close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Infektionsschutz – gewusst wie! - Hamburg

EinbettenHerunterladen
www.schildkroeten-farm.de
www.schildkroeten-farm.de
©
©
Virushepatitis
Vorsicht Hepatitis!
/ PIXELIO
Hepatitis und ihre Erreger
Verbreitung der Krankheit
© www.torontoliver.ca
Hepatitis ist eine Entzündung der Leber (griech. Hepar = Leber). Entzündliche Leberschädigungen können z. B. durch Alkohol oder Medikamente ausgelöst werden oder eine mögliche
Begleiterscheinung verschiedenster Krankheitsbilder sein. Die
Virushepatitis wird am häufigsten durch Hepatitis-A-, HepatitisB- und Hepatitis-C-Viren verursacht, seltener durch andere Viren.
Hepatitis-B-Virus
Hepatitis A, B und C sind weltweit verbreitet. Die Hepatitis A tritt insbesondere in Entwicklungsländern
mit niedrigem Hygienestandard auf und wird auch als „Reisehepatitis“ bezeichnet. Weltweit haben nach
Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) etwa 2 Mrd. Menschen eine Hepatitis B durchgemacht, und ca. 5 - 7 % der Weltbevölkerung sind chronisch
mit Hepatitis-B-Viren infiziert. In Europa beobachtet man
regionale Unterschiede. Die chronische Hepatitis B ist in
Süd- und Osteuropa deutlich stärker verbreitet als in Nordwesteuropa. In Deutschland sind etwa 300.000 bis 650.000
Menschen chronische Hepatitis-B-Virusträger. In Afrika und
der Region des Westpazifik besteht eine hohe Verbreitung
chronisch mit Hepatitis-C-Viren infizierter Menschen. In
Europa leben schätzungsweise 2-5 Millionen chronischer
Hepatitis-C-Virusträger.
Hoch > 8 %
Infektionswege
Mittel 2 % - 7 %
Gering < 2 %
Das Hepatitis-A-Virus wird am häufigsten durch verunreinigte Lebensmittel wie Speiseeis, Obst,
mit Fäkalien gedüngter Salat, Muscheln und andere Schalentiere übertragen. Auch Trinkwasser
oder Badewasser sind häufige Infektionsquellen. Ein weiterer Übertragungsweg sind Kontaktoder Schmierinfektionen (fäkal-oral) direkt von Mensch zu Mensch (z. B. im Haushalt oder Kindergarten), aber auch vor allem durch Männer, die gleichgeschlechtliche Sexualkontakte haben
(MSM). Eine Übertragung durch Blut und Blutprodukte (auch mehrmalig genutzte Spritzenbestecke bei Drogenabhängigen) in der Phase, in der die Viren im Blut nachweisbar sind, wurde beschrieben.
Das Hepatitis-B-Virus wird sowohl durch Sexualkontakte als auch durch Blut übertragen. Eine Virusübertragung ist auch unter der Geburt von der Mutter auf das Kind möglich. Die Hepatitis B ist
sehr ansteckend, sie kann bereits durch kleinste Blutmengen übertragen werden. Das Virus ist
praktisch in allen Körperflüssigkeiten nachweisbar. Eine mögliche Infektionsquelle ist die gemeinsame Nutzung von Spritzen und Kanülen durch Drogenabhängige. Auch kann es z. B. bei entsprechender Viruszahl durch gemeinsames Benutzen von Geschirr, Nagelscheren, Zahnbürsten
oder auch durch Küssen zu einer Übertragung kommen.
Das Hepatitis-C-Virus wird fast ausschließlich durch Blut übertragen. Eine sexuelle Übertragung
kann für Hepatitis-C-Viren nicht ausgeschlossen werden. Die bisher durchgeführten Studien weisen aber darauf hin, dass das Übertragungsrisiko im Allgemeinen gering ist. In bestimmten Betroffenengruppen bzw. bei bestimmten Sexualpraktiken scheint jedoch ein relevantes sexuelles
Übertragungsrisiko zu existieren, z. B. bei Männern mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten.
Das Risiko einer Übertragung unter der Geburt von der Mutter auf das Kind ist deutlich geringer
als bei der Hepatitis B.
Eine Virusübertragung über das Stillen ist nach derzeitiger Datenlage unwahrscheinlich.
Beruflich bedingte Hepatitis B oder C-Infektionen, z. B. im medizinischen Bereich, können insbesondere bei invasiv tätigem medizinischen Personal nicht ausgeschlossen werden. In Einzelfällen
wurden auch Übertragungen durch medizinisches Personal auf Patienten bekannt.
Tätowieren und Piercen stellen bei nicht sachgemäßem unhygienischem Vorgehen eine mögliche
Infektionsquelle für Hepatitis-B- wie auch Hepatitis-C-Viren dar.
Quelle: Center for Disease Control (CDC)
© seedo
Vorsicht Hepatitis!
Prävalenz: Hepatitis B
Symptomatik
Hepatitis A
Die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der Krankheitssymptome beträgt ca. 15-50 Tage (im allgemeinen 25-30 Tage). Die Infektion verläuft meist ohne typische Beschwerden und bleibt daher oft unbemerkt. In
den anderen Fällen treten zunächst unspezifische Beschwerden auf wie z. B. allgemeines Krankheitsgefühl,
Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Fieber. Der Urin verfärbt sich dunkel, der Stuhl hell. Dann kommt es
typischerweise zu einer Gelbfärbung der Haut und der Augen (Gelbsucht = Ikterus) verbunden mit
Juckreiz der Haut. Die Leberblutwerte sind erhöht. In seltenen Fällen kommt es zu einer raschen
Verschlechterung bis hin zum Ausfall der Leberfunktion. Die stattgehabte Infektion hinterlässt eine
lebenslange Immunität.
Ikterus
Vorbeugungsmaßnahmen
Hepatitis A
Eine spezifische Therapie gegen die Hepatitis A existiert nicht. Symptomatische Maßnahmen bestehen in Bettruhe und Behandlung der Allgemeinsymptome (Erbrechen, grippeähnliche Symptome). Leberschädigende Substanzen, wie z. B. bestimmte Medikamente und Alkohol sind zu meiden.
Gegen die Hepatitis A gibt es eine wirksame Impfung, die auch in Kombination mit einer Hepatitis-B-Impfung verabreicht werden kann. Die Impfung wird u. a. bei Reisen in Regionen mit hohem Hepatitis-A-Vorkommen empfohlen, sowie auch als sogenannte Riegelungsimpfung bei Kontakt zu Hepatitis-A-Kranken. Außerdem empfiehlt die Ständige Impfkommission am
Robert Koch Institut (STIKO) die Hepatitis-A-Impfung bei möglicher beruflicher Gefährdung (z. B. für Beschäftigte im Gesundheitsdienst, Kanalisations- und Klärwerksarbeiter, Beschäftigte in Kindertagesstätten).
Hepatitis B
Die Zeit von der Ansteckung bis zur Manifestation der Krankheit kann 40-200 Tage betragen (im
Durchschnitt etwa 60-90 Tage). Die Hepatitis B-Infektion kann sehr unterschiedlich verlaufen: Einige
Infizierte entwickeln unspezifische Beschwerden wie z. B. allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit,
Übelkeit, Erbrechen, Fieber. Bei anderen kommt es zu einer typischen Gelbsucht mit Dunkelfärbung
des Urins, Hellfärbung des Stuhls und Gelbfärbung der Haut und Augen. Auch Infektionen ohne
Krankheitssymptome sind möglich. In seltenen Fällen kann es zu einem dramatischen Krankheitsverlauf mit Versagen der Leberfunktion kommen. Die meisten akuten Hepatitis-B-Erkrankungen bei
Erwachsenen (> 90 %) heilen vollständig aus und führen zu einer lebenslangen Immunität. Bei ca.
5 bis 10 % der HBV-infizierten Erwachsenen entwickelt sich eine chronische Verlaufsform mit meist
unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Muskel- und Gelenkbeschwerden. Infolge einer chronischen Hepatitis B können nach Jahren eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom entstehen.
Hepatitis C
Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten von Krankheitssymptomen) kann 2-24 Wochen betragen, liegt aber in der Regel bei 6-9 Wochen. Bei der Mehrzahl der Betroffenen verläuft die Infektion
ohne auffällige Beschwerden oder geht mit nur unspezifischen, z. B. grippeähnlichen Symptomen einher. Die
übrigen Infizierten entwickeln eine akute, (häufig) milde Hepatitis mit Gelbfärbung der Haut und Augen, Hellfärbung des Stuhls sowie Dunkelfärbung des Urins. 50-85 % der Infektionen gehen in chronische Formen
über, die häufig uncharakteristisch und mild verlaufen und durch Müdigkeit, unspezifische Oberbauchbeschwerden, Leistungsinsuffizienz, z. T. auch Juckreiz und Gelenkbeschwerden gekennzeichnet sind. Bei rund
20 % der chronisch Infizierten entwickelt sich nach Jahren eine Leberzirrhose mit dem hohen Risiko, ein
Leberzellkarzinom zu entwickeln.
Hepatitis B
Bei der Behandlung der akuten Hepatitis B stehen symptomatische Maßnahmen im Vordergrund, wie z. B. Bettruhe und eine
kohlenhydratreiche, fettarme Kost. Für die Behandlung der chronischen Hepatitis B stehen Medikamente zur Verfügung. Die
Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch Institut (STIKO) beinhalten neben den Impfungen für
Gruppen mit erhöhtem Infektionsrisiko (wie z. B. Dialysepatienten, Sexualkontaktpartnern zu Hepatitis-B-Virusträgern) eine
Hepatitis-B-Grundimmunisierung im Säuglings- und Kleinkindalter und das Nachholen der Grundimmunisierung bis dahin noch ungeimpfter Kinder und Jugendlicher möglichst vor der Pubertät, spätestens aber bis zum 18. Lebensjahr.
Alle Beschäftigten im Gesundheitswesen, bei denen Hepatitis B am Arbeitsplatz vorkommen kann,
sollten eine erfolgreiche Hepatitis-B-Impfung nachweisen.
Hepatitis C
Eine akute Hepatitis C kann durch eine frühzeitige Interferontherapie in vielen Fällen geheilt werden. Im
Falle einer chronischen Hepatitis C stehen ebenfalls medikamentöse Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis C gibt es bisher nicht.
Ansteckungsfähigkeit der
Infizierten
An Hepatitis A erkrankte Personen sind 1 - 2 Wochen vor und bis zu
1 Woche nach dem Auftreten der Gelbfärbung der Haut und der Augen
(Ikterus) oder der Leberblutwerterhöhung ansteckend. Infizierte Säuglinge und Kleinkinder können das Virus unter Umständen wochenlang
im Stuhl ausscheiden.
Bei Hepatitis B und C kann eine exakte Ansteckungsdauer nicht angegeben werden. Die Ansteckungsfähigkeit besteht, auch bei symptomfreiem Krankheitsverlauf, solange das Virus im Blut vorhanden ist. Die
Ansteckungsgefahr hängt vom Ausmaß der Viruskonzentration im Blut
und von der Art des Kontaktes ab. Sie kann über Jahre bestehen.
Hepatitisschutzimpfung
Infektionsschutz – gewusst wie!
Bezirksamt Hamburg-Nord
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
23
Dateigröße
640 KB
Tags
1/--Seiten
melden