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Heute sehe ichs Schattentäler, wie lang verharrte ich - Asaro Verlag

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Heute sehe ich’s
Schattentäler, wie
lang verharrte ich in euch!
Doch wart ihr, heute
sehe ich’s, Wegbereiter
auf der Suche nach dem Licht.
Ima omou ni
Usugurai keikoku yo,
dorehodo ita darou ka!
Daga, kyou wa betsu
Soko ni aru
Hikari wo sagashi-motomeru michishirube
(übersetzt ins Japanische: schnellübersetzer.ch)
-7-
INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort
Tanka / Haiku / Senyrû – eine kleine Einführung
Hoffnung
Neubeginn
Alter Winter
Bald
Februar
Heute
Bald schon
Ich schau dich an
Sehen
19
20
21
22
23
24
25
26
Zwischenseiten
Wer
Erfahrung
Schwarz auf Weiß
Licht
***
Ein lieber Mensch
Tränenblüte
Ein Traum
Herzblut
Zartbitter
Zum Ziel
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
-9-
Sonnenseiten
Lächeln
An meine Freunde
Heimat
Wieder daheim
Einklang
Im Frühlingsgarten
Blumenzeit
Seerose
Mohnblüte
Herbstgold
Mein Wald
Traumhaft
Spiegelung
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
Schattenseiten
Ein Wort
Dort
Noch nicht
Immer noch
Was nicht
Impression
Unnahbar
59
60
61
62
63
64
65
Liebe
Berühren
Für dich
Nun du
Wenn
Herzwärts
Wolkenschweber
Ein Sommer
69
70
71
72
73
74
75
- 10 -
Nun aber
Nun
Noch einmal
Kein Name
In mir
Geborgen
Als wär’s
Dein Herz
Dann
Nur dort
Sie heißt »du«
Sing es
Unser
Von nun an
Zeit der Nähe
Ankunft bist du
Aus Liebe
Aus deinem Innen
Bis zum Grund
Dann
Hingabe
Dieses Geheimnis
Brücken
Deine Anmut
An dich
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
90
91
92
93
94
95
96
97
98
99
100
Abschied
Zarte Rufe
Ein Tag wie dieser
Abschied
Blätter im Wind
Kinder
103
104
105
106
107
- 11 -
Vorwort
Haiku. Senryû. Tanka. Siebzehn Silben. Oder einunddreißig. Da bleibt nicht viel Raum für das Wort. Denkt
man.
Womöglich verhält es sich aber auch anders. Es ist
nicht der Raum für das Wort, der zählt, sondern die
Worte, die uns den Raum dahinter öffnen. Man muss
sich fragen, wohin uns diese Art der Poesie führen will.
Der Titel des neuen Buches von Markus P. Baumeler
verrät es uns:
»Heute sehe ich’s«
Markus P. Baumeler schreibt uns gleichsam das
Vorwort für eigene Gedanken, Bilder und Geschichten. Der Autor als Mittler. Er schenkt dem Leser Bilder, Gefühle, Stimmungen. Dann lässt er uns gehen.
Gehen mitten hinein ins »Heute sehe ich’s«.
Natürlich bedarf es dazu der Neugier des Lesers.
Und es bedarf des Mittlers, der uns beschenkt und
Räume öffnet. Markus P. Baumeler ist es gelungen,
ein Mittler zu sein. Manchmal erscheinen seine Texte
wie ein fast leerer Rahmen, gefüllt nur mit einem Gedanken, hier und dort – wie ein paar leicht andeutende Pinselstriche.
Dann wieder zeichnet er ein volleres Bild. Doch immer
bleibt die Möglichkeit des Weitergehens. Das zeichnet
die Texte/Kurzgedichte dieses Autoren aus.
Siebzehn Silben. Oder einunddreißig. Da bleibt viel
Raum … Heute sehe ich’s!
Otto Lenk, Buchautor, Delkenheim-Wiesbaden
- 12 -
Tanka / Haiku / Senryû
Eine kleine Einführung
Tanka
Das Tanka ist - wie das Haiku und Senryû - eine japanische Gedichtsform. Bei allen drei Formen liegt ihre
Würze unter anderem in der Kürze. Die Tanka sind jedoch wesentlich älter als die Haiku und Senryû und
basieren vermutlich auf mündlich tradiertem Liedgut
und der chinesischen, ev. auch der koreanischen Dichtung.
Die Tanka-Dichtkunst wurde in den Anfängen vor allem vom höfischen Adel gepflegt. So wurden am
Kaiserhof unter anderem regelmäßig Tanka-Wettkämpfe durchgeführt, deren Ausgang nicht zuletzt über den
sozialen Status der teilnehmenden Höflinge entschied.
(Beispiel für einen Tanka-Wettstreit: Wer dichtet das
beste Tanka auf ein bestimmtes Stichwort hin.)
Das Tanka behandelt - im Gegensatz zum auf die
Naturbetrachtung konzentrierten Haiku - alle Themen
des japanischen Lebens. Zur Zeit der ersten Kaiser
standen vor allem Liebe und Wein im Zentrum der
Tanka, danach - zur Zeit der Kriegerfürsten und Samurai - oft Kampf und Krieg.
Wie das Haiku wurden die Tanka jedoch auch vom
Zen-Buddhismus und dem Shintoismus geprägt. Deshalb behandeln auch viele Tanka Naturszenen und die
Vergänglichkeit des Seins.
Das Tanka ist ein 31-silbiger Fünfzeiler. Es besteht
aus dem 3-zeiligen kami-no-ku mit 5-7-5 Silben und
dem 2-zeiligen shimo-no-ku mit je 7 Silben. Daraus
ergibt sich das Silben-Schema: 5-7-5 7-7.
Mit dem kami-no-ku - dem Dreizeiler oder der Oberstrophe - wird das Thema des einzelnen Tanka quasi
- 13 -
einleitend umrissen. Im shimo-no-ku - dem abschließenden Zweizeiler oder der Unterstrophe - wird die
Schlussfolgerung gezogen und damit das Thema abgeschlossen.
Haiku
Ein Haiku ist eine besonders kurze Gedichtform, deren Worte von der Beobachtung der Natur inspiriert
wurden.
Die ersten Haiku entstanden in Japan schon vor 700
Jahren.
Die Blütezeit der Haikus war das 17. Jahrhundert.
Matsuo Basho (1644-1694) ist ein Hauptvertreter des
japanischen Haiku.
Ein bekanntes Beispiel des Meisters:
furuike ya
kawazu tobikomnu
mizu no oto
Am uralten Teich
springt ein Frosch vom Uferrand
Ein Ton im Wasser.
Das Gedicht besteht also nur aus 5-7-5 = 17 Silben.
Der erste Eindruck erscheint spielerisch, aber wenn
man über diese alten Haikus nachdenkt, spürt man
die metaphysische Tiefe, die sie besitzen.
Senryû
Das Senryû ist eine dem Haiku sehr ähnliche japanische Gedichtform. Während das Haiku aber mehr der
Natur zugewandt ist, befasst sich das Senryû mehr
mit dem Persönlichen, dem Emotionalen. Wie ein Haiku hat auch das Senryû drei Verse mit traditionell fünf,
sieben und fünf Silben.
- 14 -
In der deutschen Fassung ist die Silbenzählung umstritten. In der japanischen Kalligraphie werden nicht
Silben gezählt, sondern die charakteristische Form
ergibt sich aus der bildhaften Darstellung, bei der jeder Silbe ein Schriftzeichen entspricht. Die Verse werden in der japanischen Form untereinander geschrieben.
Erst in neuerer Zeit erreichten Senryû eine größere
Bedeutung. Oft werden sie auch von Neulingen mit
Haiku verwechselt, wenn als einziges Kriterium nur die
Silbenzahl verwendet wird.
Quelle: wikipedia.org
- 15 -
Hoffnung
Copyright: Marianne Chopard-Wiedmer
Neubeginn
Stürzt ein Himmel ein,
stirbt sein Regenbogen mit,
benetzt die Tiefe,
dass neuer Himmel wachse,
voller Möglichkeit und Licht.
- 19 -
Alter Winter
Bald stirbt ein viel zu
alter Winter an meinem
Mittsommernachtstraum.
- 20 -
Bald
Als weinte der Tag,
schmilzt Regen heute den Schnee.
Es schlummert das Licht.
Doch ahn’ ich, es wird leuchten
noch dem altersmüden Jahr.
- 21 -
Februar
Noch liegt die Sonne
lange auf dem See, malt spät
erst blasses Rosa
in den Winterhimmel. Doch
etwas Frühling atmen wir.
- 22 -
Heute
Die Sonne blinzelt
uns durch raureifgeschmückte
Bäume Hoffnung zu.
- 23 -
Bald schon
Glitzernde Perlen
auf Blumen und Gras, sind bald
schon Eiskristalle,
sind Freude uns, auch Hoffnung,
in ihrem Sein und Wandel.
- 24 -
Ich schau dich an
Strahlende Augen,
wärmendes Heimatgefühl,
tauende Hoffnung.
- 25 -
Sehen
Bald weichen Ängste,
bricht Licht die Dunkelheit, und
wir werden sehen.
- 26 -
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Seele and Geist
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