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Haarausfall - wie helfe ich mir selbst. - Hautarzt Dr. Schaart

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Dr.med.Frank-M.Schaart
Hautarzt und Allergologe
Haar-und Kopfhautspezialist
Poststr.2/Ecke NeuerWall
20354 Hamburg
Tel.: 040 / 530 56 69 - 0
Fax: 040 / 530 56 69 - 10
www.hautarzt-dr-schaart.de
Haarausfall - wie helfe ich mir selbst.
Das allmorgendliche Inspizieren des Kopfkissen, des Badezimmerfußbodens oder
des Abflusses der Badewanne: der allmähliche Verlust der eigenen Haare oder
deren Dünnerwerden kann zum täglichen Zwang werden, der sämtliche
Lebensgeister schwinden lässt und die gesamte Konzentration nur auf einen
einzigen Punkt konzentriert: wie sehe ich heute wieder auf dem Kopf aus? Auch
ertappen wir uns immer häufiger dabei, wie wir unserem Gegenüber auf die Kopfhaut
blicken und sich unsere Gedanken um die Frage drehen: „werde ich irgendwann
auch einmal so aussehen, wenn mein Haarausfall so weitergeht?“ oder: „warum
habe ich nicht so schöne Haare, warum ausgerechnet diese Person, die ist von der
Natur doch ohnehin schon so verwöhnt!“
Die Ursachen für Haarausfall, dünne Haare oder Haarwachstumsstörungen sind
vielfältig- sie reichen von angeborenen Faktoren („androgenetische Alopezie“) über
einen Hormonentzug (Absetzen oder Umsetzen der Antibabypille sowie nach einer
Geburt) über das Vorliegen innerer Erkrankungen (z.B.Schilddrüsenerkrankungen)
und falsche Ernährung bis hin zu massiven Pflegefehlern der Haare und Kopfhaut.
Dabei gibt es einige Dinge, die zu beachten es sich lohnt und deren konsequentes
Einhalten den bestehenden Haarausfall nicht nur stoppen kann, sondern darüber
hinaus deutliche Verbesserungen der Haarstruktur, des Haarglanzes und der
Haarfestigkeit bewirken kann!
Frisuren und Hüte:
Immer wieder wird darüber spekuliert, ob das Tragen langer Haare, bestimmte
Frisuren wie Pferdeschwanz oder Dauerwelle, das Färben bzw. Anlegen von
Strähnchen oder das Tragen von Hüten oder anderen Kopfbedeckungen
Auswirkungen auf die Festigkeit oder Struktur der einzelnen Haare hat. Wenn die
Haare nicht gerade mit Gewalt nach hinten gezogen, mit extrem aggressiven
Dauerwellen oder Haarfarben behandelt wird und nicht andauernd eine extrem
schwere Kopfbedeckung (Stahlhelm!) getragen wird, spielen diese Faktoren bei der
Entstehung von Haarausfall eine eher untergeordnete Rolle. Richtig ist, dass kürzere
Haare im Waschbecken oder der Badewanne weniger auffallen als lange Haare und
dass eine gute Belüftung der Kopfhaut Ekzemen und einer Schuppenbildung
vorbeugt. Andererseits kann – gerade bei sehr dünnen, feinen Haaren, eine leichte
Kopfbedeckung die Kopfhaut vor den UV—Strahlen der Sonne schützen und damit
schmerzhaften Sonnenbränden der Kopfhaut vorbeugen, die sich insgesamt negativ
auf die Stabilität des einzelnen Haares auswirken würden. Kurzum: heute ist alles
möglich, was Frisuren (ganz kurz oder sehr lang), Strähnchen, Tönungen,
Dauerwellen und Hüte angeht – „wie es Euch gefällt“ – ohne wirklichen Nachweis
positiver oder negativer Einflüsse auf das Wachstum der Haare!
Nahrung für schönes Haar:
Gibt es die richtige Haarnahrung? Welche Bestandteile unserer Speisen sind gut,
welche eher schädlich für unsere Haare? Die Rolle bestimmter Spurenelemente und
Vitamine für das Haarwachstum wird – zumindest was unsere Breitengrade angeht –
eher übertrieben. Sicher richtig ist, dass eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen
und Spurenelementen mit der täglichen Ernährung auch für die Haare eine wichtige
Rolle spielt. Insbesondere werden Zink (Vorkommen in Austern,
Sonnenblumenkernen, Haferflocken, Weichkäse), Eisen (rotes Fleisch, frische
Leber), Selen (Hefe) oder Biotin (=Vitamin H, Vorkommen in Bierhefe,
Schweineleber, Hühnerei) als fördernde Faktoren für das Haarwachstum bzw. gegen
Haarausfall gerichtet angesehen. Auch andere (insbesondere B-) Vitamine spielen in
diesem Zusammenhang wohl eine wichtige Rolle. Mangelzustände sind in
bestimmten Lebenssituationen nicht selten (Vegetarier: Eisen, Vitamin B12;
schwangere Frauen: Folsäure, Diabetiker: Biotin = Vitamin H) und sollten gezielt
substituiert werden! Hier kann die Anwendung bestimmter NahrungsergänzungsPräparate hilfreich sein, insbesondere, wenn das Nachwachsen kleiner Flaumhaare
auf der Kopfhaut gefördert und deren Umwandlung in kräftig pigmentierte
Terminalhaare („richtige“ Haare) erreicht werden soll. Diese in Granulat- oder
Kapselform verfügbaren Präparate enthalten Spurenelemente, Vitamine und
Aminosäuren, die nach biochemischen Analysen der Haarsubstanz
zusammengesetzt sind und die in Kurform in der Regel über 3-6 Monate
eingenommen werden. Alleine durch diese Maßnahme kann in einigen Fällen
Haarausfall gestoppt und die Struktur und Festigkeit der eigenen Haare deutlich
verbessert werden!
Lebensweise:
Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2l/Tag) ist zu empfehlen, um die
Durchblutung der mikrofeinen Kapillaren im Bereich der Haarwurzeln zu
gewährleisten. Rauchen ist besonders schädlich für die Struktur der Haare; Studien
zeigen, dass durch mangelnde Durchblutung der mikrofeinen Kapillaren in den
Haarbulbi sich Struktur und Festigkeit der Haarwurzeln verschlechtern! Schließlich
ist auch für die Förderung der Kopfhautdurchblutung regelmäßiger Sport von
Bedeutung, insbesondere gymnastische Übungen, die auch zeitweilige KopfunterÜbungen beinhalten (Yoga, Gymnastik, Geräteturnen). Immer wieder kontrovers
diskutiert werden regelmäßige Kopfhautmassagen, die wegen der nicht
unerheblichen Entfernung der Haarwurzeln unterhalb der Kopfhautoberfläche (bis zu
8mm) mit erheblichem Druck der aufgesetzten Finger mit kreisförmigen Bewegungen
erfolgen sollten, wobei die locker aufsitzende Kopfhaut fühlbar über den darunter
liegenden Schädelknochen in kreisförmigen Bewegungen verschoben werden sollte.
So mache Haartinktur, die von ihren Inhaltsstoffen nachweislich wirkungslos ist, mag
dennoch einen gewissen Effekt durch begleitende Förderung der
Kopfhautdurchblutung durch die Massage erreichen. „Aufhängen über Kopf „ z.B. an
der Sprossenwand oder auf einer schiefen Bank mag ähnliche Wirkungen zeigen…
Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen wird dem Stress (insbesondere
dem Dauerstress) eine zunehmende Bedeutung in der Entstehung sowie
Unterhaltung von Haarausfall – so auch für unreiner Haut und Akne - zugeschrieben!
So sollen nicht Adrenalin oder Cortisol als die eigentlichen Stresshormone, sondern
deren Abbauprodukte, die sich im Körper (insbesondere im Fettgewebe!)
ansammeln, eine besondere Rolle bei der Entstehung von Haarausfall spielen. Eine
weitere wichtige Rolle spielt die Gesamtheit des Körperfettes insbesondere bei der
übergewichtigen Frau, sodass an Gewicht abzunehmen in diesen Fällen positive
Auswirkungen auf die Haare (und die Gesichtshaut!) beinhaltet. Dieses darf
allerdings nicht übertrieben werden und sollte in vertretbaren Maßen – z.B. unter
ärztlicher Kontrolle – geschehen! Schließlich und endlich ist darauf hinzuweisen,
dass der menschliche Körper – und das gilt auch und in besonderer Weise für den
„Hochleistungs-Minimotor“ Haarwurzel in der Kopfhaut -sich in der Nacht regeneriert.
Hierfür ist ausreichender Schlaf eine wesentliche Grundvoraussetzung!
Die richtige Haarpflege: Shampoos und Kuren.
Der schonende Umgang mit dem eigenen Haar beginnt bei der Haarwäsche. Die
Temperatur des Wassers sollte nicht zu heiß sein; das verwendete Shampoo
möglichst mild und weitgehend frei von Duft-und Konservierungsstoffen. Die Haare
sollten nicht zu oft, sondern am besten nur alle 2-3 Tage gewaschen werden.
Besteht eine Kopfhautreizung sowie eine fettige (gelbliche) Schuppenbildung,
benutzt man am besten ein in der Apotheke erhältliches „Antipilz-Shampoo“, welches
2x die Woche angewendet und mindestens 5min. in die feuchte Kopfhaut einwirken
sollte. Der Grund hierfür ist nicht, dass eine ansteckende Pilzerkrankung der
Kopfhaut vorliegt, sondern es handelt sich meistens um ein sog.“seborrhoisches
Ekzem“, bei dem es zu einer Verschiebung des oberflächlichen Keimspektrums auf
der Kopfhautoberfläche kommt. Einer der zu unserer physiologischen (normalen)
Kopfhautflora gehörenden Keime vermehrt sich hierbei zu stark. Dieser gehört – wie
man weiß – zu der Kategorie der Hautpilze und spricht in der Regel gut auf ein
derartiges Shampoo an, welches ohne Rezeptfrei in Apotheken erhältlich ist. Das
seborrhoische Ekzem tritt übrigens immer wieder auf – häufig in den Wintermonaten
intensiver als im Sommer und oft durch Streß getriggert (ausgelöst)!
Trockene (weißliche) Kopfhautschuppen lassen sich durch ein normales
Schuppenshampoo bekämpfen; hier hilft auch ab und zu eine nächtliche
Kopfpackung mit reinem Olivenöl (Kopfkissen mit einem Handtuch vor Fettflecken
schützen!). Während der Kopfwäsche empfiehlt sich eine leichte Kopfhautmassage
mit kreisenden Fingerspitzen; hierdurch wird die Durchblutung der Kopfhaut
gefördert; lose Haare werden aus der Kopfhaut entfernt, wodurch Platz für
nachwachsende Haare geschaffen wird und festhaftende Schuppen in und um die
Follikelöffnungen in der Kopfhaut werden leichter entfernt. In den Sommermonaten
bietet es sich an, die Haare an der Luft trocknen zu lassen; hierdurch wird die
natürliche Haarwelle gefördert! Wird gefönt, muss unbedingt darauf geachtet werden,
dass die Lufttemperatur nicht zu heiß eingestellt wird; spätestens der Geruch nach
verbranntem Horn sollte diesbezüglich Warnung sein! Gleiches gilt natürlich für
Fönhauben und elektrische Lockenstäbe. Dauerwellen sollten schonend sein (am
besten leicht basische Dauerwellen); das Strähnchenfärben, die Tönung oder das
Haarefärben überlässt man am besten dem Friseur! Insbesondere das Blondieren
will gelernt sein und hinterlässt – wenn zuhause durchgeführt – nicht selten
Haarschäden, die über Monate auswachsen müssen.
Kämme sollten nicht zu enge und spitze Zinken haben und möglichst aus
Naturmaterial sein (Horn); Bürsten sollten weiche Borsten mit abgerundeten Enden
haben. Während des Kämmens oder Bürstens hält man bei langen Haaren die
kopfnahen Anteile fest, insbesondere wenn nach der Wäsche die Enden der Haare
miteinander verfilzt sind. Gegen verfilzte Haare helfen spezielle Haarkuren, die nach
dem Ausspülen des Shampoos in die feuchte Kopfhaut einmassiert und nach
gewisser Einwirkzeit (5-10min.) durch mehrmaliges Ausspülen mit lauwarmem
Wasser wieder entfernt werden. Bewährt haben sich z.B. Haarkuren mit
Milchproteinen, aber auch anderen schützenden Substanzen. Folge der Anwendung
von Haarkuren ist die Vermeidung des Verfilzens der Haare, die besser
übereinandergleiten sowie ein besonderer Glanz und damit eine stärkere Betonung
der eigenen Haarfarbe!
Haartherapeutika:
Einen durchblutungsfördernden Effekt auf die Kopfhaut und damit möglicherweise
haarwuchsfördernde Wirkung haben bestimmte Coffein- oder Tinctura Pfaffia-haltige
Shampoos, mit denen die Haare auch täglich gewaschen werden können. Besteht
der Verdacht auf einen hormonellen oder erblich bedingten („androgenetischen“)
Haarausfall, lohnt sich ein Versuch mit frei in der Apotheke erhältlichen Tinkturen,
die 17-alpha Östradiol enthalten, eine Substanz, die den Einfluss von männlichen
und von Stresshormonen auf die Haarwurzel blockiert ohne hormonelle
Nebenwirkungen auszulösen. Darüber hinaus – oder zusätzlich – lässt sich mit
Kopfhautlösungen, welche Minoxidil enthalten, ein Therapieversuch bei ausfallenden
Haaren durchführen. Diese Lösungen sollten kräftig in die Kopfhaut einmassiert
werden, um die bis zu 8mm unter der Kopfhautoberfläche liegenden Haarwurzeln
von außen überhaupt zu erreichen. Auf den zusätzlichen Einsatz von
Nahrungsmittelergänzungs-Präparaten ist weiter oben schon eingegangen
worden.
Bei Frauen lohnt schließlich ein Blick auf die eigene Pillenpackung: nehme ich ein
Kombinationspräparat mit einem sogenannten „Antiandrogen“ (Gestagen, welches
den Einfluß männlicher Hormone auf die Talgdrüsen und damit die Tendenz zu
unreiner Haut oder Akne deutlich reduzieren kann!)? Hier sind in einer Reihe mit
absteigender Wirkung insbesondere die Inhaltsstoffe Cyproteronacetat (CPA),
Dienogest (DNG), Spironolacton, Chlormadinonacetat (CMA)und Drospirenon
(DRSP) zu nennen. Enthält die eingenommenen Antibabypille keine dieser
Substanzen, sollte das Gespräch mit dem Hautarzt oder Gynäkologen gesucht und
die Pille ggf. umgestellt werden! Männer können sich – bei Vorliegen eines erblich
bedingten Haarausfalles – von ihrem behandelnden Arzt eine hochwirksame,
rezeptpflichtige Tablette gegen Haarausfall verschreiben lassen, die in vielen Fällen
sogar die eigenen Haare wieder sprießen lässt (Finasterid 1mg )
Ist davon auszugehen, dass sich allmählich ein Östrogenmangel bemerkbar macht
(beginnende Wechseljahre) kann, bevor ein echtes Hormonpräparat eingenommen
wird, der Einsatz von Soja-Extrakt oder aus der Wurzel der Silberkerze
(Cimicifugawurzel-Extrakt) in Tablettenform sinnvoll sein. Diese Substanzen fördern
die körpereigene Östrogenproduktion der Frau und haben darüber hinaus einen
hemmenden Einfluß auf das (haarschädigende) Testosteron.
Fazit:
Haarausfall oder Strukturschäden der Haare kann mit einer Reihe von Maßnahmen
begegnet werden, ohne dass unbedingt und sofort ärztliche Hilfe in Anspruch
genommen werden muss. Hierzu gehören eine gesunde Lebensführung, die richtige
Haarpflege, bestimmte sportliche Aktivitäten, ausreichender Schlaf sowie möglichst
die Vermeidung von Stress! Darüber hinaus stehen uns heute eine Reihe von
Therapeutika (Shampoos, Tinkturen, Nahrungsergänzungs-Präparate, pflanzliche
Hormone) zur Verfügung, die ohne ärztliche Verordnung bezogen werden können
und mit denen eine Vielzahl von Haarproblemen von Frauen und Männern wirksam
behandelt werden können. Darauf hinzuweisen ist allerdings, dass bei Ausbleiben
einer Wirkung der eingeleiteten Maßnahmen oder bei Verschlechterung des
Haarausfalles trotz der angewendeten Therapeutika nicht gezögert werden sollte,
einen auf Haarerkrankungen spezialisierten Facharzt – in der Regel einen
Dermatologen = Hautarzt – aufzusuchen!
Dr.med.Frank-M.Schaart
Hautarzt und Haarspezialist
Allergologie-ambulante Operationen
www.hautarzt-dr-schaart.de
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