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das gesamte Interview aus dem WEEKEND

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Johannes Brahms
Ein deutsches Requiem
2 / 2014
2Inhaltsverzeichnis
4
Werkeinführung
10Texte
14Mitwirkende
Impressum
Herausgeber:
Berner Kammerchor
Redaktion und Layout:
Folco Galli, Muri
folco.galli@bluewin.ch
Druck:
Printshop Christen GmbH, Bern
www.bernerkammerchor.ch
Umschlag: Verzierung in der LombachKapelle, Berner Münster (Foto: Andreas
Brechbühl; Gestaltung: Isabelle Willi)
Wir danken unseren Sponsoren:
Berner Münster
Samstag, 18. Oktober 2014, 20 Uhr
Altenberger Dom
Samstag, 25. Oktober 2014, 20 Uhr
Johannes Brahms
Ein deutsches Requiem
Maya Boog, Sopran
Christian Hilz, Bariton
Berner Kammerchor
Rheinischer Kammerchor Köln
Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz
Jörg Ritter, Leitung (Bern)
Wolfgang Siegenbrink, Leitung (Altenberg)
4Werkeinführung
Johannes Brahms
Ein deutsches Requiem
»Ein deutsches Requiem« ist
über einen langen Zeitraum hin
entstanden. Die Hauptarbeit fällt in
das Jahr 1866, als sich Johannes
Brahms zuerst in Karlsruhe, dann in
der Schweiz und zuletzt in BadenBaden dem Werk widmete und es
im Herbst abschloss. Die Anfänge
liegen jedoch weit zurück. Den
zweiten Satz komponierte er schon
1854 als Scherzo einer Sonate
für zwei Klaviere. 1861 folgte ein
Textaufriss der ersten vier Sätze
mit Angaben zur kompositorischen
Ausführung. Den vierten Satz
schrieb Brahms im Jahr 1865 nach
dem Tod seiner Mutter und sandte
ihn an Clara Schumann, als Teil
»einer Art deutschem Requiem, mit
dem ich derzeit etwas liebäugele«.
Erst 1866 entstand mit den Sätzen
eins bis vier und sechs bis sieben
eine vorläufig abgeschlossene Fas­
sung. Den fünften Satz kompo­nierte
Brahms erst nach der Uraufführung
in Bremen im Jahr 1868.
Tragisches Lebensgefühl
Der Tod Robert Schumanns 1856
und der Tod der Mutter 1865 waren
«Ein deutsches Requiem» entstand aus
dem tragischen Lebensgefühl von Johannes
Brahms heraus (Gemälde von 1866).
aufwühlende tragische Ereignisse,
die den Blick des jungen Brahms
auf die Thematik eines Requiems
lenkten, und er hat die Bezüge auch
mehrmals betont. Dennoch bleiben
diese konkreten Trauerfälle eher
äusserliche Anregungen. »Sicher
war es das prinzipiell tragische
Le­­­bensgefühl des Komponisten,
aus dem heraus eine Konzeption
wie das Requiem fast notwendig
Werkeinführung entstehen musste.«
Chor­­führer)
5
(Harenberg
»Ein deutsches Requiem« nannte
Brahms sein Werk und erhob da­
mit den Anspruch, etwas dem
»klas­
sischen« (katholischen) Re­
quiem Vergleichbares zu schaffen.
Eigentlich stand der Text des Re­
quiems fest. »Er ist lateinisch und
sakrosankt, die Totenmesse der rö­
mischen Kirche. Die Komponisten
haben sich an den überlieferten
Text gehalten. ... Brahms geht
einen anderen Weg«, wie sein Bio­
graph Johannes Forner schreibt.
Während der katholische Text die
Fürbitte um den Seelenfrieden der
Toten angesichts der Schrecken
des Jüngsten Gerichts in den Mit­
telpunkt rückt, »verfolgt Brahms
an­
dere Absichten. Leid und Tod
sind zu begreifen als etwas dem
Leben Zugehöriges. Aber dem Un­
vermeidbaren können wir Menschen
die Kraft der Liebe und des Tröstens
entgegenstellen. Tod und Leben,
Leid und Trost gilt es als die Pole
einer Einheit zu verstehen.« (Forner)
Die Schrecken des Jüngsten Tages
entfallen. Im sechsten Satz ist zwar
von der letzten Posaune die Rede,
nicht aber vom Gericht. Schuld und
Sünde werden nicht thematisiert.
Und vor allem wird in der von Brahms
zusammengestellten Auswahl an
Bibeltexten Christus, der Erlöser,
nicht erwähnt.
Der ruhige Eingangssatz beschwört
Trauer und Trost. Nach einem kur­
zen Orchestervorspiel setzt der
Chor leise ein: »Selig sind, die
da Leid tragen« (Matthäus 5,4).
Durch den Verzicht auf Violinen
erzielt das Orchester einen dunklen
Klang. Ein mit einem Seufzermotiv
einsetzender Seitensatz bringt vor­
übergehend Erhebung: »Die mit
Tränen säen« (Psalm 126,5-6).
Ein Durchführungsteil verarbeitet
zu den Worten »Sie gehen hin und
weinen« beide Themen, dann folgt
die Reprise des Anfangs, die mit
aufstrebenden
Harfen-Arpeggien
tröstlich ausklingt.
Ergreifende Todesklage
Der zweite Satz handelt von
der Unausweichlichkeit des To­
des. In langsamem ¾-Takt und
in gedämpften Klangfarben setzt
mit den Violinen eine trauer­
marschähnliche Melodie ein, die re­
frainartig immer wiederkehrt – »eine
der eindringlichsten, zwingend­
sten
Eingebungen, die sich bei Brahms
6Werkeinführung
finden, eine der ergreifendsten To­
desklagen der Musik überhaupt«
(Reclam Chorführer). Der Chor in­
toniert dazu einstimmig eine Weise
nach den Worten des Propheten
Jesaja, die wie ein altertümliches
Sterbelied klingt: »Denn alles Fleisch
es ist wie Gras«. Wie ein ernster,
feierlicher Reigen schreitet die
Musik dahin und schwellt zweimal
zum Fortissimo an. Dann zerreisst
ein Dreiklang der Posaunen und
Holzbläser die Trauerstimmung
und der Chor verkündet in einer
Fuge die Freuden der Ewigkeit:
»Die Erlöseten des Herrn werden
wiederkommen und gen Zion kom­
men mit Jauchzen«.
Persönliche Erschütterung
Während der zweite Satz allgemein
der Klage über die Vergänglichkeit
des Lebens und die Hinfälligkeit
des Menschen Ausdruck verleiht,
ist im dritten Satz der Einzelne an­
gesprochen: »Herr, lehre doch
mich« – mit den Worten aus Psalm
39,5-8 setzt der Solo-Bariton ein.
Der Chor übernimmt den neuen Ton
der persönlichen Erschütterung.
Mit dem zweiten Einsatz des SoloBaritons (»Ach, wie gar nichts sind
alle Menschen«) erhellt sich die
Stimmung, aber bald gewinnen
die Töne der Todesfurcht wieder
die Oberhand. Der Höhepunkt ist
bei der Frage »Nun Herr, wes soll
ich mich trösten?« erreicht. Mit der
endgültigen Wendung nach dem
hellen D-Dur erklingt die Antwort:
»Ich hoffe auf dich.« Und die
gewonnene Zuversicht lebt sich
aus in einer kraftvollen Fuge „Der
Gerechten Seelen sind in Gottes
Hand und keine Qual rühret sie
an« (Weisheit Salomos 3,1). Mit
dem berühmten Orgelpunkt »bringt
Brahms musikalisch nicht nur
Glaubenskraft, sondern in seiner
schieren Endlosigkeit (12x12 = 144
Takte: Symbol der Vollendung) auch
einen wuchtigen Gegensatz zur
Vergänglichkeit des menschlichen
Lebens zu Gehör« (Paul-Gerhard
Nohl).
Ruhepol
Der vierte Satz ist der Ruhepol in
dem an dramatisch-aufwühlenden
Ausbrüchen reichen Werk. Von
»Lieblichkeit« spricht nicht nur der
Text; auch die Musik ist »lieblich«.
Die wichtige Aussage dieses Satzes
lautet: Die Toten sind im Jenseits,
das ein »lieblicher« Ort ist; sie sind
bei Gott und es geht ihnen gut
(»wohl denen, die in deinem Hause
wohnen«). Bereits im diesseitigen
Werkeinführung Leben »verlanget und sehnet«
sich die Seele des Menschen nach
diesem Ziel. Im fünften Satz singt
der Solo-Sopran von den ewigen
Freuden, die niemand nehmen kann:
»Ihr habt nun Traurigkeit, aber ich
will euch wiedersehen« (Johannes
16,22). Der Chor begleitet die
Botschaft mit leisem Gesang: »Ich
will euch trösten« (Jesaja 66,13).
Dramatischer Höhepunkt
Der sechste Satz, der dramatische
Höhepunkt des Werkes, kommt
mit seinen »Dies irae«-Klängen
dem katholischen Requiem am
nächsten. Noch einmal schlägt die
Stimmung um, noch einmal regt
sich die Furcht vor dem dunklen
Geheimnis des Todes. »Wie Brahms
diesen Stimmungsumschwung in
zwei Takten einfängt, das ist einer
der Geniezüge der Partitur. Die
tiefen Streicherinstrumente halten
den G-Dur-Dreiklang fest, den
Schlussakkord des vorangehenden
beglückenden Stückes, die Bläser
setzen den d-Moll-Dreiklang dage­
gen, die Akkorde schwellen wie
Seufzer langsam an und ab – eine
lapidare Formel, die den Über­
gang von Himmelsseligkeit zu Er­
dentrauer in sich fasst.« (ReclamChorführer) Leise und verhalten
7
singt der Chor: »Denn wir haben
hie keine bleibende Statt« (Hebräer
13,14). In die Ungewissheit des
Suchens klingt die Stimme des SoloBaritons, der den Zweifelnden die
verheissenden Worte des Paulus‘
entgegenhält: »Siehe, ich sage
euch ein Geheimnis« (1. Korinther
15,51-52). Bei der Erwähnung der
Posaune, die das Jüngste Gericht
verkündet, brechen die Schrecken
des »Dies irae« los. Aber stärker
ist die Zuversicht des Paulus‘: »Der
Tod ist verschlungen in den Sieg.«
Der stürmisch bewegte Satz steigert
sich bis zur triumphierenden Frage:
»Tod, wo ist dein Stachel? Hölle,
wo ist dein Sieg?« Hier erreicht das
Werk sein geistliches Ziel: Der Tod
ist überwunden durch den Glauben.
Die anschliessende Fuge »Herr,
du bist würdig zu nehmen Preis
und Ehre und Kraft« (Offenbarung
des Johannes 4,11) wirkt wie
ein Dankgesang der erlösten
Menschheit.
Freundlicher Nachklang
Ein freundlicher Nachklang ist
der siebte Satz, der wieder in den
Gedankenkreis und die musikalische
Atmosphäre des Anfangssatzes
zurückleitet. »Selig sind die Toten«
(Offenbarung des Johannes 14,13)
8Werkeinführung
singt der Chor-Sopran auf eine
weit gespannte Melodie, die der
Chor-Bass aufnimmt und in einen
vierstimmigen Satz hinüberleitet.
Dann kehrt die Musik des ersten
Satzes wieder und rundet das Werk
ab. »Selig« ist das letzte Wort,
das leise und lange nachhallend
verklingt.
Am Karfreitag 1868 führte Brahms
sein sechsteiliges Opus im Dom
zu Bremen auf. Die triumphale
Aufführung vor 2500 Zuhörern
mach­
te den 35jährigen Musiker
mit einem Schlag populär. Von der
Kritik wurde Brahms als Erbe der
Traditionslinie Bach - Beethoven
- Schubert angesehen, so etwa in
der »Allgemeinen musikalischen
Zeitung«: »Da hörten Tausende,
die bis dahin noch keine Note von
Brahms, kaum seinen Namen
gekannt hatten, staunend, andäch­
tig, tief ergriffen eine Musik,
so kunstvoll und ernst wie die
Sebastian Bachs, so erhaben und
gewaltig wie Beethovens »Missa
solemnis«, überall gesättigt in Me­
lodie und Harmonie durch Franz
Schubertschen Wohllaut, mit einem
Worte, ein modernes Meisterwerk,
den höchsten Ausdruck unserer Zeit
in idealer Weise ausgesprochen.«
Die Aufführung seines Werks im Bremer Dom machte Brahms 1868 mit einem Schlag populär.
Werkeinführung Das aus norddeutsch-protestanti­
scher Haltung erwachsene Werk kam
durch Brahms‘ überkonfessionelles
Bibelverständnis vielen Menschen
ent­
gegen.
Der
Grundgedanke
des Tröstens durch die Kraft um­
fassender Liebe sprach die Gefühle
weiter Kreise unmittelbar an. Zudem
wurde durch die Ver­
wendung der
deutschen Sprache ein nationales
Moment berührt und nicht zufällig
trat das Werk nach der Gründung
des Deutschen Reichs im Jahr 1871
einen regelrechten Siegeszug an.
Ungebrochene Beliebtheit
Die bis heute ungebrochene Be­
liebtheit des Werkes führt der evan­
gelische Theologe Paul-Gerhard
Nohl auf drei Gründe zurück:
Erstens ist das Werk ungemein
modern, da es sehr stark die
Gefühle anspricht. Brahms kann mit
seiner Musik wie kaum ein anderer
Trost
aussprechen.
Zweitens
wen­­
det sich Brahms mit seinem
Werk anders als das katholische
9
Requiem unmittelbar an die
Trauernden und greift die Fragen
und Gefühle der Hinterbliebenen
auf. Drittens hat Brahms mit
seiner Komposition eine religiöse
Trauermusik geschaffen, die zwar
Wort für Wort auf der Bibel fusst,
aber nicht nur jede konfessionelle
Enge vermeidet, sondern geradezu
konfessionslos ist – was unserem
heutigen
Zeitgeist
entspricht.
Brahms (»Was den Text betrifft, will
ich bekennen, dass ich recht gern
auch das »Deutsch« fortliesse und
einfach den »Menschen« setzte«)
hat bewusst ein Requiem für den
Menschen und nicht speziell für den
Christenmenschen
geschrieben.
Er wollte damit aber nicht die
Christen von seiner Trauermusik
ausschliessen oder verstören. Wer
als Christ mit diesen Bibelworten
gelebt, gelitten, getrauert, gehofft
und manchmal auch an ihnen
gezweifelt hat, wird sie auch im
»deutschen Requiem« so hören
und deuten.
10Texte
Ein deutsches Requiem
I. Chor
Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.
(Matthäus 5,4)
Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.
Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen,
und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.
(Psalm 126,5.6.)
II. Chor
Denn alles Fleisch, es ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen
wie des Grases Blumen. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen.
(1. Petrus 1, 24)
So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis auf die Zukunft des Herrn.
Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde
und ist ge­duldig darüber, bis er empfahe den Morgenregen und Abendregen.
So seid geduldig.
(Jakobus 5, 7)
Denn alles Fleisch, es ist wie Gras
und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blumen.
Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen.
Aber des Herren Wort bleibet in Ewigkeit.
(1. Petrus 1, 24. 25)
Die Erlöseten des Herrn werden wiederkommen,
und gen Zion kommen mit Jauchzen;
Texte Freude, ewige Freude, wird über ihrem Haupte sein;
Freude und Wonne werden sie ergreifen,
und Schmerz und Seufzen wird weg müssen.
(Jesaja 35, 10)
III. Bariton und Chor
Herr, lehre doch mich, dass ein Ende mit mir haben muss
und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muss.
Siehe, meine Tage sind einer Hand breit vor dir,
und mein Leben ist wie nichts vor dir.
Ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben.
Sie gehen daher wie ein Schemen
und machen ihnen viel vergebliche Unruhe;
sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird.
Nun Herr, wes soll ich mich trösten?
Ich hoffe auf dich.
(Psalm 39, 5-8)
Der Gerechten Seelen sind in Gottes Hand und keine Qual rühret sie an.
(Weisheit Salomos 3, 1)
IV. Chor
Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!
Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn;
mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.
Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar.
(Psalm 84, 2.3.5)
11
12Texte
V. Sopran und Chor
Ihr habt nun Traurigkeit;
aber ich will euch wiedersehen
und euer Herz soll sich freuen,
und eure Freude soll niemand von euch nehmen.
(Johannes 16, 22)
Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
(Jesaja 66, 13)
Sehet mich an: Ich habe eine kleine Zeit
Mühe und Arbeit gehabt
und habe grossen Trost funden.
(Jesus Sirach 51, 35)
VI. Bariton und Chor
Denn wir haben hie keine bleibende Statt,
sondern die zukünftige suchen wir.
(Hebräer 13, 14)
Siehe, ich sage euch ein Geheimnis:
Wir werden nicht alle entschlafen,
wir werden aber alle verwandelt werden,
und dasselbige plötzlich in einem Augenblick
zu der Zeit der letzten Posaune.
Denn es wird die Posaune schallen
und die Toten werden auferstehen unverweslich,
und wir werden verwandelt werden.
Dann wird erfüllet werden das Wort,
das geschrieben steht:
Texte 13
Der Tod ist verschlungen in den Sieg.
Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?
(1 Korinther 15, 51.52.54.55.)
«Tod, wo ist dein Stachel?» (SensenmannSkulptur auf dem Kölner Melaten-Friedhof)
Herr, du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft,
denn du hast alle Dinge erschaffen, und durch deinen Willen haben sie das
Wesen und sind geschaffen.
(Offenbarung des Johannes 4, 11)
VII. Chor
Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an.
Ja, der Geist spricht,dass sie ruhen von ihrer Arbeit;
denn ihre Werke folgen ihnen nach.
(Offenbarung des Johannes 14, 13)
14Mitwirkende
Maya Boog, Sopran
Christian Hilz, Bariton
Die Sopranistin Maya Boog studierte bei Klesie Kelly in Köln und wurde nach ihrer Ausbildung am Internationalen Opernstudio Zürich
am Staatstheater Darmstadt engagiert. Engagements folgten u. a. am Grand Théâtre de
Genève, an der Volksoper Wien, an der Komischen Oper Berlin, an der Opéra Berlioz in
Montpellier, an der Prager Staatsoper sowie
bei Festivals wie den Bregenzer Festspielen,
Mozartwochen Salzburg, Schlossfestspielen
Sanssouci, bei dem Menuhin Festival Gstaad
und dem Festival Radio France.
Der Bariton Christian Hilz hat sich als vielseitiger Interpret im Konzert- und Opernbereich einen Namen gemacht und gastiert
regelmässig in den Musikzentren Europas
und Amerikas. Er ist im barocken, klassischen und zeitgenössischen Repertoire gleichermassen gefragt und arbeitet mit Dirigenten wie Andrew Parrott, Martin Haselböck,
Nicolas McGegan, Joshua Rifkin, Ton Koopman, Ivor Bolton, Morten Schuldt-Jensen,
Krzysztof Penderecki, Daniel Klajner, Helmuth Froschauer und Juan Pons zusammen.
Als gefragte Lied- und Konzertsängerin gastierte Maya Boog in bedeutenden Musikzentren wie den Philharmonien Berlin und Köln,
der Tonhalle Zürich, im Casino Basel, Wiener
Musikverein, in der Liederhalle Stuttgart. Von
2001 bis 2009 gehörte sie dem Opernensemble des Theater Basel an und war seither wiederholt in grossen Partien am Theater Basel
zu Gast, so z.B. als Susanna in »Le nozze
di Figaro«, in der Titelpartie von Cavallis »La
Calisto«, als Asteria in Glucks »Telemaco«
in Koproduktion mit den Schwetzinger SWR
Festspielen, als Ginevra in Händels »Ariodante« sowie kürzlich als Manon in Massenets gleichnamiger Oper.
Sein Opernrepertoire, das er bisher unter anderem in Wien, Amsterdam, Madrid, Valencia,
Los Angeles, München, Düsseldorf und Potsdam pflegen konnte, umfasst etwa 35 Partien
vom Barock bis zur Moderne. Christian Hilz ist
Träger des bayerischen Staatsförderpreises
und des Kulturförderpreises seiner Heimatstadt Erlangen. Er hielt Meisterkurse
in Deutschland, Russland, Österreich, der
Schweiz und Italien und unterrichtet nach einer Lehrstuhlvertretung an der Musikhochschule Trossingen seit 2009 im Rahmen einer Professur an der Hochschule der Künste
in Bern.
Mitwirkende 15
16Mitwirkende
Berner Kammerchor
1940 gründete Fritz Indermühle den Berner
Kammerchor, um «die A-cappella-Literatur
des 16., 17. und 18. Jahrhunderts zu vermitteln und sich entschieden für die Chormusik
unserer Zeit einzusetzen». Seine Vielseitigkeit lässt sich an den Konzertprogrammen
ablesen: Sie umfassen die ältere Chormusik
mit Heinrich Schütz im Mittelpunkt, die Kompositionen Johann Sebastian Bachs, Werke
der Klassik und Romantik, aber auch die zeitgenössische Chormusik mit Werken seines
Freundes Willy Burkhard.
1973 übernahm Jörg Ewald Dähler die künstlerische Leitung des Chors, der sich vom
Kammerchor in kleinerer Besetzung mit
Schwergewicht auf A-cappella-Musik der Moderne immer mehr zu einem grösseren Chor
entwickelte. Auch das Schwergewicht verlagerte sich allmählich auf barocke, klassische
und romantische Werke der geistlichen Chormusik. Dabei brachte Dähler immer wieder
auch unbekannte Werke alter Meister wie Jan
Dismas Zelenka, Michel-Richard Delalande,
Marc-Antoine Charpentier und Baldassare
Galuppi zur Aufführung.
Kontinuität und neue Akzente kennzeichnen
auch das Wirken Jörg Ritters, der seit dem
1. Januar 2012 den Berner Kammerchor leitet. Mit Werken Händels, Bachs sowie seines
Nachfahren und Bewunderers Mendelssohn
knüpft Ritter an die vom Chor gepflegte Tradition an. Zugleich führt er mit spätromantischen bzw. zeitgenössischen Kompositionen
seltener zu hörende Werke auf.
18Mitwirkende
Rheinischer Kammerchor Köln
Der Rheinische Kammerchor Köln (RKK),
Mitglied im Verband deutscher Konzert-Chöre (VdKC) und im Netzwerk Kölner Chöre, ist
seit einem halben Jahrhundert ein renommierter Bestandteil des Kölner Musiklebens.
Gegründet wurde er im Jahr 1962 vom Kölner Musikhochschulprofessor und Komponisten Hermann Schroeder, der den Chor bis
ins Jahr 1969 leitete; Schroeders Nachfolger
war für die nächsten 26 Jahre der Kölner Studiendirektor und Komponist Ferdinand Henkemeyer. Seit 1995 ist Wolfgang Siegenbrink
der künstlerische Leiter des Rheinischen
Kammerchores.
Der RKK fühlt sich der klassischen Chormusik des 18. und 19. Jahrhunderts verpflichtet,
behält aber auch die ernste moderne Musik
im Auge. Er hat zur Zeit rund 70 Mitglieder,
und es gelingt ihm immer wieder, junge Sängerinnen und Sänger für sein vielfältiges Repertoire zu begeistern. Dank professioneller
Leitung, ergänzt durch regelmässige Stimmbildungsarbeit, musiziert der Chor auf einem
beachtlichen Niveau.
Zum Repertoire gehören die h-moll-Messe
und die großen Passionen von Johann Sebastian Bach, die Oratorien von Georg Friedrich Händel, die grossen Chorwerke von
Wolfgang Amadeus Mozart, ausserdem Werke von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes
Brahms und Giuseppe Verdi.
(http://www.rkk-ev.de)
20Mitwirkende
Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz
Die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz wurde 1932 gegründet. Sie gehört zu
den wichtigsten Kulturträgern des deutschen
Südwestens, prägt das kulturelle Angebot der
Universitätsstadt Konstanz und stellt auch
im Konzertleben der Schweiz eine wichtige
Grösse dar. Mit 60 fest angestellten Musikern
erreicht das Orchester bei über 100 Konzerten pro Jahr ca. 80 000 Menschen. Chefdirigent der Südwestdeutschen Philharmonie ist
der junge griechische Dirigent Vassilis Christopoulos.
Vor allem in Konstanz bietet das Symphonieorchester ein umfangreiches Konzertange-
bot, unterhält aber auch in anderen Orten der
Euregio Bodensee eigene Konzertreihen: Seit
dreissig Jahren spielt die Südwestdeutsche
Philharmonie
Abonnement-Konzerte
in
der Tonhalle Zürich und seit Eröffnung des
weltberühmten Konzertsaales KKL (2000)
in Luzern auch dort. Alljährlich spielt das Orchester in der traditionsreichen »Sala Verdi«
in Mailand und beim Bodenseefestival. Des
weiteren folgten in den letzten Jahren Auftritte
u. a. beim Carinthischen Sommer, dem Athener Festival, dem Toledo Festival sowie in der
Berliner Philharmonie gefolgt von einer China-Tournee im Frühjahr 2007 sowie einer Japan- Tournee im Juni 2010.
Mitwirkende 21
Jörg Ritter, Leitung (Bern)
Wolfang Siegenbrink, Leitung (Altenberg)
Jörg Ritter, seit 2012 künstlerischer Leiter
des Berner Kammerchors, war von 2004 bis
2008 Leiter des WDR Rundfunkchors Köln.
Zudem arbeitet er seither mit Ensembles wie
dem NDR Chor, dem SWR Vokalensemble,
den BBC Singers sowie Orchestern wie dem
Gürzenich Orchester Köln, den Orchestern
des WDR Köln, Capriccio Basel zusammen.
Er leitete Einstudierungen von Werken aller
Gattungen des Chorrepertoires für Dirigenten
wie Claudio Abbado, Sir Neville Marriner, Sir
Roger Norrington, Michael Gielen.
studierte katholische Kirchenmusik bei Rudolf Ewerhardt, Orgel bei Wolfgang Stockmeier, Klavier bei Michael Endres und Orchesterdirigieren bei Günter Fork an der
Musikhochschule in Köln. Er erhielt Stipendien zur Dirigierklasse von Leopold Hager
am Musikkonservatorium in Wien und zu
den Bayreuther Festspielen. Als Stipendiat
der Internationalen Bachakademie Stuttgart
beim Europäischen Musikfest 2002 dirigierte
er Festival-Chor und Orchester. Er war Solorepetitor an der Oper Bonn und dirigierte das
Beethovenorchester. Dort wirkte er als Assistent von Jeffrey Tate beim «Parsifal» und vom
Bonner Generalmusikdirektor Marc Soustrot
beim «Ring des Nibelungen». Als Organist
nahm er an Wettbewerben und Meisterkursen teil. Er führte im Jahr 2000 das Gesamtwerk für Orgel von Johann Sebastian Bach
in Köln auf. Als Dirigent besuchte er Meisterkurse u. a. bei Thomaskantor Christoph Biller,
Leipzig und beim Leiter der Internationalen
Bachakademie, Helmuth Rilling. Seit 1995
leitet er den Rheinischen Kammerchor Köln.
Seit 2002 ist er auch künstlerischer Leiter des
«KölnChores». In der Kölner Philharmonie ist
er mit beiden Chören regelmässig zu Gast.
Aufnahmen für Rundfunk, Fernsehen und
CD dokumentieren ein weites Spektrum, das
auch die Moderne einschliesst. So hat er in
Kooperation mit den Schwetzinger Festspielen Adriana Hölszkys Oper «Hybris» an der
Staatsoper Lissabon uraufgeführt. 2008 folgte
er einem Ruf als Gastprofessor für Chor- und
Orchesterleitung an der Indiana University
in Bloomington, dem sich weitere Lehrtätigkeit in Yale, Boston und Köln anschloss. Jörg
Ritter gastierte auf diversen Festivals und ist
Preisträger verschiedener Wettbewerbe. Seit
2014 ist er künstlerischer Leiter der Sparte
Musik im Kulturforum der Universität Bonn.
Helfen Sie mit, dass auch in Zukunft geistliche Chorwerke grosser
Meister auf hohem Niveau aufgeführt und erlebt werden können!
Möchten Sie mitsingen?
Der Berner Kammerchor ist interessiert an guten Stimmen. Wir freuen uns
über Sängerinnen und Sänger (vor allem Tenöre), die gerne anspruchsvolle
Chorwerke mitgestalten. - Proben: Mittwoch, 19.30 bis 22.00, Kirchgemeinde Petrus Bern; Leitung: Jörg Ritter; Stimmbildung: Brigitte Scholl / Sara
Jäggi; Korrepetition: Ursula Roth.
#
Möchten Sie uns ideell und finanziell unterstützen?
Der Berner Kammerchor erhält keinerlei Subventionen und ist deshalb neben Sponsorenbeiträgen auf die Unterstützung eines Freundeskreises angewiesen. Wenn Sie sich mit unserem Chor verbunden fühlen, können sie
als Passivmitglied oder Gönner Ihren persönlichen Beitrag zur Bereicherung
des Berner Musiklebens leisten. Oder Sie können uns als Abonnent durch
den regelmässigen Besuch unserer Konzerte unterstützen.
Fühlen Sie sich angesprochen? Dann schicken Sie uns bitte die
ausgefüllte Postkarte oder kontaktieren Sie uns über unsere Website
( www.bernerkammerchor.ch).
Ich bin daran interessiert:
☐ mitzusingen
☐ Passivmitglied zu werden
☐ Gönner zu werden
☐ Abonnent zu werden
☐ regelmässig über das Konzertprogramm informiert zu werden
Bemerkungen:
Unsere nächsten Konzerte
13./14. Dezember 2014
Berner Münster
Johann Sebastian Bach
Schwingt freudig euch empor
Unser Mund sei voll Lachens
Felix Mendelssohn Bartholdy
Magnificat
#
Vorname:
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Adresse:
PLZ Ort:
E-Mail:
Berner Kammerchor
Esther Inäbnit-Gautschi
Paul-Klee-Strasse 3
3053 Münchenbuchsee
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Seele and Geist
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