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In Huchting bauen wie in Oberneuland - Bremische Evangelische

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praktisch
praktisch
Projekte auf der Kita-Bauliste 2
Die Kita in Woltmershausen,
ein Neubau für sieben
Gruppen.
Der Siegerentwurf für das
Kita- und Gemeindezentrum
in Hemelingen.
So wird die Kita St. Georg
nach Fertigstellung aussehen.
Seit einem Kirchentagsbeschluss 2012 stehen 15
Millionen Euro für dringende (Teil-)Neubauten
bzw. größere Umbaumaßnahmen im KitaBereich zur Verfügung. Diese bis 2018 vorgesehenen Baumaßnahmen finanziert die
Bremische Evangelische Kirche ausschließlich aus
Kirchensteuermitteln, Zuschüsse der Stadt gibt es
nicht. Sieben Projekte stehen auf der sogenannten
Bauliste 2:
• St. Georg: Der 6-gruppige Neubau (inkl. Krippe)
ist im Bau und soll im kommenden Frühjahr fertig
werden.
• Hemelingen: 4-gruppiger Neubau von Kita und
Gemeindehaus, Umsetzung nicht vor 2018, vorbehaltlich der Finanzierung. Der Siegerentwurf des
Architektenwettbewerbs ist bereits gekürt.
• Walle: Auch hier ist ein Neubau für vier
Gruppen geplant, der Architektenwettbewerb dürfte sich zum Sommer entscheiden, die Umsetzung
vorbehaltlich baurechtlicher und finanzieller
Voraussetzungen ist ca. 2018 zu erwarten.
• Unser Lieben Frauen: Die Gemeinde gibt ihr
Zentrum am Schwachhauser Ring auf, am KitaStandort Gerhart-Hauptmann-Straße entsteht ein
Teil-Neubau für Gemeinde und Kita, die fünf
Gruppen (inklusive Krippe) umfassen soll. Der
Architektenwettbewerb wird in Kürze ausgelobt.
• Dreifaltigkeits-Kita (Vahr): größerer Umbau mit
Erweiterung von Gruppenräumen, die Kita zieht
während der Bauzeit an den Standort ChristusKirche. Bauzeit: voraussichtlich ab Sommer 2014.
• Heilig Geist-Kita (Vahr): größerer Umbau wie am
Standort Dreifaltigkeit, zeitlich nach dem dortigen
Umbau
• Thomas-Gemeinde (Kattenesch): Gespräche mit
der Gemeinde laufen derzeit.
Alle Bauvorhaben betreffen „stabile Standorte“, an
denen auch in Zukunft Kita-Plätze stark nachgefragt
werden. Gleichzeitig sind an diesen Standorten
die Gebäude besonders sanierungsbedürftig bzw.
müssen für eine zeitgemäße Kita-Arbeit ersetzt
werden.
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BEK Forum Mai 2014
Wird ein Gebäude umgebaut, gelten die seit 2008
gültigen Quadratmetervorgaben: Pro Kind müssen
dann 2,5 Quadratmeter plus 0,5 Quadratmeter
in einem Differenzierungsraum zur Verfügung
stehen (früher zwei Quadrameter). Im U3-Bereich
müssen es 5,5 Quadratmeter pro Kind sein (inklusive Schlafraum). Beim Außengelände müssen
10 Quadratmeter pro Kind zur Verfügung stehen.
Solange ein Gebäude nicht verändert wird, gilt
„Bestandsschutz“.
Die BEK baut – auch dank eigener Bauabteilung
– günstiger als die Stadt mit ihrem Träger Kita
Bremen: Eine Gruppe kostet etwa 400.000 bis
450.000 Euro, Kita Bremen und andere Träger kalkulieren mit mindestens 500.000 Euro, was auch
bundesweit als unterste Kostenmarke gilt. „Die
energetischen und rechtlichen Auflagen steigen
ständig, was die Baupreise zusätzlich hochtreibt,
z.B. durch Vorschriften zur Müll-Kühlung“, klagt
Axel Krause, Leiter der BEK-Bauabteilung. An der
St. Georgs-Kita spart sich die Stadt den Schallschutz
an der nahen Bundesstraße 75 – macht aber gleichzeitig Auflagen für Schallschutzfenster für den zur
Straße weisenden Frontbereich der Kita, in dem
sich aber gar keine Gruppen oder Spielflächen
befinden.
Im U3-Bereich liegt Bremen trotz des
Krippen-Booms der letzten zehn Jahre bei der
Versorgungsquote noch unter 40 Prozent. Auch
hier wird sich das Platzangebot absehbar erhöhen
müssen. „Kinder werden noch früher in Krippen
sein bzw. von der Krippe in die Kita nachwachsen“, prognostiziert der Landesverband.
Teilweise werde es in neu- oder umgebauten
Einrichtungen auch Platz-Reduktionen in kleinem
Umfang geben, um stabil und mit guter Qualität
in die Zukunft gehen zu können. „St. Georg
ist die einzige Einrichtung, wo wir zusätzliche
Plätze schaffen“, betont Dr. Carsten Schlepper.
„Andernorts werden wir bei Neubauten nicht eins
zu eins ein identisches Platzangebot schaffen, sondern leicht reduzieren, um die Einrichtungen stabil
in die Zukunft zu führen.“ Qualität bedeute auch,
Überschaubarkeit zu gewährleisten. „Die Größe
muss handhabbar bleiben, das ist für Eltern wie für
Leitungen und Teams wichtig.“
text Matthias Dembski
fotos Kita St.Georg/BEK-Bauabteilung/
Matthias Dembski
Eine neue Kita für die St. Georgs-Gemeinde in
Huchting, genau so modern und schick, vom selben
Architekturbüro entworfen, wie der vor nicht allzu langer Zeit in Oberneuland eröffnete Kita-Neubau – was
hat es damit auf sich? – Das gut 50 Jahre alte Huchtinger Kita-Gebäude genügt den Anforderungen der heutigen Kita-Arbeit vorn und hinten nicht mehr. Baulich
und energetisch ist es ein Sanierungsfall, über die Jahre
wurde die ursprünglich dreigruppige Einrichtung immer wieder erweitert, um den räumlichen Anforderungen z.B. für die integrative Arbeit zu genügen. Dennoch platzt das Haus aus allen Nähten, die Gruppenräume sind eng, nachträglich eingebaute Hochebenen
sollen Ausweich-Spielflächen bilden. Mehrere Gruppen teilen sich einen zentralen Wasch- und Toilettenraum im Charme der sechziger Jahre. Der Sozial- und
Besprechungsraum für die Mitarbeiterinnen befindet
sich längst in einem Nachbargebäude, weil er einem
Differenzierungsraum weichen musste.
„Aufpeppen macht keinen Sinn mehr“
„Wir haben heute 26 Mitarbeiterinnen, ausgelegt war
das Haus mal auf drei Erzieherinnen, eine Leiterin und
eine Praktikantin“, erläutert Gudrun Goltz, Leiterin der
Kita St. Georg. 95 Kinder essen heute in der Kita zu
Mittag, ursprünglich stand nur eine normale Haushaltsküche zur Verfügung. Anbauen und Umbauen, Auslagern und Umnutzen hat in dieser Kita Tradition. 1997
kam die vierte Gruppe dazu, die fünfte musste 2002 im
benachbarten Gemeindehaus untergebracht werden.
„Immer fehlten Kita-Plätze“, erinnert sich die Leiterin.
Was als Provisorium für zwei Jahre geplant war, verstetigte sich über 12 Jahre. „Wir sind Schwerpunkthaus
In Huchting
bauen wie in Oberneuland
für die Inklusion, das Frühförderzentrum hat nebenan eine Dependance und benötigt auch Räume, aber
in unserer Ganztagseinrichtung sind alle Kapazitäten
immer voll genutzt. Außerdem brauchen wir dringend
Platz für eine Krippengruppe, die wir längst einrichten wollten.“ Vor zehn Jahren sei schon zudem klar
gewesen: Das energetisch schlechte Haus weiter aufzupeppen, macht keinen Sinn – die Kita braucht einen
Ersatz-Neubau. Über drei Millionen Euro investieren
Gemeinde und BEK aus Kirchensteuermitteln allein für
die St. Georgs-Kita – ohne einen Cent von der Stadt.
Insgesamt nimmt die BEK bis 2018 etwa 15 Millionen
Euro in die Hand – zusätzlich zu den jährlich 1,2 Millionen Euro für den Bauunterhalt aller Kitas.
Entwurf für die Kita in St. Georg. Mit Anpassungen aus
planerischen und konzeptionellen Gründen vor allem
im Innenraum entsteht in Huchting ein fast identischer
Bau wie in Oberneuland. „Mich bewegt sehr, dass in
einem sozialen Brennpunkt nach demselben Standard
gebaut wird wie in einem Oberschicht-Stadtteil“, sagt
Kita-Leiterin Gudrun Goltz. „Das ist ein gutes Signal
für den Stadtteil und die Familien, aber auch für unser
Kita-Team.“ Für die Bremische Evangelische Kirche,
betont deren Kanzlei-Chef Dr. Johann-Daniel Noltenius, sei nie etwas anderes in Frage gekommen. „Wir
messen nicht mit zweierlei Maß.“
Gemeindegrundstück für die Kita
Der Bau in St. Georg wächst jeden Tag weiter – ein
kleiner Bauausschuss aus Kirchenvorstand, Kita-Leiterin und Pastorin begleitet das Vorhaben, Architektin
Anja Gentner aus der BEK-Bauabteilung hat die baufachliche Aufsicht. „Im Oktober 2015 wird unsere Kita
50 Jahre – und dieses Jubiläum im neuen Gebäude mit
der Einweihung zusammen zu feiern, ist eine großartige Vorstellung“, sagt Nicole Steinbächer. Die KitaKinder bearbeiten das Neubau-Thema bis zum Umzug
auf künstlerische und handwerkliche Weise. „Bauen
ist unser Jahresthema“, erklärt Gudrun Goltz. Täglich
rollten die schweren Bau-Fahrzeuge an der bisherigen
Kita vorbei. „Das ist für Kinder natürlich spannend und
wir greifen das auf. Von der Kita-Andacht zum Turmbau zu Babel über ein eigenes Maurer-Projekt mit
selbstgemischtem Mörtel, selbstgebastelten Modellen
bishin zu Bauhelmen aus Pappmaché reicht die kreative Palette.“
„Für die St. Georgs-Gemeinde ist die Kita ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt der Gesamt-Gemeinde.
Deshalb haben wir verschiedene Möglichkeiten auch
der Gemeindehaus-Erweiterung zugunsten der Kita
durchgespielt. Doch schnell war klar: Das Gemeindegrundstück am Fleet, das an den Park links der Weser
grenzt, soll die Kita für einen Neubau bekommen“,
erläutert Pastorin Nicole Steinbächer. Das in die Jahre gekommene Gemeindehaus wird später umgebaut,
übergangsweise nutzt die Gemeinde in dieser Zeit die
alte Kita, die später abgerissen werden soll.
Entwurf aus Oberneuland angepasst
Das Berliner Architektenbüro KSV Krüger Schuberth
Vandreike, das mit seinem Entwurf für die Kita in
Oberneuland den ersten Preis gewann, liefert auch den
Kreatives Themenjahr „Bauen“ in der Kita
Gute Kommunikation mit den Nachbarn
Mit den Nachbarn, für die die teils laute Baustelle
nicht so vergnüglich ist, gebe es ein gutes Einvernehmen, betont die Pastorin. „Wir haben alle Beteiligten
frühzeitig persönlich eingeladen und informiert. Als
Bäume gefällt werden mussten, haben wir sehr sensibel kommuniziert, warum das nötig ist und wie das
Außengelände später aussehen und welche Ersatzpflanzungen es geben wird.“ Über eine feste Rubrik
im Gemeindebrief und über Berichte in der Gemeindevertretung gibt es laufende Informationen zum Baufortschritt und zu den Aktivitäten in der Kita, wo man
der Fertigstellung schon entgegen fiebert. Bis dahin
werden aber wohl noch einige Bagger gemalt und
Modelle gebaut werden.
k
kontakt
Gudrun Goltz, Leiterin Kita St. Georg
Telefon 0421/58 31 77
kita.st-georg-huchting@kirche-bremen.de
Axel Krause, Leiter der Bauabteilung
Telefon 0421/55 97-277
krause@kirche-bremen.de
Anja Gentner, Architektin Region Süd
Telefon 0421/55 97-295
gentner@kirche-bremen.de
www.kirche-bremen.de
BEK Forum Mai 2014
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