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Informationen zu den wichtigsten Krankheitsbildern Wie häufig ist

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Erkrankungen
Informationen zu den wichtigsten Krankheitsbildern
Durch Anklicken der Beschwerdebilder gelangen Sie direkt zum jeweiligen
Textabschnitt:
• Schlaganfall
• Multiple Sklerose
• Epilepsie
• Morbus Parkinson
• Dystonien
• Kopfschmerzen
• Polyneuropathie
• Schwindel
Wie häufig ist ein Schlaganfall?
Pro Jahr ereignen sich in Deutschland etwa 250.000 Schlaganfälle. Unter einem
Schlaganfall versteht man eine Durchblutungsstörung des Gehirns. Jeder 10.
Deutsche über 50 Jahren stirbt an den Folgen eines Schlaganfalls. Der Schlaganfall
stellt damit die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für
Behinderung und Pflegebedürftigkeit dar.
Was bedeutet Schlaganfall?
Die meisten Schlaganfälle entstehen durch Verstopfung eines Blutgefässes mit
Unterbrechung der Blutzufuhr zu einem Teil des Gehirns. Zweithäufigste Ursache
sind Einblutungen in das Gehirngewebe. Da die Symptome in der Regel schlagartig
auftreten, ist es zu der Bezeichnung Schlaganfall gekommen.
Was sind typische Symptome?
Typische Symptome sind: Lähmungen, Missempfindungen, Taubheitsgefühle,
Sprechstörungen, Wortfindungsstörungen, Sehstörungen, Schwindel oder
Störungen des Bewusstseins.
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Anders als beim Herzinfarkt, der meist mit heftigen Schmerzen einhergeht, zählt
Schmerz nicht zu den typischen Symptomen eines Schlaganfalls. Aus diesem
Grunde werden vor allem nur vorübergehende Ausfallssymptome oft nicht ernst
genommen. Gerade diese sind jedoch häufig Vorboten eines schweren
Schlaganfalls mit dann bleibenden Behinderungen, die möglicherweise bei
rechtzeitiger Diagnose und Therapie hätten vermieden werden können.
Daher gilt: Patienten, bei denen akut die oben beschriebenen Symptome auftreten,
sollten über das Notarztsystem in ein Zentrum mit spezialisierter Schlaganfalleinheit
(stroke unit) eingewiesen werden. Dort findet unverzüglich eine Abklärung und
Entscheidung über die Akutsituation der Therapie statt.
Was ist eine Stroke Unit?
Stroke Units sind hochspezialisierte Stationen, die für die Akutversorgung von
Schlaganfallpatienten eingerichtet sind. Auf der Stroke Unit werden Patienten in der
akuten bzw. instabilen Krankheitsphase untersucht und behandelt. Es können alle
erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen auf sehr hohem
Niveau nach aktuellen Standards durchgeführt werden. Dadurch sind die
Voraussetzungen geschaffen, um für den Patienten das günstigste mögliche
Behandlungsergebnis zu erreichen
Bei einer überregionalen Stroke Unit wie in unserer Klinik besteht eine
24-Stunden-Versorgung im ärztlichen und pflegerischen Bereich. Alle erforderlichen
diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bis hin zur Angiographie und
lokalen Lyse sind in 24-Stunden-Bereitschaft vorhanden.
Alle Patienten werden mehrmals täglich untersucht. Es erfolgt eine kontinuierliche
Überwachung von EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Atmung, von
Herzfrequenz und Temperatur sowie eine engmaschige Kontrolle des Blutzuckers.
Es besteht jederzeit die Möglichkeit, auf Abweichungen dieser Parameter zu
reagieren und so eine bestmögliche Genesung zu ermöglichen.
Die Überwachung der Patienten liefert auch diagnostische Informationen. So
können Herzrhythmusstörungen besser erkannt und Hinweise auf eine arterielle
Hypertonie oder ein obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS) gewonnen werden.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Behandlung auf einer Stroke Unit besteht in
der Vermeidung von Komplikationen. Als wichtigste Komplikationen sind
Pneumonie, Harnwegsinfektion, Dekubitus und Thrombose zu nennen.
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Darüber hinaus erfolgen auf einer Stroke Unit zu Beginn und im weiteren Verlauf die
wichtigsten Zusatzuntersuchungen wie Doppler- und Duplexsonographie,
Echokardiographie und eine erste Labordiagnostik zur Abklärung der
Schlaganfallursache.
In der Regel können Sekundärprävention (Schutz vor erneutem Schlaganfall)
begonnen und Risikofaktoren behandelt werden.
Ein weiterer Baustein in dem Konzept der Stroke Unit ist die rasch einsetzende
Therapie mit Krankengymnastik, Logopädie und Ergotherapie entsprechend den
individuellen Erfordernissen. Spezielle Therapieverfahren wie eine Antikoagulation
oder Thrombolyse stellen auf die bisher genannten Maßnahmen aufbauende
zusätzliche Therapieverfahren dar. Diese besonderen Therapien sind nur wenigen
Patienten vorbehalten, erfordern entsprechende Erfahrung, Kompetenz und eine
gute Logistik.
Die Summe der auf einer Stroke Unit gewonnenen Informationen ermöglicht bereits
nach kurzer Zeit die Planung und Organisation des weiteren Vorgehens. So können
Patienten von der Stroke Unit direkt nach Hause entlassen oder in eine
Rehabilitationseinrichtung oder ein heimatnahes Krankenhaus zur weiteren
Einstellung der vaskulären Risikofaktoren verlegt werden. Am häufigsten werden die
Patienten auf eine Allgemeinstation verlegt, um die Diagnostik zu vervollständigen,
über die Sekundärprophylaxe zu entscheiden oder ? sofern dies erforderlich ist ?
die weitere pflegerische Versorgung zu regeln.
Kann man einen weiteren Schlaganfall verhindern?
Um das Risiko für das erneute Auftreten eines Schlaganfalls zu senken, werden bei
den meisten Patienten nach einem ersten Schlaganfall Medikamente wie
Acetylsalicyläure (z. B. ASS®) oder Clopidogrel (z.B. Iscover®, Plavix®) oder
Dipyridamol+ASS (Aggrenox®), manchmal auch Cumarine (Marcumar®) gegeben.
Ebenso wichtig für die Verhinderung eines erneuten Schlaganfalls ist die Einstellung
der Risikofaktoren wie Bluthochdruck, schlecht eingestellter Blutzucker,
Fettstoffwechselstörungen, Rauchen und starker Alkoholkonsum. Sollte sich in der
Ultraschalluntersuchung der Halsgefässe eine kritische Engstelle an den
Halsschlagadern zeigen, kann diese in Zusammenarbeit mit der
allgemeinchirurgischen Klinik unseres Hauses operiert oder mittels einer
Ballondilatation (Stent) aufgedehnt werden.
Umfassende Informationen rund um das Thema Schlaganfall und
Stroke Unit, stellen wir Ihnen auch mit diesem Film-Beitrag zu
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Verfügung.
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Multiple Sklerose
In unserer Neurologischen Klinik liegt ein Schwerpunkt in der Behandlung von
Patienten mit Multipler Sklerose. Wir bemühen uns um eine optimale und für den
Patienten auch praktische Betreuung durch die Verzahnung von stationärer
Abklärung und einer großen MS-Spezialambulanz. Unsere Klinik ist seit 2007
aufgrund der großen Erfahrung von der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft
mit dem Zertifikat "Anerkanntes MS-Zentrum" ausgezeichnet.
Was ist Multiple Sklerose?
Die Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des
Zentralen Nervensystems (ZNS; Gehirn und Rückenmark), bei der Abwehrzellen
des körpereigenen Abwehrsystems ohne sinnvollen Grund Teile der Markschicht,
die die Nerven umhüllt (Myelinscheiden) und die Nervenbahnen selbst (Axone)
angreifen. Teilweise können die angegriffenen Myelinscheiden repariert werden,
aber von Anfang an wird ein Teil der Axone funktionsuntüchtig und geht zugrunde.
Die Erkrankung beginnt schon weit früher als erste Krankheitszeichen sichtbar
werden, die Krankheitszeichen können letztlich in jedem Alter auftreten, obwohl ein
Krankheitsbeginn vor der Pubertät bzw. nach dem 60.Lebensjahr selten ist.
Wie häufig ist Multiple Sklerose?
Die Multiple Sklerose ist die häufigste neurologische Erkrankung des jungen
Erwachsenenalters.
Weltweit erkranken ca. 2 Millionen Menschen, in Deutschland wird die Zahl der
Betroffenen auf 120.000 bis 180.000 geschätzt.
Das Durchschnittsalter bei Beginn der Erkrankung liegt zwischen 20 und 45 Jahren;
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Frauen erkranken häufiger als Männer (Verhältnis 3:2).
Welche Verlaufsformen gibt es?
Der Krankheitsverlauf ist bei jedem einzelnen unterschiedlich
• bei über 80 % der Patienten beginnt die MS mit einem
schubförmigen Verlauf
• bei ca. 40 % kommt es unbehandelt über eine Zeitachse von ca. 10
Jahren zum Übergang von der schubförmigen in eine schleichende,
die sekundärchronisch-progrediente Verlaufsform; Schübe können
zusätzlich auftreten
• bei 5 bis 10 % der Patienten ereignen sich nie Schübe, die
Erkrankung nimmt von Beginn an einen schleichenden primär
chronisch-progredienten Verlauf
Auch die Intensität der Schübe und des schleichenden Voranschreitens ist bei
jedem Betroffenen höchst unterschiedlich.
Was ist ein Schub?
Unter einem Schub versteht man das Neuauftreten oder die erhebliche Verstärkung
von bereits zuvor vorhandenen Symptomen. Die Symptome eines Schubes können
vielfältig sein; so können z.B. Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen,
Koordinationsstörungen und Sehstörungen oder Störungen beim Wasserlassen
auftreten. Anders als z.B. beim Schlaganfall treten diese Symptome in der Regel
nicht schlagartig auf. Die Symptome halten bei einem Schub mindestens 24
Stunden an, treten mit einem Intervall von 30 Tagen zu vorausgegangenen
Schüben auf und sind bei einem echten Schub nicht durch Veränderungen der
Körpertemperatur (Uhthoff-Phänomen) oder Infektionen zu erklären.
Wie wird die MS diagnostiziert?
Es gibt keine einzelne Untersuchung, anhand derer man die Diagnose einer
Multiplen Sklerose stellen kann. Neben typischen neurologischen Symptomen sind
bestimmte Veränderungen in der Kernspintomographie (MRT), in der
Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor), sowie in den elektrophysiologischen
Untersuchungen (VEP, FAEP, SSEP, MEP) typisch.
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Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Schubtherapie:
Ein Schub wird in der Regel mit einer Cortisonstoßtherapie behandelt.
Prophylaxe mit dem Ziel, den Krankheitsverlauf herauszuzögern und zu
mildern:
Seit 1996 ist es möglich, nicht nur symptomatisch Schübe zu behandeln, sondern
mit sogenannten Immunmodulatoren den Verlauf der Erkrankung positiv zu
beeinflussen, dabei die Häufigkeit und Intensität von Schüben zu reduzieren und
das Fortschreiten der Erkrankung zu mildern. Derzeit zugelassene Medikamente
sind die ß-Interferone (Avonex®, Betaferon® und Rebif®) und das Glatirameracetat
(Copaxone®). Ausserdem stehen Immunssuppressiva wie Mitoxantron
(Ralenova®), Azathioprin und Cyclophosphamid (Endoxan®) zur Verfügung. In
bestimmten Therapiesituationen können auch intravenöse Immunglobuline zum
Einsatz kommen.
Mit dem Medikament Tysabri®, einem monoklonalen Antikörper, ist seit 2006 ein
sehr wirksames Medikament zur Behandlung von hochaktiven schubförmigen
Verläufen der MS oder von Verläufen, die durch Behandlung mit ß-Interferonen oder
Copaxone nicht zu stabilisieren sind, zugelassen worden.
Lebhaft wird an weiteren Medikamenten geforscht. Auch an unserem Hause werden
in der Multiple-Sklerose-Ambulanz klinische Studien durchgeführt, die zur
Zulassung eines neuen Medikaments führen können.
Symptomatische Therapie:
Neben der Schubtherapie und immunmodulatorischen Basistherapie hat auch die
Therapie von Symptomen einen wichtigen Stellenwert. Viele Symptome lassen sich
mit Medikamenten, Physiotherapie, Ergotherapie und physikalischen Massnahmen
gut lindern.
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Warum entsteht ein epileptischer Anfall?
Epilepsien können Folge einer anderen Erkrankung sein (symptomatisch), aber
auch ohne erkennbare Ursache auftreten (idiopathisch). Ursachen einer
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symptomatischen Epilepsie sind häufig Hirnverletzungen, Schlaganfälle,
Alkoholentzug oder Hirntumoren. Bei idiopathischen Epilepsien geht man von einer
angeborenen erhöhten Neigung zu epileptischen Anfällen aus. Es gibt Epilepsien,
die nur ganz bestimmte Hirnregionen betreffen (fokal), und solche, die das gesamte
Gehirn mit einbeziehen (generalisiert).
Welche Untersuchungen werden durchgeführt?
Am Anfang der Diagnostik steht die Krankengeschichte und insbesondere die
Aussage von Personen, die den Anfall beobachtet haben. Hierbei ist vor allem
wichtig, wie der Anfall begonnen hat, welche Gesichtsfarbe der Patient hatte, ob es
zu unnatürlichen Bewegungen gekommen ist, ob diese Bewegungen den gesamten
Körper oder nur einzelne Gliedmaßen betroffen haben, ob der Patient bewusstlos
war und wie lange es gedauert hat, bis er wieder orientiert war. Bei vielen
epileptischen Anfällen kann sich der Patient typischerweise an den Anfall selbst
nicht erinnern (Amnesie), in anderen Fällen werden bestimmte Vorboten eines
Anfalls durch den Patienten geschildert. Diese Angaben sind wichtig, um
epileptische Anfälle besser einordnen zu können und von anderen Erkrankungen
wie z.B. Synkopen (Ohnmachtsanfälle durch Fehlregulation des Kreislaufs)
abzugrenzen. Danach kommen die klinische Untersuchung sowie technische
Untersuchungsverfahren wie EEG, bildgebende Verfahren (MRT oder CCT) und
ggf. Liquor- und Labordiagnostik zum Einsatz.
Ist eine Therapie notwendig?
Nach einem ersten epileptischen Anfall muss nicht in jedem Fall eine Therapie
durchgeführt werden. Ihr Arzt wird dies ausführlich mit Ihnen besprechen. Wenn Sie
und der Arzt sich zu einer Behandlung entschließen, ist erstes Ziel der Behandlung,
eine vollständige Anfallsfreiheit ohne medikamentöse Nebenwirkungen, manchmal
aber auch eine Verringerung der Anfallshäufigkeit oder die Verminderung der
Schwere der Anfälle.
Nicht der Anfall allein ist es, der viele Betroffenen dazu veranlasst, einer
Behandlung zuzustimmen, sondern die sozialen Auswirkungen einer Epilepsie. In
einer Lebensqualitätsuntersuchung wurden erwachsene Epilepsiepatienten mit
mittelschweren Epilepsien nach ihren Sorgen in Zusammenhang mit ihrer
Erkrankung befragt. Die am häufigsten genannten Befürchtungen sind demnach
Probleme mit oder durch:
• Fahrerlaubnis (28%)
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• Arbeitsstelle (23%)
• Unabhängigkeit (10%)
• Verletzungsgefahr (7%)
• Medikamentennebenwirkungen (5%)
Welchen Therapien gibt es?
Der Einsatz von Medikamenten ist die am häufigsten angewendete
Behandlungsform. Wichtig ist auch die Erkennung und Vermeidung von
Anfallsauslösern. Seltener kann eine operative Entfernung von Anfallsherden oder
Leitungsunterbrechung (Durchtrennung von Nervenbahnen, über die sich Anfälle
ausbreiten) die sinnvollste Therapiemethode sein.
Wo sollte die Behandlung erfolgen?
Bei einem erstmalig aufgetretenen epileptischen Anfall oder bei einer
Anfallshäufung sollte, in der Regel mit Notarzt, eine sofortige Vorstellung in einer
Neurologischen Klinik erfolgen.
Grundsätzlich kann nach der stationär durchgeführten Diagnostik die Behandlung
eines Epilepsiepatienten vom Hausarzt in Zusammenarbeit mit einem Neurologen
mit Epilepsieerfahrung erfolgen. Für Patienten mit besonderen diagnostischen,
therapeutischen oder sozialen Problemen wurden Epilepsieambulanzen
eingerichtet. Dies sind regionale Spezialeinrichtungen, die der Diagnostik,
Behandlung und der sozialmedizinischen Betreuung von Problemfällen sowie der
epileptologischen Fortbildung niedergelassener Ärzte und aller mit der
Rehabilitation Epilepsiekranker befasster Personen dienen. Ziel der Betreuung in
einer spezialisierten Ambulanz ist nicht nur die korrekte Diagnosestellung und
Therapie von Problempatienten, sondern die umfassende Aufklärung über das
Krankheitsbild und die Beratung bezüglich Berufswahl, Impfungen,
Wechselwirkungen mit anderen medikamentösen Therapien,
Medikamentenänderungen bei geplanten Operationen oder Schwangerschaft,
Gefahren bei Reisen, Fahrtauglichkeit und die genetische Beratung. Auch in
unserer Klinik ist eine Anbindung in der Spezialambulanz für Epilepsie auf
Überweisung durch einen Neurologen oder Nervenarzt möglich.
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Wie häufig ist die Parkinson'sche Krankheit?
In der Bundesrepublik leben derzeit etwa 200.000 bis 250.000 Parkinson-Patienten.
Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen liegt bei ca. 20.000 bis 25.000.
Woher kommt der Name Parkinson'sche Krankheit?
Namensgeber der Parkinson'sche Krankheit ist der Londoner Arzt und Apotheker
James Parkinson, der von 1755 bis 1824 lebte. Er veröffentlichte als erster im Jahre
1817 eine Abhandlung über diese Krankheit: "Essay on the Shaking Palsy", zu
deutsch: "Über die Schüttellähmung". Mit scharfer Beobachtungsgabe beschrieb er
die wichtigsten Symptome der später nach ihm benannten Krankheit. Der berühmte
französische Nervenarzt Professor Jean Marie Charcot war 1884 der erste, der den
Namen Morbus Parkinson, also Parkinson'sche Krankheit, benutzte.
Was passiert bei der Parkinson'schen Krankheit?
Aus noch nicht geklärter Ursache verlieren Nervenzellen einer bestimmten Region
im Gehirn (schwarze Substanz) ihre Funktion und können daher den Botenstoff
Dopamin nicht mehr produzieren. Das Dopamin ist u.a ein Botenstoff im Gehirn, der
Regulationsprozesse für die Beweglichkeit der Muskeln und Bewegungskontrolle
und aber auch vieles mehr vermittelt. Die Entdeckung dieses
Krankheitsmechanismus wurde erst in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts
gemacht, so dass dann auch erst ein medikamentös therapeutischer Ansatz
geschaffen werden konnte. Ziel ist, das fehlende Dopamin zu ersetzen. Das kann
geschehen durch Dopamin selbst bzw. einer Vorstufe (L-Dopa) oder durch Imitation
der Dopaminwirkung an den direkten Wirkorten des Dopamins im Gehirn mittels so
genannter Dopaminagonisten.
Warum ist eine sichere Diagnosestellung so wichtig?
Es gibt eine Reihe an Erkrankungen, die ähnliche oder sogar die gleichen
Symptome wie die Parkinson'sche Krankheit zeigen. Diese Erkrankungen haben
aber andere Ursachen, werden teilweise auch anders behandelt und haben eine
andere Prognose. Hierzu gehören unter anderem Krankheiten wie ein vaskuläres
Parkinson-Syndrom (Verlust der dopaminproduzierenden Nervenzellen durch
wiederholte kleine Schlaganfälle), ein Normaldruckhydrozephalus
(Nervenwasserzirkulationsstörung), Multisystematrophien
(Rückbildung/Degeneration bestimmter Regionen im Gehirn und Rückenmark noch
ungeklärter Ursache) oder ein medikamentös bedingtes Parkinsonoid (durch
Medikamente gegen Unruhe und Wahrnehmungsstörungen).
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Wo sollte ein Parkinson-Patient betreut werden?
Aufgrund des meist schleichenden Beginns der Erkrankung erfolgt meistens
anfangs eine Vorstellung beim niedergelassenen Neurologen oder Nervenarzt. Zur
Sicherung der Diagnose, oder bei schwer behandelbaren Patienten kann eine
stationäre Behandlung notwendig oder Vorstellung in unserer Spezialambulanz für
Bewegungsstörungen sinnvoll sein. Bei akuter Verschlechterung, z.B. im Rahmen
eines Infekts, kann auch eine notfallmäßige stationäre Einweisung notwendig
werden.
Die Auswahl des Medikamentes geschieht nach sorgfältiger Untersuchung des
Patienten in Abhängigkeit von der vorherrschenden Symptomatik, des Alters des
Patienten, der Schwere und der Schnelligkeit des Verlaufs der Erkrankung.
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Dystonien
Was ist das?
Bei Dystonien handelt es sich um unwillkürlich einsetzende willentlich nicht
unterdrückbare Bewegungen einzelner Muskelgruppen.
Die Störung betrifft meistens ganz bestimmte Körperregionen wie Kopf und Hals
(cervikale Dystonie, Schiefhals oder Tortikollis genannt) oder auch die Augen mit
unwillkürlicher Blinzelneigung (Blepharospasmus) oder bewegungsprovoziert den
Arm und die Hand im Sinne eines Schreibkrampfes. Auch kann der ganze Körper
betroffen sein.
Meistens lässt sich keine Ursache finden, manchmal entstehen Dystonien nach
Schädigungen bestimmter Hirnregionen.
Die Therapie ist medikamentös möglich aber führt häufig nicht zu einer zufrieden
stellenden Reduktion der Symptome, so dass sich seit Anfang der neunziger Jahre
eine symptomatische lokale Behandlung etabliert hat: es wird ein Gift mit
muskellähmender Wirkung direkt in die überaktiven Muskeln gespritzt. Die Krankheit
wird dadurch zwar nicht geheilt aber immerhin ist eine Rückgewinnung an
Lebensqualität zu erreichen. Bei dem Medikament handelt es sich um ein
aufgereinigtes Bakteriengift (Botulinumtoxin). Die Wirkdauer beträgt 3 Monate. Die
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Behandlung kann ohne Nebenwirkung beliebig lange fortgeführt werden.
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Was kann sich hinter Kopfschmerzen verbergen?
Kopfschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben, so z.B.:
• Migräne
• Spannungskopfschmerz
• Hirntumor
• Hirnblutung
• Sinusvenenthrombose
• Hirnhautentzündung (Meningitis)
Das Symptom Kopfschmerzen kann also ernste, dringend behandlungsbedürftige
Gründe oder auch harmlosere Gründe haben. Bei akut einsetzenden, bislang nicht
bekannten heftigen Kopfschmerzen ist zum Ausschluss ernster und sofort zu
behandelnder Ursachen eine umgehende Vorstellung in einer Neurologischen Klinik
erforderlich.
Welche Untersuchungen werden durchgeführt?
Wichtig für die korrekte Diagnosestellung ist die detaillierte Befragung des Patienten
und eine klinische Untersuchung. Je nach Ergebnissen werden im Anschluss daran
Untersuchungen wie bildgebende Verfahren (CCT und/oder MRT), EEG und
Liquorpunktion durchgeführt werden.
Welche Therapie ist die richtige?
Die Therapie von Kopfschmerzen richtet sich nach der jeweiligen Ursache.
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Was versteht man unter einer Polyneuropathie?
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Unter Polyneuropathie (PNP) versteht man die Erkrankung mehrerer peripherer
Nerven, typischerweise an Armen oder Beinen. Die PNP kann vorzugsweise solche
Fasern schädigen, die für die Gefühlswahrnehmung zuständig sind, oder solche, die
die Muskeln ansteuern. Entsprechend finden sich dann in erster Linie
Gefühlsstörungen oder Lähmungen. In vielen Fällen handelt es sich allerdings um
Mischformen.
Welches sind Ursachen für eine Polyneuropathie?
Die beiden häufigsten Ursachen der PNP sind Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
und Alkoholmissbrauch. Neben der Zuckerkrankheit und dem Alkoholmissbrauch
gibt es eine Vielzahl von möglichen Ursachen. Hierzu zählen unter anderem
Entzündungen der Nerven oder der Blutgefäße, die die Nerven versorgen,
Stoffwechselerkrankungen, Vitaminmangel (z.B. Vitamin B12 und Folsäure),
Chemotherapien und genetische Ursachen.
Welche Untersuchungen werden durchgeführt?
In der Regel wird bei Vorliegen einer PNP mittels Elektromyographie,
Elektroneurographie und Evozierten Potentialen untersucht, ob vorwiegend
motorische oder sensible Nervenleitbahnen betroffen sind und ob die Schädigungen
bevorzugt die Nervenbahnen oder die sie umhüllenden Markscheiden betreffen. Im
nächsten Schritt werden mögliche Ursachen der PNP identifiziert. Hierbei wird
üblicherweise nach einem Stufenschema vorgegangen. Nach Ausschluss häufiger
Ursachen wird nach selteneren Ursachen gesucht. Im Rahmen dieser
Untersuchungen kommen je nach Konstellation umfangreiche
Laboruntersuchungen, eine Liquorpunktion bis hin zur Probeentnahme eines Nervs
in Betracht.
Wie kann ich eine Polyneuropathie behandeln?
Die Therapie einer PNP richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Aus diesem Grund
ist die zum Teil aufwändige Diagnostik erforderlich. Schmerzhafte
Missempfindungen durch eine PNP lassen sich außerdem gut mit bestimmtem
Medikamenten lindern, in manchen Fällen kann eine Physiotherapie sinnvoll sein.
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Welche Ursachen kann Schwindel haben?
Schwindel ist sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich eines der am
häufigsten geklagten Symptome überhaupt. Schwindel ist Folge ganz
unterschiedlicher Erkrankungen.
Schwindel kann auftreten bei
• Schädigungen des Gehirns (Zentraler Schwindel, z.B. Schlaganfall)
• Schädigungen des Gleichgewichtsnervs (Neuritis vestibularis)
• Schädigungen oder Irritationen des Innenohrs (Gutartiger
Lagerungsschwindel, Menière'sche Krankheit)
• Kreislaufstörungen (orthostatische Dysregulation,
Herzrhythmusstörungen)
• Psychischen Problemen (Phobischer Schwindel)
Wie kann man die Ursache des Schwindels herausfinden?
Maßgeblich ist eine frühzeitige detaillierte Erhebung der Krankengeschichte. Der
Schwindel wird typische Unterformen
(Dreh-/Schwank-/Lift-/Drift-/Benommenheitsschwindel) unterteilt. Wir erfragen
Zusatzsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Schwarzwerden vor den Augen,
Ohrgeräusche, Ohrdruckgefühl, Hörminderung, undeutliche Aussprache,
Lähmungen, Gefühlsstörungen und Angst. Auch die zeitliche Abfolge der genannten
Beschwerden und bestimmte Auslösemechanismen wichtig. Die anschließende
körperliche Untersuchung sowie weitere technische Untersuchungsverfahren, hier
insbesondere MRT, AEP, Doppleruntersuchung der Hals- und Hirngefäße und ggf.
eine ergänzende Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohrenarzt oder Untersuchungen
des Herz-/Kreislaufsystems führen zur Ursache des Schwindels.
Welche Therapien können zum Einsatz kommen?
Die Therapie von Schwindel richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Grundlegend
für alle Schwindelformen ist es jedoch, rasch für möglichst intensive Bewegung zu
sorgen und Meideverhalten zu unterlassen, weil es ansonsten auch bei harmlosen
Schwindelformen zu einer phobischen Verarbeitung mit Entwicklung eines
Phobischen Schwindels kommen kann.
Wie schnell muss Schwindel abgeklärt werden?
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Bei plötzlichem Auftreten eines Schwindels sollten Sie sich sofort in einer
Neurologischen Klinik vorstellen, um ernste Ursachen wie z.B. einen zugrunde
liegenden Schlaganfall rechtzeitig erkennen zu können. Bei bereits länger
bestehenden Beschwerden ist eine ambulante Untersuchung möglich
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