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Das Experiment: Schulunterricht wie in der DDR - Schulmuseum

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Das Experiment: Schulunterricht wie in der DDR | MDR.DE
artour | MDR FERNSEHEN | 08.09.2011 | 22:05 Uhr
Das Experiment: Schulunterricht wie in der
DDR
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"artour"-Beitrag
von Michael Marten
Links in MDR.DE
DDR-Geschichte im Unterricht
Die ehemalige Lehrerin Elke Urban veranstaltet
Unterrichtsstunden, wie sie sich zu DDR-Zeiten hätten
zugetragen haben können. So wird für Jugendliche
Geschichte hautnah erlebbar. Für das Experiment wird
Elke Urban aber auch kritisiert. "artour" stellt das
Projekt vor und spricht mit der Pädagogin Elke Urban
über Linientreue und Bildung in der Diktatur.
Traditionskabinett mit Lerneffekt:
Besuch im Schulmuseum
Ihre Meinung: Schulunterricht à la
DDR - was halten Sie von dem
Versuch?
Audios/Videos
DDR-Geschichte im Unterricht
Die Stunde beginnt mit "Für Frieden und Sozialismus - Seid
bereit! Immer bereit!" und zieht dann alle Register der DDRPädagogik. Ein Experiment, in das sich schon viele heutige
Schulklassen hinein begeben haben: Seit 2006 hat Elke Urban
über 400 Stunden gehalten. Das Experiment zeigt verblüffende
Wirkungen. Jugendliche, die bisher mit dem Wort Linientreue
nicht viel anfangen konnten, freuen sich, zum Gruppenleiter
ernannt zu werden. Kollektivstrafen werden ausgesprochen.
Wer aufbegehrt, wird aus dem "Klassenkollektiv"
ausgeschlossen ... Die subtilen Mechanismen für Anpassung
und Duckmäusertum funktionieren in Urbans Experiment auch
heute noch ziemlich berechenbar.
Geschichte erleben
Elke Urban bekommt für dieses Experiment aber auch viel
Kritik, meist von ehemaligen Lehrern aus der DDR. Es seien
vor allem diejenigen, die ihre besondere Unterrichtsstunde
jedoch noch nicht besucht haben, sagt Urban.
Geschichtsschreibung ist nie objektiv, besonders wenn die
Zeitzeugen sich an der Aufarbeitung der Geschichte beteiligen.
Vieles wird vergessen, anderes in der Rückschau geschönt.
War es schlimm, dass man ein mit Werbung bedrucktes T-Shirt
aus dem Westen nicht tragen durfte? Dass eine Mitschülerin
von der Lehrerin gehänselt wurde, weil sie gelegentlich zur
Christenlehre ging? Urbans Stunde ist neuer Zündstoff für alte
Diskussionen.
Unterrichtsvorbereitung anhand alter Lehrpläne und
Vorgaben
Elke Urban war selbst Lehrerin, bevor
sie in den 1970er-Jahren ihren Dienst
quittierte – aufgrund der
pädagogischen Vorgaben, nach denen
Lehrer in der DDR unterrichten sollten.
Sie wollte nicht mitspielen, wie sie es
heute jeweils für eine Stunde lang sehr
http://www.mdr.de/artour/artour158.html
09.09.2011
Das Experiment: Schulunterricht wie in der DDR | MDR.DE
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gut kann. Doch sie bekam weiterhin
viel vom Unterricht an der
Schulmuseum Leipzig
sozialistischen Schule mit: Vier ihrer
fünf Kinder gingen an eine POS, eine Polytechnische
Oberschule. Außerdem hat Elke Urban alte Lehrpläne und
Vorgaben studiert und mit über 200 Zeitzeugen gesprochen,
um die idealtypische Stunde zu kreieren, die sicher manchmal
zugespitzt, aber ganz und gar nicht frei erfunden ist. Die
Konfrontation mit dem Schulunterricht aus DDR-Zeiten hat
Folgen: Die Jugendlichen von heute merken, wie schnell man
sich anpasst und mitschwimmt und wie schnell einem die
Gegenargumente ausgehen können. Die Diskussion über Vorund Nachteile des sozialistischen Schulsystems wird neu
angeregt und manchmal merken Lehrer auch, so Elke Urban,
was sie früher falsch gemacht haben.
Elke Urban (vorne links) vor
angehenden Lehrern im
"artour" stellt das Experiment des erlebbaren Unterrichts vor
und spricht mit Elke Urban, die heute Leiterin des
Schulmuseums Leipzigs ist.
Zuletzt aktualisiert: 08. September 2011, 12:13 Uhr
© 2011 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
http://www.mdr.de/artour/artour158.html
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Seele and Geist
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