close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Diakonische Dienste behandeln so viele Patienten wie nie

EinbettenHerunterladen
Hannover
UNG
HAZ
FREITAG, 26. AUGUST 2011 · NR. 199
Diakonische Dienste behandeln so viele Patienten wie nie
Unternehmensgruppe profitiert vom schneereichen Winter / Diakoniekliniken werden „schmerzarm“
VON V ERONIK A T HOM AS
Die Unternehmensgruppe Diakonische
Dienste Hannover (DDH) schreibt weiter
schwarze Zahlen: Fünf Jahre nach dem
Zusammenschluss der drei Diakoniekrankenhäuser im Jahr 2006 erwirtschafteten die Traditionshäuser Friederikenstift, Henriettenstiftung und Annastift einschließlich ihrer 13 Betriebsgesellschaften einen Gesamtumsatz von
261 Millionen Euro mit einem Überschuss von 2,9 Millionen Euro, eine Million mehr als noch im Vorjahr. „Die DDH
hat sich glänzend entwickelt“, sagte Eckart v. Vietinghoff, Aufsichtsratsvorsitzender der DDH, gestern bei der Vorstel-
lung der Jahresbilanz 2010. 2007 musste
die DDH noch ein Minus von 4,7 Millionen Euro verbuchen.
Nach Angaben von Geschäftsführer
Utz Wewel ist das Ergebnis unter anderem auf eine erneute Steigerung der Patientenzahlen von drei Prozent gegenüber 2009 zurückzuführen. 146 195 Patienten wurden im vergangenen Jahr in
den drei Diakoniekliniken behandelt,
mehr als jemals zuvor. Ein Grund für die
Steigerung war auch der schneereiche
Winter, der den Kliniken eine Zunahme
von Sturzopfern bescherte. „Aber ohne
die Leistungsbereitschaft der Beschäftigten und die Aufgeschlossenheit der
Mitarbeitervertretung wäre das Ergeb-
nis nicht möglich gewesen“, betonte Wewel. 80 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaften die drei Krankenhäuser.
In den Bereichen Bildung, Alten- und
Behindertenhilfe betrug die Steigerung
sogar elf Prozent. Insgesamt 17 422 Menschen wurden 2010 betreut oder ausgebildet. Ein Sorgenkind bleibt allerdings die
Altenhilfe, die weiter rote Zahlen
schreibt. Dafür macht v. Vietinghoff auch
die Politik verantwortlich – die niedersächsischen Pflegesätze sind die niedrigsten in den alten Bundesländern. Die
DDH will aber mit Sanierungen und Instandhaltungsmaßnahmen gegensteuern
und in den nächsten Jahren 3,3 Millionen
Euro in den Immobilienbestand der 400
Altenpflegeplätze investieren. Weitere Investitionen sind im Bereich der Medizintechnik geplant. Voraussichtlich zum
Jahresende soll für 1,9 Millionen Euro ein
sogenannter PET-Computertomograf, ein
Hightech-Gerät zur onkologischen Ganzkörperdiagnostik, angeschafft werden.
Der für diesen Sommer angekündigte
Baubeginn des neues Klinikgebäudes im
Innenhof der Henriettenstiftung verzögert sich hingegen. Voraussichtlich im
Frühsommer 2012 könne mit dem neuen,
rund 26,7 Millionen Euro teuren OP-Gebäude begonnen werden, kündigte Wewel
an. Zurzeit liefen noch Verhandlungen
zur Finanzierung mit dem niedersächsischen Sozialministerium.
l „Schmerzarme“ Krankenhäuser: Zur
Vermeidung von Schmerzen insbesondere nach Operationen erhalten Patienten
künftig in den drei Diakoniekrankenhäusern eine individuelle Schmerztherapie. Das jetzt vom TÜV Rheinland zertifizierte Verfahren beginne bereits vor der
Operation, sagte Barbara LehmannDorl, Anästhesistin in der Henriettenstiftung. Speziell ausgebildete Krankenschwestern, sogenannte Pain Nurses, befragen nun jeden Patienten mehrmals
täglich nach ihrem Schmerzempfinden.
Mit Schmerzpumpen können Patienten
ihre Medikamente außerdem selbst dosieren. Eine Überdosierung ist laut Lehmann-Dorl aber ausgeschlossen.
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
1
Dateigröße
50 KB
Tags
1/--Seiten
melden