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Bundestagswahlen 2013 – der Wahlkampf Wie Wahlkampf

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Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft
PS – 15091 Politische Verhaltensweisen
Dozent: Prof. Dr. Oskar Niedermayer
Referenten: Karina Nikolova, Ardahan Özkan Gedikli, Pamela Sugör
Referat vom 16.06.2014
Bundestagswahlen 2013 – der Wahlkampf
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Definition Wahlkampf: „Politische Kommunikationsprozesse zum Zwecke der Politikund Interesenvermittlung im Vorfeld von Wahlen“ (vgl. Niedermayer 2011, S.26).
Im engeren Sinne die von Parteien und Kandidaten durchgeführten
programmatischen, parteiorganisatorischen und publizistisch-kommunikativen
Maßnahmen im Zusammenhang von Wahlen (vgl. Sarcinelli 2003).
Wie Wahlkampf funktioniert: Das „Wahlkampf-Dreieck“
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Zentrale Akteure: Wähler, Parteien (Wahlkampstäbe) und Medien
Wähler geben Parteien durch ihre Stimme Macht auf Zeit.
Die Parteien müssen die Wähler im Wahlkampf erreichen und zur Stimmabgabe
bewegen. Dazu kommunizieren sie einerseits direkt mit ihnen, andererseits sind sie
auf die Berichterstattung der klassischen Massenmedien angewiesen.
Die Journalisten wählen die Botschaften der Parteien aus (Selektion durch
Gatekeeper) und interpretieren und kommentieren. Berichterstattung der
Massenmedien beeinflusst die Wähler.
traditionelle Bindung an Parteien nimmt ab: Wahlkampf immer wichtiger
(Quelle: http://www.bundestagswahl-bw.de/wahlkampf.html)
Wahlkampf der Union:
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sehr personenbezogen, Kandidatin wurde erfolgreich kapitalisiert, höhere Beliebtheit,
präferierte Kanzlerkandidatin (vs. Pannen-Peer)
Kampagne am Markenkern (Wirtschaftskompetenz) ausgerichtet
Die CDU konnte damit viele Wähler mobilisieren
CDU setzte auf klare Markenkernstrategie und bisherige wirtschaftliche Erfolge mit/
durch Merkel (Motto: „Uns geht es gut und damit das so bleibt, bitte die CDU
wählen“)
Wahlkampf der SPD :
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SPD hatte Probleme bei der Rekrutierung eines Kanzlerkandidaten: Nicht viel
Auswahl, Gabriel hatte zu schlechte Umfragewerte und Steinmeier wollte nicht
Nicht konsistente Planung, unerwartete Nominierung und mangelnde Strategie ließen
Peer- Steinbrück öffentlich nicht gut dastehen
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Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft
PS – 15091 Politische Verhaltensweisen
Dozent: Prof. Dr. Oskar Niedermayer
Referenten: Karina Nikolova, Ardahan Özkan Gedikli, Pamela Sugör
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Referat vom 16.06.2014
SPD hatte versucht auf den sozialen Markenkern zu setzen allerdings: Falsches
Thema in der Vorphase des Wahlkampfes gewählt.
Vorwurf an Merkel wegen NSA, war aber für die Wähler kein relevantes Thema mehr,
fühlten sich nicht persönlich betroffen
Wahlkampf der Grünen:
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Wahlkampf eindeutig schuld an schlechtem Ergebnis: Partei hat ihren Markenkern
und ihre Kernkompetenz verloren, Grüne Wähler wurden verschreckt
Normalerweise wurde der Markenkern anhand von Atompolitik konkretisiert, wodurch
Markenkern aktualisiert und mobilisieren konnte (ging nach Fukushima nicht)
Zudem war Trittin für viele zu spöttisch, wirkte überheblich -> unsympatisch,
Pädophilie-Debatte schädigte sein Image zusätzlich
Man versuchte den Skandal aufzuarbeiten, Repressionsfreie Sexualität der 80er
Jahre, aber schlechter Zeitpunkt zur Aufarbeitung
Zudem ein Problem: Katastrophales Framing des Veggie-Day
(1) Problem: Kompetenzglaubwürdigkeitsprobleme – es werden bereits überall
Veggie Alternativen geboten
(2) Problem: Latente Grüne Einsichten von Öko-Diktatur, die Verbotspartei,
wollten den Menschen etwas vorschreiben, staatliche Zwangsmaßnahmen
Wahlkampf der FDP:
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Der Erfolg von 2009/2010 wurde verspielt, die Kompetenzzuschreibung ist gesunken
Personeller Ausfall, Verhalten in den drei Jahren, Kritik von den Medien
Kein Markenkern und auch keine Kompetenzzuweisung mehr möglich
Starteten verzweifelte Zweit-Stimmen-Kampagne
TV-Duell:
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Angela Merkel (CDU) vs. Peer Steinbrück (SPD)
auf 4 Kanälen ausgestrahlt (NDR, ZDF, RTL und ProSieben), ca. 17,64 Zuschauer
Themen: Wirtschaftspolitik, Gesundheitssystem, Betreuungsgeld,
Strompreissteigerung, NSA- Skandal
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Einfluss auf Kandidatenorientierung bei Unentschlossenen evtl. einzige
Informationsquelle, Einfluss auch bei schwacher Parteibindung möglich
Für Issue-Orientierte Wähler ist der Einfluss eher minimal
Wann ändert ein Wähler seine Meinung auf Grund eines solches Duells? Wenn
Erwartungshaltungen konterkariert werden/ Enttäuschung
Duelle sind desto wirksamer, je kürzer sie vor einer Wahl stattfinden
Einfluss auf das Wahlverhalten ist umstritten und wird als gering und kurzfristig
eingeschätzt
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Niedermayer, Oskar (2011): Politische Kommunikation durch Parteien in Wahlkämpfen, in: Politische Bildung, 44, S. 26-36.
Sarcinelli, Ulrich (2003): Wahlkampf. In: Andersen, Uwe/Wichard Woyke (Hg.): Handwörterbuch des politischen Systems
der Bundesrepublik Deutschland. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung. URL:
http://www.bpb.de/wissen/04158292589393217091731242213976,0,0,Wahlkampf.html#art0 [Abruf: 01.07.2012].
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, URL: http://www.bundestagswahl-bw.de/wahlkampf.html (letzer
Stand: 14.06.2014)
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Bildung
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