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Erster Fastensonntag I. Worte wie Brot (Mk 1,12 - Schwabenverlag

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1. P R E DIG T V O R S C H L A G
Statio
Zum Beginn der Heiligen Vierzig Tage werden wir heute vom »Bund Gottes mit
den Menschen« hören: von der verbindlichen Beziehung, die Gott mit uns Menschen hat.
Jeder Bund – das gilt im Ehebund, in der Verbindung zwischen Freunden, im
Verbund der Länder und Nationen, im Bund Gottes mit seinem Volk – braucht
Zeiten, in denen sich die Verbindung revitalisieren und stärken kann: zur ehrlichen Standortbestimmung, zur aufrichtigen Wahrnehmung von Distanz und
Nähe, zum (bisweilen mühsamen) erneuten Zueinanderfinden.
Bitten wir an diesem ersten Fastensonntag, dass die Heiligen Vierzig Tage für
uns eine solche Zeit der Erneuerung werden können.
Siegfr ied Kleymann
E R S T E R FA S T E N S O N N TA G
Erster Fastensonntag
I. Worte wie Brot (Mk 1,12–15)
ZIEL SAT Z: Den Hörerinnen und Hörern der Predigt soll deutlich werden, dass nur
diejenigen Zugang zur Botschaft des Evangeliums gewinnen, die »zu-hören«. Im Hören
liegt der Anfang des Glaubens. Gottes Wort hören und es dann in eigenen Worten und
Taten weitergeben! So beginnt im Hören auch der missionarische Weg der Kirche.
Am Morgen
Zum Frühstück nehme ich mir am liebsten eine Scheibe frisches Brot. Sie riecht
würzig, sie schmeckt einfach gut, auch ohne jeden Belag. Viel mehr brauche
ich morgens nicht. Dann lebe ich allmählich auf, schöpfe Kraft und lasse den
Tag an mich herankommen.
Dieser Tag heute, was wird er mir bringen? Auf jeden Fall – für mich und für
viele von Ihnen – eine Flut von Worten. Worte, die mich nachdenklich machen
möchten, die mich erheitern, überzeugen oder belehren möchten. Worte, die
mir etwas aufschwatzen oder mich zu Kauf und Konsum verleiten sollen. Worte
vielleicht, die mich verwunden, niederdrücken, die versuchen, mich zu unterwerfen.
Sorgenvoll schaue ich den vielen Worten entgegen, auch manchen, die ich
selbst sprechen werde.
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Lebendige Worte
Doch vielleicht sieht der Wochentag anders aus:
– Jemand schüttet mir sein Herz aus und hört voll Vertrauen auf meinen Rat.
– Jemand hält zu mir, weil er mein Freund ist und mich tröstet.
– Jemand spricht über alten Ärger zwischen uns und sagt: »Komm, lass uns
neu miteinander beginnen.«
– Jemand gibt sich Mühe und erweitert geduldig den begrenzten Horizont
meiner Einsichten und Erfahrungen.
– Jemand lässt unverhofft Dank und Anerkennung laut werden und verwandelt
den Tag für mich.
Inmitten des Wortgerölls gibt es Edelsteine, in der Sprachwüste sprudelnde
Quellen: Heilende, tröstende, ermutigende, frohmachende Worte. Sie schenken
Leben und Kraft. Sie sind wie frisches, schmackhaftes Brot.
Die Worte Jesu
So müssen, wenn wir den Evangelien Glauben schenken, die Worte Jesu gewesen sein:
– Sie haben Mut geschenkt und Schuld vergeben.
– Sie haben Lahme gehend und Blinde sehend gemacht.
– Sie haben Tote ins Leben gerufen.
– Sie haben die Schrift erschlossen und offengelegt, wie der Vater ist.
– Sie strahlen göttliches Selbstbewusstsein aus und sind doch durchtränkt von
Solidarität mit uns fragenden und suchenden und verwundeten Menschen.
– Sie sprechen nicht nur von Heil und Frieden und Geborgenheit – sie teilen
davon aus.
Anstöße aus dem Evangelium
So kommen uns heute im Evangelium des Tages Worte entgegen, die gerade
uns meinen, die uns berühren möchten.
– »Die Zeit ist erfüllt«. – Nicht nur damals, sondern auch heute. Gottes Sohn
ist gekommen. Er hilft uns. Er zeigt uns den Weg der Verheißung. Der Tod
verliert seine tödliche Kraft, in den Spuren dieser Welt zeigt sich ein Weg.
Wir werden niemals verloren gehen.
– »Kehrt um und glaubt!« – Eine Mahnung an uns! Glauben ist nicht bloß Optimismus und geistliche Wellness. Glauben ruft auf einen Weg. Einen Weg,
der in eine neue Richtung weist, der Abschied, Verzicht besagt, der hart sein
kann und von uns das Äußerste fordert.
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Fragen an uns
Wenn wir heute hier sitzen und hören: Haben wir eigentlich Hunger nach Gottes Wort, so wie nach einem Stück frischen Brotes? Essen wir von diesem Tisch
2. P R E DIG T V O R S C H L A G
Hören lernen
Hören und aufnehmen. Hören und annehmen. Hören und einsteigen. Hören
und sich deuten und sich leiten lassen.
– »Die Zeit ist erfüllt.«
– »Kehrt um!«
Worte für mich. Heute, in diesem Gottesdienst! Aber: Man muss noch einen
Schritt weitergehen. Wer wirklich hört und von Gottes Wort zu leben sucht, der
lässt in seinen eigenen Worten Gottes Wort zum Vorschein kommen. Er gibt in
seinen Worten und Taten etwas weiter von der befreienden Macht und der erlösenden Kraft der Rede Jesu.
Jemand, der hört und glaubt, nimmt nicht nur selbst vom Tisch des Wortes – er
reicht auch anderen dieses Brot, jeden Tag!
Heinrich Jacob
E R S T E R FA S T E N S O N N TA G
des Wortes, der uns heute reich gedeckt wird? Sind die Worte der Bibel und der
Verkündigung entscheidende Worte? Worte, die uns leben helfen? Sind sie
Wegweiser zu Sehnsucht und Erfüllung?
II. Zwischen Gott und Teufel (Mk 1,12–15)
Ziel sat z: So wie sich Jesus in seinem Menschsein bewähren musste, so müssen wir
uns in unserem Christsein bewähren.
Herakles, ein Beispiel aus der griechischen Mythologie
Herakles ist in der griechischen Mythologie der Inbegriff des menschlichen
Helden. Wie ist er das geworden? Nun, bereits nach seiner Geburt verfügte Herakles über wunderbare Kräfte, aber im Letzten geht es doch darum, wofür er
seine Kräfte einsetzte.
Eines Tages, Herakles ist bereits ein junger Mann, begegnen ihm in der Einsamkeit zwei geheimnisvolle Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein
könnten. Die Eine ist von verführerischer Schönheit, ihr ganzes Bestreben
besteht darin, ihre weiblichen Reize spielen zu lassen. Sie verspricht dem
Helden: »Wenn du mir nachfolgst, dann wird es dir gut gehen. Keine Lust bleibt
dir versagt und kein Luxus dir verwehrt. In meiner Nachfolge wird dir
alles Angenehme zufallen, du brauchst dich um nichts zu sorgen und nichts
fürchten.«
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Kategorie
Seele and Geist
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