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Gentechfrei – so lange wie möglich

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Nr. 2639 vom 23. Oktober 2003
Gentechfrei – so lange wie möglich
In der Schweiz werden bald einmal strengere Kennzeichnungsregeln für GVO gelten. Doch welche
Auswirkungen dies haben wird und wie gentechfrei die Schweiz auch in Zukunft noch ist, darüber
gehen die Meinungen weit auseinander.
Seite 3
AKTUALITÄT
Nationalrat: Bauern trotz Verlusten
stark vertreten
AGRO-NEWS
6
Vier Bauernvertreter wurden abgewählt. Dennoch ist die
Landwirtschaft und ihr Umfeld im Nationalrat zahlenmässig stärker vertreten als nach den Wahlen vor vier
Jahren, dank bäuerlichem Zuzug während der letzten
Legislatur und drei neu gewählten Agronomen.
MORITZ
Zu spät – So ein Kürbis!
BEILAGEN
HINTERGRUND
Schwarze Wolken
über der Schweizer Zuckerproduktion 8
Die Zuckerrüben sind eine der ganz wenigen Kulturen,
denen der Hitzesommer 2003 nicht geschadet hat. Doch
langfristig sieht es für die Schweizer Zuckerrüben nicht
gut aus. Der Druck in der WTO auf die EU-Zuckerproduktion hat auch Folgen für die Schweiz.
MARKTRUNDSCHAU
Erste Fröste verknappen das Gemüseangebot
VERANSTALTUNGSKALENDER
vom 23. Oktober bis 9. Dezember 2003
INFO-GRAFIK
Bauernvertretung
nach rechts gerutscht
9
Redaktion: Markus Rediger (mr), Roland Wyss-Aerni (wy), Edith Moos-Nüssli (mo)
redaktion@lid.ch
Der Mediendienst erscheint wöchentlich;
Der Abdruck ist unter Angabe der Quelle frei;
Online-Archiv unter www.lid.ch,
Redaktionsschluss: Donnerstag, 9.00 Uhr
X
Nachrichten-Überblick
vom 16. bis 22. Oktober 2003
X
SCHWERPUNKT
3
Gentechfrei – so lange wie möglich
In der Schweiz werden bald einmal strengere
steht dort in den Artikeln 16 und 17 zur Warenflusstern-
Kennzeichnungsregeln für GVO gelten. Doch wel-
nung und zur Deklaration. Die konkreten Änderungen sind
che Auswirkungen dies haben wird und wie gen-
aber Sache der Lebensmittelverordnung, die im Zusam-
techfrei die Schweiz auch in Zukunft noch ist,
menhang mit dem Gentechnikgesetz im nächsten Jahr
darüber gehen die Meinungen weit auseinander.
sowieso revidiert wird. Mit der Publikation der beiden EUVerordnungen ist die genaue Vorgabe klar, der Startschuss
Von Roland Wyss-Aerni
für die Anpassung der gesetzlichen Grundlagen ist damit
Die Europäische Union hat am letzten Samstag zwei Verordnungen publiziert, die es in sich haben. Sie sind Teil des
Paradigmenwechsels, den die EU in den nächsten Jahren
vollziehen wird: Das faktische Gentech-Moratorium fällt,
die zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen
(GVO) werden aber unter eine verschärfte Deklarationspflicht gestellt. Neu muss beispielsweise Sojalecithin oder
Sojaöl gekennzeichnet werden, wenn es aus transgener
Soja hergestellt wurde. Dies obwohl das genveränderte
Erbmaterial im Sojalecithin oder im Sojaöl gar nicht mehr
gefallen.
Dass neu auch Produkte gekennzeichnet werden müssen,
in denen kein gentechnisch verändertes Erbmaterial nachgewiesen werden kann, wird Folgen haben. Welche, ist
aber unklar, es hängt davon ab, was die Konsumenten
wünschen. Verlangen die Europäer und die Schweizer auf
Biegen und Brechen gentechfreie Produkte? Oder werden
sie sich nach und nach daran gewöhnen, dass auf immer
mehr Produkten der Vermerk „kann GVO enthalten“
steht?
enthalten ist. Deklariert werden muss, sobald irgendwann
im Herstellungsprozess GVO zum Einsatz kamen. Eine
Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) begrüsst die
Ausnahme sind Fleisch, Eier und Milch von Tieren, die mit
Stossrichtung der EU. „Wir haben immer eine schärfere
GVO-haltigem Futter gefüttert wurden. Nicht deklariert
Deklaration gefordert“, sagt SKS-Präsidentin Simonetta
werden müssen auch Verunreinigungen unterhalb von
Sommaruga. Dabei gehe es nicht um einen etwas höheren
oder tieferen Grenzwert. Das Wichtigste sei die Wahlfrei-
einem Mengenanteil von 0,9 Prozent.
heit, und diese sei nur gewährleistet, wenn klar deklariert
Die beiden Verordnungen treten am 7. November in Kraft,
nach einer Übergangsperiode bis April 2004 muss das
System funktionieren. Funktionieren, dass heisst unter
anderem, dass bei Produkten, wo nichts deklariert wird,
werde und wenn eine Warenflusskontrolle vorhanden sei.
Letztere sei auch im Gentechnikgesetz verankert und man
könne nur hoffen, dass der Bundesrat diese auch ernst
nehme.
die GVO-Freiheit durch Rückverfolgbarkeit gewährleistet
sein muss: Für jede Produktionsstufe eines Produktes muss
Riesige Papierübung
schriftlich festgehalten sein, dass keine GVO eingesetzt
Weniger begeistert von den zu erwartenden Änderungen
wurden.
ist die Lebensmittelindustrie. „Wir machen gute Miene
Startschuss für Gesetzesänderungen
in der Schweiz
Die Schweiz wird die EU-Gesetzgebung irgendwann nachvollziehen müssen. Ab wann auch in der Schweiz schärfere
Kennzeichnungsregeln gelten sollen, ist aber noch unklar.
Das neue Gentechnikgesetz soll so bald wie möglich in
zum bösen Spiel“, meint Beat Hodler vom Schweizerischen
Verband der Lebensmittelindustrie (FIAL). Es sei fraglich,
wie zuverlässig die Rückverfolgbarkeit sei, wenn genverändertes Erbgut gar nicht mehr nachgewiesen werden
könne. Das Ganze gebe eine riesige Papierübung, die
letztlich vor allem die Produkte verteuere.
Kraft treten. „Der Bundesrat berücksichtigt übernationale
Sommaruga legt Wert darauf, dass eine Rückverfolgbarkeit
Empfehlungen sowie die Aussenhandelsbeziehungen“,
analog zur EU dann im Sinne der Konsumenten sei, wenn
Sämtliche Beiträge sind unter www.lid.ch zu finden.
LID-Mediendienst Nr. 2639 vom 23. Oktober 2003
SCHWERPUNKT
4
auch eine gute Kontrolle dazu vorhanden sei. Sie hält
len, bei der Soja hänge es von der Situation in Brasilien ab.
ferner fest, dass es nicht die Konsumentenorganisationen
Dort hat die Regierung entschieden, die in dieser Saison
seien, die immer mehr Bürokratie forderten, sondern dass
illegal angebaute GVO-Soja zu legalisieren.
den Konsumenten von der Industrie etwas aufgebrummt
werde, was sie gar nicht wollten.
Grossverteiler bereiten sich vor
Die Forderung der Konsumentenschützer – wer gen-
Unmittelbar auswirken wird sich die neue EU-Gesetzgebung auf Produkte, in denen Sojalecithin, Sojaöl, Maisstärke oder aus Maisstärke gewonnener Traubenzucker
enthalten ist (siehe Kasten). Werden also irgendwann in
der Schweiz alle Schokoladeprodukte, Backwaren und
andere Produkte mit dem Vermerk „kann GVO enthalten“
gekennzeichnet sein? Hodler von der FIAL vermutet, dass
es in der Schweiz bei der Trennung bleibe, dass also auch
weiterhin gentechfreie Produkte zu kaufen sein werden,
freilich zu höheren Preisen. Für den Rohstoff Mais kann er
sich eine Versorgung mit konventioneller Ware gut vorstel-
techfreie Nahrung will, soll sie auch erhalten – machen
sich auch die Grossverteiler zu eigen. Das Credo der
Migros lautet „GVO-frei so lange als möglich“, wie Stefan
Flückiger, verantwortlich für Agrarpolitik beim MigrosGenossenschafts-Bund, erklärt. Deshalb habe man von der
hauseigenen Industrie bei den Produkten, wo die gentechnische Veränderung nicht mehr nachgewiesen werden
kann, eine Bestandesaufnahme über Produktionsmittel
und Rohstoffe verlangt, die mit GVO in Berührung gekommen sein könnten. Wo die Rückverfolgbarkeit nicht
garantiert werden könne, wechsle die Migros entweder
den Lieferanten oder ersetze das Produkt, beispielsweise
Maisstärke durch Kartoffelstärke. Die neuen EU-
Neue Kennzeichnung
in der EU
Regelungen würden diese Bemühungen um Rückverfolgbarkeit und um grösstmögliche Transparenz jetzt vereinfa-
wy. In der EU müssen neu folgende Produkte, die aus
gentechnisch veränderten Organismen hergestellt sind,
deklariert werden: Cornflakes aus GVO-Mais, Brötchen mit
GVO-Sojaeiweiss oder GVO-Sojamehl, Öl aus GVO-Sojabohnen, Margarine aus GVO-Sojaöl, Öl aus GVO-Raps,
Glukose (Traubenzucker), Glukosesirup und andere Zutaten aus GVO-Maisstärke.
chen, sagt Flückiger.
Wie wird die Migros ihre Konsumenten informieren? Wird
man ab April 2004 im „Brückenbauer“ lesen können,
wenn beispielsweise importierte Schokolade mit einem
GVO-Vermerk im Regal steht? „Wir kommunizieren offen“, sagt Flückiger. Er hält aber fest, dass „GVO-frei“
auch hier das Ziel sei. Die Schokolade in der Migros stam-
Neu deklariert werden müssen beispielsweise auch Ket-
me entweder aus der konzerneigenen Chocolat Frey, wo
chup aus GVO-Tomaten, Pommes-Frites aus GVO-
man schon lange auf Sojalecithin aus konventioneller Soja
Kartoffeln, Zucker aus GVO-Zuckerrüben, Räucherlachs aus
setze oder von Lieferanten, die die Gentech-Freiheit mit
GVO-Lachs – sobald diese GVO zugelassen sind.
einem Zertifikat garantierten.
Deklariert werden müssen ferner Produkte, die einen gene-
Gentechfreies Futter ist keine Utopie
tisch veränderten Organismus darstellen – zum Beispiel
eine GVO-Tomate mit verlängerter Haltbarkeit, GVO-Chicorée, GVO-Mais, GVO-Kartoffel – oder enthalten – zum
Beispiel Joghurt mit GVO-Milchsäurebakterien, Käse mit
GVO-Schimmelpilzen, Weizenbier mit GVO-Hefe, Einzellereiweiss (Quorn) aus GVO-Pilzen. Bisher ist allerdings noch
keiner dieser GVO in der EU zugelassen.

Auch für die Futtermittel sollte es möglich sein, den wichtigsten Rohstoff Soja aus konventioneller Produktion zu
beschaffen, zumindest aus der Sicht von Paul Klemenz von
der Fenaco. „Die Schweiz wird immer irgendwo gentechfreie Futtermittel finden“, sagt er, gerade weil die
Schweiz ein so kleiner Markt sei. Er geht davon aus, dass
die grossen Mischfutterhersteller in Europa „vom ersten
Tag an“ deklarieren. Dazu komme, dass Brasilien ein
Sämtliche Beiträge sind unter www.lid.ch zu finden.
LID-Mediendienst Nr. 2639 vom 23. Oktober 2003
SCHWERPUNKT
5
grosses Land sei und der Sojaanbau im Norden immer
Monsanto im Norden gezielt Produzenten für die GVO-
noch gentechfrei, und auch in anderen Weltregionen
Sojaproduktion gewinnen könnte.
werde konventionelle Soja angebaut. Solange die Nachfrage da sei und ein guter Preis bezahlt werde, gebe es
auch eine gentechfreie Produktion. Klemenz kann sich
sogar vorstellen, dass in der Schweiz aus Kostengründen
nur auf einer Schiene gefahren werde und zwar auf der
gentechfreien. GVO-haltiges Futter aus Schweizer Produktion wäre dann dementsprechend gar nicht billiger als
konventionelles, weil die Produktion auf zwei Schienen
alles verteuern würde.
Rudolf Marti vom Verband Schweizerischer Futtermittelproduzenten ist weit skeptischer. Für ihn geht nicht nur der
Trend in Brasilien klar in Richtung Gentechsoja, er vermutet auch, dass die europäische Nachfrage nach gentechfreier Soja viel höher sein wird und die Schweiz deshalb Beschaffungsprobleme haben wird. „Der grösste
englische Nahrungsmittelkonzern Co-op hat kürzlich angekündigt, auf gentechfreie Nahrungsmittel zu setzen“, sagt
er dazu, und auch Carrefour werde wahrscheinlich nach-
Was die Situation in Brasilien angehe, herrsche im Mo-
ziehen. Das zeige den Trend auf. Marti rechnet im Gegen-
ment völlige Unklarheit, sagt Klemenz. Es sei auch nicht
satz zu Klemenz damit, dass die Schweiz nicht zuletzt
klar, wer dort das letzte Wort habe. Bis auf weiteres sei
wegen des neuen Grenzwertes von 0,9 Prozent (bisher
das aber „auch nicht so wichtig.“ Im Norden von Brasilien
waren es 3 Prozent) grosse Probleme haben werde, gen-
werde nicht so schnell die ganze Produktion auf GVO-Soja
techfreie Soja zu beschaffen.
umgestellt. Etwas anderes wäre es laut Kle menz, wenn
Probleme für die Label?
Dies würde heissen, dass bei verschiedenen Labelpro-
Noch heikler: Koexistenz
grammen die Richtlinien gelockert werden müssten. Etwa
wy. Das Nebeneinander von gentechnisch veränderten und
konventionellen Organismen ist im ganzen Warenfluss vor
allem eine Frage des Aufwandes und der Kosten. Im Anbau stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen
GVO-Pflanzen angebaut werden können, ohne dass die
konventionelle Produktion beeinträchtigt wird. Die EU
delegiert diese heikle Frage im Unterschied zu den Dekla-
beim M7-Programm der Migros und bei Coop-Naturaplan,
wo das Tierfutter frei von deklarationspflichtigen GVO sein
muss. Für Stefan Flückiger wäre es aber ein „absoluter
worst case“, wenn auf dem Markt nur noch deklarationspflichtiges Futter erhältlich wäre. Bevor dies geschehe,
werde man alle Hebel in Bewegung setzten, um konventionelles Futter zu beschaffen.
rations- und Warenflussvorschriften an ihre Mitgliedsstaa-
Was verschiedene Zusätze bei Futtermitteln und Lebens-
ten. EU-Agrarkommissar Franz Fischler ist der Meinung,
mitteln – Vitamine, Enzyme, Aminosäuren – angeht, ist die
dass die Koexistenz in der EU kein Problem sei. Kritischere
Industrie daran herauszufinden, wie die EU-Richtlinien
Positionen erhielten aber jüngst durch neue Forschungser-
interpretiert werden müssen und welche Stoffe neu kenn-
gebnisse Auftrieb.
zeichnungspflichtig werden. Laut Marti ist für die Futter-
In England hat eine Studie des Landwirtschaftsministeriums gezeigt dass Bienen den Pollen von GVO-Raps bis zu
25 Kilometer weit transportieren, viel weiter als bisher
angenommen. Ein Studie aus Schottland kam zum Ergebnis, das ein Feld, das nur ein einziges Mal mit GVO-Raps
bepflanzt wird, erst 16 Jahre später wieder für natürlichen
Raps verwendet werden kann. So lange besteht die Ansteckungsgefahr durch umliegende Wildpflanzen.

mittelindustrie das Problem der Zusatzstoffe, von denen
manche schon heute nur noch gentechnisch hergestellt
werden, „vermutlich gelöst“: Sie werden nicht deklariert
werden müssen. Probleme gebe es aber für die Lebensmittelherstellung, wo viele Zusatzstoffe verwendet werden,
die neu deklariert werden müssen.

Siehe auch: „GVO-freie Soja könnte zur Mangelware
werden – mit unabsehbaren Folgen“ im LID-Mediendienst
NR. 2637 vom 9. Oktober 2003
Sämtliche Beiträge sind unter www.lid.ch zu finden.
LID-Mediendienst Nr. 2639 vom 23. Oktober 2003
AKTUALITÄT
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Nationalrat: Bauern trotz Verlusten
stark vertreten
Vier Bauernvertreter wurden abgewählt. Den-
fluss der SVP-Bauern in der nun deutlich grösseren Frak-
noch ist die Landwirtschaft und ihr Umfeld im
tion sein wird, wird sich zeigen.
Nationalrat zahlenmässig stärker vertreten als
nach den Wahlen vor vier Jahren, dank bäuerlichem Zuzug während der letzten Legislatur und
drei neu gewählten Agronomen.
Der Rechtsrutsch wird noch verstärkt, weil die Linksparteien Bauern verloren haben. In der SP-Fraktion ist
Bündner Biobauer Andrea Hämmerle alleine. Bei den
Grünen konnten die Bauern die Vertretung verglichen mit
der Wahl von 1999 zwar halten. Gegenüber dem Ende
Von Edith Moos-Nüssli
der Legislatur ist die Vertretung aber kleiner: Den Sitz des
Vier bäuerliche Nationalräte wurden abgewählt, fünf
Bäuerinnen und Bauern traten nicht mehr zur Wahl an
und nur vier Bauern dürfen neu nach Bern. Erstmals
gewählt wurden Jakob Büchler (CVP/SG), Jean-René
Berner Ruedi Baumann hat eine Gemeinderätin erobert.
Biobäuerin Maya Graf und Biobauer und UniterreSekretär Fernand Cuche müssen sich ausserdem in einer
deutlich grösseren Fraktion behaupten.
Germanier (FDP/VS), Walter Müller (FDP/SG) und Guy
Parmelin (SVP/VD), abgewählt wurden Toni Eberhard
Die Mitte hat vor allem durch Rücktritte und Abwahlen
(CVP/SZ), Melchior Ehrler (CVP/AG), Jakob Freund
prominenter FDP-Agrarpolitiker verloren. John Dupraz ist
(SVP/AR) und Karl Tschuppert (FDP/LU). Dennoch ist die
der einzige bisherige FDP-Bauernvertreter. Der Genfer
Landwirtschaft und ihr Umfeld in der Grossen Kammer
erhält jedoch wieder Unterstützung aus St. Gallen und
mit 32 Personen vertreten, einer mehr als nach den
neu aus dem Wallis. Dagegen stellt die Waadtländer FDP
letzten Nationalratswahlen vor vier Jahren. Dafür sorgten
nach dem Rücktritt des ehemaligen Bauernverbandsprä-
der Zuzug von einer Bäuerin und zwei Bauern während
sidenten Marcel Sandoz keinen Bauernvertreter mehr.
der letzten Legislatur sowie die Wahl von Christophe
Die CVP-Bauern konnten ihre Vertretung zwar halten,
Darbellay (CVP/VS), Vize-Direktor im Bundesamt für
obwohl die Fraktion deutlich kleiner wird. Sie verloren
Landwirtschaft, von Ingenieur Agronom Pierre-François
mit Ehrler und Eberhard aber ebenfalls zwei Promis.
Veillon (SVP/VD) und von Agro-Techniker Markus Wäfler
Prominente Köpfe fehlen
(EDU/ZH), der bei Syngenta die Herbizid-Feldversuchsgruppe in der Schweiz leitet.
Wie gross die Lücke ist, welche die Zurückgetretenen und
Abgewählten hinterlassen, wird sich zeigen. Der abge-
Bauernvertretung ist nach rechts gerutscht
wählte Tschuppert und der zurückgetretene Sandoz
Innerhalb der einzelnen Parteien waren Bäuerinnen und
haben in den letzten Jahren die Landwirtschaftspolitik
Bauern unterschiedlich erfolgreich. Unter dem Strich ist
der FDP geprägt. Der frühere Bauernverbandsdirektor
die Bauernvertretung nach rechts gerutscht, in der Mitte
Ehrler hatte unter anderem als Kommissionssprecher in
fehlen prominente Köpfe. Nach rechts gerutscht, weil in
der Debatte der Agrarpolitik 2007 eine wichtige Rolle. Er
Zürich der Agro-Techniker Wäfler von der EDU gewählt
hat sich nach eigenen Angaben für Lösungen eingesetzt,
wurde und in der SVP-Fraktion neu 18 Personen aus der
die am Schluss tragfähig waren. „Das können aber ande-
Landwirtschaft und ihrem Umfeld sind, zwei mehr als
re“, meint er. Auch scheint er über seine Abwahl nicht
nach der letzten Wahl. Zu verdanken ist das der SVP
unglücklich. Er habe nie einen Hehl daraus gemacht,
Waadt, die eine rein bäuerliche Delegation stellt. Zu den
dass Nationalrat sein für ihn nicht das höchste aller
zwei wieder gewählten Landwirten gesellen sich neu ein
Gefühle sei. „Ich habe nun Zeit, das zu machen, was mir
Winzer und ein Ingenieur Agronom. Wie stark der Ein-
wirklich wichtig ist“, sagt er zu seiner Zukunft. Mit der
Sämtliche Beiträge sind unter www.lid.ch zu finden.
LID-Mediendienst Nr. 2639 vom 23. Oktober 2003
AKTUALITÄT
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Landwirtschaft bleibt er als Präsident des Verbandes
Bauern wählen Bauern – oder auch nicht
schweizerischer Gemüseproduzenten verbunden.
Trotz der starken Vertretung der Landwirtschaft in Bern,
Stallgeruch hilft kaum noch zur Wahl, ausser im Kanton
Diese Bäuerinnen und
Bauern gehen nach Bern
mo. Folgende Personen aus der Landwirtschaft und
ihrem Umfeld wurden am 19. Oktober in den Nationalrat
St. Gallen. Von zwölf Nationalrätinnen und Nationalräten
ist dort ein Drittel Bauern, bei fünf Prozent bäuerlicher
Bevölkerung. Diszipliniertem Stimmverhalten, Solidarität
und einer absolut einmaligen Mobilisierung über die
Parteien hinweg, schreibt FDP-Präsident Andreas Zeller
laut der Nachrichtenagentur SDA den Bauernerfolg zu.
gewählt:
Zeller selber musste mit 112 Stimmen Rückstand LandSVP: Max Binder (ZH, bisher), Landwirt; Ueli Maurer (ZH,
wirt Müller den Vortritt lassen.
bisher), Sekretär Zürcher Bauernverband; Ernst Schibli
(ZH, bisher), Landwirt; Fritz Abraham Oehrli (BE, bisher),
Bergbauer; Walter Schmied (BE, bisher), Ingenieur Agronom; Hermann Weyeneth (BE, bisher), Landwirt; Josef
Kunz (LU, bisher), Landwirt; Marcel Scherer (ZG, bisher),
Landwirt; Elmar Bigger (SG, bisher), Landwirt; Toni Brunner (SG, bisher), Landwirt; Theophil Pfister (SG, bisher),
Informatiker, Landwirtschafts-Fachlehrer; Hansjörg Hassler (GR, bisher), Landwirt; Walter Glur (AG, bisher),
Landwirt; Hansjörg Walter (TG, bisher), Landwirt, Präsident Schweizerischer Bauernverband; André Bugnon (VD,
bisher), Winzer und Landwirt; Jean Fattebert (VD, bisher),
Landwirt; Guy Parmelin (VD, neu), Landwirt und Winzer,
Pierre-François Veillon (VD, neu), Ingenieur Agronom.
Gerade umgekehrt ist es im Kanton Schwyz. Dort rückte
bei diesen Wahlen die Partei in den Vordergrund: Auf
dem Land wurden viele unveränderte SVP-Listen eingelegt, mit Konsequenzen für Landwirt Toni Eberhard. Sein
Parteikollege, Rechtsanwalt Reto Wehrli, sicherte sich mit
13 Stimmen Vorsprung das Ticket nach Bern. „Früher
haben Bauern immer über die Parteigrenzen hinweg die
bäuerlichen Kandidaten unterstützt“, meint Eberhard
gegenüber dem LID. Er hatte mit seinem Nachbarn eine
Tierhaltergemeinschaft gegründet, um Freiraum für sein
politisches Engagement zu haben.
Nicht nur Abgewählte sind auf Jobsuche
Nun muss er sich neu orientieren. Nach seiner Abwahl
CVP: Franz Brun (LU, bisher), Landwirt; Josef Leu (LU,
kommt Eberhard wohl definitiv nicht mehr in Frage als
bisher), Landwirt, Ing. HTL; Elvira Bader (SO, bisher),
Nachfolger von Josef Kühne als Präsident der Dachorga-
Bäuerin; Jakob Büchler (SG, neu), Landwirt; Christophe
nisation der Schweizer Milchproduzenten. Er sucht nach
Darbellay (VS, neu), Ingenieur Agronom, Vizedirektor im
eigenen Angaben zu seinem Engagement in der Tierhal-
Bundesamt für Landwirtschaft; Maurice Chevrier (VS,
tergemeinschaft eine 50-Prozent-Stelle. Weiter arbeiten
bisher), Anwalt, Präsident Walliser Milchverband.
will auch Karl Tschuppert, der vor drei Jahren seinen Hof
FDP: Walter Müller (SG, neu), Landwirt; John Dupraz
einer Tochter und ihrem Mann übergeben. hat.
(GE, bisher), Landwirt; Jean-René Germanier (VS, neu),
Auf Jobsuche sind aber nicht nur Abgewählte, sondern
Oenologe und Winzer.
auch der neu gewählte Christophe Darbellay. Er hat mit
Liberale: Serge Beck (VD, bisher), Landwirt.
Bundesrat Joseph Deiss ausgemacht, dass er seine Stelle
als BLW-Vizedirektor bei einem Wahlerfolg aufgeben
SP: Andrea Hämmerle (GR, bisher), Biobauer.
Grüne: Maya Graf (BL, bisher), Sozialarbeiterin und
Bäuerin; Fernand Cuche (NE, bisher), Landwirt.
EDU: Markus Wäfler (ZH, neu), Agro-Techniker.
wird. Wo er in Zukunft sein Geld verdiene, sei offen. Es
könne inner- oder ausserhalb der Landwirtschaft sein. 
Zum Vergleich: „Wähler schicken erneut 31 Bauernvertreter in den Nationalrat“ im LID-Mediendienst Nr. 2437
vom 28. Oktober 1999.
Sämtliche Beiträge sind unter www.lid.ch zu finden.
LID-Mediendienst Nr. 2639 vom 23. Oktober 2003
HINTERGRUND
8
Schwarze Wolken
über der Schweizer Zuckerproduktion
wy. Die Zuckerrüben sind eine der ganz wenigen
Importdruck stehen wird wie die Zuckerproduktion. Für die
Kulturen, denen der Hitzesommer 2003 nicht ge-
Produzenten würde eine volle Umstellung gar nichts brin-
schadet hat. Doch langfristig sieht es für die
gen, die Ethanolproduktion würde noch tiefere Zuckerrü-
Schweizer Zuckerrüben nicht gut aus. Der Druck in
benpreise bedeuten.
der WTO auf die EU-Zuckerproduktion hat auch
Folgen für die Schweiz.
Frühestens ändern wird sich ab 2007 etwas, wenn die
nächste WTO-Runde in Kraft tritt und später einmal auch
„Heute kommen 80 Prozent des verkauften Zuckers aus
die revidierte EU-Zuckermarktordnung. Bei letzterer sei
der Schweiz, aber die Zuckerproduktion ist nicht mehr
aber noch unklar, wie sie schliesslich aussehen könnte und
rentabel, weil der Zuckerpreis auf einem Tiefpunkt ist. Die
wie sie sich letztlich auf die Schweiz auswirken würde,
Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld planen deshalb
sagt Arnold.
eine radikale Abkehr vom Zucker und wollen künftig Bioethanol produzieren.“ Mit diesen Worten leitete das West-
Kampagne zufrieden stellend
schweizer Fernsehen am letzten Donnerstag einen Beitrag
Die aktuelle Zuckerkampagne verläuft laut Arnold zufrie-
im „Téléjournal“ ein. Weil mit dem internationalen Druck
den stellend. Die Zuckerrüben haben fast als einzige Kultur
durch die Welthandelsorganisation WTO und der zu erwar-
nicht unter dem Hitzesommer gelitten und die Menge liegt
tenden Reform der EU-Zuckerordnung die Zuckerprodukti-
leicht über dem langjährigen Durchschnitt. In den ersten
on in der Schweiz bald keinen Sinn mehr mache, würden
drei Kampagnenwochen wurden mehr als 300’000 Tonnen
die Zuckerfabriken auf Ethanol umstellen, hiess es weiter.
abgeliefert, ein Viertel der erwarteten Rübenmenge.

Schwarze Wolken am Horizont
Steht die Zuckerproduktion in der Schweiz also kurz vor
Biozucker am Limit
dem Kollaps? Ganz so heiss, wie die Suppe im West-
wy. Die Zuckerfabrik Frauenfeld hat zum Auftakt der Rü-
schweizer Fernsehen gekocht wurde, wird sie nicht geges-
benverarbeitung aus 18’300 Tonnen Biorüben 2’600
sen: Josef Arnold, Direktor der Zuckerfabriken Aarberg und
Tonnen Biozucker gewonnen. Damit wurde die Zielmarke
Frauenfeld (ZAF), sieht zwar „schwarze Wolken für den
von 2’000 Tonnen erstmals übertroffen. Zu der grossen
Schweizer Zucker“. Wenn der Zuckerpreis weiterhin sinke
Zuckermenge führte ein hoher Zuckergehalt von fast 20
und auch weiterhin gemäss WTO Zölle und Marktstützun-
Prozent.
gen abgebaut würden, dann brauche es irgendein Gegenmittel – konkret Direktzahlungen – damit die Zuckerproduktion langfristig in der Schweiz aufrechterhalten werden
könne. Deshalb befasse man sich bereits jetzt mit allen
Mit dem Biozucker habe man auf den Absatzmärkten
Mühe, meint Zuckerfabrik-Direktor Josef Arnold. Der Biozucker aus Südamerika sei billiger. Er sei qualitativ zwar
nicht so gut wie der Schweizer Biozucker, aber für viele
möglichen Szenarien.
Verwendungszwecke spiele dies keine Rolle. Aus diesem
Die Bioethanolproduktion, die man zusammen mit Alco-
Grund werde man im nächsten Jahr die produzierte Zu-
suisse und dem Bauernverband prüfe, sei aber eher eine
ckermenge reduzieren, maximal auf die Hälfte. Die Schwei-
Ergänzung, um neben der Zuckerproduktion die Werke voll
zer Biobauern werden davon kaum betroffen sein. 90
auslasten zu können, stellt Arnold klar. Eine volle Umstel-
Prozent der Biorüben stammten nämlich dieses Jahr aus
lung von Zucker auf Ethanol sei hingegen nicht realistisch.
Süddeutschland.
Dies nur schon, weil die Ethanolproduktion genauso unter
Sämtliche Beiträge sind unter www.lid.ch zu finden.
LID-Mediendienst Nr. 2639 vom 23. Oktober 2003

INFO-GRAFIK
9
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LID-Mediendienst Nr. 2639 vom 23. Oktober 2003
AGRO-NEWS
10
Folgende Agro-News hat der LID
in der letzten Woche auf www.lid.ch veröffentlicht:
Donnerstag, 16. Oktober
Dienstag, 21. Oktober
Sommerhitze führte zu guter Weizenqualität
Anuga: Tête de Moine mit Einweg-Girolle als Renner
Fremde Pflanzen gefährden Schweizer Ökosystem
Gentechfrei-Initiative zustandegekommen
Berner Regierung will lockerere Raumplanung
EU: Zulassungsstopp für GVO
soll nicht verlängert werden
Saatgutbanken als Mittel gegen Armut und Hunger
Getreidehandelskandal in der EU
Symposium von DEZA und BLW
unterstreicht Bedeutung des Wassers
Neue EU-Richtlinie zum Verbot
von Wachstumshormonen in Rinderviehhaltung
Neue WTO-Verhandlungen gefordert –
USA wollen bilaterale Abkommen
Mittwoch, 22. Oktober
WTO-Verhandlungen in Genf
Reorganisation des Käsemarketings unter Dach
Freitag, 17. Oktober
Schweizer Bauern helfen Kollegen aus der Ukraine
Berner Molkereien gründen regionales Milchlabel
Sommaruga: Sparkurs der SVP
würde Landwirtschaft treffen
Nidwalden sagt ja zum gemeinsamen Veterinärdienst
EU-Kommission will noch dieses Jahr Genfood zulassen
Gemüsezubereitung in der Mikrowelle
ist weniger gesund als im Wasser
Doha-Runde wird erst im Dezember fortgesetzt
Italien: Teigwarenhersteller melden einen Exportrekord
EU genehmigt Budget
für die Bekämpfung von Tierseuchen
Korsika meldet seinen ersten BSE-Fall
Montag, 20. Oktober
Nationalrat: Bauern trotz Verlusten stärker als bisher
385'000 Besucherinnen und Besucher an der 61. OLMA
Sonnenblumen: Mehr Kerne geerntet als erwartet
Die Agro-News finden Sie tagesaktuell unter www.lid.ch
oder unter www.landwirtschaft.ch. Dort können Sie auch
den Agro-Newsletter abonnieren, mit dem wir Sie an
Gensaaten sind negativ für die Umwelt
Gentechnik-Gesetz kommt in das deutsche Kabinett
jedem Arbeitstag kostenlos bedienen.
Bush will Freihandelsabkommen mit Australien
Sämtliche Beiträge sind unter www.lid.ch zu finden.
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CARTOON
11
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Marktrundschau
Erste Fröste verknappen das Gemüseangebot
mo. Vor allem in der Ostschweiz, im Raum Zürich und im Aargau hat die Gemüseproduktion im Freiland unter
den Frösten gelitten. Schlecht auf kalte Temperaturen reagieren zum Beispiel die festen Köpfe des Eisbergsalates,
weil bei diesem knackigen Salat zwischen den eng zusammen liegenden Blättern die isolierende Luftschicht fehlt.
Das Angebot sinkt deshalb im Vergleich zur Vorwoche um ein Drittel auf 250 Tonnen. Auch für andere Salatarten
endet die Freilandsaison in den nächsten Wochen. Die Sommervertreter Kopfsalat, Lollo und Eichenlaubsalat
werden in den nächsten Wochen vermehrt aus dem Gewächshaus oder dem Folientunnel kommen. Weiterhin aus
dem Freiland kommen die Herbstarten Endivie, Chinakohl und Cicorino rot. Von letzterem ist das Angebot zurzeit
gross.
Neben verschiedenen Salatarten ertragen auch die Bohnen tiefe Temperaturen schlecht. Für dieses typische Sommergemüse steht das Saisonende deshalb vor der Türe. Das kalte Wetter bremst ausserdem das Wachstum der
verschiedenen Kohlarten. Zu spüren ist das vorerst beim Broccoli. Hier ist das Inlandangebot knapp, zumal dieses
Sommergemüse bei den Konsumentinnen und Konsumenten im Winter Hochsaison hat.
Reichhaltiges Apfel- und Birnenangebot
Den Äpfeln und Birnen machen die kühlen Temperaturen nichts aus, sie sind zum grössten Teil gepflückt. Und
hier ist die Auswahl in den Herbstmonaten am breitesten. Neben den Lagersorten wie Golden Delicious, Gala
oder Maigold gibt es direkt beim Produzenten oder auf Wochenmärkten auch viele Herbstsorten wie Cox Orange,
die nur beschränkt haltbar sind, und Apfelsorten, die nur von wenigen Produzenten angebaut werden. Dort findet man alte Sorten wie Berner Rosen und Goldparmäne, aber auch den aromatischen Elstar, der vor Jahren als
Topsorte galt, in den letzten Jahren jedoch bei den Grossverteilern in Ungnade gefallen ist, weil er nicht so fest
und knackig ist wie Gala. Anders in Deutschland: Dort ist Elstar die beliebteste Apfelsorte. Auf Märkten und bei
Produzenten ist auch die Chance am grössten, die neuen schorfresistenten Sorten wie Topaz, Florina und Rubinola zu finden. Sie werden vor allem von Biobauern gepflanzt. Bei den Birnen findet man neben den drei Hauptsorten Gute Luise, Conférence und Kaiser Alexander auf den Wochenmärkten auch Sorten wie Général Leclerc oder
Doyenne du Comice.
Saison für frischen Süssmost
Ebenfalls auf den Herbst beschränkt sich das Angebot an „Obstsaft frisch ab Presse“. Das Spezielle an diesem
Saft ist, dass man das trinkt, was von der Presse kommt, also auch das Wasser, das in den Äpfeln war. Das Wasser im ganzjährig erhältlichen Apfelsaft dagegen stammt aus der Quelle. Wie beim Orangensaft wird der Apfelsaft grösstenteils konzentriert, damit er weniger Lagervolumen braucht. Zum Abfüllen wird das Konzentrat mit
Wasser rückverdünnt. Eine Ausnahme bildete der Bioapfelsaft, hier verbieten die Richtlinien das Rückverdünnen.
Frisch gepresster Süssmost ist ungefiltert und deshalb trüb und ockerfarben. Im Unterschied zum Apfelsaft, der
das ganze Jahr über gleich schmeckt, kann der Geschmack beim frischen Süssmost stark variieren, je nach Sorten, die gemostet wurden. Variabel ist auch Birnenanteil, während er beim Apfelsaft maximal zehn Prozent
betragen darf. In der Schweiz wird jeder sechste Liter Süssmost frisch ab Presse getrunken.
Sämtliche Beiträge sind unter www.lid.ch zu finden.
LID-Mediendienst Nr. 2639 vom 23. Oktober 2003
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Veranstaltungskalender LID
Bern, 23. Oktober 2003
Oktober 2003
Do 23.10. –
So 26.10.
Les Rousses (F)
2. Olympiade der Bergkäse
www.caseusmontanus.com
Sa 25.10. –
So 2.11.
Messehalle 2, Basel
Basler Weinmesse
www.weinweb.ch
So 26.11. 14.00
Käserei Oberhünigen
Abschluss-Apéro Cheese-Festival
info@aemmitaler-ruschtig.ch
Mo 27.10. 10.30
Andres-Hermes-Akademie, Bonn
„Der EU-Beschluss zur Entkopplung und die nationale
Umsetzung – Fakten, Hintergründe und Positionen“
Di 28.10. 8.30
Hochschule Wädenswil
„Rückverfolgbarkeit in der Lebensmittelbranche: Anforderungen
– Lösungen – Erfahrungen“ 6. Wädenswiler Q-Forum
www.hsw.ch
Do 30.10. 9.45
Rest. Galaxy, Bern
Landwirtschaftskammer SBV
www.bauernverband.ch
Fr 31.10. 12.00
Kongresshaus, Zürich
„Globalisierung und nachhaltige Entwicklung“
Tagung von Buwal und World Economic Forum
www.umwelt-schweiz.ch
www.andreas-hermes-akademie.de
November 2003
Mi/Do 5./6.11.
Hotel President World Trade Center,
Brüssel
„European Food Supply Chains ’03“
Konferenz des Ethical Corporation Magazine
www.ethicalcorp.com/food
Do/Fr 6./7.11.
Clarion Hotel, Göttingen
„Wie geht’s weiter – WTO-Agrarpolitik zwischen Liberalisierung
und globaler Gerechtigkeit“ Tagung Agrarsoziale Gesellschaft
www.asg-goe.de
Fr 7.11. 10.00
Strickhof Wülflingen ZH
„EU-Osterweiterung: Ein einziger Markt vom Atlantik bis zum
Mittelmeer“, Svial-Tagung
www.svial.ch
Di 11.11. –
Sa 15.11.
Messegelände, Hannover
Agritechnica, Internationale Messe für Landtechnik
www.agritechnica.de
Mi 12.11.
Kongresshaus, Zürich
„Ist die Fleischwirtschaft wettbewerbsfähig“
Fleischfachtagung der Schweizer Fleischbranche
www.metzgerei.ch
Do 13.11.
ganze Schweiz
Tag der Pausenmilch
www.swissmilk.ch
Do/Fr 13./14.11.
Benediktinerabtei Plankstetten D
neu-LAND-kirche, Symposium über die Zukunft von Land und
Kirche, Katholische Landvolkbewegung Deutschlands
www.kljb.org
Sa/So 15./16.11.
Beckenried
Nidwaldner Alpchäs Märcht
www.alpchaes.ch
Mo 17.11. 10.15
Kongresshaus, Zürich
Delegiertenversammlung Schweizer Braunviehzuchtverband
www.braunvieh.ch
Di 18.11. 10.00
Messe Luzern, Luzern
Produzententagung Coop Naturaplan Porc
Do 20.11. 9.00
FiBL, Frick AG
„Mutterkuhhaltung im Biolandbau“ FiBL-Weiterbildungskurs
www.fibl.org
MO 24.11. 9.00
Hotel Ambassador, Bern
„Wollen wir einen liberalisierten Agrarhandel Schweiz – EU?“
Swisscofel-Tagung
www.swisscofel.ch
Mi 26.11. 9.00
OLMA-Halle 9.2, St.Gallen
„Zukunft Bergwald“, Perspektiven der Holzwertschöpfungskette
aus der Sicht der Neuen Regionalpolitik, Tagung
Tel. 071 224 25 44
Do 27.11. 10.00
Kursaal, Bern
Delegiertenversammlung Schweizerischer Bauernverband
www.bauernverband.ch
Dezember 2003
Mi 3.12. 12.00
Gustav-Stresemann-Institut, Bonn
„Nährstoff- und Energiemanagement in der Landwirtschaft –
Herausforderungen für nachhaltiges Handeln“
www.dlg.org
Do 4.12.
Vianco Arena, Brunegg AG
Winterzuchtstiermarkt für Fleischrinder
www.svamh.ch
Fr 5.12.
Espace Gruyère, Bulle
Junior Bulle Expo
www.espace-gruyere.ch
Di 9.12. 9.30
Kursaal, Bern
Delegiertenversammlung Schweizerischer Fleckviehzuchtverband
www.fleckvieh.ch
Neue Veranstaltungen sind grau hinterlegt.
Besuchen Sie auch Agroevent auf www.lid.ch Dort finde Sie zusätzlich Informationen zu den Veranstaltungen sowie weitere Veranstaltungshinweise. Auf Agroevent können Sie auch Ihre eigenen Veranstaltungen eintragen.
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Seele and Geist
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