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Leben wie in der Steinzeit - erlebnis-steinzeit.ch

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Dienstag, 15. Mai 2012 / Nr. 113
Kanton Luzern
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NachrichteN
Rechnung
mit Mehrertrag
28
Leben wie in der Steinzeit
HErgiswil red. Die laufende
Rechnung der Einwohnergemeinde
schliesst mit einem Plus von
knapp 240 000 Franken. Dies bei
einem Aufwand von 14,33 Millionen Franken. Zum Mehrertrag
beigetragen haben unter anderem
höhere Steuereinnahmen.
Wartezeiten auf
Kantonsstrasse
EscHolzmatt red. Am Montag,
21. Mai, starten die Bauarbeiten
auf der Kantonsstrasse im Abschnitt Kapelle St. Katharinen bis
Raiffeisenbank. Bis Ende September 2012 werden Werkleitungen
erstellt, neue Randabschlüsse versetzt und ein neuer Belag eingebaut. Während der Bauzeit ist mit
Wartezeiten zu rechnen.
Neue Leute in
Kommissionen
scHüPfHEim red. Die 92 Stimmberechtigten der Gemeindeversammlung wählten am letzten
Mittwoch die Mitglieder Kommissionen für die Amtsperiode 2012–
2016. Weiter genehmigte die Gemeindeversammlung die Rechnungen 2011 (1,3 Millionen Plus),
einen Sonderkredit über rund
0,5 Millionen Franken für die Sammelstelle Schächli, einen Baukredit
über gut 330 000 Franken für den
Umbau des Spitexgebäudes.
HINWEIS
 In der Controllingkommission sitzen
Thomas Schmid (Präsident, FDP, neu), Stefan
Felder (CVP, neu), Franz Studer-Murpf (CVP),
Andreas Dahinden (SVP). Die Mitglieder der
Bildungskommission sind Urs Limacher
(Präsident, CVP, neu), Markus Stalder (CVP),
Hugo Petermann (FDP) und Cornelia
Stalder-Dahinden (SVP). In die Bürgerrechtskommission gewählt wurden Peter MartyBouvard (Präsident, CVP), Gabriela
Schnider-Schnider (CVP), Hubert Stalder (CVP,
neu), Ruth Studer-Schnyder (CVP), Gabriela
Haas-Schürmann (FDP), Kurt Brun (FDP), Willi
Emmenegger (SVP) und Dolores Wicki-Furrer
(parteilos). 
Sie erleben die
Steinzeit hautnah:
Jeremias (links)
und Yanik schlagen einen Einbaum.
Bild Pius Amrein
Egolzwil Mit Steinen Feuer
schlagen, Knochennadeln
schleifen, an einem Einbaum
arbeiten – eine Schulklasse
taucht ins Steinzeit-Leben ein.
Katharina MEyEr
kanton@luzernerzeitung.ch
Feuer machen ohne Feuerzeug oder
Streichhölzer? Die 16 Schüler und Schülerinnen der 3./4. Klasse aus Egolzwil
haben das im Rahmen des Pilotprojektes «Erlebnis Steinzeit» erprobt. Funken
springen zwar von den Steinen, aber zu
einem richtigen Feuer reicht es leider
nicht. Dennoch freuen sich die Kinder
über den ungewöhnlichen Unterricht
ausserhalb des Schulzimmers.
Die Klasse verbringt zusammen mit
ihrem Lehrer Stephan Laetsch zwei Tage
im Wauwilermoos. Begleitet werden sie
von pädagogisch geschulten Archäologinnen und Archäologen des Vereins
ur.kultour. Am ersten Tag lernen sie das
nomadische Leben der Jäger und Sammlerinnen der Altsteinzeit kennen. Entsprechend wird in einem Jägerlager
übernachtet. «Auf das Schlafen in den
Zelten freue ich mich am meisten», sagt
Vinzenz, während er einen Knochensplitter zu einer Nadel zurechtschleift.
Selina und Julia sind von den Kleidern
begeistert: «Die sind aus Leder, richtig
echt. Und morgen haben wir dann
Kleider aus Stoff, weil sie die in der
Jungsteinzeit schon hatten.» Der zweite
Tag ist nämlich der Jungsteinzeit gewidmet. Die Menschen im Wauwilermoos lebten damals in Hütten an Seen,
betrieben Ackerbau und hielten Nutztiere. Rund um die authentische Rekonstruktion einer Pfahlbausiedlung in Wauwil verbringen die Kinder den Tag und
lernen hier vieles nicht nur theoretisch.
Sie können sich beispielsweise im Weben oder im Behauen eines Einbaums
mit steinzeitlichen Mitteln versuchen.
Pro Jahr Platz für 28 Klassen
«Was hier gezeigt und vermittelt wird,
entspricht den neusten wissenschaftlichen Kenntnissen», betont Ebbe Nielsen,
stellvertretender Kantonsarchäologe des
Kantons Luzern. «Für uns ist dieses
Projekt eine tolle Chance, um die Ergebnisse unserer Arbeit der Öffentlichkeit zu vermitteln.» Das Projekt wird von
der Albert-Koechlin-Stiftung finanziert
und in Zusammenarbeit mit der Kantonsarchäologie Luzern, den Gemeinden
Egolzwil und Wauwil sowie dem Verein
ur.kultour organisiert. Nach dem Testlauf
mit der Egolzwiler Klasse sollen von
2012 bis 2016 jedes Jahr 28 Schulklassen
aus der Innerschweiz am Projekt teilnehmen; die Teilnahme ist kostenlos.
Es ist kein Zufall, dass das «Erlebnis
Steinzeit» im Wauwilermoos durchgeführt wird. «Dieses Gebiet ist eines der
reichsten Steinzeit-Fundgebiete Europas», sagt Nielsen. Auch die ältesten
Pfahlbausiedlungen der Schweiz wurden
hier gefunden. Seit 2011 gehört eine
besonders wichtige Fundstelle zum
Unesco-Weltkulturerbe. Interessierten
steht neben den authentischen Pfahlbaurekonstruktionen beim Bahnhof
Wauwil ein archäologischer Lernpfad
durch das Gebiet zur Erkundung offen.
Inzwischen sind die Schüler mit ihren
Knochennadeln fertig. Auf die Frage, ob
sie die Annehmlichkeiten der Moderne
in ihrem Steinzeit-Erlebnis nicht vermissen, verneinen sie. «Ich kann gut
zwei Tage ohne Handy oder ohne Dusche sein. Aber für immer möchte ich
schon nicht so leben», meint Selina.
HINWEIS
 www.erlebnis-steinzeit.ch, www.pfahlbausiedlung.ch 
Freiamt
Für den Einbezug
der Z’Fighters
obErrüti red. Rekordmässig, so
beschreibt Gemeindeschreiber Christian Zemp die Zahl der Anwesenden
an der Gemeindeversammlung vom
vergangenen Freitag. 236 Personen
fanden sich im Vereinslokal ein. Angelockt hat sie in erster Linie das
Traktandum 7: der Kredit über
75 000 Franken für die Erteilung eines
Studienauftrags für die Realisierung
einer Sporthalle.
Für Diskussionsstoff sorgte vor allem, dass die Bedürfnisse des Inlinehockey-Vereins Z’Fighters Oberrüti
nicht in die Planung miteinbezogen
wurden. Der Verein sucht schon seit
längerem nach einer Möglichkeit,
eine Halle zu realisieren. Er vor kurzem erlitten die Sportler einen Rückschlag, da der Kanton und die Regionalplanung Oberes Freiamt den favorisierten Standort bachab schickten
(wir berichteten). Die Interessengemeinschaft pro Vereine Oberrüti beantragte schliesslich, dass die Bedürfnisse des Vereins miteinbezogen
werden. Der Rückweisungsantrag zur
Überarbeitung des gemeinderätlichen
Anliegens wurde mit 188 Ja- zu 13
Nein-Stimmen gutgeheissen, wie die
Gemeinde mitteilt. Die Studienplanung mit dem Kreditantrag soll somit
an der nächsten Gemeindeversammlung in überarbeiteter Form wieder
vorgelegt werden.
Die übrigen Traktanden, darunter
auch der Kredit über 35 000 Franken
für die Erneuerung der Informatik
und jener über rund 1,95 Millionen
Franken für die Erschliessung Kirchrain, wurden alle ohne Diskussion
genehmigt.
Sie singen vom Räuber und seinem Motorrad
sins Der Kinderchor abtwilOberrüti hat am Wochenende
ein Musical aufgeführt. Und
gezeigt, dass Banditen auch
ein gutes herz haben können.
Die Oberfreiämter Jugend ist singfreudig. So sehr, dass die Leiterin des
Abtwiler Kinderchors zu Beginn dieses
Schuljahrs eine zweite Abteilung in
Oberrüti gegründet hat. Mit allen Kindern gemeinsam studierte sie das Mundartmusical «De Räuber Knatter-Ratter»
ein, das am vergangenen Wochenende
zweimal vor vollen Reihen im Konzertsaal des Restaurants Einhorn in Sins
aufgeführt wurde. Auf dem Klavier begleitet wurden die Sängerinnen und
Sänger vom Sohn der Dirigentin Samuel
Kreienbühl.
Während Bands vor jedem Gig jeweils
einen Soundcheck durchführen, nimmt
es die Leitung des Kinderchors mit dem
Bodycheck sehr genau: «Haben alle
genug gegessen und getrunken? Sind die
Kaugummis raus? Muss noch jemand
zur Toilette?» Wichtige Fragen, die es
vor einem Auftritt zu klären gilt. Schliesslich waren die 44 Kinder aus Abtwil, Sins
und Oberrüti tipptopp ausgestattet und
liessen es räuberisch krachen.
Harte schale, weicher Kern
Räuber Knatter-Ratter wird so genannt, weil er stets mit einem laut
ratternden Motorrad unterwegs ist. Für
dieses benötigt der Räuber oft teure
Ersatzteile, die er im nahen Dorf besorgt.
Dort wird er von der Bevölkerung mit
Ein grosser Fundus
Der Kinderchor Abtwil-Oberrüti hat es
räuberisch krachen lassen.
KulissE cb. Das Musical kommt mit
nur wenigen Kulissenteilen, Requisiten und Accessoires aus: Ein paar
Bäume, eine Schatzkiste, eine
Stadt- und eine Stubenkulisse. Die
Stadtkulisse aus Pappe stammt
vom ersten grossen Musical, das
Claudia Kreienbühl mit den Kinderchören Abtwil und Boswil einstudiert hat. Mittlerweile hat die
Chorleiterin einen grossen Fundus
an Kulissen, Requisiten und Kostümen auf ihrem Dachboden verstaut. «Wenn wir etwas brauchen,
steigen wir einfach da hoch.» Und
wenn etwas Zusätzliches gebastelt
werden muss, kümmert sich ihr
Mann Josef Kreienbühl mit seinem
Bühnenteam darum. Kostüme und
Requisiten schneidert und besorgt
Renate Arnold.
Bild Cornelia Bisch
Argusaugen beobachtet, und man geht
ihm nach Möglichkeit aus dem Weg.
Bald wird dem Räuber das Geld knapp.
Die Schatzkiste, die er von seinem Vater
geerbt hat, ist nahezu leer. «Jetzt muss
ich wohl oder übel zu einem Raubzug
aufbrechen», stellt er unglücklich fest
und macht sich auf den Weg. Da begegnet ihm eine alte Frau, die einen
schweren Einkaufswagen hinter sich
herschleppt. Beherzt greift der Räuber
dem Grossmütterchen unter die Arme,
begleitet es nach Hause und spaltet ihm
das Feuerholz. Dafür wird er mit guter
Hausmannskost reich belohnt. Auch der
zweite Raubversuch endet mit einer
guten Tat. Schliesslich setzt er ein verirrtes Kind auf sein Motorrad und bringt
es nach Hause zurück. Als die Dorfleute feststellen, wie gutherzig der Räuber in Wahrheit ist, schämen sie sich
für ihre Vorurteile und nehmen ihn auf
in ihre Gemeinschaft.
«De Räuber Knatter-Ratter» ist eher
ein Singspiel, als ein Musical im klassischen Sinn, denn es gibt nur wenige
gespielte Szenen, jedoch zahlreiche
Chor- und Soloeinsätze, welche die
Kinder erstaunlich sicher und mutig
meisterten. «Der Gesang ist uns am
wichtigsten», erklärte Dirigentin Claudia
Kreienbühl. «Alle Kinder sind fast ständig im Einsatz. Es ist mehr ein Chorkonzert, als ein Bühnenstück. Das ist
sehr anspruchsvoll.» Neben der musikalischen Ausbildung vermittelt sie deshalb auch ein gutes Stück Lebensschule. «Still sitzen und sich anpassen lernen,
gehört dazu. Das ist oft schwieriger als
das Einstudieren der Lieder.» Nerven
aus Stahl und eine Engelsgeduld sind
Eigenschaften, über die sie und ihre
Kollegin Renate Arnold verfügen müssen.
COrnELia BiSCh
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Seele and Geist
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