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Altersvorsorge für Berufsstarter Wie Neulinge optimal vorsorgen

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in Kooperation mit dem Finanzportal biallo.de
Von Max Geißler
48/2013
Altersvorsorge für Berufsstarter
Wie Neulinge optimal vorsorgen
In der Jugend bereits ans Alter denken?
Aber sicher! Schließlich wird die gesetzliche Rente in wenigen Jahren kaum mehr
als 40 Prozent des heutigen Nettolohnniveaus ausmachen. Die junge Generation
der heute 25 bis 35-Jährigen kann sich
also nicht mehr allein auf den Staat verlassen. Sie muss privat vorsorgen, will sie
im Alter nicht auf den gewohnten Lebensstandard verzichten.
Doch wie geht das? Welche Bausteine
umfasst die private Altersvorsorge und mit
welcher Strategie gehen Berufseinsteiger
das Problem an? Lohnen sich staatlich
geförderte Produkte, wie sieht es mit Risiken aus? Bei aller Komplexität scheint
eines unabdingbar: Vermögensaufbau ist
kein Selbstläufer. Junge Sparer müssen
sich des Problems bewusst werden und
beharrlich am Ball bleiben.
1. Schritt für Schritt zur Vorsorge
Wer gut im Alter versorgt sein möchte,
sollte früh mit dem Sparen beginnen. Junge Menschen können aufgrund der langen
Spardauer den Zinseszinseffekt optimal
für sich nutzen. Bevor es allerdings so weit
ist, sollte man wissen, wie viel Zusatzrente
man überhaupt benötigt, welchen Sparbeitrag das erfordert und wie man in die Privatvorsorge einsteigt.
1a. Rentenhöhe ermitteln
Wie hoch die eigene gesetzliche Rente im
Alter sein wird, können junge Menschen,
die noch keine Renteninformation erhalten, nur schwer einschätzen. Um dennoch
einen ersten Anhaltspunkt zu haben, kann
man einen Vergleich zwischen dem eigenen Bruttolohn und dem bundesdeutschen
Durchschnittslohn anstellen. Das geht so:
Aktuell
beträgt
der
BruttoDurchschnittslohn aller Bundesbürger
34.071 Euro. Mit diesem Jahresgehalt
erhält man exakt einen Rentenpunkt pro
Jahr bei der Deutschen Rentenversicherung gutgeschrieben. Dieser Punkt bringt
im Westen aktuell einen Rentenanspruch
von 28,14 Euro, in Ostdeutschland sind es
25,74 Euro. Besitzt man als Berufsstarter
ein höheres oder niedrigeres Jahreseinkommen, zum Beispiel zehn Prozent, so
erzielt man entsprechend mehr oder weniger Rentenanspruch.
Arbeitet ein 25-Jähriger nun 42 Jahre bis
zu seinem 67. Lebensjahr jeweils zum
Durchschnittsgehalt, käme er im Westen
auf eine Monatsrente von rund 1.182 Euro. Im Osten sind es etwa 100 Euro weniger. Wichtig: Von diesem Betrag sind
Steuern und Sozialabgaben zu entrichten.
Inflationsausgleich: Der ermittelte Rentenanspruch ist eine Momentaufnahme. Er
beinhaltet keine Rentensteigerungen in
der Zukunft. In der Praxis wird der Wert
eines Rentenpunktes fast jedes Jahr leicht
angehoben, so dass die Rentenansprüche
steigen und die Geldentwertung ausgeglichen wird. Verschiedene Generationenfaktoren bremsen allerdings den Anstieg ab,
so dass das Rentenniveau insgesamt
rückläufig ist.
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Seite 2
1b. Versorgungslücke feststellen
Vergleicht man nun den errechneten Rentenanspruch mit dem aktuellen Nettolohn,
zeigt sich die Versorgungslücke im Alter.
Diesen Fehlbetrag gilt es mittels Privatvorsorge weitestgehend zu schließen. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass der
Finanzbedarf im Alter oft niedriger ist als
im Erwerbsleben, zum Beispiel weil der
Kredit für das Eigenheim abgezahlt ist, die
Kinder aus dem Haus sind oder die Beiträge zur privaten Altersvorsorge entfallen.
Auch dürfte die zu zahlende Einkommenssteuer wegen der niedrigeren Renteneinkünfte geringer sein.
1c. Sparbeitrag ermitteln
Der monatliche Sparbeitrag kann mit Hilfe
eines Rendite- oder Versicherungsvergleichs ermittelt werden. Nehmen wir an,
der Fehlbetrag zwischen Nettoeinkommen
und Rentenanspruch beträgt 500 Euro.
Der Vergleichsrechner auf biallo.de zeigt
zum Beispiel für eine private Rentenversicherung auf Fondsbasis, dass ein 25Jähriger monatlich mindestens 100 Euro
investieren muss, um bei vier-prozentiger
Rendite am Ende auf 500 Euro Monatsrente zu kommen. So prognostiziert zum
Beispiel Topanbieter Canada Life nach 42
Sparjahren monatlich 508 Euro Anfangsrente, Axa und DBV stellen 473 Euro in
Aussicht und die Europa Versicherung 447
Euro.

Tipp: Die erzielbare Rentenhöhe
hängt entscheidend von der Laufzeit,
den Vertragskosten sowie der Rendite
der gewählten Geldanlage ab.
1d. Anforderungen klären
Aus dem großen Angebot an privaten Vorsorgeprodukten das passende heraus zu
suchen, ist nicht leicht. Berufsstarter sollten einige grundsätzliche Fragen klären,
um Art, Risiko und Flexibilität des Vorsorgeprodukts einzugrenzen:
1. Möchte ich regelmäßig Geld anlegen
oder beliebig mal mehr mal weniger
sparen?
2. Soll die Auszahlung nur als Rente
möglich sein oder möchte ich mir die
Option auf Einmalzahlung offen halten?
3. Wie wichtig ist Flexibilität beim Auszahlungsbeginn?
4. Soll das Geld ohne Verluste im Notfall
vor dem Rentenstart verfügbar sein?
5. Möchte ich Hinterbliebene absichern?
6. Soll die Geldanlage verlustfrei und
sicher verzinst angelegt sein oder
kommen auch fondsbasierte Produkte
in Frage?
7. Möchte ich beim Vermögensaufbau
auf staatliche Unterstützung zurückgreifen?
Die Klärung dieser Fragen erleichtert die
Suche nach einem passenden Anlageprodukt. Als staatlich geförderte Vorsorgeprodukte kommen Riester- oder Rürup-Rente
sowie die betriebliche Altersvorsorge infrage. Als ungeförderte Produkte empfehlen sich Bank- und Fondssparpläne oder
private Rentenversicherungen. Unabhängige Beratung finden Berufsstarter bei den
Verbraucherzentralen.
1e. Vorsorgestrategie von Zeit zu Zeit
prüfen
Einmal abschließen – und dann nicht mehr
drum kümmern, das geht bei Vorsorgeverträgen, die oft über Jahrzehnte laufen,
nicht. Da sich Lebensumstände fortwährend ändern, sollte man von Zeit zu Zeit
prüfen, ob der Vorsorgeplan noch den
Lebensumständen entspricht.
Zum anderen kann es nötig sein, etwa bei
sehr schlecht laufenden Geldanlagen, die
Notbremse zu ziehen und in ein anderes
Produkt zu wechseln. Bei flexiblen Geldanlagen wie Fondssparplänen ist dies
kurzfristig möglich, bei starren Versicherungsverträgen erst nach bestimmten
Kündigungsfristen.
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Seite 3
2. Strategie für Berufseinsteiger mit 25 Jahren
Beim Kapitalaufbau sollte sich das angesparte Vermögen angemessen verzinsen,
am besten oberhalb der Inflationsrate.
Wird dies nicht erreicht, entwertet sich der
Kapitalstock und die Kaufkraft schwindet.
Vorsorgeprodukte wie kapitalbildende Lebensversicherungen, die aufgrund des
anhaltend niedrigen Zinsniveaus unter
erheblichem Renditeschwund leiden, haben derzeit schlechte Karten. Interessant
für Berufsstarter sind vielmehr kapitalmarktbasierte Vorsorgestrategien sowie
Produkte mit staatlicher Förderung.
perten auf Aktienfonds zu setzen. Die breite Streuung der Fondsgelder auf viele verschiedene Aktien federt Kursrisiken ab,
zudem gleicht die lange Spardauer
zwischenzeitliche Börsenschwächen aus.
Unterm Strich erzielten zum Beispiel die
30 im deutschen Leitindex Dax zusammengefassten Aktien seit Bestehen des
Börsenindex in 25 Jahren eine Rendite
von mehr als zehn Prozent.
2a. Lange Ansparphase


Berufsstarter um die 25 haben im Regelfall
noch mehr als 40 Jahre zu arbeiten. Diese
lange Zeit sollten sie zum Ansparen der
privaten Altersvorsorge unbedingt nutzen.
Schließlich genügt bei langer Spardauer
bereits ein kleiner Monatsbeitrag, um eine
hübsche Zusatzrente zu erwirtschaften.


Beispiel 25-Jähriger: Der Berufsstarter zahlt 40 Jahre lang monatlich 100
Euro in einen Banksparplan ein. Die
Durchschnittsrendite inklusive Bonuszahlungen erreicht 4,0 Prozent. Ergebnis vor Steuern: 116.500 Euro.
Zahlt er diesen Betrag in eine Sofortrente ein, kann er sich lebenslange
monatliche Auszahlungen zwischen
450 und 500 Euro sichern.
Beispiel 35-Jähriger: Beginnt der
Arbeitnehmer erst zehn Jahre später in
den Banksparplan einzuzahlen, benötigt er bereits 170 Euro monatlich, um
auf das gleiche Sparergebnis zu kommen. Bei 100 Euro Sparbeitrag würden
am Ende nur 68.700 Euro herausspringen.
2b. Aktien mit hohen Renditechancen
Banksparpläne sind zwar eine sehr sichere Anlageform, junge Vorsorgesparer sollten aber die Chancen renditeträchtigere
Anlageformen ausnutzen. Deutlich mehr
Ertrag bei langem Anlagehorizont bringen
Aktien. Da die Anlage in Einzelaktien
ziemlich riskant ist, empfehlen Finanzex-
Vorteile für Fondssparer bei langer
Spardauer:



Hohe Durchschnittsrendite
Hohe Flexibilität: Die Sparrate kann
jederzeit verändert oder ausgesetzt
werden.
Keine Kündigungsfrist: Fondsanteile
lassen sich börsentäglich verkaufen.
Geringe Kaufgebühren: Fondssparpläne kosten keine teuren Abschlussgebühren wie Versicherungssparplänen. Im Gegenteil: Viele Banken bieten
Fondssparpläne mit Rabatt an. Bei reduziertem Ausgabeaufschlag fällt je
Fondsanteil nur eine einmalige Kaufgebühr von zwei oder drei Prozent an.
Depotverwahrung: Direktbanken wie
1822, Comdirect, Cortal-Consors, DAB
Bank oder ING-Diba verzichten auf die
Verwahrgebühr.
2c. Sparkapital auf erfolgreiche Aktienfonds verteilen
Um Anlagerisiken zu streuen und gleichzeitig Renditechancen zu wahren, sollten
Berufsstarter in mehrere Aktienfonds mit
unterschiedlicher Anlagestrategie investieren. Finanzexperte Uwe Eilers, Chef der
Geneon Vermögensmanagement AG,
empfiehlt, sein Geld „über Sparpläne in
zwei bis drei Aktienfonds, bevorzugt in die
Regionen Westeuropa, Nordamerika und
Emerging Markets“ anzulegen.
Gleichzeitig helfen sogenannte Dividendenfonds, die Rendite zu verstetigen. Dividendenfonds kombinieren Renditechancen mit regelmäßigem Aktieneinkommen“,
betont Ulrich Stephan von der Deutschen
Bank.
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Seite 4
Wer auf Topfonds mit deutschen oder internationalen Aktien setzt, erzielt langfris-
tig Spitzenrenditen. Zweistellige Zuwachsraten sind keine Seltenheit, wie die nachfolgende Tabelle zeigt:
Erfolgreiche Aktienfonds im Vergleich
Fonds
ISIN
Rendite p.a.
5 Jahre
in Prozent
Rendite p.a.
10 Jahre
in Prozent
Deutsche Aktienfonds
DWS Deutschland
DWS Aktien Strategie
Deutschland
Baring German Growth
Trust
Pioneer Investments
German Equity
Allianz Vermögensbildung Deutschland
Concentra A
SEB Aktienfonds
MEAG Proinvest
DekaFonds
DE0008490962
DE0009769869
21,1
20,6
12,6
11,5
GB0008192063
17,9
11,3
DE0009752303
16,4
10,5
DE0008475062
17,3
9,8
DE0008475005
DE0008473471
DE0009754119
DE0008474503
19,5
18,3
17,1
15,9
9,3
9,1
8,4
7,5
Europäische Aktienfonds
Henderson Pan European Smaller
Companie
Metzler European
Smaller Companies
UBS(Lux)Eq. SICAV
SC Europe EUR
JOHCM European
Select Values Fund
Allianz Wachstum
Europa
LU0046217351
26,9
12,3
IE0002921975
21,1
11,7
LU0198839143
21,5
10,3*
IE0032904116
21,2
9,9
DE0008481821
20,5
9,9
Schwellenländer Aktienfonds
Invesco Pacific Equity
Uni AsiaPacific
Lingohr-AsienSystematic-LBB-Invest
BGF Pacific Equity
Fund
IE0003600388
LU010093767
DE0008479387
17,9
16,3
19,6
9,7
9,4
8,6
LU0035112944
13,7
7,2
Quelle: Biallo.de, Stand: November 2013, Anmerkung: *9 Jahre
2d. Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Vorsichtige Berufsstarter können zweigleisig fahren und neben Aktienfonds noch
eine staatlich geförderte Altersvorsorge in
Anspruch nehmen: Gut geeignet dafür ist
die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Sie
ermöglicht Steuervorteile, spart Sozialab-
gaben und garantiert lebenslange Rentenzahlungen.
Arbeitnehmer haben ein Recht auf Betriebsrente per Gehaltsumwandlung (bAV).
Dabei überweist der Chef einen Teil des
Bruttogehalts direkt in eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine Direktversicherung. Der Staat unterstützt dies
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Seite 5
durch den Verzicht auf Steuern und Sozialbeiträge. Bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung sind förderfähig,
im Jahr 2013 entspricht dies 2.784 Euro.
Positiv: Gutverdiener sparen bis zu 50
Prozent
Eigenaufwand.
Christine
Brekerbaum, bAV-Expertin bei der Hannoverschen Leben, rechnet vor: „Wandelt ein
30-jähriger kinderloser Mann mit einem
monatlichen Bruttoeinkommen von 3.000
Euro jeden Monat 100 Euro in eine Betriebsrente um, beträgt sein effektiver Eigenaufwand lediglich rund 48 Euro. Knapp
52 Euro fließen aus gesparten Steuern
und Sozialabgaben in die Altersvorsorge.“
Negativ: Es können hohe Vertragskosten
anfallen, die Rentenzahlungen sind voll
steuer- und sozialversicherungspflichtig.
Beliebteste Form der bAV ist die Direktversicherung. Zur Auswahl stehen:


Klassische Rentenversicherung: Sie
bietet Mindestverzinsung von 1,75
Prozent, Garantierente und Kapitalwahlrecht. Nachteil: mäßige Rendite.
Fondsgebundene Rentenpolice: Sie
gewährt weder Mindestzinsen noch
Rentengarantie. Über Jahrzehnte gesehen erreichen Sparer aber höhere
Durchschnittsrenditen. Um Risiken zu
minimieren, fließt nicht das gesamte
Anlagekapital in Aktienfonds, sondern
zum Teil in wertstabile Rentenfonds.
3. Strategie für Sparer ab 35 Jahren
Bei 35-Jährigen mit gutem Einkommen
kann die Anlagestrategie deutlich anders
aussehen. Je nach familiären Verhältnissen werden Vorsorgestrategien differenzierter. Häufig ergänzt der Eigenheimwunsch die Rentenpläne oder die Familie
freut sich über Nachwuchs.
3a. Eigenheim zur Altersvorsorge
Möchte die junge Familie eine Immobilie
erwerben, ist es ratsam, die Risikostruktur
der bisherigen Geldanlagen zu prüfen und
ggf. zu verändern. Die Aktienquote sollte
zu Gunsten der Rentenquote verringert
werden, damit ein möglicher Einbruch am
Aktienmarkt die Eigenheimpläne nicht
zunichtemacht.
Tipp: Der Immobilienwunsch kann mit
Hilfe der staatlich geförderten Eigenheimrente verwirklicht werden. Sogenannte
Wohnriester-Darlehen gibt es in Form von
Bauspar- oder Hypothekendarlehen.
Vorteile:
 Zulagen: Jeder Riesterberechtigte erhält jährlich 154 Euro Grundzulage
plus 185 bzw. 300 Euro je Kind. Die
Zuschüsse reduzieren die Schulden
und beschleunigen die Darlehenstilgung. Das spart Zinsen.

Steuerbonus: Zusätzlich kann man
Beiträge plus Wohnriester-Förderung
als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung geltend machen.
Das Finanzamt prüft, ob dies neben
den Zulagen weitere Vorteile bringt.
Ersparnis: Laut Stiftung Warentest summieren sich die Wohnriester-Vorteile für
ein Arbeitnehmer-Ehepaar (beide 35 Jahre
alt) mit einem Kind (2008 geboren) und
einem gemeinsamen Bruttoeinkommen
von 70.000 Euro pro Jahr bei einem Darlehensbetrag von 200.000 Euro bis zum
Rentenbeginn nach 30 Jahren auf 62.300
Euro. Unterstellt wurde ein Baudarlehen
mit 4,0 Prozent Zinsen und eine Anfangstilgung von 1,73 Prozent. Unter Berücksichtigung der fälligen Besteuerung im
Rentenalter verbleibt dem Ehepaar ein
finanzielles Plus von 39.000 Euro.
3b. Riester-Rente
Sind Kinder im Haushalt, spielt die staatlich geförderte Riester-Rente ihre Stärken
voll aus. Grund- und Kinderzulagen sowie
Steuervorteile können je nach Einkommen
den erforderlichen Eigenaufwand um mehr
als die Hälfte reduzieren. Ein Ehepaar mit
zwei Kleinkindern erhält bis zu 22.700 Euro an Fördermitteln. Zusätzlich sind die
Beiträge bis zur Höhe von 2.100 Euro als
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Seite 6
Sonderausgabe absetzbar. Ist der Steuervorteil höher als die erhaltenen Zulagen,
gewährt das Finanzamt die Differenz als
Steuerrabatt.

Rentenbeispiel: Zahlt ein 35-Jähriger
32 Jahre lang 133 Euro in eine fondsgebundene Riesterversicherung ein,
kann er bei konservativer Rendite von
vier Prozent mit einer Anfangsrente
von gut 300 Euro pro Monat rechnen,
etwa bei Allianz, Alte Leipziger, HDI
und Stuttgarter Versicherung.
Achtung: Damit volle Zulagen fließen,
müssen Riester-Sparer jährlich vier Prozent ihres rentenpflichtigen VorjahresBruttoeinkommens einzahlen.
Vorteil Sicherheit: Fondsgebundene
Riester-Policen punkten im Gegensatz zu
klassischen Fondssparplänen und Rentenpolicen mit Beitragsgarantie zu Rentenbeginn. Auch Beitragsfreistellung sowie
Sonderzahlungen sind jederzeit möglich.
Nachteil Steuer: Ein Wermutstropfen ist
die Steuerbelastung. Die späteren Rentenzahlungen fließen zu einhundert Prozent in das zu versteuernde Einkommen
ein.
12.000 Euro in einen Rürup-Vertrag.
Das Finanzamt akzeptiert 9.120 Euro
als Sonderausgabe. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent beträgt die
Steuerersparnis inklusive Solidarzuschlag 3.830 Euro. Positiv: Bis 2025
steigt der Sonderausgabenabzug auf
100 Prozent, dann spart der Vorsorgesparer jährlich mehr als 5.300 Euro
Steuern. Zur Auswahl stehen Fondssparpläne und Rentenversicherungen.
Tipp: Statt starrer Monatsraten empfehlen
sich flexible Einmalzahlungen am Jahresende, die sich am Geschäftsgewinn orientieren.
3d. Risiken absichern
Zur Vorsorge junger Familien gehört auch
die Absicherung von Lebensrisiken wie
Berufsunfähigkeit, Unfall oder Tod.

Privathaftpflicht: Die unentbehrliche
Police benötigt man bei Sach- und
Personenschäden, die man anderen
zufügt - egal ob aus Versehen oder
fahrlässig. Gute Policen für Familien
mit Kindern gibt es bereits ab 60 Euro
im Jahr.

Berufsunfähigkeit: Die Police zahlt
eine Rente, falls Berufstätige nach Unfall oder Krankheit ihren Beruf nicht
mehr ausüben können. Wichtig: Je
jünger Versicherte bei Vertragsabschluss sind, desto niedriger die Prämie. Ein 35-jähriger Bürokaufmann,
der sich auf 1.800 Euro Monatsrente
versichert, zahlt bei günstigen Gesellschaften nur zwischen 70 bis 80 Euro,
etwa bei Hanse Merkur, Nürnberger
oder Cosmos Direkt.

Risikolebensversicherung. Bei bestehender Immobilienfinanzierung ist
sie ein Muss für Hauptverdiener. Sie
sichert im Todesfall Hinterbliebene und
den Kredit ab.
3c. Rürup-Rente
Selbstständige ohne gesetzlichen Rentenanspruch erzielen mit der Rürup-Rente
attraktive Steuervorteile. Das Finanzamt
erkennt bis zu 20.000 Euro von Alleinstehenden und 40.000 Euro bei Ehepaaren
steuerlich an. Davon sind seit diesem Jahr
76 Prozent als Sonderausgabe absetzbar.
Unterm Strich werden bis zu 15.200 bzw.
30.400 Euro steuerlich wirksam. Damit
schultert der Fiskus bis zu einem Drittel
der Vorsorgekosten.

Beispiel: Ein Selbstständiger mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 80.000 Euro überweist
Das „Thema der Woche“ ist ein Service der Verbraucher-Redaktion Biallo & Team GmbH, Bahnhofstraße
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