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Auferstanden - aber wie? Auferstanden – aber - dietrich.plehn.eu

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Auferstanden - aber wie? Auferstanden – aber wohin?
Alles klar? Markus! (3)
Vorbemerkung: Markus ist der Evangelist, der über die Auferstehung am eigenartigsten berichtet.
Sein Schlusskapitel ist Mk 16,1- 8. Als die Christen diese abrupte Darstellung nicht mehr verstanden
und aushalten konnten, wurden die Verse 16,9-20 angefügt. – Dennoch ist diese ursprüngliche und
älteste Auferstehungsdarstellung für uns von Bedeutung, denn bei der Auferstehung setzt unsere
Vorstellung sowieso aus.
Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des
Jakobus, und Salome wohlriechende Spezereien, auf dass sie kämen und ihn salbten.
2 Und sehr früh am ersten Wochentage kommen sie zur Gruft, als die Sonne aufgegangen
war.
3 Und sie sprachen zueinander: Wer wird uns den Stein von der Tür der Gruft wälzen?
4 Und als sie aufblickten, sehen sie, dass der Stein weggewälzt ist; denn er war sehr groß.
5 Und als sie in die Gruft eintraten, sahen sie einen Jüngling zur Rechten sitzen, angetan mit
einem weißen Gewande, und sie entsetzten sich.
6 Er aber spricht zu ihnen: Entsetzet euch nicht; ihr suchet Jesus, den Nazarener, den
Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn
hingelegt hatten1.
7 Aber gehet hin, saget seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa;
daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.
8 Und sie gingen hinaus und flohen von der Gruft. Denn Zittern und Bestürzung hatte sie
ergriffen, und sie sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich.
Feststellungen:
- Der Stein ist weggewälzt.
- Ein „Jüngling“ (himmlischer Bote) : Er ist auferstanden. Die Stätte ist leer!
- Er geht nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen.
- Sie flohen und sagten niemanden etwas, „denn sie fürchteten sich“!
A. Ohne die Auferstehung ist das Mk-Ev kein Evangelium. Erst das Auferstehungskerygma
offenbart das Geheimnis der Gottesherrschaft! Diese ist das Offenbarwerden der
Eschatologie, der von Gott gewirkten Geschichte.
1
Dass kein Leib und keine Knochen zu finden sind, sagt etwas über die Göttlichkeit des Bestatteten! Vgl. Das
Verbrennen der röm. Kaiser!
Alles klar? Markus! (3) Seite 1
Biser: „Einzig zureichender Grund für die Tradierung, Sammlung und literarische
Dokumentation der Jesusbotschaft war und ist demgegenüber die Auferstehung des
Gekreuzigten, die den scheinbar Gescheiterten und von Gott Verworfenen ins Licht
höchster religiöser Bedeutsamkeit rückte und seine weltweiten Verkündigung ins
Werk setzte.“ (144)
„Der scheinbar mit seinem Einsatz für Gott und die Menschen Gescheiterte war in seinem
Tod 2 tatsächlich ans Ziel seiner Sendung gelangt. Und der vermeintlich von Gott
Verworfene war tatsächlich aufs wunderbarste gewürdigt und…“ (Biser, 205)
Also: Nicht ein Opfer für die Sünden sondern das Erreichen der Auferstehung als
Erster ist der großartige Triumph des Kreuzestodes!
B. Auferstanden, aber wohin?
Die Behauptung eines Betrugs in der Sache Auferstehung ist so alt wie das Christentum
(scheintot etc.). Auch der Islam leugnet die Auferstehung und nimmt an, Jesus sei nach
Kaschmir ausgewandert (mit Maria Magdalena).
Dabei ist der Kreuzestod Jesu die bestbezeugte und auch von den antiken Historikern
bestätigte Tatsache seines Lebens; hier irrt der Koran!!
Die Vorstellung von einem oben und unten hat nichts mit der Auferstehung zu tun, ebenso
wenig das Hier und Dort, das Jetzt und Danach. Die surrealistischen Berichte der
Ostererscheinungen, die oft als Beweis gegen die Auferstehung geführt werden, zeigen nur
eines mit Sicherheit:
Die Auferstehung besteht eindeutig in der Einwohnung Christi im Herzen der Seinen!
C. Auferstanden – aber wie?
Die Erscheinungen des Auferstandenen sind immer non-verbal! Die vorfindlichen Reden in
den Erscheinungen sind Erläuterungen der frühen Christen (so Vögtle, der am weitesten die
Auferstehung untersucht hat!).
Die Vielzahl der zum Teil widersprüchlichen Ostererscheinungen, lassen sich nur in einem
bündeln: er ist in den Seinen auferstanden. Er existiert eben nicht unabhängig von den
Seinen!
Im Mk heißt es fundamental: „Er ist auferweckt worden – Er ist nicht hier (im Grab).“
Es handelt sich nach Markus um ein von Gott gewirktes Geschehen. Dass er nicht mehr im
Grab ist, zeigt seine Göttlichkeit!
„Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen!“
2
Die Jünger sind bei der Verhaftung Jesu in Schrecken weggerannt. So geschieht es bei der Auferstehung mit den
Frauen!
Alles klar? Markus! (3) Seite 2
Mk faltet die die Vorstellung von der Auferweckung nicht aus. Sie erscheint als eine
Glaubensaussage, die aus dem Munde eines Engels kommt. Hier muss man andere
Textstellen heranziehen.
Jesus thront nicht in einem Zenit, wie es die mittelalterlichen Darstellungen uns einreden.
Mit Blick auf 1Kor 11,24 schreibt E. Biser:
„Nahtlos fügt sich diese Bestimmung der Seinsweise des Auferstandenen der
symbiotischen Vorwegnahme dessen im Brotwort des letzten Abendmahls an, mit
dem Jesus seine empirische Existenz in Raum und Zeit aufgibt, um in den Seinen als
mystisches Lebenszentrum aufzuleben und fortzuleben. Dabei wahrt er nicht nur
seine Personalität; vielmehr erreicht seine Personalisation erst jetzt in vollem Umfang
ihr Ziel.“
Die vorgelegten Ausfaltungen sind im Mk-Ev noch nicht geschehen. Hier sind die
Angelpunkte:
Er ist auferweckt worden - Galiläa.
Den zu den Göttern entrückten römischen Kaisern wurde immer ein Kult eingerichtet
(Tempel, Priesterschaft). Für Jesus wird kein Kult eingerichtet! – Die Frauen richten die
Botschaft nicht weiter. Der Leser ist herausgefordert, an ihre Stelle zu treten! – Galiläa, das
heißt für den Leser: das Evangelium immer und immer wieder von Anfang an zu lesen, sich
durch Jesus belehren und von seinem Verhalten anstecken zulassen. Dann wird auch er den
entrückten (Jesus) „sehen“.
Alles klar? Markus! (3) Seite 3
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Seele and Geist
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