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50 Jahre: Kinder, wie die Zeit vergeht - auf den Seiten des

EinbettenHerunterladen
der
Ein Clown hat für die Kin
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Vorstellung Zivis in der Kita „Am Tannenberg“
Steffen Biegilsky
Christoph Körner
Manuel Weiher
Was hat Sie bewogen, den Zivildienst zu
absolvieren?
Für mich kam es nie in Frage, in irgendeiner
Hinsicht Kontakt zu einer Waffe zu haben
und evtl. in kriegsähnlichen Situationen handeln zu müssen. Ich wollte Menschen helfen.
Was hat Sie bewogen, den Zivildienst
zu absolvieren?
Was hat Sie bewogen, den Zivildienst
zu absolvieren?
Ich wollte den Zivildienst absolvieren und
nicht zur Armee gehen, um Menschen, die
Hilfe benötigen zu unterstützen.
Ich wollte schon immer hilfsbedürftige
Menschen unterstützen. Der Grundwehrdienst kam für mich nie in Frage.Weiterhin
bestärkte mich auch der Glaube den Zivildienst zu absolvieren, da ich aus Gewissensgründen bestimmte Tätigkeiten im
Grundwehrdienst nicht ausführen wollte.
Wie sieht Ihr beruflicher Alltag aus?
Wie sieht Ihr beruflicher Alltag aus?
Mein beruflicher Alltag ist der Umgang mit
den Kindern, die Unterstützung beim Anziehen, Malen, Spielen oder Essen, ein Ansprechpartner und auch Bezugsperson für
die Kinder darzustellen. Ansonsten fallen
halt auch hauswirtschaftliche Aufgaben an.
Was macht Ihnen bei der Arbeit am meisten Spass?
Den Kindern beim Lernen und Spielen zuzusehen, die Entwicklung zu beobachten. In
unserer Gruppe haben wir zwei 2jährige, die
beiden entdecken jeden Tag etwas Neues.
Gibt es ein bestimmtes Ereignis, das Ihnen
in besonderer Erinnerung bleibt?
Nachdem die Drillinge in die Kita gekommen
sind, war das Erstaunen sehr groß. Sie entwickelten sich Tag für Tag immer weiter, fingen an zu sprechen und versuchten, die Lieder mit zu singen, aber der Hauptpunkt war
eigentlich, als eine von den kleinen zu mir
kam und meinen Namen sagte.
Welche Lehren können Sie aus Ihrem Zivildienst ziehen?
Ich denke, dass man nach dem Zivildienst
einfach einen wesentlich besseren Weg im
Umgang mit sozial schwächeren bzw. körperlich oder geistig benachteiligten Menschen hat. Somit ziehe ich die Lehre, dass
ich einfach wesentlich offener auf benachteiligte Menschen zugehen werde.
Inwieweit beeinflusst Ihr Zivildienst Ihre
weitere berufliche Lebensplanung?
Ich denke nicht, dass der Zivildienst meine
berufliche Planung beeinflusst, aber ich
habe für meine weitere berufliche Zukunft
sehr viele Dinge dazu gelernt.
Ich unterstütze die Kinder beim An- und
Ausziehen, helfe bei den Mahlzeiten,
halte Schlafwache, kümmere mich um die
tägliche Essensmeldung, begleite die
Gruppe bei täglichen Aktivitäten und Spaziergängen.
Was macht Ihnen bei der Arbeit am
meisten Spass?
Am meisten Spass macht es, wenn man
bemerkt, dass man gebraucht wird und
die Kinder und Erzieher/-innen wissen,
dass sie sich auf uns Zivildienstleistende
verlassen können.
Gibt es ein bestimmtes Ereignis, das
Ihnen in besonderer Erinnerung
bleibt?
Der Kinderfasching war ein Ereignis, das
mir noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.
Welche Lehren können Sie aus Ihrem
Zivildienst ziehen?
Mein Zivildienst war keinesfalls vergeudete Zeit, sondern eine Erfahrung für´s
Leben, die jeder junge Mann machen sollte. Ich habe die Entscheidung nie bereut
und würde immer wieder den Zivildienst
antreten.
Inwieweit beeinflusst Ihr Zivildienst
Ihre weitere berufliche Lebensplanung?
Da ich schon immer gern viel Umgang mit
Menschen, insbesondere Kindern habe,
entschied ich mich für den Zivildienst.
Diese Zeit hat meinen Plan, im Sommer
Grundschulpädagogik bzw. Sonderschulpädagogik zu studieren, gefestigt.
Wie sieht Ihr beruflicher Alltag aus?
Mein beruflicher Alltag ist sehr abwechslungsreich. Im Vordergrund steht die
Unterstützung und Hilfestellung der Kinder bei ihren Beschäftigungen, natürlich
fallen auch hauswirtschaftliche Aufgaben
an.
Was macht Ihnen bei der Arbeit am
meisten Spass?
Gern beschäftige ich mich beim Basteln
oder beim Sport mit den Kindern. Außerdem kann ich den Kindern dabei auch am
meisten erklären und beibringen, damit
sie es beim nächsten Mal noch besser machen.
Gibt es ein bestimmtes Ereignis, das
Ihnen in besonderer Erinnerung bleibt?
Der „Oma- und Opa-Tag“ ist bis jetzt das
größte Ereignis, an dem ich im Kindergarten teilgenommen habe. Wir haben das
Programm wochenlang vorbereitet, in
dem wir Gedichte, Lieder und ein Theaterstück einstudiert haben. Der Tag war dann
ein großer Erfolg und hat sehr viel Spass
gemacht.
Welche Lehren können Sie aus Ihrem
Zivildienst ziehen?
Ich habe während des Zivildienstes viel
über den Umgang mit Kindern gelernt.
Inwieweit beeinflusst Ihr Zivildienst
Ihre weitere berufliche Lebensplanung?
Mein Zivildienst hat meine weitere berufliche Lebensplanung nicht beeinflusst.
2
querbeet 2/ 2010
Editorial
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
ecklenburg-Vorpommern liegt auf dem
2. Rang direkt hinter Baden-Württemberg können
Sie den jüngsten Berichten der
Zeitungen und des Rundfunks entnehmen. Der „Pflege - TÜV“ stellt
den Pflegeeinrichtungen in unserem Bundesland durchweg ein
gutes Zeugnis aus. Sehr viele Pflegeheime und ambulante Pflegedienste wurden mit der Note „sehr
gut“ bewertet. Dies trifft auch für
alle bisher durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen
(MDK) geprüften Pflegeeinrichtungen und Diakoniesozialstationen
des Diakoniewerks zu. Darüber
dürfen wir uns natürlich freuen
und sind zuversichtlich, dass auch
zukünftig Prüfungen unserer Pflegeeinrichtungen ähnlich gut abschneiden werden.
M
Eine nicht unerhebliche Rolle
für diese positiven Ergebnisse
spielt hier sicherlich unser Qualitätsmanagement, dessen hoher
Reifegrad auch von externen Experten bestätigt wird. Zunehmend
wirkt sich ebenso für andere Einrichtungen des Diakoniewerkes
bei regelmäßigen Prüfungen der
Kostenträger unser eingeführtes
QM - System positiv aus. Stillstand
bedeutet wie so häufig aber auch
hier Rückschritt. Deshalb sind wir
aufgerufen, immer wieder zu prüfen, ob unsere im QM - Handbuch
aufgeschriebenen Prozesse und
Abläufe, Checklisten und Leitfäden noch mit dem tatsächlichen
Handeln übereinstimmen. Diese
gilt es gegebenenfalls zu verändern, ganz oder teilweise aufzugeben oder neu zu gestalten. Letztlich geht es um ständige, das heißt
kontinuierliche Verbesserungen
unserer Angebote und Leistungen.
Das wird auch in den Leitzielen
deutlich, wenn es da heißt „Wir
überprüfen die Qualität der von
uns erbrachten Dienstleistungen“.
In diesem Sinne möchten wir sie
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bitten, sich auch weiterhin
in Dienstberatungen und Qualitätszirkeln einzubringen und an
der Weiterentwicklung des QM –
Systems unseres Diakoniewerks
aktiv mitzuwirken.
Inhalt
In diesem Jahr durften wir ein
ganz besonderes, nicht alltägliches Jubiläum begehen. Die Evangelische Integrative Kindertagesstätte „Am Tannenberg“ in
Grevesmühlen konnte am 1. Mai
2010 mit einem großen Kindergartenfest ihr 50-jähriges Bestehen
feiern. Wir wünschen ihnen beim
lesen der Berichte und Interviews
und beim Betrachten „alter“ und
„neuer“ Bilder aus der Kindertagesstätte viel Spaß.
In diesem Sinne
Ihre Marianne Moll
Ihr Volker Witthauer
Vorstellung Zivis in der Kita
2
„Am Tannenberg“
Vorwort
3
Förderverein SIL
4
50 Jahre Kita Am
Tannenberg
5-7
AG Diakonisches Profil 8 - 9
Tag der offenen Tür
in der Wismarer
Beratungsstelle
10
Elternvertretung stellt sich
vor
11
Leitziele
12
3
1/ 2010 querbeet
Förderverein SIL
Bildungs- und Freizeitangebote kontinuierlich
verbessert
34 Mitglieder im Verein zur Förderung der
Schule zur individuellen Lebensbewältigung
Der Verein zur Förderung der
Schule zur individuellen Lebensbewältigung wurde am 19.10.1991 gegründet.
In diesem Jahr wurde es aufgrund der politischen Veränderungen
in unserem Land endlich möglich,
auch den Menschen das Recht auf
schulische Bildung und Erziehung zu
gewährleisten, die vorher von dieser
ausgeschlossen waren. Die Eltern
und Pädagogen wollten mit der Gründung des Vereins den Aufbau der
Schule unterstützen. Mittlerweile ist
der Verein Mitglied des Behindertenverbandes. Zum jetzigen Zeitpunkt
sind 34 Mitglieder registriert. Das
Wechseln bzw. das Ausscheiden von
Eltern aus dem Verein und aus dem
Vorstand ist auf die Beendigung der
Schulzeit ihrer Kinder zurück zu führen.
Somit sind immer wieder neue
Vereinsmitglieder unter den Eltern
zu gewinnen und zu einer aktiven
Mitarbeit zu begeistern.
Was erreichte der Schulverein in
der Vergangenheit?
Im ersten Jahr wurde ein Klettergerüst gekauft und auf dem Schulhof
aufgestellt. Dieses wird noch heute
von den Schülern ausgiebig in den
Pausen genutzt. Zur Freude der Schüler und Pädagogen konnten die Klassen sehr früh mit Computern ausgerüstet werden. Diese waren zwar
gebraucht, führten die Schüler aber
an den Umgang mit modernen Unterrichtsmitteln heran. Musik und der
Umgang mit Musikinstrumenten
nehmen einen großen Stellenwert im
Schulalltag ein. Das Erfahren von Mu-
sik und Bewegung erleichtert vielen
Schülern das Lernen und das Bewältigen ihres Alltages. Deshalb ist der
DVD-Player mit Anlage unentbehrlich in vielen Unterrichtsstunden.
Auch die außerunterrichtlichen Veranstaltungen wie die Tanzarbeitsgemeinschaft, die Märchen- und Musikarbeitsgemeinschaft nutzen diese
Geräte für die Umsetzung ihrer Vorhaben. Der Bass mit Verstärker wird
von unserer Schulband für ihre Proben und Auftritte regelmäßig genutzt.
Mit ihrem Spiel umrahmt sie immer
öfter Höhepunkte der Schule. Besonders in diesem Winter waren die
gespendeten Schlitten für die Gestaltung des Sportunterrichtes sehr willkommen. Mit Freude ging es mit ihnen zum nächsten Abhang, um allein
oder zu zweit hinunter zu fahren. Die
erworbene Sicherheit im Umgang mit
diesen Wintersportgeräten können
die Schüler in ihrer Freizeit außerhalb der Schule anwenden und so
ihre Selbstsicherheit und ihr Selbstbewusstsein stärken.
Wo sehen wir als Schulverein
Schwerpunkte unserer Arbeit?
Eine gute Tradition und besonderer Höhepunkt ist die jährliche Nikolausfeier, auf die Schüler, Eltern und
Pädagogen in der Adventszeit mit
großer Spannung warten. Die Mitglieder des Vorstandes führen in Vorbereitung die notwendigen Absprachen
zur Raumnutzung (z.B. Malzfabrik)
und der Schulleitung. Sie organisieren ein gemeinsames Frühstück, welches vor dem Märchenspiel der Pädagogen eingenommen wird. Früh am
Morgen des jeweiligen Tages treffen
sie sich, um die Brötchen zu schmieren, Tee und Kaffee zu kochen. Die
Räume und Tische werden liebevoll
weihnachtlich gestaltet. Für diesen
Tag nehmen Eltern und Großeltern
sogar einen Urlaubstag. Die gezeigte
Freude und Begeisterung der Schüler,
Eltern, Großeltern und Pädagogen an
dieser Feier ist ein besonderer Lohn
für ihren persönlichen Einsatz. Das
Erforschen und Erleben der näheren
und weiteren Umgebung ist ein wichtiger Bestandteil des Unterrichtes.
Als Verein ist es möglich, beim zuständigen Amt die Anträge auf finanzielle Unterstützung von Bildungsfahrten der Klassen zu stellen.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Unterstützung von Vorhaben
während der Ferienbetreuung. So
fuhren Schüler, Eltern und Pädagogen vor einigen Jahren gemeinsam
nach Schwerin in den Zoo, was für
alle Beteiligten zum unvergesslichen
Erlebnis wurde.
Im letzten Jahr brachten gemeinsame Spiele auf dem Gelände der
Schule eine willkommene Abwechslung in die Gestaltung der Ferientage.
Liebevoll bereiteten die Mütter und
Väter unterschiedliche Aktivitäten
vor. Aber nicht nur die Schüler hatten
großen Spass, sondern auch die Erwachsenen. Das gemeinsame Spielen
und Lachen brachte alle Beteiligten
ein Stück näher.
Auch in Zukunft werden die Mitglieder des Schulvereins die pädagogische Arbeit an der Schule unterstützen. Die nächsten Vorhaben sind
bereits in Vorbereitung.
4
querbeet 2/ 2010
50 Jahre Kita Am Tannenberg
Bunte Feier zum
50-jährigen Jubiläum
Viel Spaß hatten die Kinder auf der
Hüpfburg.
Ihre Gesichter schminken lassen,
auch das ließen sich viele Knirpse
nicht entgehen.
Mutter und Tochter schauen sich das
neue Wandmosaik an.
Nach langer Vorbereitung feierte
die Kita „Am Tannenberg“ in Grevesmühlen gemeinsam mit allen Eltern
und Kindern, ehemaligen Kindern und
Mitarbeitern sowie vielen Gratulanten
den 50. Geburtstag der Einrichtung.
Zu Beginn konnten das Wandmosaik, das sich nun durch den Flur der
Einrichtung zieht sowie die Fotoausstellung eingeweiht werden. Hauptakteure waren in beiden Fällen die Kinder, die sich Entwürfe für das Mosaik
ausdachten, Bilder mit Fliesenresten
gestalteten oder ihre Freunde im Kindergarten selbst fotografierten. Begleitet wurden sie von der Fotografin Sabine Winkler aus Grevesmühlen sowie
von Astrid Welke von der Kunstschule
in Schönberg. Neugierige sind herzlich in die Kita eingeladen, um sich
beides anzuschauen.
Das sich an den offiziellen Teil anschließende Kinderfest begeisterte
Große und Kleine. Ob Hüpfburg, sportliche Angebote durch die Sportjugend,
Kinderschminken, Filzen, der Besuchvon Clown Fine, Klangschalenmassage, Cafeteria und Grill oder interessante Informationen über den
Die Kinder haben sich selbst in der
Kita fotografiert, die Bilder kann man
sich gern anschauen.
Werdegang der Kita – für jeden Geschmack war etwas dabei.
Als Team möchten wir uns auch
im Namen der Kinder für die vielen
Glückwünsche und Geschenke bedanken. Danke auch für die Hilfe und
Unterstützung, die wir von allen Seiten
erfahren durften, zum Beispiel stellte
uns die Gärtnerei Wiencke unentgeltlich Pflanzen zur Dekoration zur Verfügung. Aber auch die Unterstützung
aus dem Diakoniewerk war großartig –
ob Stehtische vom Familienferiendorf
Boltenhagen, Pavillons, Bierzeltgarnituren und Zelt aus der Werkstatt in
Upahl, der Einsatz der Gartengruppe,
Kaffeekannen von der Kantine und Kuchen aus der Küche, Angebote, die die
Schule zur individuellen Lebensbewältigung gestaltete oder Räumlichkeiten,
die wir im Förder- und Pflegeheim
nebenan nutzen durften. Hier nahm
das Wort „Dienstgemeinschaft“ eine
ganz praktische Bedeutung an.
Im Namen der Mitarbeiter, Zivis
und Praktikanten
Kathrin Grabsch
5
2/ 2010 querbeet
50 Jahre Kita Am Tannenberg
Treffen der
Generationen
in der
Grevesmühlener Kita „Am
Zwei, die sich verstehen: Kathrin Grabsch und Anni Pohl.
Tannenberg“
Amtierende
Leiterin
Kathrin
Grabsch
erkundigt sich
bei Anni Pohl,
wie alles
begonnen hat.
In Vorbereitung des 50. Jahrestages des Bestehens der Kita „Am
Tannenberg“ lud ich, Kathrin Grabsch,
die erste Leiterin des Kindergartens
„Am Tannenberg“, Anni Pohl, in
unsere Einrichtung zu einem Gespräch
ein. Ich stellte es mir sehr interessant
vor, als derzeit amtierende Leiterin Wissenswertes aus den Gründerjahren der
Kita zu erfahren, zu hören, wie alles
begann. Im Vorfeld überlegte ich mir
einige Fragen, die ich Frau Pohl gerne
stellen wollte. Nach einem Rundgang
durch die Kita, bei dem Frau Pohl doch
noch das ein oder andere bekannte
Gesicht unter den Erzieherinnen vorfand, zogen wir uns mit einer Tasse
Kaffee in mein Büro zurück.
Frau Pohl, ich freue mich sehr, dass Sie
die Zeit für dieses Gespräch gefunden
haben. Möchten Sie vielleicht zu Beginn
etwas über sich erzählen, vielleicht
auch, wie der Berufswunsch der Kindergärtnerin entstanden ist?
Anfangs habe ich im Erntekindergarten in Bernstorf gearbeitet. Mir
machte die Arbeit Spaß, ich hatte Kinder gerne und ich merkte auch, dass es
mir lag, die „Richtung anzugeben“. Das
war wohl mein Charisma. 1952 begann
ich die damals zweijährige Ausbildung
in Waren/Müritz und ging 1955 zurück
in den Kreis Grevesmühlen. Zuerst
arbeitete ich im Kindergarten in Klütz,
dort musste ich jedoch wegen meines
Glaubens wieder gehen. Danach
begann ich als Leiterin im Kindergarten
„Am Tannenberg“, der in zweijähriger
Bauzeit im Nationalen Aufbauwerk entstanden war und am 1. Mai 1960
eröffnete. Zu Beginn arbeiteten wir dort
mit zwei Erzieherinnen, einer Helferin,
der Köchin und einer Küchenhilfe. Der
Kindergarten hatte auch am Samstag
geöffnet. 40 Kinder zwischen 3 und 6
Jahren besuchten unsere wunderschön
am Waldrand gelegene Einrichtung.
Welche Räumlichkeiten standen Ihnen
damals zur Verfügung?
Der Kindergarten war mit zwei
Gruppenräumen, einem Waschraum,
der Garderobe und einer Schreibstube
recht klein. Im Keller gab es dann noch
die Küche, den Kartoffelkeller, in dem
wir auch unser Gemüse lagerten, den
Heizkeller, den Kohlenkeller sowie die
Waschküche. 1969 wurde der Kindergarten um einen Gruppenraum
erweitert.
Was hat S ie in Ihren Augen als Kindergarten ausgezeichnet?
6
querbeet 2/ 2010
50 Jahre Kita Am Tannenberg
Es ist schwer, die eigene Arbeit zu
beurteilen, aber die Kinder sind sehr
gerne zu uns gekommen. Viele sprechen mich auch heute noch auf der
Straße an. Besonders schön waren
natürlich unsere Lage und der große
Spielplatz. Ich erinnere mich noch gerne
an die Feste zum Internationalen Kindertag. Es wurde zur Tradition, dass
dann der Butzemann kam und auch
Spielzeug brachte. Zuerst musste der
Butzemann aber im Wald gesucht werden. Die Eltern unterstützten uns sehr
und jede Gruppe hatte eine Patenbrigade. Jedes Jahr besserten die Eltern in
einem Arbeitseinsatz den Spielplatz aus.
Unser Kindergarten war auch ein
Konsultationskindergarten für die
mathematische Schulvorbereitung. Die
vielen Konsultationen und Fortbildungen
waren
manchmal
sehr
anstrengend und nicht jede Kollegin
konnte das gut aushalten.
Wie nehmen Sie heute die Kita „Am
Tannenberg“ wahr?
Ich glaube, ich habe gehört, dass
Sie auch lange Wartelisten haben.
Wie empfanden Sie den Trägerwechsel?
Gut. Ich denke, da liegt Segen
drauf.
Was gefällt Ihnen heute besser im Kindergarten?
Ich finde es nicht besser. Ich habe
Fasching 1986 mit IreneBielke, Renate Schnurr, Gudrun Stöver, Christel Sieg,
Ingeborg Meier, Anna Pohl, Ingeborg Minchau und Gabriele Rieck.
zum Beispiel in einer Kita in Grevesmühlen beobachtet, dass sich die
Kinder zum Turnen gar nicht mehr
umziehen mussten. Das gab es damals
nicht. Die Kinder schwitzen doch und
können sich dann leicht erkälten.
Gut finde ich, dass die Kinder
mehr im musischen Bereich gefördert
werden und die Schulung der Wahrnehmung und der Sinne einen
größeren Raum einnimmt.
Sehr froh bin ich, dass ich heute
Freiheit im Denken habe und dass das
nicht mehr reglementiert wird. Da
habe ich früher sehr viele schlechte
Erfahrungen gemacht.
Was fällt Ihnen noch zu den Kitas ein?
Ich finde, Kinder dürfen nicht zu
viele Freiheiten haben. Die Kinder
müssen sich an klaren Regeln orientie-
Ein Blick auf das alte Gebäude, die Aufnahme stammt von März 1992
ren können. Wie eine Pflanze müssen
sie gehegt und gepflegt werden und
manchmal auch unterstützt werden,
die richtige Richtung zu finden.
Jemand hat mal gesagt, erziehen muss
man mit Liebe und Konsequenz.
Frau Pohl, wie lange haben Sie den
Kindergarten geleitet?
30 Jahre – von 1960 bis 1990.
Dann hat Frau Meyer die Leitung übernommen. Ich bin in denVorruhestand
gegangen. Ich finde, bis 67 zu arbeiten
ist für Erzieherinnen zu lange. Wer will
denn Omas in der Gruppe haben?
Haben Sie Ihre Arbeit geliebt?
Ja, ich kann sagen, ich habe nur
für den Kindergarten gelebt und war
wohl mit ihm verheiratet.
Eine der ersten Kindergruppen, die betreut wurden.
7
2/ 2010 querbeet
AG Diakonisches Profil
Urlaub,
Pilgern,
Gott
begegnen
„Urlaub“ kommt von „erlauben“,
meint die Erlaubnis, dem Dienst eine
Zeitlang fernzubleiben mit dem Ziel
der Wiederherstellung von Leistungsfähigkeit. Das ist doch etwas zu wenig, oder? Es scheint, je angestrengter
wir arbeiten, desto mehr erwarten wir
von den „schönsten Wochen des Jahres“. Wir sparen darauf, so gut wir
können. Exotisches Reiseziel, gediegene Unterkunft, üppiges Essen,
Schnäppchenkäufe - man gönnt sich
ja sonst nix. Natürlich können wir
uns nicht leisten, was andere sich leisten können! Welche atemberaubenden Abenteuer mancher erleben
kann: Wildsafari, Abseilen, Rafting...
Irgendwie sucht jeder nach seinem
„Kick“.
wachsender Beliebtheit. Die christliche Tradition lässt sich bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen, wobei die
Wege mit der Zeit vielfältiger wurden. Allein auf dem von Kerkeling beschriebenen Jakobsweg wandern jährlich etwa 150 000 Menschen.
„Pilgern“ kommt vom lateinischen Wort peregrinari - „in der
Fremde sein“. Der Pilger, der Fremdling ist meist zu Fuß unterwegs zu
einem heiligen, geistlich bedeutsamen Ort. Auf diesem Wege werden
tiefe menschliche Gefühle zum Aus-
Doch wissen wir denn wirklich,
was wir suchen?
Den besonderen Urlaub machte
2001 Hape Kerkeling und beschrieb
ihn in seinem Buch „Bin dann mal
weg“. 800 km Fußmarsch auf einem
alten Pilgerweg - auf jeden Fall eine
Grenzerfahrung! Pilgern erfreut sich
8
querbeet 2/ 2010
AG Diakonisches Profil
„Im Menschen lebt die Sehnsucht,
die ihn hinaustreibt aus dem Einerlei
des Alltags
und aus der Enge seiner gewohnten
Umgebung
druck gebracht und auf Gott gerichtet, etwa die Hoffnung auf Heilung,
der Dank für eine Bewahrung, der
Wunsch nach Wiedergutmachung
einer Schuld oder die Suche nach
dem Sinn des eigenen Lebens. „Das,
was uns unbedingt angeht“, der „Lebensatem“ in uns, das „Sein selbst“
- es gibt viele Versuche, den Begriff
„Gott“ etwas näher zu fassen. Klar
ist, unterwegs sein zu sich selbst,
heißt immer auch unterwegs sein
zu Gott. In der Bewältigung von Anstrengung, Gefahr und Fremdheit
erleben wir uns ganz anders als in
unserer engen Alltagsroutine. Wir
erfahren unsere Grenzen und erweitern gleichzeitig unseren Horizont.
Wenn das Ziel erreicht ist, verschafft Pilgern eine tiefe Befriedigung. Diese Stärkung der eigenen
Identität wurde in alten Berichten
als Gottesbegegnung, Berufungserlebnis oder ähnliches beschrieben.
Die Pilger des Mittelalters transportierten außerdem ihre Eindrücke, ihre Erkenntnisse und das
Wissen aus fernen Ländern und
Kulturen in ihre Heimat.
Immer lockt ihn das Andere,
das Fremde.
Doch alles Neue, dass er unterwegs
sieht und erlebt,
kann ihn niemals ganz erfüllen. Seine
Sehnsucht ist größer.
Im Grunde seines Herzens sucht er
ruhelos den ganz Anderen,
und alle Wege, zu denen der Mensch
aufbricht, zeigen ihm an,
dass sein ganzes Leben ein Weg ist,
ein Pilgerweg zu Gott.“
Dieses Verständnis vom Pilgern
scheint mir nicht so weit weg zu sein
von unseren „eigentlichen“ Urlaubswünschen. Im Blick auf den nahen
Sommer wünsche ich deshalb uns allen einen guten Urlaub mit stärkenden (Pilger)erfahrungen!
Augustinus
9
2/ 2010 querbeet
Tag der offenen Tür in der Wismarer Beratungsstelle
Hilfe zur Selbsthilfe
Tag der offenen Tür in den Wismarer
Beratungsstellen
Dank des Diakoniewerks können
sich in Wismar Hilfesuchende an Experten-Teams wenden, wenn sie ein Schuldenberg quält, sie psychologische Unterstützung brauchen oder eine Schwangerschaftsberatung in Anspruch nehmenmöchten. Diese Anlaufstellen sind in der
Frischen Grube 2 unter einem Dach vereint. Wie die Räumlichkeiten aussehen,
welche Angebote es gibt und wie sich die
Arbeit in den zurückliegenden Jahren
entwickelt hat, davon konnten sich
neugierige Besucher bei einem Tag der
offenen Tür einen Überblick verschaffen. „Denn niemand ist davor geschützt,
mal in eine schwierige Situation zu kommen“, betonte Geschäftsführerin Marianne Moll in ihrer Begrüßungsrede. Bestätigt wird das durch die Statistik der
vergangenen zehn Jahre. In denen seien
durch die Mitarbeiter der Beratungsstellen rund 12 000 Stunden reine Betreuungszeit geleistet worden.
Um familiäre Probleme kümmert
sich das Team der Psychologischen
Beratungsstelle, das eng mit dem Jugendamt Wismar zusammenarbeitet
sowie mit dem Sozial- und Gesundheitsamt der Hansestadt. Bevor sie allerdings
zum Einsatz kommen können, muss die
Hemmschwelle überwunden werden,
das Amt oder die Diakonie um Hilfe zu
bitten. Das falle vielen Familien nicht
leicht. Doch wenn sie sich trauen, bekommen sie ein Netzwerk an professioneller Unterstützung. Wie die funktioniert, das haben Angela Voigt vom Diakoniewerk und Daniela Scholze vom Jugendamt in einem Vortrag erläutert, in
dem die Beratungskette anhand einer
Besucher nutzen die Zeit für Gespräche.
ausgedachten Beispielsfamilie aufgezeigt
wurde, die Probleme mit dem Nachwuchs hat. Für sie gebe es verschiedene Hilfsangebote, so Angela Voigt: Die
Familie werde ambulant unterstützt
oder das Kind zeitweise aus der Familie genommen, im schlimmsten Fall sogar für immer. Doch das Unterbringen
in einer Pflegefamilie komme viel seltener vor als die ambulante Hilfe. „Wir
möchten Hilfe zur Selbsthilfe geben“, betont Angela Voigt. Doch das funktioniere nur, wenn alle Beteiligten die Situation verbessern wollen und mitarbeiten.
Denn nur gemeinsam können die wichtigsten Fragen beantwortet werden:
Wo liegen die Konflikte? Und welche
Möglichkeiten gibt es, sie zu lösen.
Wie Daniela Scholze berichtete, hätte es
2009 durch das Jugendamt 130 Hilfen
gegeben. Vier Träger würden in der Hansestadt Hilfe anbieten, einer ist das Diakoniewerk. „Die Hilfeleistungen können einige Monate dauern, aber auch
mehrere Jahre“, ergänzt Scholze. Deshalb müsse die Familie ertragen können,
dass ihnen ständig jemand über die
Schulter schaut. Das bestätigt Karin Laudon: „Die Familiemuss im Boot sein, um
etwas bewegen zu können. Wir müssen
sie ermutigen, sich Hilfe zu holen,
Geschäftsführerin Marianne Moll
schaut sich eine Ausstellung an.
Daniela Scholze vom Jugendamt und Angela Voigt vomDiakoniewerk (r.) haben
gemeinsam einen Vortrag gehalten.
denn Ziel ist es nicht, die Kinder wegzunehmen, sondern dieFamilien zu erhalten.“
Kerstin Schröder
10
querbeet 2/ 2010
Vorstellung Elternvertretung
Elternvertretung stellt sich vor
„Wir möchten das Sprachrohr unserer Kinder sein“
ir, die Elternvertretung der Kita „Am
Tannenberg“, möchten uns gern vorstellen.
W
Unsere Kita hat vier Gruppen mit
insgesamt etwa 60 Mädchen und Jungen. Die Eltern dieser Kinder wählen
aus ihrem Kreis Vertrauenspersonen
für die Elternvertretung. Im Moment
gehören dem Gremium neun Mitglieder an: Doerte Kuhr, Daniela Freiholz,
Jana Rudolph, Marita Drewitz, Anna
Wandersee, Ulrike Flügel, Holm Stange, Michael Ehmke und René Magull.
Wir haben alle unterschiedliche Mitglieder der Elternvert
retung haben
Tag ein Erfolg
auch bei der Ju
wird.
Hobbys, Berufe und Ideen. Uns alle
biläumsfeier m
itgeholfen, da
ss der
aber verbindet der Gedanke, aktiv
Wünsche und Meinungen unserer
Im vergangenen Jahr organisier- befestigten Parkplatz einsetzen.
Kinder für eine optimale Kindergarten wir einen Flohmarkt, zu dem wir Auch die Umsetzung von Projekten
tenzeit einzubringen und bei der Umsehr erfolgreich eine Unterschriften- wie „Faustlos“ liegen uns am Herzen.
setzung tatkräftig mitzuwirken.
aktion für bessere Rahmenbedingungen in den Kindergärten von Wir wünschen uns, dass uns die ElDas Sprachrohr unserer Kinder
Mecklenburg – Vorpommern durch- tern ganz aktiv ansprechen, wenn es
zu sein, hat uns bewogen, in der Elführten. Mehr als 70 Karten konnten gilt, Dinge noch besser – zum Wohle
ternvertretung mitzuwirken. Intensiwir so in den „großen Topf“ mit bei- unserer Kinder – zu gestalten.
ve Diskussionen und angeregte Gesteuern.
spräche untereinander und mit der
Natürlich möchten wir es nicht
Kindergartenleitung waren oftmals
Nicht zu vergessen ist unsere ak- versäumen, der Kita „Am Tannenerfolgreich. So konnten wir erreitive Unterstützung bei der Organisa- berg“ ganz herzlich zum 50-jährigen
chen, dass die Sommerschließzeiten
tion und Realisierung des alljähr- Jubiläum zu gratulieren. Wir freuen
von drei auf zwei Wochen verkürzt
uns auf eine weitere gute Zusammenlichen „Butzemannfestes“.
wurden, und in den Ersatzkindergararbeit.
ten für die zwei Wochen eine BezugsIn Zukunft möchten wir uns für
person aus unserer Kindertagesstätte
ganz konkrete Anliegen wie beianwesend ist.
Foto: Kerstin Schröder
spielsweise einen beleuchteten und
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tim
op
zu nutzen –
t.
akoniewerk und uns selbs
Das nächste Heft erscheint im
September 2010.
PS:
Wenn Sie, liebe Leser, auch etwas Interessantes zu erzählen haben von
Leuten im Diakoniewerk, die für ihr Engagement oder ihre Herzlichkeit
bekannt sind, oder wenn Sie einfach auf ein besonderes Jubiläum hinweisen möchten, auf Feste und Tage der offenen Türen, dann schicken Sie
eine kurze Notiz an die Redaktion „querbeet“, Am Wasserturm 4 in 23936
Grevesmühlen, oder per E-Mail an querbeet@diakoniewerk-gvm.de.
Impressum
Herausgeber:
Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg
gemeinnützige gGmbH, Geschäftsstelle
Am Wasserturm 4, 23936 Grevesmühlen
Verantwortlich:
Der Redaktionskreis mit Anne-Kathrin Lüders, Kati Wünsch, Bernd Pluschkell, Karin
Laudon, Kerstin Schröder
Layout und Satz:
satzhaus® für Druck und Werbegrafik
Druck:
Stadtdruckerei Weidner, Rostock
Auflage:
1.000
Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe ist im August 2010.
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Kategorie
Seele and Geist
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