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Der FCW von A wie Abrashi bis Z wie Zuffi - FC Winterthur

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SPORT
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der landbote Samstag, 20. märz 2010
Eishockey
Ski nordisch
eishockey
Heimsiege: Die Kloten Flyers
und ZSC Lions vor den
sechsten Playoff-Partien seite 37
Im Höhenflug: Dario
Cologna auch beim Prolog in
Falun nicht zu schlagen seite 39
ehcw: Aussenseiter in der
Finalrunde gegen Teams,
die nach oben wollen seite 37
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35
Der FCW von A wie Abrashi bis Z wie Zuffi
Amir Abrashi und Luca
Zuffi sind die defensiven
Mittelfeldspieler des FCW.
Seit der U16 spielen sie zusammen; seit dem Juli 2008
im «Eins». Am kommenden
Samstag werden sie, ebenfalls
gemeinsam, 20 Jahre alt.
WINTERTHUR – Amir Abrashi und
Luca Zuffi, die beiden «Sechser», sind
zurzeit die beiden Exponenten der
Winterthurer Nachwuchsbewegung.
Zwar kuriert Zuffi noch etwa drei Wochen eine Meniskusverletzung im linken Knie aus, aber sie gehören bereits
zu den verlässlichsten Kräften des
Trainers Boro Kuzmanovic.
Und das sind die beiden, gleichsam
das Winterthurer Mittelfeld von A wie
Abrashi Amir bis Z wie Zuffi Luca:
Die Herkunft. Zuffi, in Bern geboren,
als Vater Dario für die Young Boys
spielte. Zog mit der Fussballerfamilie
weiter nach Lugano und Oberwil BL,
wo er zu den FCB-Zeiten des Vaters
selbst Fussball zu spielen begann. Von
des Vaters Karriere habe er, sagt Luca,
eigentlich erst die Endphase nach der
Rückkehr 1998 zum FCW wirklich etwas mitbekommen. Dass der mit den
Young Boys 1986 Meister und ein Jahr
später Cupsieger war, sah der Sohn
erst im YB-Museum ... Unter väterlichem Druck habe er sich, sagt Luca,
nie gefühlt. «Er gibt mir einfach Tipps,
was ich besser machen kann.» Auch
die beiden Brüder spielen Fussball:
Der ältere Sandro ebenfalls als Mittelfeldspieler beim FC Rapperswil-Jona
in der 1. Liga, der jüngere Nicola als
Innenverteidiger in der U18 des FCW.
Abrashi entstammt nicht einer
Fussballerfamilie. Seine Eltern kommen aus Kosovo, aus Djakovica. Amir
wurde in Bischofszell geboren; bis er
vom «Team Thurgau» in die U16 des
FCW wechselte und mit den Eltern
nach Winterthur zog, lebte er dort; in
Bürglen besuchte er die Sportschule;
den Thurgauer Dialekt hat er bis heute nicht abgelegt. In Djakovica, sagt
er, sei er seit Jahren nicht mehr gewesen. Er hat nur einen Schweizer Pass,
und er ist das Nesthäkchen neben drei
älteren Schwestern.
Das Zusammentreffen. Pascal Humbel, heute Technischer Leiter, damals U16-Trainer des FCW, brauchte
«nur ein Training, um zu se­hen, dass
Amir gut ist für uns». Nicht viel länger brauchte er, zu erkennen, dass der
Neue mit Luca Zuffi eine ideale Be-
Amir Abrashi (l.) ist der laufstarke Zweikämpfer im FCW-Mittelfeld ... Bild: ste
... und Luca Zuffi der Stratege. Bild: FCW
setzung des zentralen Mittelfelds bilden würde. «Wir verstanden uns von
Anfang an, ohne dass wir viel hätten
reden müssen», erinnert sich Abrashi,
Es habe auch nie Konkurrenz gegeben, «denn es war klar, dass wir beide
spielen.»
Am Ende jener Saison stand einer
der grösseren Erfolge der Winterthurer
Nachwuchsbewegung: Der Cupsieg gegen den FCZ, ein 3:1 nach einem Rückstand in Wettingen. Zuffi und Abrashi
waren die treibenden Kräfte bei dieser
Wende, Zuffi verwertete einen Frei­
stoss zum 1:1, Abrashi schoss kurz vor
Schluss das 3:1. Patrik Schuler, Innenverteidiger jenes Teams, steht mittlerweile auch auf dem Sprung ins «Eins»,
Torhüter Pascal Bretscher ist zurzeit
die Nummer 3 im Verein.
Gemeinsame Zeiten. Seither spielten
sie fast immer Seite an Seite, auch in
Nachwuchs-Nationalteams, wo sie natürlich das Zimmer teilten. Zuffi al­ler­
dings wurde, im Frühjahr 2008 nach
Moshe Ohayons Abgang, ein halbes
Jahr früher Stammkraft in der Challenge League. Als bedeutende Etappe
gilt dann das erste gemeinsame Auftreten dort: In der Startrunde 2008/09
mit einem 2:0 gegen Locarno. Auseinandergerissen wurden sie dann al­
ler­dings am 1. April 2009, als Zuffi in
einem U19-Länderspiel das Kreuz-
fensivstratege tätige Zuffi sind ausgesprochen komplementär. Beiden wäre
etwas mehr Torgefährlichkeit zu wünschen. Dabei hat Zuffi, mit vier Toren
gleich im ersten hal­ben «Eins»-Jahr,
angedeutet, dass er auch diesbezügliche Qualitäten hätte, obwohl er von
der geradezu explosiven Schnelligkeit
seines stürmenden Vaters wie seine
Brüder kaum was hat. Abrashi hat in
dieser Saison seine Torproduktion immerhin schon verdoppelt, von eins auf
zwei! Aber er muss noch öfter einfach
spielen, sein typisches «Kehrli hintenherum» noch mehr vermeiden.
Abrashi sei, sagt Humbel, besonders «ehrgeizig». Der sei damals bei
den Junioren selbst dann «sauer» geworden, «wenn ich ihn beim Stande von 6:0 auswechselte, um auch
mal einen andern einzusetzen.» Zuffi
wurde, wiewohl verletzt, von Trainer
Boro Kuzmanovic zu Saisonbeginn
zum Captain ernannt. Das sieht er als
grosse Anerkennung, zumal er einer
sei, der nicht viel rede. Auch da sind
die beiden gleichsam komplementär:
Der mit 1,80 m grössere, ruhige Zuffi,
der 1,72 m kleine, quirligere Abrashi.
Ein «Lausbub» negativen Anstrichs
ist weder der eine noch der andere, im
Gegenteil.
Das Leben neben dem Fussball. Beide beenden im Sommer ihre Lehre,
band riss. Erst im ersten Match 2010
kehrte er gegen Servette zurück; ein
paar Tage danach verletzte er sich am
selben Knie wieder. Jetzt muss Abra­
shi noch etwa drei Wochen warten, bis
der Kumpel wieder bereit ist.
Die Qualitäten. «Er gewinnt jeden
Zweikampf», sagt Zuffi über Abrashi.
Und der über den Kollegen: «Er spielt
ohne Firlefanz, seine Ruhe am Ball
ist phänomenal.» Was offensichtlich
ist: Der laufstarke, physisch starke
Kämpfer Abrashi und der eher als De-
Der FC Le Mont
Der FC Le Mont, Aufsteiger und
Zweitletzter, kommt morgen als
Aussenseiter auf die «Schützi».
Zuletzt verlor er zwar gegen Nyon
und Thun, vorher aber gewann er
unter Gabet Chapuisat gegen Biel
und Lausanne. Gegen den FCW
fehlt ihm aus jeder Reihe ein Gesperrter, Luca Scalisi, Richmond
Rak und Michele Morganella.
Dazu zog Verteidiger Hervé Bochud kurzfristig nach Kriens weiter. Der FCW will seine Leistung
vom Mittwoch bestätigen, auch
ohne den gesperrten Goran Antic.
Ihn vertritt Luca Radice. (hjs)
Abrashi nach vier Jahren als Anlageund Apparatebauer, Zuffi das KV an
der United School. Beide wollen sich
danach auf den Fussball konzentrieren. In der Freizeit ist, wenig überraschend, «gamen» Lieblingsbeschäftigung, Fussball-Computerspiele wie
«Fifa 10» und «ProEvolution». «Online»-Lieblingsgegner Abrashis ist
Teamkollege Ermir Lenjani. Real Madrid und Arsenal sind die bevorzugten
Klubs Zuffis, Abrashi verfolgt «von jeher» Bayern München besonders.
Die Gegenwart. Das ist der FCW, mit
dem sie gerne aufstiegen. Dass es in
dieser Saison wohl nicht mehr reichen
kann, liege in erster Linie an mangelnder «defensiver Stabilität. Wir bekommen einfach zu viele Tore», sagen sie.
So viele wie «sonst nur die Letzten».
Das stimmt: Der FCW kassierte schon
36 Treffer, Leader Lugano nur 19, der
Zweite Thun auch nur 21. Der Letzte, der FC Goss­au mit seinen 51, und
die beiden andern Abstiegskandidaten
aus Nyon und Le Mont mit je 41 sind
die einzigen, die deutlich mehr Tore
hinnehmen mussten als der FCW.
Die Zukunft. Natürlich soll die für beide irgendwann in der Super League
sein. «Beiden müsste es dafür reichen»,
sagt Kuzmanovic. Schliesslich hätten
sie grosse spezifische Vorzüge, Zuffi
etwa mit seiner «enormen Passsicherheit, Abrashi mit seinen enormen physischen Qualitäten im Zweikampf»;
bei beiden werde dies durch «solide
Technik» ergänzt.
Zuffis FCW-Vertrag läuft noch bis
2012. Es gab schon mal Kontakte mit
Alain Baumann, ehedem Kollege des
Vaters von Zuffi im Meisterteam 1986
und heute Sportchef von YB. Baumann habe sich auch nach dem Kreuzbandriss nach seinem Befinden erkundigt, sagt Luca Zuffi. Aber Prio­ri­tät
habe ohnehin, gesund zu werden und
dann wieder dauerhaft zu spielen.
Etwas komplizierter ist die Sache bei Abrashi, dessen Vertrag ausläuft. Der FCW signalisierte natürlich
schon, verlängern zu wollen. Oder wie
es der Trainer formuliert: «Es ist klar,
dass wir einiges tun werden, dass er
bleibt.» Es werde zwar viel geredet,
sagt Abrashi zum Thema, aber von andern Vereinen habe er noch «nichts
Konkretes» gehört. «Ich lasse alles auf
mich zukommen.»
Unter Zeitdruck fühlen sich beide nicht, brauchen sie auch nicht.
Schliesslich werden sie erst 20. Niemanden überraschts, dass die sportlichen Zwillinge auch gleichentags Geburtstag feiern. (hjs)
Ein weiteres Duell Ammann–Malysz
Nach zwei von vier Sprüngen
weist Simon Ammann an der
Skiflug-WM 2,8 Punkte Vorsprung auf Adam Malysz auf.
Planica – Zur grossen Weitenjagd
kam es (noch) nicht. Der Wettkampf
begann erst um 15.15 Uhr, von Aufwind profitieren die Springer auf der
grössten Schanze der Welt in der Regel nur in den Morgenstunden. Heute sollten die Voraussetzungen besser
sein, weil die entscheidenden beiden
Durchgänge ab 10.15 Uhr auf dem
Programm stehen.
Simon Ammann übernachtete
als Leader. An einem Tag, der von
schwierigen und wechselhaften Wind-
verhältnissen geprägt war, gelangen
dem Toggenburger Flüge auf 215,5
und 216,5 m. Als einziger Konkurrent erreichte Adam Malysz in beiden
Versuchen die Qualität von Ammann.
Der Pole lag nach dem ersten Durchgang sogar 0,5 Punkte vor dem vierfachen Olympiasieger. Im zweiten übernahm Ammann das Kommando. Der
drittklassierte Titelverteidiger Gregor Schlierenzauer liegt bereits 17,2
Punkte oder fast 15 m hinter Ammann
zurück. Sonst scheint nur noch Wolfgang Loitzl für eine Medaille in Frage
zu kommen. Dabei ist der Tourneesieger der letzten Saison alles andere als
ein Skiflugspezialist. Seinen Startplatz
hatte er sich erst am Trainings- und
Qualifikationstag auf Kosten von An-
dreas Kofler, des diesjährigen Tourneesiegers, gesichert.
Der Kampf um Gold und Silber
dürfte einer zwischen Ammann und
Malysz werden. «Unsere Klasse und
unser Selbstvertrauen ist uns bei den
mühsamen Bedingungen im zweiten
Durchgang wieder einmal zugute gekommen», sagte Ammann. Er stufte
die Ausgangslage als vielversprechend
ein und brachte auch seine Zufriedenheit über den Vorsprung auf den von
Skiflug-Seriensieger
Schlierenzauer
angeführten Rest des Feldes zum Ausdruck. Aber auch Ammann weiss, dass
auf Flugschanzen mit einem Traumsprung im Handumdrehen grosse Differenzen wettgemacht werden können.
Doch Ammann und Malysz machen einen derart stabilen Eindruck,
dass man sich zur Behauptung hinreissen lässt, die beiden seien vor einem
Rückschlag gefeit. Ammann hat zuletzt sieben Weltcup- und Olympia­
wettkämpfe in Serie gewonnen, Malysz ausser in Lillehammer (Dritter)
immer den 2. Platz belegt. Ammann
war von seiner gest­ri­gen Vorstellung
nicht einmal besonders angetan. Der
erste Sprung war ihm nicht wunschgemäss gelungen. «Im zweiten klappte die Umstellung vom Grossschanzen- auf den Flugschanzenmodus dann
besser», sagte Ammann. Wegen der
Thermik setzte er nicht seine neuen
Ski, sondern das gleiche Modell ein
wie in Whistler. (si)
Simon Ammann: Nummer 1. Bild: key
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Seele and Geist
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