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Gräber und das Leben Karfreitag: Von dicken Steinen und wie wir

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Gräber und das Leben
Karfreitag:
Von dicken Steinen
und wie wir sie loswerden
Pastor Tobias Radtke März 2013
Jesus stirbt (Mk 15,33-41; Lk 23,44-49; Joh 19,28-30) Matthäus 27
45 Um zwölf Uhr mittags verfinsterte sich der Himmel über dem ganzen Land. Das dauerte bis
um drei Uhr.Am 8,9
46 Gegen drei Uhr schrie Jesus: »Eli, eli, lema sabachtani?« – das heißt: »Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?« (zit Ps 22,1)
47 Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: »Der ruft nach Elija!« 48 Einer lief
schnell nach einem Schwamm, tauchte ihn in Essig*, steckte ihn auf eine Stange und wollte
Jesus trinken lassen.a) Ps 69,22
49 Aber die anderen riefen: »Lass das! Wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihm hilft.«
50 Doch Jesus schrie noch einmal laut auf und starb.
51 Da zerriss der Vorhang* vor dem Allerheiligsten im Tempel von oben bis unten. Die Erde
bebte, Felsen spalteten sich.
Heb 10,19 Liebe Brüder und Schwestern! Wir haben also freien Zutritt zum Allerheiligsten!
Jesus hat sein Blut geopfert 20 und uns den Weg durch den Vorhang hindurch frei gemacht,
diesen neuen Weg, der zum Leben führt. Der »Vorhang« aber, das ist er selbst, so wie er in
einem irdischen Leib gelebt hat.
52 und Gräber brachen auf. Viele Tote aus dem Volk Gottes wurden auferweckt53 und verließen
ihre Gräber. Später, als Jesus vom Tod auferweckt worden war, kamen sie in die Heilige Stadt*
und wurden dort von vielen Leuten gesehen.
54 Als der römische Hauptmann und die Soldaten, die Jesus bewachten, das Erdbeben und
alles andere miterlebten, erschraken sie sehr und sagten: »Er war wirklich Gottes Sohn*!«a
Mt 14,33 Die Jünger im Boot warfen sich vor Jesus nieder und riefen: »Du bist wirklich Gottes Sohn*!
55 Es waren auch viele Frauen da, die alles aus der Ferne beobachteten. Sie waren Jesus seit
der Zeit seines Wirkens in Galiläa* gefolgt und hatten für ihn gesorgt;((27,55-56) Lk 8,2-3S
56 darunter waren Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus und Josef, sowie die
Mutter der beiden Söhne von Zebedäus.
Jesus wird ins Grab gelegt
57 Am Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa; er hieß Josef und war gleichfalls ein Jünger*
von Jesus geworden.a) (27,57-58)
Dtn 21,23dürft ihr ihn nicht über Nacht dort hängen lassen. Ihr müsst ihn noch vor Sonnenuntergang begraben;
denn wer am Holz hängt, ist von Gott verflucht und bringt Unheil über das Land. Ihr sollt das Land nicht unrein*
machen, das der HERR, euer Gott, euch geben wird.
58 Er ging zu Pilatus und bat ihn, den Leichnam von Jesus freizugeben. Da befahl Pilatus, ihn
auszuliefern.
59 Josef nahm den Toten, wickelte ihn in ein neues Leinentuch
60 und legte ihn in sein eigenes Grab, das in einen Felsen gehauen und noch unbenutzt war.
Dann rollte er einen schweren Stein vor den Grabeingang und ging fort.
61 Maria aus Magdala und die andere Maria blieben dort und setzten sich dem Grab gegenüber
nieder.
Pastor Tobias Radtke März 2013
22 1 Ein Lied Davids, nach der Melodie »Eine Hirschkuh am Morgen«.
2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Warum hilfst du nicht, wenn ich schreie,
warum bist du so fern? 3 Mein Gott, Tag und Nacht rufe ich um Hilfe, doch du antwortest nicht
und schenkst mir keine Ruhe.
4 Du bist doch der heilige Gott, dem Israel Danklieder singt! 5 Auf dich verließen sich unsere
Väter sie vertrauten dir und du hast sie gerettet. 6 Sie schrien zu dir und wurden befreit; sie
hofften auf dich und wurden nicht enttäuscht.
7 Doch ich bin kaum noch ein Mensch, ich bin ein Wurm, von allen verhöhnt und verachtet.8
Wer mich sieht, macht sich über mich lustig, verzieht den Mund und schüttelt den Kopf:
9 »Übergib deine Sache dem HERRN, der kann dir ja helfen! Er lässt dich bestimmt nicht im
Stich! Du bist doch sein Liebling!«
10 Ja, du hast mich aus dem Mutterschoß gezogen, an der Mutterbrust hast du mich vertrauen
gelehrt. 11 Seit dem ersten Atemzug stehe ich unter deinem Schutz; von Geburt an bist du mein
Gott.
12 Bleib jetzt nicht fern, denn ich bin in Not! Niemand sonst kann mir helfen! 13 Viele Feinde
umzingeln mich, kreisen mich ein wie wilde Stiere. 14 Sie reißen ihre Mäuler auf, brüllen mich
an wie hungrige Löwen.15 Ich zerfließe wie ausgeschüttetes Wasser, meine Knochen fallen
auseinander. Mein Herz zerschmilzt in mir wie Wachs. 16 Meine Kehle ist ausgedörrt, die
Zunge klebt mir am Gaumen, ich sehe mich schon im Grab liegen – und du lässt das alles zu!
17 Eine Verbrecherbande hat mich umstellt; Hunde sind sie, die mir keinen Ausweg lassen. Sie
zerfetzen mir Hände und Füße. 18 Alle meine Rippen kann ich zählen; und sie stehen dabei und
gaffen mich an. 19 Schon losen sie um meine Kleider und verteilen sie unter sich.
20 Bleib nicht fern von mir, HERR! Du bist mein Retter, komm und hilf mir! 21 Rette mich vor
dem Schwert meiner Feinde, rette mein Leben vor der Hundemeute! 22 Reiß mich aus dem
Rachen des Löwen, rette mich vor den Hörnern der wilden Stiere!
HERR, du hast mich erhört! 23 Ich will meinen Brüdern von dir erzählen, in der Gemeinde will
ich dich preisen: 24 »Die ihr zum HERRN gehört: Preist ihn! Alle Nachkommen Jakobs: Ehrt ihn!
Ganz Israel soll ihn anbeten! 25 Kein Elender ist dem HERRN zu gering; mein Geschrei war ihm
nicht lästig. Er wandte sich nicht von mir ab, sondern hörte auf meinen Hilferuf.«
26 Darum danke ich dir, HERR, der ganzen Gemeinde. Vor den Augen aller, die dich ehren,
bringe ich dir die Opfer, die ich dir versprochen habe.27 Die Armen sollen sich satt essen; die
nach dir, HERR, fragen, sollen Loblieder singen; immer möge es ihnen gut gehen!
28 Alle Völker sollen zur Einsicht kommen; von allen Enden der Erde sollen sie zum HERRN
umkehren und sich vor ihm niederwerfen.29 Denn der HERR ist König, er herrscht über alle
Völker.30 Vor ihm müssen die Mächtigen sich beugen, alle Sterblichen sollen ihn ehren,alle, die
hinunter müssen ins Grab31 Auch die kommende Generation soll ihm dienen,sie soll hören, was
er getan hat.32 Und sie soll ihren Nachkommen weitererzählen,wie der HERR eingegriffen hat,
wie treu er ist.
Pastor Tobias Radtke März 2013
I) Grabhöhlen
a) Ein großer Stein. Hinter einem Stein der tote Jesus. In einer Grabhöhle. Ein Raum, in einen
Stein gehauen. Als Schutz vor Tieren und Schutz der Außenwelt vor dem Gestank der
Verwesung.
b) Grabhöhlen. Stille Orte, an denen Leichen liegen.
Wie viele Grabhöhlen mag ich in meinem Leben haben? Letztlich lud mich jemand als Referent
ein zu einem Frühstückstreffen und ich dachte an eine sehr persönliche und anstrengende
Geschichte in dieser Gemeinde und irgendwie so richtig war die nicht ausgestanden, trotz
mancher Gespräche. Grabhöhle. Oder da hat mich jemand verletzt und ich bin nicht mehr der
Gleiche. Habe einen Stein davor gerollt, das Leben geht weiter, doch wer diesen Stein wegrollen
würde, würde Bitterkeit und Unversöhnlichkeit riechen. Oder man hat etwas getan, an das man
nicht mehr denken will. Hat einen Stein davor gerollt, aus dem Augen, aus dem Sinn.
Hinter solchen Steinen, die das Licht von der Dunkelheit trennen, kann man auch gut abends im
Internet auf den Pornoseiten surfen oder von dem anderen Mann, der anderen Frau träumen.
Grabhöhlen. Stille Orte. Statt Vogelgezwitscher und Blumenduft Stille und Bedrückung. Und wir
merken, wie schwer ist ist da raus zu kommen. So ein Stein ist schwer.
c) Wir sind Weggemeinschaft, egal ob nun für heute, wenn Sie Gast sind oder für länger. Wir
teilen unser Leben miteinander und mit Gott. Zur Zeit sind wir gerade auf dem Osterweg. Von
Gründonnerstag, gestern begangen mit einem Film über Lebenshingabe,morgen das
Spazierengehen, bis zur Freude des Ostermorgens, die wir dieses Jahr mit Frühstück und
ganzer Gemeindefamiliengottesdienst feiern.
Wir laden Sie und euch ein, diesen Weg als euren Weg zu entdecken, und neben euch Jesus
Christus. Heute also Karfreitag auf diesem Osterweg. Jesus stirbt und liegt in einer Grabhöhle.
ich möchte mit euch nachdenken, was dieser Stein mit unseren Steinen zu tun hat, was er
ändert.
II) Jesus in der Grabhöhle
a) Jesus ist tot. Er ist wirklich tot. Wir wissen heute oft gar nicht mehr, was da geschah, das
Kreuz ist ein Schmuckstück.
Das Kreuz, an dem er starb, war aus zwei Stücken zusammen gesetzt, einem senkrechten und
einem waagerechten Balken. An dem ersteren, ungefähr in der Mitte, war oft ein hölzerner oder
hörnener Knopf angebracht, auf dem der Gekreuzigte rittlings ruhte. Gewöhnlich richtete man
zuerst das Kreuz auf und befestigte es in der Erde, dann zog man mit Stricken den Körper bis
zur Höhe des Querbalkens hinauf und nagelte die Hände und Füße an. leiten nagelte man den
Verurteilten an das noch liegende Kreuz, um es nachher aufzurichten.
Manchmal hingen Gekreuzigte eine ganze Woche, bis sie irre wurden. Die Sonne brannte
Stunde um Stunde auf den nackten Körper. Der Schmerz der Nagel wunden hielt unvermindert
an. Die Dehnung der Glieder führte zum Muskelkrampf, beginnend in den Armen und zur
Körpermitte wandernd. Der Gequälte konnte sich hoch stemmen und die Spannung in den
Armen für kurze Zeit vermindern. Wenn die Soldaten Gnade brachen sie den Todgeweihten
vorher die Beine, um das abzukürzen. Dieses Aufbäumen kostete Kraft. Der Körper senkte sich
wieder. Dann fuhr er wieder hoch, und es ging auf und ab. Schließlich versagten die Beine den
Dienst. Der Krampf erreichte die Atemmuskulatur. Der Hängende rang um Luft. Der Druck des
Pastor Tobias Radtke März 2013
Blutes fiel, der Sauerstoffspiegel nahm ab, der Kohlensäuregehalt stieg. Der Durst wurde zur
Qual, das Herz schlug schneller. Schweiß rann über den Körper. Insekten setzten sich auf die
offenen Wunden. Die Temperatur erhöhte sich. Die Durchblutung von Kopf und Herz wurde Die
Römer ließen die Leichname gewöhnlich hängen, bis Raubvögel sie aufgefressen hatten.
Dann endlich ist Jesus tot, denken die Jünger und seine Mutter am Kreuz.
Zerrieben zwischen den Führern der Juden, die meinten er habe Gott gelästert und alle
Gesetzte übertreten und dem Volk, das ihm zum König machen will und den Jüngern, die ihn
für den Retter halten und auch nicht verstehen.Der ganze Prozess ein Scheinprozess. Nicht
tagsüber, sondern nachts, dazu noch am Tag vor dem Sabbat, die Zeugen ausgesucht und
bestochen. Dann vor Pilatus, Herodes. Und nun ist Jesus ist tot.
b) Jesus ist aber mehr als Justizopfer. Er ist unser Heiland.Jesus wusste, was geschehen
würde. Und dennoch ging er seinen Weg konsequent.
31 Danach begann Jesus den Jüngern klar zu machen, was Gott mit ihm vorhatte: dass der
Menschensohn vieles erleiden und von den Ratsältesten, den führenden Priestern und den
Gesetzeslehrern verworfen werden müsse, dass er getötet werden und nach drei Tagen
auferstehen müsse.
c) Jesus wusste, was kommen würde, es hatte einen Sinn und es gab einen Plan Irgendwie
mussten die Grabhöhlen der Menschen geöffnet werden und das was in ihr ist, beseitigt werden,
die Schuld, die Verbitterung, die Sünde. Wodrunter wir leiden und womit wir schuldig werden.
Gott kann das Grab öffnen, aber er kann nicht übersehen, was dort ist oder einfach
wegwischen.Er liebt uns, aber er hasst die Sünde Zu Gottes ureigenstem Wesen gehört es
heilig zu sein, wie Gerd Mankel in "Christein Heute" schrieb. „Statt heilig könnte man auch
sagen, Gott ist ganz anders. Nämlich im Gegensatz zu uns Menschen ganz rein oder wie es in 1
Johannes 1, 15 steht Gott ist Licht und in ihm ist keine Finsternis. Und wie die Sonne, weil sie
die Sonne ist, alles verbrennt, was in ihre Nähe kommt, verbrennt Gottes Heiligkeit alles
Unheilige in seiner Nähe. Wäre es anders, wäre er nicht mehr heilig, so wie die Sonne nicht
mehr die Sonne wäre, könnte man sich ihr einfach so nähern.
Gott liebt uns, aber er kann nicht Gemeinschaft mit dem Tod haben. Es muss sich ändern, was
dort drin ist. Wir können es aber nicht. Aber Gott gibt uns nicht auf, weil er uns liebt. Und nun
findet die Liebe Gottes einen Weg: Gott wird Mensch, Gott schont sich selbst nicht, Gott räumt in
Jesus räumt die Grabhöhle leer mit seinem eigenen Leben. Er trägt es an Kreuz. Jesus trägt das
Nein zum Leben, die Sünde, das Grab, den Tod. Gott hält am Menschen fest und sagt Nein zur
Grabhöhle.
Gott geht in die Grabhöhle, er wird zur Sünde, damit wir sie nicht mehr tragen müssen. Er wird
zum Fluch, für unsere verfluchten Grabhöhlen (5 Mose 21). Er bezahlt das Lösegeld für die
Macht, die hinter den Steinen herrscht. (Mk 10, 45) Viele Bilder der Bibel für einen Sachverhalt:
Jesus ist in unseren Grabhöhlen. Dort also liegt er hinter dem Stein. In den Grabhöhlen. Dort
liegt er im Rauch der Zigarettensucht, um sich der Bilder des Internets, der Todesworte, die
zwischen Ehepartner oder Verwandten fallen... Jesus in der Grabhöhle, weil er die Gottesferne
von mir und Dir trägt Mein Gott, mein Gott warum hast Du mich verlassen?
Er tritt für uns ein, wo wir nicht mehr eintreten können. Und damit wird auch sein Durchbrechen
des Steines mein Durchbrechen sein.
d) Steine werden weg gerollt. Grabhöhlen geöffnet. Gräber halten nicht mehr, buchstäblich. Die
Pastor Tobias Radtke März 2013
Toten stehen auf.
Lutherzitat: "Nun freut euch, lieben Christen gemein ..." ....
Du Herr Jesus, bis meine Gerechtigkeit, ich aber bin Deine Sünde. Du hast auf Dich genommen,
was mein ist und mir geschenkt, was Dein ist. Du hast auf dich genommen, was Du nicht warst
und mir geschenkt, was ich nicht war.
III) Grabhöhlen und das Leben
Das hat Jesus einmal getan. Vor vielen Jahren.
Aber als Gottes Sohn hat er es so allumfassend getan, so gründlich, dass Du es nicht mehr
selbst tun musst. Du musst Dir nicht selbst Vergebung erarbeiten, du darfst sie aus seiner Hand
nehmen.
Wir werden gleich das Abendmahl feiern.Der neue Bund. Den Jesus mit uns schließt. Die
Einladung an Dich, Ja dazu zu sagen.Sein Blut vergossen für mich.
Und dann wünsche ich mir, dass wir noch weitergehen:
Und dann sein Blut vergossen für mich meinen Bruder und meine Schwester neben mir, ob mir
seine Art passt oder nicht.
Und dann sein Blut vergossen für Wuppertal, ob das nun bequem ist oder nicht.
Pastor Tobias Radtke März 2013
Wir haben gestern am Gründonnerstag den Film "Von Menschen und Göttern" gesehen. Der
Film erzählt von neun französischen Mönchen, Trappisten, in dem Kloster Tibhirine im
Atlasgebirge, in Algerien, Nordafrika. Sie harren in schwierigen Zeiten, in den 90er Jahren, dort
aus, sind die einzigen Christen weit und breit unter lauter Muslimen, unter denen sie viele
Freunde haben. Das Kloster hilft vielen Menschen, man lebt in guter friedlicher Nachbarschaft,
die Mönche werden von der Bevölkerung als "Männer Gottes" empfunden. Aber es entstehen
damals radikale gewalttätige Gruppen, Islamisten, die alle Christen und Ausländer raus haben
wollen und sie mit dem Tod bedrohen. Im Film wächst von Szene zu Szene die Angst der
Mönche: Was werden sie mit uns machen? Sind wir hier, um unser Leben zu lassen? Sollen wir
nicht besser das Land verlassen? Die Mönche sind durchaus keine Helden; sie wissen nicht,
was sie tun sollen, sie sind oft mutlos, sie ringen und hadern mit Gott, sie hängen am Leben, wie
wir alle. Und sie hören immer wieder davon, wie andere Ausländer, auch Priester und Nonnen,
und gemäßigte Muslime ermordet werden. Sie setzen ihr Chorgebet, ihre Choräle gegen diese
Angst
Eine
unvergessliche
Szene: wie
ein Armeehubschrauber mit
herausragenden
Maschinengewehren über der Kapelle des Klosters kreist und den Chorgesang der Mönche
übertönt. Nur ganz schwach ist deren Psalmvers zu hören: "Das Dunkel ist für dich kein Dunkel für dich ist die Nacht ebenso licht wie der Tag!"
Aber was nützen Choräle gegenüber den Gewehren? Und doch: Im Beten und Singen und
Nachdenken finden die Mönche ihren Weg. Und in der Feier der Eucharistie, mit Jesus Christus
in der Mitte, der dem Kreuz nicht ausgewichen ist, sondern sein Leben hingab aus Liebe zu den
Menschen. Sie singen:
Da er bei uns ist in dieser Zeit der Gewalt, denken wir nicht, er sei überall, nur nicht dort, wo
man stirbt. Wir schreiten voran, zeigen ihm unsere Geduld. Lasst uns zum Mann des Leidens
gehen, der am Kreuz ein Zeichen gab ,dass er bei uns ist. Wie in der Morgendämmerung von
Ostern versäumen wir nicht das Treffen mit dem vergossenen Blut, nehmen wir das Brot, trinken
den Kelch, der uns gereicht wird und begegnen wir ihm, der sich geopfert hat und uns bis zum
Ende liebte.
Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und
brach’s und gab’s seinen Jüngern und sprach:
"Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem
Gedächtnis. Desselbigengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und
gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue
Testament in meinem Blut.Das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut,
so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis."
Christi Leib, für dich gegeben. Ja Amen. Christi Blut für dich vergossen. Ja Amen.
Durch ihn und mit ihn und in ihm ist dir, Heiliger Vater durch die Einheit des Heiligen Geistes alle
Herrlichkeit und Ehre, jetzt und in Ewigkeit. Amen
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben
unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Pastor Tobias Radtke März 2013
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