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Ausgefülltes Berufsleben: wie erreichen? - Akademie für

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NACHRICHTEN UND BERICHTE
Ausgefülltes
Berufsleben:
wie erreichen?
Berufsbegleitender
Master-Studiengang
„Integrated Practice in
Dentistry“ startet wieder
ab Oktober 2013
Prof. Dr. Michael Dick muss keine
Sekunde überlegen, um auf die
Frage zu antworten, was das postgraduale Masterstudium „Integrated
Practice in Dentistry“ dem Zahnarzt
bringen könne. „Ein reichhaltigeres
Berufsleben“, lautet die bündige
Auskunft, die der Lehrstuhlinhaber
für Betriebspädagogik an der Ottovon-Guericke-Universität Magdeburg dann aber doch noch ergänzt:
Man lerne, die eigene Praxis mit wissenschaftlichen Methoden viel stärker zu reflektieren und entwickele
sich dabei weiter – fachlich, aber
auch persönlich; Berufliches und Privates seien im positiven Sinne nicht
länger strikt voneinander getrennt.
Beruf verstehe sich nicht mehr als
routinemäßiges Abarbeiten von Fällen, das auf Dauer ermüde und frustriere. Auch das kollegiale Verhalten
ändere sich; mit gewonnener eigener
Überlegenheit werde man offener
für Erfahrungen anderer, die man
selber nutzen kann.
Unternehmer, Chef, Kollege
Das ist offenbar nicht zu viel versprochen, sondern als Ergebnis
zurückliegender Studiengänge wissenschaftlich evaluiert worden. Etwa
hundert Zahnärzte haben seit 2004
das berufsbegleitende Studium in
Angriff genommen und nach jeweils
zwei Jahren als Master of Arts (M.A.)
beendet, darunter auch einige aus
Sachsen-Anhalt.
Dieser in seinem innovativen,
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Prof. Dr. Michael Dick
ganzheitlichen Ansatz außergewöhnliche Studiengang wurde von
der Akademie für zahnärztliche
Fortbildung Karlsruhe und der Ottovon-Guericke-Universität Magdeburg gemeinsam entwickelt. Der viel
zu früh verstorbene Prof. Dr. Michael
Heners, Karlsruhe, und der Pädagoge Prof. Dr. Winfried Marotzki, Magdeburg, konzipierten ein MasterCurriculum, das gleichermaßen
zahnmedizinisch-fachliche wie professionsübergreifende Kompetenzen
als Unternehmer, Führungskraft im
Mitarbeiter-Team, Gestalter partnerschaftlicher Arzt-Patienten-Beziehungen, aber auch als Kollege im
Umfeld der Zahnarztpraxis vermitteln will.
Damit schließt sich eine Lücke, die
im Zahnmedizinstudium offen bleibt
und von den Berufsstartern, wenn
sie allein vor den neuen Aufgaben in
ihrer eigenen Praxis stehen, oft
schmerzlich empfunden wird. Andererseits, so die Überzeugung von
Prof. Dick, sind Studenten für Belange des Unternehmer- und TeamChef-Seins meist herzlich wenig sensibiliert – die Motivation, sich damit
auseinanderzusetzen, entstehe mit
dem Bewusstwerden des tatsächlichen Bedarfs.
Berufsbegleitend
Sieben (inzwischen aktualisierte)
Module in vier Semestern einschließlich Masterarbeit und AbschlussKolloquium, monatliche Präsenzver-
Zahnärztliche Nachrichten Sachsen-Anhalt 6/2013
Informationsveranstaltung zum Studiengang „Integrated
Practice in Dentistry, M. A.“ am
10. Juli 2013 um
18 Uhr in der Ottovon-Guericke-Universität Magdeburg,
Zschokkestraße 32,
Gebäude 40, Raum
036.
Anmeldungen
erbeten unter:
integrated.dentistry
@ovgu.de
anstaltungen (je nach Inhalt in vor
allem Magdeburg und Karlsruhe)
sowie studienbegleitende Projekte –
das erwartet die Teilnehmer des Studiengangs. Bereits absolvierte Fortbildungs-Curricula in einzelnen
zahnmedizinischen Spezialgebieten
werden angerechnet. Thematisiert
werden sowohl prinzipielle Fragen
ärztlichen Denkens und Handelns
als auch der neueste Stand zahnmedizinischer Wissenschaft und Praxis.
Es geht außerdem um gutachterliche
Tätigkeit, interkollegialen Erfahrungsaustausch, um Betriebswirtschaft, Qualitätsmanagement, um
organisatorische Fragen.
Nutzen für die Praxis
Prof. Dick, der den Studiengang von
Beginn an begleitet hat und jetzt der
Magdeburger Verantwortliche dafür
ist, zeigt sich beeindruckt von der
Ernsthaftigkeit und Kreativität, mit
der sich die Teilnehmer nicht nur der
fachlichen Fortbildung, sondern
auch den sozialwissenschaftlichen,
psychologischen und gesundheitspolitischen Aspekten des Studienprogramms widmen und dabei
eigene Erfahrungen einbringen und
auf den Prüfstand stellen.
Interessant ist die thematische
Breite der Masterarbeiten, die von
Beginn an unterschiedliche Facetten
der Praxis ebenso wie Arbeiten zur
Versorgungsforschung, zur Berufspolitik, zu Kultur und Medien enthielt. Für den Magdeburger Wis- 
NACHRICHTEN UND BERICHTE
Fortsetzung von Seite 16
senschaftler ist dieser Studiengang
aber nicht zuletzt auch eine Quelle
neuer Erkenntnisse und Fragestellungen für die eigene Forschungsarbeit. So hat eine sachsen-anhaltische
Master-Studentin – Sybille Preuß aus
Quedlinburg – beispielsweise gemeinsam mit einer Münchner Kollegin eines seiner Forschungsthemen,
die Visitation, in der Abschlussarbeit
erstmals und nachhaltig ausprobiert
und Ergebnisse dargelegt. Beide
Zahnärztinnen besuchten sich
gegenseitig, erlebten und untersuchten die jeweiligen Praxiskonzepte
und fanden beide – die Zahnärztin
in der Welt- ebenso wie die in der
Kleinstadt – für ihre Praxen
Ansatzpunkte, voneinander zu lernen und ihre eigene Strategie zu
verändern.
Lebendiges Netzwerk
Für Prof. Dick gibt es weitere
Anknüpfungen, die von großem
Interesse sind und den Nutzen
einer engen Zusammenarbeit zwischen Medizin und Sozialwissenschaften deutlich machen: So
erhalte man Daten aus dem Versorgungsalltag des aus versorgungspolitischer Sicht erfreulich breit aufgestellten Zahnarztes als Generalist.
Und es gebe darüber hinaus viele
Fragestellungen, die für (Zahn-)
Ärzte von Bedeutung seien, die
aber nicht allein mit medizinischen,
sondern mit sozialwissenschaftlichen Methoden zu klären seien –
der Umgang mit Dilemmata beispielsweise, das Verhalten bei Misserfolgen usw.
Bezeichnend für den Studiengang
ist, dass die Absolventen in Netzwerken über Jahre hin Kontakt miteinander halten, sich beim jährlichen „Master’s Day“ in Karlsruhe
treffen und die Veranstaltung auch
mitgestalten. Überzeugender kann
man den Gewinn, den dieses Studium dem Einzelnen gebracht hat,
wohl kaum beschreiben.
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Zahnärztliche Nachrichten Sachsen-Anhalt 6/2013
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