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01 und Euro so teuer wie nie

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60327 Frankfurt am Main
Auflage 6x wöchentlich 382'499
1077515 / 719.10 / 42'590 mm2 / Farben: 3
Seite 23
11.04.2008
..
01 und Euro so teuer wie nie
Die Turbulenzen an den
Finanzmärkten haben die
Anleger dazu veranlasst, ihr
Geld in Rohstoffen anzulegen.
Dieser Trend setzt sich trotz
Konjunktursorgen fort. Die
Aktienmärkte belasteten zudem drei Fondsschließungen
von Lehman Brothers.
ham. FRANKFURT, 10. April. Rohstoffe
wie 01, aber auch Agrarrohstoffe sind in
der Finanzkrise ein Renner. Der Preis für
Rohöl ist am Mittwoch auf einen Rekordpreis gestiegen. Für 159 Liter amerikanisches Leichtöl (WTI) zahlten Anleger
erstmals mehr als 112 Dollar. Auch die
traditionell etwas billigere Nordseesorte
Brent kostete mit fast 110 Dollar für 159
Liter soviel wie noch nie. Die Rekordpreise für 01 sind insofern überraschend, als
sich in den vergangenen Tagen die Erwartungen an eine Rezession in Amerika und
eine Konjunkturabschwächung in Europa
verstärkt haben. Damit sollte eigentlich
auch eine abnehmende Nachfrage nach
01 und anderen Rohstoffen einhergehen.
Doch die jüngsten Daten 'vom Rohölmarkt sprechen eine andere Sprache. Die
Rohöllager haben sich in der ersten
April-Woche nicht wie von der Fachwelt
erwartet gefüllt, sondern die Bestände
sind zurückgegangen. Bislang sehen wir
nur eine im Vergleich zum Vorjahr schwache Nachfrage nach 01 aus den Vereinigten Staaten", stellt Dora Borbly, Analystill der Dekabank, fest. Die Nachfrage
aus dem Euro-Raum, vor allem aber aus
den Schwellenländern ist dagegen weiterhin sehr kräftig." Borbly fügt indes sofort hinzw Diese Nachfrage rechtfertigt
jedoch keine Preise von 112 Dollar für
159 Liter." Die Analystin spricht vielmehr von einer Ubertreibung. Ihrer Ansicht nach investieren Anleger in Öl mangels anderer sicherer Anlagealternativen.
Die Suche nach Anlagealternativen
dürfte tatsächlich derzeit vor allem Amerikaner umtreiben. Denn deren heimi-
sche Geldanlagen verlieren im Weltmaßstab an Wert, so lange ein Ende der Abwertung des Dollar zu den wichtigsten
Weitwährungen nicht abzusehen ist. Am
Dönnerstag zahlten Anleger für einen
Euro erstmals 1,5913 Dollar so viel wie
noch nie. Hinzu kommt, dass die Zinsen
von Staatsanleihen in Amerika und im
Euro-Raum so niedrig sind, dass nach Abzug der Inflation unter dem Strich so gut
wie kein Gewinn übrig bleibt. Und an den
Aktienmärkten scheint ein weiterer Abwärtsschub begonnen zu haben.
Nach der Erholung in den letzten beiden März-Wochen hat sich die Stimmung
im April auf den Alctienmärkten zumindest wieder eingetrübt. Der Deutsche Aktienindex Dax hat in vier Tagen mehr als
3 Prozent verloren. Am Donnerstag gab
der wichtigste deutsche Aktienindex
knapp ein Prozent ab und lag am späten
Nachmitta8 auf 6680 Punkten. Die Kurse
belasteten Außerungen des als Spekulanten bekannten George Soros, der mit sich
nochmals verschärfenden Turbulenzen
an den Kreditmärkten rechnet. Außerdem muss die Investmentbank Lehman
Brothers drei ihrer Investmentfonds auf lösen. Wegen der Marktverwerfungen sei es
zu derart starken Wertverlusten in den
Fonds gekommen, dass Lehman sie
schließlich liquidiert habe, teilte die Bank
in einer Pflichtmitteilung an die amerikanische Börsenaufsicht mit.
Die hohen Rohstoffpreise stellen viele
Volkswirtschaften in der Finanzkrise auf
eine zusätzliche Belastungsprobe. In gut
laufenden Okonomien wie in Osteuropa
und Asien treiben sie die Inflation. In
Amerika dagegen besteht die Gefahr,
dass die hohen Rohstoffpreise den Konjunkturabschwung verschärfen. Auf welche Volkswirtschaft welches Szenario zutrifft, lässt sich nach Ansicht von Fachleuten derzeit gut an der Entwicklung der
Landeswährungen und mit Einschränkungen an der Geldpolitik der Notenbanken
ablesen. So ist der Euro zwar gegenüber
dem Dollar so teuer wie noch nie, doch gegenüber zum Beispiel dem polnischen
Zloty ist der Euro günstig wie nie zuvor.
Nach Ansicht von Hans-Harwig Wild
-
Argus Ref 30841844
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Seite 23
11.04.2008
vom Bankhaus Metzler hat dies auch damit zu tun, dass die polnische Zentralbank zur Bekämpfung der Inflation eine
Neigung zu weiteren Zinserhöhungen hat
erkennen lassen. Auch in Asien zeigen
viele Währungen Stärke, So kostete ein
Dollar erstmals weniger äls 7 chinesische
Yuan. Seit 2005 hat der Yuan in Dollar immerhin 18 Prozent an Wert gewonnen.
Dagegen müssen andere Länder ihre
Leitzinsen erhöhen, um dem Abfluss von
Kapital entgegen zu wirken. Dazu gehört
nach Ansicht der österreichischen Raiffeisenzentralbank Island, das am Donnerstäg seinen Leitzins ebenso erhöhte wie
Südafrika. Die isländische Krone und der
südafrikanische Rand haben allein in diesem Jahr in Euro mehr als 20 Prozent abgewertet - viel stärker als der Dollar mit
einem Wertverlust von 13 Prozent.
Öl und Euro
profitieren
vn der Finanzkrise
Nordseeöl der Sorte Brent
Dollar je Barrel1
Euro-Dollar-Wechselkurs
.108,36....
Dollar je Euro
Dax
1,5875
in Punkten1
8000
105
7958
1,55
7750
100
7500
1,50
95
7250
1,45
7000
85
6750
1,40
6500
1,35
6000
1,30
65
10.4.2008
1.7.2007
1) Jüngster Stand: 0 4.2008
6250
1,3588
72,63
in Taqesverlauf.
1.7.2007
10.4.2008
1.7.2007
10,4.2008
Quelle: Ttorencn Financial Datastream / F.A.Z.-Grafik Broc
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