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Hier gehts bald zu wie in einem Bienenstock - Kleingartenverein

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28.4.2014
www.das-ist-rostock.de/artikel/50345_2014-04-28_hier-gehts-bald-zu-wie-in-einem-bienenstock/?type=98
Hobby-Imkerin Sonja Schweinitz und Hobby-Kleingärtner Sebastian Neun inmitten eines Apfelbaums, so wie ihn die Bienen lieben: Er
steht im künftigen Bienengarten und in voller Blüte (für Farbe bitte anklicken). Foto: Renate Gundlach
28.04.2014 | BildungWest | Stadtleben > Bildung > Laubenpieper richten Rostocks ersten Bienen-Lehrgarten her
Hier geht's bald zu wie in einem Bienenstock
Rostocks erster Bienen-Lehrgarten – neben der Schau-Imkerei im Zoo –
entsteht in der Kleingartenanlage "Luftwarte" hinterm Westfriedhof. Die
Honigbienen sollen die Pflanzen der umliegenden Gärten bestäuben und Honig
produzieren – und als Anschauungsobjekte für den außerordentlichen Nutzen
dieser Insekten und ihre Gefährdung dienen.
"Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben", soll Albert Einstein gesagt haben. Dass da
etwas dran ist, liegt für Sonja Schweinitz und Sebastian Neun auf der Hand. Um zum Weiterbestehen der nützlichen Insekten
beizutragen, haben sich der Hobby-Kleingärtner und die Hobby-Imkerin zusammengetan: Auf einer freien Parzelle in Sebastian Neuns
Kleingartenanlage "Luftwarte" am Groß Schwaßer Weg richten sie einen Bienen-Lehrgarten ein.
"Die Parzelle war frei geworden, die Laube darauf baufällig. Kleingärten ohne Laube sind aber ausgesprochen schwer zu verpachten.
Deshalb haben wir überlegt, was wir mit diesem Grundstück anfangen können", erklärt der Vorsitzende der Kleingartenkolonie, wie der
Bienengarten seinen Anfang nahm. Ihm und seinen Mit-Laubenpiepern ist natürlich klar, wie wichtig Bienen auch für ihr Hobby sind –
und viele von ihnen wussten auch um die Gefährdung der Bienen in unserer Zeit. "Monokulturen in der Landwirtschaft führen dazu, dass
die Bienenvölker verhungern, wenn die Pflanzen einmal abgeblüht sind. Insektizide, Pestizide und eingeschleppte Krankheiten tun ihr
Übriges", so Sebastian Neun. So entstand die Idee, auf der freien, 368 Quadratmeter großen Parzelle Bienen anzusiedeln.
Bienen lieben ungefüllte Blüten, an deren
Pollen sie mit ihrem Rüssel leicht
herankommen – und das am besten von
Über den Imkerverband lernte Sebastian Neun Sonja Schweinitz kennen, die in ihrer
Freizeit Bienen züchtet. Sie musste nicht lange überzeugt werden: "Ich bin Naturfreundin,
öko im Herzen und möchte etwas für die Bienen tun. Die Idee eines Bienen-Lehrgartens
finde ich absolut lobenswert." Sie geht für das Projekt auch finanziell in Vorleistung: Um die
150 Euro koste die Anschaffung eines Bienenvolkes inklusive Zubehör. Zwei bis drei sollen
voraussichtlich im Mai auf der Parzelle hinterm Westfriedhof ihr neues Zuhause finden.
"Vielleicht kommt später über den Honigverkauf wieder etwas Geld herein. Aber das ist
nicht mein vorrangiges Ziel. Das Imkern ist mein Hobby – und das kostet nun mal, wie viele
Hobbys, auch Geld", sagt die 41-Jährige, im Hauptberuf Englisch-Dozentin und –
Übersetzerin.
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Sie steht genauso wie der fünf Jahre jüngere Sebastian Neun für eine sich abzeichnende
Trendwende: Nach der Wende klagten Imker wie Kleingärtner zunehmend über
Nachwuchssorgen. Was dazu führte, dass es von beiden immer weniger gab – und die, die
es gab, waren zunehmend älter. Seit einigen Jahren scheinen sich auch jüngere wieder für beide Gebiete zu interessieren, vermutlich
auch dank eines Rückbesinnens auf Natur, gesunde und ökologische Lebensweise, Nachhaltigkeit.
Frühling bis in den Herbst hinein. Foto:
Renate Gundlach
Auf eine Bienenart haben Imkerin und Kleingärtner sich geeinigt: Apis mellifera carnica, die "Kärntner Biene". "Sie ist nicht stechlustig
und schwarmträge. Das heißt, sie bleibt eher in ihrem Stock als andere Arten, die sich gern mit einer neuen Königin selbstständig
machen, wenn die Umstände dazu verleiten", sagt die Imkerin. Zudem sei diese Zuchtbiene typisch für die Gegend. Die ursprünglich
heimische "Dunkle Biene" komme nur noch selten vor, wurde von anderen Arten verdrängt. "Ich finde den Gedanken sympathisch,
vielleicht später diese hier anzusiedeln. Aber dazu muss ich mich genauer damit beschäftigen." Auch, um eventuell Sorgen ihrer
Imkerkollegen und der Kleingärtner fachkundig begegnen zu können: Erstere fürchten um die "Reinheit" ihrer Zuchten. Und die
Laubenpieper möchten keinesfalls eine aggressive, stechlustige Wildbiene in ihrer Kolonie haben.
Von dem Einzug der Bienen an sich erhoffen sie sich großen Nutzen: mehr und besseren Ertrag in ihren Schrebergärten. "Studien
besagen, dass Pflanzen bei natürlicher Bestäubung durch Bienen mehr, größere und aromatischere Früchte hervorbringen", bestätigt sie
Sonja Schweinitz. Sie und Sebastian Neun wollen mit ihrem Projekt vor allem auch etwas für den Ruf der Bienen tun. Indem sie
Besuchern des Gartens zeigen, wie nützlich sie tatsächlich sind, wie sehr der Mensch auf sie angewiesen ist – und wie sehr er sich selbst
schadet, wenn er den Bienen schadet. Mit Vorträgen, Führungen, vielleicht Filmvorstellungen etwa des Streifens "More than Honey"
wollen sie das erreichen. Vor allem auch bei Kindern und Jugendlichen, die den Bienen-Lehrgarten im Unterricht besuchen könnten.
Im Juni, Juli sollte er dafür bereit sein. "Ich habe Kontakt zu einem Rostocker Imker aufgenommen, der mir Bienen zur Verfügung stellt.
Sie brüten seit ein paar Woche. Spätestens im Mai kann man Ableger abnehmen und woanders ansiedeln", erklärt Sonja Schweinitz.
Sebastian Neun und seine Garten-Nachbarn haben unterdessen die baufällige Laube abgerissen, Fördermittelanträge gestellt und
begonnen, die Parzelle als "Bienenweide" herzurichten.
"Wir haben bei der Ospa-Stiftung 3000 Euro beantragt, von denen wir eine neue Laube bauen wollen. In der einerseits das ganze
Imker-Werkzeuge Platz findet, andererseits aber auch ein Raum entsteht für die Veranstaltungen." Er hofft auf weitere Zuwendungen
aus Fördermitteln des Landes über den Kleingartenverband. Freuen würde er sich über Spenden für die Technik im
Veranstaltungsraum – Computer, Fernseher, Flip-Chart… Erstes Saatgut für die Bienenweide hat ihm der Deutsche Imkerbund gratis
zur Verfügung gestellt – und ist auch schon gesät.
"Ein paar Pflanzen könnten wir noch gebrauchen. Lavendel etwa haben wir noch gar nicht." Den mögen die Bienen besonders gern,
wirft Sonja Schweinitz ein, so wie die meisten mediterranen Küchenkräuter. Hauptsächlich sollen aber einheimische Pflanzen auf der
Parzelle die Bienen nähren. Sogenannte Bienentrachtpflanzen sind zum Beispiel Obstbäume, Thymian, Melisse, aber auch Spargel,
Löwenzahn, Wildrosen. "Wichtig ist, dass möglichst die gesamte Bienensaison über vom Frühjahr bis in den Herbst etwas blüht", sagt
Sonja Schweinitz. Die Blüten sollten nicht gefüllt sein und der Rüssellänge der Bienen entsprechen. Und sie sollten keinesfalls chemisch
behandelt sein.
Weiterführende Links:
Mehr über den Bienengarten auf der Webseite des Kleingartenvereins "Luftwarte"
Ab Juni, Juli sollte der Bienengarten den Betrieb aufnehmen können. „Wenn sich die Völker gut entwickeln, können in einem bis zu 50
000 Bienen entstehen“, sagt Sonja Schweinitz. Von denen auch alle anderen Rostocker im Umkreis mit einem Radius von etwa acht
Kilometern profitieren dürften.
Kontakt zu Sebastian Neun bekommen potenzielle Spender und Interessenten für die Führungen und Veranstaltungen ab
voraussichtlich Juni, Juli über die Mail-Adresse info ( at ) kgv-luftwarte.de.
SERVICE
Bienenlockmittel
Über diese einheimischen Pflanzen in Ihrem Garten freuen sich die fleißigen Honigsammlerinnen besonders:
Stauden und Zwiebelgewächse: Schneeglöckchen, Krokus, Leberblümchen, Gänsekresse, Lungenkraut, Silberwurz, Steinkraut,
Vergiss​
meinnicht, Maiglöckchen, Goldnessel, Fette Henne, Zier​
mohn, Kugeldistel, Sonnenhut, Lavendel, Beinwell
Kräuter: Thymian, Ysop, Schnittlauch, Boretsch, Salbei, Weinraute, Zitronenmelisse, Salbei, Bärlauch
Blumen: Goldmohn, Reseda, Cosmea, Malve, Katzenminze, Gamander, Phacelia, Tagetes, Kornblume, Sommerazalee,
Sonnenblume, Senf, Aster, ungefüllte Dahlie, Herbstanemone, Goldrute
Renate Gundlach
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