und Hildegard Heimann
4
E
riks Lieblingsgerichte
im Hause Thormann
Ragout fin
Zutaten:
500 g Kalbfleisch, Salz, 1 l Wasser, 1 ½ Esslöffel
Butter, 1 Zwiebel, 3 Esslöffel Mehl, Zitronensaft,
Suppengrün
Das Fleisch in leicht gesalzenem Wasser mit Suppengrün gar kochen und abgekühlt in Würfel schneiden.
Im Fett die Zwiebelwürfelchen und Mehl zartgelb
werden lassen.
Mit ¼ l Brühe vom Fleisch auffüllen, dann das
Fleisch hinzufügen und nochmals aufkochen lassen.
Mit Salz, Zitronensaft nachwürzen, in gefettete
Formen füllen. Mit Reibekäse bestreuen, mit Butter
beträufeln und bei starker Hitze überbacken.
Zum Schluss nach Belieben mit Zitrone garnieren
und mit Worcestersoße würzen.
5
Rindfleischsalat
700 g deftiges Rindfleisch, Salz, Pfeffer, Paprika,
Zwiebel, Ketschup, Mayonnaise, Delikatess-Gurken,
Butter zum Anbraten
Rindfleisch mit Salz, Pfeffer, Paprika u. Zwiebel
würzen, mit Butter anbraten u. garen lassen bis es
weich ist. Fleisch erkalten lassen und in kleine Würfel
schneiden. Delikatess-Gurken ebenfalls in kleine Würfel schneiden und dazu geben. Mit etwas Mayonnaise
vermischen und reichlich Ketschup dazugeben. Alles
vermischen und wenn nötig etwas nachwürzen.
Alles Liebe und Gute wünschen Renate und
Henning Thormann!
6
M
ein lieber Erik,
ich finde die Idee schön, gemeinsame Abende in ein
Rezept zusammenzufassen und will natürlich auch unser
Süppchen, lieber Erik, gemeinsam mit Dir kochen. Da wir
wohl die meisten Abende miteinander verbracht haben, die
schon in der Schule begannen, ich also quasi Deine erste
Ehe (nicht Frau!) war, in unserem Ehevertrag auch nichts
stand, dass ich nichts sagen darf – habe ich nach epischen
3 Sekunden des Nachdenkens irgendwas in Richtung
Sangria gesucht.
Neudeutsch formuliert heißt das, ich google „Erik, Sangria, einen langen Abend, diverses Grillgut, Kopfschmerz,
Waschbecken, rote Augen, ein langer Finger, die Bitte
davon niemals zu erzählen, der geschwätzige Falk“ – und
siehe da, das world-wide-web stößt „Onkel Joes Mitternachtssuppe“ aus. Wir kennen zwar Onkel Joe nicht persönlich, ich denke aber, er hat genau für uns dieses Rezept
entworfen.
Mir gefielen besonders die Zutaten von olle Onkel Joe dabei, da sie doch an unsere gemeinsamen Wohnheim-Zeiten
erinnern, unseren ewigen Appetit, allerdings auch unsere
stetige Geldknappheit. Ich hoffe für uns innbrünstig, dass
wir Sangria aus Pappe, Mettwurst, Büchsen Nasi Goreng
nur noch aus Spaß essen und trinken werden. Obwohl das
Nasi Goreng….naja egal.
So fällt mir noch heute
beim Lesen des Rezeptes
von Onkel Joe und dem
geistigen Nachkochen
„harte Mettwurst schneiden
und braten“ unsere doch
interessanten Kochversuche
am Ende des Ganges auf
Etage 10 ein, wobei diese
jedenfalls multikultureller Art
waren.
Nachdem Ulf uns als Nachbar verlassen hatte, erinnere ich
mich an afghanische, jugoslawische, russische Nachbarn,
alle nett und freiheitlich in der Ansicht über Grundordnung.
7
Da wir schon damals Freigeister waren, machte uns dies
nicht wirklich soviel aus und wir verstanden uns in kürzester
Zeit mit dieser ausländischen Küche vorzüglich. Du, der
seine spärliche Freizeit in das Ziehen eines Haarscheitels
investierte, nach dem man die Uhr stellen konnte, ich, der
Dich mit immer neuen Platten faszinierte, wobei ich auch
immer Deinen Geschmack
traf, waren sobald geschätzte Köche, die somit auch
kulturell und optisch unsere
Gäste bedienen konnten.
Ja, die Augen werden schon
ein wenig feucht, wenn man
noch heute die PariserKommune entlang fährt, den
alten Kasten sieht und wehmütig an alte Zeiten denkt.
Natürlich darf der FMP-Club
nicht fehlen, nächtelanges Diskutieren über Themen wie
„gehören zu einer anständigen Spaghetti-Soße 10 oder 15
Schachteln Frischkäse hinein?“, es sollte ja auch ein wenig
cremig sein. Oder Fragen, warum gerade Dein Triathlonfahrrad ausgerechnet über meinem Kopf hängen muss,
sowie „gehören blaue Mülltüten auch ins Bad“ und „wie
lange braucht eine Milch im Kühlschrank bis sie Joghurt
ist.“ Auf alle diese Fragestellungen gab es Antworten, die
in unzähligen Selbstversuchen eruiert wurden. Und Du
lieber Erik, kennst alle Antworten, die aber heute nicht zu
Deiner Hochzeit passen… Bei der Milch helfe ich Dir, es
waren 3 Jahre – Andy ist Zeuge.
Aber auch handwerkliche Fähigkeiten wurden bereits früh
gemeinsam in Biesdorf und später am Ostbahnhof erprobt.
Eine Couch wurde aus Kissen gebastelt, die schon zu Zeiten
der französischen Revolution alt waren. Die Couch wurde
jedenfalls so groß, dass ein Besenstil ausreichte, alle 6 Kanäle unseres schwer geschleppten Ostfarbfernsehers (mehr
Knöpfe hatte der Fernseher nicht) zu erreichen.
Es wurden ebenfalls erste geschäftliche Transaktionen getroffen, „Biete Freibier für Deine Hausarbeit“, bzw. erste äußerst
lukrative Studentenjobs ergriffen, welche einen zwangen,
nachts um zwei bei gefühlten Minus 80 Grad den sibirischen
Winter aus Berlin zu schaufeln. Zum Glück war es eine Zeit, in
der die Thermohosen noch nicht ganz aus der Mode waren,
stets half auch der Apfel aus Deiner Hosentasche.
8
Im Sommer war es dann für uns leichter, da schleppten wir
nur Steine auf Dächer in Orten, die ich schon lange aus
meinem Gedächtnis verbannt habe. Unser gemeinsam gelesener Pavel Kortschagin in der Dr. Theodor Neubert Schule bei Frau Megadrachen Mühler, hätte mit uns seinen Stahl
gehärtet und wir hätten dafür mit ihm Onkel Joes Suppe
geteilt. Verwunderlich war allerdings immer, für wie wenig
Wein und Wodka dieser schwer verdiente Lohn reichte.
Zum Glück konnten wir in schlimmsten Zeiten mit unseren
diversen Autos stets nach dem schönen Chemnitz rasen,
um mit verheulten Augen uns von unseren Eltern wieder
aufbäbbeln zu lassen. Dabei war auch stets eine Autofahrt
mit Dir erfrischend und vermittelte danach einem wieder
die Lust am Leben. Dabei hatte ich stets die Auswahl, in
Deinem Trabi nass werden zu müssen, da es hineinregnete, oder mit einem weißen Mazda 626 mit gefühlten 320
km/h zum Nischel zu fliegen. Der Kniefall bei erfolgreichem
Ankommen in der Stadt war dabei von mir natürlich niemals
kritisierend gemeint. Über Deine Zeit mit dem Audi A 6
verbietet sich mein Anstand zu sprechen.
Auch hatte ich das Gefühl, dass wir damals sportlich
noch viel aktiver waren. Du, der durch alle Weltmeere
geschwommen bist mit einem bis heute von mir nicht verstandenen Brett zwischen den Beinen, ich, der noch artig
seinen Tennisarm pflegte. Es blieb neben diesem nur wenig
Zeit für das Schwere im Leben. Ich bewunderte Dich auch
für Deine Ausdauer vor dem Fernseher. Er lief immer, auch
wenn Du nicht da warst. So habe ich noch heute eine kleine
Falte unterm linken Auge, die zuckt, wenn ich an Deinen
Skiurlaub denke, in dem Du – der mich wohl nicht so alleine
lassen wollte – die Tür verschlossen hast und den Fernseher
bei gemäßigten 30 Dezibel zwei Wochen laufen lassen hast.
9
Deine charmante Art,
Dich dafür zu entschuldigen war die,
den angefallenen
Abwasch in die Badewanne zu tragen
mit der Feststellung,
ab jetzt wird nur noch
geduscht. Nachdem
ich 6 Monate immer lauwarm duschte, bin ich heute der
größte Badewannenfan dieser Welt.
Ach mein Alter, mir fallen noch so viele Geschichten ein,
manche nett, manche noch netter. Auf jeden Fall war es
eine tolle Zeit für mich, die mich sehr prägte. Ein neuer
Abschnitt beginnt nun, manche unken, es ist der Ernst des
Lebens.
Egal. Ich freu mich für Dich, dass Du eine tolle Frau gefunden hast, wobei ich glücklicherweise auch mit der Frage
nach Kontakt in der Kneipe helfen konnte. Ich wünsche Dir,
lieber Erik und Dir, liebe Ilona – alles Glück der Welt, stets
Sonnenschein und immer einen vollen Topf von Onkel Joes
Sangria-Suppe, bei der ich mich freuen würde, manchmal
eingeladen zu sein.
Euer Falk.
Onkel
Joes
Mitternacht-Sangria-Suppe
Hackfleisch anbraten, harte Mettwurst in Würfel
schneiden, Zwiebeln schneiden und würfeln, dann
dazu. Paprika klein und hinein. Verrühren. Knoblauch. Sangria abschmecken, Tomatenmark. Bohnen
dazu, Chili, Tobasco. 20 Min. kochen lassen.
Zwischendurch: Sangria trinken.
Weiter kochen lassen und abschmecken.
Dazu Reis und Baguette
Zubereitung: 20 Min., Schwierigkeit: simpel
10
11
A
lso Ilona, keine Ahnung…
… ob Du Dich noch erinnern kannst, es war so im August
oder September 1986, da waren wir mit Dir und Mathias in
Kärnten am Klopeiner See. War ein schöner Urlaub und wir
hatten viel Spaß dort. Aber am letzten Tag hattest Du Pech,
da bekamst Du einen - na? - weißt Du es noch? - also hier
mal das Rezept dafür:
4 Eier trennen, das Eiweiß fest schlagen, dann die
Eigelbe dazu rühren, 60 g Zucker + 1 Vanillezucker
dazugeben und zu einer cremigen Masse schlagen,
130 g Mehl + 1/2 Teel. Backpulver vorsichtig unterrühren, Teig in eine Springform geben. 2 Eßl. Butter
zerlassen und 200 g Mandelblättchen darunter rühren, das Ganze
auf den Teig geben und dann ab
in den Ofen 15 Min. bei 200° C.
Nach dem Abkühlen den Kuchen
in der Mitte einmal durchschneiden, dann 2 Becher Sahne steif
schlagen und 1 Pck. Paradiescreme Vanillegeschmack
darunter rühren, diese leckere Masse auf den Boden
verteilen, den Deckel mit dem Butter-Mandelbelag
darauf legen und evtl. noch mit Puderzucker bestreuen, ist aber nicht unbedingt nötig, und fertig ist der
Bienenstich
Alles Gute für Dich und Erik wünschen die Döpkes
12
W
as wir haben ...
ist keine besondere Geschichte, aber viele besondere
Erinnerungen an lustige Feiern und Geburtstage in Espelkamp und Dattenberg; an tolle Ferien- oder WochenendBesuche; Rugby im Finkenweg-Keller; das längste, traurigwohltuendste Telefonat meines Lebens: immer wieder „Nur
keine Hemmungen“; und und und. Was wir Euch mitgeben,
ist unser
Familien-Dip
der mittlerweile auf keiner Feier mehr fehlen darf:
Thunfisch-Frischkäse Paste
1 Dose Thunfisch ohne Öl
1 Paket Frischkäse
mit scharfem Paprika, Salz und Pfeffer würzen!
was wir Euch wünschen...
Einen Menschen wissen, der dich ganz versteht,
der in Bitternissen immer zu dir steht,
der auch deine Schwächen liebt, weil du bist sein;
dann mag alles brechen, du bist nie allein.
…. und viele glückliche, gesunde Jahre!
Alles Liebe
Maria, Caroline, Nadine,
Holger & Benedict
13
W
er erinnert sich nicht ...
2002 machte sich Ilona auf nach Thailand. Voraus gingen natürlich monate- oder eher jahrelanges Hin und Her. Ilona rang
mit sich und allen, die regelmäßig mit ihr telefonierten. „Soll
ich oder soll ich nicht? Thailand oder doch lieber Südamerika – schließlich habe ich extra spanisch gelernt… Was passt
zu mir? Kinderbetreuung? Nicht wirklich…“ Und wer gibt
einer 34-Jährigen (ja, Du warst schon 34 – auch wenn immer
alle gemeint haben, Du wärst 24) die Chance für 3 Monate
in ein Projekt einzusteigen? Doch dann war die Organisation
„Greenway“ gefunden, die auch noch „Spätentschlossenen
Aussteigern und Entwicklungshelfern auf Zeit“ eine Möglichkeit bot, das unglaubliche und wunderschöne Thailand mit
seinen liebevollen Menschen kennenzulernen. Zeit, um das
Ganze vorzubereiten, Arbeits-Auszeit, finanzielle Regelungen,
Klamotten-Auswahl gab es auch genug – aber auch viiiiiiieeeeeeel Zeit, um den ständigen Selbstzweifeln freien Lauf
zu lassen…„Was mach ich hier eigentlich? Wie soll das dann
gehen? Was ist, wenn ich wiederkomme? Wie komme ich
mit den Leuten zurecht? Was ist, wenn ich krank werde? (Es
ging dann auch nicht lang und Meditonsin-Nachschub wurde
geordert…) Oh je, oh je …warum mach ich das? Ach eigentlich weiß ich es ja aber…oh je, oh je…und dann noch…
und das…“ So ging das wohl noch bis zum Abflug. Aber
dann – Ilona in Thailand. Wer die seitenlangen Berichte per
E-Mail gelesen hat, kann sich noch sehr gut vorstellen, welche
Eindrücke so auf Ilona einströmten… Klemens und ich haben
dann auch die Gelegenheit genutzt, sie für 3 Wochen zu besuchen. Mit Uno und Ligretto
und noch mehr Meditonsin im
Gepäck machten wir uns auf
den Weg nach Bangkok, wo
Ilona uns in Empfang nahm. In
den 3 Monaten zuvor hatte sie
schon viel gesehen und viele
Freundschaften geschlossen
und vor allem viel gegessen,
was sie – und wir – niemals
gedacht hätten, dass sie
das jemals essen würde…
Nach einem Trip ans Meer
und verschiedenen Sehenswürdigkeiten fuhren wir
gemeinsam in den Norden.
14
Von Chang Mai aus (Klemens Hochzeitsanzug
lässt grüßen) machten wir zusammen eine
mehrtägige Treckingtour in die Bergdörfer…
In Erinnerung bleibt uns noch die Massage
von den alten Frauen in einer zugigen Holzhütte. Leider hatte sich Ilona etwas später
dazu entschlossen als wir, so dass für sie nur
die „Auszubildenen“ übrig blieben, die sich
aber auch etwas kichernd reichlich Mühe
gaben… Bemerkenswert war der ElefantenAusritt! Dummerweise nahmen außer Ilona
nur Paare an dem Treck teil und saßen immer
zu zweit auf einem Elefanten. Etwas schmunzelnd zeigte unser Führer auf den Einzelsitz
des jungen und deutlich kleineren Elefanten.
Auf diesem durfte Ilona dann thronen. Ich
hätte bis zu diesem Zeitpunkt nie gedacht,
dass ich mal mit Ilona durch einen Dschungel
wandere, ein Floß baue (na gut – wir standen
daneben) und mit diesem einen wilden Fluß
(o.k. so wild war er auch nicht) hinunter fahre
und so weit im Osten am Lagerfeuer sitze
und darauf warte, dass wir ein paar fettige
(furchtbar fettige) Fleischstücke vom Schwein
am Spieß abbekommen. Schön war‘s…Noch
schöner und eindrucksvoller war dann die
gemeinsame Zeit bei „ihrer“ Gastfamilie…
Nie zuvor und danach nie wieder haben wir
vor einem Buddha-Altar geschlafen… Der
morgendliche Tempelbesuch, die Besuche in
der Schule mit dem Direktor Mister Muck und
dem freundlichen Kunstlehrer, die EnglischUnterrichtsstunden im Freien mit zahlreichen
Frauen und Müttern und ihren aufgeweckten
Kindern mit den lustigen Namen (What‘s you
name? Cha! Pood! Ped! Tood!), die Hühner
auf dem hauseigenen Webstuhl… all das werden wir wohl nie
vergessen. Erwähnenswert ist an dieser Stelle das befremdliche Essverhalten der „Pisau“ (= große Schwester = Ilona).
Zum großen Erstaunen ihrer „Nongsau“ (= kleine Schwester
= Susanne) aß sie schön brav alles, was ihr so angeboten
wurde, auch wenn es noch so ped (scharf) oder undefinierbar
war…So klang es dann auch eines Tages in dem kleinen Dorf
in der abgelegensten Provinz Thailands „Ilona eat rat! Ilona
eat rat“ („Ilona hat Ratte gegessen! Ilona hat Ratte gegessen!“)! Mmmmhhhh, da waren die getrockneten Fische,
die verkohlten Käfer ja gar nichts gegen…! Die „Fallangs“
15
16
(Langnasen = Europäer) haben dort schon reichlich Eindruck hinterlassen. Und allen voran Ilona mit ihren Fotos aus
Deutschland. Auf diesen waren Menschen mit weißer Haut
sitzend am Tisch zu sehen, die Eier aus Eierbechern aßen (so
was Kurioses) und ein Fest mit einem Baum im Wohnzimmer
feierten… Und Ilona? Die genoss die Zeit bei ihrer Gastfamilie mit einfachsten Bedingungen und auch die Mahlzeiten am
Boden. Ein Jahr später besuchte sie dann noch einmal „ihre
Familie“. Zur Feier des Tages hatte diese extra für sie einen
Tisch mit Stühlen aufgestellt und eine Vase mit Blumen darauf gestellt – so wie sie es auf Ilona‘s Fotos aus der Heimat
gesehen hatten… Viel Spaß beim thailändischen Kochen…
oder auch nicht?!
Süße Thai-Chili Ratte
2 küchenfertige Ratten frisch vom Markt (siehe
Foto), 2 EL Chilipaste in Sojaöl (Nam Prik), 100 ml
Hühnerbrühe, ½ grüne Paprikaschote, 1 kl. Zwiebel,
4 Spritzer Fischsauce , ½ EL Zucker, 2 Spritzer Austernsauce, 1 rote Chilischote, viel Thai-Basilikum
Rattenfleisch in hauchdünne Scheiben schneiden.
Paprikaschote entkernen und in mundgerechte Stücke,
Chilischote in schräge Ringe schneiden. Zwiebel häuten
und vierteln. Im heißen Wok die Chilipaste braten
und mit Hühnerbrühe ablöschen, aufkochen lassen.
Paprikaschote, Zwiebel und Rattenfleisch zugeben.
Hähnchenfleisch 2-3 Minuten garen. Fischsauce, Zucker, Austernsauce und Chilischote zugeben und alles
aufkochen lassen. Kurz vor dem Servieren Basilikum
unterrühren, mit gedämpftem Reis servieren.
17
I
lona und Erik in Afrika
In Afrika macht man natürlich eine Safari und sucht nach den
„Big Fives“. Ob sie alle gesehen haben? Keine Ahnung! Aber
einen Löwen haben sie gesehen! Und wer es wissen wollte
oder auch nicht, hat – vielleicht nicht nur einmal – gehört, wie
sich Erik todesmutig auf den Löwen gestürzt hätte, wenn er
denn tatsächlich auf den Jeep gesprungen wäre…ach ne, das
war ja ganz anders! Erik hatte ziemlichen Respekt vor diesem
gewaltigen Tier…und Ilona saß ja auch viel praktischer…Sie
wäre dann ja viel schneller und überhaupt viel besser an die
Plane, die da auf dem Jeep so rum lag, herangekommen…
Ja genau – Erik hat seine Ilona ganz genau eingewiesen, wie
sie im Fall der Fälle sich, ihn und alle anderen vor dem wilden
Löwen rettet. Darauf trinken wir doch einen!
African Cocktail Mahout
3 cl Amarula, 3cl Bols Crème de Banane, 3 cl Premium Cachaca (nach Wahl), 1 Stck. rote Thai Chili,
leicht geschlagene Sahne 30 %
Im Boston-Shaker Glas eine halbe Chili zerdrücken,
restliche Zutaten ohne die Sahne hinzufügen. Mit
Eiswürfeln shaken, durch ein Sieb in ein vorgekühltes
Cocktailglas abseihen. Dünne Schicht Sahne floaten.
Was trinkt in Südafrika der Mahout (Führer eines
Arbeitselefanten)? Am liebsten Cane-Spirit (Zuckerrohrbrand). Alles versteckt unter einer dünnen Sahneschicht. Der Südafrikaner trinkt seine Drinks ohne
Schicki-Micki – deshalb auch keine Garnitur.
18
L
eider musstest Du, Ilona,
ja damals die Teilnahme an den DTT* absagen. Hier habe
ich Dir nochmals unser damaliges Hauptnahrungsmittel als
Rezept beigelegt. Solltest Du jemals auf die Idee kommen,
dieses Rezept nachzukochen, fühlen sich selbstverständlich
alle damaligen Teilnehmer eingeladen.
Falafel ein vegetarischer Bratling
Getrocknete Kichererbsen, (südamerikanisches) Maisoder Weizenmehl, Knoblauch, Cayenne-Pfeffer, Coreander, Meersalz (nicht rieselfähig), Kreuzkümmel, Wasser
Koche die Kichererbsen kurz auf und lasse sie 3 Stunden quellen, bis man sie kauen kann. Füge während
des Quellens den Kreuzkümmel hinzu. Püriere die Kichererbsen. Vermische sie mit etwas Wasser (am besten
das, in dem sie aufgequollen sind) und füge Mehl zum
Abbinden hinzu. Das Mehl gründlich einrühren. Die
Masse sollte nicht zu fest werden, sondern wird später
mit einem Löffel in die Pfanne gelegt und breitgedrückt. Übrige Zutaten hinzumischen: Knoblauch,
Cayenne-Pfeffer, Coreander, naturbelassenes Meersalz.
Forme 1-2 cm hohe Bratlinge, brate sie 3 Min. von
jeder Seite, bis sie leicht braun sind.
*) Dözis Terror Tours
19
S
almonellen Sisters
Liebe Ilona, lieber Erik, vielen Dank für Eure Einladung!
Wir sind schon sehr gespannt, was wir mit Euch und Euren
Gästen so erleben werden. Sicher wird es die eine oder
andere Show-Einlage geben. Dafür sorgt vielleicht Ilonas
Schwester, aber sicher nicht die Salmonellen Sisters.
Leif, Axel und Anja
Ob in schicken Mikrowellen oder auf den Dardanellen,
wir sind die flotten Salmonellen
und uns ist niemals fad, wir tanzen im Salat
oder nebenbei auch mal auf´nem Spiegelei!
Der Tanz in Zabaione, ja, der ist nicht ohne.
Doch vor allem ist der Clou der Cha-cha-cha Tiramisu!
Salmonellas hamm´nen Boom, mal im Hähnchen mal im Huhn,
gehn sie auf den Chickentrip, macht die Lola einen Strip!
Nirgends ist Malaise, wozu gibt´s Mayonnaise?
Jedenfalls gibt´s peu á peu zum guten Schluss die Diarrhoe!
20
H
ackbraten gab es…
… bei unserer ersten gemeinsamen Mittagspause, wenn ich nicht irre und Du und
ich, beide seit wenigen Tagen anstellig bei
kontur, fragten uns, wo wir hier eigentlich
gelandet sind. Ich, die Quereinsteigerin,
Werbung weder gelernt noch studiert, war
froh, in einer Agentur untergekommen zu
sein. Du, die Studierte, fragtest Dich, ob
hier Deine Träume wahr werden können.
Das ist mittlerweile über 10 Jahre her und
in der Zwischenzeit haben wir festgestellt,
dass sich die Träume in Ost und West kaum
unterschieden, dass nicht alle wahr werden
müssen oder dass man sie sich in fremden
Ländern erfüllen kann. Wir fanden heraus,
dass es manchmal genügt, mit Zahnbürste
und Schlafsack durch den deutschen Osten
80-er Jahre
zu laufen oder in westdeutschen Ferienhäusern ohne Strom und mitten in der Wildnis
Waldkunst und Holzköpfe aufzustellen.
Manchmal genügte es zu wissen, ein Ersatzschlüsseldepot in Berlin zu haben, falls ES
mal wieder passiert war.
Und was Deine Grafiker-Träume angeht ...
na zumindest bist Du mit einigen Deiner
Kunden schon so verwachsen, dass Du Dich
manchmal im Stiftungs-Look kleidest. Eine
Vorliebe, die Du scheinbar schon früher gern
ausgelebt hast und nun mit Deinem Job gut
verbinden kannst. Bei Deinen Buchprojekten
kannst Du mit in Südafrika und Thailand gemachten Wildnis-Erfahrungen punkten, das
wilde Grün will auch in der Berliner Großstadt bezwungen werden. Für den Kampf mit
roten Kisten, zickigen Farb-Druckern, unaktuellen Webseiten, unscharfen Bildern und
Ungenauigkeiten im Nanometer-Bereich bist
Du die richtige Frau, das hast Du bewiesen
und nach 10 Jahren sei die Frage erlaubt:
Was wärst Du ohne kontur – was wäre kontur
ohne Dich?
2008
21
Fasan „Friedrich der Große“
Küchenfertiger Fasan (900-1000 g), Salz, weißer Pfeffer, 4 Scheiben grüner Speck, 2 El. Butter,
½ Lorbeerblatt, 8 zerdrückte Pfefferkörner, 8 zerdrückte
Wacholderbeeren, 2 frische Steinpilze, 1 Schalotte, ¼ l
Madeira, ¼ l Fasanen-, Fleisch- oder Geflügelbrühe, 1
El. Mehl, 1 El. kalte Butter, Zitronensaft,
Fasan mit Tuch ausreiben, salzen, pfeffern, in grünen
Speck einwickeln und mit Butter in einem Bräter bei
200° C 1 Stunde braten. Sobald der Bratensatz anfängt
zu bräunen, etwas Wasser und Gewürze hinzufügen,
wiederholt begießen. Steinpilze in Scheiben schneiden,
Schalotte abziehen, würfeln, im Bratsatz gar dünsten.
Fasan anschließend mit Madeira angießen, Bratensatz
damit lösen. Fasan herausnehmen und warmstellen.
Gelösten Bratensatz in Topf geben, Brühe hinzufügen.
Gesiebtes Mehl in etwas Madeira anrühren und Soße
damit binden. Durch ein Sieb auf Steinpilze geben
und nochmals kurz aufkochen lassen. Dann die kalte
Butter unterrühren, mit Salz, weißem Pfeffer und frisch
gepresstem, passierten Zitronensaft abschmecken. Den
Fasan zusammen mit der Steinpilzsoße servieren. Dazu
passt Kartoffelpüree und Salat aus frischem Sellerie
oder Sauerkaut mit Weinbeeren.
Die Küche von Sanssouci bezog Fasane aus der Fasanerie,
die Friedrich 1742 in Berlin Charlottenburg anlegen ließ.
1844 wurde sie Bestandteil des heutigen Berliner Zoos.
22
23
K
üchengeschichten?
Da gibt es viele, denn Ilona und ich, Elena, und schließlich
auch Stefan und Erik haben viele Reisen, Ferienfreizeiten
und andere Gelegenheiten miteinander erlebt, bei denen es
natürlich auch ums Essen ging.
Da fällt mir spontan der sagenumwobene Auftritt der
„Kendlhofer Trachtengruppe“ ein, zu der auch einige der bei
der heute stattfindenden Hochzeit Anwesenden gehörten.
Das kam so: Im Sommer 1991 fand eine Ferienfreizeit der
katholischen Kirchengemeinde Espelkamp nach SaalbachHinterglemm im Salzburger Land statt, genau gesagt auf
den Kendlhof. Ilona, ihr Bruder Tobias und ich waren als
Betreuerinnen bzw. Betreuer dabei. Da es in die Berge ging,
hatte Ilona in weiser Voraussicht den Espelkamper Second
Hand-Laden erfolgreich nach Dirndln und Lederhosen durchforstet, um vor Ort ein standesgemäßes „foto-shooting“
veranstalten zu können. Und das in Zeiten, in denen junge
Frauen normalerweise freiwillig kein Kleid trugen.
Im Verlauf der Freizeit reifte dann die Idee eines zünftigen
Trachtentanzes heran. Also wurden sechs halbwegs in Frage
kommende Tänzerinnen und Tänzer in die mitgebrachten
Kleider gesteckt und unter der Leitung unser aller (ehemaligen) Kindergartenleiterin Christa eine entsprechende
Choreographie ausgearbeitet. Dies geschah ganz geheim
in einem 6-Bett-Betreuerinnenzimmer mit Schräge, d. h.
unter extrem schwierigen Platzverhältnissen und unzähligen
Lachanfällen.
Die Uraufführung unseres Tanzes beim Bergfest der Freizeit war natürlich ein voller Erfolg, auch wenn angezweifelt
werden darf, dass die von uns betreuten Kinder uns anschließend noch ernst nehmen konnten.
Passend dazu gibt es folgendes Rezept:
24
Salzburger Nockerln
4 Eiweiß, 3 Eigelb, 50 g feiner Zucker, 20 g Mehl, 1
Pk. Vanillezucker, 40 g Butter
Eiweiß zu Schnee schlagen, Zucker und Vanillezucker
kurz unterrühren. 3 Esslöffel Eischnee abnehmen, mit
Eigelb verrühren und wieder zum Eischnee geben.
Mehl darüber sieben, alles vorsichtig miteinander
vermengen. In einer flachen feuerfesten Form Butter
zerlassen. Nockerl abstechen und in die Form geben,
im vorgeheizten Ofen bei starker Hitze in 8 bis 10
Minuten goldgelb backen.
Sofort auftragen, dabei vor Zugluft oder starken Temperaturunterschieden hüten. Die fertigen Nockerln
mit Puder- oder Vanillezucker bestreuen.
Bei der gleichen Reise 1991 entstand auch
dieses Kussfoto (siehe unten). Man fragt sich
nur, wieso Erik so lange brauchte, um sich
zu verwandeln. Aber 13 scheint doch eine
Glückszahl zu sein...
Erik lernten Stefan und ich dann zur Jahreswende 2004/2005 bei einem Besuch bei
Ilona kennen. An Silvester fuhren die beiden
Potsdamexperten mit uns raus aus Berlin, um
uns unter anderem den Ort ihrer zukünftigen
Hochzeitsfeier zu zeigen.
Mich kleines Mädchen vom Lande beeindruckte Erik dabei nachhaltig durch sein
unkonventionelles Parkverhalten. Denn am
Schloss Sanssouci fuhr er einfach durch ein
offen gelassenes Tor in den Park hinein und
stellte seinen Wagen kurz unterhalb der
Treppe zum Schloss ab, ganz nach dem Motto „Wozu laufen, wenn man auch vorfahren
kann.“ Dass Ilona und ich uns die ganze Zeit
25
Sorgen machten, dass der Wagen abgeschleppt oder gar
das Tor, durch das wir hineingekommen waren, geschlossen
werden könnte, beeindruckte die Männer wenig. Na ja, wir
sind dann auch wieder gut nach Berlin zurückgekommen...
Bei jenem Berlinbesuch wohnten wir in der „Alten Bäckerei“
und besuchten mit Ilona und Erik eine kleine gegenüberliegende Kneipe. Auf Tipp der beiden hin tranken wir dort
Mango-Lassi
Für zwei Gläser: von einer halben Mango zwei dünne
Scheiben abschneiden, Rest schälen und klein würfeln.
Mangowürfel, 150 ml mageren Joghurt und einige
Minzblätter pürieren, etwas Salz zufügen. Püree auf
die Gläser verteilen und mit Mineralwasser auffüllen.
Zum Schluss mit Mango und Minze dekorieren.
Liebe Ilona und lieber Erik,
für Eure gemeinsame
Zukunft wünschen wir euch
alles, alles Gute und freuen
uns darauf, noch bei vielen
„Küchengeschichten“ von
Euch dabei zu sein
26
D
ieses nette Gebäck …
… habe ich einst mit der Braut getestet und festgestellt,
man sollte an das Backpulver denken, das man mit eingerührt hat. Es werden sonst schnell Taler aus den Plätzchen.
Schwarzweiß - Gebäck
Schnecke
Heller Teig: 300 g Mehl, 2 TL Backpulver, 125 g Zucker, 1 Päck.
Vanillin-Zucker, 1 FI. Rum-Aroma, 4 EL Milch, 100 g Butter
Dunkler Teig: 1 geh. EL Kakao, 1 EL Zucker, 1 EL Milch
Hellen Teig als Knetteig herstellen. Dann unter die eine Hälfte des
Schachbrett
Teiges die weiteren Zutaten mengen. Den Teig kühl stellen
Schnecke: 2 gleichgroße Rechtecke herstellen, übereinander legen und
vorsichtig einrollen
Schachbrett: 9 dünne Rollen herstellen, stapeln und leicht zusammendrücken, um die Hohlräume zu schließen. (In Kreisform nur für
Fortgeschrittene leistbar)
Anfängermodell
Anfängermodell: Eine Rolle dunklen Teig mit einem Rechteck hellem
Teig umwickeln (Kante gut schließen)
Teigrollen nochmals kühl stellen, damit sie fester werden. Dann vorsichtig
Herz-Keks
in Scheiben schneiden und auf ein gefettetes Blech legen. Für Neumodische und Faule geht auch Backpapier. Aber so ein Stück gute Butter von
unten ist schon leckerer. Backzeit 10-15 Min. bei starker Hitze
Für LIEBES-PAARE gibt es noch die Herzform. Diese erfordert
jedoch viel Liebe, Fingerspitzengefühl und Ausdauer, bis es zum
erwünschten Erfolg führt. Herz-Keks kleine Teigrollen wie vorgegeben
stapeln und mit einer hellen Rechteckteigplatte umschließen. Alles
vorsichtig zusammendrücken.
Ich wünsche Euch, dass Ihr auch alle grauen Farbtöne
Eurer gemeinsamenZukunft in vollen Zügen genießt. Nur
Schwarz-Weiß wäre langweilig. (Marmorierte Kekse klappen bei allen Backeinsteigern)
27
E
rik feiert Geburtstag im Dezember
Für diese kurze Geschichte setzt man sich ganz gemütlich
bei offenem Fenster in die Thormann/Heimann‘sche Küche
und zieht Handschuhe, Schal, Pudelmütze und Skibrille an.
Dazu serviert man am besten einen
Kaiserschmarrn
¼ l Milch, 3 Eigelb, Salz, 1 EL Puderzucker, 160
g Mehl, 1 EL flüssige Schlagsahne, 3 Eiweiß, 30 g
Rosinen in Rum o. Saft eingelegt, 60 g Butter zum
Ausbacken, 1 Pck.Vanillezucker, Puderzucker zum
Bestreuen
Milch, Eigelb, Salz, Zucker und Mehl gut verrühren,
Sahne und den steifen Eischnee unterheben, Rosinen
einmengen. Die Hälfte der Butter in einer Pfanne
erhitzen, die Hälfte des Teigs eingießen und auf der
Unterseite anbräunen lassen, umdrehen, ebenfalls
anbräunen, mit zwei Gabeln in kleine Stückchen
zerreißen, noch kurz durchrösten, anrichten; die zweite
Teighälfte ebenfalls so zubereiten. (Den Teig evtl. etwas
ruhen lassen). Vor dem Servieren den Schmarren mit
Vanille- und Staubzucker bestreuen. Mit Zwetschkenröster oder anderem Kompott servieren.
28
Endlich war es wieder soweit.
Die Snowboardsaison 1998
war eröffnet. Wir – Erik, Peter,
Lars und Hagen – hatten
bereits zwei tolle Tage auf dem
Pitztaler Gletscher voller Tiefschneeabfahrten hinter uns.
Wir waren verrückt nach Puderschnee und auf und neben
der Piste kaum zu bremsen.
Am letzten Tag hieß es nur
noch den Schnee genießen.
Schließlich sollte es gegen
Mittag im „Tiefflug“ mit Erik’s
Auto (Durchschnittstempo
180 km/h) noch nach Berlin zurückgehen.
Die letzte Abfahrt ging wie immer, jenseits der Piste, durch
den 50 cm tiefen lockeren Pulverschnee. Herum – in sicherem Abstand – um die überschaubaren Gletscherspalten!
Aber dann: Wie aus dem Nichts tauchte eine Gletscherspalte
auf…Erik bremste … überschlug sich …landete Snowboard
voraus in der Spalte … Glück im Unglück … blieb er auf einem Schneepfropfen in 4 m Tiefe stecken … durch links- und
rechtsseitiges Drücken der Arme gegen die Eiswände verhinderte er weiteres Absacken … Hilfe nahte … zunächst… in
Form von Lars und Peter …eine „Do it yourself“-Rettungsaktion mittels zusammengeknoteter Fangriemen …
Hagen, skeptisch über Lars‘ Plan, entschied sich für eine
Schussfahrt zur Talstation, um die Bergwacht zu alarmieren,
die dann auch mit österreicher Gemütlichkeit sofort (nach 45
minütiger Verzögerung) mit einer Pistenraupe und Seilschaft
bei der Gletscherspalte vor Ort anlangte. Zwischenzeitlich
hatte sich die Lage zugespitzt: Lars und Peter hatten sich im
Schnee auf den Bauch gelegt und versucht, Erik mit dem
Fangriemen rauszuziehen. Aber Erik war zu schwer – der
Riemen riss und er sackte einen weiteren Meter in die ca.
15 m tiefe Spalte ab. Mit der Bergwacht gelang es uns dann
endlich nach 90 Minuten, Erik aus der Spalte zu befreien …
nochmal Glück gehabt, Erik!
Und die Moral von der Geschicht: Fahre mit Erik abseits der
Piste nicht.
29
L
ieblingsrezepte von Ilona
Wurstklöße
Kartoffeln am Tag vorher kochen und durchpressen.
1 Ei, etwas Salz und Mehl unterrühren. Den Teig
ausrollen, einen Kreis ausstechen, mit deftiger Fleischwurst füllen, als Halbmond zusammenklappen und am
Rand gut zusammendrücken. In leichtem Salzwasser
aufkochen und ca. 10 Minuten gar ziehen
lassen.
Kassler, Sauerkraut
und Derbeklöße
Das Kassler-Fleisch (vom Filet oder Kotelett) mit
1 Zwiebel anbraten und je nach Größe ca. 1 ½ Stunden
kochen. Sauerkraut mit gedünstetem Speck und Zwiebeln verfeinern. Den Kloßteig mit Mehl, 1 Ei, Wasser,
etwas Salz zubereiten, er muss schwer reißend sein, in
kochendem Wasser ziehen lassen. Von dem Bratensaft
eine leckere Soße anrichten.
Rinderschmorbraten
mit Makkaroni
(Gab es bei uns an fast allen Feiertagen)
Rindfleisch (falsches Filet) mit Zwiebeln anbraten,
würzen und ca. 2 Stunden kochen. Soße zubereiten,
dazu Bohnensalat oder warme Bohnen.
30
Quarkklöße
750 g Quark, 2 Eier, 75 g Zucker, 150 g Mehl, etwas
Semmelmehl verrühren, dünne Rollen machen und
in ca. 5 cm lange Stücke schneiden. Im Wasser
aufkochen und etwas ziehen lassen. Dazu zerlassene,
gebräunte Butter und Zimt und Zucker.
Zwieback-Quarkpuffer
3 kleine Eier mit 250 g Quark, ½ EL Zucker, 1
Vanillezucker, etwas Salz verrühren, dann 12 in ca.
¼ l Milch eingeweichte Zwiebäcke und 2 EL. Mehl
unterrühren und 10 Minuten quellen lassen. In Fett
kleine Häufchen flach gedrückt ausbacken.
Christoph und Marianne wünschen Euch alles Liebe und
Gute für eine glückliche, gemeinsame Zukunft. Wir freuen
uns mit Euch!
31
T
raditionell gab es den Sauerbraten
im Hause Kess immer zu Kirmes (Kirchweih). Zu dieser Zeit
und teils heute noch wird Pferdefleisch verwendet. In Neuwied gibt es noch einen Pferdemetzger!
Ihre Erfahrung mit dem Rheinischen Sauerbraten machte
auch Maria, als sie die ersten Male nach Dattenberg kam.
Das Gericht von Oma Kess hat sie total begeistert. Den
Sauerbraten fand sie ganz toll und zart. Als sie erfuhr, dass
der Braten aus Pferdefleisch bestand, wurden ihre Augen
immer größer. Es ist nicht bekannt, ob sie Nachschlag
genommen hat.
Rheinischer Sauerbraten
In Köln gilt Sauerbraten mit Rosinensoße seit 2000
Jahren als das Festtagsessen schlechthin. Man führt
den Ursprung und die Entwicklung auf römische
Einflüsse zurück, sagen die Rheinländer...
2 kg Rindfleisch aus der Keule (ursprünglich wurde
Pferdefleisch verwendet, aufgrund der veränderten
Essgewohnheiten ist dieses aber immer seltener zu
finden), 1 Karotte, 1/4 Sellerieknolle, 2 Zwiebeln,
1 Scheibe Pumpernickel, ca. 20–30 Rosinen, 0,3 Rinderbrühe, Hühner- oder Gemüsebrühe, 0,1 l Kräuteressig oder Balsamico-Essig, 0,1 l Rotweinessig, 0,6 l
trockener Rotwein (z.B. Typ Bordeaux), 200 ml Zu-
32
ckerrübensirup, 30 g Butterschmalz, 4 Wacholderbeeren, 2 Pimentkörner, 10 Pfefferkörner, 2 Lorbeerblatt,
1 Zweiglein Thymian, Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Kochgeschirr: 1 großer Schmortopf, 1 Schüssel
Das Fleisch abwaschen und trocken tupfen, Gemüse
kleinschneiden, alle Zutaten außer Fett, Rosinen, Brühe und Brot in eine verschließbare Schüssel geben und
das Fleisch hineingeben. 5–7 Tage marinieren lassen
und täglich wenden.
Am Tag der Zubereitung, das Fleisch herausnehmen
und trocken tupfen. Die Marinade 30 Min. lang kochen und danach abseihen, die Flüssigkeit auffangen.
Das Fleisch von allen Seiten kräftig anbraten und
würzen. Überflüssiges Fett entfernen und den Braten
mit der Brühe und Marinade ablöschen. Ca. 100
Min. köcheln lassen, danach das zerbröselte Brot, den
Zuckerrübensirup und die Rosinen zugeben. Nochmals
ca. 20 Min. köcheln lassen.
Beilagen: Knödel und Klöße, Apfelmus
Varianten: 1 Stück Kochlebkuchen oder 1 Prise Lebkuchengewürz zufügen. Für Öcher (Aachener) Sauerbraten werden Pumpernickel und Rübenkraut gegen
Schwarzbrot und Printen getauscht.
Viele liebe Grüsse aus Dattenberg
Winfried, Margret und Andreas
33
E
rik und Erdbeeren…
Wenn Erik einkaufen geht hat er scheinbar oft Hunger –
oder besser gesagt Appetit. Großen Appetit! Auf was?
Eigentlich auf alles – und das kauft er in Mengen – in
großen Mengen! Wenn er bei uns in Süddeutschland zu
Besuch war, hatten wir noch wochenlang den Kühlschrank
bzw. die Körbe voll. Vor allem die Obstkörbe. Das ist
eigentlich ja auch recht praktisch. Ganz besonders gerne
kauft – und isst er – Erdbeeren. Unmengen von Erdbeeren.
Pflichtbewußt reinigt und schnippelt er sie auch. Erik selbst
isst auch fleißig und rechnet damit, dass auch alle anderen
so gerne und so viele Erdbeeren essen wie er – und dann
haben wir das Problem. Alle anderen essen mal hier und
mal da eine, aber eben nicht so viele. Und was macht man
dann mit den Kilos von Erdbeeren, die ja auch nicht so
lange halten?
Da Erik zu Hause in Berlin auch diese Angewohnheit zeigt,
haben wir uns gedacht, dass wir hier mal verschiedene
Möglichkeiten aufzeigen, was man alles mit Erdbeeren machen kann. Und wenn Erik mal wieder statt 2 Schälchen
(1 Kilo) 5 Schälchen (2,5 Kilo) Erdbeeren gekauft hat, findet
Ilona jetzt genug Anregungen, wie sie und Erik noch gemeinsam diese leckere rote Frucht verarbeiten können.
Rucolasalat mit Erdbeeren
für 4 Portionen: 225 g zarter Rucola, 1 Bund
Basilikum, 500 g Erdbeeren, 50 g Käse (Pecorino),
5 EL weißer Balsamico, 50 g flüssiger Honig, 8 EL
Olivenöl, 4 EL geröstete Pinienkerne, Salz, Pfeffer
Rucola und Basilikum grob zerteilen. Erdbeeren
vierteln, Pecorino hobeln. Auf kleinen Tellern nach
Geschmack anrichten.
Aus den flüssigen Zutaten eine Vinaigrette anrühren,
würzen und über die Teller träufeln. Pecorino und
Pinienkerne darüber streuen und servieren.
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35
Erdbeer-Carpaccio
500 g geputzte Erdbeeren,
3 El Balsamico, 3 El Likör, Johannisbeerlikör, 2 El
Olivenöl, grober schwarzer Pfeffer, gehobelter Parmesan, 1 Handvoll Basilikum
Erdbeeren in dünne Scheiben schneiden und auf
Tellern anrichten. Balsamico und Likör verrühren
und über die Erdbeeren verteilen. Olivenöl darüber
träufeln und pfeffern. Frisch gehobelte Parmesanspäne und Basilikum unmittelbar vor dem Servieren
über die Erdbeeren streuen.
Erdbeeren mit Mozzarella
500 g reife Erdbeeren, 3 Kugeln Mozzarella, 1 Bund
Basilikum, Salz und Pfeffer, einige Salatblätter zum
Anrichten, 5 El Erdbeer-Balsamessig, 5 El Arganöl
Die Erdbeeren waschen und vierteln, den Mozzarella
in Würfel schneiden. Basilikumblättchen abzupfen.
Die gewaschenen Salatblätter auf einer Platte oder
einem großen Teller ausbreiten, Erdbeeren und
Mozzarellawürfel dekorativ darauf anrichten. Aus
Erdbeer-Balsamessig, Arganöl und etwas Salz ein
Dressing rühren und auf dem Salat verteilen. Die
36
Basilikumblättchen ebenfalls darauf verteilen und zum Schluss das
Ganze mit grobem schwarzem Pfeffer übermahlen. Dazu gibt es frisches
Baguette oder Ciabattabrot.
Tipp: Ersatzweise kann man selbstverständlich auch andere Essig- oder
Ölsorten verwenden. Ebenso gut ist Mandel-, Haselnuss- oder Walnussöl
geeignet oder weißer Balsamico anstatt des Erdbeeressigs.
Brennnesselrisotto
mit Erdbeeren
1 Tasse Reis (Risotto- oder Rundkorn), 250 g
Brennnesselblätter, 250 g Erdbeeren, ½ Liter Hühnerbrühe, Salz und Pfeffer, 2 El Butter, Parmesan
Die Brennnesseln mit Handschuhen pflücken.
Entweder aus dem eigenen Garten oder von einer
Stelle, wo garantiert nichts bespritzt ist! Tipp: mit
der Schere gleich die Blätter schneiden. In lauwarmem Wasser waschen. Den Risottoreis in der heißen
Butter anschwitzen, dann nach und nach die Brühe
aufgießen, bis die Flüssigkeit immer wieder verkocht
ist. Nach ca. 1/2 Stunde ist der Reis gar, probieren,
die gewaschenen Brennnesselblätter hinzugeben, umrühren, bis sie wie frischer Spinat zusammenfallen.
Geht sehr schnell. Zum Schluss die gewaschenen, von
den Blättern befreiten und geviertelten Erdbeeren
hinzugeben. Mit Salz (wenn notwendig) und Pfeffer
würzen mit ein paar frischen ParmesanHobelspänen
versehen und servieren.
37
K
alte Küsse & heiße Tipps
„Marion, ich liebe dich…“ rief Ilona entzückt und strahlte
mich an!
Nein, nein, Erik, mach Dir keine Sorgen. Alles im Lot. Denn
Ilonas Begeisterung galt nicht mir, sondern dem unscheinbaren dunkelbraunen Dingsda auf dem Tisch. „Ich liebe dich
für deinen Kalten Hund.“ Siehste! Ilona achtet zwar sehr auf
Kalorien und Pfunde. Aber beim Lukullus, Kalten Kuss, Kalte
Schnauze, Kalten Hund, Kekstorte oder wie sonst noch diese
leckere Kalorienbombe aus Keksen und Kakaomasse heißt,
wird sie einfach schwach! Und lässt dann eben ihren Emotionen freien Lauf!
Daher mein heißer Tipp für Dich, lieber Erik: Hängt bei Euch
mal der Haussegen schief, dann „backe“ für Ilona einen
Kalten Kuss und alles wird gut! Und damit Dir das Teil auch
gelingt, hier das Rezept:
Kalter Kuss
150 Gramm Zucker, 100-125 Gramm Kakao, 2 Eier,
1 Prise Salz, Rum, 250 Gramm Kokosfett (Palmin
geht auch, finde ich aber nicht so toll), Butterkekse
Kokosfett vorsichtig schmelzen und abkühlen lassen.
In der Zwischenzeit Zucker, Eier, Salz, den gesiebten
Kakao und einen großzügigen Schuss Rum gut mit
dem Schneebesen verrühren. Dann das geschmolzene
Kokosfett darunterühren, bis sich alles zu einer zähen
Masse verbindet. Falls die Masse zu weich ist, ein paar
Minuten in den Kühlschrank stellen.
Die Kastenbackform mit Alufolie auslegen, immer im
Wechsel eine Schicht Kekse, eine Schicht Kakaomasse.
38
Auch die Seiten mit der Masse bestreichen. Zur Deko
bunte Streusel obenauf oder mit anderen originellen
Sachen schmücken. Da kannst Du Deine Fantasie
spielen lassen…und Ilona wird prompt rufen: „Erik,
ich liebe Dich!!!“
P. S.
Ach so, wusstet Ihr eigentlich, dass der Begriff „Kalter Hund“
nichts mit dem Vierbeiner zu tun hat, sondern aus dem
Bergbau stammt? Weil die Kastenform, in der die Kekse
geschichtet werden, dem Förderwagen in den Gruben (dem
sogenannten Hunt) sehr ähnelt, wurde der Kuchen danach
benannt. Später wurde aus Hunt schließlich Hund.
Toll, wieder was dazugelernt!
39
N
och so ein Hochzeitsbuch.
Steht doch überall dasselbe drin. Man wünscht dem Brautpaar alles Mögliche: Glück, Zufriedenheit, Wohlergehen, eine
lange Ehe, und vieles mehr. Heutzutage ist es noch leichter,
man recherchiert kurz im Internet und macht copy and paste.
Aber hier ist es doch etwas anderes, denn Ilona kenne ich
schon nunmehr 40 Jahre. Dass unsere Mütter gemeinsam im
Krankenhaus lagen und ihre Kinder bekamen, ist das eine.
Dass Christoph mit meiner Mutter zur Schule gegangen
ist, das andere. Man sieht, schon in der vorangegangenen
Generation gab es Kontakte. Und die haben wir weitergeführt und wir sind uns immer wieder begegnet bis auf den
heutigen Tag. Zusammen waren wir im Kindergarten, mit
Sicherheit haben wir dort gestritten und uns mit Förmchen
beworfen. Und dann haben wir uns eigentlich immer wieder
getroffen, teilweise in der Schule, teilweise am Nachmittag.
Später als Teenager sind wir oft zusammen auf Fahrten unterwegs gewesen. Da fällt mir eine kleine Geschichte ein, die
wir einmal in Nieheim erlebt haben. Es mag 1988 gewesen
sein, als Ilona eines Abends laut lachend die ganze Gruppe
in Aufruhr versetzt hatte. Was war passiert? Ilona hatte sich
auf ihr Bett gesetzt, was daraufhin laut krachend auseinander
brach. Der eine oder andere mag sich seinen Teil denken.
Fast hätten wir einmal in einer Stadt zusammengewohnt,
der eine in Gütersloh-Avenwedde, der andere in GüterslohIsselhorst. Dazu kam es nicht, da Ilona in die große weite
Welt aufbrach: nach Berlin!
Und da hatte ich immer
wieder einen guten Grund,
Ilona zu besuchen. Dort ist
sie irgendwann auch einmal
Erik begegnet … und hat ihn
lieben gelernt! Liebe Ilona,
ich wünsche Dir mit Erik alles
Gute, Glück, Zufriedenheit,
Wohlergehen, eine lange
Ehe, und eben vieles mehr.
Und noch eins: Es ist eine
gute Entscheidung. "
Na endlich! Und da gibt es
eben kein copy paste.
Und hier mein Rezept für
kalte Herbsttage und noch
kältere Winterabende:
40
Bennis Bohnensuppe
Man nehme 200 g geräucherten rohen Speck, zwei
große Zwiebeln, zwei Esslöffel neutrales Pflanzenöl,
zwei große Dosen weiße Bohnen mit Suppengemüse (!),
eine kleine Flasche Tomatenketchup, zwei Becher saure
Sahne, einen halben Liter Rotwein, einen Bouillon
Würfel, ein Lorbeerblatt, Zucker, Salz, Pfeffer, Paprika
edelsüß, Zitronensaft, Thymian, Majoran, Bohnenkraut, vier bis sechs geräucherte Würstchen, am besten
so genannte Debreziner.
Speck in feine Würfel schneiden, die Zwiebeln schälen
und etwas größer würfeln. In einem großen Topf das
Öl erhitzen und die Speckwürfel auslassen und anbraten. Die Zwiebelwürfel zugeben und glasig dünsten.
Bohnen, Ketchup, saure Sahne, Rotwein, den Bouillon-Würfel und das Lorbeerblatt dazu geben, mit Zucker, Salz, Pfeffer, Paprika, einem Schuss Zitronensaft,
Thymian, Majoran und Bohnenkraut abschmecken,
der Eintopf soll süß-sauer sein. Aufkochen und dann
auf kleinster Stufe zugedeckt ziehen lassen – je länger,
desto besser, aber Vorsicht, er setzt gern am Topfboden
an (ist mir schon mehrmals passiert), also öfter einmal
umrühren. In den letzten 30 Minuten die Würstchen,
in 1 cm dicke Scheiben geschnitten, hinzugeben und
mit köcheln lassen. Meine Bohnensuppe schmeckt am
nächsten Tag aufgewärmt am besten. Dazu reicht
man frisches Brot und einen guten Rotwein.
Also: Beim nächsten Mal in Berlin gibt es Bennis
Bohnensuppe!
41
T
ruthahn mit White Russian
Man kaufe einen Truthahn von 5 Kilo (für mindestens 6
Personen), dazu Salz, Pfeffer, Oliven, Öl und Speckstreifen.
Zutaten für den White Russian gibt es in jedem gut geführten
Haushalt (siehe Bild), Zigarren sind allerdings frisch zu kaufen
und im Humidor zu lagern.
Zuerst gute Freunde einladen
und White Russian vorbereiten. Auf die Zubereitung
von White Russian wird im
Folgenden nicht eingegangen. Selbst im fortgeschrittenen Alter gehört die in den
Genen verankerter und in der
Jugend stätig geübte Fähigkeit längst zu jeder gefestigten Persönlichkeit.
Truthahn mit Speckstreifen belegen, schnüren, salzen,
pfeffern und etwas Olivenöl dazugeben. Ofen auf 200 Grad
einstellen. Dann Freunden und sich selbst ein White Russian
einschenken und auf gutes
Gelingen trinken. Anschließend den Truthahn auf einem Backblech in den Ofen
schieben. Zur Sicherheit und
in Vorahnung des Verlaufs
des weiteren Abends werden
entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
Nun schenke man sich und seinen Freunden zwei schnelle
Gläser White Russian ein und trinke wieder auf gutes Gelingen. Den Thermostat nach
20 Min. auf 250 Grad stellen,
damit es ordentlich brummt.
Zeit für die Zigarren! Wer gut
drauf ist sollte versuchen, die
Zigarre im Mund im Winkel
zu rauchen, der der Temperatur des Ofens entspricht.
42
Danach schenkt man sich
drei weitere Whisky ein.
Nach halm Schdude offnen,
wenden und den Braten
ueberwachn. Die Wodkerflasche ergreiff unn sich eins
hinner die Binde kipp. Nun
soll Stimmung und der Vojel
am brodeln sein. Vojel is noch da aba de Helme sind wegjeflojen. Jut das de Intaflugpilot da is.
Nach ‚ner weitern albernen
Schunnde langsam bis zzum
Ofen hinschlenderen uhd
die Trute rumwenden. Drauf
achtn, sisch nitt die Hand zu
vabrennn an di Schaisss-Ohfnduer. Sisch waidere ffuenff
odda siehm Wixki innen
Glas sisch unn dann unn
so. Di Drute weehrent drrai
Schunn‘nt (iss auch egal)
waiderbraan un all ssehn Minud‘n pinkeln. Wenn ueerntwi
mochlisch, ssum Trathuhn hinkrieschn unn den Ohwn aus‘m
Viech ziehn. Nommal ein Schlugg geneemign un anschliesnt
wida fasuchen, das Biest rauszukriegn.
Den fadammt‘n Vogel vom
Bodn aufflasen unn uff ner
Bladde hinrichten. Uffbasse,
dass nitt Ausrutschn auff ‘m
schaissffettichn Kuechnbodn
vi da Erik. Wenn sisch drossdem nitt fameidn fasuhn
wida aufssuschicht nodersohahahaisallesja eeeehscheissegaaal!!!!!!
Und dann:
Ein wenig schlafen.
Genießen:
Am nächsten Tag den Truthahn mit Mayonnaise und Aspirin
kalt essen. Viel Spaß beim Nachkochen! ... und Freunde
nicht vergessen.
43
C
ollactea* Bodenengenis Mea
Ein Hauch von Verzweiflung streift durch den Sommerwald.
Objekte werden in die Hand genommen.
Bedächtiges Kopfwiegen.
Genaues Betrachten.
Sie werden langsam wieder auf den Tisch gestellt.
Eine Entscheidung muss her.
Eine Entscheidung ist eine bewusste Wahl zwischen Alternativen oder zwischen mehreren unterschiedlichen Varianten anhand bestimmter Präferenzen
von einem oder mehreren Entscheidungsträgern. http://de.wikipedia.org/wiki/
Entscheidung
Sommer 2004
Ilona lädt uns – Jana, Tom, Samira und Katja – ins abgeschiedene Waldhaus nach Bodenengern ein. Was für eine Freude.
Was für eine Kraftoase für ausgepowerte Powerweibchen.
Deutschland schwitzt in diesem heißen Sommer und wir
sitzen im Kühlen und essen und reden und lernen uns besser
kennen und essen.
Ausgedehnte Frühstücke, Zweitfrühstücke, Mittagessen,
Zwischenmahlzeiten und Fleischevents am Schwenkgrill
hinterlassen ungerechterweise nur Spuren an meinen Hüften.
Aber das nur nebenbei.
In diesen wunderbaren Sommertagen inklusive Kräfterückkehr, Ohne-Strom-Leben und Einsamkeit ereignete es sich,
dass ich einen imposanten Einblick in Ilonas Entscheidungsfreudigkeit bekam.
Mit beunruhigter Leidenschaft nämlich widmete sich Ilona
eines Frühstücks der Frage, welchen Joghurt sie zu sich nehmen sollte. Aprikose? Aber wir hatten doch gestern frische
Aprikosen!!! Nein, Aprikose ging nicht. Ganz unmöglich.
Neuer Fokus: Heidelbeere. Gut. Heidelbeere. Heidelbeere
ist gut. Erleichterung.
Aber Moment! Passt Heidelbeere zu den Johannisbeeren
auf dem Quarkölteilg-Kuchen (selbigen lernte ich in Bodenengern kennen und schätzen), für den sich Ilona den Herd
reserviert hatte?
44
Doch lieber Aprikose… Doch was ist mit
den guten Gründen, die dagegen sprachen?
„Ilona“, versuchten wir zu trösten, „Ilona
wir haben noch Vanille.“ Schreckgeweitete
Augen. Mit der Vielfalt wuchs die Sorge.
Wie es ausgegangen ist, fragt Ihr Euch? Ich
weiß es nicht. Die Aufmerksamkeit wich der
Faszination. Und der Gewissheit, dass Ilona
gründlich is(s)t und sich ihre Entscheidungen
nicht leicht macht. Auf Ilona kann man sich verlassen.
Sie [die Entscheidung] kann spontan bzw. emotional, zufällig oder rational erfolgen. Ein rational begründeter Entscheid richtet sich nach bereits vorgängig
abgesteckten Zielen oder vorhandenen Wertmaßstäben. Der Entscheid wird
durch den oder die Entscheidungsträger nach objektiven und subjektiven Entscheidungskriterien getroffen. Wichtig für die Entscheidungsfindung sind die
antizipierten erwünschten und unerwünschten Folgen des Entscheids. Dem
Entscheid folgt dessen Umsetzung oder zumindest der Versuch hierzu, sonst
handelt es sich nicht um einen Entscheid, sondern nur um eine Gedankensimulation. http://de.wikipedia.org/wiki/Entscheidung
Liebe Ilona, lieber Erik – alles Gute und viel, viel Glück!
Die Eigenschaft, ohne Verzug zu entscheiden und dabei zu bleiben, wird mit
Entschiedenheit bezeichnet. http://de.wikipedia.org/wiki/Entscheidung
Apfel-Avocado-Speise
Leckeres zum Frühstück
Eine reife Avocado, ein Apfel, 250 g Joghurt, 2 El.
Speisekleie, eine halbe Zitrone
Die Avocado halbieren und beide Seiten gegeneinander drehen, um den Kern zu lösen. Das Fruchtfleisch
herauslösen und mit einer Gabel zerdrücken oder pürieren. Mit etwas Zitronensaft beträufeln. Den Apfel
grob reiben und zu der Avocado geben, gut vermengen.
Nun die Haferkleie und den Joghurt unterrühren.
* Collactea (lat.) steht für Milchschwester, Milchschwestern sind Kinder, die
nicht verwandt sind, die die gleiche Brust genossen oder ähnliche und innige
Verbindungen haben.
45
L
ieber Erik,
es muss nun einfach sein, irgendwann muss es raus, Du solltest es endlich wissen: Neben Dir gibt es noch einen anderen
Mann in Ilonas Leben! Fast jeden Mittag besucht sie ihn mit
ihren Mitverschworenen, nach ein paar Minuten kommt sie
wieder und es ist klar, was er ihr gegeben hat – ein Franzose
eben. Er selbst hingegen hält sich eher im Hintergrund und
wurde von noch niemandem wirklich gesehen. Auch seinen
richtigen Namen kennt keiner. Er, die ominöse Bekanntschaft
zur Mittagszeit, nennt sich nur: Monsieur Toche.
Chicken Bombay
(mit freundlicher Unterstützung von Monsieur Toche)
Zutaten: Reis, Hähnchenbrust, Paprikascheiben, Zwiebeln, Erbsen, Mini-Maiskölbchen, Wasser und Sahne
(bzw. Milch, gemischt zu gleichen Teilen), Kurkuma,
Curry, Salz und Pfeffer, Zucker, Ingwer, Koriander
(gemahlen), Zitronengras (gemahlen), Zitronensaft.
Öl und Mehl zum Abbinden.
Den Reis aufsetzen und gar kochen. Die Zwiebeln in
kleine Würfel schneiden und andünsten, dann die Paprikascheiben und Erbsen dazugeben und mitbraten.
Unter Rühren mit der Wasser-Sahne- (bzw. Milch-)
Mischung aufgießen. Dann die Gewürze sowie den
Zucker dazugeben und alles aufkochen. Parallel die
Hähnchenwürfel separat anbraten und mit in die
Soße geben. Zum Schluss noch einen Spritzer Zitronensaft dazu und mit einer Mischung aus Öl und Mehl
abbinden.
46
S
chokoladenwürfeln
Zutaten:
1 Paar große und gleiche Fausthandschuhe, 1 Schal (geeignet für alle Größen), 1 Mütze (dito), 1 x Messer u. Gabel, 2 Würfel + Becher + Bierdeckel
1 Tafel Schokolade (idealerweise eine Sorte, die allen schmeckt...)
Die Tafel Schokolade wird wie folgt zubereitet:
Mann oder Frau nehme ein Blatt Zeitungspapier, in welches
die Tafel Schokolade eingewickelt und als Päckchen verpackt
wird. In gleicher Weise verfährt Mann oder Frau noch mit
drei weiteren zu verarbeitenden Bögen Zeitungspapier.
Anschließend wird das Schokoladen-Päckchen noch mit
einem Paketband verschnürt, sofern dieses vorhanden ist.
Für das eigentliche Spiel
werden mindestens zwei
Mitspieler benötigt. Nach
oben hin ist die Teilnehmerzahl nicht begrenzt. Nacheinander würfeln die Mitspieler
mit beiden Würfeln im
Becher. Sobald 2 x 6 (6erPasch) gewürfelt wurde, ruft
er dieses laut aus und darf
anschließend beginnen, die
Schokolade auszupacken.
Bevor aber das Auspacken
begonnen werden darf, sind
nacheinander Handschuhe,
Mütze und Schal anzuziehen.
So angezogen, sind Messer
und Gabel als Hilfsmittel zum
Entblättern der Schokolade zu benutzen. Die Würfel gehen
unterdessen weiter im Kreis herum. Mann oder Frau darf
solange an der Schokolade naschen (sofern sie erfolgreich
ausgepackt wurde), bis der nächste 6er-Pasch gewürfelt wurde und der Vorgang an diese Person übergeben wird.
Ist die Tafel komplett verspeist, gilt derjenige als Sieger, der
am meisten gegessen hat.
Kalorien minimal => 0, Kalorien maximal => hängt von der Größe der Tafel ab
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Impressum
Susanne
(Kontakte und Koordination)
Klemens
(Fotobearbeitung)
Tom und Nils
(verantwortlich für Müdigkeitsattacken und
Durcheinanderbringen von Fotomaterial)
Jana
(schickmachen und zusammenbasteln)
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Kategorie
Seele and Geist
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