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BRAUCHTUM Wie soll das Kind heissen? - eLiechtensteinensia

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EINTRACHT
ADVENT 2002
BRAUCHTUM
Gebet Euren Kindern schöne Namen,
darin ein Beispiel nachzuahmen,
ein Muster vorzuhalten sei.
Sie werden leichter es vollbringen,
sich guten Namen zu erringen,
denn Gutes wohnt dem Schönen bei.
Rückert
ir
Wie soll das Kind
heissen?
Seinen Familiennamen erwirbt der
Mensch mit der Geburt, seinen Vornamen geben ihm die Eltern. Die
Eltern tragen die Verantwortung für
den Vornamen. Den von ihnen gewählten Namen muss ihr Kind ein
ganzes Leben lang tragen. Mit der
Wahl des Vornamens für ihren
Nachwuchs tun sich deshalb viele
Eltern heute schwer. Sie haben die
Qual der Wahl auf einer langen Liste von sehr geläufigen bis seltenen
exotischen Namen. Dem erstgeborenen Knaben wurde früher vorrangig der Name des Vaters oder
Grossvaters, dem Mädchen der Name der Mutter oder Grossmutter gegeben. In jedem Falle musste es als
Ausdruck der Volksfrömmigkeit der
Name eines im Heiligenkalender
verzeichneten Heiligen sein, um
die Verbindung Kind, Geburt und
Gott herzustellen, sonst wurde die
Taufe verweigert. Mich wollte man
z.B. Adolf Peter (der Name eines älteren Bruders meines Vaters) taufen,
aber der Pfarrer verweigerte diesen
Namen mit dem Hinweis darauf,
dass es keinen heiligen Adolf gebe
und taufte mich dann Adulf Peter,
wofür ich ihm noch heute dankbar
bin. Oft war es der Name des Heiligen des Tages, an welchem das
Kind geboren wurde oder der Patron der Pfarrkirche und man wollte
auch dem neuen Menschenkind
diesen Namen geben. Heute ist die
Namensgebung für viele Eltern zur
Modesache geworden. Importnamen aus Übersee, aus Frankreich,
Russland oder aus Film und Hitparaden oder der Sportwelt geben
nicht selten den Ton an, obwohl
auch heute noch die Eltern, die Paten und der Pfarrer wohl überlegen
sollten, dass dem jungen Erdenbürger kein Name gegeben wird, der
unserem Empfinden fremd ist.
Andreas, Daniel (Daniele, Danni),
Florian, Kevin, Michael (Micha, Michel), Nicolas (Niclas, Nicola, Nico), Raphael und Simon. Bei den
weiblichen Erdenbürgerinnen in
Liechtenstein wurde der Vorname
Laura (Lauren) mit 9 Nennungen am
häufigsten ausgewählt. An zweiter
Stelle folgt Anna (Ana) mit 8 und an
dritter Stelle mit 7 Eintragungen Chiara (Chira).» (Wann feiert z.B. Letztere ihren Namenstag?)
Modenamen nicht empfehlenswert
Der Einfluss des Vornamens auf den
Träger und die Trägerin selbst darf
nicht unterschätzt werden - vor allem bei fremdsprachigen Namen und dies ist vor allem dann bedeutungsvoll, wenn jemand mit seinem
Vornamen nicht glücklich ist. Für
Mütter und Väter sollten bei der Namensgebung für ein Kind Modetrends keine Rolle spielen. Besser
man wählt einen Namen, der es
dem Kind ermöglicht, einen Namenstag zu haben und zu feiern
und bei dem man mit grösster
Wahrscheinlichkeit erwarten kann,
dass er zur heutigen Gesellschaft
passt und ihn auch noch künftige
Generationen mögen. Gemeint sind
für Christen z. B. Namensklassiker
wie Michael, Johannes, Josef, Wenzel, Martin, Heinrich, Nikolaus, Anna, Maria, Cornelia, Dorothea,
Christine, Marianne usw. Die Eltern
sollten den Namen ihres Sprösslings
auch so wählen, dass sie ihn selbst
auch mögen. Der Name sollte klar,
einprägsam und praktikabel sein.
Der Trieb, sein Kind durch einen
wohlklingenden Namen zu adeln,
ist löblich
Die grosse Vielfalt der zum Teil modernen Namen - für deren Wahl
auch die Religionszugehörigkeit eine Rolle spielt - hat automatisch zur
Folge, dass bestimmte Traditionen
aufgegeben worden sind. Höchst selten werden heute Kinder nach dem
Namen von Vater, Mutter, Taufpaten,
Onkel usw. genannt. Auch Heilige
und Patrone als Namensgeber, die
durch Jahrhunderte als Lebenshelfer
das Volksleben begleiteten, sind
nicht mehr eine Selbstverständlichkeit, was häufig zur Unsicherheit
führt, wann das Kind eigentlich seinen Namenstag feiert. Denkt daran,
dass die modischen Namen schnell
altern und verschwinden, dass also,
was heute hübsch klingt, dann,
wenn euer Kind zur Schule geht,
wohl schon ungewohnt ist und geschraubt wirkt. Zügelt euren Drang
nach dem Ausgefallenen, Besonderen! Goethe sagte einmal: «Der
Trieb, sein Kind durch einen wohlklingenden Namen zu adeln, ist löblich und diese Verknüpfung einer
eingebildeten Welt mit der Wirklichkeit verbreitet über das ganze Leben
der Person einen anmutigen Schimmer.» Und zu Eckermann (am 6.
April 1829): «Ein Name ist nichts
Geringes». Worauf zu achten ist und
was wichtig ist, dass der Träger, die
Trägerin eines Vornamens damit
glücklich und zufrieden ist. Man
sollte deshalb mit dem Vornamen
den Kindern etwas auf den Weg mitgeben, einen Hauch von Schönheit,
einen Wohlklang, der ihnen das Leben lang Freude bereitet.
Adulf Peter Goop
Die häufigsten Vornamen in
Liechtenstein
In Liechtenstein waren in den Jahren
1973 - 1983 die häufigsten Vornamen: Nicole, Sandra, Andrea, Petra,
Alexandra, Karin, Thomas, Michael,
Martin, Daniel, Patrick, Stefan, Markus, Marco, Philipp und Alexander.
Das Amt für Volkswirtschaft weiss
zu berichten: «Die beliebtesten Vornamen des Jahres 1998 bei den Knaben waren Alexander (Alessandro,
Alex) und Fabian (Fabio) mit je 6
Eintragungen. In der weiteren Beliebtheitsskala folgt Luca (Lukas, Luke) mit 5 Nennungen. Mit je 4 Eintragungen folgen die Vornamen
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Seele and Geist
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