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3 Monate Behandlung durch Ihren Kinderarzt, egal wie oft: 29,34

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Freie Ärzteschaft
Aufruf zu bundesweiten Praxisschließungen und Mahnwache
Bundesvorstand und Regionalbeauftragte der »Freien Ärzteschaft« begrüßen nachdrücklich die vielen
geplanten Protestaktionen der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Um die vielen Einzelaktionen zu bündeln und die Wirkung unserer Proteste nachhaltig zu forcieren, rufen wir zu einer bundesweiten Protestwoche auf: vom 18. bis zum 23.5. werden – bei Aufrechterhaltung einer Notfallversorgung – zwischen Flensburg und Passau, zwischen Aachen und Frankfurt an der Oder die
Praxen geschlossen bleiben.
Bundesweit werden die Bürgerinnen und Bürger in Protest- und Informationsveranstaltungen in
dieser Woche verstärkt über die Auswirkungen einer krankmachenden Gesundheitspolitik ins Bild
gesetzt.
15%
WahlAus unseren Sprechzimmern tragen wir unseren Wahlkampf auf die Straße!
Gleichzeitig betrachten wir diese Protestwoche als gleichermaßen ernstes wie wütendes Signal an
den 112. Deutschen Ärztetag, der in dieser Woche in Mainz zusammentritt: wir fordern die Delegierten, die sich gerne und vollmundig als »Parlament der deutschen Ärzteschaft« titulieren, ultimativ auf,
die Tagesordnung des Ärztetages dergestalt umzuformulieren, dass aus einer ansonsten zu befürchtenden Nabelschau ein Fanal der ärztlichen Kampfbereitschaft gegenüber Ulla Schmidt und der sie
duldenden Bundeskanzlerin wird. Dem »Morbus Lauterbach« müssen wir mit Totalverweigerung begegnen!
Insofern ruft die »Freie Ärzteschaft« ebenfalls zu einer Mahnwache vor der Mainzer Rheingoldhalle,
dem Tagungsort des 112. Deutschen Ärztetages, auf. In ihrer Existenz bedrohte Kolleginnen und Kollegen werden den Repräsentanten der verfassten Ärzteschaft, die sich zunehmend hilflos und zudem
untereinander heillos zerstritten geriert, aufzeigen, wofür wir kämpfen müssen:
Wir kämpfen für den Erhalt unserer Freiberuflichkeit in wirtschaftlicher Unabhängigkeit!
Wir kämpfen für den Erhalt unserer Therapiefreiheit!
Wir kämpfen für den Erhalt der flächendeckenden wohnortnahen haus- und
fachärztlichen Versorgung!
Ziehen wir gemeinsam in den Wahlkampf – für ein Gesundheitswesen, dessen Koordinaten letztlich
immer noch wir bestimmen, wir Ärztinnen und Ärzte an der Basis, gemeinsam mit unseren Patientinnen und Patienten! Es ist möglicherweise unsere letzte Chance!
Aber: Gibt es eine größere und gewaltigere Formation in diesem Land als uns Ärztinnen und Ärzte mit
unseren Patientinnen und Patienten, um den Richtlinien der Politik die richtige Richtung zu weisen?
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Bundesweite Praxisschließungen vom 18. bis 23. Mai!
Mahnwache in Mainz vor KBV-Vertreterversammlung (18. Mai) und
112. Deutschem Ärztetag (19. – 22. Mai)!
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Leistung angemessen verg
ütet werden. Damit sich
die
Gespräche in den Praxen
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was zählt: die Gesundheit
unserer Patienten.
Freie Ärzteschaft e.V., Erkrath
V.i.S.d.P. Martin Grauduszus, Bergstr. 14, 40699 Erkrath,
Tel. (0 21 04) 138 59 75, Fax (0 21 04) 44 97 32
www.freie-aerzteschaft.de · www.stoppt-die-e-card.de · www.gesundheitswahlkampf.de
mail@freie-aerzteschaft.de
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Ihr persönliches Wechsel-Plakat in der Heftmitte!
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Landesversammlung 2009
des Landesverbandes Niedersachsen
des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte
Termin: Samstag, 13. Juni 2009, Beginn: 10:00 Uhr
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Parkhotel »Luisenhöhe«, Ahrsener Straße 2, 29699 Bomlitz
(Das Parkhotel liegt in unmittelbarer Nähe zum »Vogelpark Walsrode«)
Tagesordnung:
1. Begrüßung, Eröffnung, Feststellung der Beschlussfähigkeit,
Totenehrung
2. Fragestunde
(Die Fragen dürfen sich nicht auf Punkte der Tagesordnung beziehen
und müssen schriftlich spätestens fünf Tage vor der Versammlung in
der Landesgeschäftsstelle eingegangen sein.)
3. Bericht des Landesvorsitzenden
4. Bericht des Landesgeschäftsführers
5. Gastvortrag: Dr. Philipp Rösler,
Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und
Verkehr und stellvertretender Ministerpräsident
6. Bericht der Kassenprüfer
7. Entlastung des Landesvorstandes
8. Genehmigung des Haushaltsplanes 2010
9. Neuwahlen:
a – Wahl des Landesvorsitzenden
b – Wahl des 1. und 2. stellvertretenden Landesvorsitzenden
c – Nennung der zum Landesvorstand gehörenden Bezirksgruppen vorsitzenden
d – Wahl von fünf Beisitzern für den Landesvorstand
e – Wahl von zwei Kassenprüfern
f – Wahl eines Versammlungsleiters und dessen zwei Stellvertreter
g – Wahl von fünf Delegierten und deren Stellvertreter für die Haupt versammlung über die Landesversammlung
10. Anträge:
Gemäß § 14 Abs. 12 der Satzung sind Anträge für die Tagesordnung
spätestens zwei Wochen vor der Sitzung schriftlich beim Landesvorstand
über die Landesgeschäftsstelle einzureichen. Die Anträge sind zu
begründen. Über die Zulassung verspätet eingegangener Anträge
entscheidet die Landesversammlung.
11. Verschiedenes
U2 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
Dr. Michael
Sereny
Präsident der
Zahnärztekammer
Niedersachsen
60
3
Editorial
Jahre
Sehr geehrte Frau Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege,
Jubiläen sind wie Geburtstage. Man kann sie
feiern – muss es aber nicht. Wenn nun unsere
Zahnärztekammer in diesem Jahr 60 wird und unsere Akademie (ehemals Fortbildungsinsti­tut) 30,
sind das »runde« Geburtstage und sowohl die Erwartung, als auch die Verpflichtung steigen. Wir
als Vorstand haben uns entschlossen, diese Ereignisse gebührend zu feiern, nicht nur weil der
»Fünfzigste« im Trubel des Tagesgeschäftes und
der damaligen heftigen standes­politischen Auseinandersetzungen von unseren Vorgängern
schlichtweg vergessen wurde, sondern auch um
ein Ausrufezeichen zu setzen.
Wir wollen all denjenigen danken, die diese
Zeit von der Gründung bis heute mit hohem persönlichen Einsatz maßgeblich gestaltet haben
und wir wollen für alle sichtbar machen, dass wir
auch heute noch zu den Werten stehen, die unsere Gründerväter bewogen haben, Aufgaben, die
wir als Berufsstand selbst am besten lösen können, nicht von Berufsfremden lösen zu lassen. Dabei übernehmen wir Verant­wortung der Kollegenschaft, aber auch der Allgemeinheit gegenüber.
Selbstverwaltung und Freiberuflichkeit sind
Werte die es gilt ständig zu verteidigen und auszubauen, eine Aufgabe, die uns fordert, bei der
wir aber hier in Niedersachsen eine Landesregierung als »Aufsicht auf Augenhöhe« haben, die
uns dabei maßgeblich unterstützt. Leider sieht es
auf der Bundesebene noch anders aus. Wenn
dann aber unabhängige Gerichte die Bedeutung
der Kammern stärken, indem sie die verpflichtende Mitgliedschaft bestätigen, nehmen wir das
mit berechtigtem Selbstbewusstsein zur Kenntnis. Auch das Urteil, dass Freiberufler weiterhin
keine Gewerbesteuer zahlen müssen, geht weit
über den monetären Aspekt hinaus.
Nirgendwo anders sind die Interessen der Patienten besser aufgehoben, als in der persönlichen
und verantwortungsvollen Arzt-Patienten-Beziehung, schon gar nicht bei renditeorientierten Klinikkonzernen oder anonymen Medizinischen Versorgungszentren.
Dass unsere Akademie bundesweit zu den modernsten und beliebtesten gehört, haben wir
auch all den Kolleginnen und Kollegen zu verdanken, die dies in der Vergangenheit vorausschauend initiiert haben, heute dafür ihre Freizeit opfern und unserer Verwaltung, die engagiert, effizient und kompetent Ihre Wünsche umsetzt und
nicht nur kurzfristigen Trends folgen muss. Die
praxisnahe Hilfe sowohl bei der Lösung schwieriger Patientenfälle, bei der Umsetzung neuer gesetzlicher Vorgaben, sowie bei der Weiterbildung
Ihrer Mitarbeiter war und ist stets unser Ziel und
das schon immer ohne staatliche Hilfe oder Fortbildungszwang.
Nicht zuletzt sind die Kammern aber die einzigen Vereinigungen, die die Interessen aller (!)
Zahnärztinnen und Zahnärzte vertreten. Dies ist
eine wichtige Aufgabe, eine ständige Herausforderung und eine große Verantwortung, der wir
uns gerne heute und in der Zukunft stellen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Herzlichen Glückwunsch auch dem NZB
(im 44. Jahrgang) zum »Fünfzigsten«.
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
269
ZKN MITTEILUNGEN
Die monatliche Zeitschrift für alle niedersächsischen
Zahnärzte mit amtlichen Mitteilungen der Zahnärztekammer
Niedersachsen (ZKN).
H e rausgeber
Zahnärztekammer Niedersachsen (K.d.ö.R.)
Zeißstraße 11a, 30519 Hannover
Postfach 81 06 61, 30506 Hannover
Telefon (05 11) 8 33 91 – 0
Redaktion S B Ü RO
Zahnärztekammer Niedersachsen
Redaktion »ZKN MITTEILUNGEN«
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Telefon (05 11) 8 33 91-301, Fax: (05 11) 8 33 91-106
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r edakti o nsleitung
Chefredakteur: Dr. Julius Beischer (JB),
Vogteistraße 34, 29683 Bad Fallingbostel
Telefon (0 51 62) 30 06, Fax (0 51 62) 30 63
M itglieder
Dr. Eckhard Jung (EJ)
Vogteistraße 34, 29683 Bad Fallingbostel
Telefon (0 51 62) 30 06, Fax (0 51 62) 30 63
Dr. Karl-Hermann Karstens (KHK)
Burgberg 3A, 27283 Verden
Telefon (0 42 31) 31 16, Fax (0 42 31) 42 85
Ständige M itar beiter innen de r Redakti on
Kirsten Eigner, Martina Weinberger
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weidmueller.cc / Claus F. Weidmüller AGD
P rodukti o n
Ingrid Weidmüller Design & Media Agentur,
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D ruck
Lindendruck Verlagsgesellschaft mbH, Fössestraße 97 A,
30453 Hannover. Tel. (05 11) 9 21 91-0; Fax (05 11) 9 21 91 33
n EDITORIAL
Dr. Michael Sereny:
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n kurz & Bündig..................... 272
n Gesundheitspolitik
»Aktion 15«
Offener Brief an SPD -Abgeordneten Edathy .................................. 274
˘ BMG -Sprecher zur »Aktion
15 Prozent«: Unanständig,
die Schuld dem Ministerium
zu geben .......................................... 274
˘ Leserbrief: »Wird in
Deutschland ein Krieg gegen
die Ärzte geführt?« ....................... 275
15 %-Reaktionen
˘ SPD -Abgeordnete: »Aktion 15«
ist Manipulationsversuch und
Ausnutzung der Ärzte-Sonderstellung ............................................ 275
˘ SPD -Groneberg: SPD manipuliert erfolgreich die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und nutzt die Sonderstellung des BMG, um das Parlament zu täuschen! .................... 276
˘ Dr. Schlarmanns Antwort
an Frau Groneberg . ...................... 277
SPD -Abgeordneter: »120.000 Euro
Durchschnittseinkommen
müssten reichen« ......................... 278
75.000 Entschädigung als
Abgeordneter PLUS unbegrenzte
Nebentätigkeiten hätten
reichen gesollt . .............................. 279
Das Imperium schlägt zurück ......... 279
»Minus 15 Prozent für Ärzte« . ........ 280
Aufruf . .................................................... 281
Gesundheitswahlkampf ................... 282
Kommentar: Wie radikal müssen
Ärzte sein? ....................................... 284
˘ Sparreserven ............................. 285
Gesundheitswahlkampf
Zahnärzte ....................................... 286
»Ministerium schürt
Neiddebatte« . ................................ 287
Gesundheitsreform –
hier Apotheker ............................... 288
Tagesprofile ......................................... 289
E-Card
˘ Test für Gesundheitskarte
läuft nur langsam an .................. 290
˘ Auch Daimler hat Krankendaten unzulässig gespeichert .. 290
˘ Neue Affäre um
Krankheitsdaten: Müller
forscht Mitarbeiter aus ............... 291
BZÄK Klartext ....................................... 291
A nzeigenverwaltung
Satztechnik Meißen GmbH
Am Sand 1c, 01665 Nieschütz
e-mail: sperling@satztechnik-meissen.de
ISDN/Leonardo (0 35 25) 71 86 34
Anzeigendisposition: Sabine Sperling
Telefon (0 35 25) 71 86 24, Fax (0 35 25) 71 86 10
A b o nnentenverwaltung
Zahnärztekammer Niedersachsen
Redaktion »ZKN MITTEILUNGEN«
Zeißstraße 11a, 30519 Hannover
Telefon (05 11) 8 33 91-301, Fax (05 11) 8 33 91-106
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B ezugsbedingungen
Der Bezugspreis für Mitglieder ist durch den Beitrag
abgegolten. Nichtmitglieder der Körperschaften erhalten
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270 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
Strukturierte Fortbildung Implantologie
erfolgreich abgeschlossen
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Inhalt 5|09
Zahnersatzversorgung im
Ausland mangelhaft .................... 292
Neue BEB Zahntechnik® wird
eingeführt ....................................... 293
n berufsständisches
Dr. K. Ulrich Rubehn ist neuer
Präsident im Norden . .................. 294
Die Honorierung von
Versicherungsanfragen ............. 299
Dentale Volumentomographie ...... 301
Thema des 4. Workshops für
Moderatoren von Qualitätszirkeln: Teambesprechung ......... 302
Glosse: Bitte offenpassen! ............... 303
Landesweite Schulung der
Prüfungsauschussmitglieder . . 304
Viel Lärm um nichts? ......................... 305
»Bayerische Tabelle 2009« .............. 306
Abschlussfeier der Strukturierten
Fortbildung Implantologie . ....... 307
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Wir können unseren Patienten zeigen,
wie durch Ulla-Schmidt-Politik
das Gesundheitswesen heruntergewirtschaftet wurde.
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16. Zahnärzte-Sommerkongress
Usedom . ............................................ 317
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05.05
:05 Uhr
11:18
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Herzliche Glückwünsche
zum Geburtstag! ........................... 319
1
auf Seite 286
n ZKN amtlich
Medizinprodukte-Information ........ 321
Aufbewahrungsfristen ..................... 322
Ungültigkeit von Zahnarztausweisen ........................................ 323
Wir trauern um unsere
Kollegen ............................................ 323
Telefon- und E-Mail-Verzeichnis
der Zahnärztekammer Niedersachsen ............................................. 323
n kleinanzeigen .................. 324
impressum ................................ 270
n Presse und Medien
n Terminkalender,
fortbildung
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n Dies & DaS ............................. 308
Union will keine Veröffentlichung
der Arzthonorare . .......................... 312
Dr. Mindermann im Amt
bestätigt ........................................... 312
Dr. Timmermann bestätigt .............. 312
Was man nicht erklären kann .......... 313
Zahnärzte beraten kostenlos
am Telefon . ...................................... 313
Professionelle Zahnreinigung
treibt den Winter aus ................... 313
Fehlstart für Gesundheitsfonds .......314
Kassen sollen sparen .......................... 314
Verfassungsbeschwerde gegen
neues BKA -Gesetz .......................... 314
Unsichere Patientendaten:
Gericht rügt Krankenkassen
für die vorschnelle Freigabe von
Behandlungsberichten ................. 314
Schöne gesunde Welt ......................... 315
Zusatzbeiträge ab Juli:
16 Krankenkassen kommen mit
Geld aus dem Fonds nicht über
die Runden ....................................... 315
»Pflege muss früh beginnen« . ....... 316
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Deutscher Ärztinnenbund
e. V. ........ 317
Info
ine erung! .................... 318
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......... 319
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Special
Die Beilage für das zahnärztliche
Fachpersonal
Einmachgummi ................................. 2
Geb.-Nr. 2009 GOÄ ............................ 2
Kleiner Pieks – große Wirkung:
Im Frühjahr Tetanus-Schutz
überprüfen ....................................... 2
Frühlingsschrecken Zecken ............ 3
Unter Wert – Frauen in der
Geschichte . ....................................... 4
Männer können Hunger besser
unterdrücken als Frauen .............. 5
Feurige Angelegenheit:
Sicher grillen .................................... 5
ZAN Seminarprogramm . ................ 6
Rauchen in der Schwangerschaft
bedeute jahrzehntelange
Nachwirkungen für das Kind . .... 7
Schon gewusst? . ................................ 8
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– Sei
Der Umwelt zuliebe gedruckt auf Papier aus
chlorfrei gebleichtem Zellstoff.
Titelgestaltung: Claus F. Weidmüller AGD
Redaktionsschluss ist jeweils der 10. des Vormonats.
Verspätet eingegangene Manuskripte können
nicht berücksichtigt werden. – Anschrift:
Zahnärztekammer Niedersachsen
Redaktion »ZKN MITTEILUNGEN «
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271
kurz & bündig
Wahlkampf im
Wartezimmer: 88 Prozent
der Ärzte empfehlen FDP
W
äre am Sonntag die Bundestagswahl hätte die FDP eine
große Ärzte-Lobby hinter
sich. In einer Online-Umfrage unter
Medizinern des Online-Netzwerkes
»Hippokranet« erklärten 88 Prozent,
dass sie Ihren Patienten empfehlen
würden, die FDP zu wählen. Abgeschlagenes Schlusslicht ist die Partei der Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, die
nur 0,8 Prozent der Ärzte Ihren Patienten empfehlen. Insgesamt beantworteten 2150 Ärzte die Frage »Wenn morgen Bundestagswahl wäre: Welche
Partei empfehlen Sie Ihren Patienten?«.
Nach dem klaren Sieger FDP folgt die
CDU/CSU mit 3,7 Prozent. Die Linke liegt
mit 1,9 noch klar vor der SPD mit nur 0,8
Prozent und knapp hinter den Grünen,
die 2,1 Prozent auf sich vereinen können. 3,4 Prozent der befragten Ärzte
wollen ihren Patienten eine andere
Partei empfehlen. Der änd hat bereits
eine neue Umfrage gestartet. Die aktuelle Frage lautet: »Wahlkampf im
Warte- und Sprechzimmer: Werden Sie
im kommenden Wahlkampf Ihre Patienten politisch informieren?« Wie immer finden Sie die Umfrage nach dem
Einloggen in der rechten Spalte.
FVDZ Newsletter, 20.3.2009
Zahngesundheit hat keine
Krise: Jeder Fünfte Deutsche
will investieren
G
esunde und schöne Zähne sind
den Bundesbürgern immer
noch wichtig. Zwar halten sich
die Deutschen zurzeit im Konsum etwas zurück – wie bei Reisen oder beim
Wohneigentum. Dennoch interessant:
22 Prozent der Befragten – also mehr
als jeder fünfte Deutsche – ist der Meinung, seine eigene Bereitschaft, Geld
für die Zahnverschönerung auszugeben, sei gestiegen. Der Vergleich zu
Operationen zur Verschönerung des
Körpers und des Aussehens insgesamt
ergibt mit 18 Prozent einen geringeren
272 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
Wert. Noch deutlich geringer ist mit 12
Prozent die Bereitschaft, sich über die
Kassenbeiträge hinaus selbst mit Kosten an der allgemeinen medizinischen
Versorgung zu beteiligen. »Das ist ein
erfreuliches Ergebnis für Zahnärzte
und Zahntechniker vor dem Start der
IDS, der weltweiten Leitmesse für die
Dentalbranche in Köln«, betont Dirk
Kropp, Geschäftsführer von prodente.
Gemessen an der vorherigen Erhebung
im Oktober 2008 schätzen die Bundesbürger zwar den Aspekt um 5 Prozent
geringer ein, in der Bevölkerung sei die
Bereitschaft gestiegen, selbst Geld für
die Verschönerung des Aussehens der
eigenen Zähne auszugeben. Allerdings
liegen die jetzt im März 2009 erhobenen Werte immer noch um 4 Prozent
über Vergleichswerten, die vor 10 Jahren ermittelt wurden (TNS EMNID :
1999). Damit steht die Zahnmedizin
und Zahntechnik vergleichsweise gut
da. Andere Branchen wie der Tourismus und der Immobilienmarkt scheinen nicht nur im Urteil der Deutschen
stärker betroffen zu sein. Diese Branchen verbuchen in letzter Zeit tatsächlich herbe Absatzeinbrüche. »Hier zeigt
sich der Stellenwert schöner und gesunder Zähne in der Bevölkerung«, betont Kropp.
FVDZ Newsletter, 20.3.2009
FDP schreibt Ärzte an:
Mit Patienten über schwarzrote Fehler sprechen
D
ie Arztpraxis als Wahlkampfort
hat offenbar auch die FDP entdeckt. Deren gesundheitspolitischer Sprecher Daniel Bahr verschickt
derzeit Briefe an die niedergelassenen
Ärzte. Darin betreibt er ordentlich
30
Schelte auf die Bundesregierung, verspricht, alles besser zu machen, und rät
den Ärzten, mit »Freunden, Kollegen,
Mitarbeitern oder Patienten über die
Fehler dieser schwarz-roten Gesundheitsreform« zu sprechen.
Zwei DIN -A4-Seiten lang lässt sich
Bahr über Behauptungen der Gesundheitsministerin Ulla Schmidt aus. Neues gibt es dabei nicht, die frühere Kritik
wird noch einmal zusammengefasst –
und der Mann weiß, was Ärzte hören
wollen: Die Gesetzliche Krankenversicherung sei nach wie vor unterfinanziert, schreibt Bahr; das Vergütungssystem viel zu kompliziert und intransparent. Statt Wettbewerb gebe es
»Kassensozialismus«, und – natürlich –
der Gesundheitsfonds sei »ein bürokratisches Monstrum«. Die FDP wolle
»alle Regulierungen des SGB V auf den
Prüfstand« stellen und die »Fehler der
schwarz-roten Reform wieder rückgängig machen«. Eine »echte Strukturreform« wolle man stattdessen einleiten.
Wie das nun konkret gehen soll, legt
Bahr nicht weiter dar. Das sei im FDPAntrag »für ein einfaches, transparentes und leistungsgerechtes Gesundheitswesen« nachzulesen.
www.facharzt.de, 17.4.2009
Notärzte besorgt über lange
Wartezeiten beim Rettungsdienst
N
otärzte klagen über zunehmende Mängel im deutschen Rettungsdienst. Notfallpatienten
müssten immer länger auf Rettungskräfte warten, sagte der Chef der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands
Zahl des Monats
Jahre kammereigene Fortbildung:
Am 23.5.1979 wurde das Fortbildungsinstitut der ZKN in der
Hildesheimer Straße in Hannover feierlich eröffnet. Der Vorstand
lädt aus Anlass der Jubiläen 60 Jahre ZKN / 30 Jahre ZAN zum
Sommerfest am 12.6.2009 alle Mitglieder herzlich ein.
(Anmelde-Talon siehe Seite 283)
KHK
(BAND), Detlef Blumenberg, im Interview mit der Nachrichtenagentur ddp
in Osnabrück.
Vor fünf Jahren habe es im Bundesdurchschnitt bereits fast elf Minuten
gedauert, bis ein Notarzt am Einsatzort
angekommen sei. In fünf Prozent der
Fälle seien damals mehr als 27 Minuten
bis zum Eintreffen des Notfallmediziners vergangen. Diese Zeitspannen
hätten sich in den vergangenen Jahren
weiter deutlich verschlechtert. Neuere
statistische Zahlen gebe es bislang
zwar nicht, der Trend sei aber weiter
negativ, sagte Blumenberg: »Das
macht uns Sorgen.« Schuld seien unter
anderem ein Mangel an Notärzten auf
dem Land, Koordinierungsprobleme in
den Leitstellen des Rettungsdienstes
und eine Überbelastung der Notfallmediziner durch Einsätze, die auch Sanitäter oder Hausärzte bewältigen
könnten. Durch die Ausdünnung des
kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes
riefen Menschen auch bei leichten Beschwerden wie Fieber schnell den Notdienst, sagte Blumenberg. Je nach Bundesland seien fünf bis zehn Prozent der
Notarzteinsätze keine Fälle, in denen
wirklich ein Notfallmediziner nötig sei.
In manchem Bundesland seien es sogar
15 Prozent.
Der BAND -Chef forderte, alle Anfragen – egal ob Notfälle oder Einsätze für
den kassenärztlichen Bereitschafts-
dienst – zentral unter der Notrufnummer 112 zu bündeln, um
dem vorzubeugen. Nötig sei
ausreichend qualifiziertes Personal in den Leitstellen, um die
Anrufe und Einsätze richtig einzuschätzen. »Daran mangelt
es«, klagte er. Aus Angst vor einer Fehlentscheidung würden
Notärzte vorschnell zu Patien­
ten geschickt. »Auch das Einsatzspektrum ändert sich«, sagte der Mediziner. Immer öfter
müssten Notärzte bei Einsätzen
mit Ehestreitigkeiten oder Alkoholproblemen umgehen oder
sich um Schwerkranke kümmern, die zu Hause versorgt
würden. Dies seien sehr zeitintensive Einsätze. An anderer
Stelle fehle der Notfallmediziner dann
im Zweifel. Blumenberg mahnte, der
Notdienst dürfe nicht »in andere Bereiche abdriften«. www.facharzt.de, 14.4.2009
Politiker-Ranking:
Leser beurteilen
Schmidt und Lauterbach als
»unglaubwürdig«
D
ie beiden SPD -Politiker Ulla
Schmidt und Karl Lauterbach
bekommen von Lesern eines
großen Wochenmagazins extrem
schlechte Noten. Innerhalb nur eines
Tages ist Gesundheitsexperte Lauterbach von Platz 68 auf Platz 84 abgesackt. Ministerin Ulla Schmidts Platzierung änderte sich nur von 88 auf 90 –
aber damit ist sie nur noch einen Platz
vor der Aufnahme in die »Flop 3« des
Magazins (Focus). Die beiden SPD -Politiker liegen beim Bewertungskriterium »Glaubwürdigkeit« auf dem letzten (Lauterbach) und vorletzten Platz
(Schmidt) der 93 ausgewählten Politiker. Leser kritisierten, dass man offenbar nach 24 Stunden erneut eine Bewertung abgeben könne. Möglicherweise liegt das aber im System der Umfrage: »Woche für Woche überprüfen
Politiker und Parteien ihre Umfragewerte«, schreibt Focus online. Die Institute befragten aber nur einen kleinen
Ausschnitt der Bevölkerung: »Auf Focus Online können alle User Politiker
mit Schulnoten bewerten. Wie beurteilen Sie Glaubwürdigkeit, Kompetenz
und Durchsetzungsfähigkeit?«, sind
die Fragen, denen sich die Politiker stellen müssen.
FVDZ Newsletter, 14.4.2009
21 Studien über Schmerzmittel
frei erfunden
I
nsgesamt 21 Studien soll ein amerikanischer Schmerzexperte, Scott S.
Reuben, gefälscht haben. Die Ergebnisse seien zum Teil sogar frei erfunden, berichten US -Medien. Reubens
früherer Arbeitgeber, das Baystate Medical Center, stellt derzeit Nachforschungen zu seinen Arbeiten an. Schon
im Frühjahr letzten Jahres bei einer
Routineüberprüfung war aufgefallen,
dass Reuben keine Genehmigung für
bestimmte klinische Studien hatte.
Reuben schien ein fleißiger Forscher zu
sein: In den vergangenen zehn Jahren
veröffentlichte er über 30 Studien in renommierten Fachjournalen. Viele davon waren Anwendungsbeobachtungen für Pharmakonzerne. Als letztes
testete er den Entzündungshemmer
Celecoxib (»Celebrex«) und das Antikrampfmittel Pregabalin (»Lyrica«).
Beide stellt Pfizer her. Die Klinik habe,
berichtet das »Deutsche Ärzteblatt«,
die Fachzeitschriften aufgefordert, die
Arbeiten zurückzuziehen. Steven Shafer, Chefredakteur von »Anesthesia &
Analgesia«, der einige von Reubens
Studien veröffentlichte, sagte: »Wir
sprechen hier von Millionen Pa­tienten weltweit, deren postoperatives
Schmerzmanagement auf den Studien
von Dr. Reuben basiert.« Reuben hat
mittlerweile seine Fälschung gestanden. Warum weder den Kollegen noch
den Mitarbeitern der Journale oder der
Pharmafirmen etwas aufgefallen ist,
bleibt unklar. Immerhin werden die
von Reuben positiv getesteten Mittel
bislang nur in Einzelfällen eingesetzt,
aber nicht als Standard in der Schmerztherapie.
FVDZ Newsletter, 25.3.2009
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
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Gesundheitspolitik
»Aktion 15«
Offener Brief an
SPD-Abgeordneten
Edathy
F
foto: Privat
ür seine Teilnahme an
der »Aktion 15 Prozent« ist der Allgemeinmediziner Dr.
Markus Schlarmann
aus Lohne in Niedersachsen
vom SPD -Abgeordneten Sebastian Edathy massiv angegriffen worden: Es sei »niveaulos, unanständig und mit
Dr. med.
der Verantwortung eines MeMarkus
diziners nicht zu vereinbaren«,
Schlarmann
diese Plakate in die Praxis zu
hängen, schrieb der Politiker in einer
giftigen Mail an den Arzt (siehe auch
ZKN Mitteilungen 4/2009, S. 224 ff).
Die knappen Zeilen Edathys will Schlarmann nicht unbeantwortet lassen –
und hat nun einen Offenen Brief an
den Bundestagsabgeordneten aufgesetzt. Wir dokumentieren das Schreiben im Folgenden:
Offener Brief an den
SPD-Bundestagsabgeordneten
Sebastian Edathy bzgl. des
Ärzteprotests »Aktion 15«
Lohne, den 7.4.2009
Sehr geehrter Herr Edathy,
wie alle niedersächsischen Bundestagsabgeordneten sind Sie über die
Protestaktion der Ärzte »Aktion 15 – 15
Prozent für die SPD – Das reicht.« (http://www.hippokranet.com/de/wahlkampf ) von mir informiert worden.
Daraufhin erhielt ich folgende Antwort
von Ihnen:
274 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
Zitat:
Sehr geehrter Herr Dr. Schlarmann!
1) Ich verbitte mir weitere Emails von
Ihnen.
2) Hätten Sie Ihre Praxis im von mir vertretenen Bundestagswahlkreis,
würde ich öffentlich dazu aufrufen,
sich einen anderen Arzt zu suchen.
Ihre Kampagne ist niveaulos, unanständig und hat mit der Verantwortung, die ein Mediziner hat, nichts zu
tun.
Mit freundlichem Gruß
Sebastian Edathy, MdB
Zu Ihrer Haltung habe ich einige Fragen:
1. Wie vereinbaren Sie eine Äußerung
dieser Art mit Ihrem Demokratieverständnis?
2. Wie bewerten Sie die Aussagen von
Ministerin Schmidt und Prof. Lauterbach Ȁrzte nehmen Patienten
in Geiselhaft«, »Wollen wir die Taschen der Ärzte noch voller machen«, »Ich erwarte, dass die Ärzte
die Patienten für das Geld behandeln, das die Krankenkassen zu zahlen bereit sind?« Unanständig, niveaulos oder als Hetze?
3. Wie beurteilen Sie die Ärzteschelte
der Medien, die durch Schmidt und
Lauterbach angeheizt wird? Unanständig, niveaulos oder als Hetze?
4. Worin sehen Sie als bekennender
Gegner des Rechtsextremismus den
Unterschied zwischen vor 70 Jahren
getätigte Aufforderungen »Kauf
nicht beim Juden«, »Geh nicht zum
jüdischen Arzt« und Ihrer Aufforderung gegenüber SPD -kritischen Ärzten »Geh nicht zum Arzt …«.
5. Wie bewerten Sie Ihre Reaktion auf
einen konstruktiven Beitrag eines
Kollegen in Ihrem Gästebuch: »Sind
Sie noch ganz dicht?«. Unanständig,
niveaulos oder als Hetze?
6. Warum sprechen Sie den Ärzten das
Grundrecht der freien Meinungsäußerung nach Artikel 5 des Grundgesetzes ab?
7. Ist Ihnen klar, dass Sie als Bundestagsabgeordneter das Vertrauen Ihre Wähler mit Emails der o.a. Art
missbrauchen?
8. Wurden wir Ärzte nicht durch Leute
wie Sie in die Politik gedrängt, weil
wir jeden Tag unseren Patienten
zum Thema Gesundheitspolitik Rede und Antwort stehen müssen?
9. Halten Sie Ihre Wähler für so dumm,
BMG-Sprecher zur »Aktion 15 Prozent«:
Unanständig, die Schuld dem Ministerium zu geben
D
ie »Aktion 15 Prozent« macht weiter Schlagzeilen: »Mediziner wollen Ministerin demontieren«, titelt der Internetdienst »news.de« – und lässt
auch BMG -Sprecher Klaus Vater Stellung nehmen. »Zuletzt sorgte vor allem die Honorarreform für viel Unmut bei den Medizinern. Doch gerade vor diesem Hintergrund kann Schmidts Pressesprecher, Klaus Vater, die Aktion nicht
verstehen. Bei der Aushandlung der Gehaltsstrukturen habe die Ministerin alles
getan, was möglich gewesen wäre«, heißt es in dem Bericht.
Wenn sich die Vertreter der Ärzteschaft und der Kassen nicht richtig einigen
können, »ist es sehr unanständig die Schuld nun auf das Ministerium abzuwälzen«, sagte Vater zu »news.de«. Dass der Ärzteprotest Ulla Schmidt und ihrer
SPD jetzt das Superwahljahr verhagelt, glaube er allerdings nicht.
Vater betont weiter, dass man den Streit nicht zwischen Ärzten und Ministerin
sehen solle. Ein Großteil der Ärzte melde sich einfach nicht zu Wort, hinter den
Kampagnen gegen die Ministerin steckten vor allem Verbandsvorsitzende, die
den Konflikt schürten. »In den Verbänden gibt es einige Wortführer, die in den
vergangenen Jahren gelernt haben, sich öffentlichkeitswirksam zu äußern«,
kritisierte Vater.
www.facharzt.de, 1.4.2009 l
Leserbrief:
»Wird in Deutschland ein Krieg gegen die Ärzte geführt?«
»W
ie Ärzte ihre Patienten abzocken«, erklärte die »Hamburger Morgenpost« ihren Lesern kürzlich in einem Bericht über Niedergelassene, die Vorkasse von den Patienten verlangen. Das sei nicht
nur unmoralisch, sondern sogar verboten, prangerte das Blatt an. Auf völliges
Unverständnis stieß der Bericht jedoch offenbar bei einer Leserin, die den Vergleich mit dem Gesundheitssystem in England ziehen kann.
»Als Halb-Engländerin kann ich sagen, dass die Deutschen spinnen. Sie
zahlen ihrem Hausarzt für drei Monate nicht einmal 50 Euro pauschal pro Patient
– und beklagen sich dann, dass dieser aus Not versucht, an anderer Stelle einen
Zuschuss zu kassieren. Dann nennt man ihn Raffke wie einen gierigen Bankmanager«, schrieb die Leserin in einem Leserbrief, den die »Morgenpost« am
1.4.2009 abdruckte.
Für 50 Euro mache ihrer Meinung nach kein deutscher Handwerker auch nur
einen Finger krumm. »Wird in Deutschland ein Krieg gegen die Ärzte geführt?«,
fragt sie in dem Brief. Wenn es so sei, könnten die Briten sich über noch mehr
auf deutsche Kosten ausgebildete Mediziner freuen.
www.facharzt.de, 1.4.2009 l
wohnortnahe, haus- und fachärztliche Versorgung zerstören?
Abschließend möchte ich darauf
hinweisen, dass wir aufgrund der ärztlichen Berufsordnung verpflichtet sind,
Schaden von unseren Patienten abzuwenden.
Daher MÜSSEN wir uns politisch äußern.
Mit freundlichen Grüßen
15%
dass Sie sich für »unsere Zwecke«
missbrauchen lassen? Reagieren Sie
so heftig, weil Sie wissen, dass jeder,
der in diesem Land auf intensivere
medizinische Versorgung angewiesen ist, zum Beispiel chronisch Kranke, uns Recht gibt? Diejenigen, die
anderer Meinung sind, sind unter 45
Jahren (weil meistens gesund) oder
privat versichert.
10.Sind Ihnen die Folgen der Gesundheitspolitik für unsere Patienten
und IHRE Wähler nicht bewusst,
wenn Sie immer nur von Ärzteinteressen sprechen?
11. Ist Ihnen bewusst, dass Sie Ihre sozialdemokratischen Wähler und unsere Patienten den Klinikkonzernen
und damit der »Diktatur des Kapitals« zum Fraß vorwerfen und die
Dr. med. Markus Schlarmann
Arzt für Allgemeinmedizin
und Diabetologie
Außerdem:
freier Bürger und freier Arzt,
der seine Grundrechte in Anspruch
nimmt
Brinkstrasse 98
49393 Lohne www.facharzt.de, 7.4.2009 l
15 %-Reaktionen
SPD-Abgeordnete: »Aktion 15« ist Manipulationsversuch und
Ausnutzung der Ärzte-Sonderstellung
Versorgungszentren gegen Kritik aus
den Reihen der Ärzteschaft.
Ihren kompletten offenen Brief
kann man unter www.facharzt.de/
a/a/78894/ nachlesen. Hier einige Auszüge:
Offener Brief
Sehr geehrter Herr Dr. Schlarmann,
die von Ihnen gewählte Vorgehensweise empfinde ich als unredlich, da sie
jeglicher sachgerechter Information
entbehrt. Zudem wird hier die besonders vertrauensvolle Beziehung zwischen Arzt und Patient für Wahlkampfpropaganda instrumentalisiert. Ein
mündiger Bürger braucht keinen Arzt,
der ihm erklärt, wie Politik funktioniert
und was er davon zu halten hat. Fernsehen, Zeitung, Internet – dort können
sich politisch Interessierte ein
Bild machen. Beeinflusst ein
Mediziner seine Patienten in
seinen Praxisräumen wie mit
der aktuellen Plakataktion, sehe ich darin einen Versuch der
Manipulation und eine unangebrachte Ausnutzung seiner
Sonderstellung. Denn immer
noch gelten Mediziner in unseGabriele
rer Gesellschaft als besonders
Groneberg
vertrauenswürdig und genießen das höchste Ansehen unter den Berufsständen.
Als Vertreter dieses hochangesehenen Berufsstandes wissen Sie sehr genau, dass diese Aktion keinen Beitrag
zur sachgerechten Auseinandersetzung
leistet. Zu diesem Schluss kommt auch
der deutsche Hausärzteverband, der
sich ausdrücklich in einem Schreiben Ende März 2009 von der Plakataktion disFoto: facharzt.de
Z
unächst musste sich der Allgemeinmediziner Dr. Markus Schlarmann für seine
Teilnahme an der »Aktion 15«
vom SPD -Abgeordneten Sebastian Edathy kritisieren lassen – jetzt
steigt eine weitere SPD -Politikerin in
den Schlagabtausch ein: Gabriele Groneberg (stellv. Sprecherin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der SPD -Bundestagsfraktion)
springt ihrem Parteikollegen in einem
Offenen Brief an Schlarmann zur Seite
und verurteilt, dass mit der Aktion »die
besonders vertrauensvolle Beziehung
zwischen Arzt und Patient für Wahlkampfpropaganda instrumentalisiert« werde.
Darüber hinaus verteidigt sie in ihrem Schreiben neue Kooperationsformen in der ambulanten medizinischen
Versorgung sowie die Medizinischen
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275
Gesundheitsp o litik
SPD-Groneberg: SPD manipuliert
erfolgreich die Abgeordneten
des Deutschen Bundestages und
nutzt die Sonderstellung des BMG,
um das Parlament zu täuschen!
tanziert. Nach Ansicht des Verbandes
»wird augenscheinlich um des Klamauks Willen dumpfer Populismus betrieben.« Mehr noch – der Verband
nimmt sogar die Sozialdemokratie und
Bundesgesundheitsministerin Ulla
Schmidt in Schutz. Zu Recht stellt der
Verband fest, »dass eine parteipolitische
Zuordnung nicht ausreichend ist, um
das komplexe Bild der Gesundheitspolitik in Deutschland zu verstehen«.
Gelegenheiten zur sachgerechten
Auseinandersetzung biete ich immer
wieder an. Im Februar 2006 fand ein Gespräch mit den hiesigen Ärzten zur ambulanten Versorgung statt, Ende Dezember 2006 habe ich vor der abschließenden Beratung der Gesundheitsreform zu einem Gespräch ebenfalls die
Ärzteschaft des Wahlkreises eingeladen,
darunter auch Sie. Diese Treffen sind für
mich das geeignete Mittel, um sachlich
Argumente auszutauschen und auch
Kritik zu äußern.
Bei der aktuellen Aktion weiß man
allerdings nicht so recht, worum es eigentlich geht. Wo sind die Argumente,
wo sind die Forderungen?
Ich setze voraus, dass Sie Ihre Kritik,
die Sie mit Ihren drei Stichworten (freie
Arztwahl, Therapiefreiheit und Datenschutz) andeuten, auf die Thematik der
Medizinischen Versorgungszentren beziehen.
Dazu stelle ich fest:
Wir wollen den Ärztinnen und Ärzten
nicht vorschreiben, in welcher Organisations- und Betriebsform sie in der ambulanten Versorgung arbeiten sollen.
Wir wollen, dass Ärztinnen und Ärzte
frei entscheiden, ob sie als Selbstständige oder als Angestellte, in Vollzeit oder
Teilzeit arbeiten. Wir wollen, dass alle
Formen der Kooperationen möglich
werden. Deshalb haben wir sowohl das
Sozialrecht als auch das ärztliche Berufsrecht flexibilisiert.
Die spezialisierte fachärztliche Versorgung des 21. Jahrhunderts kann nicht
mehr in den kleinteiligen Strukturen des
19. Jahrhunderts erbracht werden. Deshalb muss diese Versorgung in Gemeinschaftspraxen und medizinischen Versorgungszentren erfolgen.
Wir wollen ausdrücklich die wohn276 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
W
ir haben gelernt, Frau Groneberg. Die
jahrelangen Machenschaften der SPD:
Täuschen, manipulieren, tricksen, diffamieren, verleumden, schamlose Ausnutzung
von Sonderstellungen in den Aufsichtsräten der
Betriebe, der Krankenhäuser und der Medienkonzerne, haben wir uns genau angesehen und
jahrzehntelang in unserem Beruf darunter gelitten.
Jetzt antworten Bürger auf die politischen Lügen und Wahlkampflügen der SPD und sofort jaulen die Profiteure dieser sozialistischen Politik
auf.
Kleine Wette, Frau Groneberg: Wem glaubt
der Bürger mehr, den Ärzten oder der SPD ? Die
Antwort auf diese Frage ist IHR großes Problem!
Sie haben bis September noch Zeit, den gesundheitspolitischen Kurs der SPD zu beeinflussen (wie ich aus Ihrer Website entnehmen kann).
Falls nicht, werden Sie wie Ihre Partei in der Bedeutungslosigkeit versinken. Dafür arbeite ich
täglich in meiner Praxis (in der die Plakate in
Großformat hängen!).
Dr. med. Hans-Ulrich Jabs
www.hippokranet.com, 9.4.2009 l
ortnahe fachärztliche Versorgung erhalten. Aber viele junge Ärztinnen und
Ärzte sind nicht mehr bereit, einen großen Schuldenberg aufzunehmen, um
die notwendigen Investitionen zu tätigen. Das können heute häufig nur noch
eine Gemeinschaft von Ärzten oder eine
Managementgesellschaft, hinter der in
aller Regel ein Krankenhaus oder ein erfolgreicher Arzt steht...
... Speziell besonders qualifizierte
Fachärztinnen und Fachärzte, die eine
lange Zeit an Universitätskliniken und
großen Häusern gearbeitet haben, sind
nicht zu motivieren, aufs flache Land zu
ziehen. Selbst bei Hausärzten muss viel
Überzeugungsarbeit geleistet werden,
um eine flächendeckende Versorgung
zu sichern. Die spezialisierte fachärztliche Versorgung wird sich deshalb auf
mittlere und größere Städte konzentrieren. In der Fläche soll es auch weiterhin
die wohnortnahe hausärztliche und
fachärztliche Grundversorgung geben.
Dort wird auch weiterhin die Einzeloder Gemeinschaftspraxis dominieren.
Die Politik sollte dem Arzt nicht vorschreiben, in welcher Organisationsform er oder sie seine Arbeit tut. Wer
kein Unternehmer sein will, kann trotzdem ein guter Arzt sein. Ansonsten wür-
den wir die aufopferungsvolle Arbeit
vieler angestellter Ärzte, nicht nur im
Krankenhaus, entwerten. Medizinische
Versorgungszentren haben sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt, das besonders für junge Ärztinnen und Ärzte
attraktiv ist.
... Die SPD -Bundestagsfraktion bekennt sich ausdrücklich zur flächendeckenden Versorgung in Deutschland. Sie
tritt auch für die Erhaltung der Freiberuflichkeit ein. Kein Arzt darf gezwungen werden, als Angestellter zu arbeiten.
Selbst wenn er als Angestellter arbeitet,
behält er die Therapiehoheit über alle
ihm anvertrauten Patienten. Das Bekenntnis zur Freiberuflichkeit darf jedoch nicht verwechselt werden mit der
Forderung, die Einzelpraxis in der Hand
des niedergelassenen Arztes als alleinige
Organisationsform in der ambulanten
Versorgung festzuschreiben.
Unsachgemäß ist auch die Behauptung, das Gesundheitssystem würde zugunsten flächendeckender medizinischer Versorgungszentren umgebaut.
Hier sprechen die Zahlen für sich:
140.000 niedergelassenen Ärzten stehen 5000 Ärzte in den medizinischen
Versorgungszentren gegenüber. Einen
Niedergang der Arztpraxen und einen
systematischen Umbau des Gesundheitssystems kann ich daran nicht erkennen...
... Billigmedizin mit den medizinischen Versorgungszentren in Verbindung zu bringen ist im höchsten Maße
irreführend und trägt nur dazu bei, unnötige Ängste bei den Patienten zu
schüren.
Ich gehe davon aus, dass sich Ihre eigentliche Verärgerung auf die Honorarreform bezieht...
...Interessant finde ich im Übrigen die
Tatsache, dass die niedersächsischen
Ärzte (Berechungen des Instituts des Bewertungsausschusses zufolge) einen
Honorarzuwachs in den Jahren 2007 bis
2009 von 16,9 Prozent verzeichnen können. Allen Behauptungen zum Trotz: die
niedergelassenen Ärzte gehören zu den
Spitzenverdienern in Deutschland!
Wir sollten eine sachliche Diskussion
führen, dazu bin ich gerne bereit. Ich
finde es schade, dass manch Mediziner
nicht erkennt, dass die Plakataktion der
gesamten Ärzteschaft einen Bärendienst erweist.
Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Groneberg
Mitglied des Deutschen Bundestages
»Stellv. Sprecherin für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung
der SPD -Bundestagsfraktion)
bedacht. Was für Verträge werden wir
bekommen, wenn wir in einen direkten
Wettbewerb mit den MVZs vor Ort treten müssen? Der HÄV hat zur politischen
Neutralität aufgerufen. In Bayern wurden aber auf Initiative des HÄV vor den
Landtagswahlen Anti- CSU -Plakate in
den Praxen aufgehängt. Was ist davon
zu halten? Ich bezeichne dieses als unglaubwürdig. Die ärztlichen Funktionäre hatten jahrelang Zeit unsere Interessen und die Interessen unserer Patienten in den entsprechenden Gremien zu
vertreten und haben dabei total versagt.
Sie und die Presse stellen immer nur
die Honorarreform in den Vordergrund.
Aber das ist nur ein Puzzleteil im gesundheitspolitischem Chaos. Ich persönlich habe mir schon 2002 aufgrund der
desolaten Situation im Gesundheitswesen ein zweites Standbein geschaffen
und mich zusätzlich zu meiner ärztlichen Laufbahn in einem nicht ärztlichen Bereich selbständig gemacht. Heute beschäftige ich mit meiner nicht ärztlichen Tätigkeit 20 Mitarbeiter.
Mit dem Verdienst aus meiner anderen Tätigkeit wird meine Praxis mit einer Patientenzahl im niedersächsischen
Durchschnitt (bundesweit: überdurchschnittlich) quersubventioniert.
gewillt diese im Interesse meiner Patienten auszunutzen.
Ich habe mir eine Unabhängigkeit erarbeitet und kein Politiker, keine Ärztekammer, kein Hausärzteverband und
auch keine Kassenärztliche Vereinigung
kann Druck auf mich ausüben. Öfter habe ich überlegt, ob ich die kassenärztliche Zulassung zurückgebe und rein privatärztlich arbeite, aber das wäre ein
Verrat an meinen Patienten. Trotzdem
würde ich mich an einer Zulassungsrückgabe im Rahmen eines Korbmodells
sofort beteiligen.
Aufgrund der bislang geschilderten
Zusammenhänge fühle ich mich beleidigt und zutiefst in meiner Ehre gekränkt, wenn wir durch die von Politikern wie Lauterbach und Schmidt geschürte Medienhetze ( »Geldgierige Säcke«, »Mit Porsche zur Demo« usw.) nur
auf die Honorarproblematik reduziert
werden.
Ich möchte die Versorgung in der jetzigen Form aufrechterhalten. Nach meiner Meinung besteht die Gefahr, dass
meine Patienten demnächst für eine adäquate medizinische Versorgung weit
fahren müssen. Dieses würde in erster
Linie die sozialschwachen, chronischkranken und alten Patienten benachteiligen. Nennen Sie das SOZIAL?
Außerdem haben Sie in Ihrem Brief
erwähnt, es dem freien Markt zu überlassen, welche Form der ärztlichen Versorgung (MVZ , Gemeinschaftspraxis,
Einzelpraxis) sich durchsetzen wird. Gerade das machen Sie nicht. Wenn Sie den
freien Markt wollen, so führen Sie die
Direktabrechnung mit dem Patienten
ein! Wir haben eine planwirtschaftlich
geprägte Medizin a la DDR . Von freier
Marktwirtschaft kann überhaupt keine
Rede sein. Außerdem greift die Politik
mit einer Regulierungswut (wäre im Finanzsektor weitaus angebrachter) in
den »freien« Markt ein, so dass eine Einzelpraxis gar nicht überleben kann.
Sie bekennen sich zur flächendeckenden haus- und fachärztlichen Versorgung. Warum betreiben Sie dann eine
Politik, die genau diese Versorgung zerstört?
Wenn Sie schreiben, dass Ärzte keine
Praxis mehr übernehmen wollen, so
15%
www.facharzt.de, 9.4.2009 l
Dr. Schlarmanns Antwort
an Frau Groneberg:
Sehr geehrte Frau Groneberg,
unabhängig von unseren unüberbrückbaren gesundheitspolitischen Differenzen möchte ich Ihnen auf rein persönlicher Ebene meinen Respekt dafür
aussprechen, dass Sie sich der politischen Diskussion stellen und dabei – im
Gegensatz zu Ihrem Kollegen Edathy –
die sachliche Ebene nicht verlassen. Diesen Respekt Ihnen gegenüber erweise
ich Ihnen auch in der Kenntnis, dass sie
sich durch Ihren Brief den Anfeindungen, die ohne Frage auf sie zukommen
werden, mit offenem Visier stellen. Damit haben Sie zumindest charakterlich
ihren MdB-Kollegen einiges voraus.
Aber nun zum Thema:
Ob politische Kampagnen im Wartezimmer ethisch oder auch rechtlich zulässig sind, wurde hinreichend diskutiert und wir sind diesbezüglich unterschiedlicher Meinung. Das Schreiben des
Hausärzteverbands ist diesbezüglich
nicht das Papier wert, auf das es geschrieben wurde.
Der Hausärzteverband hat nicht das
Alleinvertretungsrecht für uns Hausärzte und für die Fachärzte spricht dieser
Verband schon gar nicht. Ich bin es leid,
dass Funktionäre unserer Berufsgruppe
zur Sicherung ihrer eigenen Pfründe
Hinterzimmerdiplomatie betreiben
und die Interessen der Ärzte und Patienten verraten. Wie viele meiner hausärztlichen Kollegen schaut der HÄV nur auf
die abzuschließenden Hausarztverträge bzw. auf die nächste KV-Abrechnung.
Die langfristigen Folgen werden nicht
Beispiel:
Bei Patienten mit akutem Schwindel
muss zur Differentialdiagnostik in der
Regel ein Langzeit-EKG durchgeführt
werden. Leider wartet der Patient aufgrund der Budgetierung bis zu 2 Monate auf einen Termin beim Kardiologen.
Daher habe ich 7000 Euro aus meiner
nicht ärztlichen Tätigkeit in die Praxis
investiert und dieses Gerät angeschafft.
Mit diesem Gerät verdiene ich 100 Euro
im Monat. Die Anschaffung war betriebswirtschaftlicher Quatsch aber
zum Wohl meiner Patienten.
Finden Sie es nicht erbärmlich, wenn
ich mich heute hinstelle und sage:
»Den Lebensunterhalt für meine
Frau und meine 2 Kinder verdiene ich
mit meiner Firma und die Praxis betreibe ich aus Idealismus!«?
Ich habe durch die finanzielle Unabhängigkeit im Gegensatz zu vielen Kollegen eine Luxusposition inne und ich bin
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
277
Gesundheitsp o litik
antworte ich Ihnen:
»Wollen Sie jetzt ein Phänomen, das
Sie durch Ihre Politik selbst geschaffen
haben, als Argument für MVZ heranziehen?« Den Ärztemangel – insbesondere
auf dem Land – beseitigen Sie nicht
durch MVZs, sondern durch adäquate
Arbeitsbedingungen und gerechte Entlohnung. Ich habe einen Traumberuf ergriffen, aber Sie machen diesen tollen
Beruf zum Albtraum und beschwerden
sich dann über Ärztemangel?
Ich habe die Medizin in MVZs nie als
Billigmedizin bezeichnet und würde
dieses auch nie tun, aber das klassische
Arzt-Patienten-Verhältnis – wie ich es
als Hausarzt kenne – wird durch MVZs
zerstört. Gerade das von Ihnen gepriesene Vertrauensverhältnis zwischen Arzt
und Patient geht in der Anonymität solcher Zentren verloren.
Ihr Argument, dass es bei 140.000
niedergelassenen Ärzten bislang ja nur
5000 Ärzte in MVZs gibt, lasse ich nicht
gelten. Sie reden vom Status quo und
machen eine Politik, die dieses Verhältnis mittelfristig umkehrt!
Abschließend empfinde ich es als
blanken Hohn, wenn sie bei einem planwirtschaftlich gesteuerten Gesundheitswesen von Freiberuflichkeit der
Ärzte und Therapiehoheit sprechen.
Das sind nur noch Floskeln fernab
jeglicher Realität.
ES GEHT UM UNSERE PATIENTEN,
NICHT NUR UM UNSERE HONORARE!! Mit freundlichen Grüßen Dr. med. Markus Schlarmann
www.hippokranet.com, 9.4.2009 l
278 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
SPD-Abgeordneter:
»120.000 Euro Durchschnittseinkommen müssten reichen«
Die medizinische Versorgung in Hessen ist gut, die ÄrzteDichte in Deutschland überdurchschnittlich, die Ärzte-Abwanderung »frei erfunden« und das Einkommen der niedergelassenen Mediziner mehr als doppelt so hoch wie das anderer Freiberufler
D
as zumindest meint der
Arzt und SPD -Landtagsabgeordnete Dr. Thomas
Spies. »120.000 Euro
Durchschnittseinkommen
müsste eigentlich reichen«, schreibt er
auf seiner Homepage und schimpft auf
die FDP, die die medizinische Versorgung »schlechtrede« und der »zuerst
mehr Geld für Ärzte einfällt«.
Hier folgt die Antwort einer Kieferorthopädin:
Völlig skrupellos
»120.000 Euro Durchschnittseinkommen müssten reichen«
Mein erster Wohnsitz befindet sich
im Wahlkreis von Dr. Thomas Spies.
Ich hoffte immer, er wisse es nicht
besser und sei nur erkenntnisresistent.
Ich fürchte aber, er kennt die Wahrheit und opfert Sie ohne jegliche Skrupel dem Populismus, der seine politische Karriere in der SPD befördern soll.
Im hessischen Landtagswahlkampf
hat er im »Marburger Express«, dem
meistgelesenen studentisch geprägten Gratisblättchen der Stadt, Anzeigen geschaltet, in denen er aufgefordert hat, die Verkäufer der Uniklinik
Marburg-Gießen abzustrafen; die CDU,
insbesondere Herrn Koch.
In der Tat ein in Marburg sehr beliebtes Thema, da die Übernahme der
Uniklinik durch Rhön-Kliniken (sic!)
wohl empfindliche Abstürze sozialer
Erbhöfe langjähriger Angestellter und
eine deutliche Änderung des Effizienzdrucks mit sich gebracht hat, der in
Marburg allseits beklagt wird.
Wen
wunderts.
Herrn Spies sicher nicht
(Auf die Entlohnung für meinen
Lehrauftrag, den ich bis letztes Jahr
dort innehatte, habe ich nach Eintritt
des neuen Klinikbetreibers regelmäßig
locker 6 Monate nach Leistungserbringung gewartet)
Vergessen, verschwiegen – oder wie
soll man es nennen? – hat Herr Spies zu
erwähnen, dass die Umgestaltung aller medizinischen Einrichtungen in
Deutschland nach diesem Muster Ziel
seiner Partei ist und »der Gesundheitsexperte« seiner Partei mit diesem Unternehmen verbandelt ist.
Skrupellose
Wählertäuschung könnte man das
nennen, wenn man ihm böse wollte.
Er stand in Hessen zu Jahresbeginn
stramm hinter Ypsilanti und hat die
SPD -Abgeordnete des Landkreises
Marburg-Biedenkopf, Frau Tesch, die
an der Rettung Hessens in letzter Sekunde mitgewirkt hat – sagen wir mal
– »scharf« angegriffen.
Er liebt es, als »Kollege« auf berufspolitischen Ärzteveranstaltungen aufzutreten und seine ideologischen Agitationen den Kollegen, insbesondere
den niedergelassenen, die der Verzweiflung nahe oder bereits verfallen
sind, mit frechem Grinsen vorzutragen.
Irgendwann wird er einen oder eine
treffen, dem oder der die Sicherung
durchbrennt. Er legt es darauf an.
Dieser Mann ist absolut unerträglich.
Ich ganz persönlich kann ihn nicht
mehr ertragen.
Dr. med. dent. Christiane Alp
www.hippokranet.com, 8.4.2009 l
75.000 Entschädigung als
Abgeordneter PLUS unbegrenzte Nebentätigkeiten hätten reichen gesollt, …
dern GENAU DURCHSCHNITTLICH liegt
die Arztdichte in Deutschland im Vergleich in Europa. Nämlich 3,4 Ärzte auf
1000 Einwohner. Und da kann man sich
auch mal gerne anschauen, wo genau
die deutsche Arztdichte liegt: hinter so
Ländern wie Griechenland, Italien,
Tschechien, Norwegen usw. (nettes
Gimmick: Norwegen wirbt aktiv darum, weitere Ärzte einwandern zu lassen. Gerne aus Deutschland. Kenne
paar, die sich da sehr sehr wohl fühlen,
gestandene, hochspezialisierte, engagierte Kollegen: frei erfundene Abwanderung? Noch ne Lüge...).
Naja, nicht wirklich verwunderlich.
Aber mal für Unsereinen ganz nett,
nachzuprüfen, was tatsächlich hinter
den Behauptungen steht.
15%
…müsste man meinen.
Nein: seit 1998 (daher stammt die
Zahl), in 10 Jahren, haben sich unsere
Abgeordneten fast 27 Prozent MEHR an
Diäten in die eigenen Taschen abgestimmt. Das sind heute – einschließlich
der Kostenpauschale, zuzüglich freier
Fahrt bundesweit – 138.000 Euro.
Wetten, dass denen das immer noch
nicht reicht, und die sich in Kürze fürs
nächste Jahr wieder die so angenehm
gewohnten mehr als 3 Prozent pro Jahr
Zuwachs wieder gönnen?
Ich kenne die Weise, ich kenne den
Text
Ich kenn auch die Herren Verfasser; Ich weiß, sie tranken heimlich
Wein Und predigten öffentlich Wasser.
Ist es schon wieder soweit, daß es
Zeit wird für ein Wintermärchen?
(nicht, dass es noch irritieren würde,
dass der Herr Spies nicht nur Wasser
predigt, sondern auch noch lügt: »...die
Arztdichte in Deutschland ist weit
überdurchschnittlich im OECD -Vergleich,...«. Aber zu seinem Leidwesen
kann Jedermann heute nachsehen, wie
nackt der Kaiser Spies tatsächlich ist:
In der von ihm gefälschten Quelle
kann man die Zahlen sehr genau ansehen, nimmt man die nicht-europäischen Länder heraus, so liegt Deutschland nicht etwa überdurchschnittlich,
schon gar nicht »weit überdurchschnittlich« mit der Arztdichte: son-
Dr. med. Matthias Solga
www.hippokranet.com, 9.4.2009 l
Das Imperium schlägt zurück
Große BMG-Anzeigenkampagne: »Die Honorare der Ärzte
steigen deutlich«
norarsystem und einiges
müssten die Vertreter der Ärzte noch besser gestalten als
bisher. »Das ist ureigene Angelegenheit der Selbstverwaltung in den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen und der
Krankenkassen in Deutschland«, ist weiter zu lesen. Ärzte sollten sich jetzt nicht zu
Ulla Schmidt
verfehlten Protestmaßnahmen verleiten lassen. Erst Ende Mai werde die KV-Abrechnung zeigen, wie das neue
System in allen Teilen funktioniere.
Speziell in der Anzeige für
Nordrhein, die der Redaktion
vorliegt, heißt es in einem Info-Kasten: »Niemand kommt
zu kurz – im Gegenteil. Die
Karl Lauterbach
Fakten für den Bereich der
Kassenärztlichen Vereinigung
Nordrhein: In den Bereich Nordrhein
fotos: zkn-archiv
D
ie Kritik der Ärzteschaft
am neuen Honorarsystem
hat das Bundesgesundheitsministerium zu einer
großen und sicherlich teuren Anzeigenkampagne veranlasst: In
mehreren Tageszeitungen gleichzeitig
schaltete das BMG fast halbseitige Anzeigen, in denen von großen Honorarzuwächse für Ärzte die Rede ist. Betroffen sind besonders die Regionen, in
denen sich die KVen kritisch über die
Honorarsystematik geäußert hatten. Nach änd-Informationen erschienen
die Anzeigen unter anderem in Nordrhein, Baden-Württemberg und
Schleswig-Holstein.
»Die Honorare der Kassenärzte steigen deutlich: 2009 erhalten sie im Vergleich zu 2007 rund 3,8 Milliarden Euro
mehr an Vergütung und insgesamt
über 32 Milliarden Euro von allen Gesetzlich Versicherten«, schreibt das
BMG in dem Text. Vieles sei neu am Ho-
flossen 2007 Kassenarzt-Honorare von
3,104 Milliarden Euro. Nach Nordrhein
fließen 2009 Kassenarzt-Honorare in
Höhe von mindestens 3,398 Milliarden
Euro. Damit liege der durchschnittliche
Honorarzuwachs bei 9,5 Prozent oder
je Kassenarzt im Schnitt bei 16.000 Euro.«
Die KVNO reagierte mit einer Presseerklärung auf die Anzeigenkampagne: »Mit teuren Anzeigen versucht das
Bundesgesundheitsministerium nach
dem Motto »Haltet den Dieb« die gescheiterte Honorarreform 2009 schön
zu reden und die Verantwortung dafür
den Kassenärztlichen Vereinigungen
anzulasten. Doch das BMG irrt, wenn
es meint, damit erfolgreich sein zu
können«, erklärt darin Dr. Leonhard
Hansen, Vorsitzender der KV Nordrhein. »Die Fakten sprechen eine andere Sprache.«
Von den rund 14.000 niedergelassenen Ärzten in Nordrhein verlören rund
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
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Gesundheitsp o litik
»Minus
15 Prozent
für Ärzte«:
mit seinen Anzeigen direkt und
indirekt Stimmungsmache gegen die Ärzteschaft und deren
berechtigte Interessen auf eine
angemessene Bezahlung betreibt«, betonte sie in einer Stellungnahme. Die Kammerpräsidentin befürchtet, dass der Tenor der Inserate in den Arztpraxen einen Keil in das sensible
Vertrauensverhältnis zwischen
Arzt und Patient treiben wird.
»Aber derartige PR sind wir ja
inzwischen von unserem Bundesministerium für Gesundheit gewohnt«, betonte Wahl.
»Das eigentlich Skandalöse ist,
dass diese einseitige Kampagne auch
noch aus Steuergeldern finanziert
wird, die besser in die medizinische
Versorgung der Bürger gesteckt worden wären.«
»Mit dieser Anzeigenkampagne
brüskiert das BMG wider besseren Wissens die Vertragsärzte in Baden-Württemberg«, regte sich auch Dr. Achim
Hoffmann-Goldmayer, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), in
Stuttgart auf. Mit Hinweis auf angeblich 9700 Euro mehr Honorar für jeden
Kassenarzt wolle das BMG beim Patienten den Eindruck erwecken, die ärztliche Honorierung sei auch in BadenWürttemberg in Ordnung. Fakt aber
sei, dass es nach Berechnungen dramatische Verluste in allen Fachgruppen
gebe, teilweise in zweistelliger Höhe.
»Dies ist die Folge der politisch und gesetzlich vorgegebenen Zentralisierung
beim Honorar. Vertrauen zwischen
Arzt und Patient schafft nur die bisher
in Baden-Württemberg gewohnte
wohnartnahe, flächendeckende Versorgung auf hohem Niveau. Mittels
steuerfinanzierter Anzeigenkampagnen ist dies nicht zu erreichen. Nur eine
leistungsgerechte Vergütung ohne
Budgets und Regresse sichert in BadenWürttemberg diese ambulante Versorgung auch in Zukunft«, unterstrich
Hoffmann-Goldmayer.
Jan Scholz,
Das Imperium
(oder so) schlägt
zurück
»Jahrzehnte jammern auf
ganz hohem Niveau. Jahrzehnte andauernde Bereicherung auf Kosten der Solidargemeinschaft. Jahrzehntelang wie die Made im
Speck gelebt. Wer sich von
diesem Arzt behandeln lässt,
dem ist nicht mehr zu helfen.« So titelt ein Plakat in
einer Optik, die mehr als
15.000 deutschen Ärzten bereits sehr vertraut sein dürfte. Es ist das Gegenoffensivchen gegen die »Aktion 15
Prozent.«
15%
55 Prozent Honorar. »Fast jeder siebte
sogar 15 Prozent und mehr. Das zeigen
Hochrechnungen der KV Nordrhein,
die die Umsätze des ersten Quartals
2009 denen des Vorjahresquartals gegenüberstellen.« Bei den Hausärzten
gebe es nach den Hochrechnungen
mehr Praxen, die beim Umsatz zulegen.
»Doch mit 48,5 Prozent ist der Anteil der
Verlierer nur unwesentlich geringer.
Bei den Fachärzten liegt der Anteil der
Verlierer bei fast 62 Prozent; besonders
schlecht schneiden Neurologen, HNO Ärzte, konservativ tätige Augenärzte
und Orthopäden ab.«
Verantwortlich für diese Situation
sei der Gesetzgeber. Auf fast 40 Seiten
sei in § 87 des Sozialgesetzbuchs V
haarklein vorgeschrieben, wie das Geld
an die Vertragsärzte zu verteilen ist.
»Das genau ist die Wurzel des Übels.
Die KV Nordrhein kann nicht länger zusammen mit den rheinischen Krankenkassen entsprechend den regionalen
Erfordernissen agieren, sondern bekommt vom grünen Tisch aus Berlin
die Regeln der Honorarverteilung diktiert«, kommentiert Hansen. Im Zuge
des Bundestagswahlkampfs versuche
das Haus Schmidt von seiner Verantwortung für das Honorardesaster abzulenken.
Auch die Präsidentin der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Dr.
Ulrike Wahl, ärgerte sich über die Annoncen: »Die Ärzteschaft verwahrt sich
ganz entschieden dagegen, dass das
Bundesministerium für Gesundheit
280 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
www.facharzt.de, 17.4.2009 l
D
er Betreiber der Internetseite »politischkorrekt.info«, Dietmar Näher, macht
ebenfalls von seinem
grundgesetzlich garantierten Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch: »Aktion minus 15 Prozent für
Ärzte«, fordert ein Plakat, das auf seiner Seite prangt.
Da, wo im »Original« die Konterfeis
von Gesundheitsministerin Ulla
Schmidt und dem Abgeordneten Karl
Lauterbach prangen, soll der Patient
dann das Passbild seines Arztes einkleben. Das Plakat ist überschrieben mit
»behandeln Sie doch, wen Sie wollen,
aber nicht mich« und endet mit »Ak­
tion minus 15 Prozent für Ärzte. Das ist
erst der Anfang.«
Gut, wie gesagt, Meinungsfreiheit
für alle. Nur eine Frage kann man
Herrn Näher noch stellen: Wo soll der
Patient sich das Plakat aufhängen? Am
besten dann wohl neben dem Spiegelschrank mit den Medikamenten.
www.facharzt.de, 29.3.2009 l
Freie Ärzteschaft
Aufruf zu bundesweiten Praxisschließungen und Mahnwache
Bundesvorstand und Regionalbeauftragte der »Freien Ärzteschaft« begrüßen nachdrücklich die vielen
geplanten Protestaktionen der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Um die vielen Einzelaktionen zu bündeln und die Wirkung unserer Proteste nachhaltig zu forcieren, rufen wir zu einer bundesweiten Protestwoche auf: vom 18. bis zum 23.5. werden – bei Aufrechterhaltung einer Notfallversorgung – zwischen Flensburg und Passau, zwischen Aachen und Frankfurt an der Oder die
Praxen geschlossen bleiben.
Bundesweit werden die Bürgerinnen und Bürger in Protest- und Informationsveranstaltungen in
­dieser Woche verstärkt über die Auswirkungen einer krankmachenden Gesundheitspolitik ins Bild
­gesetzt.
Aus unseren Sprechzimmern tragen wir unseren Wahlkampf auf die Straße!
Gleichzeitig betrachten wir diese Protestwoche als gleichermaßen ernstes wie wütendes Signal an
den 112. Deutschen Ärztetag, der in dieser Woche in Mainz zusammentritt: wir fordern die Delegierten, die sich gerne und vollmundig als »Parlament der deutschen Ärzteschaft« titulieren, ultimativ auf,
die Tagesordnung des Ärztetages dergestalt umzuformulieren, dass aus einer ansonsten zu befürchtenden Nabelschau ein Fanal der ärztlichen Kampfbereitschaft gegenüber Ulla Schmidt und der sie
duldenden Bundeskanzlerin wird. Dem »Morbus Lauterbach« müssen wir mit Totalverweigerung begegnen!
Insofern ruft die »Freie Ärzteschaft« ebenfalls zu einer Mahnwache vor der Mainzer Rheingoldhalle,
dem Tagungsort des 112. Deutschen Ärztetages, auf. In ihrer Existenz bedrohte Kolleginnen und Kollegen werden den Repräsentanten der verfassten Ärzteschaft, die sich zunehmend hilflos und zudem
untereinander heillos zerstritten geriert, aufzeigen, wofür wir kämpfen müssen:
Wir kämpfen für den Erhalt unserer Freiberuflichkeit in wirtschaftlicher Unabhängigkeit!
Wir kämpfen für den Erhalt unserer Therapiefreiheit!
Wir kämpfen für den Erhalt der flächendeckenden wohnortnahen haus- und
fachärztlichen Versorgung!
Ziehen wir gemeinsam in den Wahlkampf – für ein Gesundheitswesen, dessen Koordinaten letztlich
immer noch wir bestimmen, wir Ärztinnen und Ärzte an der Basis, gemeinsam mit unseren Patientinnen und Patienten! Es ist möglicherweise unsere letzte Chance!
Aber: Gibt es eine größere und gewaltigere Formation in diesem Land als uns Ärztinnen und Ärzte mit
unseren Patientinnen und Patienten, um den Richtlinien der Politik die richtige Richtung zu weisen?
Deshalb:
Bundesweite Praxisschließungen vom 18. bis 23. Mai!
Mahnwache in Mainz vor KBV-Vertreterversammlung (18. Mai) und
112. Deutschem Ärztetag (19. – 22. Mai)!
Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Martin Grauduszus, Hans-Peter Meuser, Dr. Peter Loula, Dr. Ewald Proll, Wieland Dietrich
Freie Ärzteschaft e.V., Erkrath
V.i.S.d.P. Martin Grauduszus, Bergstr. 14, 40699 Erkrath,
Tel. (0 21 04) 138 59 75, Fax (0 21 04) 44 97 32
www.freie-aerzteschaft.de · www.stoppt-die-e-card.de · www.gesundheitswahlkampf.de
mail@freie-aerzteschaft.de
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
281
Gesundheitsp o litik
Gesundheitswahlkampf
Hippokranet-Gruppe »Ärzte gegen Steuerverschwendung«
startet Gegenanzeige zur BMG-Kampagne
»Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) verschwendet Steuergelder, um für die SPD Wahlkampf zu machen«, diesen Vorwurf erhebt Bertram Steiner, Sprecher der Gruppe »Aktion Ärzte gegen Steuerverschwendung«: »Das BMG versucht im Vorwahlkampf, auf Kosten des Steuerzahlers
die gescheiterte Gesundheits- und Honorarreform schönzureden«, kritisiert Steiner, der die entsprechende Hippokranet-Gruppe gegründet hat
O
ffenbar sei die Anzeigenserie eine verzweifelte Reaktion auf die in immer mehr Arztpraxen des
Landes hängenden Plakate der »Aktion 15 Prozent für die SPD«,
die von anderen Ärzten im gleichen
Netzwerk gestartet wurde, sagt der
Berliner Zahnarzt. Seine Gruppe hat
eine Gegenversion der Anzeige ins Internet gestellt, die ebenfalls von Arztpraxen geladen, ausgedruckt und in
die Wartezimmer der Praxen gehängt
werden wird.
»Im System der gesetzlichen Krankenversicherung fließt viel Geld. Insgesamt 150 Milliarden Euro. Doch für die
niedergelassenen Ärzte gibt es davon
nur etwa 15 Prozent. Eineinhalb Zehntel
für die Ärzte, die für Sie Tag und Nacht
da sind, wenn Sie sie brauchen. Der
Rest wird für die Krankenhäuser, für
Medikamente und anderes, vor allem
für eine undurchsichtige Bürokratie
verbraucht. Eine Bürokratie, unter der
die Ärzte und die Patienten leiden«,
heißt es unter anderem in der Anzeige,
Das ist keine Anzeige des
Bundesministeriums
für Gesundheit. Hierfür wurden
keine Steuergelder verschwendet.
Meint Ihre Arztpraxis:
Praxisstempel
Zwischen Arzt und Patient zählt nur eins: Vertrauen
Die Ärzte wollen eine gute ärztliche Versorgung in allen Regionen Deutschlands.
Dazu gehört eine adäquate Vergütung der Ärztinnen und Ärzte. Aber die Honorare
sinken deutlich. Vieles ist neu an dem System der ärztlichen Honorare. Das ist der
Gesundheitsreform von Ulla Schmidt zu verdanken. Dagegen protestieren Deutschlands Ärzte.
Deutschlands Ärzte weisen keine Patienten ab oder verlangen Vorkasse. Sie wollen nicht
gegen Gesetze verstoßen. Aber sie müssen für ihren Dienst am Menschen so bezahlt werden, dass die Patienten gut behandelt werden können. Ulla Schmidts Reformen lassen das
nicht mehr zu.
Ärzte machen jetzt eine Abrechnung für das erste Vierteljahr 2009. Wie bislang auch, wissen
die Ärzte nicht, was sie für ihre Behandlung erhalten werden. Erst Monate nach der Behandlung erfahren sie den Betrag. Damit kann kein Arzt wirtschaften. Die ärztlichen Selbstverwaltungen können das von Ulla Schmidt angerichtete Chaos nicht mehr beherrschen. Auch
die Krankenkassen können das nicht mehr.
282 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
Alle kommen zu kurz:
3 Monate Behandlung beim Kinderarzt: 27,53 Euro (KV Westfalen-Lippe)
Nur die Krankenkassenchefs nicht:
Jahresgehalt Norbert Klusen von der Techniker Krankenkasse: 245.000 Euro
Im System der gesetzlichen Krankenversicherung fließt viel Geld. Insgesamt 150 Mrd. Euro. Doch
für die niedergelassenen Ärzte gibt es davon nur etwa 15 %. Eineinhalb Zehntel für die Ärzte, die
für Sie Tag und Nacht da sind, wenn Sie sie brauchen. Der Rest wird für die Krankenhäuser, für
Medikamente und anderes, vor allem für eine undurchsichtige Bürokratie verbraucht. Eine Bürokratie, unter der die Ärzte und die Patienten leiden.
Die Ärzte wollen in ihren Praxen wieder das tun, was sie am besten können: Sie behandeln.
Die Ärzte appellieren an die Vernunft aller Bundesbürger: Ergreifen Sie die Chancen, die eine
Bundestagswahl bietet. Machen Sie durch Ihre Wahl deutlich, dass Sie nicht mehr bereit sind,
das von Ulla Schmidt angerichtete Chaos hinzunehmen.
O, welche Lust!
In freier Luft den
Atem leicht zu heben.
O, welche Lust!
Nur hier, nur hier ist
Leben.
(Sonnleithner)
foto: fvdz, Berlin
die unter der www.hippokranet.de/
wahlkampf zu laden ist.
»Die Ärzte appellieren an die Vernunft aller Bundesbürger: Ergreifen Sie
die Chancen, die eine Bundestagswahl
bietet. Machen Sie durch Ihre Wahl
deutlich, dass Sie nicht mehr bereit
sind, das von dieser Regierung angerichtete Chaos hinzunehmen«, appelliert die »Aktion Ärzte gegen Steuerverschwendung« an die Patienten:
»Wir haben noch
Abermillionen Pat ientenkontak te
bis zur Wahl. Die
werden zehntausende von Kollegen
zur Patientenaufklärung über die
gescheiterte Gesundheitspolitik
Bertram Steiner
der großen Koalition nutzen, Tag für Tag«, kündigt Steiner an.
Mittlerweile wurde die Anzeige
schon im BMG korrekturgelesen:
»Schaffen Sie’s denn auch, eine Anzeige
ohne grammatikalische Fehler zu bauen?«, schrieb Ministeriumssprecher
Klaus Vater kurz nach Erscheinen der
Meldung an den Chefredakteur des
änd, Jan Scholz. »Oder haben Sie
Deutsch bei Obi gelernt«, fragt er den
»sehr geehrten Herr Chefredaktor«.
Kein Aprilscherz.
Mensch Herr Vater, hat man
Sie nicht informiert?
Ich hatte doch darum gebeten, dass
die ministeriellen Mitleser Ihnen Bescheid geben sollen:
Und wir halten durch bis zum 27.
September. Bisher war es noch kalter
Kaffee. Wir wissen, dass die Wechselwähler in den letzten Wochen vor der
Wahl eingefangen werden. Wir teilen
uns die Kräfte ein. Nach den Sommerferien werden wir noch heftiger, noch
ehrlicher, noch sachlicher, noch wahrheitsgetreuer, noch katastrophaler
für Euch. (Sagt das mal ruhig dem
Klaus Vater, er kann sich schon mal ordentliche Berater für sein Lügengewebe suchen, die wird er nach den Sommerferien brauchen. Seine amateurhafte Strategie geht schief, glaubt’s mir.
Da müssen Profis ran.)
Der alte E-Mail-Trick für vertrauliche Mitteilungen: »Baue jeweils einen
unterschiedlichen Schreibfehler ein,
merke dir, wer welchen Schreibfehler
hatte, dann weißt du, wo die undichte
Stelle ist« hat zufällig auch hier gewirkt.
Jetzt wissen wir, wie schnell unsere
Dinge im BMG gelesen werden. Schon
recht flott, Herr Vater, wenigstens das
klappt.
Aber zur Sache, Klaus Vater: Ihr habt,
ich schätze mal, 250.000 Euro für eine
Anzeige in verschiedenen Tageszeitungen verballert. OK, ist nicht Euer Geld.
Aber während mit Eurer Anzeige heute
schon leckere, geräucherte Heilbuttschnitten eingewickelt werden, liegt
unsere »Anzeige« die nächsten Wochen auf vielen Wartezimmertischen
oder hängt als Plakat dort, wo früher
der Druck von Dali oder Hundertwasser dem Patienten die lange Wartezeit
verkürzen sollte. Also, wir sind dankbar
für solche Steilvorlagen vom Ministerium.
Zu Ihrer netten E-Mail: Auch im Email-Verkehr schreibt man des erste
Wort der Anrede groß und ganze Sätze
werden mit einem Punkt abgeschlossen. Hätten Sie doch beim Vorwärts lernen können. Na ja, is ja ooch ejal, habs
ooch so vastanden.
Mit sportlichen Grüßen
und geballter Faust
Bertram Steiner
l
PS: Schon gespendet? Nee, nicht Sie,
Herr Vater, sondern meine ärztlichen
Kollegen: www.hippokranet.com/de/
forums/thread/165/35453/387840
BD-Spendenaktion Wahljahr 2009,
Kontoinhaber: Bündnis Direktabrechnung, Konto Nr. 6886 345, BLZ 300 606
01, Verwendungszweck: Wahljahr 2009
Talon für Anforderung
Eintrittskarte
Sommerfest der ZKN
Anmeldung zum Sommerfest:
Zum Sommerfest anlässlich der Jubiläen 60 Jahre ZKN / 30 Jahre ZAN
am 12. Juni 2009 in Hannover melde ich mich hiermit an.
Bitte schicken Sie mir ...... Einlasskarten (für Erwachsene), die jeweils gleichzeitig als Los für die Tombola gelten.
Praxisstempel
oder Name und Praxisort
(in Blockschrift)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Begleitpersonen/Namen (in Blockschrift)
........................................................................................................
begleitende Kinder (Anzahl)
Unterschrift
Bitte einsenden an: Pressestelle der ZKN, Zeißstraße 11a, 30519 Hannover. Fax (05 11) 8 33 91-106
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
283
Gesundheitsp o litik
Kommentar
Wie radikal müssen Ärzte sein?
Vor dem Hintergrund des Wetterleuchtens der größten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten
Weltkrieg kämpfen die deutschen Ärzte zurzeit für eine angemessene Vergütung ihrer
hoch qualifizierten Arbeit und für eine entsprechende Wertschätzung dieser Tätigkeit
S
foto: zkn-archiv
eit einigen Monaten
wird von der veröffentlichten Meinung
eine gezielte Kampagne geführt, die
ganz offensichtlich das Ziel
verfolgt, Ärzte (wieder einmal) als Beutelschneider und
als »Dr. Maßlos« zu diskreditieren. Selbst bislang als kriEkkehard
tisch bekannte Journalisten
Ruebsam-Simon
beteiligen sich an der Hetzjagd – das spricht dafür, dass die medialen Gegenspieler im Hintergrund dieser Kampagne hochprofessionell vorgehen.
Das Bundesgesundheitsministerium hatte mit der Anfang des Jahres hinausposaunierten Meldung, die deutschen Ärzte bekämen im Jahre 2009
circa drei Milliarden Euro mehr in ihre
Schatullen, die Herrschaft über die
Stammtische erobert. Mangels entschiedener Gegenwehr der verantwortlichen Führungsköpfe in den Kassenärztlichen Vereinigungen und der
KBV setzte sich dies als Faktum im Bewusstsein der öffentlichen Meinung
fest. Dass die Zahl falsch ist, die Berechnungsgrundlage dubios und dass dieses Ergebnis nur durch extreme Beschleunigung des Hamsterrades erreicht werden kann, konnte bis heute
nicht adäquat kommuniziert werden –
das tief verankerte Vorurteil vom nimmersatten Arzt, der auf hohem Niveau
jammert, lässt sich wesentlich besser
verkaufen als eine wesentlich differenziertere Darstellung. Da das Vergütungssystem der Ärzte unsinnig kompliziert ist, zurzeit zwei riesige Umverteilungsmechanismen angeworfen
wurden (Vergütungsebene: EBM , bundesweite Verteilungsebene: Gesundheitsfonds), bedarf die Gegendarstel284 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
lung genialer PR-Strategen, die die Ärzteschaft offenbar nicht hat.
Verwundert nimmt die Öffentlichkeit zur Kenntnis, dass zurzeit eine
Streikwelle durch die Deutsche Ärzteschaft rollt, die erst der bescheidene
Anfang einer weiteren Entwicklung
sein wird, deren Konsequenzen momentan nicht zu überblicken sind. Fakt
ist, dass deutsche Ärzte nicht mehr bereit sind, für ein »Appel und Ei« (Plakat
in der Hanns-Martin-Schleyer Halle) zu
arbeiten, dass sie ebenfalls nicht mehr
bereit sind, unter der Flagge einer falschen Verteilungsgerechtigkeit zu segeln, dass die sog. RLV ’s existenziell bedrohlich eng gestrickt sind und von Ihnen nicht mehr akzeptiert werden. Die
Kassenärztlichen Vereinigungen können mit allen möglichen Tricks versuchen, sich über die Runden zu retten,
für diese Vergütungsreform haben sie
die Legitimation verloren. 10.000 Ärzte
und ihr Praxispersonal haben in Stuttgart unmissverständlich klargemacht,
dass sie dies alles nicht akzeptieren
wollen und handlungsbereit sind – und
diesmal wird die Richtung von den Ärzten bestimmt. Die moralinsauren Phrasen der Gesundheitspolitiker verpuffen im Nichts, selbst dem Dümmsten
ist nicht mehr klarzumachen, dass die
westdeutschen Ärzte zum Beispiel die
Besserstellung der ostdeutschen Ärzte
selber finanzieren. Alle zahlen genug in
die Solidargemeinschaft, welche Berufsgruppe verzichtet auf ihr Einkommen, damit es den anderen in einer anderen Region besser geht?!
Nach der Protestveranstaltung in
Stuttgart bleiben Fragen. »Forderungen und Maßnahmen sind viel zu bescheiden, fordern von Ärzten und Politikern nichts ab!« tönt es aus den Diskussionsforen und den klugen Mails
der Kolleginnen und Kollegen. »Zwei
Wochen Schließung sind das mindeste!« »Praxisschließungen und Faxaktionen hatten wir schon im Dutzend,
bringt nichts!« hören wir weiter. – Was
ist los?
Bisher hat sich die Ärzteschaft als
weitgehend politikunfähig gezeigt. Solidarisches, einheitliches, gemeinsames Handeln, einer langfristigen Strategie folgend, ist unbekannt. In Sklavengehorsam ihren Körperschaften KV
und Kammern folgend, in unzählige
Fachgruppen und Verbände zersplittert, individualistisch und autistisch
nur der eigenen Phantasie ausgeliefert,
handeln sie apolitisch oder bestenfalls
vorpolitisch. Jeder Fachverband hält
sich für unersetzlich, jeder führende
Kopf in seiner Commune ist per definitionem genial. Die permanente Selbstüberschätzung ist sozusagen einprogrammiert. Es wird immer wieder dasselbe nur von anderen gemacht, permanent werden aufgrund der bedrückenden Situation neue Gesellschaften, Genossenschaften, Vereine
gegründet – anstatt bestehende Organisationen immer stärker zu machen.
Wer mit einer solchen Armee Krieg führen will, ist entweder verrückt oder besonders clever. Entscheiden wir uns lieber für die zweite Variante. Der Umgang untereinander ist meist rücksichtslos bis verschlagen, eine ver­antwortungsbewusste Führungskultur ist
Mangelware. Kurz, es fehlt an politischer Weitsicht und verantwortlicher
Solidarität.
Es ist wahr: die niedergelassene Ärzteschaft steht am Abgrund, die Praxis
als ökonomischer und sozialer Ort, der
die Versorgung der Bevölkerung garantiert, geht an Schwindsucht langsam
zugrunde. In dieser Analyse können
Wer sich die Umprogrammierung beziehungsweise Neustrukturierung des
Gesundheitswesens vornimmt, bohrt ganz dicke Bretter. Wenn wir die Politiker wirklich
beeindrucken wollen und wenn wir Erfolge gestalten wollen, dann nur durch
absolute Einheitlichkeit und Gemeinsamkeit
schaftlichkeits- und Einsparkonzepte
entwickelt werden. Sie sind schon auf
dem Markt als Case-Management und
strukturierte Behandlungsprogramme. Wir müssen uns darauf vorbereiten und dazu braucht es eine klare Leitungsstruktur und strategische Konzepte. Dass zum Beispiel MEDI als Akteur damit die KV ablösen würde, ist
blanker Unsinn. Nicht jeder, der solche
Aufgaben übernimmt, ist automatisch
verdächtig, korrupt oder ein Feind der
Ärzte, wie man glauben könnte, wenn
man die unterirdischen Kommentare
gewisser Leute liest.
Wir haben überall im Land die Körbe
aufgemacht, jeder kann hineinvotieren, die Beteiligung ist im Moment
noch nicht ausreichend, trotz zahlreicher Veranstaltungen, die wir durchgeführt haben. Dass eine Frau Schmidt
uns deshalb verhöhnt, ist nicht überraschend, baut sie doch weiter an der Legende von der primären Politikunfähigkeit deutscher Ärzte. Der Einwand,
dass MEDI nur einen Weg hätte anbieten sollen (also nur Körbe statt parallel
dazu noch Verträge außerhalb des Kollektivvertragssystems) mag in der ökonomischen Spieltheorie richtig sein –
auf die politische und psychologische
Verfasstheit deutscher Ärzte angewendet, ist sie lebenspraktisch falsch. Entscheidend bleibt nach wie vor das gemeinsame Ziel beider Wege: heraus
aus einem Zwangssystem, das zunehmend auf der wirtschaftlichen, sozialen und mentalen Ausbeutung seiner
»Gesundheitsarbeiter« beruht. Die
Idee mancher Ideologen, ein freier Arzt
brauche nur eine Gebührenordnung
und den gestirnten Himmel über sich
Sparreserven
Hoppe: »Ich kann den Unsinn nicht mehr hören«
D
er BÄK-Chef Jörg-Dietrich Hoppe sieht im Gesundheitswesen
keine Sparreserven mehr. »Ich kann diesen Unsinn nicht mehr
hören. Anderswo pumpt der Staat haufenweise Geld in Wirtschaftsbereiche, die zig Milliarden Euro verbrannt haben«, sagte er der
Nachrichtenagentur AP.
»Wer jetzt noch über Sparreserven im Gesundheitswesen räsoniert,
bei dem ist der Groschen immer noch nicht gefallen«, warnte Hoppe.
Um den Stand der Versorgung zu halten, würden mehr junge Ärzte und
mehr junge Pfleger benötigt: Gelinge dies nicht, seien massive Abstriche an der Versorgung die Folge. Schon jetzt seien viele Krankenhäuser
Prof. Dr. Jörgin einem erbärmlichen Zustand, die Arbeitsverdichtung in Klinik und
Dietrich Hoppe
Praxis sei grenzwertig und die Bezahlung unzureichend.
Eine falsche Gesundheitspolitik habe dazu geführt, dass der Anteil der ambulanten ärztlichen Versorgung an den Leistungsausgaben der GKV kontinuierlich gesunken sei, beklagte Hoppe: Nur noch 15 Euro von 100 Euro Kassenbeitrag kämen bei den niedergelassenen
Ärzten an, vor 20 Jahren seien es noch 22 Euro gewesen.
Information der Patienten im Wartezimmer sieht Hoppe offenbar als notwendig und legitim: »Wenn die Ärzte sich nicht in der Lage sehen, ihre Patienten so zu behandeln, wie
das dem aktuellen Stand der Medizin entspricht, dann müssen sie informieren und auf diesen Missstand hinweisen auch in Zeiten des Wahlkampfs«, sagte er.
Hoppe forderte, das Gesundheitswesen von Staatsbürokratie zu entsorgen: »Wir brauchen wieder mehr Raum für Patient und Arzt, forderte er. Die Politik habe es in der Hand,
mit einer überzeugenden Reform der Finanzierungsgrundlagen des Gesundheitswesens
die Versorgung sicherzustellen. »Wir müssen neu definieren, was die Solidargemeinschaft, und was jeder Einzelne leisten kann«, sagte Hoppe. Ein Gesundheitsrat könne solche Entscheidungen vorbereiten.
Pressemeldung der BÄK, 12.4.2009 l
foto: ZKN-ARchiv
sich die ärztlichen Politiker gerade
noch treffen – die politischen Schlussfolgerungen sind jedoch extrem gegensätzlich. Viele Verbände und ärztliche Individuen haben sich auf das Warten eingestellt – in der Hoffnung, dass
Godot doch noch kommt. Anstatt
durch die geöffnete Tür einfach zu gehen, versuchen sie wie in Kafkas Türhütergeschichte die Bedingungen des
Transfers zu erraten – und bleiben davor stehen, ohne zu handeln. Eine kleine lautstarke Minderheit hat sich radikalisiert und meint, wie das bei dieser
Geisteshaltung üblich ist, das Ei des Columbus entdeckt zu haben – jeder der
davon abweicht, wird aufs unflätigste
beschimpft und diffamiert. Selbstreflexion dieser Protagonisten: unbekannt. Gleichzeitig bekommen diese
politischen Hirne nichts hin: weder
gibt es eine verlässliche Organisationsstruktur, noch gibt es zum Beispiel Körbe zum Systemausstieg, noch gibt es
strategisch weittragende Konzepte.
Die alles entscheidende Frage bleibt
aber: woher kommt der naive Glaube,
die Politiker würden irgendetwas für
uns Ärzte tun, nur weil wir vielleicht
Öffentlichkeit herstellen? Diese hatten
15 Jahre Zeit, die Folgen der Budgetierungen zu studieren und Konzepte zu
entwickeln, die die Versorgungsrealität und -qualität verbessern könnten –
nichts ist passiert. Unsere Radikalen
verwechseln mediale Oberfläche mit
Realität: ein gewonnenes Streitgespräch mit Lauterbach im TV hinterlässt im Bewusstsein von Politikern
und Versicherten kaum Erinnerungsspuren.
Kostenerstattung und Direktabrechnung sind langfristig der richtige
Weg, die Umgebungsfaktoren müssen
allerdings von uns kontrolliert werden:
Eine GOÄ ist schnell änderbar, auch Privatassekuranzen folgen ihrem wirtschaftlichen Kalkül und sind nicht zuerst unsere Freunde. Wir müssen politische Macht und damit Marktmacht
aufbauen, damit wir die Rahmenbedingungen mitbestimmen können.
Unter der Prämisse knappen Geldes –
und das wird immer relativ knapp sein
– werden auch im privaten Raum Wirt-
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
285
Gesundheitsp o litik
www.facharzt.de, 30.3.2009 l
286 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
Gesundheitswahlkampf
Zahnärzte
Wechsel-Rahmen für den Wechsel
In den größten
Städten Deutschlands wird ab Ende
Mai eine Informations-Kampagne
auf Großplakaten
stattfinden. Jeder
Arzt oder Zahnarzt,
Dr. Julius
Beischer
der den Wechsel in
der Gesundheitspolitik will,
kann mit der kleineren PlakatVariante im Wechsel-Rahmen
die Wechsel-Wirkung in seiner
Praxis verstärken
foto: zkn-archiv
ist rührend naiv. Verständlich ist sie als
Reflex auf die jahrzehntelange Knechtschaft im System, sie hat aber eher die
Qualität einer Robin-Hood-Phantasie.
Unser Gesundheitssystem ist inzwischen von einer Komplexität, die solche
sozialromantischen Gefühle als untauglich entlarvt. Wir werden auch in
Zukunft politische Führungsstrukturen brauchen und auch Verwaltungsstrukturen, die uns eine Position der
Stärke geben können. Anderenfalls
werden wir recht schnell ein Opfer der
gut organisierten Gegenseite (Assekuranzen, Klinikketten etc.).
Es kann also nicht darum gehen,
möglichst verbalradikale Sprüche zu
generieren oder sich in radikalen Forderungen gegenseitig zu überbieten,
sondern darum, das angestrebte Ziel
langfristig auch erreichen zu können.
Den meisten Kombattanten geht ziemlich schnell die Luft aus, wie wir in den
vergangenen Jahren gesehen haben.
Wer sich die Umprogrammierung beziehungsweise Neustrukturierung des
Gesundheitswesens vornimmt, bohrt
ganz dicke Bretter. Wenn wir die Politiker wirklich beeindrucken wollen und
wenn wir Erfolge gestalten wollen,
dann nur durch absolute Einheitlichkeit und Gemeinsamkeit. Auf dieses
Konzept hin sind unsere Forderungen
und Maßnahmen entwickelt: Wir müssen flächendeckend die Praxen schließen, nach der alten Gewerkschaftsdevise »Alle Räder stehen still, wenn unser starker Arm es will!«. Wir können
und werden im Laufe des Wahlkampfes weiter eskalieren, je nach politischer Gesamtsituation. Da viele Kolleginnen und Kollegen dies noch nicht
verstehen und aus dem augenblicklichen Frust heraus die maximal radikale Strategie haben wollen, brauchen
wir noch Zeit, bis das verstanden wird.
Es sind nicht diese, die am lautesten
schreien, am Ende erfolgreich, sondern
jene, die den Marathon bestehen. Trainieren wir für den Marathon – die Kurzstrecken sind schon besetzt! Am Ende
werden wir das Zwangssystem doch
verlassen.
Ekkehard Ruebsam-Simon,
Z
u dieser Aktion hat sich ein
Bündnis mehrerer zahnärztlicher und ärztlicher Verbände zusammengeschlossen. In
Niedersachsen ist das der
Freie Verband Deutscher Zahnärzte
(FVDZ), die Vereinigung unabhängiger
Vertragszahnärzte (VuV), das Bündnis
Direktabrechnung (BD), und der NAVVirchowbund. In einigen Bundesländern ist der Hartmannbund auch dabei; in Niedersachsen werden diesbezüglich noch Gespräche geführt.
Ausgezählt
Der Countdown für Frau Schmidt läuft.
Der Wähler wird entscheiden, ob zum
Ende – oder zur Fortsetzung ihrer Karriere.
Wir wollen mit unseren – alle 10 Tage wechselnden – Plakaten eine Entscheidungshilfe leisten. Die Reflexe von
Schmidt und Lauterbach auf die
»15 %-­Aktion« zeigen, dass sie bereits
angezählt sind. Doch das war nur ein
Anfang. Wir starten Ende Mai, um Frau
Schmidt auszuzählen und auf den
Wechsel im Ring vorzubereiten.
Ullas Bluff
Ulla hat in den letzten Monaten mit
Milliarden Euro nur so um sich geschmissen – angeblich alles in den Rachen der unersättlichen Ärzte, wie die
Presse regierungskonform kolportiert.
Dreist versucht sie nun, die HonorarMisere der Selbstverwaltung in die
Schuhe zu schieben: es ginge nur um
eine »jereschte Verteilung«.
Wir aber sagen dem staunenden
Wähler in unseren Wartezimmern,
was tatsächlich beim Arzt/Zahnarzt
ankommt – und wer dafür verantwortlich ist – Woche für Woche bis zur Wahl!
Echo
Beginnend mit dem 29. Mai werden –
in einem 10tägigen Rhythmus – unsere
Patienten in unseren Praxen angesprochen. Was wir brauchen, um die Menschen am Wahltag zum Wechsel zu
animieren, ist ein simpler WechselRahmen. Die Plakate finden sich – beginnend mit dieser Ausgabe – in der
Heftmitte der ZKN Mitteilungen und
sollten dort herausgelöst und gut
sichtbar in die Praxis gehängt werden.
Das ist dann auch ein adäquates
Echo auf diesen rotzfrechen GOZ-Entwurf aus dem BMG .
Timing
Wer ganz sicher sein will, wann und
wie lange das jeweilige Schmidt-Plakat
aufgehängt werden soll, der achte auf
das am Rand eingedruckte Datum.
Synchron wird dann in ganz
Deutschland die eine Botschaft verbreitet: Nur noch X-Wochen Ulla
Schmidt, danach der Wechsel zu vernünftigen Rahmen-Bedingungen im
Gesundheitssystem.
Dr. J. Beischer,
Landesvorsitzender des FVDZ Niedersachsen l
P.S.: Hinweise und Hintergrund-Infos finden Sie auch
unter w w w.f vdz-niedersachsen.de
ANZ_KVSH:ANZ_KVSH
21.04.2009
12:53 Uhr
Seite 1
Trotz allem – immer noch für Sie da!
Ihre Ärzte in Schleswig-Holstein.
www.kvsh.de
Mit einer aufwändigen, überregionalen Anzeigenserie
gibt das Bundesministerium für Gesundheit derzeit
Erklärungen zur Honorarsituation der niedergelassenen
Ärztinnen und Ärzte ab.
Die Berechnungen des Ministeriums über vermeintliche
Honorarzuwächse sind geeignet, eine Neiddebatte
zu schüren und von den tatsächlichen Problemen im
Gesundheitswesen abzulenken:
Seit Jahren ist der Bereich der ambulanten medizinischen
Patientenversorgung unterfinanziert! Durch die von der
Politik beschlossene Reform der ärztlichen Vergütung hat
sich die Situation für die ohnehin sehr kostenbewussten
Ärzte in Schleswig-Holstein noch verschlechtert. Es drohen
weitere Honorarverluste.
Hierdurch wird sich der in einigen Regionen des Landes
bereits spürbare Ärztemangel weiter verschärfen. Für die
Patienten bedeutet das längere Wege und zunehmende
Wartezeiten.
FAKT IST:
Ihr Hausarzt bekommt für die Grundversorgung
eines Patienten einmal im Quartal rund 36 Euro,
das sind 12 Euro im Monat – unabhängig davon,
wie oft der Patient kommt. Ihr Orthopäde erhält
monatlich 8,50 Euro, Ihr Augenarzt knapp 7 Euro.
Diese Beträge decken auf Dauer nicht einmal die Praxiskosten. Damit wird die auch von der Politik gewollte,
hochqualifizierte medizinische Versorgung gefährdet.
Noch sind die 5.100 Ärzte und Psychotherapeuten in
ganz Schleswig-Holstein immer für Sie da. 365 Tage im
Jahr, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag.
Wir wollen, dass das so bleibt. Darum muss ärztliche
Leistung angemessen vergütet werden. Damit sich die
Gespräche in den Praxen wieder um das Einzige drehen,
was zählt: die Gesundheit unserer Patienten.
KV Schleswig-Holstein:
»Ministerium schürt Neiddebatte«
Mit einer Anzeige in den Lübecker und Kieler Nachrichten reagiert die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) auf die
Anzeigenserie des Bundesgesundheitsministeriums. Das Ministerium hatte Erklärungen zur Honorarsituation der niedergelassenen
Ärzte abgegeben. »Die Berechnungen des Ministeriums über vermeintliche Honorarzuwächse sind geeignet, eine Neiddebatte zu
schüren«, kontert die KVSH in ihrer Anzeige.
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
287
Gesundheitsp o litik
Gesundheitsreform – hier Apotheker
Offener Brief eines Betroffenen
Deutsche BKK
Andre Rudolph
38439 Wolfsburg
Betrifft: Rezeptprüfung
Ihr Geschäftszeichen:
RP-801-301902194
Ihr Zeichen: Vman-AM
Ihren Brief vom 22.12.2008
Sehr geehrter Herr Rudolph,
hiermit erhebe ich Einspruch gegen
den bürokratischen Terror, mit dem Sie
mich und die Mitarbeiter meiner Apotheke zwingen wollen, Arzneimittel auf
Grund von Rabattverträgen auch dann
auszutauschen, wenn von dem Austausch eine Gefahr für Leib und Leben
der Patienten entsteht.
In 64 von 71 Fällen, in denen Sie Kürzungen vornehmen, gegen die ich hiermit protestiere, wäre der Generikaaustausch aus pharmazeutischer Sicht eine
vorsätzliche Körperverletzung. Die restlichen sind einfach nur schikanös und
bei einem Funken von Serviceverständnis Ihren Versicherten gegenüber völlig
überzogen.
Ich betrachte die Art und Weise mit
der die Deutsche BKK mich zu strafbaren Handlungen zwingen will, als Nötigung.
Um die unberechtigten Kürzungen
des meiner Apotheke zustehenden Entgeltes für die Arzneimittel, die ich an die
288 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
Versicherten der Deutschen BKK ausgeliefert habe, zu bearbeiten und die angeblichen Fehler zu widerlegen, um zu
überprüfen, ob es überhaupt einen Rabattvertrag zu dieser Zeit gab, ob Notdienst oder pharmazeutische Bedenken
vorgelegen haben, musste ich eine Apothekerin mehrere Tage beschäftigen.
Dieser Aufwand gefährdet die wirtschaftliche Existenz meiner Apotheke.
Ich werde einen Rechtsanwalt damit
beauftragen, zu prüfen, ob damit der
Tatbestand der Nötigung zu Straftaten
erfüllt ist.
Ich werde dieses Verhalten Ihrer
Krankenkasse aber in jedem Fall publik
machen, auch dann, wenn eine juristische Auseinandersetzung für mich wirtschaftlich nicht zu verkraften ist. Das
Thema ist zwar kompliziert, aber doch
vermittelbar. Zuhörer sind entsetzt, was
da passiert, wenn sie die etwas komplizierten Zusammenhänge erst einmal
verstanden haben.
Bei einem Vortrag vor circa 15 Ärzten
und deren Mitarbeitern (insgesamt circa 90 medizinische Dienstleister) im
Umkreis meiner Apotheke, habe ich einhellige, begeisterte Zustimmung bekommen, gegen diese skandalösen,
menschenverachtenden Auswüchse der
Apotheker Jürgen Wolff
Foto: J. Wolff
Ein lesenswerter »Offener Brief«
zu ernsten Problemen der Gesundheitspolitik hier aus der Sicht eines
Apothekers. Der menschenverachtende Wahnsinn hat viele Gesichter!
Geht es uns dadurch (relativ) besser?
Natürlich nicht!
Rabattverträge zu protestieren und
mich gegen das schikanöse Verhalten zu
wehren.
Bisher habe ich Monat für Monat Ihre in fast allen Fällen unberechtigten Retaxationen einzeln geprüft und die Abrechnungen entsprechend per Anschreiben reklamiert.
Nunmehr, nachdem ich monatlich
mehr als 100 unberechtigte Retaxationen von Ihnen per CD maschinell bearbeitet zugeschickt bekomme, was ich als
bodenlose Missachtung unserer Arbeitsleistung als Apotheker betrachte, kann
ich das zum Widerspruch nötige pharmazeutische Personal nicht mehr bezahlen.
Auf keinen Fall werde ich mich und
meine Mitarbeiter aber dazu zwingen
lassen,
1. bei alten multimorbiden Patienten
mit mehrfachen Dauermedikationen die Arzneimittel auszutauschen
2. Arzneimittel auszutauschen, die
nach den Regeln der pharmazeutischen Kunst bei einer Dauermedikation nicht ausgetauscht werden dürfen
3. Arzneimittel auszutauschen, die aufgrund galenischer Unterschiede eine
andere Bioverfügbarkeit und eine
andere Metabolisierung erwarten
lassen
4. oder gar Mütter mit einem fiebernden Kind in der Nacht quer durch
Braunschweig in die nächste Notdienst-Apotheke zu schicken, weil Ihre Krankenkasse zwanzig oder dreißig Cent sparen will. (So etwas ist einfach menschenverachtend).
Die Opfer des hemmungslosen Arzneimitteltausches seit Einführung der
Rabattverträge sind multimorbide,
chronisch kranke alte Patienten, die eigentlich mit der Gesundheitsreform
besser versorgt werden sollten. Der Arzneimitteltausch bei alten Menschen
greift, durch den Druck, den Sie als Krankenkassen ausüben, immer weiter um
»Ich betrachte die Art und Weise,
mit der die Deutsche BKK mich zu strafbaren Handlungen zwingen will,
als Nötigung.«
Fotos: Privat
sich – mit katastrophalen Folgen. Ihre
Krankenkasse scheint sich darin zu gefallen, diesen Druck nunmehr maschinell auszuüben.
Die beiden unten folgenden Bilder
benutze ich, um die Situation, der alte
Menschen in deutschen Apotheken seit
den Rabattverträgen ausgesetzt sind,
zu demonstrieren. So sieht ein Arzneimitteltausch in der Realität aus. So gut
wie niemand, der (noch) in der glücklichen Lage ist, nur gelegentlich Arznei-
mittel zu benötigen, weiß, was es heißt
fünf oder sechs verschiedene Arzneimittel täglich richtig einnehmen zu müssen.
Versuchen Sie mal, als Leser dieses
Briefes, spontan herauszufinden welches der Arzneimittel auf dem rechten
Bild, statt welchem auf dem linken Bild
eingenommen werden muss. Dann sollte Ihnen eigentlich schnell klar werden,
was da schier Unglaubliches wegen dieser mickrigen Einsparungen, derer Sie
sich die Krankenkassen und Politiker öffentlich rühmen,
täglich in deutschen Apotheken
passiert. Die Unschärfen auf den
Bildern helfen Ihnen vielleicht zu
verstehen, wie es
Menschen in dieser Situation geht,
die aus Altersgründen schlecht
sehen können.
Wenn Sie sich dann noch vorstellen
können, dass blaue Pillen plötzlich gelb
und gelbe plötzlich rot sind, dass alte
Menschen oft schlecht hören können,
und kaum verstehen, was man zu erklären versucht, können Sie vielleicht verstehen, mit welcher Empörung ich diesen Brief an Sie schreibe.
Noch schwerer allerdings, als die in
diesen Bildern erkennbaren Complianceprobleme für ältere Patienten wiegen die Bioverfügbarkeitsunterschiede
zwischen den wirkstoffgleichen Arzneimitteln für alte Menschen. Sie sind
schlicht und einfach lebensgefährlich.
Per se sind Generika zum Austausch
zugelassen, wenn sich Ihre Bioverfügbarkeiten nicht mehr als fünfundzwanzig Prozent vom Referenzpräparat unterscheiden Das bedeutet zwingend,
dass bei Dauermedikation nicht ausgetauscht werden darf. Praktisch gesehen
ergeben sich aus zwei Mal fünfundzwanzig Prozent nämlich fünfzig Prozent Unterschiede in der Bioverfüg­
Tagesprofile
Plausibilitätsprüfung der KVWL: Rund 200 Ärzte betroffen
Ärger für viele Ärzte im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL): Die KV
führt derzeit die Plausbilitätsprüfung der Tageszeitprofile für zehn Quartale (2005 bis 2007) durch
D
abei sind der KV einige Ungereimtheiten aufgefallen. Zahlreichen Ärzten
drohen nun Regressforderungen, Bußgelder und
das mehrwöchige Ruhen der vertragsärztlichen Tätigkeit. Rund 200 Ärzte
sind nach Angaben der KVWL auffällig
geworden.
Grund für die Schwierigkeiten ist
nach Angaben von Andreas Daniel, KVWL-Pressesprecher, die Kombination
aus der Ordinationspauschale und einem Beratungsgespräch. Rechnet ein
Arzt lediglich das Gespräch ab, muss
dieses laut EBM zehn Minuten dauern.
In Kombination mit der Ordinationspauschale sieht der EBM aber 20 Minu-
ten vor, erläutert Daniel im Gespräch
mit dem änd. Das haben offenbar einige Ärzte – bewusst oder unbewusst –
nicht berücksichtigt.
»In der Abrechnung ergab sich dann
oftmals ein 16-Stunden-Tag«, erklärt
Daniel weiter. Demzufolge hätten mache Ärzte »acht Stunden am Stück nur
geredet« und in der restlichen Zeit andere Leistungen erbracht. »Das erscheint grob implausibel«, sagt Daniel.
Sei dieser Fall mehr als drei Mal im
Quartal eingetreten, prüfe die KVWL
weiter nach – zuständig sei dann die
Plausibilitäts-Kommission. Die betrachte den Fall und gebe eine Empfehlung an den Vorstand ab: Erachte sie
den Fall als nachvollziehbar, dann pas-
siere nichts. Sehe die Kommission aber
eine fehlerhafte Abrechnung, werde
entweder ein Disziplinarverfahren eingeleitet, oder – bei besonders auffälligen Ärzten – werde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Bei Ärzten, die
noch nie negativ aufgefallen seien,
werde das Verfahren in der Regel gegen eine Geldbuße eingestellt.
Im Disziplinarverfahren könne eine
Geldbuße von 1000 bis 10.000 Euro bei
Hausärzten und bis zu 100.000 Euro
bei spezialisierten Fachärzten verhängt werden, erklärt Daniel. Außerdem könne ein mehrwöchiges Ruhen
der vertragsärztlichen Tätigkeit beantragt werden.
www.facharzt.de, 9.4.2009 l
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
289
Gesundheitsp o litik
barkeit, die gesetzlich möglich sind.
Bei mindestens zwei der oben gezeigten Arzneimittel könnte der Austausch
ohne jeden wissenschaftlichen Zweifel
tödliche Folgen haben.
Fachlich gesehen ist das Austauschen
von Arzneimitteln bei multimorbiden
Patienten in Dauermedikation ein Fall
für den Staatsanwalt: Ein grober, aus
meiner Sicht vorsätzlicher Kunstfehler
mit Gewinnabsicht (absolut lächerliche
Rabatte von durchschnittlich dreißig
Cent pro Fall).
Menschlich ist es einfach nur bodenlos gemein – den vielen alten Menschen
gegenüber, die ohnehin schon genug
Probleme haben, mit ihrem Alter und
ihren Krankheiten klar zu kommen.
Leider fügen sich fast alle meiner Kollegen diesem Druck, da unsere Standesvertreter selber das »aut idem« für Apotheker fordern und damit den Kollegen
die Lizenz zum Austausch geben, auch
dort, wo er aus obigen Gründen eine Lizenz zum Töten ist.
Die Mitarbeiter meiner Apotheke
und ich werden deshalb in allen Fällen,
wo es pharmazeutisch zulässig ist, die
Rabattverträge einhalten, obwohl der
pharmazeutische Aufwand, der zum
Raussuchen des Rabattarzneimittels
nötig ist, in einem völlig absurden Verhältnis zur Ersparnis steht, die für die
Krankenkassen dabei rauskommt.
Wir werden uns aber nicht zwingen
lassen, alten Menschen schwere gesundheitliche Schäden zuzufügen.
Da ich mir nicht anders zu helfen
weiß, werde ich die nächsten Retaxationen die Sie mir übersenden werden, einem Rechtsanwalt übergeben, der in jedem Fall einzeln unsere Widersprüche
begründen wird.
Ich werde diesen Brief als offenen
Brief an meine Regionalzeitung an die
pharmazeutische Zeitung und das Gesundheitsministerium schicken. Politiker sollten wissen, wie ihre an sich gut
gemeinten Gesetze von den Krankenkassen missbraucht werden.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Wolff
Post-Apotheke, Braunschweig
l
290 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
E-Card
Test für Gesundheitskarte
läuft nur langsam an
D
ie Einführung der Infrastruktur für die neue elektronische Gesundheitskarte läuft bei den Ärzten im
Schneckentempo an. Seit
Mitte Februar hätten im bundesweiten Pilotbezirk, dem Rheinland, nur 130
von 15.000 Arztpraxen ein Kartenlesegerät gekauft, sagte der Fachmann für
Informationstechnologie bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV ) Nordrhein, Gilbert Mohr, am Mittwoch in
Düsseldorf.
Zuletzt waren aus der Ärzteschaft
immer mehr Bedenken laut geworden,
vor allem wegen einer späteren Online-Anbindung in den Praxen durch
die Karte. Zu Wochenbeginn hatte
nach der Ärztekammer auch die KV
Nordrhein Mediziner aufgefordert,
derzeit keine Kartenlesegeräte anzuschaffen. Mohr vermutete, dass sich im
Bezirk Nordrhein die geplante flächendeckende Ausstattung um bis zu vier
Monate verschiebe. Laut Plan sollten
Arztpraxen und Krankenhäuser dort
eigentlich bis Ende Juli mit Lesegeräten
versorgt sein.
Die bundesweite Einführung gilt als
eines der größten IT-Projekte weltweit.
Sobald Praxen mit der erforderlichen
Technik ausgestattet sind, kann die
Ausgabe elektronischer Gesundheitskarten durch die Krankenkassen an die
Versicherten beginnen.
www.facharzt.de, 1.4.2009 l
Auch Daimler hat Krankendaten
unzulässig gespeichert
S
chon wieder eine Datenschutzaffäre in deutschen
Großkonzernen: Nun hat auch
der Autobauer Daimler illegal
Krankendaten von Mitarbeitern gespeichert. Gläserne Mitarbeiter
– überall: Im Mercedes-Werk in Bremen
seien trotz anders lautender Anweisung Mitarbeiterdaten unzulässig gespeichert und außerhalb des Unternehmens gebracht worden, bestätigte
Daimler am 15.4.2009 einen Bericht
von Radio Bremen Fernsehen. Die
Rundfunkstation hatte zuvor berichtet,
mindestens eine Abteilung mit mehr
als 100 Mitarbeitern habe Krankendaten der Beschäftigten illegal erfasst
und in Ordnern angelegt. Eine CD -Rom
mit entsprechendem Beweismaterial
sei dem Sender anonym übermittelt
worden – ihm lägen Listen mit Angaben von über 40 Personen vor. Vorgesetzte hätten ihre Kollegen über Einzelheiten ihrer Krankheiten gefragt. An-
schließend seien die Daten gespeichert
und auf einer wöchentlichen Sitzung
ausgewertet worden. Daimler erklärte,
es handle sich dabei um einen bereits
aufgeklärten Einzelfall aus dem Bereich Werkssicherheit aus dem April
2008. Der vom Unternehmen installierte Meldeprozess verbiete das Führen von individuellen Listen. Zudem
wurden »die betroffenen Führungskräfte wegen der Datenschutzverletzung ermahnt und aufgefordert, zukünftig das Führen solcher Listen zu
unterlassen«. Damit ist nach Ansicht
des Konzerns sichergestellt, »dass der
Einzelfall abgestellt wurde und die
Führungskräfte über die Unzulässigkeit solchen Handelns informiert wurden«. Zu Jahresbeginn hatte sich der
Autobauer bereits eine offizielle Rüge
des für den Datenschutz zuständigen
Stuttgarter Innenministeriums eingefangen. Daimler hatte persönliche Daten von Beschäftigten mit häufigen
K la r text
Fehlzeiten ohne Wissen der Betroffenen dokumentiert. Zudem wurden die
Krankheitsfälle und ihre Ursachen teilweise von Vertretern der Personalabteilung, vom Werkarzt, dem Betriebsrat und von Führungskräften erörtert,
was gegen die Persönlichkeitsrechte
der Beschäftigten verstieß. Datenaffären hatten bereits die Deutsche Bahn
und die Deutsche Telekom erschüttert
und zum Rücktritt von Bahnchef Hartmut Mehdorn geführt. Auch der
Deutschland-Chef des Lebensmitteldiscounters Lidl musste nach einer
ähnlichen Affäre seinen Stuhl räumen.
Das Unternehmen hatte Anfang April
eingeräumt, Informationen über die
Krankheiten von Mitarbeitern in firmeninternen Unterlagen festgehalten zu
haben.
FVDZ Newsletter, 16.4.2009 l
Neue Affäre um
Krankheitsdaten:
Müller forscht
Mitarbeiter aus
D
er nächste Skandal rund
um Krankheitsdaten: Die
Drogeriekette
Müller
horcht Beschäftigte nach
Informationen der »Süddeutschen Zeitung« zufolge illegal
nach Krankheiten aus. »Weit mehr Firmen als bisher bekannt forschen illegal
die Krankengeschichten ihrer Mitarbeiter aus. Bei der Drogeriekette Müller
müssen Beschäftigte nach SZ-Informationen regelmäßig Auskunft geben.
Nach Lidl und Daimler ist dies der dritte
Fall, der in kurzer Zeit publik wird«,
heißt es in einem Bericht der Tageszeitung.
Die Erfassung von Krankheitsdaten
bei Müller – die Firma beschäftigt
18.000 Menschen – habe allem Anschein nach System. Das zeige ein nun
aufgetauchtes Formular mit der Überschrift »Krankenrückkehrgespräch«. Es
trage das Firmenlogo des Unternehmens sowie die Namen von Einzelfirmen der Drogeriekette.
www.facharzt.de, 18.4.2009 l
BMG kündigt Weiterführung des Verordnungsverfahrens zur GOZ-Neu trotz
»schwieriger Lage« an
»Nach dem Vorliegen der Ergebnisse über
die wesentliche Ursache der unterschiedlichen Schätzungen zu den finanziellen Auswirkungen des Referentenentwurfs anhand
des Abgleichs der 50 umsatzstärksten GOZLeistungen wird mit den Beteiligten noch
ein Gespräch zu führen sein. Danach ist über
das weitere Vorgehen politisch zu entscheiden.« – Dieses Zitat stammt aus dem Antwortschreiben der Parlamentarischen
Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium (BMG), Marion Caspers-Merk, auf
einen Brief des BundeszahnärztekammerPräsidenten Dr. Peter Engel zur Problematik
der GOZ-Neu. Darin kündigt Caspers-Merk
an, das Verordnungsverfahren weiterführen zu wollen. Ein weiteres Gespräch wäre
nach Auffassung von Caspers-Merk dann
sinnvoll, »wenn darin konkrete Möglichkeiten dargelegt werden, welche Kompromisslinien die BZÄK angesichts der von mir geschilderten schwierigen Ausgangsituation
und der bekannten problematischen gesamtwirtschaftlichen Lage im Hinblick auf
eine Weiterführung des Verordnungsverfahrens auf der Basis des Referentenentwurfes sieht.«
BZÄK-Präsident Engel hat dieses Schreiben erwidert und noch einmal festgestellt,
dass der vorgelegte Referentenentwurf »in
der aktuellen Fassung nicht akzeptabel« sei,
»da er fachlich fehlerhaft und ordnungspolitisch ungeeignet ist sowie nicht zuletzt betriebswirtschaftliche Grundprinzipien vernachlässigt«. Zur Frage des Kostenabgleichs
stellt Engel in seiner Antwort richtig, dass die
Analyse von BZÄK und KZBV nicht auf Schätzungen, sondern auf validen Daten und fundierten Berechnungen beruhen. Für das weitere Vorgehen versichert Engel, die BZÄK stehe dem BMG als »verlässlicher Partner bei allen gesundheitspolitischen Projekten zur
Seite, insbesondere bei dem Vorhaben, die
geltende GOZ zu novellieren«. Der vorgelegte
Kritikkatalog sei als konstruktiver Ausfluss
dieser Beraterrolle zu verstehen.
Insider gehen allerdings davon aus, dass
ein überarbeiteter GOZ-Entwurf schon kurz
nach Ostern ins Kabinett eingebracht werden müsste, um noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt zu werden. Dies scheint mit
jedem Tag unwahrscheinlicher zu werden.
RA Florian Lemor
neuer HGF der BZÄK
Zum neuen BZÄK-Hauptgeschäftsführer hat
der Vorstand der Bundeszahnärztekammer
Rechtsanwalt Florian Lemor (36) berufen.
Lemor war zuletzt als Geschäftsführer und
Referent in den Berliner und Brüsseler Büros
des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB)
tätig. Er verfügt über gute Kontakte zur
deutschen und europäischen Politszene und
besitzt Erfahrungen in der europäischen Gesundheitspolitik. Lemor tritt sein neues Amt
zum 1. Oktober diesen Jahres an und folgt
damit auf Dipl.-Volkswirt Klaus Schlechtweg. Ab dem 1. Mai wird Lemor zwischenzeitlich die Leitung des Brüsseler Büros des
BZÄK übernehmen. Die bisherige Leiterin
des Büros, Claudia Ritter, ist zum 31. März
ausgeschieden.
Oesterreich erhielt Ehrenmedaille
BZÄK-Vizepräsident Dr. Dietmar Oesterreich
hat in einer Feierstunde am Rande der IDS in
Köln die Friedrich-Römer-Ehrenmedaille von
der »Aktion zahnfreundlich« verliehen bekommen. Oesterreich wurde damit für seine
Verdienste um die zahnmedizinische Prävention in Deutschland geehrt.
Häusliche Gewalt in der Familie
Bei der kombinierten Koordinierungskonferenz der Referenten für Alters-/Behindertenzahnheilkunde und der Referenten für Präventive Zahnheilkunde Ende März in Frankfurt wurde neben den ausführlichen Berichten aus den Ländern intensiv über das
Thema »Häusliche Gewalt in der Familie –
Früherkennen und richtig Handeln in der
Zahnarztpraxis« diskutiert. Die Teilnehmer
verdeutlichten, dass Zahnärzte künftig stärker darauf achten sollten, ob ihre Patienten
Opfer von häuslicher Gewalt werden. Mit
entsprechenden Projekten in einer Reihe
von Kammerbereichen sollen die Zahnärzte
künftig stärker für das Thema sensibilisiert
und fakultativ eine entsprechende Dokumentation in die zahnärztliche Untersuchung einbezogen werden. Die Aufgaben
der Zahnärzte können neben der zahnmedizinischen Therapie auch sein, Betroffenen
Informationen über Anlauf- und Beratungsstellen zu vermitteln. Zudem sollten sie die
Patientinnen ermutigen, diese in Anspruch
zu nehmen.
Klartext der Bundeszahnärztekammer, 3/2009 l
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
291
Gesundheitsp o litik
Zahnersatzversorgung im Ausland mangelhaft
Auch die 2. MDK-Studie weist auf große Risiken für Patienten hin
D
as Ergebnis der Untersuchung, die den Zeitraum
2006 bis 2007 umfasst:
Zahnersatzbehandlungen
im (Nicht- EU -)Ausland
weisen Mängel auf.
Die Nachuntersuchungen der MDKGutachter ergaben, dass ein Drittel der
jenseits der Grenzen erfolgten Zahnersatzversorgungen keineswegs in Ordnung war. Bei zwei Dritteln davon wurde sogar empfohlen, den Zahnersatz
vollständig neu anfertigen zu lassen.
Die Gründe dafür waren »abstehende«
Kronenränder, fehlender oder fehlerhafter Gegenbiss, fehlerhafte technische Ausführung und nicht erhaltungswürdige oder parodontal vorgeschädigte Pfeilerzähne, zählt der MDK
in seiner Studie auf.
Falsche Entscheidungen
Oft wurde für festsitzenden Zahnersatz, anstatt für kombiniert festsitzend-herausnehmbarem oder komplett herausnehmbaren Zahnersatz,
entschieden – obwohl die Gebiss-Situation der Patienten aufgrund Zahl und
Zustand der Restzähne gemessen an
den deutschen Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses eine solche
Lösung auf Dauer nicht zuließ.
Negativ fiel zudem auf, dass Vorbehandlungen wie die Entfernung nicht
erhaltungswürdiger Zähne, notwendige Wurzelkanalbehandlungen oder Parodontaltherapien im Ausland vernachlässigt werden.
Insgesamt entsprachen nur 55 Prozent der Versorgungen den Kriterien
292 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
Mängelfreiheit und Richtlinienkonformität. Technisch weniger aufwändiger
Zahnersatz war eher richtlinien-konform und mängelfrei.
Weiter richtete der MDK sein Augenmerk auf die nachvollziehbaren Indikationen zum Überkronen von Zähnen. Bei einem Drittel aller Patienten
konnte die Indikation nur teilweise
nachvollzogen werden. Im Durchschnitt erhielten diese Patienten vier
Kronen ohne medizinische Notwendigkeit – vermutlich aus ästhetischen Aspekten.
Keine Sicherheit
Der MDK weist auch darauf hin, dass in
Deutschland für jeden gesetzlich Krankenversicherten vor dem Anfertigen
von Zahnersatz ein Heil- und Kostenplan erstellt wird, den die Krankenkassen überprüfen. Damit habe der Patient die Garantie, dass die Planung den
Richtlinien und den gesetzlichen Vorgaben entspreche. Vor der Behandlung
im Ausland lag in 51 Prozent der Fälle
ein deutscher Heil- und Kostenplan vor.
Diese HKP s hätten auf die Art und Qualität der später im Ausland gefertigten
Arbeit jedoch keinen Einfluss gehabt.
Bei fehlendem Heil- und Kostenplan
sei eher eine Tendenz zu festsitzendem
Zahnersatz zu beobachten gewesen.
Insgesamt waren 45 Prozent des Auslands-Zahnersatzes andersartig, 33
Prozent gleichartig und 22 Prozent Regelversorgungen.
Material unbekannt
In keinem Fall der begutachteten Fälle
gab es eine Konformitätserklärung. In
Deutschland hat der Patient Anspruch
auf eine Konformitätserklärung des
zahntechnischen Labors mit Informationen über die verwendeten Materialien und deren chemische Zusammensetzung.
Die Kosten für Zahnersatz im Ausland sind günstiger. Allerdings müssen
Patienten auch für Reise und Aufenthalt bezahlen. Nicht außer Acht gelassen werden dürfe, so der MDK , dass ja
immerhin 45 Prozent der Auslandsversorgungen nicht richtlinienkonform
und mängelbehaftet gewesen seien
und somit Kosten für Nachbesserungen bzw. Neuanfertigungen anfielen
Selbst wenn der Zahnarzt im Ausland
die Kosten für die Nachbehandlung
übernehme, müsse der Versicherte erfoto: prodente
Trotz aller Warnungen: Der Gesundheitstourismus boomt weiter. So
haben auch der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK)
Rheinland-Pfalz und das Institut für medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universität Mainz erneut eine
Studie zu »Zahnersatz aus dem Ausland – Qualität und Kosten« publiziert – die zweite nach 2004
Der Heil- und Kostenplan
gibt dem Patient die Garantie,
dass die Planung den Richtlinien und den gesetzlichen
Vorgaben entspricht
Patient trägt das Risiko
Zudem sei es fraglich, wer die Mängel
an dem im Ausland hergestellten Zahnersatz behebe und die dadurch entstehenden Kosten übernehme. Deutsche
Zahnärzte könnten das Nachbessern
von ausländischem Zahnersatz ablehnen, so lange nicht ein Notfall eintrete.
Auch die Gesetzliche Krankenversicherung sei nicht prinzipiell verpflichtet,
Mängelkorrekturen zu bezahlen. Letztlich trage der Versicherte das Risiko der
Zahnersatzversorgung im Ausland
selbst. In Deutschland und in der EU
gelte eine zweijährige Gewährleistung.
Dennoch kann es laut MDK im europäischen Ausland für den Patienten problematisch werden, seine Forderungen
juristisch durchzusetzen.
Aufpassen müssen Patienten auch
bei der Kostenerstattung der GKV gemäß Paragraph 13 SGB V. Gesetzliche
Vorgaben für dieses Procedere existierten nicht im Detail, so der MDK . Krankenkassen handhabten die Kostenerstattung für ausländischen Zahnersatz
unterschiedlich. Während einige Krankenkassen nur eine Auszahlung der befundbezogenen Festzuschüsse vornähmen, wenn im Vorfeld ein in
Deutschland gutachterlich überprüfter Heil- und Kostenplan die medizinische Notwendigkeit bestätigt habe, ließen andere Krankenkassen ausländischen Zahnersatz im Nachhinein gutachterlich überprüfen. Im Vordergrund
stünden die medizinische Notwendigkeit entsprechend der Richtlinien, die
technische Ausführung und mögliche
Mängel.
Grundsätzlich betrage der Zuschuss
für ausländischen Zahnersatz höchstens den Betrag, den der Versicherte
auch in Deutschland bekommen hätte,
abzüglich der Beträge für Verwaltungskosten, fehlende Wirtschaftlichkeitsprüfung und Praxisgebühr.
Neue BEB Zahntechnik®
wird eingeführt
Niedersächsische Zahntechniker-Innung stellt
neues Leistungsverzeichnis vor
Auf einer Fachpressekonferenz
anlässlich der IDS in Köln hatte der
VDZI (Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen) die dentale
Öffentlichkeit bereits über die
Inhalte eines neu gestalteten
Leistungsverzeichnisses für zahntechnische Arbeiten informiert
A
m 17.4.2009 trafen sich in
den Räumen der Zahnärztlichen Akademie Niedersachsen (ZAN) der Präsident der ZKN Dr. Michael
Sereny und einige Mitglieder des Vorstandes mit dem Obermeister der Niedersächsischen Zahntechniker-Innung
Herrn Ztm. Lutz Wolf, seiner Geschäftsführerin Viola Ulrich und Herrn Ztm.
Thorsten Kordes als
BEB -Experte, um
sich aus erster
Hand über die Neuerungen zu informieren.
Dabei erläuterte
Herr Wolf, dass die
alte BEB ( Bundeseinheitliches Benennungsverzeich- Dr. KarlHermann
nis) ursprünglich
Karstens
als alleinige Preisliste für das Zahntechnikhandwerk
gültig war. Durch die fast vollständige
Einbindung der Zahnersatzleistungen
in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung wurde parallel das BEL (Bundeseinheitliche Verzeichnis der abrechnungsfähigen Leistungen) geschaffen. Für Leistungen im
privaten Bereich, das heißt auch für
Leistungen außerhalb des Leistungska-
foto: zkn-archiv
neut die Ausgaben für Hin- und Rückfahrt sowie für die Unterbringung tragen.
Bitte per FAX an: (05 11) 8 33 91-306
oder Post an: ZKN, Zeißstraße 11a, 30519 Hannover
Vorläufige Anmeldung
zu einer Informationsveranstaltung zur neuen BEB Zahntechnik®
(bitte in Druckschrift)
Praxisname
......................................................................................................................................................................................
und Adresse
......................................................................................................................................................................................
......................................................................................................................................................................................
Tel-Nr.
......................................................................................................................................................................................
FA X.-Nr.
......................................................................................................................................................................................
KZV aktuell, 10/2008
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung
Voraussichtliche Anzahl der teilnehmenden Personen: .......................................................................................
der KZV Rheinland-Pfalz l
Unterschrift
......................................................................................................................................................................................
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
293
Gesundheitsp o litik
taloges der GKV sei die BEB
anzuwenden. Trotz einiger
Aktualisierungen in den
vergangenen Jahren sei das
alte Leistungsverzeichnis
nicht mehr zeitgemäß und
bedurfte einer dringenden
Renovierung. Dieses sei mit
sorgfältiger Vorbereitung
jetzt erfolgt, sodass derzeit
eine Einführung bei den Betrieben vorgenommen werden könnte. Der Termin
hierfür sei ursprünglich bewusst parallel zur Entwicklung der neuen GOZ geplant
gewesen. Die durch erhebliche grundsätzliche und
sachliche Fehler seitens des
Bundesministeriums für
Gesundheit eingetretenen
Verzögerungen bei der Einführung einer neuen GOZ
will die Zahntechniker-Innung jedoch nicht durch
willkürliches Zurückhalten
der notwendigen Reform
des BEB auf den Zahntechniksektor übertragen.
Die Informations- und
Schulungskurse für die
zahntechnischen Betriebe
seien daher bereits angelaufen.
Zum Ende des vergangenen Jahres habe der VDZI
auch das BEL II gekündigt,
um mit den Verbänden der
GKV auch dort für eine aktualisierte Version zu verhandeln.
Die neue BEB Zahntechnik® beinhaltet im Kern eine
komplette Neubeschreibung der derzeitigen zahntechnischen Leistungen und
ordnet diesen individualisierbar den benötigten (Arbeits-) Zeitrahmen zu. In
Kombination mit den aufgrund von Auswertung der
jeweiligen betriebswirtschaftlichen Daten eines Labors gewonnenen Werten
lässt sich dadurch eine stim-
mige,
nachvollziehbare
Preiskalkulation erstellen.
Diese Systematik entspricht
der aus gleichen Überlegungen heraus entwickelten
Grundlage der HOZ . Das
Verzeichnis umfasst jetzt
circa 520 sechsstellige Leistungspositionen, die nach
einer neuen Nummersystematik geordnet sind. Hierzu
wurde ein EDV-gestütztes
Kalkulierungsprogramm
entwickelt und in die digitalisierte Ausgabe integriert,
das jedem Anwender eine
rationelle Umsetzung ermöglicht.
Für Praxislaborinhaber
bzw. deren autorisierte(n)
Abrechnungshelfer-in / Verwalt ungsassistenten/in
plant die Zahnärztekammer
Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Nieders.
Zahntechniker-Innung noch
vor den diesjährigen Sommerferien eine zentrale Informationsveranstaltung
zur neuen BEB . Zahnärzte,
die an einer Teilnahme interessiert sind, können sich
mit anhängendem Talon
hierfür anmelden. Die Bekanntgabe von Ort (voraussichtlich Hannover), Termin
sowie Kostenrahmen wird
dann zu gegebener Zeit direkt an die Praxen vorgenommen.
KHK l
294 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
Foto: J. Wohlfromm
Der neugewählte Vorstand der Zahnärztekammer
Schleswig-Holstein: (v. l. n. r.: Dr. Joachim
Hüttmann, Bad Segeberg, Dr. Michael Brandt, Kiel
(Vizepräsident), Dr. Kai Voss, Kirchbarkau,
Dr. K. Ulrich Rubehn, Elmshorn (Präsident) und
Dr. Gerald Hartmann, Ratzeburg
Dr. K. Ulrich Rubehn
ist neuer Präsident im
Norden
V
om Gebührenexperten zum Präsidenten: Dr. K.
Ulrich Rubehn ist Nachfolger von Hans-Peter Küchenmeister an der Spitze der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein. Der bundesweit bekannte GOZ-Fachmann aus Elmshorn setzte sich
in einer spannenden Wahl gegen den Vizepräsidenten Dr.
Michael Brandt aus Kiel durch.
Bis zum letzten Tag hatten Brandt und Rubehn geschlossen unter Küchenmeister im Vorstand der Kammer im Norden zusammen gearbeitet. »Zwischen uns passt kein Blatt
Papier«, hatte der kommende Präsident in seiner Wahlrede
vor den 51 Delegierten versichert. 27 Delegierte entschieden
sich für Rubehn, 23 für Brandt. Rubehn kündigte an, ausschließlich für die Arbeit als Präsident zur Verfügung zu stehen. Auf Wunsch der Versammlung wird er aber weiterhin
auch für seine bisherigen Verantwortungsbereiche Gebührenrecht, Schlichtung, Gutachter und Patientenberatungsstelle zuständig sein. Wie groß die Anerkennung auch für den zweiten Kandidaten im Norden ist, zeigte die anschließende Wahl zum Vizepräsidenten. Hier wurde Brandt eindrucksvoll mit 47 Stimmen im Amt bestätigt – was ganz im Sinne des neuen Präsidenten war. »Er hat es mehr als verdient.« Beide betonten
anschließend, die jahrelang erprobte Zusammenarbeit fortzusetzen. Brandt wird im neuen Vorstandsteam weiterhin
für Prävention und Fortbildung verantwortlich sein. Auch
die Beisitzer in Rubehns Vorstandsteam sind in der Standespolitik auf Bundesebene keine Unbekannten. Dr. Kai Voss ist
weiterhin für Praxisführung verantwortlich, Dr. Gerald Hartmann für Praxispersonal. Dr. Joachim Hüttmann, Landesvorsitzender des Freien Verbandes, ist im Vorstand künftig für
Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
Mit der Neuwahl endet in Schleswig-Holstein zugleich die
Ära von Hans-Peter Küchenmeister, der nicht erneut kandidierte. Küchenmeister gehörte dem Vorstand seit 25 Jahren
an. Zwölf Jahre war er Vizepräsident, vier Jahre Präsident.
Küchenmeisters Spezialgebiet war die Öffentlichkeitsarbeit,
in der er bundesweit Akzente setzen konnte. Der 64jährige
wird als Vorsitzender des Landesverbandes der Freien Berufe
im Norden aktiv bleiben. Alle Beteiligten im Norden betonten, dass sie das von Küchenmeister eingeschlagene Konsensmodell der Zusammenarbeit zwischen den Körperschaften und Verbänden im Norden fortsetzen werden.
Pressemitteilung der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, 27.4.2009 l
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Die Honorierung von
Versicherungsanfragen
§ 1 Abs. 2 MB/KK (Auszug)
Versicherungsfall ist die medizinisch
notwendige Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder
Unfallfolgen. Der Versicherungsfall beginnt mit der Heilbehandlung; er endet,
wenn nach medizinischem Befund Behandlungsbedürftigkeit nicht mehr besteht.
§ 5 Abs. 2 MB/KK
Übersteigt eine Heilbehandlung oder
sonstige Maßnahme, für die Leistungen
vereinbart sind, das medizinisch notwendige Maß, so kann der Versicherer
seine Leistungen auf einen angemessenen Betrag herabsetzen. Stehen die Aufwendungen für die Heilbehandlung
oder sonstigen Leistungen in einem auffälligen Missverhältnis zu den erbrachten Leistungen, ist der Versicherer insoweit nicht zur Leistung verpflichtet.
§ 31 Abs. 1 VVG
Der Versicherer kann nach dem Eintritt
des Versicherungsfalles verlangen, dass
der Versicherungsnehmer jede Auskunft erteilt, die zur Feststellung des
Versicherungsfalles oder des Umfanges
der Leistungspflicht des Versicherers erforderlich ist. Belege kann der Versicherer insoweit verlangen, als deren Beschaffung dem Versicherungsnehmer
billigerweise zugemutet werden kann.
Geb.-Nr. 75 GOÄ
Ausführlicher schriftlicher Krankheitsund Befundbericht (einschließlich Angaben zur Anamnese, zu dem(n)
Befund(en), zur epikritischen Bewertung und gegebenenfalls zur Therapie
§ 1 Abs. 3 Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde
Ausübung der Zahnheilkunde ist die berufsmäßige auf zahnärztlich wissenschaftliche Erkenntnisse gegründete
Feststellung und Behandlung von
Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten.
Als Krankheit ist jede von der Norm ab-
Berufsständisches
weichende Erscheinung im Bereich der
Zähne, des Mundes und der Kiefer anzusehen, einschließlich der Anomalien der
Zahnstellung und des Fehlens von Zähnen.
informiert
über
§ 1 Abs. 2 GOZ
Vergütungen darf der Zahnarzt nur für
Leistungen berechnen, die nach den Regeln der zahnärztlichen Kunst für eine
zahnmedizinisch notwendige zahnärztliche Versorgung erforderlich sind. Leistungen, die über das Maß einer zahnmedizinisch notwendigen zahnärztlichen Versorgung hinausgehen, darf er
nur berechnen, wenn sie auf Verlangen
des Zahlungspflichtigen erbracht worden sind.
§ 1 Abs. 2 GOÄ
Vergütungen darf der Arzt nur für Leistungen berechnen, die nach den Regeln
der ärztlichen Kunst für eine medizinisch notwendige ärztliche Versorgung
erforderlich sind. Leistungen, die über
das Maß einer medizinisch notwendigen ärztlichen Versorgung hinausgehen, darf er nur berechnen, wenn sie auf
Verlangen des Zahlungspflichtigen erbracht worden sind.
§ 631 BGB
(1) Durch den Werkvertrag wird der Unternehmer zur Herstellung des versprochenen Werkes, der Besteller zur
Entrichtung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.
(2)Gegenstand des Werkvertrags kann
sowohl die Herstellung oder Veränderung einer Sache als auch ein anderer durch Arbeit oder Dienstleistung herbeizuführender Erfolg sein.
§ 670 BGB
Macht der Beauftragte zum Zwecke der
Ausführung des Auftrags Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich halten darf, so ist der Auftraggeber zum Ersatz verpflichtet.
§ 2 Abs. 3 GOZ
Auf Verlangen des Zahlungspflichtigen
können Leistungen im Sinne des § 1 Abs.
2 Satz 2, die weder im Gebührenverzeichnis (Anlage) noch im Gebührenverzeichnis der Gebührenordnung für Ärzte enthalten sind, und ihre Vergütung
abweichend von dieser Verordnung in
einem Heil‑ und Kostenplan schriftlich
vereinbart werden. Der Heil‑ und Kostenplan muß vor Erbringung der Leistung erstellt werden; er muß die einzelnen Leistungen und Vergütungen sowie
die Feststellung enthalten, dass es sich
um Leistungen auf Verlangen handelt
und eine Erstattung möglicherweise
nicht gewährleistet ist. § 6 Abs. 2 bleibt
unberührt.
Immer öfter werden Zahnärzte mit
Anfragen von Versicherungen konfrontiert, wenn aufwändige und damit
auch kostenintensive Behandlungen
anstehen oder bereits durchgeführt
worden sind.
Das geschieht vor dem Hintergrund
der Tatsache, dass aufgrund der Bestimmungen der Musterbedingungen
der Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung (MB/KK ,
Stand 1.1.2009), die in der Regel die
Grundlage der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der einzelnen Versicherungsunternehmen darstellen, diese nur zur Leistung für notwendige Heil-behandlungen verpflichtet sind.
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
299
B erufsstä ndisches
Das Auskunftsrecht beruht hierbei
auf § 31 Abs. 1 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG , Stand 1.01.2008)
und besteht gegenüber dem Versicherungsnehmer, nicht jedoch gegenüber
dem behandelnden Arzt/Zahnarzt.
Im Allgemeinen ist allerdings der
Patient mit der Beantwortung derartiger Anfragen überfordert und erbittet
sachverständige Hilfe oder die Versicherung kontaktiert den Arzt/Zahnarzt direkt.
Kurze Erläuterungen zu Heil- und
Kostenplänen sowie Rechnungen dürften hierbei als Nebenpflicht aus dem
Behandlungsvertrag kostenfrei zu erbringen sein.
Häufig handelt es sich jedoch um
mehrseitige Fragebögen oder es werden umfangreiche Bescheinigungen
und Stellungnahmen erwartet.
Versicherungsunternehmen bieten
hierfür häufig eine Vergütung auf Basis der GOÄ , insbesondere der Geb.-Nr.
75 GOÄ , Einfachsatz = € 7,58, an.
Abgesehen davon, dass ein derartiges Honorar dem Aufwand nicht angemessen erscheint, handelt es sich nicht
um eine medizinisch notwendige Heilbehandlung gemäß § 1 Abs. 3 Zahnheilkundegesetz, bzw. § 1 Abs. 2 GOZ/GOÄ .
Die Gebührenpositionen der GOZ/GOÄ
kommen also nicht zur Anwendung, da
die genannten Gebührenordnungen
den Fall einer Auskunftserteilung an
private Krankenversicherungen nicht
erfassen.
Während ansonsten die beruflichen
Leistungen auf Basis eines Dienstvertrages erbracht werden, das heißt,
nicht der Behandlungserfolg, sondern
nur ein Vorgehen entsprechend den
Regeln der ärztlichen/zahnärztlichen
Kunst geschuldet wird, erfolgen Auskunftserteilungen an Versicherungen
nach Maßgabe eines Werkvertrages
gemäß § 631 ff. BGB. Korrekte Angaben
über Behandlungsbeginn, zahnärztliche Befunde etc. müssen erwartet werden, um der Versicherung eine folgerichtige Überprüfung des Leistungsanspruchs ihres Versicherungsnehmers
zu ermöglichen.
Der Anspruch auf Auslagenersatz
für Fotokopien, Schreibgebühren, Por300 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
to- und Versandkosten etc. folgt aus
§ 670 BGB.
Die Höhe des für die Auskunftserteilung zu berechnenden Honorars hat
sich in angemessener Art und Weise an
dem hierfür erforderlichen Aufwand
zu orientieren.
Als Kalkulationsgrundlage kann der
vom BMG ermittelte Stundenkostensatz für zahnärztliche Leistungen von
€ 194,38 herangezogen werden.
Neben der Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht sollte vor Auskunftserteilung eine Kostenübernahmeerklärung der Versicherung eingeholt werden.
Unsere Beurteilung des Honoraranspruchs wird unter anderem gestützt
vom
AG Köln vom 14.11.1996
Az.: 117 C 171/95
Az.: 62 C 238/06
Az.: 20 C 2097/08.
AG Flensburg vom 18.4.2007
AG Düsseldorf vom 17.11.2008
Ein als Vorschlag gedachtes, an die
Versicherung zu richtendes Schreiben
finden Sie hier bzw. steht Ihnen auf unserer Homepage www.zkn.de als PDF
zum Download zur Verfügung.
Sehr geehrte Damen und Herren,
gerne möchten wir Ihrem Auskunftsersuchen entsprechen. Der Umfang der
von Ihnen erbetenen Auskünfte in oben
bezeichneter Angelegenheit übersteigt
allerdings die sich aus dem Behandlungsvertrag ergebende Nebenpflicht
zur Auskunftserteilung erheblich.
Des Weiteren handelt es sich hierbei
nicht um eine der Heilbehandlung im
Sinne des § 1 Abs. 3 Zahnheilkundegesetz
und des § 1 Abs. 2 GOZ/GOÄ dienende
zahnärztliche/ärztliche Leistung. Die
Gebührenpositionen der GOZ/GOÄ
kommen nicht zur Anwendung, da die
genannten Gebührenordnungen den
Fall einer Auskunftserteilung an private
Krankenversicherungen nicht erfassen.
Gestatten Sie uns in diesem Zusammenhang den Hinweis auf nachfolgende Urteile:
AG Köln, 14.11.1996 Az.: 117 C 171/95
AG Flensburg, 18.4.2007
Az.: 62 C 238/06
AG Düsseldorf, 17.11.2008
Az.: 20 C 2097/08.
Bei Vorliegen einer entsprechenden
Schweigepflichtentbindungserklärung
für den konkreten Einzelfall durch Frau/
Herrn .................. sind wir selbstverständlich gerne bereit, Ihnen die entsprechenden Informationen zu vermitteln. Voraussetzung wäre allerdings eine von Ihnen vorab zu erteilende Kostenübernahmeerklärung in Höhe von
............................... €
für die von uns aufgrund eines Werkvertrages gemäß § 631 ff. BGB zu erbringende Leistung sowie die Benennung des
für Sie tätigen Beratungsarztes/-zahnarztes.
Frau/Herr .................. erhält eine Kopie dieses sowie Ihres Schreibens vom
.................. .
Mit freundlichen Grüßen
Erfolgt das Auskunftsersuchen
durch den Patienten selbst, empfiehlt
sich eine Vereinbarung im Sinne des § 2
Abs. 3 GOZ . Diese finden Sie ebenfalls
auf unserer Homepage als PDF zum
Download.
Dr. Michael Striebe
Vorsitzender des GOZ-Ausschusses
der Zahnärztekammer Niedersachsen l
Dentale Volumentomographie
DVT-Kurs in Zusammenarbeit von MHH und ZAN
S
foto: zkn-archiv
eit der Einführung
des digitalen Röntgens sind einige
Jahre vergangen.
Inzwischen haben
sich eine wachsende Anzahl
von Zahnärztinnen und
Zahnärzten für eine digitale
Röntgenanlage entschieden,
wenn sie vor einer Neuanschaffung standen. Die digiDr. Jürgen
tale Verfahrenskette hat im
Reinstrom
Laufe der Zeit große Entwicklungssprünge gemacht. Auf der
letzten IDS wurden von vielen Herstellern »3-D-Röntgengeräte« für die zahnärztliche Praxis vorgestellt. Das Interesse an diesen Geräten ist groß. Dieses
war auch der Grund dafür, dass die
Zahnärztliche Akademie in Zusammenarbeit mit der Medizinischen
Hochschule Hannover einen Kurs
»Dentale Volumentomographie« für
die niedersächsischen Zahnärzte anbietet. Der erste Teil des Pilotkurses
fand statt am 25.4.2009 und geht weiter am zweiten Termin am 24.6.2009
(Folgekurs siehe unten). Voraussetzung für das Betreiben eines Dentalen
Volumentomographen und zum Befunden der Röntgenbilder ist der Erwerb der Fachkunde. Dabei schreibt die
Röntgenverordnung vor, dass man
zum Erwerb der Fachkunde an der dreidimensionalen Bilddiagnostik zunächst an einem Tag einen Einführungskurs absolviert. Im Anschluss an
diesen Tag erhält der Teilnehmer eine
DVD mit 25 Röntgenbildern, die er in
einem Zeitraum von drei Monaten
schriftlich befunden muss. Am zweiten
Tag dieses Kurses, nach drei Monaten,
werden die Befunde von der DVD gemeinsam besprochen. Der angebotene
DVT-Kurs wird gestaltet von den beiden Referenten Professor Dr. Dr. Gellrich, Direktor der Abteilung für Mund-,
Kiefer- und Gesichtschirurgie an der
MHH, und Professor Dr. Dr. Haßfeld, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie in Dortmund und
Lehrstuhlinhaber für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie an der Universität in Witten/Herdecke.
Die klinische Basisdiagnostik ist das
Orthopantomogramm. Doch vor allem
in schwierigen anatomischen Ausgangspositionen, zum Beispiel in der
Implantologie oder der Osteotomie eines unteren 8-ers, ist eine weitere Planung und Diagnostik mit Hilfe der
dreidimensionalen Bildgebung ratsam.
Noch sind die Inverstitionskosten eines
DVT-Gerätes aufwendig. Sie sind abhängig unter anderem von folgenden
Parametern:
l Größe des Aufnahmebereichs
l Bildqualität und Bildauflösung
l Aufnahmedauer
l Strahlenbelastung
l Rekonstruktionszeiten
Das DVT-Gerät liefert genauere Bilder im Dentalbereich als der Computertomograph und hat nur etwa 10 bis
20 Prozent der Strahlenbelastung ge-
genüber dem CT. Diese Strahlenbelastung ist abhängig von der Größe des
Bildes, das heißt des Aufnahmebereiches. Ein wesentlicher Punkt bei der Diagnostik ist die Umsetzung der 3-DBilddiagnostik. Voraussetzung hierfür
ist eine gute Software. Diese Software
muss der Zahnärztin oder dem Zahnarzt die nötigen Informationen aus
den Datenmengen herausfiltern können. Auch darf die Bedienbarkeit der
Software nicht zu komplex sein.
Das DVT wird das Orthopantomogramm nicht verdrängen. Andererseits
ist die Dentale Volumentomographie
aus der zahnmedizinischen Diagnostik
nicht mehr wegzudenken.
Der nächste Fortbildungskurs in der
Dentalen Volumentomographie findet
statt am Mittwoch, den 19.8.2009 und
am Mittwoch, den 25.11.2009. Anmeldungen bitte unter der Telefonnummer (05 11) 8 33 91-123 (Frau Gaekel).
Dr. Jürgen Reinstrom,
Vorstandsmitglied der ZKN l
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
301
B erufsstä ndisches
O
ptimierung der
gemeinsamen
Praxistätigkeit
oder nur Palaver1 ohne Effizi-
enz ?
In Vorbereitung des 4.
Workshops haben die inzwischen über 90 Moderatorinnen/Moderatoren von QualiPD Dr. Werner
tätszirkeln im Bereich der
Kullmann
Zahnärztekammer Niedersachsen den Schwerpunkt bestimmt.
Folgende Themen standen zur Wahl:
l Teambesprechung
l Beschwerdemanagement
l Patientenbefragung
l Werbung
Dabei haben sich die Modertoren
klar für das Thema Teambesprechung
entschieden. Am 5.6.2009 wird im Hörsaal der Zahnärztlichen Akademie Niedersachsen der diesjährige Erfahrungsaustausch für all die Kolleginnen
und Kollegen, welche als Moderator in
Qualitätszirkeln über ganz Niedersachsen verteilt tätig sind, stattfinden. Für
die Tätigkeit gebührt den Moderatorinnen und Moderatoren besonderer
Dank und Anerkennung. Der Workshop
bietet nun wieder die Möglichkeit, Ideen und Anregungen zu sammeln, aktuelle Themen gemeinsam aufzubereiten, dann im Kreise des Qualitätszirkels
zu erörtern.
Bekanntlich war beispielsweise
Schwerpunkt eines der zurückliegenden Workshops das Thema Leitlinien.
Da wurde heftig und auch durchaus
kontrovers diskutiert. In ähnlicher Weise haben sich des Themas wohl auch
kürzlich Kolleginnen und Kollegen der
Landeszahnärztekammer Hamburg im
Rahmen eines Modellversuchs der Zentralstelle Zahnärztliche Qualitätssicherung im Institut der Deutschen Zahnärzte angenommen. Ihre Erfahrungen
in den einzelnen Qualitätszirkeln wurden jetzt als IDZ-Information 4/08 publiziert (siehe unter www.idz-koeln.de;
302 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
IDZ
foto: privat
Thema des 4. Workshops für Moderatoren
von Qualitätszirkeln: Teambesprechung
Zahnärztliche Berufsausübung; Evaluation von zahnärztlichen Leitlinien
durch Qualitätszirkel). Dabei wurde die
generelle Einstellung zu Leitlinien von
allen
Qualitätszirkelteilnehmern
durch einen kurzen Fragebogen mit
Statements zu Beginn des Projektes
(t0) und nach vier Monate dauernder
Erprobung der Leitlinie in den Zahnarztpraxen (t1) abgefragt. Auf einer
5-Punkte-Skala von »stimme nicht zu«
bis »stimme völlig zu« konnten die Befragten ihre Antworten ankreuzen (siehe Tabelle 1).
Nahezu deckungsgleich mit den Ergebnissen unseres zurückliegenden
Workshops ist nun zusammengefasst
das Fazit:
l alle zu erarbeitenden Leitlinien sollten einem Praxistest unterzogen
werden,
l bei der Konsentierung von Leitlinien
sollte die Nutzerperspektive noch
mehr Gewicht erhalten: beispielsweise durch Einbeziehung von Qua-
litätszirkelmoderatoren, die in ihrem Qualitätszirkel Erfahrungen
mit einer konkreten Leitlinie gesammelt haben, oder in den formalen
Konsentierungsprozess vor der endgültigen Veröffentlichung der Leitlinie.
Dieses erhöhe zwar den ohnehin
schon hohen zeitlichen und personellen Arbeitsaufwand für eine Leitlinie, –
so das Ergebnis der Moderatoren –,
werde jedoch die Akzeptanz und die
Implementierung der Leitlinie im Berufsstand, das Ziel aller Leitlinienentwicklung, noch deutlich fördern.
Erfahrungen im Umgang mit Leitlinien sammeln, entsprechende Erfahrungen dann kollegial erörtern, kann
ein stetiger Bestandteil der Qualitätszirkelarbeit sein.
Dabei ist das Gespräch elementarer
Bestandteil jedes Qualitätszirkels, dem
Moderator kommt die Aufgabe der
Führung und Strukturierung zu. Hier
gilt es, hin und wieder die verschiede-
gabe von Fortbildungspunkten durch
den Moderator erfolgen. Informationen sind zu erhalten bei Frau Ch. Sinclair, Telefon (05 11) 8 33 91-109.
Priv.-Doz. Dr. Werner Kullmann, Hannover
Beauftragter des Vorstands
der Zahnärztekammer Niedersachsen l
1 Pal aver geht auf das l ateinische par abol a – Gleichnisrede, Erz ählung, Bericht zurück: beim Pal aver
wird Einigkeit nicht durch Autorität oder Abstimmung erzeugt, sondern jede Stimme kommt gleichermaSSen zur Geltung und es wird so l ange gesprochen,
bis Einigkeit erzielt ist.
Glosse
Bitte offenpassen!
I
ch gehe nicht besonders
gern zum Zahnarzt. Wer
tut das schon? Aber ich habe einen besonderen
Grund. Schlimmer als
Spritze und Bohrer ist für mich
der Moment, in dem ich mit
weit geöffnetem Mund dasitze und der Zahnarzt oder seine Helferin haut mit der Anordnung »Jetzt bitte auflas- Dr. Bernd Boltz
sen!« in mein empfindliches Sprachzentrum.
»Auflassen« kann man Brieftauben. Dann fliegen diese alle gleichzeitig aus dem Reisetaubenexpress in ihre Heimat ab. Oder wenn ich der Eigentumsübertragung meiner Immobilie an jemand anderen zustimme, dann nennt der Notar
das »Auflassen«.
Wenn ich aber meinen Mund weit aufgemacht
habe, dann ist er offen, und ich kann ihn offen lassen. Mein Mund ist eben kein »aufer« Mund, den
ich dann »auf« lassen könnte. Wenn ich, wie so oft
vom dentalen Fachpersonal gewünscht, meinen
Mund »auflasse«, dann gebe ich die Eigentumsrechte an meinen teuer erworbenen Goldreserven auf. Oder ich erlaube meinen Kronen davonzufliegen. Beides eine schreckliche Vorstellung.
Meine herzliche Bitte an alle Zahnärzte und ihre Helferinnen: bitte fordern Sie in Zukunft Ihre
Patienten auf, den Mund »offen« zu lassen. Außer
mir tun Sie damit auch der deutschen Sprache einen Gefallen.
Dr. Bernd Boltz, Wathlingen
Foto: Dr. B. Boltz
und Konsumenten, konnte als Referentin für unseren 4. Workshop gewonnen
werden. Am Beispiel von eher spielerischen Teamarbeiten erläutert sie die
Phasen der Teamentwicklung.
Bei Teamaufgaben stellen sich in der
Regel vier typische Ablaufphasen ein,
die von der Orientierungsphase, über
die Frustrationsphase, bis hin zur Beschluss- und schließlich Produktionsphase reicht. Am Ende kann das kooperative Arbeiten und gar die Freude darüber stehen, im Team mitarbeiten zu
können. Doch wie geht man vor, Ziele
zu definieren, Aufgaben zu definieren,
dabei gleichzeitig Diskussionen zuzulassen, ggf. Unzufriedenheiten anzusprechen?
Wie überbrückt man die Kluft zwischen den Erwartungen und der Realität? Wie teilt man Verantwortung und
Kontrolle? Können Aufgaben völlig delegiert werden?
Nach einem einführenden Referat
über die grundlegenden organisatorischen Strukturen der Praxisteambesprechung wird Frau Professorin Dierks
den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops in themenbezogenen Arbeitsgruppen Aufgaben stellen, deren Lösungsvorschläge dann, –
wie gewohnt –, vorgestellt und gemeinsam erörtert werden. Die
Veranstaltung ist für die Zeit von 15.00
bis 19.00 Uhr geplant, gegen Ende ist
vorgesehen, das Konzept des InternetForums für die Moderatorinnen und
Moderatoren der Zahnärztekammer
Niedersachsen vorzustellen.
Darüber hinaus
findet Ende Oktober wieder eine 1
½-tägige Schulung
zum Moderator eines Qualitätszirkels
s t at t
(23./24 .10.2009).
Nach erfolgreicher
Schulung kann ei70 Prozent aller Fehler
ne Akkreditierung
am Arbeitsplatz sind auf
des Qualitätszirkels bei der Zahnmangelnde, unzureichende
ärztekammer Nieoder fehlende Kommunikation
dersachsen mit der
Befugnis zur Verzurückzuführen
nen Temperamente oder auch Charaktere der durchschnittlich zwischen acht
bis zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Qualitätszirkels zu berücksichtigen, dabei wesentlich zum Gelingen der Kommunikation beizutragen.
Die Eigenschaft des Moderierens kann
dabei durchaus in der eigenen Praxis
von hoher Bedeutung und hilfreich
sein, beispielsweise im Zusammenhang mit Teambesprechungen:
70 Prozent aller Fehler am Arbeitsplatz sind auf mangelnde, unzureichende oder fehlende Kommunikation
zurückzuführen, so Frau Professorin
Marie-Luise Dierks, Abteilung Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung an der Medizinischen Hochschule Hannover. Bei der
Kommunikation ist zu unterscheiden
zwischen Meinen, Sagen, Hören,
schließlich Verstehen. Neben den Wörtern kommt der Körpersprache eine
besondere Bedeutung zu. Das Team
zeichnet sich aus durch folgende Eigenschaften:
l gemeinsame Zielsetzung
l wechselseitige Beziehungen
l Zusammenhalt
l gemeinsam entwickelte Arbeitsregeln
l gemeinsame Verantwortung
l Aufgaben- und Rollenverteilung
Frau Professorin Dierks, Leitung des
Ergänzungsstudiengangs Bevölkerungsmedizin und Gesundheitswesen
(Public Health) am Zentrum für Öffentliche Gesundheitspflege sowie Leitung
des Arbeitsschwerpunktes Patienten
(weder Zahnarzt noch Deutschlehrer, sondern Physiker) l
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
303
Impressionen aus den Schulungsveranstaltungen
in Cloppenburg, Hannover und Verden.
l Unten: Das Schulungsteam – Michael Behring,
Dr. Cornelia Wypych, in Verden unterstützt von
Vorstandsreferent Dr. Karl-Heinz Düvelsdorf (li.)
Landesweite
Schulung der
Prüfungsausschussmitglieder
E
nde 2008 wurden die Mitglieder in den Prüfungsausschüssen für Zahnmedizinische Fachangestellte neu berufen.
Aus diesem Grunde führte die
Zahnärztekammer Niedersachsen im
Frühjahr 2009 eine breit angelegte
Schulungsaktion für Prüfungsausschussmitglieder durch. Die Schulungsorte
waren
Cloppenburg
(25.2.2009), Verden (18.3.2009) und
Hannover (25.3.2009). Für erstmalig in
den Prüfungsausschuss berufene Mitglieder bot sich so die Möglichkeit einer
systematischen Einführung in die Abschlussprüfung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten. Gleichzeitig
hatten erfahrene Prüfungsausschussmitglieder die Möglichkeit, ihre Kenntnisse zu vervollständigen. Als Referenten agierten Frau Dr. Cornelia Wypych
(Zahnärztin aus Hannover) und Herr
Michael Behring (Abteilungsleiter Ausund Fortbildung der ZKN).
Insgesamt besuchten rund 100 Teilnehmer die verschiedenen Veranstaltungen. Auffällig war, dass die Teilnehmer im Allgemeinen über einen bemerkenswert hohen Kenntnisstand
verfügten. Nicht zuletzt die rege Beteiligung der Prüfer hat zum Gelingen der
Veranstaltungen beigetragen. Für die
anstehenden Prüfungen wünscht der
Vorstand der ZKN sowohl den Prüfern
als auch den Prüflingen gutes Gelingen.
Ferner sei den Mitgliedern in den
Prüfungsausschüssen der ZKN an dieser Stelle ausdrücklich für ihr ehrenamtliches Engagement gedankt.
Dr. Karl-Heinz Düvelsdorf
Vorstandsreferent für das
Zahnärztliche Fachpersonal l
304 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
Fotos: Dr. K.-H. Düvelsdorf (2), M. Behring, M. Grothe
B erufsstä ndisches
Viel Lärm um nichts?
Ortsnamen in Domainbezeichnungen
Ortsnamen in Domainbezeich­
nungen sind verboten!
So oder ähnlich lauteten die Schlagzeilen der letzten Wochen und verursachten merklich einige Verunsicherung
auch in den Reihen der Zahnärzte.
Wenn auch Sie betroffen sind, sollte
Sie das keinesfalls veranlassen, nun sofort über eine Änderung Ihres Domainnamens nachzudenken. Denn dann
droht nicht nur der Verlust Ihres Pagerranks bei den Suchmaschinen. Vielmehr hat Ihr Domainname über die
Zeit auch einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt, der dann verloren
gehen würde.
Ortsnamen in Domainbezeichnungen – das ist kein unbekanntes Thema,
das seit einigen Jahren immer wieder
auch für Fragestellungen und Unsicherheiten in den Reihen der Zahnärzte sorgt.
Unterschiedliche gerichtliche
Entscheidungen
Mit diesem Thema haben sich schon einige Gericht befassen müssen – und
wen wundert’s: Es gibt hierzu diverse
gerichtliche Entscheidungen, die konträr ausgefallen sind. So untersagte
zum Beispiel das OLG Celle die Verwendung der Domain www.anwalt-hannover.de, das OLG München hielt den Domainnamen »rechtsanwaelte-dachau.
de« für unzulässig, weil er im Plural
stand, das Landgericht Duisburg befand den Domainnamen »anwalt-muelheim.de« wiederum für zulässig.
(Die Rechtssprechung macht im Übrigen zwischen Zahnärzten, Rechtsanwälten und anderen Freiberuflern keine Unterschiede, demzufolge ist sie
auch auf Zahnärzte entsprechend
über­tragbar).
Bundesgerichtshof sorgt
für Klarheit
Und dann kam der Bundesgerichtshof!
Mit seinem Beschluss vom 25.11.2002
(AnwZ (B) 41/02) – wir berichteten sei-
nerzeit im Mitteilungensblatt der ZKN
darüber – schuf er Klarheit hinsichtlich
der Domainbezeichnungen. Er hatte
sich mit der Frage auseinander zu setzen, ob die Domainbezeichnung www.
presserecht.de für eine Anwaltskanzlei
zulässig sei. Der BGH hat diese Frage
bejaht.
Vor dem Hintergrund der Verwendung von Ortsnamen in Domainbezeichnungen ist vor allem die Begründung des BGH höchst interessant. Hier
heißt es nämlich im Wesentlichen:
Für die Registrierung von DomainNamen gelten keine besonderen Regeln;
allein maßgebend ist das Prioritätsprinzip. Mit anderen Worten, wer einen Namen als erster registrieren lasse, könne
diesen auch verwenden. Daher wisse
der normale Internetnutzer, dass er bei
Eingabe einer bestimmten Rechtmaterie auch auf ein Informationsgebot eines Betreibers gelangen könne, der sich
gewerblich oder freiberuflich mit dieser
Materie befasse und an der Herstellung
eines geschäftlichen Kontaktes zu dem
Internetnutzer interessiert sei.
Im Übrigen dürfe nicht außer Acht
gelassen werden, dass die mögliche
Fehlvorstellung des Internetnutzers
über die Person des Anbieters spätestens
durch »Aufschlagen« der ersten Seite
der Homepage ausgeräumt wurde.
Dem Umstand, dass eine etwaige ursprüngliche Fehlvorstellung auf diese
Weise umgehend korrigiert wird,
kommt aber eine erhebliche Bedeutung
bei der Beantwortung der Frage zu, ob
eine relevante Irreführung des Verkehrs
vorliegt.
Die in der Verwendung des beanstandeten Domainnamens liegende
Werbung sei auch nicht als irreführend
unter dem Aspekt einer unzutreffenden
Alleinstellungsbehauptung anzusehen.
Der durchschnittlich informierte und
verständige Internetnutzer, der unter
Eingabe des Domainnamens www.presserecht.de auf die Homepage einer Anwaltskanzlei stößt, die sich nach eige-
nen Angaben auf das Gebiet des Medienund Presserechts spezialisiert hat, weiß
von vornherein, dass die gefundene
Homepage nicht das gesamte Angebot
anwaltlicher Dienstleistungen auf dem
Gebiet des Presserechts in Deutschland
repräsentiert.
Kein reklamehaftes Verhalten
Der BGH ist im vorliegenden Fall auch
der Behauptung nicht gefolgt, dass
durch die Verwendung des Domainnamens www.presserecht.de ein reklamehaftes Verhalten liege, da durch die
Verwendung dieser Bezeichnung eine
Kanalisierung von Kundenströmen
stattfinde, durch die die Kanzlei über
das Internet die Erteilung von Mandaten über das normale Maß hinaus anstrebe. Ein etwaiger darauf beruhender Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen auf dem Gebiet des Presserechts
tätigen Anwälten – so der BGH – ergebe
sich – systembedingt – daraus, dass
hinsichtlich der Verwendung von – an
sich durchaus benutzerfreundlichen –
Gattungsbegriffen allein das Prioritätsprinzip gilt und jeder Domainname nur einmal vergeben werden kann.
Dies sei weder unlauter noch sonst generell zu missbilligen im Sinne der §§ 1,
3 UWG .
Das heißt für die zahnärztlichen
Praxen:
Sie sehen: Die pauschale Aussage, dass
Ortsnamen in Domainbezeichnungen
verboten sind, ist dann folgerichtig,
wenn damit eine Irreführung verbunden ist.
Irreführung liegt danach zumindest
dann nicht vor, wenn auf der Homepage zweifelsfrei deutlich wird, dass es
sich um die Homepage einer einzelnen
Zahnarztpraxis handelt. Dies vorausgesetzt, sind Domainnamen wie
»zahnarzt-staedtename.de« auch nicht
zu beanstanden.
Sollten Sie noch Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren.
Frau Nagel, Tel.: (05 11) 8 33 91-110,
hilft Ihnen gern weiter.
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
305
B erufsstä ndisches
»Bayerische Tabelle 2009«
die sich für höherwertige Leistungen
und damit verbundene Zuzahlungen
entscheiden, wählen damit bewusst
dieses Mehr an Leistung, Komfort, Äsie Bayerische Lan- barkeit« oder Leistungsbeschreibun- thetik und Qualität. Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können,
d e s z a h n ä r z t e - gen bestimmungsgemäß nicht immer
identisch sind.
wird – und das
kammer (BLZK )
Die BLZK hat die
Dem praktizierenmacht die Tabelle
stellte
bereits
den Zahnarzt erleich- »Bayerische Tabelle 2009« deutlich – häufig
2005 die von ihr
ein Überschreierarbeitete »Bayerische Tabel- tert die Tabelle damit aktualisierten Zahlen ten des Schwelle« vor, die seitdem der hilfrei- durch vor allem die
Kalkulation seiner
lenwertes (2,3-fachen Orientierung über die
und einer Ergänzung um
cher Satz) zwinPrivat-Liquida­tionen.
Vergütung zahnärztlicher
die »Basiswerte« der
gend erforderlich
Leistungen dient. Das tabella- Die Zahlen machen
Dr. Michael
deutlich, dass die
sein,
aber auch
rische Nebeneinanderstellen
von der Zahnärzteschaft
Ebeling
Vereinbarungen
Zahnarzt-Honorare
zahnärztlicher Gebühren aus
der seit mehr als 21 selbst fundiert entwickelten nach §2 GOZ und
den Bereichen der GKV (Bema), der GOÄ
(Gebührenordnung für Ärzte) und der Jahren statischen
der korrekte AnHOZ herausgegeben
satz von AnalogGOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte)
GOZ überwiegend
gebühren (§6 GOZ) müssen in allen
gestattet einen übersichtlichen Ver- dem ohnehin insuffizient bemessenen
gleich der unterschiedlichen Vergü- Vergütungsniveau der gesetzlichen
Praxen (!) vermehrt Anwendung fintungssysteme, auch wenn »Abrechen- Kassen entsprechen, ja in wichtigen
den.
Nun hat die BLZK eine Neuauflage,
Kernbereichen (zum
die »Bayerische Tabelle 2009« mit akBeispiel Füllungen)
sogar deutlich dar- tualisierten Zahlen und einer Ergänunter liegen. Eine Be- zung um die (noch zu individualisieEinladung zur Mitgliederschränkung der pri- renden) »Basiswerte« der von der
Zahnärzteschaft selbst fachlich und bevaten Liquidationen
versammlung der Rechtsschutztriebswirtschaftlich fundiert entwiauf
GK V -Niveau
stelle der Ärzte-, Zahnärzte- und
ckelten HOZ (Honorarordnung der
kann damit weder
den durch ständig
Zahnärzte) herausgegeben. Der VorTierärzteschaft r. k.V.
steigenden Praxis- stand der ZKN dankt den Kollegen in
kosten zwangsläufig
München, dass wir auch diese NeuaufDatum: 19. Juni 2009
Zeit: 16.00 Uhr
gestiegenen
be- lage an unsere Mitglieder ausgeben
tr iebsw ir tschaf tli- dürfen. Ein Exemplar liegt dieser AusOrt:
Rechtsschutzstelle der Ärzte-, Zahnärzte- und Tierchen Erfordernissen
gabe der »ZKN Mitteilungen« bei. Die
ärzteschaft, Leisewitzstraße 43, 30175 Hannover
gerecht
werden, GKV-Zahlen (am Beispiel vdek) entspreTagesordnung:
noch der ja gerade
chen dadurch den bayerischen Gegeim »privaten« Vergü- benheiten des 1. Quartals 2009. Die
1. Bericht des Vorstandes über
tungsbereich von un- von der KZVN ausgehandelten Punktdas Geschäftsjahr 2008
seren Patienten er- werte für Niedersachsen liegen zum
2. Genehmigung der Bilanz und der Gewinn- und
warteten Behand- Teil darunter (IP-Leistungen circa 6ProVerlustrechnung für das Geschäftsjahr 2008
lungsqualität dienen. zent, KFO -Leistungen circa 3 Prozent);
Die gesetzlichen Ein- einer grundsätzlichen Übersicht tut
3. Beschlussfassung über die Verwendung
schränkungen des
das jedoch keinen Abbruch. Die »Bayedes Jahresergebnisses
§12 SGB V auf »wirt- rische Tabelle 2009« kann sowohl von
4. Entlastung des Vorstandes für
schaftliche, zweck- der Internet-Seite der ZKN (www.zkn.
das Geschäftsjahr 2008
mäßige, ausreichen- de) als auch direkt bei der BLZK (blzk on
5. Verschiedenes
de«
Behandlung
line) heruntergeladen werden.
möchten nicht nur
Dr. Michael Ebeling,
Der Jahresabschlussbericht für das Jahr 2008
unsere »PrivatpatiVizepräsident der ZKN l
liegt in der Geschäftsstelle der RST zur Einsicht aus.
enten« zurecht nicht
für sich gelten lassen;
Rolf Mencke, 1.Vorsitzender
gerade auch die
»Kassenpatienten«,
foto: zkn-archiv
D
306 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
Die erfolgreichen
Absolventen
Abschlussfeier
der Strukturierten Fortbildung Implantologie
I
Wie schon die Zyklen zuvor, zeichnete sich auch diese Strukturierte Fortbildung Implantologie durch einen hohen Leistungsstand und ein ausgesprochen kollegiales – fast schon freundschaftliches – Miteinander aus.
Die nachstehenden Teilnehmer
konnten ihre Zertifikate in Empfang
nehmen:
Dr. Sabine Baumann
Reinhard Berlage
Monika Binder
Birgit Carstensen
Dr. Olaf-Michael Helbing
Stefan Hoeppner
Dr. Claudia Jauch-Becker
Dr. Martin Kahlstorf
Dr. Julia Korn
Dr. Anke Charlotte Krüger
Dr. Wolfgang Langel
Ali Nikravi
Frank Pietsch
Dr. Leo Polatzek
Dr. Ingeborg Schilling-Meyer
Dr. Peter Schuberth
Thomas Starcke
Dr. Eilhard Aden
Dr. Udo Engel
Werner Mertens
Maria Bogdanova.
Wir gratulieren nochmals herzlich
allen Teilnehmern zum erfolgreichen
Abschluss!
Michael Behring
Abteilungsleiter Aus- und Fortbildung l
Fotos: M. Behring
m Rahmen einer kleinen Feierstunde am 25.3.2009 im Maritim-Stadthotel in Hannover fand der 11. Zyklus der Strukturierten Fortbildung
Implantologie seinen feierlichen
Abschluss. Zu den Absolventen gesellten sich ferner noch 4 Teilnehmer vorheriger Durchgänge, die ebenfalls ihren Abschluss erwarben.
Als Lohn ihrer Anstrengungen erhielten die glücklichen Absolventen
ihre Zertifikate von Herrn Bernhard Erzberger (Mitglied des Fortbildungsausschusses der ZKN) und Herrn Professor
Dr. Dr. Henning Schliephake (Wissenschaftlicher Leiter der Strukturierten
Fortbildung) überreicht.
Im Rahmen eines gemeinsamen
Abendessens hatten die Teilnehmer
anschließend reichlich Gelegenheit, die
letzten zwei Jahre Revue passieren zu
lassen und Kontakte zu pflegen. Erfreulicherweise hatten auch einige der
Referenten die Zeit gefunden, an der
Abschlussfeier teilzunehmen und sich
von »ihren« Teilnehmern zu verabschieden.
Nicht nur für die Teilnehmer der
Fortbildung stellte die Veranstaltung
einen Abschluss dar, sondern auch für
einen Referenten. Dr. Eckbert Schulz
aus Hannover beendete auf eigenen
Wunsch mit diesem Zyklus seine
langjährige Tätigkeit als Referent. Für
sein Wirken sei ihm an dieser Stelle
ausdrücklich gedankt.
Prof. Dr. Dr.
Schliephake (li.)
verabschiedet
den langjährigen Referenten
Dr. Eckbert
Schulz
Bernhard
Erzberger,
Mitglied im
Fortbildungs­
ausschuss
der ZKN
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
307
dies & das
Aus den Fugen
Vorschläge zum Steuerrecht
M
it der FDP (und den Grünen)
koalieren und der Linkspartei
möglichst viele Stimmen
streitig stellen – das ist auf dieser Welt
mit den Steuerplänen, die die SPD in
den Wahlkampf begleiten sollen, nicht
zu machen. Die weltweiten Krisen haben dazu geführt, die Entschuldungspolitik der großen Koalition aus dem
Ruder laufen zu lassen. Der massive
Anstieg der Neuverschuldung, der damit verbunden ist, hat die Sozialdemokraten bisher alle steuerlichen Erleichterungen ablehnen lassen. Nun auf
einmal bietet das Wahlprogramm der
in Umfragen stark gebeutelten Partei
ein Sammelsurium an, das zu Teilen
nach dem Motto verfährt, mit Speck
fange man Mäuse. Den Speck wiederum sollen die »Reichen« beibringen,
denen ein wenig Abspecken nach SPD Ansicht nicht sonderlich wehtut.
Man könnte im Grunde getrost alle
SPD -Vorschläge zum Steuerrecht zu
den Akten legen, weil keine KoalitionsKonstellation erkennbar ist, mit der
diese Pläne zur Tat werden könnten.
Die Linkspartei hat mit Recht angemerkt, mit der FDP jedenfalls ließen
sich diese Absichten nicht durchsetzen.
Das macht vollends deutlich, welche
Überlegungen beim Wahlprogramm
Pate gestanden haben. Die Schrödersche SPD, die einst Steuersenkungen
auch für »Reiche« in der Koalition mit
den Grünen hatte beschließen lassen,
wird abgelöst von einer Sozialdemokratie, die nun ganz anderes im Sinn
hat. Vieles, wie etwa die Börsenumsatzsteuer, folgt ohne zu erröten den
Spuren der Linkspartei und damit des
früheren SPD -Vorsitzenden Oskar Lafontaine. Anderes ist dazu gedacht,
den linken Flügel der Partei zu befriedigen, der am liebsten zur Vermögensteuer zurückkehren würde.
Es wäre relative Munitionsverschwendung, die Front der SPD -Vorschläge im einzelnen abzuschreiten.
Originell und erwähnenswert aber ist
immerhin der Einfall, alle Arbeitnehmer mit geringem Lohnsteuerabzug
308 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
ohne zusätzliche Einkünfte mit einer
»Hättegern«-Prämie von 300 Euro (Ledige) bzw. dem Doppelten zu belohnen,
wenn sie auf das Einreichen einer Steuererklärung verzichten. Das zielt so eindeutig wie wenig anderes an dem Programm auf die sogenannten kleinen
Leute. Die Entlastung der Finanzämter,
die damit verbunden sein könnte, gilt
es abzuwägen gegen den Umstand,
dass schon nennenswerte Nebeneinkünfte weiter eine Steuererklärung
verlangen, Rentner eingeschlossen.
Nimmt man alles nur in allem, was
die SPD dem Steuerzahler anzubieten
oder anzudrohen hat, so zeigt sich das
Bild einer Partei, die ziemlich stark aus
ihren gewohnten Fugen geraten ist.
Manches spricht für die Vermutung,
dass der Wählerschaft das nicht verborgen bleiben wird.
Helmut Rieger,
rundblick, 20.4.2009
Vertrauen in Krisenzeiten
Ohne Vertrauen geht es nicht
D
ie Wirtschaftskrise arbeitet sich
langsam durch, wir erleben es
jetzt gerade erschreckend mit
der Insolvenz bei Karmann in
Osnabrück,wo fast 3500 Menschen ihre Arbeit verlieren und um ihre Arbeitsplätze gekämpft wird.
Eine solche Zeit der Krise ist eine Zeit
des Misstrauens und der Furcht auch
vor dem, was kommt für viele Menschen. Wir haben alle, die Politik voran,
gelernt, vielen Bankern zu misstrauen.
Viele Bürger misstrauen Politikern
noch mehr als sonst, nur 7 Prozent der
Bevölkerung glaubt, der Politik »sehr
hohes«oder »ziemlich hohes Vertrauen« entgegenzubringen – aber Politiker waren, mit Vorurteilen belastet,
immer schon – oft sehr zu Unrecht – in
der öffentlich gefühlten Missgunst
ganz vorne.
Misstrauen wird aber auch durch
die neue Gesundheitsreform gegen
Ärzte geschürt, die Patienten ihre
»IGEL«Leistungen anbieten – Leistungen, die die Kassen nicht bezahlen, von
den Ärzten aber als sinnvoll angeboten
werden. In Artikeln wird Patienten ge-
raten, ohne Portomonnaie zum Arzt zu
gehen, damit sie nicht gleich etwas zusagen.
Ohne Vertrauen geht es aber nicht.
Denn wenn wirklich eine Kultur des
Misstrauens entsteht, kommen wir
nicht mehr miteinander zurecht.
Da ist es gut, eine Umfrage zu lesen,
die von Vertrauen spricht: Zum siebten
mal in Folge sind die Feuerwehrleute
auf Platz 1 gekommen, was Ansehen
und Vertrauen anbelangt: 93 Prozent
der Bevölkerung vertraut der Feuerwehr. Neben den Berufsfeuerwehren
sind das hunderttausende Ehrenamtliche, die alle zusammen im Notfall ihr
Leben für ihre Mitbürger, Mitmenschen einsetzen. Dass wir hier soviel
Vertrauen haben, gehört zum Elementaren dessen, was uns alle als Gemeinsinn zusammehält. Umso schlimmer
finde ich es, wenn es Arbeitgeber gibt,
die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
nicht einstellen wollen, weil sie bei der
Feuerwehr sind – weil sie eventuell im
Einsatzfall von der Arbeit weg müssen.
Wer so handelt, sollte sich überlegen,
wer ihm selbst denn dann einmal zu
Hilfe kommen soll, wenn der Notfall
eintritt. Gleich dahinter kommen im
öffentlichen Ansehen, noch vor Ärzten
(84 Prozent) und Priestern (52Prozent)
die Krankenschwestern und Krankenpfleger – Menschen, die für kein hohes
Gehalt im Schichtdienst oft schwere
Pflegearbeit an Kranken leisten, ihnen
auch Zuwendung und Zuspruch geben
und gegen immer größere Personalenge und Rationalisierung kämpfen.
Nicht die Professoren, Manager, Banker,
Ärzte, Politiker, Journalisten, Bürgermeister, die Berufe, wo so viel entschieden und gewusst werden muss, sondern diejenigen Berufe, wo Menschen
uns helfen, wenn wir in Not geraten,
ein Unglücksfall eintritt oder uns pflegen, wenn wir im krankenhaus liegen,
sind diejenigen, denen am meisten
vertraut wird. Dort, wo wir hilflos sind,
vertrauen wir diesen Menschen, die
wir meist nicht kennen, und die per
Funktion in unser Leben treten und
uns helfen – und dafür entweder ehrenamtlich sogar noch selbst ihre Gesundheit riskieren oder nur ein über-
schaubares Gehalt dafür bekommen.
Das ist mehr als nur das Vertrauen in
gute Organisation und gute Ausbildung: Es ist ein Vertrauen zum anderen Menschen, zu seinem Einsatz für
uns – ohne Bonus-Zahlungen und andere Lächerlichkeiten mehr, mit denen
sich etliche Spitzenverdiener in ihrer
Gier öffentlich gemacht haben.
Für mich ist diese Umfrage von
Reader’s Digest eine große Beruhigung,
weil sie zeigt: Wir alle glauben doch –
und wohl zu Recht – dass die Geiz-istgeil-Mentalität und die Gier und Abzockerei Auswüchse sind, aber nicht der
Kern dessen, was wir sein wollen, sind
und uns wünschen.
Wenn Sie das nächste Mal die Feuerwehr – hoffentlich nur bei einer Übung
– sehen, oder als Besucher oder Patient
auf dem Krankenhausflur Krankenschwestern begegnen – denken Sie
vielleicht einmal daran und freuen Sie
sich, dass Sie gerade die angesehensten Menschen in unserem Land sehen
und treffen.
Dr. Susanne von Garrel
Finanzkrise
Nicht ein »Tsunami«, bekannte
Menschen waren es
G
reenspan – wohl der verhängnisvollste Manager in der Geschichte der FED – schreibt in
seinen Erinnerungen selbstgerecht, die
Finanzkrise sei wie ein »Tsunami« über
die Wirtschaft gegangen, will sagen,
wie eine Naturgewalt, die man so wenig beherrschen und voraussehen
kann wie einen Sturm oder einen kalten Winter. Aber diese Finanzkrise ist
durch und durch Menschenwerk und
man kann sogar genau sagen, wer wofür verantwortlich ist.
Es sind die Leute bekannt, die die
Geldmenge mittels Kreditvergabe
(Buchgeld und Notendruck) unheilvoll
aufgeblasen haben; wer es war, der
den Globus mit unvorstellbaren Dollarmengen überschüttet hat; wer die Leitzinsen der Notenbank (die Kalkulationen verzerrend) nach unten manipuliert hat, wer mit billigem Geld fragwürdige Kredite unter die Leute
gebracht hat (dies ist vor allem die
schwere Schuld Alan Greenspans). Wir
wissen ferner, wer riskante Geldanlagen entwickelt und andere in sie hineingelockt hat. Es ist genau bekannt,
wer langfristige Verpflichtungen mit
kurzfristigem Geld finanziert und damit gegen die goldene Bankregel verstoßen hat. Wir wissen, wer faule Forderungen in besser klingende Wertpapiere (etwa Kreditderivate) verpackt
hat. Wir wissen, wer drohende Verluste
als Giftmüll aus den Bilanzen entfernt
und in eigens dafür gegründete Zweckgesellschaften gesteckt hat. Bekannt
sind uns auch jene, die dem Drang
nach irrwitzig hohen Gehältern und
Boni wie Lemminge gefolgt sind. Viele
wollten ganz schnell reich werden auf
Kosten der anderen (dies ist der wahre
Kern vom Vorwurf der »Gier«). Die Täter sind unter uns, die Unternehmenskäufe ausschließlich mit Krediten finanziert, die gekauften Firmen mit
den Krediten belastet, sie ausgesogen,
fallengelassen und Arbeitsplätze vernichtet haben. Auch die, die leichtfertige Bonitätsnoten (Ratings) vergeben
haben, zum Teil aus Geschäftsinteresse. Es ist klar, wer mit dem Geld seiner
Kunden und dem aller Bürger leichtfertig umgegangen ist, wer seine Aufsichtspflicht nicht ernst genommen
hat, und damit Schuld auf sich geladen
(vgl. das Spiegel-Gespräch (Nr. 15/2009)
mit dem ehemaligen Kieler Wirtschaftsminister Marnette).
Ist es nicht ein Grundsatz unserer
Moral und unserer Rechtsordnung,
dass man für den angerichteten Schaden haftet? Aber wer zieht diese Personen zur Rechenschaft? Und wann? Wir
hören bisher nur einzelne Stimmen wie
zum Beispiel von Christian Wulff. Die
zu ahndenden Delikte heißen zum Beispiel Sorgfaltspflichtverletzung, Untreue, Bilanzfälschung, lnsolvenzverschleppung oder Preis- und Zinsmanipulation, die Gesetze sind zum Beispiel
dafür das Strafgesetzbuch, das Handelsgesetzbuch, das Wertpapierhandelsgesetz ... Vorstände, Manager, Aufsichtsräte, die solche Verfehlungen begangen haben, müssen dafür einstehen.
Immerhin
sind
einige
Strafverfahren (etwa gegen ehemalige
Vorstände der öffentlich-rechtlichen
KNV-Bankengruppe) im Gange, auch
der Landesbanken WestLB und SachsenLB . Ein Bundestagsuntersuchungsausschuss widmet sich dem Fall der
Hypo Real Estate (HRE). Was ist mit der
HSH -Nordbank? – Falschparker, Alkoholsünder, Diebe, Räuber, Urkundenfälscher, Betrüger werden selbstverständlich gnadenlos verfolgt und bestraft. Mit wieviel mehr Recht, so fragt
der Autor, dessen Artikel wir hier variieren (Klaus Peter Krause), müssen jene
Verbrechen geahndet werden, die Banken und Unternehmen mit in den Abgrund gerissen, die die Wirtschaft global in die Rezession getrieben, viele
Existenzen ruinierten und der Armut
aussetzten? Politiker sagen uns eine Inflation voraus, die sie selber gerade verursachen, selbst Staatsbankrotte können sie nicht mehr ausschließen – und
führen sie herbei.
ASU, 4/2009
Luftqualität
Sander übt erneut Kritik an der
Umweltzone
D
ie umstrittene Umweltzone in
einigen Städten, darunter in
Hannover seit Anfang 2008, ist
nach Meinung von Umweltminister
Hans-Heinrich Sander ein »untaugliches Mittel« zur Verbesserung der Luftqualität und daher »nichts als Symbolpolitik«. Sander, der sich wiederholt
kritisch zur Umweltzone geäußert hat,
bezieht sich auf ein aktuelles Gutachten, das sein Ministerium beim Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim in Auftrag gegeben hatte. Demnach hat sich die Luftqualität in Hannover bereits seit 2007 wesentlich
verbessert. Beim Feinstaub hätte es
von 2006 auf 2007 an der Verkehrsstation einen Rückgang von acht Mikrogramm pro Kubikmeter und an der
Hintergrundstation sogar von neun
Mikrogramm gegeben. Das sei das
Doppelte der Minimierung, die nach
Einschätzung der Experten des Umweltbundesamtes bei Einrichtung einer Umweltzone überhaupt möglich
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
309
D ies & Das
sei, heißt es. Beim Stickstoffdioxid betragen die Werte minus sieben bzw.
minus drei Mikrogramm. Zwischen
2007 und 2008 habe sich dagegen keine der Umweltzone Hannover zuzuschreibende Minderung ergeben, weder beim Feinstaub noch bei der Luftbelastung mit Stickstoffdioxid, heißt
es.
rundblick, 20.4.2009
Rauchverzicht
Eine Viertelstunde Sport verringert
Verlangen nach Zigaretten
M
ehrere Studien haben bereits
nachgewiesen, dass sportliche Aktivität bei Rauchern
das Bedürfnis nach einer Zigarette reduzieren kann.
»Zum ersten Mal konnte nun gezeigt werden, dass körperliche Betätigung offenbar eine Veränderung der
Gehirnaktivität bewirkt, wodurch das
Verlangen nach einer Zigarette verringert wird. Joggen oder Radfahren für
zehn Minuten oder eine Viertelstunde
könnte Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, helfen, wenn sie
ein starkes Bedürfnis nach einer Zigarette verspüren«, empfiehlt Dr. Christa
Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater
(BVDP) und bezieht sich dabei auf eine
Untersuchung von Forschern um Kate
Janse Van Rensburg von der Universität
Exeter in Großbritannien. Die Studie ist
in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Psychopharmacology erschienen.
Die Wissenschaftler baten 10 Raucher, die 15 Stunden von Nikotin abstinent geblieben waren, für 10 Minuten
in einem moderaten Tempo Rad zu fahren. Anschließend wurde die Gehirnaktivität der Teilnehmer aufgezeichnet,
während sie 60 Bilder betrachteten,
von denen einige bei Rauchern ein
starkes Bedürfnis nach einer Zigarette
erzeugen. Der gleiche Versuch wurde
wiederholt, ohne dass die Studienteilnehmer sich sportlich betätigten. »Ohne körperliche Aktivität bewirkten die
Bilder eine starke Aktivität in den Zentren des Gehirns, die mit Belohnung
310 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
und visueller Aufmerksamkeit in Zusammenhang stehen. Nach der körperlichen Betätigung kam es dagegen in
diesen Gehirnregionen zu keiner gesteigerten Aktivität. Gleichzeitig berichteten die Teilnehmer von einem reduzierten Verlangen nach einer Zigarette«, erklärt Dr. Roth-Sackenheim.
Noch ist nicht klar, worauf dieser
Unterschied in der Gehirnaktivität beruht. Möglicherweise kommt es durch
die körperliche Betätigung zu einer
verstärkten Ausschüttung von Dopamin und damit zu einem verringerten
Bedürfnis nach einer Zigarette. Andererseits könnte die Bewegung auch den
Blutfluss verändern, so dass Gehirnregionen, die nicht mit Belohnung in Verbindung stehen, verstärkt durchblutet
werden. »Die Ergebnisse unterstreichen, dass körperliche Aktivität Menschen, die aufhören wollen, zu rauchen,
wirksam unterstützen kann. Auch vielen anderen Menschen sollten von der
positiven Wirkung regelmäßiger Bewegung auf die körperliche Leistungsfähigkeit und die Stimmung profitieren«, rät Dr. Roth-Sackenheim.
www.med-dent-magazin.de, 4/2009
Mittelweg suchen
Haushalten in schwierigen Zeiten
L
ange Zeit haben Finanzminister
Hartmut Möllring und Ministerpräsident Christian Wulff an dem
ehrgeizigen Ziel der Landesregierung
festgehalten, ab 2010 tatsächlich ohne
neue Schulden auszukommen. Und ohne die weltweite Finanzkrise wäre das
wohl auch gelungen – wenn man einmal von den versteckten Schulden etwa bei der HanBG absieht. All die Begleitumstände der Krise von rückläufigen Steuereinnahmen bis zu den Verpflichtungen des Landes im Rahmen
der Konjunkturpakete von Bund und
Ländern gehen an Niedersachsen nicht
vorbei und können auch nicht mit Hilfe
der Portokasse ausgeglichen werden.
Jetzt kommt noch die Erhöhung der Beamtenbezüge hinzu, die in diesem und
im kommenden Jahr deutlich über den
Haushaltsplanungen liegt. Nachdem
das Land die überdimensionierte Neuverschuldung ihrer Vorgängerin ohnehin viel schneller herunterfahren konnte – aus eigener Kraft und mit Hilfe einer unerwartet guten Konjunktur –,
dürfte es in Zeiten einer so dramatischen weltweiten Finanzkrise wohl
kaum ein Ansehensverlust sein, wenn
man jetzt einräumte, dass das ursprüngliche Ziel zunächst noch nicht
erreichbar ist.
Selbstverständlich würde eine solche Kursänderung die Opposition nicht
davon abhalten, Häme über Möllring
und das gesamte Kabinett zu verbreiten. Aber das darf nicht wirklich der
Maßstab des Regierungshandelns sein.
Dass es gerade die SPD ohnehin nicht
so hat mit der Haushaltskonsolidierung, zeigt sich in diesen Tagen in dem
absurden Ansinnen von Fraktionschef
Wolfgang Jüttner, das Land möge doch
gegen die in der Föderalismuskommission vereinbarte Schuldenbremse Verfassungsklage erheben. Es war nicht
zuletzt Niedersachsen, das ein solches
»Ende des Weges in den Schuldenstaat« immer wieder gefordert hat und
alternativ einen Alleingang in der Landesverfassung wagen wollte – und
zwar nicht erst 2020. Daraus wird wohl
nichts werden, denn dafür braucht es
nun einmal eine Zweidrittel-Mehrheit,
die ohne die Sozialdemokraten nicht
zu erreichen ist. Diese aber sehen in
Krisenzeiten ihr Heil seit eh und je in
Konjunkturprogrammen, ob sie nun
hilfreich sind oder nicht, also im Geldausgeben und nicht in einem Sparkurs.
Das Land wäre gut beraten, einen
Mittelweg zu suchen. Das Konjunkturpaket II führt an manchen Stellen ohnehin zu Ausgaben, die womöglich nur
in Angriff genommen werden, um
Bundesgeld nicht verfallen zu lassen.
Wenn jetzt die Gunst der Stunde genutzt wird und Dinge auf den Weg gebracht werden, die zu anderen Zeiten
ohne Zweifel dem Rotstift des Finanzministers zum Opfer gefallen wären,
heißt es, realistisch zu bleiben und die
Notwendigkeiten von den Wunschträumen zu trennen. In der Tat wird
manches teurer, je länger man damit
wartet; das hat nicht zuletzt die Sanie-
rung des Landtags gezeigt, die aus
Angst vor schlechter Presse immer wieder verschoben worden ist. Der augenblickliche Zustand lässt nun wahrlich
kein Warten auf bessere Zeiten mehr
zu. Das Totschlagargument, das »passe
nicht in die Zeit«, das bei jeder Diätenerhöhung herangezogen wird, darf
nicht das Handeln bestimmen, sonst
stürzt das Parlament womöglich wirklich eines Tages über den Abgeordneten zusammen.
Anne Zick
rundblick, 2.4.2009
proDente:
Zahnärzte übernehmen die
Rolle von »Hausärzten«
E
r ist sehr oft der Arzt des Vertrauens. Und da Karies und Parodontitis zudem in jedem Alter auftreten können, schlüpft der Zahnarzt
nicht selten in die Rolle des »Hausarztes«. Es sei kein Wunder, dass anders
als Kinderärzte, Kardiologen oder Urologen, Zahnärzte ihre Patienten in fast
allen Lebensabschnitten betreuten,
teilte die Initiative proDente in Köln
mit. Laut einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts suchten 77 Prozent
der Bevölkerung mindestens einmal
im Jahr ihren Zahnarzt auf. Nur 72 Prozent der Deutschen gehen jährlich zu
einem Allgemeinmediziner. Zahnarzt-
praxen seien damit häufiger besucht
als die Praxen der Hausärzte. Auch eine
repräsentative Stichprobe der Querschnittstudie »SHIP« komme zu ähnlichen Ergebnissen. Demnach suchten
86,5 Prozent der Bevölkerung zwischen
20 und 79 Jahren einmal jährlich einen
Zahnarzt auf, erklärte proDente. Die
Zahl der Besuche beim Hausarzt lag in
dieser Studie leicht über dem Wert der
Zahnärzte. In erster Linie aber nur, weil
die Bevölkerung ab dem 60. Lebensjahr
deutlich häufiger einen Allgemeinmediziner zu Rate zieht. Der Zahnarzt verfüge damit heute über eine extrem
wichtige Position im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsvorsorge. »Der
Zahnarzt erfährt Dinge, die eigentlich
Konsequenzen anderer Ärzte nach sich
ziehen müssten«, bemerkte proDenteArzt Prof. Dr. Noack von der Universität
Köln. Noack plädiert für ein Netzwerk
aus Zahnärzten und Allgemeinmedizinern. Viele ernsthafte Erkrankungen
könnten so möglichst früh entdeckt
und entsprechend schonend behandelt werden. Gestützt werde diese Forderung durch die hohe Kompetenz, die
Zahnärzte in Bezug auf die Vorsorge
genießen, erklärte proDente. Befragte
äußerten sich immer wieder hoch zufrieden über die angebotenen zahnmedizinischen Dienstleistungen. Hinzu komme das große Vertrauen gegenüber dem »Hauszahnarzt«. Nur 15 Pro-
zent der Patienten wechselten nach
einem Umzug ihren vertrauten Zahnarzt.
FVDZ Newsletter, 16.4.2009
Ärztekammern gegen
Bachelor-Medizinstudium
D
ie Ärztekammer Niedersachsen
hat den Plan der Universität Oldenburg abgelehnt, den bundesweit ersten Bachelor-/Master-Studiengang im Fach Humanmedizin aufzubauen. Die Universität will den Studiengang als Gemeinschaftsprojekt
der Universitäten Oldenburg und Groningen (NL) errichten. Die Kammerversammlung sprach sich mit großer
Mehrheit gegen die Oldenburger Pläne
aus. »Der Bachelor-/Master-Studiengang ist für Mediziner nicht geeignet«,
sagte Hausärztin und Delegierte Cornelia Goesmann. In Ländern, wo diese
Ausbildung möglich sei, arbeiteten die
Absolventen vielfach nicht als Ärzte,
sondern in der Verwaltung und im Bereich Public Health. Darüber hinaus
könnten Bachelor-Absolventen nirgends weiterstudieren, weil es das Studium nur in Oldenburg und Groningen
gebe und auch hier fehlten Master-Studienplätze. Die Befürworter argumentierten, man wolle an den Planungen
beteiligt werden, weil es nur so möglich sei, die Vorstellungen der Ärzteschaft einzubringen. Das Oldenburger
Modell liegt derzeit in Hannover beim
Wissenschaftsrat des Landes zur Beurteilung vor. Der Start ist für das Wintersemester 2010 geplant. Gegen die Einführung des Bachelor-Abschlusses im
Studiengang Medizin hatte sich zuvor
bereits die Landesärztekammer Hessen ausgesprochen. Für Medizinstudenten sei der Bachelor »weder sinnvoll noch notwendig«. Frei-Fax, 20.4.2009
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
311
Presse & Medien
Union will keine
Veröffentlichung der
Arzthonorare
ami. Berlin, 27. März. Die
Union will das Vorhaben von
Gesundheitsministerin Ulla
Schmidt (SPD) torpedieren,
alle Kassenarztgruppen
quartalsweise zur Veröffentlichung ihrer Honorarumsätze mit den Kassen zu
zwingen. »Ich sehe dazu keine Notwendigkeit«, sagte
der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union,
Wolfgang Zöller (CSU), dieser Zeitung am Freitag in
Berlin. Der CDU -Gesundheitspolitiker Rolf Koschorrek sagte: »Da machen wir
nicht mit.« Schmidt hatte ihren Vorstoß in dieser Zeitung
mit der mangelnden Transparenz über die Ärzteeinkommen begründet (F.A.Z.
vom 27. März). Viele Ärzte
klagen über angeblich zu
niedrige Honorare und die
Auswirkungen der Honorarreform.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV ) lehnte
den Plan Schmidts nicht
rundweg ab, solange das
nicht bedeute, dass jeder
einzelne Arzt seine Umsätze
offenlegen müsse. Man habe
nichts gegen Transparenz,
sagte ein Sprecher. »Wenn
man es damit aber wirklich
ernst meint, dann müssen
auch die Kosten veröffentlicht werden – nur so lässt
sich ein realistisches Bild
zeichnen.«
Schmidt will dafür sorgen, dass in jedem der 395
Planungsbezirke für jede
Arztgruppe die durchschnittliche sowie die jeweils höchste und niedrigste
Honorarsumme bekanntgegeben wird, die die Ärzte mit
den Kassen abgerechnet ha-
312 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
ben. Schmidt hatte angekündigt, dies noch im Zuge
der Beratungen zur Reform
des Arzneimittelrechts einzubringen. Das sei bisher
nicht geschehen, sagte Zöller. Er zeigte sich verwundert darüber, dass man am
Freitag mehrere Stunden im
Gesundheitsministerium
über das Gesetz beraten habe, ohne dass Schmidts Pläne vorgelegt oder erörtert
worden seien.
Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU)
verlangte unterdessen einen
»grundlegenden Neuanfang«. Die Umsetzung der
Gesundheitsreform sei gescheitert.
FAZ, 28.3.2009
Dr. Mindermann
im Amt bestätigt
Cuxhaven/Bremervörde (bz).
Im Vorstand der Bezirksgruppe Stade im Freien Verband Deutscher Zahnärzte
(F VDZ ) bleibt im Großen und
Ganzen alles wie gehabt: Der
Vorsitzende Dirk Timmermann und seine Stellvertreterin Dr. Gundi Mindermann
aus Bremervörde sind auf
der jüngsten Jahreshauptversammlung in Cuxhaven
in ihren Ämtern bestätigt
worden. Dr. Mindermann
zählt außerdem neben Timmermann und Holger Bentz
zu den Delegierten, die im
Juni an der F VDZ-Landesversammlung in Walsrode
teilnehmen. Als Beisitzer
gehören dem Vorstand der
F VDZ-Bezirksgruppe Stade
Holger Bentz (Schiffdorf),
Karl-Heinz Hartleb (Schiffdorf), Dr. Carsten Vollmer
(Jork) und Joachim Josch
(Freiburg) an. Dem Freien
Verband gehören bundes-
weit fast 20.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte an.
Bremervörder Zeitung,
24.3.2009
Dr. Timmermann
bestätigt
Weiter FVDZ-Bezirksvorsitzender/Protest
gegen Gesundheits­
politik
cn/mr. – Ein besseres Ergebnis hätte Dr. Dirk Timmermann gar nicht bekommen können: Alle Teilnehmer der Jahresversammlung der Bezirksgruppe
Stade im Freien Verband
Deutscher Zahnärzte (F VDZ )
bestätigten den in Cuxhaven
ansässigen Mediziner in seinem Amt als Vorsitzender
der Bezirksgruppe.
Timmermann sieht damit
seine Arbeit nicht nur auf der
Ebene der Bezirksgruppe
bestätigt: Seit mehreren
Jahren ist er auch Mitglied
des F VDZ-Bundesvorstandes. Dem Freien Verband
gehören bundesweit fast
20.000 Zahnärztinnen und
Zahnärzte an. Auch Timmermanns Stellvertreterin Dr.
Gundi Mindermann (Bremervörde) wurde mit großer
Mehrheit bestätigt.
In seinem Jahresbericht
hatte Timmermann auf die
Aktivitäten der Bezirksgruppe hingewiesen. Hierzu gehörte eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema Implantate. Aktiv ist der F VDZ
insbesondere im politischen
Raum, wenn es um Fragen
der Gesundheitspolitik geht:
Hier hatte Timmermann unter anderem Gespräche der
F VDZ-Landesspitze mit Niedersachsens Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU)
vermittelt.
Zwei Themen standen
auch da im Mittelpunkt: Die
inzwischen gekippte Neufassung der Gebührenordnung (GOZ ) und die von Bundesgesundheitsministerin
Ulla Schmidt forcierte Einführung der elektronischen
Gesundheitskarte eCard.
Timmermann zeigte sich
erleichtert über das »Aus«
für eine neue GOZ . Diese
hätte erhebliche Verschlechterungen insbesondere auch für die Behandlung der Patienten gebracht.
»Hier sollte Medizin von gestern festgeschrieben werden und das zu Honorarsätzen von vorgestern.« Allerdings sei wohl zu erwarten,
dass die GOZ nach der Bundestagswahl wieder auf der
Tagesordnung stehe.
Als Milliardengrab habe
sich die eCard erwiesen: In
einigen Regionen war sie
testweise eingeführt worden, »und es war eine Katastrophe, weil nichts so funktionierte wie es sein sollte«.
Eine flächendeckende Einführung würde »in einem
Desaster enden«, ist Timmermann überzeugt.
Besser als teure Kartenspiele mit einer enormen
Bürokratie sei ohnehin die
Einführung der Kostenerstattung: Hier rechnet der
Mediziner direkt mit dem
Patienten ab, der dann von
seiner Krankenkasse die erstattungsfähigen Kosten zurückerhält. »Das funktioniert seit Jahrzehnten hervorragend bei Privatpatienten und auch zum Beispiel
bei den Mitgliedern der
Postbeamtenkrankenkasse.«
Cuxhavener Nachrichten,
24.3.2009
Gesundheitsfond ist den
Bürgern ein rotes Tuch
Was man nicht
erklären kann
Politiker müssen nicht immer alles sagen, was sie
wissen. Aber sie dürfen niemals lügen. Das gab AltKanzler Helmut Schmidt
jüngst zu Protokoll und man
möchte ihm angesichts der
Malaise der deutschen Gesundheitspolitik nur beipflichten. Zeigt diese Politik
doch beispielhaft, was passiert, wenn dieser Hauptsatz
aus dem Praktikerlehrbuch
des Alt-Kanzlers missachtet
wird.
Zwei Drittel der Deutschen wissen nicht, was der
»Gesundheitsfonds« ist, ermittelte jetzt ein Umfrageinstitut – was den Gedanken
nahe legt, dass diese Einrichtung zur Steuerung der
Geldströme im Gesundheitswesen gar nicht erklärt werden kann, weil das, was mit
ihm erreicht werden soll gar
nicht erreichbar ist. Obwohl
viele Experten wissen – wenige es aber nur hinter vorgehaltener Hand weitertuscheln – dass mit unserem
Beitragsumlagesystem die
Bevölkerung in Gänze nicht
mehr auf dem neuesten
Stand der wissenschaftlichen Forschung versorgt
werden kann, hält die Politik
an anderslautenden Glaubenssätzen fest. So wie der
Gesundheitsfonds keine
Sachlösung sondern nur eine Scheinlösung koalitionspolitischer Widersprüche
war, ist unsere gesamte Gesundheitspolitik seit Jahren
von politischen Manövern
bestimmt, die im Selbstlauf
der politischen Apparate
entstehen, den Bezug zur
Wirklichkeit aber zuneh-
mend verlieren.
Wie ein Schneeballsystem zieht sich die grundsätzliche Inkonsistenz der deutschen Gesundheitspolitik
durch die Auseinandersetzungen und gebiert fortlaufend weitere Inkonsistenzen,
wie zum Beispiel die durchsichtigen Wahlkampfmanöver der CSU in diesen Tagen
zeigen. Ein Übel zieht das
andere nach sich. Das kann
man alles eben nicht mehr
nachvollziehen – und deshalb auch niemandem erklären. Und deshalb versteht es
auch keiner.
Ulrich Clauß,
Die Welt, 6.4.2009
Zahnärzte beraten
kostenlos am Telefon
Seit zehn Jahren
Angebot der Zahnärztekammer
cn/mr. – Bei der Zahnärztekammer Niedersachsen
(ZKN) beraten seit zehn Jahren Fachleute die Patienten
am Telefon. Rund 30 Zahnärztinnen und Zahnärzte geben in der Patientenberatungsstelle Auskunft zu allen Fragen rund um das
Thema Zähne. Jeden Mittwochnachmittag stehen sie
telefonisch zur Verfügung.
Seit dem Jahr 1999, in
dem diese von den Patienten
gern in Anspruch genommene Einrichtung gegründet
wurde, gab es über 4500 telefonische Anfragen.
Zahnarzt Jörg Röver,
ZKN -Vorstandsmitglied und
verantwortlich für die Patientenberatung, zieht eine
positive Bilanz: »Die Berater
sind ausschließlich erfahrene Kolleginnen und Kollegen, die langjährig in ihren
Praxen tätig sind. Durch re-
gelmäßige Schulungen und
Fortbildungen halten sie
sich immer auf dem neuesten Stand. 90 Prozent der
Gespräche verlaufen übrigens in positiver Atmosphäre und die Fragen können
zufriedenstellend beantwortet werden.«
Bei den Telefonaten handelt es sich vor allem um
Fragen zu anstehenden oder
bereits stattgefundenen
zahnärztlichen Behandlungen. Körperliche Untersuchungen oder Gutachten
werden allerdings nicht erstellt. Bei umfangreicheren
Problemen zu Therapie und
Behandlung wird den Patienten empfohlen, noch einmal den Zahnarzt ihres Vertrauens aufzusuchen.
»Mit unserer Patientenberatungsstelle kommen wir
den Patienten in ihrem Bedürfnis nach neutraler fachlich-sachlicher Information
sehr entgegen«, ergänzt
Zahnarzt Röver.
Mit Ausnahme von Feiertagen werden jeden Mittwoch zwischen 15 und 18
Uhr unter der (kostenlosen)
Telefonnummer (08 00) 9 99
00 00 Anrufe entgegengenommen und kompetent beantwortet. Außerhalb dieser
Beratungszeiten ist die gleiche Telefonnummer für Faxanfragen freigeschaltet.
Cuxhavener Nachrichten,
26.3.2009
Strahlendes Lächeln
für den Frühling
Professionelle
Zahnreinigung treibt
den Winter aus
Endlich werden die Tage
wieder länger und die Natur
erwacht aus ihrem Winterschlaf. Mit den Temperatu-
ren steigt auch der Tatendrang, sich und die Umwelt
auf Vordermann zu bringen.
Was der Frühjahrsputz für
den Haushalt, ist die professionelle Zahnreinigung für
die Zähne. Über die langen
Wintermonate mussten die
Zähne mit vielen Angriffen
zurechtkommen: deftige
Speisen, Süßigkeiten und
heiße Getränke wie Kaffee
oder Tee. Der Zahnschmelz
als Schutzschild des Zahnes
ist zwar recht widerstandsfähig, aber unverwundbar ist
er nicht. Solche Schwerstarbeit erfordert Pflege.
Wenn Sie den Winter
samt seinen grauen Belägen
hinter sich bringen möchten,
empfiehlt sich ein Besuch
beim Zahnarzt: »Mit der
professionellen Zahnreinigung können bakterielle Beläge und Verfärbungen
durch Ultraschall- oder Pulverstrahlgeräte und gründliche Politur besonders gut
und schonend entfernt werden«, erklärt Dr. Karl-Heinz
Sundmacher, Bundesvorsitzender des F VDZ . Nach der
Reinigung werden die Zähne
poliert und mit Fluorid gehärtet, so dass der Zahnschmelz widerstandsfähiger
wird gegen neue Säureangriffe. In Kombination mit einer guten Zahnpflege zu
Hause haben Bakterien und
Co dann keine Chance mehr.
Eine professionelle Reinigung sorgt nicht nur für
schöne Zähne, sondern
beugt auch Zahn- und Zahnfleischerkrankungen vor. Im
Durchschnitt dauert die Behandlung bei einer Prophylaxehelferin circa eine Stunde. Sundmacher: »Wenn Sie
regelmäßig zu Ihrem Zahnarzt gehen und mindestens
einmal im Jahr in Ihre
Mundhygiene investieren, ist
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
313
presse & medien
das der beste Weg für gesunde und schöne Zähne«.
weit, erwartet ein Defizit von
mindestens 1,5 Milliarden
Euro. Der Bund gleicht das
Minus zwar aus – aber 2011
muss der Fonds dieses Geld
zurückzahlen.
FVDZ Presse-Mitteilung,
23.3.2009
Fehlstart für
Gesundheitsfonds
Neue Presse, 14.4.2009
Kassenchefs warnen vor
Milliardenminus
Kassen sollen sparen
Berlin. Drei Monate nach
dem Start des Gesundheitsfonds zeichnet sich ein drohendes Milliardenloch ab.
Der Vorsitzende der AOK
Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs, geht von »einer
Unterdeckung der Einnahmen von mehr als zwei Milliarden Euro« aus. Der Chef
der KKH -Allianz, Ingo Kailu-
Das Bundesgesundheitsministerium hat die gesetzlichen Krankenkassen zu
strengerer Ausgabenkontrolle aufgerufen. Angesichts
der Warnungen mehrerer
Kassenvorstände vor einer
bevorstehenden Finanzierungslücke erklärte ein
­Ministeriumssprecher am
Montag in Berlin, die Kassen
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314 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
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Versorgung effizienter zu
gestalten, die Qualität zu
verbessern, Überversor­
gungen abzubauen und die
Kosten in den Griff zu bekommen. dpa
Hannoversche Allgemeine
Zeitung, 14.4.2009
Verfassungs­
beschwerde gegen
neues BKA-Gesetz
Beim Karlsruher Verfassungsgericht haben Ärzte,
Anwälte und Journalisten
Klage gegen das neue BK A Gesetz eingereicht. Besonders bemängelt wurde die
Einschränkung von Pressefreiheit und Bürgerrechten.
Führende deutsche Journalisten, Ärzte und Anwälte
haben in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde gegen
das neue BK A -Gesetz eingelegt. Unter den Klägern sind
der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich
Hoppe, der frühere Kulturstaatsminister Michael Naumann, sowie der ehemalige
Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP ), der heute
als Rechtsanwalt tätig ist.
Die Sprecherin des Bundesverfassungsgerichts bestätigte am Donnerstag den
Eingang der Beschwerde. In
der 54-seitigen Klageschrift
rügen die insgesamt sechs
Antragsteller eine rechtswidrige Einschränkung von
Bürgerrechten und der
Pressefreiheit. Betroffen
seien nicht nur Angehörige
der klagenden Berufsgruppen, sondern alle Bürger,
sagte Baum am Donnerstag
in Berlin. Besonders kritisierte er die Möglichkeit zur
Online-Durchsuchung und
die Überwachung der Telekommunikation. Baum vertritt die Beschwerdeführer
zusammen mit dem FDP -­
Politiker und früheren nordrhein-westfälischen Innenminister Burkhard Hirsch
auch als Anwalt und Prozessbevollmächtigter in dem
Verfahren. Zuständig für die
Prüfung des BK A -Gesetzes
ist am Bundesverfassungsgericht der Erste Senat unter
Gerichtspräsident HansJürgen Papier. Berichterstatter in dem Verfahren ist
Verfassungsrichter Johannes Masing, der auch für die
Beschwerden gegen die Vorratsdatenspeicherung zuständig ist. (Focus online)
FVDZ Newsletter, 24.4.2009
Unsichere Patientendaten: Gericht rügt
Krankenkassen für
die vorschnelle
Freigabe von Behandlungsberichten
Wer seine Krankheitsdaten
über das Internet verwaltet,
kann nicht von einem sicheren Schutz ausgehen. Immer
schneller herausgegeben
werden die persönlichen
­Daten jedoch auch von den
deutschen Krankenversicherern. Das Bundessozialgericht (BSG) hat kritisiert,
dass Krankenkassen immer
öfter Einblick in Patientendaten nehmen wollen. Es
nehme teilweise überhand,
dass vom Medizinischen
Dienst der Krankenversicherung (MDK ) »vorschnell«
Behandlungsberichte bei
Ärzten oder Krankenhäusern angefordert werden,
rügte der Senatsvorsitzende
Ulrich Hambüchen in Kassel.
»Ärzte werden durch die Bürokratie immer mehr belas-
tet«, sagte der Richter der
»Osnabrücker Zeitung« zufolge. Die Kassen schalten
den MDK ein, wenn sie an der
Notwendigkeit einer Behandlung zweifeln und deshalb nicht ohne genauere
Rechtfertigung zahlen wollen. Im vorliegenden Fall
entschieden die obersten
Sozialrichter trotzdem gegen einen Arzt, der die Weitergabe von Patientendaten
verweigert und sich auf die
ärztliche Schweigepflicht
berufen hatte. Bundesweit
wurde der MDK nach eigenen Angaben im Jahr 2007 in
rund 5,2 Millionen Fällen von
den Kassen angerufen. Das
Bundessozialgericht betonte
laut Zeitung, dass die Bitte
um Behandlungsberichte
»im Einzelfall« begründet
werden müsse, erklärte im
vorliegenden Fall die knappen Worte aber trotzdem für
»noch ausreichend«: Ein
14-tägiger Klinikaufenthalt
der Patientin mit zwei Darmspiegelungen und einer zeitweiligen Überweisung in ein
anderes Fachkrankenhaus
könne bei der Diagnose »Angina Pectoris« durchaus
fragwürdig erscheinen.
Dass die Patientin gleichzeitig an einem Darmtumor und
Lebermetastasen litt, habe
die Kasse nicht wissen können. Der Senat will die Anforderungen für die Weitergabe von Patientendaten an
den MDK in der schriftlichen
Urteilsbegründung genauer
definieren. (BSG Kassel, Az.
B 3 KR 24/07 R) (ZM Online)
FVDZ Newsletter, 27.4.2009
Schöne
gesunde Welt
Fit for fun, mit Spannkraft
ins Seniorenstadium, ein
gesunder Geist im gesunden Körper – was aber passiert, wenn aus subjektiven
Bedürfnissen eine gesellschaftliche Doktrin entsteht? Die Autorin Juli Zeh
hat ein Zukunftsbild in Romanform dazu entwickelt,
das uns gar nicht gefallen
kann. Und doch ist das eine
und andere schon heute –
und war gestern – Realität.
Ein sauberes System
Huxley lässt grüßen.
Hannover. Sauber ist es in
Juli Zehs schöner neuer
Welt, nichts stinkt, nichts
rußt mehr. Man grüßt sich
mit »Santé« (Gesundheit),
genießt zum Protein-Tubenessen nur keimfreies heißes
Wasser. Alle Menschen sind
gesund, folgen der »Methode«, liefern ihre Schlaf-,
Sport- und Ernährungsberichte ab, messen Blutdruck
und Urin. Wenn Mia, die
­Heldin der Geschichte, nach
dem Tode ihres Bruders von
Übelkeit gepackt wird, gießt
sie das Erbrochene in einen
Gully – ihre Toilette würde
eine erhöhte Konzentration
von Magensäure melden.
Und das gibt Ärger.
Das ist das Szenario einer
Diktatur des 21. Jahrhunderts, das die politisch sehr
wache Autorin Juli Zeh, 34,
in »Corpus Delicti« entwirft.
Ein System, in dem Gesundheit als »Ziel des natürlichen Lebenswillens und
deshalb natürliches Ziel von
Gesellschaft, Recht und
­Politik« gilt. Was erst nicht
verkehrt klingt, aber in einen sterilen, durchreglementierten Überwachungs-
staat mündet, in dem jeder
gegen jeden auf Normerfüllung achtet.
Krankheit ist da ein historisches Phänomen geworden, das nur noch in eifrig
geschürten Ängsten lebt.
Dafür, dass nur gesunde
DNA nachwächst, sorgt die
zentrale Partnerschafts­
vermittlung: Nur immunologisch kompatible Liebe ist
zulässig. Alles Unreine ist
entsorgt, auch alle kritischen Fragen. »Ein Mensch,
der nicht nach Gesundheit
strebt, wird nicht krank,
sondern ist es schon«, lautet
das Postulat.
Die letzten ursprünglichen Stücke Natur sind als
verbotenes, verkeimtes Terrain eingepfercht – genau
dort trieb sich Mias Bruder
gern herum. Er wurde wegen Vergewaltigung vor Gericht gestellt, gegen alle Beteuerungen verurteilt, im
Vertrauen auf den DNA -Beweis, der sich als falsch herausstellt. Doch da ist er tot,
Selbstmord, und Mia steht
vor Gericht. Wegen Abweichlertums, Rauchens, vielleicht gar Unterstützung der
R.A.K. , »Recht auf
Krankheit«-Terroristen.
So exerziert Juli Zeh, die
studierte Juristin, am Einzelfall das Perfide der Dik­
tatur vor, da klingen die
­großen Negativutopien an,
Aldous Huxleys »Schöne
neue Welt« und in einer –
geradezu klassischen –
­Folterszene auch George
Orwells »1984«. Doch hat
Zeh die Schraube heutiger
Tendenzen nur ein Stück
weiter gedreht. Ihr Prozessroman ist spannend, dabei
nüchtern geschrieben, fast
wie eine Versuchsanordnung. Das Hygienezwangsparadies entwirft er nur als
Skizze. Die Details kann man
sich nur allzu fies vorstellen.
Von Evelyn Beyer,
Neue Presse, 18.4.2009
Zusatzbeiträge
ab Juli: 16 Krankenkassen kommen mit
Geld aus dem Fonds
nicht über die Runden
Der Gesundheitsfonds hinterlässt seine ersten einschneidenden Spuren. Für
mehrere Millionen Kassenpatienten wird die Krankenversicherung demnächst
teurer: Erstmals wollen einige gesetzliche Kassen einen Zuschlag zum normalen
Beitragssatz erheben.
Schon im Juli könnte es soweit sein. Auf der anderen
Seite werden einige Versicherte von der Gesundheitsreform profitieren. »Die ersten Zusatzbeiträge erwarte
ich zum 1. Juli dieses Jahres«, sagte der Präsident
des Bundesversicherungsamts, Josef Hecken. Nach
derzeitigem Stand seien
­insgesamt 4,5 Millionen Mitglieder in 16 Krankenkassen
von den Zusatzbeiträgen
­betroffen. Fast ebenso viele
Versicherte könnten umgekehrt mit der Auszahlung
­einer Prämie rechnen.
»Rechnerisch könnten 30
überwiegend kleinere Kassen eine Prämie ausschütten«, sagte Hecken. Bislang
hätten aber nur drei Kassen
eine Auszahlung beschlossen und beim Bundesversicherungsamt beantragt. Von
weiteren Kassen gebe es
­Voranfragen. Seit Januar bekommen die fast 200 gesetzlichen Krankenkassen ihr
Geld aus dem Gesundheitsfonds zugewiesen. Auf diese
Weise verteilt der Fonds in
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
315
presse & medien
diesem Jahr insgesamt fast
168 Milliarden Euro. Kommen die Kassen mit diesem
Geld nicht aus, müssen sie
von ihren Mitgliedern einen
Zusatzbeitrag erheben. Dieser Beitrag darf maximal ein
Prozent vom Bruttoeinkommen eines Mitglieds betragen. Wer den Zuschlag nicht
zahlen will, kann seiner Kasse kündigen und zu einer
­anderen wechseln. Welche
Kassen einen Zusatzbeitrag
erheben werden, sagte
Amtspräsident Hecken nicht.
Die großen Versicherer werden ihre Mitglieder dieses
Jahr aber noch nicht belasten: »Wir werden 2009 keinen Zusatzbeitrag nehmen«,
sagte der Chef der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK ), Herbert
Rebscher, WELT ONLINE .
Man werde »alles tun, um
mit dem Geld aus dem Fonds
über die Runden zu kommen«. Auch der Chef der
Techniker Krankenkasse,
Norbert Klusen, versicherte:
»Wir brauchen 2009 keinen
Zusatzbeitrag.« Das Gleiche
teilt die Barmer Ersatzkasse
mit. Nach Auskunft des AOKBundesverbands wird auch
keine Ortskrankenkasse
dieses Jahr einen Zuschlag
nehmen. Nicht ganz so eindeutig ist die Lage bei der
Deutschen BKK , die mit einer Million Versicherten eine
der beiden größten Betriebskrankenkassen ist. »Es ist
noch offen, ob wir zum 1. Juli
einen Zusatzbeitrag erheben
werden«, sagte eine Sprecherin. Erst Anfang Juni sei
klar, ob das Geld aus dem
Fonds reichen werde. (Welt)
FVDZ Newsletter, 27.4.2009
316 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
Wie die eigenen Zähne
lange schön bleiben,
erklärt Prof. Werner
Geurtsen, Experte für
Zahnerhaltung an der
MHH.
»Pflege muss
früh beginnen«
Wie putze ich denn nun
richtig Zähne?
Generell gilt: eine Zahnbürste mit Kunststoffborsten und
eine fluoridhaltige Zahncreme verwenden. Dies sollte man zweimal pro Tag für
jeweils drei Minuten tun –
nach dem Frühstück und vor
dem Schlafengehen. Zusätzlich sollte man mindestens
einmal pro Tag die Zahnzwischenräume reinigen, mit
Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten, am besten vor dem Schlafengehen.
Ganz wichtig ist, die notwendige und optimale Zahn­
pflege mit dem Zahnarzt zu
besprechen, da in manchen
Fällen zusätzliche Maßnahmen erforderlich sein können.
Was ist der größte Feind
schöner Zähne?
Falsche oder unzureichende
Zahnreinigung sowie häufige
Zwischenmahlzeiten, die
Traubenzucker, Fruchtzucker, Haushaltszucker oder
Stärke enthalten. Zahnschädlicher Zucker ist auch
oft in Getränken enthalten.
Der Grundstein für gesunde
Zähne bis ins hohe ­Alter
wird bereits im Kindesalter
gelegt. Worauf sollten
Eltern achten?
Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns sollte mit
dem Zähneputzen begonnen
werden, um das Kind mit der
richtigen Mundhygiene vertraut zu machen. Dafür gibt
es kindgerechte Zahnbürsten und Zahncreme, die weniger Fluorid enthält. Sobald
das Kind die ständig ausspucken kann – meist ab dem
sechsten Lebensjahr –, sollte man Erwachsenenzahncreme verwenden, um die
Zähne bestmöglich zu härten.
Wie lange würden Sie
Zähne erhalten?
Generell versuchen wir
­natürlich, jeden Zahn so lange wie möglich zu erhalten.
Unsere Möglichkeiten sind
heute sehr umfangreich. Wir
versuchen, beginnende Karies mit Fluoridierungen zu
remineralisieren, ohne zu
bohren. Zudem versorgen
wir die Patienten mit Füllungen, Teilkronen, Kronen und
Wurzelkanalbehandlungen.
Erst wenn dieses Spektrum
ausgeschöpft ist, muss ein
Zahn entfernt werden.
Viele Menschen meinen,
ein Zahnpflegekaugummi
nach dem Essen reicht.
Wie ist es um Deutschlands
Zahngesundheit bestellt?
Die Zahngesundheit in
Deutschland hat sich in den
vergangenen Jahrzehnten
deutlich verbessert. Unzureichend ist nach wie vor die
Gesundheit des Zahnhalteapparates, umgangssprachlich als Parodontose bezeichnet – richtiger ist Parodontitis. Da besteht noch
wesentlicher Handlungsund Verbesserungsbedarf.
Zahnpflegekaugummis bewirken vor allem wegen der
Stimulierung des Speichelflusses einen gewissen
Selbstreinigungseffekt in
der Mundhöhle. Diese Kaugummis, die zuckerfrei sein
sollen, ersetzen aber nie die
Zahnpflege, sondern sind al-
lenfalls eine Zusatzreinigung zwischendurch.
Das Angebot an Zahn­
pflegemitteln auf dem
Markt ist riesig. Was halten
Sie zum Beispiel von Ultra­
schallzahnbürsten?
Ultraschall- oder andere
maschinelle Zahnbürsten
können durchaus sinnvoll
sein, insbesondere wenn
man es nicht schafft, alle
Zähne und Zahnflächen genügend mit einer manuellen
Zahnbürste zu reinigen.
Man sollte sich jedoch vorher vom Zahnarzt beraten
lassen.
Warum kann Stress auf
die Zähne gehen?
Stress kann dazu führen,
dass man die Zähne mit hoher Kraft zusammenpresst
oder knirscht. Dies kann zu
Verletzungen insbesondere
der harten Zahnsubstanzen
führen, also Abrieb auf den
Kauflächen. Diskutiert wird
auch eine überlastungsbedingte Entstehung von keilförmigen Defekten im Zahnhals oder Zahnfleischrückgang sowie das raschere
Fortschreiten einer Parodontitis.
Interview:
Julia Beatrice Fruhner
HAZ, 21.4.2009
Terminkalender
12.6.2009
Hannover
60 Jahre ZKN / 30 Jahre ZFN/ZAN , Sommerfest, Anmeldung s. Seite 283
8. – 13.6.2009
Usedom
16. Zahnärzte Sommerkongress Usedom, Infos: Freier Verband Deutscher Zahnärzte e.V., Tel.
(02 28) 85 57 – 0, Fax: (02 28( 34 54 65, e-mail: kongresse@fvdz.de
13.6.2009
Walsrode Landesversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte, Beginn: 10 Uhr, Parkhotel
Luisenhöhe, Ahrsener Straße 2, 29699 Bomlitz
4. – 11.7.2009
Alicante
Sportweltspiele der Medizin, Anfragen bitte per E-Mail unter info@sportweltspiele.de.
19.9.2009
Hannover
dental informa, Infos: Ansgar Zboron, Tel. (05 11) 8 33 91-303, email: azboron@zkn.de
26.9.2009
Bremen
Zahnärztetag der Kammern Niedersachsen und Bremen in Verbindung mit dem ZMF - und
Prophylaxe-Kongress im Kongresszentrum Bremen, Infos: Ansgar Zboron, Tel. (05 11) 8 33 91303, email: azboron@zkn.de
4. – 7.11.2009
München
Deutscher Zahnärztetag 2009, Anmeldung unter www.dzaet09.de
13.11.2009
Hannover
Tag der Akademie der Zahnärztekammer Niedersachsen, Infos: Ansgar Zboron, Tel. (05 11) 8 33 91-303, email: azboron@zkn.de
16. Zahnärzte-Sommerkongress Usedom
Fortbildung für ein ganzes Jahr
K
aum ist der Davoser Winterkongress vorbei, blickt der Freie Verband (und mit ihm zahlreiche
Zahnärzte) auf das nächste Ereignis:
Vom 8. bis 13.6.2009 lädt der FVDZ wieder zur erfolgreichen Fortbildungswoche des FVDZ auf Usedom ein. Tagungsort ist erneut das MARITIM Hotel Kai-
serhof an der Strandpromenade in Heringsdorf. Vorträge und Seminare aus
nahezu allen Bereichen der Zahnmedizin hat Kongressleiter Dr. Norbert Grosse zu einem interessanten Programm
für Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie deren Mitarbeiter zusammengestellt: »Fortbildung für ein ganzes Jahr«
soll dieser Wochenkongress in angenehmer und gesunder Umgebung bieten. Ergänzt wird das Programm durch
eine deutlich vergrößerte Dentalausstellung, ein unterhaltsames Rahmenprogramm, Berufspolitik und Ökonomie-Veranstaltungen.
Interesse? Wir informieren Sie gerne! Rufen Sie uns an! Freier Verband
Deutscher Zahnärzte, Mallwitzstraße
16, 53177 Bonn, Telefon (02 28) 85 57-55,
email: rs@fvdz.de. Weitere Informationen auch unter www.fvdz.de.
l
Deutscher
Ärztinnenbund e.V.
Gruppe Braunschweig
Termine 2009
Anmeldung erforderlich,
Gäste herzlich willkommen!
Donnerstag, 9.7.2009, Beginn 19.30
Uhr
Ärztinnentreff im Hotel » Al Duomo« im Deutschen Haus
Ruhfäutchenplatz 1, 38100 Braunschweig, Tel. (05 31) 1 20 04 90
Mittwoch, 5.8.2009, 15.30 Uhr s.t.
»Traditioneller Sommerkaffee «
Bei unserer Kollegin Frau Barbara
Schmidt
(Einladung erfolgt gesondert)
Donnerstag, 19.9.2009, Beginn 19.30
Uhr
Ärztinnentreff im Hotel » Al Duomo« im Deutschen Haus mit Bericht vom DÄB -Kongress in Leipzig
Ruhfäutchenplatz 1, 38100 Braunschweig
Mittwoch, 7.10.2009, 14.00 Uhr s.t.
Führung durch das Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung
Inhoffenstr. 7, 38124 Braunschweig
Anmeldung unbedingt erforderlich,
Gäste willkommen!
Mittwoch, 10.6.2009, 15.00 Uhr s.t.
Besuch des Rittergutes Lucklum
Führung durch Frau v. Henniges
Gutshof 1, 38173 Erkerode,
Tel. (0 53 05) 20 24 07
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
317
Zahnärztliche Akademie Niedersachsen
SEM I N A RPROGR A M M
Zahnärztekammer Niedersachsen
Zeißstraße 11a · 30519 Hannover
Telefon (05 11) 8 33 91-311 · Telefax (05 11) 8 33 91-306
Ansprechpartner: Marlis Grothe
Die ästhetische Komposit-Restauration
Workshop zur Schichtungstechnik
nach Dr. Lorenzo Vanini
Neu
Dr. Lorenzo Vanini, Como, ist einer der führenden – wenn nicht sogar der führende – Entwickler und Vordenker für ästhetische Komposit-Restaurationen. Das von ihm entwickelte »Enamel plus
HFO « wird auch in Deutschland von vielen Universitäten und zahlreichen Praktikern mit höchsten Ansprüchen erfolgreich eingesetzt.
Neben den herausragenden Materialeigenschaften der Enamel plus HFO Dentin- und Schmelzmassen ist die von Dr. Lorenzo
Vanini entwickelte Farbanalyse und sein Schichtungs-Konzept der
Schlüssel für hwöchst ästhetische Restaurationen.
Im Laufe des letzten Jahres hat Dr. Lorenzo Vanini sein Konzept
wesentlich weiterentwickelt: neben einer sehr systematischen,
gut reproduzierbaren Vorgehensweise wird ein Konzept vermittelt, das von der – vom Zeitaufwand her recht geringen – »BasisRestauration« bis zur individualisiert anspruchsvollsten Restauration mit hohem Zeitaufwand reicht.
Herr Dr. Weiler wird in die Theorie der Ästhetik nach Vanini und
die Farbanalyse mit dem »Chromatic Chart« einführen und mit
den Teilnehmern anschließend den Aufbau eines frakturierten
Frontzahnes am Phantommodell erarbeiten.
Alle notwendigen Materialien werden gestellt. Sofern vorhanden, sollte eine Lupenbrille mitgebracht werden.
Referent: Dr. Jörg Weiler, Köln
Mittwoch, 3.6.2009, 15.00 – 19.00 Uhr
Kursgebühr: € 330,–
Max. 12 Teilnehmer
5 Fortbildungspunkte nach BZÄK
Kurs-Nr. Z 0936
Abrechnung der Suprakonstruktion in der
Zahnarztpraxis nach Bema und GOZ
Verlieren Sie kein Honorar, durch unzureichende
Abrechnungskenntnisse
Neu
Abrechnungsworkshop für Zahnärztinnen/Zahnärzte, zahnärzt­
liche Mitarbeiterinnen und Praxisteams
l Heil- und Kostenpläne fehlerfrei erstellen
l Beantragung von Suprakonstruktionen
318 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
l Befundklassen nach dem Festzuschuss-System
l Notwendige Formulare beim PKV- und GKV-Patienten
l Gesetzliche Grundlagen
l Abrechnungspositionen für Suprakonstruktionen bei GKVund PKV-Patienten
l Fallbeispiele zur Abrechnung der Suprakonstruktion
Referentin: Marion Borchers, Rastede-Loy
Mittwoch, 17.6.2009, 14.00 – 18.00 Uhr
Kursgebühr: € 90,–
Max. 30 Teilnehmer
4 Fortbildungspunkte nach BZÄK
Kurs-Nr. Z/F 0934
Wer braucht was und woran kann ich das
erkennen?
Beratungen sicher und bedürfnisgerecht führen
Neu
Um erfolgreich(er) und sicher(er) beraten zu können, ist es hilfreich zu erfahren, wie es gelingt, in scheinbar nebensächlichen Gesprächen, die aktuellen Bedürfnisse von Patienten zu erkennen.
Drei wesentliche Voraussetzungen dafür sind Ihr Einfühlungsvermögen, Ihre Konzentrationsfähigkeit und Ihre Beobachtungsgabe. Wer die Bedürfnisse von Patienten achtsam wahrnimmt,
schafft eine vertrauensvolle Atmosphäre. Patienten fühlen sich
sehr gut aufgehoben und in ihren Wünschen verstanden und angenommen. In diesem Sinne fördern SIE dauernd den Erfolg der
Praxis. Neben der theoretischen Wissensvermittlung stehen ausgewählte Fallbeispiele zur Diskussion. An diese schließt sich ein
praktischer Übungsteil an und die Lernerfahrung ist für alle Teilnehmer/innen nachvollziehbar, nachhaltig und sofort in der Praxis anwendbar.
Aus dem Inhalt:
l Achtsamkeit: Wie entstehen und wachsen Beziehungen?
l Bestandsaufnahme des eigenen Gesprächsverhaltens: Was gelingt mir gut? Wo gibt es noch Reserven?
Übungsteil:
l Aufmerksamkeit: beobachten, hinhören und an Bedürfnisse
zielgerichtet anknüpfen
l Körpersprachliche Signale erkennen und auf diese eingehen
l Unterschiedliche Gesprächspartner erfordern individuelles
Ansprechen
VI. Göttinger Minisymposium
Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie
Nervenläsionen in der
Zahnärztlichen Chirurgie
l Wie und woran erkenne ich die Bedürfnisse und die Wertvorstellungen von Patienten?
l Wie gelingt es, Beratungs- und Verkaufsgespräche sicher(er)
und zum Nutzen aller zu führen?
l Wie gehe ich mit Einwänden um?
l Wie Vertrauen und Treue entstehen
Referentin: Petra Erdmann, Dresden
Mittwoch, 17.6.2009, 9.00 – 17.00 Uhr
Kursgebühr: € 170,–
Max. 20 Teilnehmer
7 Fortbildungspunkte nach BZÄK
Kurs-Nr. Z/F 0935
TE R M I N E I N D E N B E Z I R KSSTE LLE N
Bezirksstelle Braunschweig
am Mittwoch, 10.6.2009
um 18.00 Uhr s.t.
im Hörsaal 04
Universitätsklinikum
Göttingen
Robert-Koch-Str. 40
Die Teilnahme ist kostenlos.
Anmeldung:
Priv. Doz. Dr. Dr. Franz-Josef Kramer
Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Universitätsklinikum Göttingen
Robert-Koch-Str. 40
37099 Göttingen
Tel.: (05 51) 3 92 28 80
Fax: (05 51) 39 92 17
e-mail: franz-josef.kramer@med.uni-goettingen.de
Fortbildungsreferent: Dr. Harald Salewski, Berliner Str. 28-30,
38226 Salzgitter Tel: (0 53 41) 8 48 30
17.6.2009, 19.00 Uhr – ca. 21.30 Uhr
Ort: Aula der Fachhochschule Wolfenbüttel, Salzdahlumer Str. 46,
38302 Wolfenbüttel
Erhalten oder Implantieren?
Referent: Prof. Dr. Dr. Hans-Jörg Staehle, Heidelberg
Bezirksstelle Lüneburg
Herzliche
Glückwünsche
zum Geburtstag!
Implantatprothetische Planung und Versorgung im
teilbezahnten Gebiss
6.4.2009 Dr. Hans-Joachim Eichler (90)
Amselweg 2, 21409 Embsen
Fortbildungsreferent: Dr. Axel Wiesner, Buchholzer Str. 7,
21271 Hanstedt, Tel. (0 41 84) 13 05
17.6.2009, 15.00 Uhr – ca. 18.00 Uhr
Referent: Dr. Torsten Mundt, Greifswald
Bezirksstelle Osnabrück
Fortbildungsreferent: Dr. Markus Firla,Hauptstr. 55,
49205 Hasbergen-Gaste, Tel. (0 54 05) 6 99 88
8.7.2009, 15.00 Uhr – ca. 18.00 Uhr
Ort: Steigenberger Hotel Remarque, Natruper-Tor-Wall 1,
49076 Osnabrück
6.4.2009 Dr. Hans Joachim Nef (88)
Gerichtsweg 12, 38229 Salzgitter
6.4.2009 Dr. Alfred Kasten (75)
Grotekamp 1, 38704 Liebenburg
14.4.2009 Dr. Gertrud Elberg (88)
Lindenstraße 53, 49191 Belm
Wegweiser durch den Steuerdschungel
14.4.2009 Dr. Gerhard Becker (70)
Mittlere Straße 14, 37603 Holzminden
Bezirksstelle Verden
16.4.2009 Dr. Fred Achenbach (99)
Charlottenburger Straße 19, GDA Alten­wohnheim, 37085 Göttingen
Referent: Rechtsanwalt Thomas Wohlfarth, Osnabrück
Fortbildungsreferent: Dr. Walter Schulze, Nordstr. 5,
27356 Rotenburg/W., Tel. (0 42 61) 36 65
27.5.2009, 18.00 Uhr – ca. 21.00 Uhr
Ort: Haags Hotel Niedersachsen, Lindhooper Str. 297, 27283 Verden
Mitarbeiterführung und Teamentwicklung –
Der Zahnarzt als Führungskraft
Referent: Dr. Frank Hagenow, Hamburg
19.4.2009 Dr. Karl-Heinz Klibor (87)
Fanny-Lewald-Ring 10, 38446 Wolfsburg
22.4.2009 Martin Bretschneider (88)
Menkestraße 27, 26419 Schortens
29.4.2009 Dr. Ursula Tusch (85)
Weberstraße 61, 49084 Osnabrück
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
319
auf-gelesen
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
man hat sich fast schon an permanente schlechte Nachrichten gewöhnt. Neben
allgemeinen Katastrophenmeldungen, die sich jetzt scheinbar nur noch um die globale
Finanzkrise drehen, gibt es seit Jahren immer wieder Meldungen über katastrophale
Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, die weltumspannend auftreten können.
Nach Aids, letztendlich von Affen auf Menschen übertragen, nach BSE bei Schafen und
Rindern, nach SARS, ausgehend von einigen Vogelarten, geht es jetzt ganz aktuell um eine
Erkrankung, bei der Grippeviren die auch Modifikationen von Vogelgrippeviren darstellen,
von Schweinen auf den Menschen übertragen werden können und eine weltweite
Pandemie befürchten lassen. Fast könnte man also meinen, es gäbe nur noch Katastrophen
mit entsprechenden Meldungen. Doch ganz so ist es nicht, denn des gibt auch noch – trotz
der vielen kleinen und großen Katastrophen der (all-)täglichen Praxis auch die kleinen
Freuden, beispielsweise beim Fortbilden mit Büchern. Gute Leseerfolge wünscht
Dr. Eckhard Jung
Die Zahnarztpraxis als Marke –
Qualität sichtbar machen
E
inzigartig, erfolgreich und unverzichtbar sein, wer möchte das
nicht? Egal ob als Mensch oder als
Zahnarzt und Unternehmer. Das Buch
der beiden Autoren gibt dazu praktische Tipps und Anregungen. Prof. Dr.
Dipl.-Volkswirt Helmut Börkircher ist
neben seiner Hochschultätigkeit auch
in verschiedenen Unternehmensberatungs- und GesundheitsmanagementFirmen tätig. Bekannt als Herausgeber
und Autor zahlreicher Publikationen
ist er auch maßgeblich beteiligt an
Software-Entwicklungen im Praxisund Klinikbereich. Dipl.- Wirtsch.-Ing.
(F.H.) Sabine Nemec ist Fachfrau für
Praxismarketing, Dipl.-ManagementTrainerin und Preisträgerin des Innovationswettbewerbs 2002 des ZukunftsInstituts von Matthias Horx. Ihr Experten-Netzwerk Nemec + Team ist auf die
Image-, Marketing- und Service-Beratung von Zahnarztpraxen spezialisiert.
In der heutigen Gesundheitswelt
kommt es nicht mehr nur darauf an,
seine Profession ordentlich zu betreiben, sondern auch wirtschaftliche
Kompetenz zu erwerben, um innerhalb der großen Konkurrenz bestehen
zu können. Viele der hier zusammengestellten Verfahrenstipps beherrschen gute Zahnarzt-Unternehmer sowieso – sozusagen von Natur aus, doch
in der komprimierten Form und Fülle
bietet das Buch eine gute Hilfe, die ei-
320 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
gene Strategie bei der Schaffung einer
einmaligen Praxis(-marke) zu überdenken und die vorhandene Qualität nach
außen zu kommunizieren. Doch bei alldem sollte nicht vergessen werden:
ganz ohne fachliche Kompetenz und
Geschicklichkeit geht es bei allem gut
gemeintem und gemachtem Marketing nicht.
Helmut Börkircher, Sabine Nemec:
Die Zahnarztpraxis als Marke – Qualität sichtbar machen
Band 1, 2005, 188 Seiten, 39,95, Deutscher Zahnärzte Verlag Köln, ISBN 9783-934280-80-9.
Die Zahnarztpraxis
als Marke – Von No-Name
zur Markenpraxis
I
m jetzt erschienenen zweiten Band
aus der Reihe »Die Zahnarztpraxis als
Marke« geht es vor allem darum, die
gut arbeitende kompetente Praxis als
Besonderheit, eben als Marke, am Gesundheitsmarkt zu etablieren. Dabei
spielen Techniken der Kommunikation
und des Umgangs mit Mitarbeitern, Patienten und Praxispartnern eine große
Rolle. Stilberatung für die Einrichtung
und richtige Farbensprache der Praxis
ist ebenso angesprochen wie der Umgang mit Medienvertretern und das
richtige Verhalten bei Presse- und oder
Fernsehterminen. Ob man allerdings
als Marken-Zahnarzt ständig die Nähe
zu den Medien suchen muss und ob jedes Mal die Zeit reicht, dem Tipp zu folgen bei Interviews in weißer Praxiskleidung diese vorher in Kamillentee zu
spülen, damit das Weiß im Scheinwerferlicht nicht überstrahlt, muss jeder
für sich entscheiden. Übrigens genauso,
ob der Tipp ernst gemeint ist, oder eher
mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist. Und natürlich, ob dieses Buch
zwingend in den Praxisbücherschrank
gehört – oder eben nicht.
Helmut Börkircher, Sabine Nemec:
Die Zahnarztpraxis als Marke – Von NoName zur Markenpraxis Band 2, 2009,
179 Seiten, 39,95, Deutscher Zahnärzte
Verlag Köln, ISBN 978-3-7691-3392-9.
Der Zahnarzt in der
Wirtschaftlichkeitsprüfung
N
icht jeder hat das Glück, im Falle
einer gerichtlichen Auseinandersetzung wegen Problemen
mit der Wirtschaftlichkeitsprüfung im
Rahmen zahnärztlicher Praxisführung,
sich juristisch kompetent selbst vertreten zu können. Doch der Autor dieses
Buches, Dr. Klaus Oehler aus dem niedersächsischen Osnabrück, beherrscht
beide Professionen und ist vielen Kolleginnen und Kollegen wegen zahlreicher Veröffentlichungen zu dieser Thematik bekannt. Das Buch, das 1997 zum
ersten Mal erschien, liegt jetzt in der
aktuellen dritten Auflage vor. Hinzugekommen sind das Kapitel zur Plausibilitätsprüfung, die komplette Überarbeitung und die Bema-Z-Positionen
Neu. Dr. med. Dr. med. dent. Klaus
Oehler ist auch Jurist und als Zahnarzt
und Arzt niedergelassen. Als Referent
für rechtliche Aspekte der zahnärztlichen Tätigkeit, berät er auch Anwaltskanzleien bei (zahn-)medizinischen
Gutachten. Die ersten zwei Drittel des
Buches beschäftigen sich mit allgemeinen Fragen und Daten zur Wirtschaftlichkeitsprüfung. Das letzte Drittel ist
ein Kommentar zu den Leistungen des
Bema-Z in Bezug auf spezifische Auswirkungen und Parameter bei der
zahnärztlichen Wirtschaftlichkeitsprüfung. Das Buch ist seit zwölf Jahren das
Standardwerk zu diesem Thema und
gehört definitiv in das Praxisbücherregal.
Klaus Oehler: Der Zahnarzt in der
Wirtschaftlichkeitsprüfung, 3. überarb.
und erw. Aufl. 2009, 403 Seiten, Deutscher Zahnärzte Verlag Köln, ISBN 9783-7691-3366-0.
ZKN amtlich
Medizinprodukte-Information
Vollzug des Medizinproduktegesetzes (MPG)
Hier: Sicherheitsrisiko bei Behandlungsstühlen
Handelsname: Dentaleinheit PROPHY RELAX
Dem Bundesinstitut für
Arznei­mittel und Medizinprodukte (BfArM) wurde
ein Vorkommnis gemeldet,
bei dem es durch Bruch
eines Lagers des Spindelmotors zu einem plötzlichen
Absacken des Patientenstuhles gekommen ist
D
as BfArM hat auf seiner Internetseite – www.bfarm.
de – die beigefügte Empfehlung veröffentlicht:
Instabile Behandlungsposition der
Dentaleinheit PROPHY RELAX
Referenz-Nr.: 1883/06
Das BfArM wurde über ein Vorkommnis im Zusammenhang mit der
Dentaleinheit PROPHY RELAX des Herstellers Hamapro (NL) bzw. Itter electronic (NL) informiert. Aufgrund eines
Lagerbruches im Spindelmotor sackte
der Patientenstuhl plötzlich, während
der Behandlung, nach unten ab. Bislang sind weder Informationen über
die eigentliche Ursache des Fehlers
noch über die tatsächliche Anzahl der
noch in Betrieb stehenden Einheiten,
wir erwarten allerdings eine eher geringe, zu gewinnen. Da ferner derzeit
kein verantwortlicher Hersteller bestimmbar ist, empfehlen wir, falls die
Behandlungseinheit noch in Betrieb
sein sollte, im Hinblick auf dieses spezielle Problem (siehe oben) deren technische Überprüfung.
Bei etwaigen Rückfragen wenden
Sie sich bitte an:
Bundesinstitut für Arzneimittel
und Medizinprodukte
Abteilung Medizinprodukte
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
53175 Bonn
Telefax: (02 28) 2 07-53 00
E-Mail: medprod@bfarm.de
Telefon: (02 28) 99-3 07-53 82
(Nichtaktive Medizinprodukte –
Herr Dr. Heinz)
Telefon: (02 28) 99-3 07-53 60
(In-vitro-Diagnostika – Herr Prof. Dr.
Siekmeier)
Telefon: (02 28) 99-3 07-53 84
(Aktive Medizinprodukte und
Medizintechnik – Herr Dr. Stößlein)
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrage
Günter Pultermann
Niedersächsisches Ministerium
für Soziales, Frauen, Familie und
Gesundheit, Hannover
l
Ihre Zahnärztekammer
im Internet:
www.zkn.de
5 | 20 0 9 · ZK N m i ttei lungen ·
321
ZKN amtlich
Aufbewahrungsfristen
Für die Aufbewahrung von Behandlungsunterlagen, Modellen und sonstigen Unterlagen gelten unterschiedliche Fristen. Die folgende
Übersicht soll den Umgang mit und die Verwaltung von Dokumenten erleichtern.
Art
Rechtsgrundlage
Aufbewahrungsfrist
Aufzeichnungen über die Leis­
tungen, die behandelten Zähne,
Befunde sowie die Behandlungsdaten
§ 12 Abs. 1 S. 1 der
Berufsordnung der
Zahnärztekammer
Niedersachsen (BO)
Mindestens 10 Jahre, soweit nicht nach gesetzlichen
Vorschriften eine längere Aufbewahrungspflicht besteht
Planungsmodelle für
ZE, PA, KFO
§ 12 Abs. 1 S. 2 der
Berufsordnung der
Zahnärztekammer
Niedersachsen (BO)
Zahnärztliche Modelle, die zur zahnärztlichen Dokumen­
tation notwendig sind, mindestens 2 Jahre
Röntgenaufnahmen und
Aufzeichnungen
§ 28 Abs. 3 RöV
10 Jahre
Aufzeichnungen
bei unter 18jährigen
§ 28 Abs. 3
Satz 2 RöV
Bis zur Vollendung des 28. Lebensjahres
wiederkehrende Prüfung
§ 18 RöV
Abs. 1 Nr. 5
5 Jahre
Abnahmeprüfung der Röntgeneinrichtung (auch Röntgenaufnahmen der Prüfkörper/Referenzbild)
§ 16 Abs. 2
Satz 5 i. V. m.
Abs. 4 RöV
Für die Dauer des Betriebs, mindestens jedoch 2 Jahre
nach Abschluss der nächsten vollständigen Abnahmeprüfung (die zuständige Behörde kann andere Fristen festlegen)
Röntgenaufnahmen bei der
Konstanzprüfung
§ 16 Abs. 3 i. V. m.
Abs. 4 RöV RöV
nach Abschluss der Aufzeichnung 2 Jahre (die zuständige
Behörde kann andere Fristen festlegen)
Mitarbeiterunterweisung
§ 36 Abs. 1 RöV
5 Jahre
helfende Personen
§ 36 Abs. 2 RöV
1 Jahr
Aufzeichnungen über
Einweisung/en
§ 18 Abs. 1
Nr. 1 RöV
für die Dauer des Betriebes
Alle Buchführungsunter­lagen
wie Aufzeichnungen, Inventare,
Bilanzen, alle ­Buchungsbelege
(z. B. ­Rechnungen, Lieferscheine,
Bankauszüge, Honorarabrechnungsblatt der KZV, ­Gehaltslisten,
Lohnkonten)
Abgabenordnung
§ 147
Steueränderungs­gesetz
vom 19.12.1998
10 Jahre
Sonstige Aufzeichnungen steuer­
licher Art, die nicht Buchungs­
belege sind
Abgabenordnung
§ 147
6 Jahre
Aufzeichnungen steuerlicher Art,
sofern nicht mehr für Steuern von
Bedeutung (§ 147 Abs. 3)
Abgabenordnung
§ 147
6 Jahre
Personalunterlagen
Jahresabschlüsse
Lohnkonten
Schriftwechsel der Praxen
6 Jahre
10 Jahre
10 Jahre
6 Jahre
Die Aufbewahrungsfristen sind auch bei Praxisaufgabe zu beachten. Bei Praxisübergabe sollte sichergestellt werden, dass der Praxisnachfolger die aufbewahrungspflichtigen Unterlagen übernimmt.
l
322 · ZK N M I T T EI LU N GEN · 5 | 20 0 9
n Ungültigkeit
von Zahnarztausweisen
Die Ausweise von
Georgios Rados
Gregory Kosloff
Dr. Horst Krüger
Zahnärzt
Nr. 4882
Nr. 6307
Nr. 2048
wurden verloren, gestohlen, beziehungsweise nicht zurückgegeben
und werden für ungültig erklärt.
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geboren am 4.5.1910, verstorben am 8.4.2008
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Telefon: (05 11) 8 33 91 ......................................... -0
E-Mail: info(at)zkn.de
Dr. Wolf Jeschonnek
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geboren am 13.7.1919, verstorben am 18.3.2009
n Vorstand
Präsident
Dr. Michael Sereny, msereny(at)zkn.de
Dr. Horst Seifert
Habichtsweg 55, 37075 Göttingen
geboren am 8.1.1920, verstorben am 21.3.2009
Hubert Doberschütz
Am Naturpark 4, 37586 Dassel
geboren am 8.8.1921, verstorben am 27.3.2009
Vizepräsident
Dr. Michael Ebeling, mebeling(at)zkn.de
Sekretariat
Assistentin des Vorstandes
Heidrun König, hkoenig(at)zkn.de ............. -102
n Geschäftsführung
Hauptgeschäftsführer
Jürgen Schwarz
n Zahnärzte Po – Z
ZFA-Ausbildung
Bez.Stelle Braunschweig, Göttingen,
Hildesheim, Lüneburg
Christa Kohl, chkohl(at)zkn.de ...................... -145
n ZFA-Ausbildung
Bez.Stellen, Osnabrück, Ostfriesland,
Stade, Verden, Wilhelmshaven
Beitragsermäßigungen und
Zuwendungen, Jobbörse
Sabine Koch, skoch(at)zkn.de ........................ -144
n Buchhaltung
Abteilungsleiter
Roland Gutsche, rgutsche(at)zkn.de .......... -121
n Zahnärztliche Stelle
Hildegard Sniehotta, hsniehotta(at)zkn.de -117
Veronika Weissbach,
vweissbach(at)zkn.de ................................ -118
n Ausbildung / Fortbildung,
Zahnärztliches Fachpersonal
Abteilungsleiter
Michael Behring, mbehring(at)zkn.de ...... -302
Sekretariat
Rena Umlandt, rumlandt(at)zkn.de ........... -310
Hildegard Schlömer
Dernburgstraße 17, 14057 Berlin
geboren am 5.5.1947, verstorben am 29.3.2009
Sekretariat
Christine Sinclair, csinclair(at)zkn.de ....... -109
Heike Nagel, hnagel(at)zkn.de ....................... -110
Ausbildung
Michael Behring, mbehring(at)zkn.de ...... -302
Ansgar Zboron, azboron(at)zkn.de ............ -303
Gisbert Decking
Goethestraße 5, 26603 Aurich
geboren am 8.3.1923, verstorben am 7.4.2009
n GOZ
Honorar- und Vermittlungsangelegenheiten
Heike Fries, hfries(at)zkn.de ............................ -115
Birgit Weiss, bweiss(at)zkn.de ....................... -181
n ZAN – Zahnärztliche Akademie
Niedersachsen,
Seminarverwaltung (Referenten)
Strukturierte Fortbildung
Gabriele König, gkoenig(at)zkn.de .............. -313
Zahnärztekammer Niedersachsen
Der Vorstand
n Berufsordnung, Rechtsabteilung
Heike Nagel, hnagel(at)zkn.de ....................... -110
n Pressestelle
Kirsten Eigner, keigner(at)zkn.de ............... -301
Martina Weinberger,
mweinberger(at)zkn.de .......................... -304
istockphoto © Don Saunderson
n Zahnärzte Hi – Pl
Weiterbildung Oralchirurgie
Agnes Schuh, aschuh(at)zkn.de .................... -142
n ZAN – Zahnärztliche Akademie
Niedersachsen
Seminarverwaltung (Teilnehmer)
Marlis Grothe, mgrothe(at)zkn.de ............. -311
n Personalstelle
Julia Meins, jmeins(at)zkn.de ........................ -176
n Dezentrale Weiterbildung,
Dezentrale Fortbildung der Bezirksstellen,
Winterfortbildungskongress
Ansgar Zboron, azboron(at)zkn.de ............ -303
n Technische Dienste
Abteilungsleiter
Wieland Speckmann, wspeckmann(at)zkn.de -361
n ZMP – Zahnmedizinische
Prophylaxeassistentin
Karen Schneider, kschneider(at)zkn.de .... -332
Sekretariat
Yvonne Fülling, yfuelling(at)zkn.de ......... -366
n Mitgliederverwaltung
Abteilungsleiterin
Heike Hengen, hhengen(at)zkn.de ............... -143
n Zahnärzte A – He
ZFA-Ausbildung
Bez.Stellen Hannover, Oldenburg
Holdine Schattschneider,
hschattschneider(at)zkn.de ..................... -141
n Jugendzahnpflege
Rena Umlandt, rumlandt(at)zkn.de ........... -310
n Praxisführung
Daniela Gaekel, dgaekel(at)zkn.de .............. -123
n Sonderveranstaltungen
(RKI, RöV), Internet-Auftritt
Christian Göhler, cgoehler(at)zkn.de ........ -315
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Strasse
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Telefon-Nr.
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Fax-Nr.
............................................................................................. (wichtig für Rückfragen!)
Kontoinhaber ..........................................................................................................................................
Bankinstitut ..........................................................................................................................................
Konto-Nr.
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BLZ
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Datum, Unterschrift des Auftraggebers ...........................................................................
Zeilenpreis (siehe oben)
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21.04.2009
12:53 Uhr
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Die Seiten für das zahnärztliche
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Freie Ärzteschaft
Aufruf zu bundesweiten Praxisschließungen und Mahnwache
Bundesvorstand und Regionalbeauftragte der »Freien Ärzteschaft« begrüßen nachdrücklich die vielen
geplanten Protestaktionen der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Um die vielen Einzelaktionen zu bündeln und die Wirkung unserer Proteste nachhaltig zu forcieren, rufen wir zu einer bundesweiten Protestwoche auf: vom 18. bis zum 23.5. werden – bei Aufrechterhaltung einer Notfallversorgung – zwischen Flensburg und Passau, zwischen Aachen und Frankfurt an der Oder die
Praxen geschlossen bleiben.
Bundesweit werden die Bürgerinnen und Bürger in Protest- und Informationsveranstaltungen in
dieser Woche verstärkt über die Auswirkungen einer krankmachenden Gesundheitspolitik ins Bild
gesetzt.
15%
WahlAus unseren Sprechzimmern tragen wir unseren Wahlkampf auf die Straße!
Gleichzeitig betrachten wir diese Protestwoche als gleichermaßen ernstes wie wütendes Signal an
den 112. Deutschen Ärztetag, der in dieser Woche in Mainz zusammentritt: wir fordern die Delegierten, die sich gerne und vollmundig als »Parlament der deutschen Ärzteschaft« titulieren, ultimativ auf,
die Tagesordnung des Ärztetages dergestalt umzuformulieren, dass aus einer ansonsten zu befürchtenden Nabelschau ein Fanal der ärztlichen Kampfbereitschaft gegenüber Ulla Schmidt und der sie
duldenden Bundeskanzlerin wird. Dem »Morbus Lauterbach« müssen wir mit Totalverweigerung begegnen!
Insofern ruft die »Freie Ärzteschaft« ebenfalls zu einer Mahnwache vor der Mainzer Rheingoldhalle,
dem Tagungsort des 112. Deutschen Ärztetages, auf. In ihrer Existenz bedrohte Kolleginnen und Kollegen werden den Repräsentanten der verfassten Ärzteschaft, die sich zunehmend hilflos und zudem
untereinander heillos zerstritten geriert, aufzeigen, wofür wir kämpfen müssen:
Wir kämpfen für den Erhalt unserer Freiberuflichkeit in wirtschaftlicher Unabhängigkeit!
Wir kämpfen für den Erhalt unserer Therapiefreiheit!
Wir kämpfen für den Erhalt der flächendeckenden wohnortnahen haus- und
fachärztlichen Versorgung!
Ziehen wir gemeinsam in den Wahlkampf – für ein Gesundheitswesen, dessen Koordinaten letztlich
immer noch wir bestimmen, wir Ärztinnen und Ärzte an der Basis, gemeinsam mit unseren Patientinnen und Patienten! Es ist möglicherweise unsere letzte Chance!
Aber: Gibt es eine größere und gewaltigere Formation in diesem Land als uns Ärztinnen und Ärzte mit
unseren Patientinnen und Patienten, um den Richtlinien der Politik die richtige Richtung zu weisen?
Trotz allem – immer n
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Ihre Ärzte in Schleswig für Sie da!
-Holstein.
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monatlich 8,50 Euro, Ihr
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der ambulanten medizini
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Jahr, 7 Tage die Woche,
24 Stunden am Tag.
Wir wollen, dass das so
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Leistung angemessen verg
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Bundesweite Praxisschließungen vom 18. bis 23. Mai!
Mahnwache in Mainz vor KBV-Vertreterversammlung (18. Mai) und
112. Deutschem Ärztetag (19. – 22. Mai)!
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z
Arpersönliches Wechsel-Plakat in der Heftmitte!
Ihr
bei Ihrem
Bündnis
rechnung
Direktab
Editorial
Dr. Julius Beischer
Einmachgummi
Wir haben mit zwei Behandlern fünf Behandlungszimmer. Alle sind bis in die Details identisch eingerichtet.
Trotzdem unterscheiden sie sich gravierend in einem Punkt:
Die Bilder, die dort hängen, sind sehr unterschiedlich. Es sind echte Gemälde von befreundeten Künstlern, die wir
gemietet haben und hin und wieder auswechseln. Einige »Lieblingsbilder« haben wir allerdings auch schon sehr lange
hängen.
Vor ein paar Wochen sprach mich in Zimmer fünf eine Patientin auf ein Bild an, welches sie wohl besonders faszinierend
fand. Ein Bild, das immer wieder zu Diskussionen mit den Patienten führt, weil es augentäuschend ist.
Auf einem weißen Hintergrund ist mit einem Leukoplast-
Streifen ein aufgeschnittener Einmachgummi festgeklebt.
Die meisten Betrachter fragen sich, was das soll, weil sie
davon ausgehen, dass hier ein Objekt – nämlich ein kaputter
Einmachgummi – mit einem Klebestreifen befestigt ist und das
Ganze als (moderne) Kunst daherkommt. So ähnlich wie Beuys’
»Fettecke«.
Die besagte Patientin hatte ebenfalls gefragt, was das darstellen solle, und unsere Helferin hat ihr dann schmunzelnd erklärt, dass sowohl der Einmachgummi als auch der
Leukoplast-Streifen augentäuschend gemalt und nicht etwa
echte Gegenstände sind.
Der Überraschungseffekt ist immer wieder groß und manche
stehen auf und betasten das Bild vorsichtig, obwohl sie
vorher auch nicht weiter als eineinhalb Meter entfernt auf
­
dem Behandlungsstuhl sitzen und das Bild betrachten können.
So ist es auch dieser Patientin gegangen, und seitdem ist
sie von dem Bild begeistert, wie sie mir strahlend berich­
tete.
»Und wissen Sie was?«, erzählte sie mir lachend. »Die Frau
Müller (die natürlich anders heißt), die ja schon seit
zwanzig Jahren bei Ihnen Patientin ist, hat neulich bei
­
einer Geburtstagsfeier zu mir gesagt, sie könne nur eines
­
nicht verstehen: warum die Zahnärzte in dem einen Raum
Einmachgummis an den Wänden hängen hätten.
­
Als ich ihr dann sagte, die seien gar nicht echt, sondern
gemalt, da fiel sie aus allen Wolken!«
Jetzt musste ich natürlich auch lachen und dachte mir, wie schön, wenn dieses Konzept aufgeht: Kunst soll zur Diskussion anregen und das tut sie offensichtlich; in unserem Falle lenkt sie außerdem von dem angstbelasteten Geschehen in der Praxis ab, und das soll dem Behandler und
den Helferinnen Recht sein.
Dr. Julius Beischer
2
Geb.-Nr.
2009 GOÄ
E
ntfernung eines unter der
Oberfläche der Haut oder
der Schleimhaut gelegenen
fühlbaren Fremdkörpers
Geb.-Nr. 2010 GOÄ
Entfernung eines tiefsitzenden Fremdkörpers auf operativem Wege aus
Weichteilen und/oder Knochen
Ist ein Zahn frakturiert und muss
ein Teil des Zahnes entfernt werden,
ohne dass der Zahn insgesamt extrahiert/osteotomiert wird, so kann
diese Leistung mit der Geb.-Nr.
2009/2010 GOÄ berechnet werden.
Kleiner Pieks –
Frühjahr Tetanu
N
ach Angaben des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI)
steigen besonders im
Frühjahr und Sommer
die Ansteckungsraten für Tetanus­
infektionen an, die zum lebensbedrohlichen Wundstarrkrampf führen
können. Wer sich viel draußen aufhält, sollte jetzt seinen TetanusImpfschutz überprüfen. In Deutschland gibt es keinen Impfzwang.
Trotzdem sollten Sie Impfen nicht als
Kinderkram abtun. Sinnvoll sei eine
Auffrischung des Tetanus-Impfschutzes alle zehn Jahre. TetanusBakterien kommen weltweit vor und
finden sich vor allem im Erdboden.
Kleinste Verletzungen beim Sport
oder bei der Gartenarbeit reichen,
damit die Erreger in den Körper
­gelangen ­können. »Dort bilden sie
einen gefährlichen Giftstoff, der
schwerste Muskelkrämpfe auslösen
ZKN SPECIAL · 5 | 2009
Krankheitsüberträger
Z
Foto: abou tpixel.de / no_ mis
große Wirkung: Im
us-Schutz überprüfen
kann«, ­erklärt der Infektionsmediziner Peter Walger
vom BDI. Auch durch Hunde- oder Katzenbisse oder
Kratzer ­können die Tetanus-Bakterien übertragen werden. Den besten Schutz vor einer Ansteckung mit der
auch Wundstarrkrampf genannten Krankheit bietet die
Impfung. ­Allerdings werde das im Erwachsenenalter
häufig vergessen, erläutert der BDI: So seien mehr als
95 Prozent der Vorschulkinder geimpft, aber nur die
Hälfte aller Erwachsenen. Auch wenn die letzte TetanusImpfung schon mehr als zehn Jahre zurückliegt, reicht
laut Walger eine einzelne Impfung aus. Selbst nach einer
Verletzung und möglichen Ansteckung könne noch geimpft werden. Je schneller die Impfung erfolgt, desto
FVDZ Newsletter, 15.4.2009
wirksamer sei sie.
5 | 2009 · ZKN SPECIAL
Frühlingsschrecken
Zecken
Sobald es sieben
Grad warm ist,
werden Zecken
wieder aktiv – und
können bei einem
Biss schwere Krankheiten übertragen
Foto: aboutpixel.de / bilder hascher
ecken haben es gern
feucht und warm. Sobald
der Winter geht, werden
die winzigen Krankheits­
überträger wieder aktiv. In den vergangenen Monaten hat die
Kälte ihre Population wohl nur unwesentlich dezimiert, berichtet der
Leiter des Nationalen Referenz­
labors für durch Zecken übertragene
Krankheiten am Friedrich-LöfflerInstitut Jena, Jochen Süss. »Sobald
es sieben Grad warm ist, werden
sie wieder aktiv« – und können bei
einem Biss schwere Krankheiten
übertragen. Zum einen ist das die
praktisch in ganz Deutschland verbreitete Borreliose. Sie wird von
Bakterien übertragen und kann zu
erheblichen chronischen Schäden
führen. Gar tödlich ausgehen kann
eine Infektion mit Viren, die die so­
genannte FSME auslösen, eine
schwere Erkrankung des Nerven­
systems. »Jede dritte Infektion mit
den Viren führt zu einer Erkrankung«, sagt der Chefarzt der Neurologischen Klinik der Universität Freiburg, Reinhard Kaiser. Wegen der
schweren Folgeschäden rät Kaiser
dringend zur ­vorbeugenden Impfung.
Etwa 30 bis 40 Prozent der an FSME
Erkrankten seien auf Monate, meist
auf Jahre arbeitsunfähig. Kaisers
Wissenschaftler-Kollege Süss kritisiert die schlechte Impfbereitschaft
in Deutschland. Selbst in Risikogebieten wie etwa am Bodensee oder
im Schwarzwald liegt der Anteil der
Geimpften zwischen 20 und höchstens 40 Prozent, obwohl die Krankenkassen in den ausgewiesenen
­Risikogebieten die Kosten dafür
übernehmen. »Erst ab 60 Prozent
und mehr sinkt aber der Anteil der
Erkrankungen ­signifikant«, sagt
Impfexperte Süss und verweist aufs
Nachbarland Österreich, wo die Quote inzwischen bei 90 Prozent liegt.
Gute Erfahrungen gebe es in Thürin-
gen und Bayern ­damit, die Eltern
von Kindern anzusprechen, die in die
Schule kommen. Dadurch sei die
Impfquote unter den Kindern relativ
schnell auf 40 bis 50 Prozent gestiegen. Während es für FSME wenigstens eine vorbeugende Impfung gibt,
sind die Mediziner bei der Borreliose
darauf begrenzt, die ausgebrochene
Krankheit mit Antibiotika zu behandeln. Im Anfangs­stadium funktioniere das ganz gut, bestätigt Süss. Später könnten dann allerdings nur noch
die Symptome behandelt werden.
Die im Handel ­erhältlichen Mittel zur
Zeckenabwehr hätten fast alle gar
keine oder nur eine sehr geringe
Wirkung: ­»Dafür sind sie alle ziemlich teuer«, sagt Süss.
FVDZ Newsletter, 20.3.2009
3
Gleichberechtigung
Unter Wert – Frauen in der Geschichte
I
n Bier- und Proseccorunden,
in Fabriken und Universitäten, an Stammtischen, in Plenarsälen
und in Talkrunden: Die Beziehungen, Spannungen und
­Leidenschaften zwischen den Geschlechtern spielen immer wieder
eine herausragende Rolle im Denken, Fühlen und Handeln der Menschen, unter anderem auch weil sie
entscheidend sind für ein gelingendes Zusammenwirken eines an Humanität und Toleranz orientierten
staatlichen Gemeinwesens. Bereits
die griechisch-römischen, aber auch
die jüdisch-christlichen Kulturen
­haben in diesem Kontext ein Frauenbild geprägt, dessen Ausläufer bis
heute zu spüren sind: Die Frau als
ein dem Mann untertäniges Geschöpf, zuständig für Herd und Familie, aber ansonsten ein Wesen, das
spätestens mit seiner Verheiratung
von vielen uns heute selbstverständlichen Rechten ausgeschlossen war.
Nicht nur die Kirchen, sondern auch
viele der Aufklärung verbundene
Philosophen haben dieses Bild noch
verstärkt. Rousseau erklärte in diesem Zusammenhang, dass aus seiner Sicht die Frau eigens dazu geschaffen sei, dem Manne zu gefallen,
und auch Kant stand dem nicht nach
und behauptete in seinem Nachlass,
dass das weibliche Geschlecht
»mehr gut Gemüt und Herz als Charakter« habe.
Es waren maßgeblich also Männer, die das gesamte Spektrum des
gesellschaftlichen, kulturellen und
politischen Lebens über Jahrtausende hinweg beherrschten und die
auch die Debatten über die Stellung
der Frau führten. Diese maskuline
Dominanz hatte natürlich auch Auswirkungen auf das Rollenverständnis der meisten Frauen. August Bebel hatte 1880 nicht Unrecht, als er
in seinem Buch »Die Frau und der
Sozialismus« schrieb, dass die Männer selbst die Ursache dafür gelegt
hätten. Vor diesem Hintergrund ist
4
es nicht erstaunlich, dass Frauen
bis weit in das 19. Jahrhundert hinein in der Literatur und Geschichte
eine bemerkenswert untergeordnete
Rolle spielten. Da nimmt es nicht
Wunder, dass in dem neuesten, sehr
lesenswerten Buch von Professor
Carl-Hans Hauptmeyer mit dem Titel: »Geschichte Niedersachsens«
im Personenregister 189 Namen
verzeichnet werden, von denen nur
14 Frauen sind. Dem Autor ist kein
Vorwurf zu machen, denn gemessen
an den historischen Parametern
konnte keine höhere Zahl dabei herauskommen. Dennoch drückt sich
die Wirklichkeit darin nicht aus.
Unbestreitbar ist, dass Monarchen, Fürsten, Adlige und später
Staatsmänner die Geschicke einer
Stadt, eines Herzogtums oder eines
Königreiches bestimmten. Sie haben
Urkunden signiert und Recht gesprochen und waren gleichzeitig
kaum jemandem Rechenschaft
schuldig. In dieser Männerwelt gab
es aber immer auch Frauen, die mit
ungeheurem Mut, Zähigkeit und
Kraft für ihre Überzeugungen eingetreten sind und für sie gekämpft haben. Eine der bemerkenswertesten
war die Französin Olympe de Gouges
(1748-1793). Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, kämpfte sie für
die Rechte der Frauen, schrieb Bücher und Theaterstücke und verfasste eine Deklaration mit dem Titel:
»Erklärung der Rechte der Frau und
Bürgerin.« In Artikel 1 formulierte
sie: »Die Frau wird frei geboren und
bleibt dem Manne gleich in allen
Rechten«. Ihre Forderung: »Die Frau
hat das Recht, das Schafott zu besteigen. Sie muss gleichermaßen
das Recht haben, die Rednertribüne
zu besteigen«, fand eine tragische
Erfüllung, denn sie wurde 1793 in
Paris für ihr Ansinnen mit dem Tode
auf dem Schafott bestraft.
Aber wir müssen nicht ins Ausland schauen, um Frauen zu finden,
die auch und gerade heute noch Vor-
bilder für Zivilcourage und Tapferkeit
in einer nicht gerade frauenfreund­
lichen Umgebung gewesen sind.
Herzogin Elisabeth, die 1542 als Witwe gegen größte Widerstände die
Reformation in Calenberg-Göttingen
durchsetzte und damit nicht nur
­konfessionelle, sondern auch tiefe
kulturelle Spuren hinterließ, gehört
ganz sicher dazu. Erinnert werden
sollte aber auch an Herzogin Anna
Amalia (1739-1807). Sie war eine
braunschweigische Prinzessin und
wurde mit 16 Jahren nach Weimar
vermählt. Bereits zwei Jahre später
starb ihr Mann. In ihren Lebenserinnerungen schrieb sie: »Man verheiratete mich so, wie gewöhnlich man
Fürstinnen vermählt.« Eugen Roth
hat zu dieser Gepflogenheit einmal
gedichtet: »Dass eine Freifrau wirklich frei war, glaubt wohl nur der, der
nicht dabei war.« Alles, was auf der
ganzen Welt heute mit der Bezeichnung »Weimarer Klassik« verbunden
wird, geht auf die Initiativen dieser
bewundernswerten Frau zurück.
­Ohne ihr Wirken, würde den Namen
Weimar heute wahrscheinlich kaum
noch jemand kennen. Das Gesicht
­einer ganzen Stadt hat nicht unmaßgeblich die Gemahlin von Herzog
­Georg-Wilhelm in Celle mit bestimmt: Eleonore de Elbreuse (16391722). Kulturelle Aktivitäten wie zum
Beispiel der Bau des Schlosstheaters, die Gründung von Reformierten
Kirchengemeinden und ein Toleranzedikt, das Lutheranern, Katholiken,
Reformierten und Juden Gottesdienste erlaubte, sind auch Ergebnisse ihres Einflusses.
Vor dem Hintergrund dieser
­Ereignisse wird deutlich, wie beschwerlich der Weg war, um die
­Formulierung in Artikel 3 unseres
Grundgesetzes »Männer und Frauen
sind gleichberechtigt« durchzusetzen. Es ist viel erreicht, aber es
bleibt auch noch viel zu tun.
Jürgen Gansäuer ,
rundblick, 30.3.2009
ZKN SPECIAL · 5 | 2009
E
ine neue Studie ergab,
dass Männer durch bewusste Verdrängung ihren
Hunger besser unterdrücken können als Frauen
(PNAS 2009, online vorab). Frauen
können zwar wie Männer das subjektive Hungergefühl verdrängen, in ihrem Hirn aber nagt der Hunger
weiter. Die Forscher hatten die Ak­
tivität ausgewählter Hirnregionen
bei 23 Probanden untersucht, davon
13 Frauen und 10 Männer, die 17
Stunden gefastet hatten. Anschließend sollten die Teilnehmer entweder an ihre Lieblingsspeise denken,
oder mit Hilfe so genannter kognitiver Inhibition verdrängen, also einer
bewussten Unterdrückung ihrer
­Gedanken ans Essen. Der Gedanke
an das Lieblingsgericht verstärkte
bei Frauen und Männern gleichermaßen nicht nur den Wunsch danach, sondern auch die Gesamt­
aktivität des Gehirns. Die bewusste
Unterdrückung des Hungers führte
bei beiden Geschlechtern zu einer
Verringerung des Wunsches nach
Nahrung. Bei den Frauen allerdings
drang dieser Effekt nicht ins Gehirn,
das hochaktiv blieb. Bei Männern
hingegen führte die Unterdrückung
auch zu einer Abnahme der Aktivität
der limbischen und paralimbischen
Hirnregionen, die unter anderem für
Gefühle und Motivation zuständig
sind. Die vorliegenden Forschungsergebnisse zeigen, dass diese Regionen für die Überwindung des Hungergefühls bedeutsam sind. Ihre
Störung begünstigt Übergewicht und
Fettleibigkeit, vermuten die Forscher.
Übergewicht ist einer der Hauptfaktoren für die Entstehung von HerzKreislauf-Erkrankungen, Zuckerkrankheit und Gelenkschäden.
FVDZ Newsletter, 30.1.2009
5 | 2009 · ZKN SPECIAL
foto : photocase / boing
Männer
können
Hunger
besser unterdrücken
als Frauen
Sicherheit
Feurige Angelegenheit:
Sicher grillen
Beim Grillkauf auf GS- und Q-Zeichen achten
Tropfendes Fett erzeugt Krebs erregenden Rauch
E
gal ob im Garten oder auf
dem Balkon - Grillen gehört im Sommer zu den
Lieblingsbeschäftigungen
der Deutschen. Bis zu 90
Millionen Mal pro Jahr wird der Grill
hierzulande angeworfen. »Immer
wieder kommt es dabei allerdings zu
schweren Unfällen, verursacht durch
Leichtsinn oder ungeeignete Ausrüstung«, betont Michael Reitz von TÜV
Rheinland. »Der Grillfreund sollte
deshalb schon beim Kauf darauf
achten, dass das Gerät auch auf
schiefem Untergrund sicher und
­stabil steht und keine scharfen
Ecken und Kanten aufweist.« Grundsätzlich gilt: Wer sich für einen Grill
mit GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit von TÜV Rheinland entscheidet,
ist auf der sicheren Seite. Grills mit
dem Q-Signet garantieren zusätzlich
gute Grillqualität – durch gleichmäßige Hitzeverteilung, einen höhenverstellbaren Rost, schnelle Grill­
bereitschaft und hohe
Reinigungsfreundlichkeit.
Noch immer entscheiden sich
rund 80 Prozent der Grillfans für einen klassischen Holzkohlegrill – trotz
komplizierter Bedienung und langer
Wartezeit von mindestens einer halben Stunde. So lange dauert es näm-
lich, bis die Grillkohle richtig durchgeglüht ist. »Schneller geht es mit
einem Gasgrill«, sagt Michael Reitz.
»Schon nach etwa zehn Minuten erreicht der die ideale Temperatur von
260 Grad.« Wichtig für die Sicherheit:
Gasflaschen niemals in der Sonne,
sondern möglichst kühl lagern. Wer
es noch bequemer will, entscheidet
sich für einen Elektrogrill. Diese
Geräte sind ohne lange Vorbereitungszeit überall dort einsatzbereit,
wo eine Steckdose vorhanden ist,
auch in der Wohnung.
Richtig Spaß macht Grillen aber
nur im Freien! Doch auch hier sollte
man einige Sicherheitstipps beherzigen: »Zum Anzünden von Holzkohle
keine Anzünd-Beschleuniger wie
Spiritus und Benzin verwenden«, rät
der Experte. Es besteht Verpuffungsgefahr und gesundheitsschädigende
Dämpfe können entstehen. Ungefährlich sind flüssige Spezial-Anzünder oder Anzündwürfel. »Außerdem ist es aus Gesundheitsgründen
empfehlenswert, die Grillzutaten
in Aluschalen zu erhitzen«, sagt
­Michael Reitz. »Abtropfendes Fett
erzeugt nämlich Rauch, der Krebs
erregendes Benzypren enthält.«
Und das schmeckt keinem Grillfan!
med-dent-magazin, 6/2008
5
Zahnärztliche Akademie Niedersachsen
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für Zahnärztliches Fachpersonal und Praxiszahntechniker
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Zeißstraße 11a · 30519 Hannover
Telefon (05 11) 8 33 91-311 · Telefax (05 11) 8 33 91-306
Ansprechpartner: Marlis Grothe
5.6.2009
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ErwachsenenProphylaxe: PSI – Code 0 bis 2
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Freitag, 19.6.2009 von 9.00 bis 18.00 Uhr
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20.6.2009
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Zufriedene Parodontitis-Patienten bleiben Geld für eine
fundierte Vorbehandlung und Recall
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Die bedarfsgerechte, befundabhängige professionelle Zahnreinigung
– Dentiküre praktisch –
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Die Kunst der professionellen Betreuung unserer PAR- und Prophylaxepatienten ist die richtig »dosierte« Behandlung im geeigneten Zeitintervall.
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l Instrumentenkunde, Spezialitäten
l Systematik bei der Bearbeitung von Zahn- und Wurzeloberflächen sowie Furkationen
l Griff- und Abstütztechnik
l Ergonomie, rückenschonendes Arbeiten, Patientenlagerung
l direktes und indirektes Instrumentieren
l Maschinelle Instrumentation mit Schall- und Ultraschall, Vor- und Nachteile
l Befunderhebung, Anamnese, BOP, PSI, 6-Punkt-Messung, erfassen aller parodontaler Befunde
l Durchführung der professionellen, bedarfsorientierten Politur
l Manuelles + maschinelles Schleifen von Handinstrumenten
Referentin: Sabine Sandvoß, Hannover
Samstag, 13.6.2009, 9.00 – 18.00 Uhr
Kursgebühr: € 215,–
Max. 10 Teilnehmer
Kurs-Nr. F 0928
Anmerkung: Eine Materialliste wird nach verbindlicher Anmeldung zugesandt.
6
ZKN SPECIAL · 5 | 2009
ZahNärZtetag ’09
Gesundheitsrisiko
ZahNärZtetag
PD Dr. rainer
Buchmann,
Düsseldorf
Parodontologie:
Zeitgemäß und
patientengerecht
Prof. Dr. Dr. henning
Schliephake,
göttingen
Erkennung bis
zur Therapie – Mund­
höhlenkarzinom
Prof. Dr. Lothar
Pröbster, Wiesbaden
Adhäsiv befestigte
indirekte Restauratio­
nen. Vom Inlay bis zur
Klebebrücke – eine
kritische Bestands­
aufnahme aus der
Sicht der Praxis
Betül hanisch,
Freiburg
Erscheinungsbild und
Umgangsformen
Rauchen in der
Schwangerschaft
bedeutet jahrzehntelange
Nachwirkungen für das Kind
D
ass Rauchen in der Schwangerschaft das ungeborene
­Kinder schwer belastet und häufig zu Fehlgeburten führt,
hat sich mittlerweile herumgesprochen. Weniger bekannt
sind die Spätfolgen.
Kohlenmonoxyd, Stickoxyde, Nikotin, Blausäure,
­Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Teer, Kadmium – was schwangere
Raucherinnen ihren Kindern an Schadstoffbelastung zumuten, ist
­ungeheuerlich. Nikotin verengt die Gefäße und verringert die Durchblutung der Plazenta. Kohlenmonoxyd führt beim Ungeborenen zu
chronischem Sauerstoffmangel. Folgen sind eine Unterversorgung mit
Nährstoffen, ein langsames Wachstum und ein Untergewicht bei der
Geburt. Als besonders giftig gilt das Schwermetall Kadmium.
Rauchen in der Schwangerschaft fördert auch eine spätere Allergieanfälligkeit: Ekzeme und Asthma treten bei Kindern von Raucherinnen bis zu fünfmal häufiger auf als bei Kindern von Nichtraucherinnen.
Bei mehr als zehn Zigaretten täglich steigt das Risiko für den plötz­
lichen Säuglingstod um den Faktor sieben.
Zu den Langzeitfolgen des Rauchens in der Schwangerschaft zählen schwedische Untersuchungen zufolge auch Leukämie und andere
Krebsarten. Deutlich erhöht (um 22 Prozent) ist ferner das Risiko für
Verhaltensauffälligkeiten, Lernstörungen und Hyperaktivität. Vor
­diesem Hintergrund kann die häufig ausgesprochene Meinung, dass
ein Rauchstopp während der Schwangerschaft das Ungeborene belaste und die werdende Mutter doch besser weiterrauche, nur als grob
fahrlässig bezeichnet werden – jede Zigarette weiniger während der
Schwangerschaft bedeutet für das Kind einen Gewinn an Gesundheit
und Lebensqualität.
Während der Stillzeit sind Babys rauchender Eltern durch schadstoffbelastete Muttermilch und durch rauchgeschwängerte Luft übrigens doppelt belastet. Deshalb muss nicht nur die Mutter so früh wie
möglich mit dem Rauchen aufhören, sondern auch der Vater.
ZMF- uND
ProPhyLaxeKoNgreSS
Sabine Bertzbach,
Bremen
Ängstlicher Patient
Zahnärztekammer
Niedersachsen
Wie auch 2007
führen die
Zahnärztekammern Niedersachsen und
Bremen den
Zahnärztetag
mit angeschlossenem ZMFund ProphylaxeKongress durch
Jiri Sedelmayer,
hamburg
Die Auswahl von
Hilfsmitteln zur
mechanischen
Plaquekontrolle
PD Dr. rainer
Buchmann,
Düsseldorf
Parodontologie inter­
disziplinär. Relevanz
für die Praxis
Betül hanisch,
Freiburg
Erscheinungsbild und
Umgangsformen
herbert Prange,
thomasburg
Elegante Psychologie
für die Praxis und das
halbe Leben
26. September
2009
Congress
Centrum
Bremen
pronova BKK
5 | 2009 · ZKN SPECIAL
7
Foto : CFW- ar chiv / INGKUNFS
Schon gewusst?
Das Kreuz mit dem Kreuz ...
Wussten Sie, dass beim Heben von 10 kg mit ausgestrecktem Arm die Bandscheiben Ihrer Lendenwirbel­
säule mit 30 kg und 23 bar belastet werden? Das entspricht einem halben VW Käfer und dem 10-fachen
Reifendruck. Vorsorge und rückengerechtes Verhalten
erhöhen die Lebensdauer Ihrer Wirbelsäule.
lebensart, 03/2009
Körperwärme
ersetzt Batterie
Stadtkinder sind häufiger
krank
Kinder in Großstädten sind häufiger chronisch krank
als Kinder, die auf dem Land aufwachsen. Zu diesem
Ergebnis kommt eine repräsentative Studie, für die das
Forsa-Institut 1008 Personen mit mindestens einem Kind
im Alter bis sechs Jahren befragt hat. 28 Prozent der
Mütter und Väter sagen, dass ihr Kind an einer chronischen Erkrankung leidet. Neurodermitis (14 Prozent) lag
dabei deutlich vor Heuschnupfen (5 Prozent) und Asthma
(3 Prozent). In kleinen Orten mit weniger als 5000 Einwohnern waren 83 Prozent der Kinder beschwerdefrei,
in Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern dageFVDZ Newsletter, 18.3.2009
gen nur 65 Prozent.
Mandeln stärken die
Darmflora
Die fetthaltigen Kerne haben präbiotische Eigenschaften
Mandeln regen offenbar das Wachstum gesunder Darmkeime an – etwa von Bifidobakterien. Dies bezeichnet
man als präbiotische Wirkung. Das geht laut »Apotheken
Umschau« aus Studien des britischen Institute of Food
Research in Norwich hervor. In einem künstlichen Darmmodell erhöhten fein gemahlene Mandeln den Anteil
gesunder Darmbakterien stärker als handelsübliche
Präbiotika. Da entfettete Mandeln diese Wirkung nicht
aufwiesen, gehen die Forscher davon aus, dass vor allem
das Fett in den Mandeln präbiotisch wirkt.
www.med-dent-magazin.de, 4/2009
Ein mp3-Player, der mit Körperwärme betrieben wird?
Das ist keine Zukunftsmusik, sondern gegenwärtiger
Forschungsstand, wie das Fraunhofer-Institut für Inte­
grierte Schaltungen (IIS) berichtet. Ingenieure des Instituts hätten einen weltweit einzigartigen Spannungswandler entwickelt, der mit minimalen Eingangsspannungen
ab 20 Millivolt arbeiten kann. Bei zwei Grad Temperaturunterschied – wie zwischen menschlicher Haut und
Raumklima – liefere ein Thermogenerator zusammen
mit dem neuen Spannungswandler bis zu vier Milliwatt.
Werde die Energie über längere Zeit gesammelt und in
einer Batterie gespeichert, können damit auch größere
Energieverbraucher wie mp3-Player betrieben werden.
Denkbar sei auch ein Einsatz der kleinen und entsprechend günstig herzustellenden Spannungswandler in der
Medizintechnik, in Gebäude-, Kraftfahrzeug-Automati­
sierungstechnik und in der Logistik.
zm 99, Nr. 7 A, 1.4.2009, (862)
Abwrackprämie
für ausgediente Handys
Nach dem Vorbild der Umweltprämie für Altautos bietet
das Unternehmen asgoodas.nu aus Frankfurt (Oder) nach
eigenen Angaben nun die Abwrackprämie für alte Handys
an. Hintergrund sei der Einbruch bei den Handy-Verkaufszahlen. Rund 85 Euro könnten Abgeber von ausgedienten Handys im Schnitt erzielen.
www.med-dent-magazin.de, 3/2009
21.04.2009
12:53 Uhr
M a i 20 0 9
erbroschür
e
tetag ’09
ZMFund
ProphylaxeKong
Das ZKN-SPECIAL ist eine Beilage zu den
monatlich von der Zahnärztekammer Niedersachsen
herausgegebenen »ZKN MITTEILUNGEN« .
H 46427
Bitte beacht
en Sie
in diesem
Heft die
Sond
Zahnärz
ANZ_KVSH:ANZ_KVSH
5|09
ress
26.
Die monatliche Zeitschrift
fürSept
alle niedersächsischen Zahnärzte
ember 200
Congress
9
Centrum
Bremen
Seite 1
Freie Ärzteschaft
Aufruf zu bundesweiten Praxisschließungen und Mahnwache
Bundesvorstand und Regionalbeauftragte der »Freien Ärzteschaft« begrüßen nachdrücklich die vielen
geplanten Protestaktionen der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Um die vielen Einzelaktionen zu bündeln und die Wirkung unserer Proteste nachhaltig zu forcieren, rufen wir zu einer bundesweiten Protestwoche auf: vom 18. bis zum 23.5. werden – bei Aufrechterhaltung einer Notfallversorgung – zwischen Flensburg und Passau, zwischen Aachen und Frankfurt an der Oder die
Praxen geschlossen bleiben.
Bundesweit werden die Bürgerinnen und Bürger in Protest- und Informationsveranstaltungen in
dieser Woche verstärkt über die Auswirkungen einer krankmachenden Gesundheitspolitik ins Bild
gesetzt.
15%
Wahlkampf
Aus unseren Sprechzimmern tragen wir unseren Wahlkampf auf die Straße!
Gleichzeitig betrachten wir diese Protestwoche als gleichermaßen ernstes wie wütendes Signal an
den 112. Deutschen Ärztetag, der in dieser Woche in Mainz zusammentritt: wir fordern die Delegierten, die sich gerne und vollmundig als »Parlament der deutschen Ärzteschaft« titulieren, ultimativ auf,
die Tagesordnung des Ärztetages dergestalt umzuformulieren, dass aus einer ansonsten zu befürchtenden Nabelschau ein Fanal der ärztlichen Kampfbereitschaft gegenüber Ulla Schmidt und der sie
duldenden Bundeskanzlerin wird. Dem »Morbus Lauterbach« müssen wir mit Totalverweigerung begegnen!
Insofern ruft die »Freie Ärzteschaft« ebenfalls zu einer Mahnwache vor der Mainzer Rheingoldhalle,
dem Tagungsort des 112. Deutschen Ärztetages, auf. In ihrer Existenz bedrohte Kolleginnen und Kollegen werden den Repräsentanten der verfassten Ärzteschaft, die sich zunehmend hilflos und zudem
untereinander heillos zerstritten geriert, aufzeigen, wofür wir kämpfen müssen:
Wir kämpfen für den Erhalt unserer Freiberuflichkeit in wirtschaftlicher Unabhängigkeit!
Wir kämpfen für den Erhalt unserer Therapiefreiheit!
Wir kämpfen für den Erhalt der flächendeckenden wohnortnahen haus- und
fachärztlichen Versorgung!
Ziehen wir gemeinsam in den Wahlkampf – für ein Gesundheitswesen, dessen Koordinaten letztlich
immer noch wir bestimmen, wir Ärztinnen und Ärzte an der Basis, gemeinsam mit unseren Patientinnen und Patienten! Es ist möglicherweise unsere letzte Chance!
Aber: Gibt es eine größere und gewaltigere Formation in diesem Land als uns Ärztinnen und Ärzte mit
unseren Patientinnen und Patienten, um den Richtlinien der Politik die richtige Richtung zu weisen?
Trotz allem – immer noch
Ihre Ärzte in Schleswig-Hofür Sie da!
lstein.
durch Ihren
Gesundheits- andlung
o
3 Monate Beh l wie oft: 29,34 Eur
ega
Kinderarzt,
39,00 Euro
en:
geh
2 Mal essen
o
Eur
88
: 49,
1 Mal tanken
idt.
Mit einer aufwändigen,
überregionalen Anzeigenserie
gibt das Bundesministerium
für
Erklärungen zur Honorarsituation Gesundheit derzeit
der niedergelassenen
Ärztinnen und Ärzte ab.
Die Berechnungen des Ministeriums
über vermeintliche
Honorarzuwächse sind
geeignet, eine Neiddebatte
zu schüren und von den
tatsächlichen Problemen
im
Gesundheitswesen abzulenken:
Seit Jahren ist der Bereich
der ambulanten medizinischen
Patientenversorgung unterfinanziert!
Durch die von der
Politik beschlossene Reform
der ärztlichen Vergütung
hat
sich die Situation für die
des ohnehin sehr kostenbewussten
ist keine Anzeige
DasSchleswig-Holstein
Ärzte in
noch verschlechtert. Es drohen
Bundesministeriums wurden
weitere
Gesundheit. Hierfür
für Honorarverluste.
keine Steuergelder
verschwendet.
Hierdurch wird sich der
in einigen Regionen des
Landes
bereits spürbare Ärztemangel
weiter verschärfen. Für die
Patienten bedeutet das
längere Wege und zunehmende
Wartezeiten.
www.kvsh.de
FAKT IST:
Ihr Hausarzt bekommt
für die Grundversorgung
eines Patienten einmal
im Quartal rund 36 Euro,
das sind 12 Euro im Monat
– unabhängig davon,
wie oft der Patient kommt.
Ihr Orthopäde erhält
monatlich 8,50 Euro, Ihr
Augenarzt knapp 7 Euro.
Diese Beträge decken auf
Dauer nicht einmal die Praxiskosten. Damit wird die
Meint Ihre Arztpraxis:
auch von
hochqualifizierte medizinische der Politik gewollte,
Versorgung gefährdet.
Deshalb:
Bundesweite Praxisschließungen vom 18. bis 23. Mai!
Mahnwache in Mainz vor KBV-Vertreterversammlung (18. Mai) und
112. Deutschem Ärztetag (19. – 22. Mai)!
Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Martin Grauduszus, Hans-Peter Meuser, Dr. Peter Loula, Dr. Ewald Proll, Wieland Dietrich
Freie Ärzteschaft e.V., Erkrath
Noch sind die 5.100 Ärzte
und Psychotherapeuten
in
ganz Schleswig-Holstein
immer für Sie da. 365 Tage Praxisstempel
im
Jahr, 7 Tage die Woche,
24 Stunden am Tag.
V.i.S.d.P. Martin Grauduszus, Bergstr. 14, 40699 Erkrath,
Tel. (0 21 04) 138 59 75, Fax (0 21 04) 44 97 32
www.freie-aerzteschaft.de · www.stoppt-die-e-card.de · www.gesundheitswahlkampf.de
mail@freie-aerzteschaft.de
Wir wollen, dass das so
bleibt.
Leistung angemessen vergütet Darum muss ärztliche
werden. Damit sich die
Gespräche in den Praxen
wieder um das Einzige drehen,
was zählt: die Gesundheit
unserer Patienten.
5 | 20 0 9 · ZK N M I T T EI LU N GEN ·
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hen Ulla Schm
und Patient zählt
Noch 17 Woc
Zwischen Arzt
kurz:
Alle kommen zu beim Kinderarzt: 27,53 Euro (KV Westfalen-Lippe)
3 Monate Behandlung
nicht:
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Krankenkasse: 245.000
Nur die Krankenkassenchefs
von der Techniker
Klusen
Jahresgehalt Norbert
150 Mrd. Euro. Doch
die
fließt viel Geld. Insgesamt
Zehntel für die Ärzte,
Krankenversicherung
der gesetzlichen
nur etwa 15 %. Eineinhalbfür die Krankenhäuser, für
nicht Im System
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Ärzte gibt es davon
Eine Bürobrauchen. Der Rest
Vorkasse. Sie wollen wer- für die niedergelassenen
sind, wenn Sie sie
Bürokratie verbraucht.
ab oder verlangen
so bezahlt
Tag und Nacht da
für eine undurchsichtige
weisen keine Patienten für ihren Dienst am Menschen
das für Sie
anderes, vor allem
Deutschlands Ärzte
Reformen lassen
sie müssen
Medikamente und
Patienten leiden.
verstoßen. Aber
können. Ulla Schmidts
die Ärzte und die
gegen Gesetze
gut behandelt werden
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den, dass die Patienten
was sie am besten die Chancen, die eine
wieder das tun,
Ergreifen Sie
auch, wissen
in ihren Praxen
nicht mehr zu.
bereit sind,
Die Ärzte wollen
2009. Wie bislang
Vernunft aller Bundesbürger:
dass Sie nicht mehr
für das erste Vierteljahr Erst Monate nach der Behand- Die Ärzte appellieren an die
Ihre Wahl deutlich,
eine Abrechnung
werden.
Machen Sie durch
Ärzte machen jetzt
Behandlung erhalten wirtschaften. Die ärztlichen Selbstver- Bundestagswahl bietet.
hinzunehmen.
was sie für ihre
Auch
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die Ärzte nicht,
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den Betrag. Damit
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die Krankenkassen
lands Ärzte.
281
07.05.09 22:44
nur eins: Vertrauen
Deutschlands.
allen Regionen
Versorgung in
die Honorare
eine gute ärztliche der Ärztinnen und Ärzte. Aber Das ist der
Die Ärzte wollen
adäquate Vergütung System der ärztlichen Honorare. DeutschDazu gehört eine
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Dagegen protestieren
Vieles ist neu
zu verdanken.
sinken deutlich.
von Ulla Schmidt
Gesundheitsreform
Endlich den Wechsel in
der Gesundheitspolitik
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Arzt oder Zahnar
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Ihr
persönliches Wechsel-Plakat in der Heftmitte!
Bündnis
e.V.
unabhängiger
Vereinigung
zte e.V.
Vertragszahnär
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Seele and Geist
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